Beachtenswert

Serientipps für Steampunks - heute: Miss Fishers mysteriöse Mordfälle

Copyright: Alice Azzo

Copyright: Alice Azzo

Die australische Krimi-Serie „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ (Originaltitel „Miss Fisher’s Murder Mysteries“) basiert auf zwanzig Büchern der Autorin Kerry Greenwood. Erschienen sind seit 2012 bisher 34 Episoden in 3 Staffeln.

Die Serie handelt von den Kriminalfällen der wohlhabenden Privatdetektivin Phryne* Fisher in den 1920ern in Melbourne.
Phryne (überzeugend dargestellt von Essie Davis) ist eine starke, unabhängige, emanzipierte Frau – in der heutigen Gesellschaft würde man sagen, sie ist ein überzeugter Single, der durchaus gern wechselnde Affären mit Männern hat. Zugleich entwickelt sich zwischen ihr und Detective Inspector Robinson (Nathan Page) eine interessante Beziehung insofern, dass sie dem ermittelnden Beamten immer wieder „dazwischenfunkt“, ihm oft aber auch wertvolle Hinweise geben kann zu seinen Kriminalfällen.
Der Ton der Serie ist geprägt von Ernst auf der einen, aber auch subtilem Humor auf der anderen Seite. Letzteres wird auch durch die oft lebhaft fröhliche Musik im Stil der 1920er unterstrichen.

Die Plots an sich sind eher herkömmlich, hier wird also das Rad nicht neuerfunden. Die Kriminalfälle drehen sich teilweise um klassische Themen der damaligen Zeit aus einem australischen Blickwinkel – darunter Immigration, Rauschgifthandel, Vergiftungen mit Arsen (wie man sie auch bei Agatha Christie findet), Morde im Millieu der darstellenden Künste, z.B. in einem Zirkus und in einem Jazzclub.

Doch es macht wirklich Spaß, der Hauptdarstellerin Essie Davis zuzusehen, wie sie mit Witz, Köpfchen und jeder Menge Glamour die Privatdetektivin darstellt, insbesondere, wenn man ein Faible hat für die 1920er. Auch die Kostüme und Ausstattung der Serie haben das Zeug dazu, die Herzen von Dieselpunkfans schneller schlagen zu lassen.

Die „Miss Fisher“-Romane von Kerry Greenwood erschienen übrigens bereits ab 1989 und sind auch auf Deutsch erhältlich (beginnend mit „Miss Fisher und der Schneekönig“)

Englischsprachige Website zur Buchserie mit netten Extras, z.B. Cocktailrezepten:
http://phrynefisher.com/

„Miss Fishers Mysteriöse Mordfälle“ in der International Movie Database:
http://www.imdb.com/title/tt1988386/?ref_=nv_sr_1

* „Phryne“ spricht man aus wie „Freinie“

Metal-Songs im Stil der 1920er - Daniel Malheurs Heaven and Hell Orchestra

Das ist mal was anderes…
Metal Songs von AC/DC, Van Halen, Black Sabbath, Metallica und anderen Bands in Coverversionen von Daniel Malheur und seinem HEAVEN AND HELL ORCHESTRA. Dieses furiose Orchester klingt so, als hätte es den Clubs der  Goldenen Zwanziger Jahre gründlich eingeheizt.

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Das HEAVEN AND HELL ORCHESTRA, ein Nebenprojekt von Herrn Malheur, wurde schon vielfach live aufgeführt, mit Gesang von Daniel Malheur, Piano von Dirk Bewig, Bass von Kaspar Loyal,  sowie Agata Pontius an der Violine und Stoppel Eggert am Schlagzeug.

Nun soll in einem Crowdfunding Projekt bei Startnext auch eine CD dazu entstehen, mit dem schaurigen Titel „MEPHISTOPOLIS – the incredible Songbook of Charles T. Goodhill“. Geplant ist eine Auflage von 1000 Stück.

 

Daniel Malheur @ Viona's Victorian Village

Daniel Malheur auf Viona’s Victorian Village, Leipzig im Mai 2015 ,
Photo copyright: Ayra Leona

Herr Malheur schreibt dazu: „Das HEAVEN AND HELL ORCHESTRA ist als ‚Seitensprung‘ zu verstehen. Nach 20 Jahren MonokelPop wollte ich musikalisch mal etwas anderes machen und trotzdem den 1920ern verbunden bleiben.

Eine Hommage an die Idole meiner Jugend. …ich bin Geschichtenerzähler, und dies ist meine neue Geschichte:

Berlin 1929: Im HIMMEL & HÖLLE, einem berüchtigten Vergnügungsetablissement im dekadenten Berliner Westen, feierte der britische Jazzmusiker und Komponist Charles T. Goodhill mit seinem Orchester in der Zeit der weltweiten Depression Ende der Weimarer Republik große Erfolge. Ihm wird nachgesagt, er sei das Oberhaupt eines sektenartigen Geheimkultes gewesen. Abend für Abend habe er ein williges Auditorium in ein verborgenes Hinterzimmer des Etablissement geladen, um dort schwarze Messen abzuhalten und seine Anhänger mit seiner Musik zu betören. Goodhill galt in okkulten Kreisen als Meister der sogenannten ‚Schweren Musik‘, in deren Texten die dunkle Seite der Seele, das Böse im Allgemeinen und Satan im Speziellen thematisiert wurde.“

