Auf Zeitreise mit Thomas Finn: „Der Funke des Chronos“

Nach einigen Neuvorstellungen in der letzten Zeit lade ich Sie heute auf eine Zeitreise ein, ins Jahr 2006. In diesem Jahr – das Clockworker Magazin gab es übrigens noch nicht – erschien Thomas Finns Roman „Der Funke des Chronos“, den er selbst als eine Hommage an Zeitreisegeschichten á la H.G. Wells, aber auch als Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hamburg bezeichnet.

© Piper Verlag

Zum Inhalt
Der Medizinstudent Tobias gelangt mithilfe einer Zeitmaschine aus dem 21. Jahrhundert ins Jahr 1842. Im alten Hamburg kommt er einer teuflischen Verschwörung auf die Spur, und ein Serienmörder geht um in der Hansestadt. Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den jungen Mann aus der Zukunft. Tobias’ Suche nach seiner verlorenen Zeitmaschine wird zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis sich mit einem gewaltigen Feuer in Hamburg die Pforten der Hölle öffnen. Wird Tobias den Verlauf der Geschichte ändern können?

Rezension
Das Hamburg des Jahres 1842 wird sehr detailliert beschrieben, und hier wird deutlich, dass der Autor die historischen Begebenheiten intensiv recherchiert hat. Das ist eine große Stärke des Romans. Nicht nur die Zeitmaschine (die deutlich angelehnt ist an jene aus dem Roman von H.G. Wells) ist hier ein Steampunk-Element, denn unter den Nebenfiguren gibt es […]

Rezension: Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte, ein Roman von Markus Cremer

Der eigensinnige, exzentrische Wissenschaftler und Abenteurer Archibald Leach und seine Partnerin, die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg, werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Dieser genial-wahnsinnige Verbrecher verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Von London reisen sie nach Amerika, nach Afrika und schließlich sogar noch bis nach Indien, um die Pläne des Marquis zu vereiteln.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Markus Cremer hat in diesem Roman auf rund 580 Seiten einen sehr komplexen Plot geschaffen mit viel Liebe zum Detail, was sich nicht nur in zahlreichen steampunkigen Erfindungen zeigt, sondern auch dem historischen Hintergrund bis hin zu interessanten Begegnungen mit realen historischen Persönlichkeiten, die hier natürlich fiktionalisiert sind. Außerdem gibt es hier mehrere Geheimorganisationen, die jeweils ganz eigene Interessen verfolgen. Archibald Leach und Sarah Goldberg begegnen darüber hinaus auch einigen Luftschiff-Piraten. Eine Jahreszahl taucht übrigens nirgends auf, doch der amerikanische Bürgerkrieg wird erwähnt, welcher offensichtlich bereits einige Jahre zurück liegt.

Der Roman besticht unter anderem durch eine Vielzahl an detailliert ausgearbeiteten Nebenfiguren, die aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen. Und auch andere Minderheiten sind vertreten, […]

Rezension: Menschmaschinen - eine Steamcyberpunk-Anthologie

Ob Dampf, ob Öl oder Elektoimpulse – seit jeher träumt der Mensch von der Verbesserung seiner selbst.
Nun haben sich zehn Tüftler an die Aufgabe gewagt, das fleischliche Selbst zu modifizieren und auf eine neue Stufe zu bringen. Ob mechanische Gliedmaßen, dampfende Herzen oder roboterartige Haushaltshilfen – der Traum hat die Realität bereits eingeholt.
Diese Anthologie aus dem Amrûn-Verlag enthält zehn Geschichten aus steam-, cyberpunkigen und transhumanen Welten aus der Feder von Thorsten Küper, Melanie Ulrike Junge, Marco Ansing, Gloria H. Manderfeld, Mia Steingräber & Tobias Rafael Junge, Peer Bieber, Peter Hohmann, Andreas Winterer, Eva Strasser und Anja Bagus. Sie wurde herausgegeben von André Skora.

