Beachtenswert

Rezension: Die äußerst seltsame Reise des Montgomery Flagstone

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Roman von Ralph G. Kretschmann zählt mit zu den besten deutschsprachigen Steampunk-Romanen der letzten Jahre.

copyright: Fantasy Verlag

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Die spannende Geschichte ist angesiedelt in einem London der Zukunft (ca. 24. Jahrhundert), in der die Bevölkerung die Dampfkraft als vorherrschende Energiequelle nutzt. Grabungsfunde der Archäologischen Gesellschaft, einer beinahe allmächtigen Institution, geben Auskunft über vergangene Zeiten. Dieses zukünftige London ist so ganz anders als das heutige und wird auch anschaulich beschrieben.

Der Wissenschaftler Montgomery Flagstone wird mit seinem Freund Vincent Kant zu einer Ausgrabung nach Südamerika geschickt, bei der Dinge zutage entdeckt wurden, die sich die Archäologen nicht erklären können. Sind es am Ende gar außerirdische Artefakte? Währenddessen plant ein skrupelloser Verbrecher in London seinen Aufstieg und geht dabei auch über Leichen.

Auf rund 670 Seiten fächert sich die Handlung auf in verschiedene Schauplätze, vor allem Südamerika und London. Schließlich bereist ein Teil der Helden sogar den Weltraum. Mutanten, eine künstliche Intelligenz, Mensch-Maschinen-Wesen, steampunkige Prothesen und erstaunliche Waffen sind hier ebenso zu finden wie ein Protagonist mit einem quälenden Geheimnis, so manche Intrige und zwei Liebesgeschichten, die angesichts von rasanter Action und Abenteuer dezent im Hintergrund bleiben.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig zu lesen, ohne weitschweifende Beschreibungen, aber mit genug Hintergrundinformationen, dass man die Steampunk- und Science-Fiction-Elemente gut nachvollziehen kann. Als Perspektive ist hier die des allwissenden Erzählers gewählt, der uns einen guten Einblick gibt in die Gedankengänge und Motivationen aller wichtigen Charaktere.
Trotz der Länge des Buches wird es übrigens an keiner Stelle langweilig, der Autor bringt die Handlung immer gekonnt auf den Punkt. Die Kombination aus Science-Fiction, Abenteuer und Steampunk ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Da die Website des Autors zur Zeit überarbeitet wird, hier ein anderer Link zum Buch.

In Corpore Sano

In Corpore Sano – ein Steampunk-Liverollenspiel in der Welt der Liga der Außergewöhnlichen Gentlemen, organisiert von den Time Travelers
25.-28.08.2016
Dr. Schreber

Dort, im beschaulichen Bretzfeld, im schwäbisch-fränkischen Walde, liegt das pittoreske Kurhaus und Sanatorium „Zwickmühle„. Die vollmundigen Versprechen der medico-mechanischen Heilanstalt locken allerlei Erholungssuchende, Kriegsversehrte, Entzugs- und andere Patienten an, welche sich nach Regeneration von Körper, Geist und Seele sehnen. Unter ihnen solch illustre Gäste wie Butch Cassidy, Oscar Wilde, Jane Franklyn, Elli Kafka, Miss Marple, Thomas Sawyer und viele mehr, alle wohl betreut durch die außergewöhnliche Ärzteschaft und das zuvorkommende Pflegepersonal. Noch wissen sie nicht, dass der Ätherschaum gefährliche Blasen wirft, so dass Ruhe und Entspannung wohl das Letzte sein dürfte, was sie von den kommenden Tagen zu erwarten haben.

Das Steampunk LARP „In Corpore Sano“ der kleinen Orga „Time Travelers„, war wohl nicht nur für mich ein definitiver Höhepunkt des diesjährigen Congeschehens:
Spannend, humoristisch, gut organisiert und brilliant besetzt, entführte das Spiel all seine 37 Teilnehmer für ein langes Wochenende in die aberwitzige Welt der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ und konfrontierte sie dort mit zutiefst skurrilen und unvorhersehbaren Therapiemethoden – und Abenteuern.
Aber nicht allein die Orga wartete mit großen Basteleien, überzeugenden Kostümen und liebevollen Spielideen auf, auch die Spieler und NSC wahren ganz offensichtlich hoch motiviert: regelmäßig kam es vor, dass untereinander konsequent und über längere Zeiträume, die angebliche jeweilige Muttersprache gesprochen wurde, Dialekte und Akzente blieben durchgängig bestehen, und auch tiefgehendere Fragen zum historischen oder erfundenen Charakterhintergrund konnten so gut wie immer sicher und unterhaltsam beantwortet werden.
Egal ob bei der erfrischenden Kneippkur im geländeeigenen Mühlbach, bei der Seelentiersuche mit Dr. Karl May, der Mal- und hoch emotionalen Tanztherapie mit Dr. Dharma, der tiefgreifenden Psychoanalyse mit Dr. Freud oder der fragwürdigen Elektroschockbehandlung mit dem französischen Chriropraktiker Marcon: stets boten sich Spielern und NSC zahlreiche Möglichkeit für intensives Rollenspiel und persönliche Highlights – ganz abgesehen von der Gelegenheit, das eigens genähte Rüschennachthemd oder den gestreiften Badeanzug tragen zu dürfen.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass selbstverständlich auch Spannung und Action bei allem Spaß nicht zu kurz kamen. NERF-Guns plöppten, Säbel rasselten, Maschinen wurden konstruiert, es wurde intrigiert, gestohlen, eingebrochen, gedroht, betäubt, operiert, vom Balkon in den Mühlteich gesprungen, geflucht, geflirtet und marschiert.

Time Travelers? Für mich immer wieder ein Genuß!

Karl May

Rezension: die Anthologie Steampunk Akte Deutschland

In der Einführung dieser Anthologie berichtet der Archivar der Geheimorganisation Schmetterling
von merkwürdigen Ereignissen in Deutschland, die aktenkundig geworden sind und nun nach dem Willen seines Vorgesetzten auch der allgemeinen Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollen, damit sie sich der Existenz dunkler Wesen in ihrem Land bewusst werden.
Das Buch gewann den deutschen Phantastik Preis 2015 als beste Original-Anthologie.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Hier ein Überblick über die 15 vielseitigen, spannenden Kurzgeschichten:

Der mechanische Mann // Detlef Klewer
Hier erfährt der Gefreite Hasenkamp im deutsch-französischen Krieg von einem fürchterlichen Geheimnis des französischen Militärs. Bald darauf arbeitet er mit einem weiblichen General-Leutnant zusammen und trifft sogar auf Bismarck.

Die Geister, die ich rief // Corinna Schattauer
Der Erfinder Eric hat eine Maschine entwickelt, mit der er die Geister Verstorbener beschwören kann.
Doch etwas hat er bei seinen Versuchen nicht bedacht, und so steht er mit seiner Freundin Cleo bald einer Heimsuchung aus dem Jenseits gegenüber.

Erasmus Emmerich und der Messing-Türknauf // Katharina Fiona Bode
Emmerich, Detektiv im Dienste des Fürsten von Bismarck löst gemeinsam mit der ungewöhnlichen Fee Marie einen mysteriösen Fall. Übrigens gibt es inzwischen auch einen kompletten Roman über die Abenteuer des Erasmus Emmerich (wir werden später darüber berichten).

Proterius‘ Konservendose // Daniel Huster
Als der exzentrische Erfinder Proterius versucht, eine Konservendose zu entwickeln, die seinen Konkurrenten den Rang ablaufen könnte, geschehen unvorhersehbare Dinge.

Seelenverzehrer // Daniela Herbst
Harkon Christobal möchte einen Sukkubus überlisten – in einer dystopischen Welt voller Industrieruinen, die in der nahen Zukunft angesiedelt ist.

Wolfsjäger // Kim Christine Wiefelspütz
Eine klassische Werwolf-Geschichte, mit dem einen oder anderen Steampunk-Gadget.

Die Tücken der Technik // Dennis Frey
Ein Erfinder baut eine spezielle elektrische Rüstung für das preußische Militär. Die hat allerdings gefährliche Nebenwirkungen, wie sich auf der Weltausstellung im Londoner Kristallpalast zeigt.

Archibald Leach und der Plan des Kaisers // Markus Cremer
Archibald Leach und seine Kollegin Sarah Goldberg bekommen Unterstützung von keinem Geringeren als Karl May, um ein Verbrechen zu verhindern, das von einem Doktor Moreau angezettelt wurde.

