Rezension: Vita, ein Roman von Felix A. Münter

Klappentext
»Mit Vita in ein besseres Morgen!«
Fortschritt ist unaufhaltsam. Und Vita ist der Katalysator des Fortschritts. Durch die mysteriöse Substanz ist es dem Stadtstaat Blackwater gelungen, seine Vormachtstellung in der Welt auszubauen und zu behaupten. Doch der Untergang der Glory, einem Frachter mit der Jahresproduktion Vita an Bord, bedroht die Zukunft der aufstrebenden Stadt. Friedenshüter Alexander McRoy wird bei seinen Ermittlungen in Ereignisse verstrickt, die erschütternder nicht sein könnten …

copyright: Papierverzierer Verlag

Rezension
Das erste Drittel des Buches konnte mich nicht wirklich fesseln, obwohl es da bereits erste spannende Szenen gibt. Vielleicht hing das aber damit zusammen, dass ich den Protagonisten anfangs nicht so sympathisch fand, was sich aber im weiteren Verlauf änderte. Wirklich gepackt hat mich der Roman erst, als Friedenshüter Alexander McRoy bei einer Razzia mit massivem Schusswechsel verletzt wird. Wie ihn die Ärzte daraufhin behandeln, passt aus meiner Sicht sehr gut ins Steampunk-Genre und trotz aller Schwierigkeiten reißt sich McRoy anschließend zusammen, um wieder seinen Dienst zu bestreiten.

Es bleibt übrigens unklar, wo sich die fiktive Stadt Blackwater (die als Stadtstaat beschrieben wird) eigentlich befindet – es könnte England aber auch Amerika sein oder auch ein ebenfalls nicht genannter Kontinent. Auch eine Jahreszahl wird nirgends genannt. Später wird dies allerdings […]

Rezension: Der Earl von Gaudibert - Novelle von M.W. Ludwig

Der englische Gentleman Graham McPherson liebt es, in seinem Club von angeblichen Abenteuern auf dem Mond zu erzählen. Niemand zweifelt an seinen Ausführungen, bis ein neues Clubmitglied ihn der Lüge bezichtigt und zu einer folgenschweren Wette herausfordert: Bis zum nächsten Vollmond soll McPherson seine Behauptungen beweisen. Keine leichte Aufgabe, immerhin schreiben wir das Jahr 1895. Doch mit der Unterstützung des Profibetrügers Suggs und der schlagkräftigen Thailänderin Gann Li-Pen, ersinnt er einen ebenso verzweifelten wie tollkühnen Plan.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Rezension:
Die in London angesiedelte Geschichte erinnert von ihrer Ausgangsidee her ein wenig an „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne. Wie sich die Mondreise darin gestaltet, verrate ich an dieser Stelle nicht wegen Spoilergefahr. Auf jeden Fall gelingt es dem Autor auf rund 200 Seiten, eine spannende und kurzweilige Geschichte zu erzählen, bei der außerdem auf elegante Weise einige berühmte Persönlichkeiten (zum Teil auch aus der viktorianischen Literatur) nebenbei mit eingebunden werden,
darunter der Film-Pionier Georges Méliès und ein sehr junger Charlie Chaplin.
Eine der Hauptfiguren stammt aus Thailand, was insofern bemerkenswert ist, da zumindest im deutschsprachigen Steampunk multikulturelle Einflüsse zwar durchaus hier und da vorhanden sind, sich das allerdings selten auf wichtige Charaktere ausweitet.
Nach dieser unterhaltsamen Geschichte bin ich gespannt […]

Rezension: Die verlorene Puppe von Judith und Christian Vogt

„Fantástico Fabuloso Apocalíptico!“ So lautet das Motto des fliegenden Zirkus Apocalástico. Rasante Artisten zu Pferde, eine bärtige Dame, ein echtes Mammut, ein Magier, der mit elektrischem Strom zaubert, der junge Roma-Akrobat Ferenc Badi und seine chinesische Partnerin Yue am Trapez können das Publikum in ganz Europa begeistern.
Wie bereits in dem 2012 erschienenen Roman „Die zerbrochene Puppe“ (der mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet wurde) gibt es in dieser alternativen Zeitlinie im 19. Jahrhundert eine Eiszeit. Diese verhindert eigentlich ein Vordringen auf andere Kontinente jenseits der Ozeane.