© Amrûn Verlag 2017, Covergestaltung Christian Günther, Atelier Tag 1

Rezension zu den einzelnen Geschichten

Fitzroy, Falstaff und andere furiose Menschmaschinen – Thorsten Küper
Die erste und zugleich längste Geschichte der Anthologie wird aus der Sicht einer Menschmaschine geschildert – ein Herr, der einst menschlich war und nun im Grunde mehr oder weniger als halb mechanischer Handlanger für eine Dame arbeitet, die auf Rache sinnt. Dementsprechend actionreich ist die Handlung, die bisweilen ziemlich diabolisch wird, stellenweise tragisch und auch mit Andeutungen erotischer Natur aufwartet.

Der Heizer – Melanie Ulrike Junge
Hier wird eine dystopische Welt beschrieben, in der es zwar noch Menschen […]

Rezension: Aetheragenten - das Erwachen, Roman von Tanja Schierding

„Ætheragenten – das Erwachen“ ist ein abenteuerlicher All Age Steampunk-Roman, der in derselben Welt wie die Aetherwelt-Romane von Anja Bagus angesiedelt ist.

© Edition Roter Drache

Inhalt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überzieht grüner Æthernebel die Flüsse und Seen dieser Welt. Auch bleibt das beschauliche Wallsend im hohen Norden Englands nicht verschont. Als der dort wohlbehütet aufgewachsene vierzehnjährige Gregory durch einen mysteriösen Unfall mit dem Æther in Berührung kommt, verändert er sich und sein bisher überschaubares Leben gerät aus den Fugen.

Von seinen Eltern verstoßen, stolpert er, auf der Suche nach seinem Platz im Leben, in ein ebenso rätselhaftes wie gefährliches Abenteuer. Was verbergen die Mauern der Burg Bamborough und ist der mysteriöse Schausteller Peverell Primeaux wirklich ein Verräter an der Krone?

Spuren führen Gregory und seinen neugewonnenen Freund Weston auf die andere Seite des Erdballs, wo sie sich einem von dunklen Plänen getriebenen Widersacher gegenüber sehen. Reichen am Ende ein aufrechtes Herz und eine gehörige Portion Mut aus, um dem Bösen die Stirn zu bieten und mehr als nur einen Freund zu retten?

Rezension
In „Ætheragenten – das Erwachen“ wird das „Shared universe“ der Ætherwelt nach England übertragen, und eine abenteuerliche Reise verschlägt Gregory erst zu Ausgestoßenen, die den Gedanken an Robin Hood nahelegen und […]

Feline & Stranges Steam Ball in Berlin und ihr neues Album OUT

Die Berliner Electro-Wave Band Feline & Strange veröffentlicht mit OUT ihr fünftes Album. Das Record Release Konzert findet im Rahmen eines Steamballs am 24.03. im Berliner Pfefferberg statt.

In Zusammenarbeit mit dem Team der Band und des Steamballs verlosen wir 2 x 2 Tickets zur Veranstaltung. Alle Infos dazu am Ende des Artikels.

Infos zur Veranstaltung
Motto: Still on earth?
Genre: Electronic Wave Cabarét / Steampunk
Datum: FR, 24.03.2017
Beginn: 20:00 Uhr
Location: Pfefferberg Haus 13
Adresse: Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin
Website: http://felineandstrange.com/steamball
Eintritt: VVK: 9€ plus Gebühren (über Website), AK: 12€

Programm auf dem Steamball:
Die Bands The Clockwork Faerie und The JackAffair als Gäste, Tanzworkshops und Showtanz, Burlesque, Modenschau, Steampunkmarkt, Kostümverleih, sowie eine große Lightshow. Durch das Programm führt die britische Burlesque-Künstlerin Jezebel Steele.
Für das Publikum gilt ein strikter Dresscode, der sich an den ästhetischen Welten des Steampunk und des Gothic orientiert. „Sei Weltretter, Geheimagent, Zeitreisender, Alien, verrückter Erfinder, Aufziehpuppe, das Unbekannte Erforschender, oder einfach die Schönste auf einem rauschenden Ball“, geben die Veranstalter zur Orientierung mit auf den Weg.
(Genauer Programmablauf auf der oben verlinkten Website)

coypright: Victoria Linchong

Über die Band:
Nach Engagements als Opernsängerin, Tangochanteuse, sowie als Regisseurin und Festivalveranstalterin gründete Feline Lang zusammen mit Christoph Klemke 2009 die Band Feline & Strange. Sie machte sich aufgrund ihres […]