Das klingt in der Tat nach Metal vom Feinsten…

Im Frühjahr 2014 hat Herrn Malheur übrigens dank seinen Fans bereits ein CD-Projekt namens „Die Susi bläst das Saxophon – Monokelpop at its best“ erfolgreich finanzieren können. Der Clockworker drückt nun die Daumen für die geplante neue CD mit dem HEAVEN & HELL ORCHESTRA. Das Projekt läuft noch bis 9. Februar 2016

Daniel Malheurs Seite im Netz:
http://www.daniel-malheur.de/

Erstes öffentliches Teeduell in Norddeutschland

Das Tee-Duell ist eine Erfindung englischer Steampunks, bei dem man sich stilvoll und genussvoll mit Tee und Keksen duelliert. Mittlerweile werden sogar Meisterschaften darin ausgetragen, z.B. im Vereinigten Königreich und in Amerika. Die Regeln können Sie hier nachlesen.

Im Rahmen des Steampunk Weihnachtsmarktes in der Goblinstadt Hamburg veranstalteten Herr Arno Nym und ich das erste öffentliche Tee-Duell Norddeutschlands, mit ingesamt 7 Durchgängen.

Hier ein photographischer Bericht.
Die Photographien stellte uns Herr Neudecker freundlicherweise zur Verfügung.

copyright: Norbert Neudecker

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Herr Nym und ich erklären die Regeln des Tee-Duells.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym präsentiert die Waffen, d.h. die Kekse, in diesem Fall weihnachtlichen Spekulatius

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Mister John Driftwood wählt im ersten Durchgang des Tee-Duells eine Waffe.

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copyright: Norbert Neudecker

Auch seine Kontrahentin, Fräulein Dr. Wiba Wer?! wählt eine Waffe.

copyright: Norbert Neudecker

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Herr Nym schenkt den Tee ein, einen milden Darjeeling.

Copyright: Norbert Neudecker

Copyright: Norbert Neudecker

Auf das Kommando „Tunken“ werden die Waffen (Kekse) in den Tee getunkt. Es wird bis fünf gezählt.
Dann wird der Keks so langsam und stilvoll wie möglich verspeist.
Fällt ein Keks zurück in die Tasse, wie es Mister Driftwood passierte, so nennt man das einen „Splash“.
Der Duellist gilt dann als geschlagen.
Fällt ein Keks auf den Boden oder Tisch, ist dies ein „Splatter“
(was übrigens nichts zu tun hat mit dem gleichnamigen Horror-Genre)
und der Duellist ist ehrenhaft geschlagen.
Fällt der Keks gar auf ein Körperteil oder die Kleidung, ist dies ein „Splosh“
und der Duellist gilt ebenfalls als ehrenhaft geschlagen.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Ich gratuliere der Siegerin des ersten Durchgangs, Fräulein Dr. Wiba Wer?!

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Zwei weitere Kontrahenten vor ihrem Tee-Duell. In diesem Fall gewann der Herr,
obwohl die Dame im Gegensatz zu ihm bereits Erfahrungen mit Tee-Duellen hatte.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Ein weiterer Duellist prüft die Waffen mit kritischem Blick.

Nicht abgebildet sind die Sekundantinnen und Sekundanten der Kontrahenten. Diese  hatten die Aufgabe, die Kekse und den Tee zu prüfen, oder auch für ihren Schützling einzuspringen, sollte dieser eine Sinnkrise erleiden. Jedoch fühlten sich erfreulicherweise alle Duellisten dazu in der Lage, zum Duell anzutreten.

Beim Tee-Duell am Sonntagnachmittag gaben sich übrigens auch Bordingenieur Eugenius, der Prospektor Herr Dr. h.c. mult. von Gruvenstein und der Pilot Herr von Nankofen von „La Frontera Victoriana“ als Duellisten und als Sekundanten die Ehre.

Die Gewinner erhielten am Samstag Urkunden, am Sonntag den „goldenen Teebeutel“.

copyright: Amalia Zeichnerin

copyright: Amalia Zeichnerin

Das nächste öffentliche Tee-Duell in Norddeutschland wird voraussichtlich auf dem Aethercircus Steampunk Festival (30. April/1. Mai 2016) stattfinden. Eine Vorankündigung zu dieser Veranstaltung gibt es demnächst hier im Clockworker.

Eine Art Besprechung des "Hymnen an die Nacht" Steampunk Penny Dreadful LARP

Eine Besprechung von Tobias Rohde / Artjom Orolow / Herr Anton Adler

Hymnen an die Hymnen

Eine Art Besprechung des „Hymnen an die Nacht“

Steampunk Penny Dreadful LARP (Fuck yeah!)

Ich mache normalerweise kein LARP… mehr…

Daher ist dieses Review nicht durch die rosarote Brille des „Fans“ geschrieben und auch nicht durch die schmutzig-gelbe Sonnenglasversion des Steampunk Anhängers…

Wirklich, ich und LARP wir waren erstmal fertig miteinander. Ich hatte soviel daran satt, was in mir oft einen schalen und schlechten Nachgeschmack von viel vergangener Zeit und Mühe hinterlassen hatte. Und gepaart mit einem Gefühl, das wir das früher, auf dem Spielplatz, ganz ohne Kostüm und SL besser hinbekommen hatten, war ich einfach nicht mehr bereit meine wenigen verlängerten Wochenenden mit Fremdschemen und schüchternen Latexfights zuzubringen…

Aber hey, Rollenpielen in jeder Facette ist Zeitaufwendig. Warum reizt mich das denn überhaupt?