Der Geist in der Maschine // Marion Fischl
In dieser Geschichte wendet sich der Erzähler, ein genialer, aber moralisch fragwürdiger Erfinder, direkt an den Leser, um ihm seine bedeutendste Erfindung vorzustellen.

Der Plan des Grafen von B. // Adrian Sommerfeldt
Ein junger Dichter lernt einen Graf und dessen schöne Tochter kennen. Doch beide umgibt ein finsteres Geheimnis, wie er bald feststellen muss…

Der Wunsch // Ashley Kalandur
Diese Geschichte erinnert entfernt an Aladin und die Wunderlampe.

Das einfallsreiche Fräulein Helena Roth // Isabelle Wallat
Fräulein Roth ist Erfinderin und gleichzeitig Vampirjägerin. Ob sie den Vampir besiegen kann, der ihren Verlobten bedroht?

Der Mann in Schwarz // Fabian Dombrowski
Diese Geschichte unterscheidet sich recht stark vom Rest, denn sie entführt uns in das Deutschland der 1960er, als der Kalte Krieg im vollen Gang ist. Doch hier geht es um eine Zeitreisemaschine, mit der gewisse politische Ereignisse aus der Vergangenheit verhindert werden sollen. Ob das gut geht?

Der Parasiteur // Andrea Bienek
Auf den ersten Blick ein Krimi mit einem Mordfall, entpuppt sich diese Geschichte bald als schaurige Horrorstory.

Der Gehilfe des Puppenmachers // Daniel Schlegel
In dieser Geschichte eifert ein Puppenmacher dem Vorbild seines verstorbenen Vaters nach: Er möchte lebensechte Puppen mit mechanischen Teilen erschaffen. Doch das ist gar nicht so leicht…

Die Verlagsseite der Anthologie.

Rezension: Die Grüne Fee - Geschichten aus Eis und Dampf

Das Sprichwort sagt: „Beurteile nie ein Buch nach seinem Umschlag.“ Im übertragenen Sinne ist dies gewiss ein guter Ratschlag. Hält man jedoch die „Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf“ in den Händen, so kommt man nicht daran vorbei, das Werk mit allen Sinnen, genauer gesagt, zu aller erst mit den Augen zu bewerten. Dass genau dies auch die Intension der Herausgeber des kleinen DIN A5 Softcoverheftes in Groschenromanoptik war, erkennt der Leser bereits beim ersten neugierigen Durchblättern und Schmökern: Nicht nur das Format, auch das griffige Papier im Inneren des Heftes, welche die ersten ursprünglichen Pulp-Magazinen ihren Namen verdankten, verleihen dem Heft den Charme eines Heftromans aus dem nahe gelegenen Zeitungskiosk an der Ecke. Sowohl der Einband als auch die Innenseiten sind graphisch künstlich gealtert und verleihen den Eindruck, dass das Heft schon bereits durch zahllose Hände gereicht oder eilig in die Tasche gestopft wurde. Handschriftliche Widmungen, Anmerkungen, Korrekturen und eilig geschriebene Randnotizen, verleihen dem Heft eine romantische „Abgetragenheit“ und eine Geschichte in mitten der Geschichten. Der Leser wird eingeladen, sich seine eigenen Vorstellungen zu machen, welche Wege das Heft bisher genommen hat, welche Personen es begleitet haben musste, um schließlich zu seinem aktuellen Besitzer zu gelangen. Vielleicht wurde es auf dem Bussitz neben an liegen gelassen oder ist das Geschenk eines guten Freundes, welcher es bereits selbst ein Dutzendmal durchblättert hat.

Doch was verbirgt sich hinter dem aufwendig in Szene gesetzten „Umschlag“ von  „Die Grüne Fee“? Im Jahr 2015 vereinten sich die Herausgeber und gleichzeitig Autoren des Heftes, namentlich Judith C. Vogt, Mia Steingräber, Christian Vogt und Tobias Rafael Junge, um gemeinsam eine Sammlung von Pulp-Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Alle Geschichten sollten sich in der Steampunk-Welt von Judith und Christian Vogts „Eis und Dampf“ abspielen. Bekannt wurden die beiden Autoren und ihr fiktives Universum unter anderem durch ihren Roman „die zerbrochene Puppe“, welcher 2013 den Deutsche Phantastik Preis als bester deutschsprachiger Roman erhielt. Es folgten die Kurzgeschichtenanthologie „Eis und Dampf“. Für Mia Steingräber und Tobias Junge stellt dieses Heft, laut Aussage des Teams, ihre erste literarische Veröffentlichung dieser Art dar. Im Juli dieses Jahres war es soweit und „Die Grüne Fee“ durfte das fahle Licht der Druckrollen erblicken. Insgesamt sechs Kurzgeschichten entführen uns in eine alternative viktorianische Welt geprägt durch eine mittlerweile 905 Jahre andauernde Eiszeit. Mit Hilfe der neuen „Außerordentlichen Naturwissenschaften“, sowie Errungenschaften in der Elektrizität und Æronautik gelang es den Menschen der zumindest in Europa allgegenwärtigen Kälte die Stirn bieten und die Welt nach ihren Visionen neu formen. Doch auch der Fortschritt hat seine Schattenseiten. Der Kampf um begehrte Rohstoffe tobte nun nicht mehr nur auf See und Land. Luftpiraten sind der allgegenwärtige Schrecken des Himmels, während in geheimen Laboren, nach dem Schlüssel für ein Leben nach dem Tod gesucht wird. Und zwischen all dem, der Ausbeutung, den Luftschlachten und Kreaturen, welche die Schatten bewohnen, kann man für nur einen Groschen am Kiosk ein kleines dünnes Heft kaufen. Darin erzählen sechs Kurzgeschichten von ganz unterschiedlichen Menschen, die in dieser Welt leben, beziehungsweise leben müssen, und von ihren ganz eigenen Schicksalen. Doch später mehr hierzu.

Titelblatt „Die Grüne Fee“
Foto: Eis und Dampf

Ich blättere neugierig durch die insgesamt 58 Seiten. Wurde bereits mein Blick vom wunderschön gestalteten Cover festgehalten, sobald ich das Heft das erste Mal in der Hand hielt, freue ich mich nun, weitere, zum Teil eine Seite füllende stimmungsvolle Illustrationen von Mia Steingräber zu finden. Mia Steingräber sollte nicht zuletzt als Illustratorin von Abenteuern und Spielhilfen aus dem Hause Ulisses Spiele, sowie für ihre Arbeit für den Uhrwerk Verlag bekannt sein. Ihre Werke fanden unter anderem Einzug in die Welt der Rollenspielsysteme des „Schwarzen Auges“, insbesondere „Myranor“, sowie „Space: 1889“. Unterstützt wurde sie in diesem ersten Band der Grünen Fee von Illustratorin Caryad, welche einigen Lesern sicherlich ebenfalls durch ihre zahlreichen Arbeiten für das deutsche Pen-&-Paper-Rollenspielsystem „Splittermond“ bekannt sein könnte. Bereits durch die detailreichen, atmosphärischen Zeichnungen beider Künstlerinnen könnte „Die Grüne Fee“ für Genreliebhaber schon jetzt zu einem begehrten Sammelobjekt werden. Ein Bonbon bieten darüber hinaus die Werbeanzeigen der Unterstützer dieses Projektes, alle samt Dienstleister und Künstler rund um die Themenbereiche Steampunk und Gaslight. Alle Anzeigen passen sich durch ihr Design optisch so in das Layout des Heftes ein, dass sie die erzeugte Illusion keinen falls zerstören, sondern diese unterstützen. Denn was wäre ein Groschenroman ohne die entsprechenden Werbeanzeigen? Ein Wermutstropfen, welcher erwähnt werden muss, stellt ein Layoutfehler innerhalb der Geschichte „Vom Waldorf Asteria zur Quelle des Nils“ dar. Zwar ist die gesamte Erzählung aufwendig und ansonsten gelungen in die Form eines Zeitungsartikels des fiktiven „Handelsspiegels“ mit zahlreichen für die Handlung elementaren handschriftlichen Rangbemerkungen gestaltet worden, doch verschwinden einige Millimeter des Textes in der mittleren Falz der Klammerbindung. Dies erschwert die Lesbarkeit leider immens und ist in Anbetracht des ansonsten fabelhaften Designs der Geschichte äußerst bedauerlich.