Rezension: Vita, ein Roman von Felix A. Münter

Klappentext
»Mit Vita in ein besseres Morgen!«
Fortschritt ist unaufhaltsam. Und Vita ist der Katalysator des Fortschritts. Durch die mysteriöse Substanz ist es dem Stadtstaat Blackwater gelungen, seine Vormachtstellung in der Welt auszubauen und zu behaupten. Doch der Untergang der Glory, einem Frachter mit der Jahresproduktion Vita an Bord, bedroht die Zukunft der aufstrebenden Stadt. Friedenshüter Alexander McRoy wird bei seinen Ermittlungen in Ereignisse verstrickt, die erschütternder nicht sein könnten …

copyright: Papierverzierer Verlag

Rezension
Das erste Drittel des Buches konnte mich nicht wirklich fesseln, obwohl es da bereits erste spannende Szenen gibt. Vielleicht hing das aber damit zusammen, dass ich den Protagonisten anfangs nicht so sympathisch fand, was sich aber im weiteren Verlauf änderte. Wirklich gepackt hat mich der Roman erst, als Friedenshüter Alexander McRoy bei einer Razzia mit massivem Schusswechsel verletzt wird. Wie ihn die Ärzte daraufhin behandeln, passt aus meiner Sicht sehr gut ins Steampunk-Genre und trotz aller Schwierigkeiten reißt sich McRoy anschließend zusammen, um wieder seinen Dienst zu bestreiten.

Es bleibt übrigens unklar, wo sich die fiktive Stadt Blackwater (die als Stadtstaat beschrieben wird) eigentlich befindet – es könnte England aber auch Amerika sein oder auch ein ebenfalls nicht genannter Kontinent. Auch eine Jahreszahl wird nirgends genannt. Später wird dies allerdings […]

Rezension: Der Earl von Gaudibert - Novelle von M.W. Ludwig

Der englische Gentleman Graham McPherson liebt es, in seinem Club von angeblichen Abenteuern auf dem Mond zu erzählen. Niemand zweifelt an seinen Ausführungen, bis ein neues Clubmitglied ihn der Lüge bezichtigt und zu einer folgenschweren Wette herausfordert: Bis zum nächsten Vollmond soll McPherson seine Behauptungen beweisen. Keine leichte Aufgabe, immerhin schreiben wir das Jahr 1895. Doch mit der Unterstützung des Profibetrügers Suggs und der schlagkräftigen Thailänderin Gann Li-Pen, ersinnt er einen ebenso verzweifelten wie tollkühnen Plan.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Rezension:
Die in London angesiedelte Geschichte erinnert von ihrer Ausgangsidee her ein wenig an „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne. Wie sich die Mondreise darin gestaltet, verrate ich an dieser Stelle nicht wegen Spoilergefahr. Auf jeden Fall gelingt es dem Autor auf rund 200 Seiten, eine spannende und kurzweilige Geschichte zu erzählen, bei der außerdem auf elegante Weise einige berühmte Persönlichkeiten (zum Teil auch aus der viktorianischen Literatur) nebenbei mit eingebunden werden,
darunter der Film-Pionier Georges Méliès und ein sehr junger Charlie Chaplin.
Eine der Hauptfiguren stammt aus Thailand, was insofern bemerkenswert ist, da zumindest im deutschsprachigen Steampunk multikulturelle Einflüsse zwar durchaus hier und da vorhanden sind, sich das allerdings selten auf wichtige Charaktere ausweitet.
Nach dieser unterhaltsamen Geschichte bin ich gespannt […]

Rezension: Die verlorene Puppe von Judith und Christian Vogt

„Fantástico Fabuloso Apocalíptico!“ So lautet das Motto des fliegenden Zirkus Apocalástico. Rasante Artisten zu Pferde, eine bärtige Dame, ein echtes Mammut, ein Magier, der mit elektrischem Strom zaubert, der junge Roma-Akrobat Ferenc Badi und seine chinesische Partnerin Yue am Trapez können das Publikum in ganz Europa begeistern.
Wie bereits in dem 2012 erschienenen Roman „Die zerbrochene Puppe“ (der mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet wurde) gibt es in dieser alternativen Zeitlinie im 19. Jahrhundert eine Eiszeit. Diese verhindert eigentlich ein Vordringen auf andere Kontinente jenseits der Ozeane.

