CD-Rezension: Jessnes: What the Folk?

 

JESSNES – Das ist STEAMFOLK unter Hochdruck

Verloren im Jahre 1899 & doch nicht … passend zu keiner Welt rotieren wir als kleines Rädchen in den niemals geschehenen Facetten synthetisch abgepackter Zeit – der Whisky, welcher in purer Klangliebe reifte – rhythmisch gewälzt in den wirren Freigeistern unseres Aethers zum mechanischen Klicken vollmundiger Farbenvielfalt.

„The Steamy Way Of Folk“ ist unser Lebensstil, dabei statten wir nicht nur dem Irenlande wegen den berüchtigten Pubs einen Besuch ab, sondern wagen auch reißerisch bis träumerische Zeppelinfahrten nach Russland, Frankreich, Asturien, dem Orient oder zu Nomaden auf Kutschendächern oder tauchen gar ab in die reinste Fantasie oder Ambitionen unserer Besatzung.

Wir sind eine fünf- bis sechsköpfige Band bestehend aus allerhand urtümlichem Instrumentarium, so z.B. Gesang, Strohgeige, Violine, Bratsche, Blockflöte, (E-)Gitarre, Djembe, Cajon und Davul, welche auf teslabetriebene und vor allem entsprechend gestaltete Synthie- & Keyboardklänge treffen.

– Mehr als nur heißer Dampf!“

So beschreiben sich Jessnes selbst und auch der Titel ihres neuen Albums verspricht eine Reise durch den Folk: „What the Folk. In vierzehn Episoden um die Welt“ Wir haben uns die Platte einmal genauer angesehen und Teilen hier unsere Eindrücke mit.

Tracklist:

La Vie Antérieure
What the Folk?
Irish Nights
Asturias
Sa Gorami, Sa Dolami
Quen A Omagen Da Virgen
Tam Lin
I’ve Been Working […]

Turm & Strang - Laudanum ins Ohr - Review

Coverbild "Laudanum ins Ohr"

„Turm & Strang: Österreichs erste Steampunk-Band.
Der Stil: Deutschsprachiger Dubstep-Rock, viktorianischer Crossover, industrial Soundtrack, Steampunk.
Die Attitüde: Verdammt viktorianisch, gotisch melancholisch, dampfend dynamisch.
Der Auftrag: Die geneigte retrofuturistische Hörerschaft auf höchstem Niveau eskalieren zu lassen.
& nun: Vernehmt der Dämonenlegion Schlachtgesang, seid eurer Liebsten Turm & eurer Feinde Strang.“

So wortgewaltig beschreiben sich die drei Herren Lord Casey Reed-Abagnale, Mr. Jep Rawley und Sir Morgan Archaius aus Wien auf ihrer Gesichtsbuchseite selbst und nicht weniger gespannt sind wir auf ihr Debutalbum „Laudanum ins Ohr“ das bereits Anfang des Jahres erschienen ist (genauer gesagt am 15.01.2016) und viel zu lange auf der Festplatte schlummerte.

Tracklist:
1 Wendepunkt
2 Leitwolf
3 Victoria
4 Aschewolke
5 Tiefenrausch
6 Schreigebet
7 Protagonistin
8 Heizarmee
9 Vollbrand
10 Shiva

Elektronischer Sound begrüßt den geneigten Hörer, bald darauf begleitet von E-Gitarren. Der erste Song „Wendepunkt“ behandelt direkt den themtischen Klassiker der Steampunk-Musik: Hoch hinauf geht es mit dem Luftschiffpiloten, ein cooler Typ, der auf alles vorbereitet ist und so ist auch sein Zeppelin ein sehr ungewöhnliches Gefährt.

„Leitwolf“ zeigt, was sich hinter der Genrebezeichnung „Dubstep-Rock“ verbirgt: Fette elektronische Basslinie und Synthesizer, gepaart mit rockigem Gitarrenklang, dazu fast schon aggressiver Sprechgesang, den der Steampunker sonst wohl nur von Professor Elemental und seinem Chap-Hop kennt.

Melodischer wird es mit „Victoria“, gemeint ist natürlich Queen Victoria, die Namensgeberin […]

Das Debutalbum der Steampunk Stompers: Swamp steam

copyright: Mark Pettey Music

Die Mitglieder der amerikanischen Band „The Steampunk Stompers“ sind alle langjährig erprobte Livemusiker und verfügen über ein breites Repertoire an Instrumenten, darunter Violine, Trompete, Banjo, Ukulele, Gitarre, Tuba, Posaune und eine Eigenkreation namens Steamaphone. Gegründet wurde die fünfköpfige Band aus Florida von Dr. Robere DeGraf (alias Mark Pettey). Ihr Heimatstaat ist ja unter anderem für seine Sümpfe und die dort lebenden Alligatoren bekannt, und dies findet sich auch wieder im Titel des Albums – Swamp („Sumpf“) und im Motiv der Alligator-Silhouette auf dem CD-Cover.
Swamp steam präsentiert 10 überwiegend instrumentale Songs, denen man viele historische Wurzeln deutlich anhört, darunter Ragtime, Swing und Folk.