Genug ziellos geblättert. Ich mache mich daran, die sechs Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge zu lesen, welche von den vier Autoren teils in verschiedener Konstellation zu zweit, teils von einem der Autoren alleine geschrieben wurden. Es dauert etwas, bis ich mich an den Stil der Geschichten gewöhnt habe. Und bald darauf weiß ich auch warum. Obwohl ich mir die gesamte Zeit bewusst war, oder dies zumindest annahm, dass es sich bei dem mir vorliegenden Heft um einen Groschenroman handelt, hatte ich offenbar nicht darüber nachgedacht, was mich stilistisch und inhaltlich erwarten würde: Pulp. Oder in diesem Fall „Steampunk-Pulp“. Statt lediglich Kurzgeschichten aus der Welt von „Eis und Dampf“, wie wir sie bereits aus der gleichnamigen Anthologie kennen, unter dem Label „Groschenroman“ zu veröffentlichen, liegt der Schwerpunkt der in diesem Heft veröffentlichten Geschichten tatsächlich nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich auf aus Pulp-Magazinen bekannten Stilelementen und Themen. Horrorgeschichten mit unerwarteter Wendung, verpackt in Briefform, Tagebucheinträgen und Zeitungsartikeln, reißerische Abenteuer rund um waghalsige Luftpiraten und ewige Liebe in mitten von Lug, Betrug und Diebstahl, sowie die romanisierte Exotik und die Gefahren fremdländischer Orte. Sich heroisch an Seilen schwingende Helden, Liebe, welche alle Grenzen zu überwinden scheint, sowie eiskalte Meuchelmörder runden das Bild des Pulp-Heftes ab. Den vier Autoren gelingt es zielgerichtet all jene, sowie weitere dieser Elemente mit der Welt von „Eis und Dampf“ zu verknüpfen. Und so wird mit einem Augenzwinkern in zwei Geschichten auf „Die Grüne Fee“ von den Akteuren selbst kritisch Bezug genommen. Einer der Protagonisten beschreibt das  Zeitschriftenmagazin als „ein Format, in dem stets ein Potpourri aus erdachten  Geschichten, Reiseberichten, Gruselmärchen und Ähnlichem zu finden war“ voller „abstruser Titel in Groschenheftformat“. Diese Bezugnahme lässt das Heft, welches längst durch seine Aufmachung wie aus dieser Welt gerissen zu scheint, spielerisch noch „authentischer“ erscheinen. So „beißt“ sich literarisch „die Katze in den Schwanz“ und das Werk wird selbst Bestandteil seines Inhaltes. Ein geschicktes und witziges Detail. Durch ihre Vielfältigkeit, sowohl was Inhalt, Form, sowie Subgenre betrifft, Detektivgeschichte, Abenteuer-Romantik, Reisebericht, und mehr, ist zwangsläufig davon auszugehen, dass nicht alle der sechs Geschichten gleichermaßen den Geschmack des Lesers treffen. Jedoch ist diese Vielfalt der Segen und Fluch jeder Anthologie. Und so ging es auch dem Autor dieser Rezension. Seinen Geschmack traf vor allem die Geschichte „Männerballett“ von Christian Vogt. Obwohl kaum mehr als zwei Seiten lang, überraschten mich die gleich zwei Wendungen innerhalb der Geschichte und  rangen mir ein bewunderndes Lächeln ab.
Mehr sei über die Inhalte der sechs Geschichten jedoch vorerst nicht verraten, da ein unvorsichtig erwähntes Detail auf Grund der Kürze der Geschichten bereits zu viel verraten und so den Lesespaß verringern könnte.

Kann ich “Die Grüne Fee“ empfehlen? Durchaus. Jedoch eingeschränkt. Empfehlen will ich sie vor allem Liebhabern von Groschenromanen und „penny dreadful“. Den Autoren ist es gelungen den Geist und den Stil der Zeitschriftenmagazine einzufangen und geschickt in die Welt der „Zerbrochenen Puppe“, sowie „Eis und Dampf“ zu übertragen. Allen Fans der Welt sei das Heft schon alleine zur Vervollständigung ihrer Sammlung angeraten, was das gelungene Design angeht, sowie die Bezugnahme auf Prominenz, Örtlichkeiten und natürlich technischen Errungenschaften, welche in den Geschichten Erwähnung finden. Doch möchte ich gleichzeitig drauf hinweisen, dass Pulp nicht für jeden Geschmack das richtige sein muss. Dem Leser sollte zu Beginn bewusst sein, dass ihn kein Steampunk-Roman im klassischen Sinne erwartet, sondern dass die Erzählungen an der einen oder anderen Stelle bewusst für den Konsumenten eben solcher Groschenromane überzeichnet wurden. Wer mit dem schneidigen fast unbesiegbaren Luftpiraten, dessen wildes Haar im Wind weht, während ihm die Frauen scharenweise zu Füßen liegen, oder mit der taffen Reporterin, für die es gilt, sich in einer rauen Fremde beinahe ohne fremde Hilfe zwischen kriegerischen Männern zu behaupten, sich überhaupt nicht anfreunden kann, sollte diese Kost mit Vorsicht genießen. Die meisten dieser klischeebelasteten romantisierten Elemente werden jedoch mit einer guten Portion Witz und Ironie verpackt. Von einem kitschigen Liebes-Roman im Stile eines „Begehrt von einem Luftschiffheizer“ kann also hier in keinster Weise die Rede sein. Denn Mord, Betrug, Intrige, wie eine ordentliche Portion schwarzer Humor gehören zu einem guten Pulp, wie Liebe, Heldenmut und Ritterlichkeit.

Dem bis zu dieser Stelle Unsicheren empfehle ich, die gerade mal 3,50 Euro zu riskieren und sich selbst ein Bild zu machen. Denn schon alleine für die aufwendige Gestaltung des Heftes ist dies ein mehr als angemessen fairer Preis, bei dem man sofort zuschlagen sollte. Auch im Hinblick darauf, dass das Heft zumindest in Printform bisher ausschließlich auf ausgewählten Rollenspiel-, Steampunk und Fantasy-Conventions zu erwerben ist, darüber hinaus online bisher nur über die Herausgeber selbst vertrieben wird, sei auf die Exklusivität des Groschenheftes hingewiesen und eine zügige Anschaffung unter www.Die-Gruene-Fee.net empfohlen. An gleicher Stelle findet sich auch bereits eine Ankündigung für die Veröffentlichung einer eBook-Version, welche im Uhrwerk-Verlag erscheinen soll.
Bis zum heutigen Tag, der Fertigstellung dieser Rezession, wurde von den vier Herausgebern keine Fortsetzung der Kurzgeschichtensammlung angekündigt. Die Tatsache, dass „Die Grüne Fee“ jedoch mit dem Zusatz „Ausgabe 1“ betitelt wurde, lässt Fans auf weitere Groschenromane aus der Welt von „Eis und Dampf“ in den kommenden Jahren hoffen. Bis dahin tröstet uns ein beinahe versteckter Hinweis im Rahmen eines Zirkusplakats auf dem Rückumschlag von „Die Grüne Fee“. Im Kleingedruckten des Plakats finden wir dort die Ankündigung der „Verlorenen Puppe“, dem Fortsetzungsroman der „Zerbrochenen Puppe“ von Judith und Christian Vogt bereits im Oktober dieses Jahres.

Steampunk Events im Herbst 2016

Der Sommer neigt sich allmählich dem Ende zu, doch vielerorts laufen schon die Vorbereitungen für Steampunk-Veranstaltungen im Herbst. Hier eine Übersicht, die keinen Anspruch erhebt auf Vollständigkeit. Weitere Veranstaltungen finden Sie auch in regionalen Steampunk-Gruppen sowie im Kalender des Rauchersalons.

copyright: public domain von Pixabay.