Doch dann kapern maskierte Männer das Zirkusluftschiff, um es in Gefilde zu steuern, die nie ein Europäer zuvor betreten hat. Bereits auf der Überfahrt stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es scheint: Agenten verschiedener Mächte haben im Zirkus ihre Finger im Spiel, und der Name eines schrecklichen Geheimnisses geistert durch die Gänge des Luftschiffs.
Doch am Ziel ihrer Entführer wartet eine faszinierende, fremde, blutrünstige Hochkultur auf die Artisten (angelehnt an die Azteken) und der Rückweg in die Heimat wird ihnen das Äußerste abverlangen …

 

copyright: Feder & Schwert Verlag

Rezension
Zunächst sei erwähnt, dass man diesen Roman problemlos lesen und verstehen kann, wenn man den Vorgänger „Die zerbrochene Puppe“ oder auch die dazugehörige Anthologie „Eis & […]

Rezension: Professor Koslows Äthermaschine von J. Pollaschek

Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher (Wiener Ausdruck für „Ganoven“) hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten. Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar.

copyright Buchcover: Martin Hermann

Der Autor beschreibt sein Steampunk-Universum so: „Dampfpülcher ist die Wiener Version von Steampunk, mit Kaffeehäusern anstelle von Teestuben, Kaiser statt Königin und besserem Wetter.“

Rezension
Der Ingenieur Jakob Ros und die Komtesse Ada von Rony könnten nicht unterschiedlicher sein, bilden aber in dieser Geschichte aufgrund verschiedener mysteriöser Vorkommnisse ein ungewöhnliches und dennoch sympathisches „Ermittlerduo“. Der Roman startet relativ langsam, da sich der Autor viel Zeit nimmt, um Atmosphäre und Charaktere zu beschreiben, und dies sorgt für viel Anschaulichkeit und gut ausgearbeitete Charaktere, die man gern auf ihr Abenteuer begleitet.

Später gewinnt der Roman deutlich an Spannung und es gibt auch einzelne, dramatische, actionreichen Szenen. Wer allerdings einen mörderisch spannenden […]

Neues aus der Aetherwelt der Anja Bagus

copyright: Anja Bagus

Anja Bagus hat vor einigen Jahren die „Ætherwelt“ erfunden (wir berichteten) – ein alternatives deutsches Kaiserreich, in dem ab 1900 der „Æther“, eine grünliche Substanz dafür sorgt, dass viele Menschen, Pflanzen und Tiere sich verändern – sie bekommen ein anderes Aussehen und teilweise geradezu magische Fähigkeiten oder werden zu mehr oder weniger grotesken Mischwesen. Doch auch Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer nutzen den Æther, denn dieser dient auch als (nicht ganz ungefährliche) Energiequelle. Nach zwei Trilogien, die in dieser Welt angesiedelt sind, hat Anja Bagus nun ihren neuen Roman „Ruhelos“ veröffentlicht und die Grusel-Anthologie „Ætherseelen“ herausgebracht.
Diese Bücher möchten wir Ihnen heute vorstellen.

Ruhelos
Inhalt:
Seit die Toten sich aus ihren Gräbern erhoben und zum Dom gezogen sind, ist Köln eine zerrissene Stadt. Nacht für Nacht kreischen und toben die Wiedergänger vor dem Sakralbau – niemand weiß, warum. Tagsüber liegen sie herum und werden von den belebten Wasserspeiern bewacht.
Helena Teufel ist stark. Ihre außergewöhnliche körperliche Kraft und Entschlossenheit machen sie zu einer guten Soldatin bei der exekutiven Einheit des kaiserlichen Heeres. Aber ihre rücksichtslose Zielstrebigkeit bei der Verfolgung Krimineller macht sie auch zu einer Gefahr. Nach einem spektakulären Einsatz, der aber beinahe einige Leben gekostet hätte, wird sie degradiert. Als schlichte Beamtin […]

Die dunkelbunten Farben des Steampunk - eine Anthologie

Mit dieser im wahrsten Sinne des Wortes farbenfrohen Anthologie stellen wir einen der Gewinner des Deutschen Phantastik Preises 2016 vor. Auf 280 Seiten versammeln sich in diesem Band 14 Kurzgeschichten.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Passend zum Motto der Anthologie ist der gesamte Text jeder Geschichte auch in der passenden Farbe gehalten, wobei auf schwer lesbare Farben wie gelb verzichtet wurde. Die Verlegerin berichtet im Vorwort über ihre Faszination angesichts von Büchern mit farbiger Schrift (wie beispielsweise „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende).