Weil, wenn man es richtig macht, nimmt man eine seltsame Art guter Erinnerungen auf. Halb virtuelles. Nicht wirklich reales und dennoch erlebtes, das durch die Interaktivität und den Zauber der Immersion, plötzlich wesentlich substantieller und persönlicher im eigenen Kopf platziert ist, als es Filme oder Bücher oder Games je werden können. Wenn man es richtig macht!

Das ist was mich immer daran angezogen hat.

Und offensichtlich noch oder vielleicht wieder tut, seit „Hymnen an die Nacht“

Eine gute Freundin hat mir lange gut zugeredet und sich vorallem über die Besonderheiten der Orga dieses Cons ausgelassen, und mich mit der ersten Staffel von Penny Dreadful angefixt, bis ich mich traute zuzusagen.

Die Aussagen „exklusiv“, „Bewerbungen“ und „sehr investierte drei Leute Orga“ kamen vor und wurden durchaus zu Verkaufsargumenten für mich.

Und so bewarb ich mich, und schrieb einen echt langen Brief und wollte wirklich unbedingt dabei sein und verdammt… ich kann nicht sagen wann ich das letzte mal so unruhig auf eine Zu- oder Absage gewartet habe. Und ich bin froh das es eine Zusage war die ich per Mail bekam.

Jetzt, fast zwei lange Wochen nach dem Event im fiktiven deutschen Kaiserinnenreich, kann ich mich genug sortieren um den Erfolg dieses Cons in Worte zu fassen.

Ich habe sie bekommen, diese Perlen des Halbrealen, diese Erinnerungen die sich solider anfühlen als Träume, direkter und erlebter als Bücher, die sich von den Erinnerungen an reale Ereignisse nur durch genaues hinsehen unterschieden lassen. Ich habe sie bekommen diese Perlen des halb virtuellen, in Vorstellungskraft und Kostümaufwand, Schauspiel und Plot auferstandenen Momente, gewürzt von realen Gefühlen, aus intensiven Gesprächen zwischen erfundenen Rollen, wirklichem Erschrecken und echtem Grusel und der Immersion von 70h ununterbrochenem Intime. Sie sind mein, die phantastischen, bereits im Sepiua des Wundervollen gezeichneten Bilder eines überaus gelungenen LARP Events. Des gelungensten LARP Events das ich je aufgesucht habe.

So viel Liebe zum Detail steckte hier in den Rollen, der Location, den Hintergrundverschränkungen, den Requisiten, der schön unaufdringlichen, aber dennoch immer wieder präsenten und am Ende wundervoll eskalierenden Handlung, den Spielern und NSCs und einfach allem, dass es durch und durch spürbar war und immerwieder spürbar wurde, wie sehr diese Details allem eine Dichte gaben, die sich jetzt auszahlt in den gut gerahmten und wundervoll zu betrachtenden Bildern des Zurückblickens auf unser gemeinsames Leben dort. So wie es nur passieren kann, wenn von mehr als zwei Dutzend Personen Herzblut und dann auch reichlich Kunstblut in etwas gesteckt wird. Man kann schlicht nur den Hut ziehen vor dieser Orga; und hiermit möchte ich den an eben dieser Orga Beteiligten meinen vollen Respekt aussprechen, als ehemaliger Eventmanager und Theatererfahrener lässt es sich für mich gut abschätzen, wieviel Mühe ihr euch gegeben habt mit eurem Baby, und ich will meine ganze Anerkennung bekunden, als Spielleiter und Vater von manch einer Geschichte, für die angenehm präsente, nie aufdringliche SL, welche Freiheit und Anleitung meistervoll im Gleichgewicht angeboten hat und ganz ohne Outtime blasen ausgekommen ist, und ich auch meinen Dank als Spieler und Zurückgekehrter, für diese Veranstaltung. Ihr ward spitze, und habt mich den langen und steinigen Pfad zurückgebracht zu diesem Hobby, und mehr als zwei Dutzend Personen überaus glücklich gemacht mit eurer harten Arbeit.

Und wie wars jetzt da?

Ehrlich? Ich könnte viele Worte darüber verlieren, mich über die schöne Horror Handlung auslassen, die gut geschriebenen Motivationen, die tollen PvP Plotverschränkungen, das gute Ensemble, die vielen schönen Kostüme… die Damen… oder in den Highlights meiner eigenen Perspektive schwelgen, von der Seance an der ich teilnahm erzählen, oder wie das war vom durchgedrehten Inspektor mit dem Revolver bedroht zu werden, Experimente mit Strom an meinem Gehirn machen zu lassen, ein flackerndes Gaßlicht über den Tisch zu halten während am Inspektor die Halswunde genäht wird, Gespräche mit Fräulein Rebecca, in welcher ich meine IT Liebe fand und welche dann weinend über meinem Leichnam zusammenbrach während die blutverschmierte Dr. Besset versuchte mich zu reanimieren… aber auch dies wären nur einzelne Ausschnitte aus vielen Ereignissen die ich miterlebt habe und ein noch kleinerer Ausschnitt aus all den Geschehnissen denen ich nicht beiwohnte. Ich könnte mit 10Seiten dem gesamten Con nicht gerecht werden.