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September

03.09. Luftschiff – Schiffbruch im Chesters, Berlin
https://www.facebook.com/events/844372702358861/

10.09. Jugendstil-Festival, Bad Nauheim, Hessen
https://www.facebook.com/events/209707442728659/

10.-11-09. FunTasia Festival, Alte Mühle an der Dong, Neukirchen-Vlyn, NRW
https://www.facebook.com/events/1548543295472600/

10.09. 1. Steampunkpicknick in Neu-Ulm – Neu-Ulm, Bayern,
https://www.facebook.com/events/1628558130768661/
Das Picknick findet am 10. September 2016, ab 14:00 Uhr, in der Ludwigsvorfeste in Neu-Ulm statt.
Informationen zu Anfahrt, Location sowie Anmeldung für die Reservierung zum Abendessen bitte über den Rauchersalon:  http://salon.clockworker.de/events/steampunk-picknick-in-neu-ulm

17.09. Steampunk Vorführung & Ausstellung in der alten Lederfabrik, Schorndorfer Kunstnacht
https://www.facebook.com/events/1146474072078195/

24.09. Steampunktreffen in Kempten zur Jubiläumsausstellung, Residenz Kempten, 87435 Kempten, Bayern
https://www.facebook.com/events/833199040126284/

24. – 25. 09. „Anno 1900“ – 6. Steampunk und Gaslight Convention in Fond de Gras, Luxemburg
http://salon.clockworker.de/events/6-anno-1900-steampunk-convention

24. – 25.9. Elf Fantasy Fair Arcen, Niederlande
http://elfia.com/events/elfia-arcen-2016/

Oktober

02.10. HerbstPicknick-Steampunk meets Victorian, Park Schönbusch, 63739 Aschaffenburg/Bayern, Beginn 14 Uhr
https://www.facebook.com/events/509530799252411/

16.10. Eine kleine Reise in die Moerser Vergangenheit (Schloss Moers, 47441 Moers)
http://salon.clockworker.de/events/eine-kleine-reise-in-die-moerser-vergangenheit

29. 10. – 30.10. Jules Fantasy-Markt, Leipzig
Fantasy, Steampunk, LARP, Gothic und Mittelalter
http://www.suendenfrei.tv/de/veranstaltungskalender/einzelansicht/article/29-30-oktober-2016-jules-fantasymarkt-04105-leipzig.html

November
11. 11. – 13.11. Sechstes Erfindertreffen in Ulmen, nur mit Voranmeldung
http://salon.clockworker.de/events/6-erfindertreffen

13.11.2016 – FUNKELGLANZ Szenemarkt, 12 – 18 Uhr – Nordrhein-Westfalen – Burg Satzvey (Nordeifel, Raum Köln – Bonn – Aachen)Vielfältiges Marktgeschehen (Fantasy, Gothic, Mittelalter, Steampunk,..), Rahmenprogramm, Gastronomie, Kinderbastelbereich
http://www.facebook.com/Funkelglanz

26. November 2016 – Weihnachtsmarkt Freiburg i.B. (Herdern) – incl. Steampunk Vorführung
http://salon.clockworker.de/events/weihnachtsmarkt-herdern-freiburg-im-breisga

26. 11. 2016 Steampunk Treffen auf dem Weihnachtsmarkt Alter Markt (Heumarkt), Köln
http://salon.clockworker.de/events/steampunk-treffen-auf-dem-weihnachtsmarkt-alter-markt-heumarkt-in

 

Gewinnspiel: Steampunk-Roman

Beantworten Sie eine historische Frage und gewinnen Sie ein auf Wunsch signiertes Taschenbuchexemplar des Steampunk-Abenteuer-Romans „Der Stern des Seth“.

copyright: Amalia Zeichnerin

copyright: Amalia Zeichnerin

Über den Roman

„Der Stern des Seth“ ist ein abenteuerlicher und in sich abgeschlossener Roman mit fünf sehr unterschiedlichen, eigensinnigen Protagonisten aus England, die keine strahlenden Helden sind, sondern auch ganz menschliche Schwächen haben. Gemeinsam brechen sie im Jahr 1885 in den Sudan auf, um dort im Auftrag eines Adligen ein sagenumwobenes altägyptisches Artefakt zu finden. Doch im Sudan herrscht Krieg, und das Expeditionsteam hat auch noch mit ganz anderen Gefahren zu kämpfen. Wer Freude hat am Steampunk- oder Pulp-Genre, den wird dieses Abenteuergeschichte gewiss unterhalten.
Weitere Infos über den Roman

Die Preisfrage
Wie war der Name des politisch-religiösen Anführers aus dem Sudan im 19. Jahrhundert, der für den Mahdi-Aufstand verantwortlich war?

Schreiben Sie die Antwort bitte bis 31. August an amaliazeichnerin@gmx.de
Die Gewinnerin/der Gewinner wird am 1. September 2016 unter allen richtigen Einsendungen per Los bestimmt und via elektronische Post informiert.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Rezension: Unruh - das Ticken des Uhrwerks (Steamfantasy Roman)

„Unruh“ ist angesiedelt im 22. Jahrhundert, doch die Welt, wie wir kennen, existiert schon lange nicht mehr, und vieles ist in Vergessenheit geraten. Aus den Trümmern der vergangenen Zivilisation ist eine quasi mittelalterliche, feudal geprägte Gesellschaft entstanden, mit Herzogen und anderen Herrschern. Doch das ist nicht alles – immer wieder werden Kinder mit seltsamen, zahnradförmigen Malen auf der Stirn geboren, die über magische Kräfte verfügen. In einigen Gegenden werden sie wie Aussätzige behandelt, doch in anderen werden sie die Schüler der sogenannten Meisterhüter. Diese Auserwählten bewahren das alte Wissen und tragen es in die Welt, denn eine gigantische Bibliothek mit einem Uhrwerksmechanismus, die man nur auf magischem Weg öffnen kann, ist ihre Quelle.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Die junge Saya wird Schülerin des Meisterhüters Darmandres, doch als sie mit ihm zu einem Treffen mit den anderen Hütern reist, wird dieses Fest von einer Rebellin und deren Verbündeten angegriffen. Doch auch in den eigenen Reihen gibt es Konflikte, und schon bald wird Saya in Intrigen und alte Feindschaften verwickelt.

Aus der Feder der österreichischen Autorin Mia Faber (alias Ingrid Pointecker) stammt dieser umfangreiche Roman mit 596 Seiten, der ursprünglich in einem anderen Verlag als Trilogie veröffentlicht wurde.

In der Geschichte liegt die Betonung weniger auf Steam, sondern auf Fantasy, was in den magischen Fähigkeiten der Hüter und ihrer Schüler deutlich wird. Eigentlich wäre auch Clockpunk als Genre passend, da hier ein gewaltiges Uhrwerk eine wichtige Rolle spielt.
Die Handlung ist spannend und verlangt aufmerksames Lesen, da hier verschiedene Handlungsstränge diversen Charakteren auf ihren unterschiedlichen Wegen folgen, aus der Sicht eines allwissenden Erzählers.  Die einzelne Abschnitte und Kapitel haben dabei leserfreundliche Längen. Auch eine Liebesgeschichte ist hier zu finden, die sich aber dezent im Hintergrund hält.

Das Ende und die Auflösung fand ich unerwartet, aber passend. Was den Hintergrund der Welt betrifft, fehlten mir einige Informationen. Zwar ist von einem Herzog die Rede, doch es bleibt unklar, wer eigentlich an der Spitze des betreffenden Landes steht – ein König oder Kaiser beispielsweise. Hier hätte man noch etwas mehr in die Tiefe gehen können. Übrigens gibt es in dieser Geschichte keine magischen Kreaturen oder Rassen, wie z.B. Drachen oder Elfen.

Die Seite der Autorin
Die Verlagsseite des Buches

Maker of the Month, August: Domenikus von Sterneisen

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Herr von Sterneisen ist seit 2012 Mitreisender im Rauchersalon.

Er zählt nicht zu den Personen, die omnipräsent sind. Wenn er aber einen Beitrag einstellt, dann hat selbiger sich gewaschen.

So überraschte er uns z.B. mit einem etwas oskuren Adventsgruß.

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Seine kleinen, aber feinen, Artefakte sorgten in der Vergangenheit für so manchen Lacher. Frei nach dem Motto „Machen statt reden“ hat er uns im Nürnberger Raum eine großartige Veranstaltung beschert. Das Clockwork Cabinet brachte den Nürnbergern und ihren Gästen das Genre Steampunk näher und konnte wirklich begeistern.

Seine Vorträge sind legendär. So erheiterte und begeisterte er das Publikum auf der Veranstaltung „Villa Nostalgica“ mit seinen Berichten über die Wolperdingerjagd.

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Dort stellte er auch seinen Octopus Ferdinand vor.

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Aber lassen sie Herrn Sterneisen einmal selbst zu Wort kommen:

„Ich selbst sehe mich natürlich noch weit von der Professionalität eines Horatius Steams oder eines Genies wie dem Herrn Teleman von Phone entfernt. Somit betrachte ich diese Auszeichnung durchaus als Ritterschlag. Doch mit jedem weiteren meiner Projekte sehe ich kleine Fortschritte am Horizont.