Doch dann kapern maskierte Männer das Zirkusluftschiff, um es in Gefilde zu steuern, die nie ein Europäer zuvor betreten hat. Bereits auf der Überfahrt stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es scheint: Agenten verschiedener Mächte haben im Zirkus ihre Finger im Spiel, und der Name eines schrecklichen Geheimnisses geistert durch die Gänge des Luftschiffs.
Doch am Ziel ihrer Entführer wartet eine faszinierende, fremde, blutrünstige Hochkultur auf die Artisten (angelehnt an die Azteken) und der Rückweg in die Heimat wird ihnen das Äußerste abverlangen …

 

copyright: Feder & Schwert Verlag

Rezension
Zunächst sei erwähnt, dass man diesen Roman problemlos lesen und verstehen kann, wenn man den Vorgänger „Die zerbrochene Puppe“ oder auch die dazugehörige Anthologie „Eis & […]

Rezension: Professor Koslows Äthermaschine von J. Pollaschek

Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher (Wiener Ausdruck für „Ganoven“) hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten. Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar.

copyright Buchcover: Martin Hermann

Der Autor beschreibt sein Steampunk-Universum so: „Dampfpülcher ist die Wiener Version von Steampunk, mit Kaffeehäusern anstelle von Teestuben, Kaiser statt Königin und besserem Wetter.“

Rezension
Der Ingenieur Jakob Ros und die Komtesse Ada von Rony könnten nicht unterschiedlicher sein, bilden aber in dieser Geschichte aufgrund verschiedener mysteriöser Vorkommnisse ein ungewöhnliches und dennoch sympathisches „Ermittlerduo“. Der Roman startet relativ langsam, da sich der Autor viel Zeit nimmt, um Atmosphäre und Charaktere zu beschreiben, und dies sorgt für viel Anschaulichkeit und gut ausgearbeitete Charaktere, die man gern auf ihr Abenteuer begleitet.

Später gewinnt der Roman deutlich an Spannung und es gibt auch einzelne, dramatische, actionreichen Szenen. Wer allerdings einen mörderisch spannenden […]

Neues aus der Aetherwelt der Anja Bagus

copyright: Anja Bagus

Anja Bagus hat vor einigen Jahren die „Ætherwelt“ erfunden (wir berichteten) – ein alternatives deutsches Kaiserreich, in dem ab 1900 der „Æther“, eine grünliche Substanz dafür sorgt, dass viele Menschen, Pflanzen und Tiere sich verändern – sie bekommen ein anderes Aussehen und teilweise geradezu magische Fähigkeiten oder werden zu mehr oder weniger grotesken Mischwesen. Doch auch Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer nutzen den Æther, denn dieser dient auch als (nicht ganz ungefährliche) Energiequelle. Nach zwei Trilogien, die in dieser Welt angesiedelt sind, hat Anja Bagus nun ihren neuen Roman „Ruhelos“ veröffentlicht und die Grusel-Anthologie „Ætherseelen“ herausgebracht.
Diese Bücher möchten wir Ihnen heute vorstellen.

Ruhelos
Inhalt:
Seit die Toten sich aus ihren Gräbern erhoben und zum Dom gezogen sind, ist Köln eine zerrissene Stadt. Nacht für Nacht kreischen und toben die Wiedergänger vor dem Sakralbau – niemand weiß, warum. Tagsüber liegen sie herum und werden von den belebten Wasserspeiern bewacht.
Helena Teufel ist stark. Ihre außergewöhnliche körperliche Kraft und Entschlossenheit machen sie zu einer guten Soldatin bei der exekutiven Einheit des kaiserlichen Heeres. Aber ihre rücksichtslose Zielstrebigkeit bei der Verfolgung Krimineller macht sie auch zu einer Gefahr. Nach einem spektakulären Einsatz, der aber beinahe einige Leben gekostet hätte, wird sie degradiert. Als schlichte Beamtin […]

