Rezension: Die Grüne Fee – Ausgabe 2: Neue Geschichten aus Eis und Dampf

Als ich an diesem Morgen meinen Briefkasten öffne, umspielt ein breites Lächeln voller Vorfreude mein Gesicht. Ich öffne den braunen unscheinbaren Postumschlag und entnehme ihm mit einer gewissen Neugier und Vorfreude mein Exemplar des zweiten Bandes „Die Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf“. Ich muss mich zugegeben ein wenig bremsen, die Neuerrungenschaft nicht gleich aufzuschlagen und darin zu stöbern.

Ein wenig mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Erfinder, Herausgeber und Autoren der „Günen Fee“ namentlich Mia Steingräber, Judith C. Vogt, Christian Vogt, sowie Tobias Rafael Junge, nicht nur die bis dato bestehende Fangemeinde von Judith und Christian Vogts literarischen Welt aus „Eis und Dampf“ mit der ersten Ausgabe des „Steampunk-Groschenheftes“, wie sie es selbst bezeichnen, gefangen nahmen. Die Sammlung von seinerzeit sechs Kurzgeschichten im Groschenromanformat nahm uns mit in eine alternative viktorianische Welt, geprägt durch eine mittlerweile 905 Jahre andauernde Eiszeit. Nicht nur den lebensfeindlichen Witterungen zum Trotz, denn es warten auch weitaus größere Gefahren, verfolgen Wissenschaftler, Konzerne, Abenteurer, aber auch politische Gruppen mit Hilfe von der neuen „Außerordentlichen Naturwissenschaften“, sowie den Errungenschaften in der Elektrizität und Æronautik ihre eigenen und manchmal ganz gegenläufigen Interessen und Ziele. Vieles mag zunächst an die vor 2013 veröffentlichte Anthologie […]

Rezension: Die verlorene Puppe von Judith und Christian Vogt

„Fantástico Fabuloso Apocalíptico!“ So lautet das Motto des fliegenden Zirkus Apocalástico. Rasante Artisten zu Pferde, eine bärtige Dame, ein echtes Mammut, ein Magier, der mit elektrischem Strom zaubert, der junge Roma-Akrobat Ferenc Badi und seine chinesische Partnerin Yue am Trapez können das Publikum in ganz Europa begeistern.
Wie bereits in dem 2012 erschienenen Roman „Die zerbrochene Puppe“ (der mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet wurde) gibt es in dieser alternativen Zeitlinie im 19. Jahrhundert eine Eiszeit. Diese verhindert eigentlich ein Vordringen auf andere Kontinente jenseits der Ozeane.

Doch dann kapern maskierte Männer das Zirkusluftschiff, um es in Gefilde zu steuern, die nie ein Europäer zuvor betreten hat. Bereits auf der Überfahrt stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es scheint: Agenten verschiedener Mächte haben im Zirkus ihre Finger im Spiel, und der Name eines schrecklichen Geheimnisses geistert durch die Gänge des Luftschiffs.
Doch am Ziel ihrer Entführer wartet eine faszinierende, fremde, blutrünstige Hochkultur auf die Artisten (angelehnt an die Azteken) und der Rückweg in die Heimat wird ihnen das Äußerste abverlangen …

 

copyright: Feder & Schwert Verlag

Rezension
Zunächst sei erwähnt, dass man diesen Roman problemlos lesen und verstehen kann, wenn man den Vorgänger „Die zerbrochene Puppe“ oder auch die dazugehörige Anthologie „Eis & […]

Rezension: Die Grüne Fee - Geschichten aus Eis und Dampf

Das Sprichwort sagt: „Beurteile nie ein Buch nach seinem Umschlag.“ Im übertragenen Sinne ist dies gewiss ein guter Ratschlag. Hält man jedoch die „Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf“ in den Händen, so kommt man nicht daran vorbei, das Werk mit allen Sinnen, genauer gesagt, zu aller erst mit den Augen zu bewerten. Dass genau dies auch die Intension der Herausgeber des kleinen DIN A5 Softcoverheftes in Groschenromanoptik war, erkennt der Leser bereits beim ersten neugierigen Durchblättern und Schmökern: Nicht nur das Format, auch das griffige Papier im Inneren des Heftes, welche die ersten ursprünglichen Pulp-Magazinen ihren Namen verdankten, verleihen dem Heft den Charme eines Heftromans aus dem nahe gelegenen Zeitungskiosk an der Ecke. Sowohl der Einband als auch die Innenseiten sind graphisch künstlich gealtert und verleihen den Eindruck, dass das Heft schon bereits durch zahllose Hände gereicht oder eilig in die Tasche gestopft wurde. Handschriftliche Widmungen, Anmerkungen, Korrekturen und eilig geschriebene Randnotizen, verleihen dem Heft eine romantische „Abgetragenheit“ und eine Geschichte in mitten der Geschichten. Der Leser wird eingeladen, sich seine eigenen Vorstellungen zu machen, welche Wege das Heft bisher genommen hat, welche Personen es begleitet haben musste, um schließlich zu seinem aktuellen Besitzer zu gelangen. Vielleicht […]

Die zerbrochene Puppe - Judith & Christian Vogt

Im September erscheint der Steampunk-Roman Die zerbrochene Puppe von Judith und Christian Vogt bei Feder & Schwert. Die Leseprobe gibt schon mal einen kleinen Einblick in die Geschicht um Æmelie und frisische Luftpiraten.

Die Physikerin Æmelie stellt auf einer Konferenz in Venedig den Prototypen einer Brennstoffzelle vor. Kurz darauf dringen wandelnde Tote in ihre Unterkunft, die sie mit ihrem Mann Naðan bewohnt, und töten die Wissenschaftlerin, der es gerade noch gelingt, ihrem Mann die Flucht zu ermöglichen. Das Letzte, was sie ihm mit auf den Weg gibt, ist Æmelies alte Porzellanpuppe Ynge, die von nun an Naðans beste Freundin wird, da sie mit der Stimme seiner verstorbenen Frau spricht. Die sterblichen Überreste seiner geliebten Frau indes verschleppen die wandelnden Kadaver. Die Polizei kann seiner Spur bis nach Æsta, einer schwimmenden Stadt auf einem Eisberg, folgen, wo sie sich verliert. Der verzweifelte Naðan jedoch beschließt, weiter nach Æmelies Leiche zu suchen. Mittellos sucht er zwischen Gewerkschaftlern, Huren und Opiumsüchtigen nach dem Täter.Eine Odyssee beginnt, in deren Verlauf Naðan zahlreiche Irrungen und Wirren durchleben muss, ehe er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt. Zuvor jedoch muss er mit friesischen Luftpiraten und der Spionin Tomke nach Hochgotland im Harz, um […]