Meine Werke sind eher der Versuch eine Idee mit dem passenden Material in Relation zu setzen und alten Exponaten eine neue Möglichkeit Existenz zu bieten.

Steampunk sehe ich in erster Linie als Gesamtkunstwerk und möchte mich da nicht auf ein Richtung wie Handwerk, kulturelle Darbietungen oder das Darstellen einer Rolle beschränken.

Steampunk lebt durch die Kreativen, die Steampunks darselbst. Einer meiner liebsten Beschäftigungen als Ausgleich zur Ruhe der Werkstatt sehe ich da die Zahlreichen Picknicks in der der ganzen Republik, bei der man neben dem kulinarischem Austausch auch Geist und Seele mit neuer Nahrung versehen kann.

Da hier der Süden in unsrem Freistaat der Steampunk eher ein beschauliches Dasein fristet war es an der Zeit einfach mal ein paar Engagierte um sich zu scharen und dem „man müsse hier mal was machen“ auch ein „Wir machen hier mal was!“ folgen zu lassen.

So ward im Jahre 2015 in Nürnberg das „Clockwork Cabinett“, die erste Veranstaltung als Missionsprojekt hier im Süden ins Leben gerufen das wir wegen der positiven Rückmeldungen auch im März 2017 wieder ausrichten werden.

Vielleicht sieht man sich ja dort…

Und so entlasse ich Sie in die Welt mit den besten Wünschen.

Bleiben Sie uns gewogen und bedenken Sie stets:

Tradition pflegen heißt nicht Asche aufzubewahren,

sondern Glut am Glühen zu halten…“

Sehr geehrter Herr Sterneisen,

Sie sehen  mich gerade knallrot werden. Danke für die Worte und die Auszeichnung aud Ihrem Munde. Selbstverständlich ist es mir persönlich eine Ehre, wieder am Cabinet teilnehmen zu dürfen.

Ich freue mich schon auf 2017.

Und Danke für diesen Satz. Ich sehe ihn in der heutigen Zeit als hoch politisch an:

Tradition pflegen heißt nicht Asche aufzubewahren,

sondern Glut am Glühen zu halten…

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

 

Die Seelenlosen - ein Steamfantasy Roman von Tanja Meurer

„Die Seelenlosen – Stadt der Maschinenmagie 1“ ist angesiedelt in einer eigenen Fantasy-Welt, in der klassisches Handwerk ebenso zu finden ist wie komplexe Magie, aber auch technische Erfindungen, die mit Dampfkraft angetrieben werden. Gesellschaftlich und modisch gesehen, erinnert diese Welt an die späte Renaissance bzw. den Barock, und viele Bezeichnungen und Namen sind an das Französische angelehnt.

copyright: Incubus Verlag

copyright: Incubus Verlag

Der menschliche Kommandant Gwenael Chabod ist von einem militärischen Einsatz zurückgekehrt und nun bei der Stadtwache in der großen Stadt Valvermont tätig. Sein Geliebter, der Orc Orin, arbeitet als magisch begabter Totenpriester. In der Welt Äos ist Magie durchaus hoch angesehen, und magische Dienste werden gut bezahlt, doch gibt es auch Schwarzmagier und Nekromanten.

Gwenael und Orin werden Zeugen, wie ein Troll von der Seele eines Magiers übernommen wird. Wenig später wird eine schwangere Frau auf bestialische Weise ermordet. Gwenael beginnt, in beiden Fällen zu ermitteln und bekommt unerwartete Unterstützung von dem Dieb Jaleel und der Wäscherin Marianne, sowie einem Magier, einem Capitaine der Stadtwache und einigen weiteren Bürgern. Doch er muss sich auch seiner eigenen schwierigen Vergangenheit stellen, welche mit seiner Familiengeschichte zusammenhängt…

Der Roman ist sehr ausführlich und detailverliebt geschrieben – abwechselnd aus der Sicht von Gwenael und des Diebes Jaleel. Die Autorin beschreibt jede Gefühlsregung der Charaktere sehr anschaulich, und auch die Stadt Valvermont wird von ihr mit detaillierten Beschreibungen zum Leben erweckt.
Schon bald wird die Geschichte spannend, sowohl hinsichtlich des Krimis wie auch der Liebesgeschichte, wobei letztere sich nicht in der Vordergrund drängt und auch nicht kitschig wird.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ wäre eine Karte von Valvermont oder dem Land gewesen. Aber auch im Glossar wird man fündig, wenn noch etwas unklar geblieben ist über diese Welt und ihre Bewohner.
Die Autorin hat an ihrer Welt Äos viele Jahre gearbeitet, und das merkt man diesem Roman im positiven Sinne an.

Übrigens basiert die Geschichte unter anderem auf einer Idee von Steampunk-Maker und Metallbildner Toni Reintelseder, der Pate stand für einen der Nebencharaktere. Seine dampfbetriebene Metallratte taucht ebenfalls in der Handlung auf und ziert auch das Buchcover – eine interessante Zusammenarbeit unter Steampunks.

Ohne zuviele Details zu verraten, sei noch erwähnt, dass der Roman mit einem Cliffhanger endet und die vollständige Lösung des Krimis in Band 2 erfolgen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Veröffentlichung dieses Bandes nicht allzu lang auf sich warten lässt.

Die Verlagsseite des Buches
(dort kann man es übrigens auch auf Wunsch signiert und illustriert erwerben)

Tanja Meurer, Foto von Kira Wolf-Marz

Tanja Meurer, Foto von Kira Wolf-Marz

Die Website der Autorin

Gewinnspiel: Maskworld

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Wer auf der Suche ist nach Zylindern, Brillen, Masken und Co, der wird bei maskworld.com fündig. Der Kostümshop aus Berlin bietet nicht nur Verkleidungen oder Larp Zubehör an, nein, auch steampunkiges gehört zum Sortiment.

Neben Kopfbedeckungen in verschiedenen Größen (ein Hoch auf Zylinder mit mehr Umfang als 60cm!), Kleidung und (Deko)Waffen, bietet auch die hauseigene Ledermanufaktur Andracor Accessoires an, die sich leicht in Steampunk Outfits einbauen lassen.

Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir in Kooperation mit maskworld.com etwas zu verlosen haben! maskworldgewinnspiel

Ihr könnt eine Aviatorbrille sowie einen 50€ Gutschein gewinnen! Alles, was ihr dafür tut müsst, ist uns eine Mail an gewinnspiel(at)clockworker.de zu schicken. Unter allen bis zum 24.07.2016 eingegangenen E-Mails werden wir dann den Preis verlosen!

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Wer nicht so lange warten möchte, kann sich bis zum 31.07. noch viele Rabatte auf maskworld.com sichern, zur Zeit findet dort nämlich der große LARP-Sale statt, bei dem es bis zu 60% Rabatt auf ausgewählte LARP-Artikel gibt darunter auch einige Steampunk-Produkte (Corsagen, Brillen, Polsterwaffen, etc.). Also schlagt zu!

Ankündigung: Amphi Festival 2016

Amphi2016

In zwei Wochen, am 23. und 24. Juli, startet das XII. Amphi-Festival in Köln. Nach dem kurzen (und stürmischen) Intermezzo in der Lanxessarena im vergangenen Jahr, kehrt das schwarze Festival zurück in den Kölner Tanzbrunnen. Allerdings gibt es auch hier einige Neuerungen, insbesondere die Bühnen betreffend.

D.A.F. beim Amphi 2016 in der Lanxess Arena

D.A.F. beim Amphi 2016 in der Lanxess Arena

Nach wie vor bedient wird die eigentliche Tanzbrunnenbühne; als zweite Konzertbühne wird die Bühne im Theaterhaus dienen (diese war in den Vorjahren hauptsächlich für Lesungen und anschließende Party genutzt worden). Ganz neu kommt die „Orbit Stage“ hinzu, bzw. wird aus dem Konzept des Lanxess Arena Event Parks übernommen, diese wird sich auf der MS RheinEnergie befinden, welche am Rhein unterhalb des Tanzbrunnens anlegt.

Mit zwei Innenbühnen und der zumindest teilweise überdachten Tanzbrunnenbühne wäre man zwar gewappnet, aber es bleibt natürlich zu hoffen, dass das Wetter nicht so böse mitspielt, wie im vergangenen Jahr.

Ein Blick in die kürzlich erschienene Runningorder zeigt, dass sowohl im Theater, als auch auf der RheinEnergie After Show Partys stattfinden werden. Allerdings zeigt sie auch, dass die Konzerte bereits um 22.00 Uhr zu Ende sind. (Vielleicht aus Lärmschutzgründen, das Festival ist immerhin mitten in der Stadt und dadurch auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Genügend Parkplätze sind außerdem ebenfalls vorhanden.)