Die dunkelbunten Farben des Steampunk - eine Anthologie

Mit dieser im wahrsten Sinne des Wortes farbenfrohen Anthologie stellen wir einen der Gewinner des Deutschen Phantastik Preises 2016 vor. Auf 280 Seiten versammeln sich in diesem Band 14 Kurzgeschichten.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Passend zum Motto der Anthologie ist der gesamte Text jeder Geschichte auch in der passenden Farbe gehalten, wobei auf schwer lesbare Farben wie gelb verzichtet wurde. Die Verlegerin berichtet im Vorwort über ihre Faszination angesichts von Büchern mit farbiger Schrift (wie beispielsweise „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende).

Die Kurzgeschichten selbst sind so vielfältig wie  ihre Farben – mal gruselig, mal spannend, mysteriös, sozialkritisch oder auch schräg und humorvoll. Insofern ist hier für jeden Geschmack etwas dabei. Einige konzentrieren sich in erster Linie auf die ausgewählte Farbe, während andere deutlich mehr Steampunk-Elemente enthalten, z.B. besondere Erfindungen oder eine Gesellschaft, die in einem (mehr oder weniger) alternativen 19. Jahrhundert angesiedelt ist.

Hier ein Überblick über die einzelnen Geschichten:

Silberne Augengläser – Detlef Klewer
Im Auftakt der Anthologie vermischt Detlef Klewer gekonnt die Kriminalgeschichte um „Jack the Ripper“, dem mysteriösen Londoner Serienmörder von 1888, mit einem ganz anderen Fall der übernatürlichen Art.

Rosaroter Dampf – Stefanie Bender
Die Dampfmaschine, um die es hier in den 1860er Jahren in Deutschland geht, gibt nicht nur rosaroten Dampf […]

Victorian Secrets - verbotene Sünden: Ein Steampunk Krimi von Helen B. Kraft

copyright: Romance Edition und JDesign

Nachdem wir Ihnen bereits die Steampunk-Krimis „Die Seelenlosen“ von Tanja Meurer und „Ersticktes Matt“ von Nina C. Hasse vorgestellt haben, folgt hier ein weiteres Werk dieses Genres, diesmal von der übernatürlichen Art.
Sicherlich haben Sie schon einmal vom berühmten Scotland Yard gehört, der Institution schlechthin für Verbrechensbekämpfung, die in London zu finden ist. In Helen B. Krafts Roman gibt es darüber hinaus eine spezielle Abteilung dieser Einrichtung, den „Scotland Visional Yard“. Hier werden Verbrechen auch mit übernatürlichen Mitteln untersucht, zum Beispiel von der „Traumgängerin“ und Agentin Emma St.Claire.

Während einer Mordserie in London wird sie auf den Adligen Sir Ian Connery angesetzt, der zu den Tatverdächtigen zählt. Sie wird beauftragt, seine Träume zu analysieren, und schon bald wird ihr klar, dass der Lord etwas zu verbergen hat. Zugleich fühlt sie sich mehr und mehr zu dem ungewöhnlichen Mann hingezogen…

Helen B. Kraft verbindet hier einen Krimi der etwas anderen Art mit einer Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zwischen den beiden sehr unterschiedlichen und gleichzeitig sympathischen Hauptcharakteren entfaltet. Hierbei gelingt es der Autorin, gut die Waage zu halten zwischen Romantik und Krimi.

Bei der Technik des „Traumgehens“ werden übrigens Anklänge an den Film „Inception“ deutlich, in […]

Ersticktes Matt - ein Steampunk Krimi von Nina C. Hasse

Das „erstickte Matt“ ist eine spezielle Formation im Schachspiel. Doch man muss kein passionierter Schachspieler oder Kenner des Spiels sein, um an diesem realistisch-dramatischen Steampunk Krimi seine Freude zu haben.

copyright: Kim und Nina Hasse

Angesiedelt ist die Geschichte im winterlichen New York um 1893.  In den berüchtigten Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort finden sie eine erdrosselte weibliche Leiche mit einer Schachfigur in der Hand. Ist hier ein Wahnsinniger am Werk? Zur gleichen Zeit findet in der Stadt ausgerechnet ein wichtiges Schach-Turnier statt.
Der Protagonist Remy Lafayette analysiert Gesichter (eine beliebte Wissenschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts) und ist zugleich Berater beim New York Floodlands Police Department. Für ihn wird die Jagd nach dem Mörder zu einer qualvollen und dramatischen Reise in die eigene Vergangenheit, als seine ehemalige Verlobte in die Ereignisse verwickelt wird. Mehr sei an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten.