Ich könnte auch von den ganz tollen Spieler-Requisiten berichten, was die alles gebastelt und mitgebracht haben, deren Liebe und Commitment für das Projekt hervorheben oder auch auf tolle Erfahrungen im Kontakt mit einzelnen Rollen eingehen…

Aber verdammt, ihr wart halt nicht dabei und diese Perlen bleiben die meinen!

-Wenn ihr sie haben wollt, kostet euch das mehr als einen Klick in dieses Review. Es kostet euch mindestens einen guten Gin Tonic, wie den den wir dort getrunken haben; oder ein intensives und erheiterndes Gespräch in besonderer Umgebung, wie die die wir dort geführt haben; oder einen geteilten Moment der Ausgelassenheit, wie jene welche wir auf der wundervollen After-Live Party dort teilten… unter solchen Umständen komme ich dann vielleicht ins Erzählen. Wahrscheinlich aber werde ich sie nur im Stillen hervorholen, diese Perlen, und euch anlächeln wenn ihr danach fragt und lediglich schmunzelnd sagen: Hymnen an die Nacht? Diesen Schatz? Den gibt es wirklich! -Und ich war dabei als wir ihn gemacht haben.

Auf einem der besten Cons die es je gab!

5. Winter-One-Page-Contest für Pen and Paper Rollenspiel, z.B. Steampunk

Der Würfelheld und die Greifenklaue richten zum 5. Mail
den sogenannten Winter-One-Page-Contest aus, einen Pen & Paper Rollenspiel Wettbewerb

copyright: WinterOPC

Die Ausschreibung

Gesucht werden die besten einseitigen Beiträge zu 5 Kategorien. Bei den Beiträgen geht es immer um bespielbares Material, ob universell, ob Genre-abhängig oder für ein konkretes System, ob Abenteuer, NSC, Kartenmaterial, Zufallstabellen etc. pp. Neu in diesem Jahr ist, dass jede der Kategorien auf dem Einseiter ausgewiesen wird und diese getrennt gewertet werden.

Themen und Kategorien
Insgesamt gibt es diesmal 5 Kategorien, die lokationsbasiert sind:

  • Auf der Insel
  • Im ewigen Eis
  • Auf zu den Sternen
  • Unter den Städten
  • Im Wilden Westen

Weiteres
Dem Teilnehmer steht eine A4 Seite Platz zur Verfügung, um darauf etwas Spielbares zu einer der fünf Kategorien zu entwerfen. Diese sind für sich ja schon recht weitläufig auslegbar.

Was hat das mit Steampunk zu tun?
Die Ausrichter geben kein System vor – nehmt das, welches Euch am besten passt – es könnte also auch Steampunk, Dieselpunk, Gaslight oder ähnliches sein – gerade die Kategorie „Im Wilden Westen“ würde sich hier hervorragend anbieten. Man kann das System aber auch universell halten.

Spielmaterial kann z.B. sein: Abenteuer, Dungeons, Szenarien, Encounter, Kampagnenbögen, Rollenspiele, Schauplätzen, Zufallstabellen, NSCs / Monstern, mag. Gegenständen, etc. pp. Man kann es auch mischen, einige Plothooks werten z.B. mag. Gegenstände, NSCs oder Monster ziemlich auf.

copyright: Andrea Kerlen

copyright: Andrea Kerlen

Die Laufzeit
Der WOPC startet: Dienstag, 01.12.2015 – 10:00 Uhr
Der WOPC endet: Dienstag, 05.01.2016 – 23:59 Uhr

Der Ablauf im Kurzüberblick
– 01.12.2015 Start des 5. Winter One Page Contests
– 06.12.2015 Stichtag für den Schnellstarterpreis
– 24.12.2015 Stichtag für den Weihnachtspreis
– 05.01.2016 Ende des 5. Winter One Page Contests
– Die Juror- und Auswertungsphase wird voraussichtlich bis Anfang März 2016 dauern
– Preisvergabe und Download der Abenteuer ca. April 2016 bzw. zum GRT

Gewinne
In Zusammenarbeit mit diversen Spiel- und Belletristikverlagen gibt es unter anderem eine ganze Reihe an Romanen, außerdem Pen & Paper Rollenspielbücher (z.B. Grundregelwerke), sowie Rollenspielmusik-CDs von Erdenstern zu gewinnen.

Genaue Informationen zum Ablauf, Regeln, Gewinne und Preisverleihungen gibt es im Würfelheld Blog.
https://wuerfelheld.wordpress.com/2015/12/03/5-winter-one-page-contest-der-schnellfinder/

Im Gesichtsbuch ist der Wettbewerb hier zu finden:
https://www.facebook.com/WinterOPC

Steampunk Weihnachtsmarkt in der Goblinstadt, Hamburg

copyright: Drachenflug music GbR

copyright: Drachenflug music GbR

Seit die Goblins mit ihrem riesigen Erdbohrer durch den Boden von Hamburg Wandsbek zum Tageslicht durchgebrochen sind gucken sie sich auch alles von den Menschen ab…

Anders ausgedrückt: Weihnachten steht wieder fast vor der Tür, und zum 2. Mal öffnet
der Steampunk-indoor-Weihnachtsmarkt in der Goblinstadt in Hamburg-Wandsbek seine Tore.