 

Samstag, 23.07 2016

MAIN STAGE

  • Doors open 10:00
  • [X]-RX 11:00-11:40
  • Solitary Experiments 12:10-12:55
  • Megaherz 13:25-14:15
  • Stahlzeit 14:50-15:40
  • Mono Inc. 16:10-17:05
  • Tarja 17:35-18:35
  • Peter Heppner 19:10-20:10
  • Blutengel 20:45-21:55

THEATER STAGE

  • Doors open 10:30
  • One I Cinema 11:40-12:20
  • Angels & Agony 12:55-13:35
  • Dive 14:05-14:50
  • Ewigheim 15:20-16:10
  • Spetsnaz 16:40-17:30
  • Aesthetic Perfection 18:00-18:50
  • Neuroticfish 19:20-20:15
  • Front Line Assembly 20:45-21:55

ORBIT STAGE

  • Doors open 13:00-22:00
  • Bloodsucking Zombies From Outer Space 13:30-14:20
  • Laura Carbone 15:00-15:45
  • Lebanon Hanover 16:20-17:05
  • Whispers in the Shadow 17:40-18:35
  • Der Fluch  19:10-20:05
  • Nosferatu 20:40-21:45
  • Aftershow Doors open (
  • * erfordert ein HONEY-Ticket) 22:45
  • DJ Honey 23:00-23:30
  • Songwriting Interaktiv 23:30-00:30
  • DJ Honey 00:30-01:00

AFTERSHOW THEATER

  • Doors open 22:00
  • DJane Jeanny (Amphi Festival) 22:00-23:00
  • DJ Gillian (Nachtwerk | Karlsruhe) 23:00-00:00
  • DJ Steve Weeks (Slimelight | London)  00:00-01:00
  • DJ Sven Friedrich (Solar Fake | Zeraphine 01:00-02:00
  • DJane Schwarze Witwe (Das Chaos Team)  02:00-03:00
  • DJ Faderhead (Faderhead) 03:00-04:00
Sonntag, 24.07.2016

MAIN STAGE

  • Doors open 10:00
  • Beyond Obsession 11:00-11:40
  • Tüsn 12:10-12:55
  • Unzucht 13:25-14:15
  • Solar Fake 14:50-15:40
  • Suicide Commando 16:10-17:05
  • Covenant 17:35-18:35
  • Project Pitchfork 19:10-20:10
  • Editors 20:45-21:55

THEATER STAGE

  • Doors open 10:30
  • Xotox 11:40-12:20
  • Mantus 12:55-13:35
  • The Beauty of Gemina  14:05-14:50
  • Ost+Front  15:20-16:10
  • Coppelius 16:40-17:30
  • L’Âme Immortelle 18:00-18:50
  • Moonspell 19:20-20:15
  • Joachim Witt 20:45-21:55

ORBIT STAGE

  • Doors open 13:00
  • XMH 13:20-14:10
  • Songwriting Interaktiv feat. Honey (Welle:Erball) 14:25-14:35
  • Cryo 14:55-15:45
  • The Devil & The Universe 16:20-17:10
  • Faderhead 17:45-18:35
  • Escape with Romeo 19:10-20:05
  • Spiritual Front  20:40-21:45

AFTERSHOW THEATER

  • Doors open 22:00
  • DJ Daniel Myer (Haujobb | Architect)  22:00-23:00
  • DJ Alexx Botoxx (Eisenlager | Oberhausen) 23:00-00:00
  • DJ Danie Graves (Aesthetic Perfection) 00:00-01:00
  • DJ Dalecooper (Shadow | Laverkusen) 01:00-02:00
  • DJ Andtrax (Musikclub 77 | Karlsruhe)  02:00-03:00

Etwas verwirrend ist der Hinweis der Aftershow auf der RheinEnergie am Samstag: Für den Zutritt dort braucht man ein „Honey-Ticket“, da der Platz auf dem Schiff sehr begrenzt ist. Dieses wird man kostenlos samstags ab 12.00 Uhr am Amphi Festival Infostand bekommen (1 Ticket pro Person). Außerdem wird das Schiff für den Abend „umgeparkt“.

Hinweis auf der Amphi-Homepage: „Desweiteren wird die MS RheinEnergie um ca. 22:15 Uhr an das Altstadtufer, Pier 5 wechseln. Ihr geht lediglich über die Hohenzollernbrücke und seid direkt dort.“

Tod Comedy - Amphi 2015 in der Lanxessarena

Der Tod (Death Comedy) – Amphi 2015 in der Lanxessarena

Beim Blick aufs (Rahmen-)programm fällt außerdem auf, dass es wohl keine Lesungen, Vorträge oder Comedy geben wird. Vergangenes Jahr waren diese wegen des Wetters mehrfach ausgefallen. Dafür gibt es eine Kooperation mit ausgewählten Kölner Museen: Gegen Vorlage des Festivaltickets oder –Bändchens erhält man von Freitag bis Sonntag reduzierten Eintritt. Die Liste aller teilnehmenden Museen findet ihr hier.

Für Steampunks besonders interessant aus dem Line-up dürften wohl die Berliner Herren von Coppelius sein, welche sich am Sonntag die Ehre geben werden.

Aber auch ohne breites Steampunk Band Spektrum ist das Amphi immer einen Besuch wert, bzw. wird von Steampunks besucht, sodass die Chancen gut stehen, das ein oder andere bekannte Gesicht zu treffen. Auch mehr und mehr Händler bieten steampunkiges an oder spezialisieren sich auf Steampunk. Wobei der Fokus natürlich nach wie vor auf der schwarzen Szene liegt.

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Besucher 2015

Das Vorverkaufskontigent ist bereits erschöpft, es besteht aber die Möglichkeit, sich verbindlich Karten zu reservieren, die dann an der Tageskasse abgeholt werden können.
http://www.amphi-festival.de/2016/kartenreservierung.html

85€ für das Wochenende, 65€ Tagesticket.

Bereits am Freitag findet im Kölner Friedenspark das quasi schon traditionelle Amphi-Picknick: Jardin de Belle Epoque, organisiert von Natalia Le Fay und Marina Marisha statt. Es ist zwar kein Teil des offiziellen Amphi Programms, wird aber trotzdem mit auf der Seite angeführt.

Für das Picknick benötigt ihr kein Ticket, aber der Dress Code ist einzuhalten: „historical, goth, steampunk, baroque, uniforms, fairytales and all other such styles dark and elegant!“

Maker of the Month, Juli: Herr Leander Lavendel

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Herr Lavendel betrat den Salon mit einem Paukenschlag. Sein „Geheimnis“ sorgte für maximale Furore und Aufmerksamkeit. Das Gerät erinnert an das Videospiel „The Room“ nur mit dem Unterschied, dass hier alles in Realität funktioniert.

Herr Lavendel, könne Sie ein wenig über sich und Ihre Projekte erzählen?

 

1184564581„Der Kupferkeller ist ein rein privates Projekt welches einzig und allein auf mein Hobby bezogen ist. Beruflich habe ich sehr viel mit Kupfer, Aluminium, Zink und anderen Metallen zu tun. Schon 1998 hatte ich nebenher eine kleine Werkstatt in der ich viele Objekte aus Kupfer gebaut habe. Bilder, Wandbrunnen, Leuchten und Skulpturen. Bilder mit Wasserfluss oder Led Spielereien. Auch bewegliches war dabei. Es war zur damaligen Zeit mein persönlicher Steampunk und ich konnte damit Ideen verwirklichen die es in dieser Art noch nicht gab. Heute bieten sich noch viel mehr Möglichkeiten Gedankenspielereien in die Tat umzusetzen. Alleine schon durch die Computertechnik und das Fortschreiten der Elektronischen Entwicklung. Von daher möchte ich mit dem Kupferkeller nicht das Rad neu erfinden,  sondern versuchen das damalige aufzuarbeiten und in eine für die heutige Zeit angepasste Form zu bringen. Gedanklich habe ich noch tausende Dinge im Kopf die ich versuche zu verwirklichen und der Steampunk steht dabei im Mittelpunkt. Alle Objekte auf diesen Seiten sind in reiner Handarbeit entstanden und enthalten teilweise antike Bauteile. Somit ist jedes ein einmaliges Unikat. Steampunk der in Serie mit CNC Maschinen gebaut wurde oder wird ist für mich kein Steampunk und eher eine Schande für diese Szene. Wer Steampunk als Massenware verkauft, hat den Sinn und das Ziel nicht verstanden ! Stellen Sie sich einmal vor, Leonardo da Vinci hätte Mona Lisa fünfzig mal gemalt, was hätte dieses Bild noch für einen Reiz?