Die Kurzgeschichten selbst sind so vielfältig wie  ihre Farben – mal gruselig, mal spannend, mysteriös, sozialkritisch oder auch schräg und humorvoll. Insofern ist hier für jeden Geschmack etwas dabei. Einige konzentrieren sich in erster Linie auf die ausgewählte Farbe, während andere deutlich mehr Steampunk-Elemente enthalten, z.B. besondere Erfindungen oder eine Gesellschaft, die in einem (mehr oder weniger) alternativen 19. Jahrhundert angesiedelt ist.

Hier ein Überblick über die einzelnen Geschichten:

Silberne Augengläser – Detlef Klewer
Im Auftakt der Anthologie vermischt Detlef Klewer gekonnt die Kriminalgeschichte um „Jack the Ripper“, dem mysteriösen Londoner Serienmörder von 1888, mit einem ganz anderen Fall der übernatürlichen Art.

Rosaroter Dampf – Stefanie Bender
Die Dampfmaschine, um die es hier in den 1860er Jahren in Deutschland geht, gibt nicht nur rosaroten Dampf […]

Victorian Secrets - verbotene Sünden: Ein Steampunk Krimi von Helen B. Kraft

copyright: Romance Edition und JDesign

Nachdem wir Ihnen bereits die Steampunk-Krimis „Die Seelenlosen“ von Tanja Meurer und „Ersticktes Matt“ von Nina C. Hasse vorgestellt haben, folgt hier ein weiteres Werk dieses Genres, diesmal von der übernatürlichen Art.
Sicherlich haben Sie schon einmal vom berühmten Scotland Yard gehört, der Institution schlechthin für Verbrechensbekämpfung, die in London zu finden ist. In Helen B. Krafts Roman gibt es darüber hinaus eine spezielle Abteilung dieser Einrichtung, den „Scotland Visional Yard“. Hier werden Verbrechen auch mit übernatürlichen Mitteln untersucht, zum Beispiel von der „Traumgängerin“ und Agentin Emma St.Claire.

Während einer Mordserie in London wird sie auf den Adligen Sir Ian Connery angesetzt, der zu den Tatverdächtigen zählt. Sie wird beauftragt, seine Träume zu analysieren, und schon bald wird ihr klar, dass der Lord etwas zu verbergen hat. Zugleich fühlt sie sich mehr und mehr zu dem ungewöhnlichen Mann hingezogen…

Helen B. Kraft verbindet hier einen Krimi der etwas anderen Art mit einer Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zwischen den beiden sehr unterschiedlichen und gleichzeitig sympathischen Hauptcharakteren entfaltet. Hierbei gelingt es der Autorin, gut die Waage zu halten zwischen Romantik und Krimi.

Bei der Technik des „Traumgehens“ werden übrigens Anklänge an den Film „Inception“ deutlich, in […]

Ersticktes Matt - ein Steampunk Krimi von Nina C. Hasse

Das „erstickte Matt“ ist eine spezielle Formation im Schachspiel. Doch man muss kein passionierter Schachspieler oder Kenner des Spiels sein, um an diesem realistisch-dramatischen Steampunk Krimi seine Freude zu haben.

copyright: Kim und Nina Hasse

Angesiedelt ist die Geschichte im winterlichen New York um 1893.  In den berüchtigten Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort finden sie eine erdrosselte weibliche Leiche mit einer Schachfigur in der Hand. Ist hier ein Wahnsinniger am Werk? Zur gleichen Zeit findet in der Stadt ausgerechnet ein wichtiges Schach-Turnier statt.
Der Protagonist Remy Lafayette analysiert Gesichter (eine beliebte Wissenschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts) und ist zugleich Berater beim New York Floodlands Police Department. Für ihn wird die Jagd nach dem Mörder zu einer qualvollen und dramatischen Reise in die eigene Vergangenheit, als seine ehemalige Verlobte in die Ereignisse verwickelt wird. Mehr sei an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten.