Hier gibt es Steampunk Kunsthandwerk, z.B. Accessoires, Schmuck, Kleidung…
und das folgende Programm auf der Bühne:

Samstag 12.12.2015

Die Goblinstadt öffnet um 11 Uhr, das Programm beginnt um 15 Uhr

15 Uhr Seifenblasen und Luftballons und Dampfmaschinensteuern für Kinder

16 Uhr Steampunk Percussion Workshop zum mitmachen

17 Uhr Teeduell – mit Sir Elias Ashton und Amalia Zeichnerin

18 Uhr Vortrag und Diskussionsrunde: Was ist Steampunk und warum?

19 Uhr Konzert: Narrenbart

20:15 Uhr Konzert: Drachenflug

21:15 Uhr Konzert: Pangea

23 Uhr Die Goblinstadt schließt

Sonntag, 13.12.2015

Die Goblinstadt öffnet um 11 Uhr, das Programm beginnt um 13 Uhr

13 Uhr Seifenblasen und Luftballons und Dampfmaschinensteuern für Kinder

14 Uhr Steampunk Percussion Workshop zum mitmachen

15 Uhr Tänzerin Desideria

16 Uhr Teeduell – mit Sir Elias Ashton und Amalia Zeichnerin

17 Uhr Musiker von den Schattenwebern, Drachenflug und Freunde spielen gemeinsam Stücke beider Bands, traditionelles und Improvisationen

19 Uhr Die Goblinstadt schließt.

Der Eintritt ist frei und auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Wer noch nicht genug vom Weihnachtsrummel hat, bzw. gern eine Steampunk-Variante davon erleben möchte, ist hier genau richtig.

Veranstaltungsort:
Goblinstadt
Wandsbeker Zollstraße 25 – 29
22041 Hamburg
Website http://www.goblinstadt.de

Websites der auftretenden Bands:
Drachenflug
Pangea
Narrenbart
Schattenweber

Steampunk Soldiers

Seit heute morgen liegt ein neues Produkt aus der Hause Zauberfeder auf dem Redaktionstisch: „Steampunk Soldiers“.

Im englischen Original von Osprey vertrieben und von Zauberfeder in deutscher Lizenz auf den Markt gebracht. Aus dem Klappentext:

Zwischen 1887 und 1895 reiste der britische Kunststudent Miles Vandercroft um die Welt, wobei er die Soldaten der vom ihm besuchten Länder skizzierte und malte. Es war ein Zeitalter dramatischen technologischen Fortschritts, und Vandercroft war fasziniert davon, wie der Aufstieg der Dampftechnologie zu Beginn des amerikanischen Sezessionskonflikts die Kriegsführung und die Rolle der an den Kämpfen Beteiligten verändert hatte.

Dies ist eine komplette Sammlung Vandercrofts überlieferter Zeichnungen. Begleitet werden die Bilder von den dazugehörigen Kommentaren Vandercrofts über die Militäreinheiten, die seinen Weg kreuzten. Es ist ein einzigartiger bebilderter Reiseführer in die letzte Ära der strahlenden, farbenprächtigen Uniformen und zugleich eine wichtige historische Studie über die diversen dampfbetriebenen Bewaffnungen und Ausrüstungen, die ihre Glanzzeit in den Tagen unmittelbar vor dem Großen Krieg der Welten erlebten.

Das Buch auf meinem Tisch ist nicht ganz Din A4 groß und in fadengebundener Hardcover Ausgabe mit partiellem Glanzlackdruck. Die 156 Seiten sind angenehm schwer und das Buch ist vollständig vollfarbig gedruckt. Die Qualität ist dem Preis von knapp 25€ auf jeden Fall angemessen

In dem Buch findet man einen fiktionalen militärhistorischen Abriss über die verschiedenen Militäreinheiten des Dampfzeitalters relevanter Militärnationen auf der ganzen Welt.

Das Werk spendiert jedem Land und jeder Einheit eine Doppelseite mit Beschreibung von Funktion und Ausstattung und einer wunderschönen Charakterzeichung.

Dieses Buch ist eine hervorragenden Ergänzung zu jeder Steampunksammlung, denn es dürfte das erste sein, was sich konkret mit dem fiktionalen militärischen Aspekt der Genres  beschäftigt. Ebenso bietet es für Rollenspieler, sowohl Live als auch am Tisch und Gewandungen ganz hervorragende Inspiration.

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Serientipps für Steampunks – heute: „Ripper Street“

Copyright: Tiger Aspect Productions, Lookout Point, BBC

copyright: Copyright Tiger Aspect Productions, Lookout Point, BBC

„Ripper Street“ ist eine amerikanisch-britische Krimi-Serie, die 2012 startete. Die ersten beiden Staffeln spielen in den Jahren 1889 und 1890 im Londoner East End, die dritte Staffel dann 4 Jahre später. Bisher wurden 24 Episoden ausgestrahlt (jeweils ca. 60 Minuten).

Alles beginnt mit einem Mordfall an einer Prostituierten, welcher die ermittelnden Beamten sofort an die Morde
Jack the Rippers erinnert. Der letzte von fünf dem Ripper zugeschriebenen Morden wurde im November 1888 an Mary Jane Kelly begangen, und die Handlung der Serie setzt ein halbes Jahr später ein. (Die Ripper-Morde wurden übrigens nie aufgeklärt und der Täter nie gefasst, obwohl es über zehn Verdächtige gab und unzählige mehr oder weniger wissenschaftlich begründete Theorien und Spekulationen.)