Steampunk ist für mich Kunst und Leidenschaft. Der Versuch, Funktion und Form mit Mitteln des viktorianischen Zeitalters zu verbinden und so darzustellen wie die Zukunft in früheren Zeiten wohl ausgesehen hätte.

Leander Lavendel“

 

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Die Kunstwerke von Herrn Lavendel strahlen eine besondere und bisher unbekannte Fazination aus. Die Kombination von Messing, Kupfer, Holz und Glas ist einmalig. Alle Objekte erstrahlen förmlich, man mag sie sich immer wieder ansehen und in der Realitär betrachtet sind sie zauberhaft schön.

 

Mehr zu Herrn Lavendel und seinen Objekten finden Sie unter:

 

http://www.kupferkeller.de/

 

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Interview mit Comiczeichner Felix Mertikat

Felix Mertikat ist vielen Steampunks bekannt durch seine Projekte „Opus Anima“ und „Steam Noir“.
Im Interview berichtet er, wie er zum Comiczeichnen kam, von seinen Einflüssen und neuen Projekten.

Felix Mertikat, Foto von Katja Pfister

Felix Mertikat, Foto von Katja Pfister

Felix, wie bist du zum Comiczeichnen gekommen? Das war ja nicht deine erste Berufswahl…

Meine erste Berufswahl war Biologe und dachte mir dann, dass ich als Concept Artist und Illustrator, eigentlich ein ganz schönes Leben haben würde…und dann kam der Comic dazwischen, der mich seitdem mit seiner Magie nicht mehr losgelassen hat.

Wer hat dich dabei beeinflusst, bzw. hast du Vorbilder? Die Graphic Novel „Steam Noir“ wird ja gern mit franco-belgischen Comics verglichen. Manche der Rückblenden in Band 4 von Steam Noir haben mich an expressionistische Stummfilme und alte Scherenschnitte erinnert…

Du fasst die Einflüsse schon ganz gut vorweg. Tatsächlich habe ich mich sehr stark im europäischen Stil zuhause gefühlt und weniger im US-Stil. Am Ende war der Wunsch da, dennoch etwas Neues zu gestalten, vielleicht eine eigene Note darin zu finden. Stark inspiert haben mich vor allem Filme wie „Delicatessen“ und „Die Stadt der verlorenen Kinder“. Vom Erzählen komme ich sowieso aus dem filmischen, weswegen meine Panels und die Bildgestaltung einer natürlichen Kamera sehr nahe kommt- wohl ein Erbe meiner Arbeit als Storyboarder.

Die Comicserie Steam Noir ist sehr vielschichtig. Sie erzählt einen phantastischen Krimi in einer bizarren Welt mit ganz besonderer, beseelter Technik, aber sie philosophiert gleichzeitig auch über das Sterben und was nach dem Tod kommt – und das auf eine Weise, die an grotesken Gothic Horror erinnert. Was den Hintergrund der Geschichte angeht, gibt es viele Parallelen zu deinem Rollenspielsystem „Opus Anima“, an dem du mit Tim Bröstl 12 Jahre lang gearbeitet hast.

Grotesker Horror hat eine Faszination, die mich nicht losgelassen hat. Die Verunstaltung von Menschen, das hat eine zeichnerische Begeisterung für mich seit jeher. Opus Anima war da für mich ein riesiges Versuchsfeld. Ein Rollenspiel bietet dafür sehr viel Raum, da die Bilder nie in einem narrativen Zusammenhang stehen müssen, kann man losgelöst voneinander Ideen und Konzepte darstellen. 12 Jahre Entwicklung bringen zudem Ideen zu Tage, die man nicht einfach aus dem Ärmel schüttelt. Die Hauptaufgabe war es vielmehr, das vorliegende Material auszudünnen, es erzählbar und verstehbar zu machen…etwas das manchmal härter ist, als Neues zu entwickeln. Man versteht danach „Kill your darlings“ nochmal ganz neu.

Aus "Steam Noir" copyright: Felix Mertikat

Aus „Steam Noir“ copyright: Felix Mertikat

Hattest du schon bei der Veröffentlichung von „Opus Anima“ 2008 die Idee, eine Geschichte wie „Das Kupferherz“ als Graphic novel zu erzählen, oder wie ist das zustande gekommen?

Nein, gar nicht. Wir wollten eigentliche weiter Rollenspielbücher zu Opus Anima machen, das ist aber aus vielerlei Gründen dann gescheitert. Stattdessen hat die Arbeit an meinem ersten Comic „Jakob“ in Zusammenarbeit mit Cross Cult die Chance geboten, Steam Noir zu entwickeln. Ursprünglich hieß es sogar noch Opus Anima Comic, aber geplant war es nie. Im Gegenteil.

Aus "Steam Noir" copyright: Felix Mertikat

Aus „Steam Noir“ copyright: Felix Mertikat

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Herr Hirschmann aus „Steam Noir“, copyright: Felix Mertikat

Am Gratiscomictag 2012 erschien im „The walking dead“ Heft eine fünfseitige Comic-Kurzgeschichte von Verena Klinke und dir, welche ebenfalls im Steam Noir Universum spielt – „Zeitenwende“. Plant ihr noch weitere Steam Noir Geschichten als Comic?

Ja das würden wir sehr gerne. Es gibt bereits Ideen und erste Skizzen, wir warten nur noch den richtigen Zeitpunkt ab, diese umzusetzen. Es wird dabei wohl in einem noch nicht näher beschrieben Land in unserer fiktiven Welt spielen, aber zu viel verraten will ich da auch nicht.

Das klingt spannend. Ihr habt ja auch Spiele entwickelt; das Kartenspiel „Steam Noir: Revolution“ ist 2013 als Crowdfunding Projekt erfolgreich finanziert worden. Bitte erzähle uns etwas über das neue Brettspiel „Steam Noir: Kalendarium“.

Du bist gut informiert :) SN:Kalendarium ist ein Spiel für 3-6 Spieler und man kann damit die Geschehnisse und Herausforderungen um die Blinden Tage erleben. Die Spieler haben danach gesagt, dass sie jetzt viel besser die Gefahren der Blinden Tage verstehen, da jeder von Ihnen über ein „Regierungsgebiet“ verwaltet und trotz Kooperation, muss man genau abwägen, welche Gebäude man errichtet um den nächsten Blinden Tagen zu trotzen, wieviele Bizarromanten man zur Bekämpfung der Seelen einsetz. Das Spiel hat eine Spieldauer von 90-120 min. und würde ich als semi-kooperativ beschreiben. Der Clou: das Ganze spielt über 300 Jahre vor den Geschehnissen im „Kupferherz“ und bietet so einen neuen Blick auf die gleiche Welt. Beigelegt soll im Idealfall noch ein Kurzcomic sein. Wann das Spiel erscheint ist noch nicht klar.

Woran arbeitest du aktuell, wenn du soviel verraten darfst?
Wir konzipieren und entwickeln unseren neuen Comic „Koshu“, der mit einem 150 seitigen Einzelband ein Konterpunkt zu Steam Noir definieren soll. Außerdem wird er voller Farben sein, fast schon vor Buntheit strotzend. Wir, Verena Klinke und ich, erzählen die Geschichte von Suana, einem jungen Frau, die mit der einzigen Karawane der Wüste Bun mitreist, weil es die einzige Möglichkeit ist, um seine Heimatstadt zu verlassen un mehr von der Welt zu sehen. Wir erleben sehr viel Wüste und eine sehr persönliche Geschichte von Suana.
Daneben arbeite ich am Brettspiel Tsukuyumi-Full Moon Down. Der Mond ist im Pazifik gelandet und in ihm schläft ein gewaltiger weißer Drache der Kami „Tsukuyumi“. 99% der Menschheit ist verstorben durch die Landung des Mondes und so kämpfen die letzten Überleben nicht nur gegen die Schergen des Kami sondern auch gegen andere Spezies, die die freigewordene Position als Dominante Spezies für sich einnehmen wollen. Dabei können 3-5 Spieler zwischen 20 verschiedenen Fraktionen auswählen und etwa die auf zwei Beinen laufenden Schweinekrieger der Boarlords spielen, oder die Cybersamurai mit ihren Robotern und Drohnen, oder gar die Dark Seed, ein Metaorganismus aus Millionen von Insekten. Jede Fraktion verändert das Spiel grundlegend und bringt grundsätzlich andere Regeln und Konzepte ins Spiel, so dass man nie zwei gleiche Spiele spielen wird. Das Spiel soll per Crowdfunding finanziert werden. Mehr zu Tsukuyumi findet ihr auf www.kingracoon.de.

aus dem Comic "Koshu" . copyright: Felix Mertikat

aus dem Comic „Koshu“ . copyright: Felix Mertikat

Spiel "Alle Mann an Deck" copyright: Felix Mertikat

Spiel „Alle Mann an Deck“ copyright: Felix Mertikat

"Tsukuyumi - Full Moon Down" copyright: Felix Mertikat

„Tsukuyumi – Full Moon Down“ copyright: Felix Mertikat

Ich bin gespannt, dann den Kontrast zwischen „Koshu“ und „Steam Noir“ zu sehen und wünsche auch viel Erfolg für das neue Crowdfunding Projekt „Tsukuyumi“. Abschließend noch die Frage: Was ist für dich Steampunk, und was gefällt dir daran?