Der Titelsong „Swamp Steam“ wirkt eher melancholisch, während in anderen Songs eine gehörige Portion Humor zu finden ist, so in „When pigs learn to fly“ („Wenn Schweine fliegen lernen“) mit der Liveatmosphäre eines Pubs, oder auch im Video zu „Chap hop“:

„Hector the hero“ erinnert an schottischen/irischen Folk der epischen Art. Das heitere „A Bale Ndikuwuzeni“ hat Ohrwurm-Potential, ebenso der „Slow Gator Rag“. In „Steampunk Stomp“ wird von den Freuden der Luftschifffahrt berichtet und der „Waltz No. 1“ erinnert mit seinem Akkordeon an traditionelle französische Musik. Die abschließende „Time Lord Suite“ […]

CD-Review: Coppelius - Hertzmaschine

1815. Herrensitz Coppelius.
Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem
Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke
zu verstärken: Die galvanische Amplifikation!
Die Rockgeschichte hat begonnen.
 
2015. Herrensitz Coppelius.
Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!
Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter:Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang.
Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber
von handgemachter Musik – Coppelius sind zurück, lauter denn je!

So wortgewaltig kündigen die Berliner Herren Coppelius ihr am 30. Januar erscheinendes Album „Hertzmaschine“ an. Der Clockworker durfte sich schon jetzt ein Eindruck des „Klanggewitters“ der fünf Herren mit Diener machen und wir wollen Ihnen nun unsere Impressionen nicht vorenthalten.*

Tracklist:
01  Tragisches Ende eines Luftpiraten
02  Der Luftschiffharpunist
03  Moor
04  Harmonie
05  Herzmaschine
06  Sternenstaub
07  Reise
08  Ein Experiment
09  Glad to be dead
10  Contenance
11  Killers
12  Es fiel ein Himmelstaue
13  Des Bettlers Traum
14  Black is the colour
15  Der Musenkuß
16  Konzert

Nicht nur das Cover des neuen Langspielers, sondern auch die Tracklist vermittelt den Eindruck, dass es im neuen Album deutlich dampfiger zugeht als bisher. (Übrigens ordnet sich die Band mit ihrer Ankündigung erstmals selbst dem Steampunk zu, das klang im Salongespräch 2013 anlässlich ihres damaligen Albums Extrablatt noch ganz anders.)

Uhrwerk – Die Neue Welt - Review

Seit dem 13.12.2014 ist die erste EP der Steampunk Western Rock Band Uhrwerk erhältlich. Der Clockworker hatte die Chance in die 6 sehr unterschiedlichen Songs hineinzuhören und möchte nun von seinen Eindrücken berichten.
Tracklist:
1. Intro
2. Die Neue Welt
3. Gesprengte Ketten
4. Rebell Soldier
5. Hymn of Sorrow
6. Lonely Rider

Der Hörer wird begrüßt von einem ausgedehnten Intro, das ihn soundtrackartig in den Wilden Westen entführt. Gitarre, Mundharmonika und Streicher mischen sich mit Wind und Glockenschlag zu einer fast schon episch anmutenden Klangkulisse. Es könnte sich ebenso gut um das Opening eines Western-Dramas handeln.

Nach einem Tempowechsel bieten David Ross (Elektrische Gitarre, Western Gitarre, Gesang) und Ian Hale (Elektrischer Bass, Klavier, Gesang) mit „Die Neue Welt“ direkt eine sehr kritische Sicht auf die heutige Gesellschaft. Rockig-metallige E-Gitarren im Takt des stetig und gnadenlos davon tickenden Uhrwerks, begleitet vom melodischem Gesang von Frontmann Robert Francis Fox (neben Gesang auch Mundharmonika), wechseln mit mehrstimmigen Gesangsparts des gesamten Trios.

Zu diesem Song veröffentlichten Uhrwerk auch ihr erstes Musikvideo, welches auf Youtube zu sehen ist.

Rockig geht es mit „Gesprengte Ketten“ weiter, in dem sich alles um Kriegsbegeisterung, Soldatenehre und das unausweichliche Ende dreht. Der Song beginnt schnell mit militärisch fortschreitendem Schlagzeug. Nach wiederum soundtrackartigem Instrumental/Soloteil endet er mit […]