Das Ermittler-Team von „Ripper Street“ besteht aus dem unbestechlichen Inspector Edmund Reid (Matthew Macfadyen) und seinem schlagkräftigen Kollegen Sergeant Drake (Jerome Flynn, der in „Game of Thrones“ Bronn spielte). Unterstützt werden sie von dem Amerikaner Captain Homer Jackson (Adam Rothenberg), einem Gerichtsmediziner und Detektiv, den eine Hass-Liebe-Beziehung mit der Bordellbesitzerin Susan verbindet.
Aber auch Chief Inspector Abberline, der bei den Ripper-Morden ermittelt hat, taucht immer mal wieder auf.

Die Kriminalfälle drehen sich um typische Themen der damaligen Zeit und des Ortes: Arbeiterstreiks, Straßenbanden, die zunehmende Industrialisierung, die Segnungen und Gefahren der Elektrizität, eine Epidemie, Menschenhandel, Opium, politische Verschwörungen (z.B. irische Revolutionäre, unter anderem), finanzielle Krisen (die an die Bankenkrise der letzten Jahre erinnern) und manches mehr bilden den Hintergrund für diese Serie. Hier und da fühlt man sich an Szenen aus den neuen Sherlock Holmes Verfilmungen von Guy Ritchie erinnert, beispielsweise bei einem ziemlich brutalen Boxkampf und was die Ästhetik des Vorspanns betrifft.

Die Serie ist aufgrund ihrer oft blutigen Darstellungen nichts für schwache Nerven. Auch werden hier die Schattenseiten der viktorianischen Ära in düsteren Farben deutlich gezeigt – sei es das Elend der Arbeiterklasse im East End und White Chapel oder auch der damals vorherrschende Rassismus, Sexismus und der politische Imperialismus.

In Nebenhandlungen werden die Leben der Hauptfiguren näher unter die Lupe genommen: Reids Beziehung zu seiner Frau ist schwierig, seit die gemeinsame Tochter bei einem Unfall vor über einem Jahr verschwunden ist. Sergeant Drake verliebt sich unglücklich in eine Prostituierte aus Susans Bordell. Und Homer Jackson wird von seiner amerikanischen Vergangenheit verfolgt.

Außerdem gibt es Konkurrenzkämpfe zur Polizei aus einem anderen Stadtbezirk und ein vollkommen skrupelloser Journalist treibt Reid und seine Leute regelmäßig in den Wahnsinn. Neben Abberline tauchen übrigens weitere historische Persönlichkeiten auf, darunter Joseph Merrick, der „Elefantenmensch“.

Fazit:
Wer Blut sehen kann und Krimis mag, die in der viktorianischen Zeit spielen, wird an dieser Serie mit Sicherheit viel Freude haben.

Ripper Street in der International Movie Database:
http://www.imdb.com/title/tt2183641/?ref_=nv_sr_1

Steampunk-Chroniken: Jan-Niklas Bersenkowitsch, Bernd Meyer und Sean O´Connell im Interview mit den Brennenden Buchstaben

Gaslicht

 

Im Oktober erschienen in Stefan Holzhauers Reihe „Die Steampunk-Chroniken“ die beiden Storysammlungen „Mechanische Geister“ und „Geistermaschinen“. Drei der Autoren, Jan-Niklas Bersenkowitsch, Sean O´Connell und Bernd Meyer lasen am letzten Sonntag ihre Beiträge im Rahmen einer virtuellen Lesung der Literaturgruppe „Brennende Buchstaben“. Kirsten Riehl und Thorsten Küper stellten ihnen vor dem Auftritt rund zwanzig Minuten lang Fragen zu ihren Kurzgeschichten, zur Literatur und natürlich zum Thema Steampunk.

Das Bühnenbild, von dem man leider nur einen kleinen Teil sieht, hat Barlok Barbosa alias Bernhard Bettschen gebaut.

Clairediluna Chevalier hat das Interview aufgezeichnet und ihre Aufnahmen zur Verfügung gestellt.Die Aufzeichnung geht exklusiv hier im Clockworker jetzt zum ersten Mal online.

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Ankündigung: German Comic Con

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Cosplayer beim Pressetermin zur GCC

Nur noch wenige Stunden trennen uns von der Eröffnung der ersten Deutschen Comic Con, der German Comic Con (kurz GCC) in den Dortmunder Westfalenhallen am 5. und 6. Dezember 2015. (Bitte nicht verwechseln mit der Comic Con Germany, 25. und 26. Juni 2016 in Stuttgart)

Nach dem Vorbild der San Diego Comic Con, die seit 1970 Fans anlockt, soll die GCC ein Event für Comic-, Film- und Serienfans sein.

Neben internationalen Comic-Zeichnern wie Ariel Olivetti (Punisher, Batman) und John McCrea (Hitman, Spider-Man) sowie nationalen Durchstartern wie Ingo Römling (Malcolm Max, Star Wars) und Felix Mertikat (Steam Noir) werden vor allem internationale Stars wie Rory McCann (Game of Thrones), Laurie Holden (The Walking Dead), James Marsters (Buffy) und Manu Bennett (Arrow) zu Gast sein.

Die VIP Tickets waren schon im September ausverkauft, auch wenn da noch gar nicht alle Stargäste angekündigt waren. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden (u.a. möglich durch gute Zusammenarbeit mit der Westfallenhalle) weitere Hallenflächen hinzugebucht. Sodass die Comic Con auf rund 25.000 qm Programm anbieten wird.

Offiziell ist der Samstag bereits ausverkauft, für Sonntag sind noch Tageskarten auf der Homepage erhältlich.