Steampunk ist vor allem das was jeder daraus macht. Es gibt nicht viele Genres, in denen die Facetten so vielseitig und offen ausgelotet werden, wie dieses, und so will ich mich selbst nicht festlegen, was genau es ist. Denn das Ungenaue ist der Reiz, den ich und viele andere Anhänger darin sehen: Schmuck, Dampf, Kostüme, Comics, Fahrzeuge – und vielleicht ist die einzige Gemeinsamkeit die Liebe zum Selbstgemachten und Ausprobieren. Das tüfteln und zeigen. Das präsentieren und genießen.

Steampunk Picknicks in diesem Sommer

Picknickgesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. (gemeinfreie Abbildung)

Picknickgesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. (gemeinfreie Abbildung)

Der Ursprung des Picknicks liegt im 17. Jahrhundert. Damals wurde damit in Frankreich eine Mahlzeit bezeichnet, die dem Vergnügen diente und zu der jeder Gast etwas beisteuern sollte. Später genossen sowohl Ober-, Mittel- und Unterschicht in der warmen Jahreszeit das Essen im Grünen, war dies doch eine Möglichkeit, zumindest zeitweise der Enge in den Städten zu entfliehen bzw. eine Abwechslung zu den eigenen vier Wänden zu haben. Im späten 19. Jahrhundert kamen in England die Picknickkörbe auf und ein gewisser Lord Sandwich entwickelte die nach ihm benannten belegten Brote, welche für das Schmausen im Freien besonders praktisch waren.

Steampunk- oder viktorianische Picknicks sind mittlerweile fest etabliert in der Steampunkszene.  Die ersten Picknicks haben dieses Jahr bereits stattgefunden, z.B. auf dem WGT in Leipzig. Hier ein Überblick über weitere dieser Freiluft-Veranstaltungen in diesem Jahr:

3. Juli ab 14:30
5. Viktorianisches Picknick in 45529 Hattingen

Diese Veranstaltung finden Sie im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/events/215795398779742/

10. Juli 2016 ab 15 Uhr
4. Steampunk Picknick im Stadtpark in 22339 Hamburg
http://salon.clockworker.de/events/4-sommerliches-steampunk-picknick-in-hamburg

Foto: jill111, pixabay

Foto: jill111, pixabay

16. Juli ab 15 Uhr
Schwarzes Picknick im Jenischpark in 22605 Hamburg
Bei diesem Picknick sind auch Steampunks gern gesehen.
Die Veranstaltung finden Sie im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/events/1153765348034389/

16. Juli 2016 ab 14:30 Uhr – 19 Uhr
Steampunk Treffen mit Picknick im Residenzschloss in 71634 Ludwigsburg
Ab 22:00 Uhr findet gegenüber vom Schloss Ludwigsburg eine Steampunk Party mit dem Titel „The Revolution of Steampunk“ statt, mit DJ Jolly im „Muttermund Club“, so dass sich Picknick und Party miteinander verbinden lassen.
http://salon.clockworker.de/events/steampunk-treffen-mit-picknick-im-residenzschloss-ludwigsburg

22. Juli ab 15 Uhr
5. Jardin de Belle Époque – historisches & dunkelromantisches Picknick
im Friedenspark in Köln
Dieses Picknick ist gleichzeitig eine inoffizielle Pre-Veranstaltung zum Amphi Musik Festival und ist ebenfalls im Gesichtsbuch zu finden:
https://www.facebook.com/events/957509754370179/

6. August 2016 von 14 – 22 Uhr
Steampunk/viktorianisches Picknick im Volksgarten in 50677 Köln
Der 1. Steampunk Fan Club Köln lädt ein zum ersten Picknick dieser Art in Köln.
http://salon.clockworker.de/events/steampunk-picknick-in-k-ln

28. August, ganztägig im Freilichtmuseum in 58091 Hagen
Steampunk-Picknick
Das etwas andere Picknick: Das Freilichtmuseum Hagen und das Amt für Aetherangelegenheiten lädt ein: Picknicken Sie im Museum. Es werden schön gedeckte Tische und Bänke gestellt und die Ersten, die sich melden, bekommen eine Eintrittskarte. Damit ist der Eintritt frei. Es warten vom Museum hergestellte Gaumenfreuden und Mitmachaktionen speziell für Steampunker.
http://salon.clockworker.de/events/zeitreise-hagen-steampunkpicknick

Auch im Herbst gibt es dann (mindestens) ein Steampunk Picknick:

02.10. ab 14 Uhr
Herbst-Picknick Steampunk meets Victorian,
Park Schönbusch in 63739 Aschaffenburg/Bayern

https://www.facebook.com/events/509530799252411/

 

 

 

Was rattert denn da? Oder, alte Technik neu belebt.

Das Rattern der Fernschreiber war, in der Vergangenheit, aus Büros, Amtsstuben und Behörden nicht wegzudenken. Galt ein Fernschreiben, durch den unveränderbaren Kennungsgeber, ja als rechtsverbindlich.

Als eine der ersten digitalen Übertragungstechniken, eroberte sie ab 1933, die gesamte, weltweite Kommunikation. Die Wandlung (Tastatur >> Leitung und Leitung >> Druckwerk) erfolgte lange Zeit mechanisch. Erst in den 70ern wurden die ersten, elektronischen Fernschreiber entwickelt.

Das Internet und E-Mail verdrängten die Fernschreiberei aus den Büros. Das fanden viele Leute schade und entwickelten die Möglichkeit, Fernschreiber über das Internet zu betreiben. Unter http://www.i-telex.net/ findte man die nötige Elektronik, um die Fernschreiber wieder und international zu benutzen. Dabei wird der Teilnehmer der Gegenstelle über die gute alte Wählscheibe angewählt. Das i-TELEX stellt die Verbindung her und schon kann man „chatten“ ;-). Das dann auch noch in Echtzeit!

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Henning Treumann stellte das i-TELX System, zum wiederholten Male, auf der Maker Faire in Hannover vor. Die Geräte, besonders die LO-15 der Firma Lorenz, sind nahezu unverwüstlich und man kann die berühmte LO-15 hier und da für unter 50.- EUR bekommen.

Aber es geht auch anders.

Dan Aetherman hat mit der Vorstellung seiner Restaurationsarbeit an einer LO-15, einen kleinen Boom im Rauchersalon ausgelöst. Die Steampunkwelt entdeckt die Fernschreiberei.

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Mit einem kleinen Interface und einem Stück Software, kann jeder einen solchen Fernschreiber am heimischen PC betreiben. Dabei lassen sich E-Mails abrufen, Newsfeeds und Wetterdaten drucken und beliebige ASCII – Texte an den Fernschreiber senden.

Die LO-15 zählt zu den lautesten Maschinen am Markt, allerdings ist der Spiel der Mechanik legendär.

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YouTube Preview Image

Evtl. habe ich Sie ja inspirieren können und Sie sind bald Mitglied im i-TELEX Netz oder Sie lesen Ihre E-Mails bald auf einem Fernschreiber.

 

http://www.computerwoche.de/a/vor-80-jahren-wurde-das-fernschreiben-populaer,2547962

http://salon.clockworker.de/forum/topics/der-fernschreiber-der-legend-ren-nautilus

http://salon.clockworker.de/forum/topics/familienzuwachs-lorenz-kommt