Der Stil dieses Krimis ist zugleich elegant, wie auch sehr anschaulich. Das bedrückende Elendsviertel „Floodlands“, aber auch andere Orte in New York werden sehr lebensnah geschildert, so dass man sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Die Figuren sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet, was sowohl für Protagonisten wie die […]

Rezension: Das Amulett in der Wüste von Fay Winterberg

Wir schreiben das Jahr 2207. Lilith Avant-Garde ist eine junge Archäologin – und ein Halbvampir.  Gemeinsam mit ihrem Vater reist die Spezialistin für übernatürliche Artefakte nach London zu einer großen Zusammenkunft der Vampir-Oberhäupter Europas, bei der so manche politische Intrige deutlich wird. Dort erhält Lilith einen neuen Auftrag, der sie nach Luxor (Ägypten) führt, auf die Suche nach einem antiken Artefakt. Diese Suche erweist sich als wesentlich gefährlicher als erwartet…

copyright: Artskript Phantastik Verlag

„Das Amulett in der Wüste“ ist der 2. Teil in der Reihe „New Steampunk Age“. (Teil 1 heißt „Wien – Stadt der Vampire“).
Die Autorin erklärt ihre Welt zu Beginn mit einem geschichtlichen Abriss. Darin gibt es zwischen 2090 und 2100 einen weltumfassenden Krieg, bei dem Vampire und andere mystische Wesen verfolgt werden. Dieser Krieg braucht die Ressourcen des Planetens auf, daher besinnen sich Menschen und andere Wesen anschließend wieder auf die alten Techniken des 19. Jahrhunderts zurück und verbinden diese mit modernen Errungenschaften.
Dementsprechend gibt es in dieser Welt eine bunte Mischung aus alter und neuer Technik, beispielsweise ebenso Handys wie Luftschiffe. Auch die beschriebene Mode mutet mal sehr modern, mal nach Vintage an. Damit reiht sich das Buch ein in den Trend jener Steampunk-Bücher, […]

Rezension: Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

Dieser Steamfantasy-Krimi von Katharina F. Bode entführt uns in das Berlin des Reichskanzlers Bismarck (eine genaue Jahreszahl wird nicht genannt, daher kann hier der Zeitraum 1871 – 1890 vermutet werden).  Hier gibt es allerhand technische Erfindungen, die es so nicht gab, z.B. den sogenannten „Klangkugelkommunikator“. Und auch einige Viertel der Stadt haben andere Namen, z.B. das Geisterviertel oder das Erfinderviertel.

Und so ist auch die Titelfigur Erasmus Emmerich nicht nur ein Detektiv, sondern auch Erfinder. An seiner Seite ermittelt die Fee Marie, welche seit einem Unfall beständig Rauch absondert – und sich auch in solchen auflösen kann. Seitdem wird sie auch „Qualmfee“ genannt. Das Buchcover (Illustration von Martin Knipp) zeigt anschaulich, wie dies aussieht.

copyright: artskript Phantastik Verlag

Zunächst bietet das Buch einen Einstieg mit zwei Kurzgeschichten über Erasmus und Marie (die auch in zwei Anthologien des Verlags vertreten sind). Es empfiehlt, diese beiden als Vorgeschichten zu verstehen und zu lesen, da hier einiges erklärt wird, was dann im eigentlichen Roman weitergeführt wird.

Als in Berlin mehrere Trolle ermordet werden und es der Polizei nicht gelingt, den Täter zu fassen, werden Emmerich und die Qualmfee hinzugezogen. Wenig später taucht die verschleierte Madame Mallarmé auf und stiftet reichlich Verwirrung. Sogar Marie gerät bald unter […]

Rezension: Die äußerst seltsame Reise des Montgomery Flagstone

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Roman von Ralph G. Kretschmann zählt mit zu den besten deutschsprachigen Steampunk-Romanen der letzten Jahre.

copyright: Fantasy Verlag

Die spannende Geschichte ist angesiedelt in einem London der Zukunft (ca. 24. Jahrhundert), in der die Bevölkerung die Dampfkraft als vorherrschende Energiequelle nutzt. Grabungsfunde der Archäologischen Gesellschaft, einer beinahe allmächtigen Institution, geben Auskunft über vergangene Zeiten. Dieses zukünftige London ist so ganz anders als das heutige und wird auch anschaulich beschrieben.