Gestern wurde jedoch die Nachricht auf Facebook verbreitet, dass durch hinzubuchen einer weiteren Halle, 500 zusätzliche Tagestickets für Samstag und Sonntag für die Tageskassen freigeben wurden. Reserviert werden können diese unter tickets@germancomiccon.com.

Außerdem wird der Einlass um eine halbe Stunde vorgezogen: „Early Bird ab 9:00 Uhr, normale Tages und Wochenendtickets ab 9:30 Uhr“

GCC-Ankündigung_Steam_Panoptikum

Auch in Sachen Steampunk wird die GCC definitiv einen Besuch wert sein! Steam Noir mit Zeichner Felix Mertikat und Autorin Verena Klinke sind vor Ort, der Captain Alex Jahnke und meine Wenigkeit Clara Lina Wirz werden „Das Große Steampanoptikum“ vorstellen, aber auch Ann-Kathrin Karaschnick und Judith und Christian Vogt werden anwesend sein und das Programm bereichern.

Apropos Programm: Alle Infos zu Lesungen, Workshop, Photoshootings, Autogrammstunden und Co, findet Ihr auf der Homepage www.germancomiccon.com/de/

Dort bekommt ihr auch (noch) Tagestickets für Sonntag. Also schnell sein, ein buntes Angebot erwartet euch!

Ankündigung: Emporium Vernesque 2015

flyerAm kommenden Wochenende, 28. und 29. November findet die vierte Ausgabe des Emporium Vernesque in Arnheim (NL), nahe der deutsch-niederländischen Grenze statt. Ein buntes Programm mit Musik und Tanz, Modenschauen und Tee Duell erwartet den Besucher an zwei Tagen. Unter anderem mit dabei: Daniel Malheur, Dale Rowles (BB Blackdog) und viele mehr.

Program:
Saturday
1200-1800 Small market
1200-1300 Workshop crafting bike tire bracelets
1200-1500 en 1530-1630 Photo corner
1300-1800 Craft table with jewelry and bracelets
1300-1800 Tea duelling table hosted by BB Blackdog (UK)
1300-1345 Lecture “What is steampunk” by Dankaert Lexicon
1400-1500 Performance Daniel Malheur (Berlin, GER)/Dale Rowles (UK)
1400-1700 Workshop hat making (stage in the cafe) by Steampunk Heaven
1500-1530 Group picture
1530-1630 Performance Feline & Strange (Berlin, GER)
1700-1800 Performance The Dark Design (UK)
1830-1930 Fashion show “Oh, marisha” (GER), Maskarada (NL) and ES Styling/design (NL)
1930-2230 Afterparty with DJs Eddy Hally (NL) and Pixiebeats (UK)
2230-2300 END DAY 1

Sunday
1100-1700 Market
1100-1200 Circus workshop Juggling
1200-1300 Circus workshop POI
1100-1600 Photo corner with Bernard Bodt
1100-1700 Crafts workshops table
1200-1300 Workshop Character writing by Dankaert lexicon
1300-1400 Performance Daniel Malheur/Dale Rowles
1400-1430 Lecture about making Absinth plus ritual
1430-1500 Tea duelling finals
1500-1600 Performance Feline & Strange (heavier set)
1600-1630 Group picture
1630-1700 END

Sfeerfoto EmporiumAußerdem wird es natürlich auch wieder einen kleinen Markt geben.

Da der Raum im Jugendzentrum Willemeen begrenzt ist, gibt es auch nur ein limitiertes Ticketkontingent, es empfiehlt sich also eine Eintrittskarte vorzubestellen. Exklusive Servicekosten kostet der Samstag 10€, Sonntags 8€. Das Wochenendticket (limitiert auf 150 Stück) gibt es für 16€. Kinder unter 12 Jahren bekommen an der Kasse 2€ des Preises erstattet.

Weitere Infos zu Anreise und Co, finden sich auf der Homepage der Veranstaltung.

Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

12140901_10153775428914497_7832326468574426187_oWas für ein Abend!

Nachdem man sich nun so langsam wieder sammeln konnte, möchten auch wir die Chance nutzen, von der Premiere der (nach eigenen Angaben) weltersten Steampunk – Oper „Klein Zaches genannt Zinnober“ der Berliner Band Coppelius und Regisseur Sebastian Schwab im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen am 14. November zu berichten.

Nicht zuletzt deswegen, weil sie den Steampunk in die Köpfe der Leute bringt, die bislang nichts damit zu tun hatten, hat sie eine gewisse Wichtigkeit.

Normale Konzertkritiken flattern nach und nach immer mehr durchs Netz (eine kleine Auswahl befindet sich am Ende des Artikels), deswegen werde ich meinen Bericht auf den Steampunk-Anteil und meine persönlichen Eindrücke fokussieren.

Weiterlesen Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

Interview mit Tanja Schierding

Am vergangenen Samstag, 14.11. las Tanja Schierding in 2nd Life bei den Brennenden Buchstaben aus ihrem am 24. Oktober erschienen Roman „Aetheragenten“.

Thorsten Küper nutzte die Chance zu einem Interview vor der Lesung und wir freuen uns sehr, es hier erstmalig veröffentlichen zu können und wünschen viel Spaß beim Hören:

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Steampunk als Markenname - Nachtrag

Der Anstragsteller, Stefan Arbes, hat das ganze natürlich auch nicht ignoriert und seinerseits eine recht ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, die wir, in Absprache mit ihm, an dieser Stelle gerne weitergeben möchten.