Der Stil dieses Krimis ist zugleich elegant, wie auch sehr anschaulich. Das bedrückende Elendsviertel „Floodlands“, aber auch andere Orte in New York werden sehr lebensnah geschildert, so dass man sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Die Figuren sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet, was sowohl für Protagonisten wie die […]

Rezension: Das Amulett in der Wüste von Fay Winterberg

Wir schreiben das Jahr 2207. Lilith Avant-Garde ist eine junge Archäologin – und ein Halbvampir.  Gemeinsam mit ihrem Vater reist die Spezialistin für übernatürliche Artefakte nach London zu einer großen Zusammenkunft der Vampir-Oberhäupter Europas, bei der so manche politische Intrige deutlich wird. Dort erhält Lilith einen neuen Auftrag, der sie nach Luxor (Ägypten) führt, auf die Suche nach einem antiken Artefakt. Diese Suche erweist sich als wesentlich gefährlicher als erwartet…

copyright: Artskript Phantastik Verlag

„Das Amulett in der Wüste“ ist der 2. Teil in der Reihe „New Steampunk Age“. (Teil 1 heißt „Wien – Stadt der Vampire“).
Die Autorin erklärt ihre Welt zu Beginn mit einem geschichtlichen Abriss. Darin gibt es zwischen 2090 und 2100 einen weltumfassenden Krieg, bei dem Vampire und andere mystische Wesen verfolgt werden. Dieser Krieg braucht die Ressourcen des Planetens auf, daher besinnen sich Menschen und andere Wesen anschließend wieder auf die alten Techniken des 19. Jahrhunderts zurück und verbinden diese mit modernen Errungenschaften.
Dementsprechend gibt es in dieser Welt eine bunte Mischung aus alter und neuer Technik, beispielsweise ebenso Handys wie Luftschiffe. Auch die beschriebene Mode mutet mal sehr modern, mal nach Vintage an. Damit reiht sich das Buch ein in den Trend jener Steampunk-Bücher, […]

Rezension: Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

Dieser Steamfantasy-Krimi von Katharina F. Bode entführt uns in das Berlin des Reichskanzlers Bismarck (eine genaue Jahreszahl wird nicht genannt, daher kann hier der Zeitraum 1871 – 1890 vermutet werden).  Hier gibt es allerhand technische Erfindungen, die es so nicht gab, z.B. den sogenannten „Klangkugelkommunikator“. Und auch einige Viertel der Stadt haben andere Namen, z.B. das Geisterviertel oder das Erfinderviertel.

Und so ist auch die Titelfigur Erasmus Emmerich nicht nur ein Detektiv, sondern auch Erfinder. An seiner Seite ermittelt die Fee Marie, welche seit einem Unfall beständig Rauch absondert – und sich auch in solchen auflösen kann. Seitdem wird sie auch „Qualmfee“ genannt. Das Buchcover (Illustration von Martin Knipp) zeigt anschaulich, wie dies aussieht.

copyright: artskript Phantastik Verlag

Zunächst bietet das Buch einen Einstieg mit zwei Kurzgeschichten über Erasmus und Marie (die auch in zwei Anthologien des Verlags vertreten sind). Es empfiehlt, diese beiden als Vorgeschichten zu verstehen und zu lesen, da hier einiges erklärt wird, was dann im eigentlichen Roman weitergeführt wird.

Als in Berlin mehrere Trolle ermordet werden und es der Polizei nicht gelingt, den Täter zu fassen, werden Emmerich und die Qualmfee hinzugezogen. Wenig später taucht die verschleierte Madame Mallarmé auf und stiftet reichlich Verwirrung. Sogar Marie gerät bald unter […]