Der Wissenschaftler Montgomery Flagstone wird mit seinem Freund Vincent Kant zu einer Ausgrabung nach Südamerika geschickt, bei der Dinge zutage entdeckt wurden, die sich die Archäologen nicht erklären können. Sind es am Ende gar außerirdische Artefakte? Währenddessen plant ein skrupelloser Verbrecher in London seinen Aufstieg und geht dabei auch über Leichen.

Auf rund 670 Seiten fächert sich die Handlung auf in verschiedene Schauplätze, vor allem Südamerika und London. Schließlich bereist ein Teil der Helden sogar den Weltraum. Mutanten, eine künstliche Intelligenz, Mensch-Maschinen-Wesen, steampunkige Prothesen und erstaunliche Waffen sind hier ebenso zu finden wie ein Protagonist mit einem quälenden Geheimnis, so manche Intrige und zwei Liebesgeschichten, die angesichts von rasanter Action und Abenteuer dezent im Hintergrund bleiben.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig zu lesen, ohne weitschweifende Beschreibungen, […]

Rezension: die Anthologie Steampunk Akte Deutschland

In der Einführung dieser Anthologie berichtet der Archivar der Geheimorganisation Schmetterling
von merkwürdigen Ereignissen in Deutschland, die aktenkundig geworden sind und nun nach dem Willen seines Vorgesetzten auch der allgemeinen Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollen, damit sie sich der Existenz dunkler Wesen in ihrem Land bewusst werden.
Das Buch gewann den deutschen Phantastik Preis 2015 als beste Original-Anthologie.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Hier ein Überblick über die 15 vielseitigen, spannenden Kurzgeschichten:

Der mechanische Mann // Detlef Klewer
Hier erfährt der Gefreite Hasenkamp im deutsch-französischen Krieg von einem fürchterlichen Geheimnis des französischen Militärs. Bald darauf arbeitet er mit einem weiblichen General-Leutnant zusammen und trifft sogar auf Bismarck.

Die Geister, die ich rief // Corinna Schattauer
Der Erfinder Eric hat eine Maschine entwickelt, mit der er die Geister Verstorbener beschwören kann.
Doch etwas hat er bei seinen Versuchen nicht bedacht, und so steht er mit seiner Freundin Cleo bald einer Heimsuchung aus dem Jenseits gegenüber.

Erasmus Emmerich und der Messing-Türknauf // Katharina Fiona Bode
Emmerich, Detektiv im Dienste des Fürsten von Bismarck löst gemeinsam mit der ungewöhnlichen Fee Marie einen mysteriösen Fall. Übrigens gibt es inzwischen auch einen kompletten Roman über die Abenteuer des Erasmus Emmerich (wir werden später darüber berichten).

Proterius‘ Konservendose // Daniel Huster
Als der exzentrische Erfinder Proterius versucht, eine Konservendose […]

Rezension: Unruh - das Ticken des Uhrwerks (Steamfantasy Roman)

„Unruh“ ist angesiedelt im 22. Jahrhundert, doch die Welt, wie wir kennen, existiert schon lange nicht mehr, und vieles ist in Vergessenheit geraten. Aus den Trümmern der vergangenen Zivilisation ist eine quasi mittelalterliche, feudal geprägte Gesellschaft entstanden, mit Herzogen und anderen Herrschern. Doch das ist nicht alles – immer wieder werden Kinder mit seltsamen, zahnradförmigen Malen auf der Stirn geboren, die über magische Kräfte verfügen. In einigen Gegenden werden sie wie Aussätzige behandelt, doch in anderen werden sie die Schüler der sogenannten Meisterhüter. Diese Auserwählten bewahren das alte Wissen und tragen es in die Welt, denn eine gigantische Bibliothek mit einem Uhrwerksmechanismus, die man nur auf magischem Weg öffnen kann, ist ihre Quelle.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Die junge Saya wird Schülerin des Meisterhüters Darmandres, doch als sie mit ihm zu einem Treffen mit den anderen Hütern reist, wird dieses Fest von einer Rebellin und deren Verbündeten angegriffen. Doch auch in den eigenen Reihen gibt es Konflikte, und schon bald wird Saya in Intrigen und alte Feindschaften verwickelt.