Stellungnahme zu der Anmeldung von „Steampunk“ als Marke: Bitte dies erst mal vollständig lesen, es soll niemand in der Szene damit geschädigt werden.

Bei der Recherche für ein Rollenspielprojekt („Ameryll“) Anfang diesen Jahres haben wir festgestellt, dass es bereits 4 (inzwischen sind es schon 5) Eintragungen in unterschiedlichen Klassen für „Steampunk“ gibt. Auf Grund des momentanen Booms aller möglichen Anbieter bei allem, was damit zu tun hat, war und ist zu erwarten, dass früher oder später irgendjemand darauf aufmerksam und versuchen wird, mit dem nötigen juristischen Rückhalt und Resourcen Kapital daraus zu schlagen. Es gibt präventiv nicht allzuviele Möglichkeiten, das ohne langwierige rechtliche Auseinandersetzungen zu verhindern. Wir wollten uns diesem Risiko nicht aussetzen.
Wer schon einmal einem Markenrechtsstreit hatte, weiss, wovon ich rede.

Ich habe deshalb im März schon (ist auch in der Anmeldung leicht zu sehen), den Begriff „Steampunk“ in den Klassen 28, 9 und 41 beim Deutschen Patent- und Markenregister angemeldet, um zu klären, dass „Steampunk“ kein schützenswerter Begriff ist.

Derzeit ist das auch nach wie vor nur eine Anmeldung, eingetragen ist noch gar nichts.

Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten:

a) Ich ziehe (wie von einigen sehr aufgebrachten Leuten schon verlangt) die Anmeldung zurück. Das wäre an sich meinerseits kein Problem, nur ist dann im Grunde auch nichts weiter gewonnen. Eine Rücknahme einer Anmeldung stellt leider überhaupt nichts klar. Denn dann wird früher oder später der Nächste kommen, der das versuchen wird, und dann möglicherweise mit ganz anderen Absichten. Und ich weiß sicher, dass dies kommen wird.

b) Das DPMA lehnt die Markeneintragung mit der Begründung eines nicht schützenswerten Begriffs ab. Das ist dann eine klare Aussage der qualifizierten Fachbehörde, die in jeglicher späteren Abmahnung oder Prozess gegen irgendjemanden, der versucht, aus einer Marke „Steampunk“ Gewinn zu schlagen, Gewicht hat. Und zwar wesentlich mehr Gewicht als alle sonstigen Argumentationen.

c) Das DPMA trägt die Marke ein und die Widerspruchsfrist beginnt. Dann kann der Eintragung widersprochen und dem Widerspruch stattgegeben werden. Auch hier ist das Ergebnis wie bei a), nämlich einigermaßene Klarheit.

d) Es kommt zur Eintragung der Marke. Dann werde ich die Marke an eine unabhängige Institution übertragen (das ist dann wahrscheinlich sinnvollerweise ein Verein oder Ähnliches), die die Marke verwaltet und an jeden Interessierten symbolisch weiter lizensiert. Damit sind alle, die in den Klassen irgend etwas in dem Bereich machen, einigermaßen geschützt.

Im Moment ist (wie schon seit inzwischen 8 Monaten) da noch gar nichts eingetragen, aber das DPMA hat bereits schon vor Monaten Bedenken gegen die Eintragung geäußert und befaßt sich wie gewünscht damit.

Ich stehe selbstverständlich zu Rückfragen dazu zur Verfügung, unter meiner email info@arbes.de, per FB oder sonst wie. Nur bitte ich von aufgebrachten Anrufen abzusehen, Ihr lauft eigentlich nur offene Türen ein und das bringt nichts.

Stefan Arbes

Steampunk als Markenname

Vermutlich habt ihr alle schon den Antrag auf Steampunk als Markenname und alle dazugehörigen Meldungen in den genreverwandten Gruppen in sozialen Medien entdeckt.
Leider kochen dabei auch gerade die Gemüter hoch und schlimme Worte werden geschrieben. Schließlich geht ja jedem um „sein Steampunk“.

Daß man das ganze ernst nehmen sollte und eine Eintragung in das DPMAregister im Zweifel das Recht für Abmahungen gibt, fordet in jedem Fall auf dagegen zu handeln.
Eine Genrebezeichnung, wie „Steampunk“ darf nicht geschützt sein. Das ist Allgemeingut. Ich denke, darüber sind wir uns einig.
Vor allem, wenn es darum geht, selbst die Klassen 28 und 9 ( Erklärung zu den Nizza Klassen: siehe dieses pdf ) schützen zu lassen, welche jede Ausstellung und jedes Event, welches unter dem Namen Steampunk läuft abmahnbar machen.

Wir von Clockworker haben, ignorieren das natürlich nicht.
Wir verweisen an dieser Stelle auf die ehrenwerten Kollegen von Phantanews.de, die sich dem ganzen schon im Sinne des Widerspruchs und der Aufklärung gewidmet haben.
Ebenso formalen Widerpruch hat auch schon Oliver Hoffmann, seines Zeichens Verlagsleiter von Feder & Schwert, denen wir seit einigen Jahren das Sub-Label Steampunk zu verdanken haben, eingelegt.
Als langjähriger Berichterstatter des Genres haben wir unser Recht auf Wiederspruch natürlich auch schon wahrgenommen.

Wir werden über den Ausgang dieses Verfahrens berichten und danken all jenen, die sich dem Thema sachlich aber bestimmt annehmen.