Aus der Feder der österreichischen Autorin Mia Faber (alias Ingrid Pointecker) stammt dieser umfangreiche Roman mit 596 Seiten, der ursprünglich in einem anderen Verlag als Trilogie veröffentlicht wurde.

In der Geschichte liegt die Betonung weniger […]

Die Seelenlosen - ein Steamfantasy Roman von Tanja Meurer

„Die Seelenlosen – Stadt der Maschinenmagie 1“ ist angesiedelt in einer eigenen Fantasy-Welt, in der klassisches Handwerk ebenso zu finden ist wie komplexe Magie, aber auch technische Erfindungen, die mit Dampfkraft angetrieben werden. Gesellschaftlich und modisch gesehen, erinnert diese Welt an die späte Renaissance bzw. den Barock, und viele Bezeichnungen und Namen sind an das Französische angelehnt.

copyright: Incubus Verlag

Der menschliche Kommandant Gwenael Chabod ist von einem militärischen Einsatz zurückgekehrt und nun bei der Stadtwache in der großen Stadt Valvermont tätig. Sein Geliebter, der Orc Orin, arbeitet als magisch begabter Totenpriester. In der Welt Äos ist Magie durchaus hoch angesehen, und magische Dienste werden gut bezahlt, doch gibt es auch Schwarzmagier und Nekromanten.

Gwenael und Orin werden Zeugen, wie ein Troll von der Seele eines Magiers übernommen wird. Wenig später wird eine schwangere Frau auf bestialische Weise ermordet. Gwenael beginnt, in beiden Fällen zu ermitteln und bekommt unerwartete Unterstützung von dem Dieb Jaleel und der Wäscherin Marianne, sowie einem Magier, einem Capitaine der Stadtwache und einigen weiteren Bürgern. Doch er muss sich auch seiner eigenen schwierigen Vergangenheit stellen, welche mit seiner Familiengeschichte zusammenhängt…

Der Roman ist sehr ausführlich und detailverliebt geschrieben – abwechselnd aus der Sicht von Gwenael und des Diebes Jaleel. […]

What about a steampunk world? - Das neue Album von Drachenflug

 

copyright: Drachenflug GbR

Die Raum-Zeit Kapelle Drachenflug hat kürzlich ihr 3. Album mit dem Titel „What about a Steampunk world?“ digital herausgebracht. Auch eine CD-Veröffentlichung der 14 Songs wird es demnächst geben.

In „Das Luftschiff“ erzählt die Band die Geschichte eines Luftschiffs, der „Victoire Adelaide“. Dies basiert auf den Hörspielteilen im vorherigen Album „Rendesvouz beim Aethercircus“, welches in Zusammenarbeit mit dem Autor Marco Ansing entstand.

„Drachenwissen“ berichtet im rasanten Tempo von der Sehnsucht, die Welt aus den Augen eines fliegenden Drachen zu sehen, doch gleichzeitig auch von einem Projekt, welches man vorantreibt, bis es einem über den Kopf wächst, sich im Netz verbreitet und letztendlich die Welt verändert.  Die Streicherpartien in diesem Lied Lied werden von einer Nyckelharpa gespielt.

„Aethercircus“, welches von dem gleichnamigen Steampunkfestival und seinen Attraktionen handelt, erinnert mit seinem Sprechgesang an Hiphop, und die Band setzt hier interessante Soundeffekte von alten Spielzeugen ein, die an Zirkusmusik erinnern.

„Alien Spices“ ist ein schneller, rockiger Song, in dem Evie ex Machina von hellem Background-Gesang unterstützt wird.

„Die Spieluhr“ ist ein sanftes, poetisches Lied (gesungen von Wiba Wer), das jedoch angenehmerweise nicht kitschig wirkt und auch ohne weiteres als Liebeslied verstanden werden kann.

In „Morgensport“ heizen Michael von Dunkelfels und die übrigen „Drachenflieger“ […]