Beachtenswert

Viona's Victorian Village 2015 - Bericht

Victorian VillageWie bereits angekündigt, fand in diesem Jahr das erste Mal das Victorian Village während dem WGT (Wave Gotik Treffen) statt. Als Reaktion auf die immer zahlreicher werdenden Fotografenmaßen beim Viktorianischen Picknick hatte sich Initiatorin Viona Ielegems dazu entschlossen, eine alternative Veranstaltung in geschlossenem Rahmen ins Leben zu rufen.

In der Arena am Panometer Leipzig war die passende Location gefunden und mit Hilfe von Einlasskontrollen, die nur schwarzes Volk in das Rund der Arena ließ, war die Atmosphäre deutlich gediegener, als die Jahre zuvor im öffentlichen Clara-Zetkin-Park. (In dem auch in diesem Jahr ein dunkelromantisches Picknick statt fand, diesmal aber nicht unter der Federführung von Viona.)


Im Vorfeld gab es wohl einige Missverständnisse bezüglich des Dress-Codes, da nicht jeder aufwändige (viktorianische) Roben im Kleiderschrank hat. Dabei ging es den Veranstaltern lediglich darum, gaffende „T-Shirt-Sandalen-Touris“ draußen zu halten.
Aus dem gleichen Grund war im Vorfeld ein Aufruf gestartet worden, dass sich interessierte Fotografen und Vertreter der Presse akkreditieren lassen sollten. (Ob diese Auswahl mal angesichts der Anwesenheit von Bild und RTL so gelungen war, sei mal dahin gestellt.)

Letztendlich war das Verhältnis Besucher/Fotografen in der Arena ein sehr ausgewogenes und die Anwesenden Knipser haben sich sehr zurückgehalten und höflich gefragt, bevor sie die Kamera ansetzten.


Zurück zur Veranstaltung selbst. Im Gegensatz zum Picknick erwartete den Besucher unter der offenen Kuppel des runden Baus ein gänzlich anderes Konzept, weswegen man die beiden Veranstaltungen auch nicht direkt vergleichen kann und sollte.

An den Außenwänden befand sich eine Auswahl an Verkaufsständen mit thematisch passender Kleidung, Schmuck und Kunst. Auch für Verpflegung war gesorgt, sodass man zu sehr moderaten Preisen Getränke, aber auch Kleinigkeiten zu Essen, wie etwa Crèpes bekam. Auch einige Stehtische sowie eine kleinere Tafel mit Bänken waren bereit gestellt worden. Dank der Erhöhung der Befestigung am Rand der Arena gab es ausreichend Gelegenheiten sich nieder zu lassen.
Auf der Rasenfläche in der Mitte war eine Bühne aufgebaut, von der das Ganze mit passender Musik beschallt wurde. Leider war diese zeitweise sehr laut, sodass Gespräche in normaler Lautstärke nicht möglich waren.


Zum Beginn des Outfitwettbewerbs trauten sich dann auch mehr Gäste auf den Rasen vor der Bühne um die Teilnehmer in den Kategorien „Best Man“, „Best Historical“, „Best Fantasy“ und „Best Goth“ zu bewundern. Ohne großen Kommentar durften diese sich dem Publikum und der Jury präsentieren, welche im Anschluss dann auch die Sieger kürte.
Teilnehmen konnte jeder, der Lust dazu hatte und sich vorher angemeldet hatte. Zur Präsentation hätte eine etwas peppigere Musik vermutlich besser gepasst, aber auch so bewegten sich die Teilnehmer überwiegend sicher über den improvisierten Laufsteg.

Teilnehmer des Outfitwettbewerbs

Am Abend, gegen 19.00 Uhr, wurde die Bühne dann von verschiedenen Musikern bespielt. Den Anfang machte der in der Szene bereits bekannte Daniel Malheur mit seinem neuen Programm. Es folgte ein gemeinsames Stück mit Dale Rowles von BBBlackdog aus Großbritannien, worauf dieser im Anschluss die Bühne übernahm um vor mittlerweile stark gelichteten Reihen zu spielen.

Insgesamt war das Victorian Village eine schöne Idee um etwas Neues auf die Beine zu stellen. Es darf aber nicht mit der Picknick Atmosphäre verglichen werden. Die Stimmung war zunächst etwas zurückhaltend und abwartend, schien sich aber mit dem Outfitwettbewerb zu lösen. Da die Organisatoren und Mithelfer größtenteils keine Deutsch-Muttersprachler waren, war einiges auch nur in Englisch kommuniziert worden. Moderatorin LaDutchessa, die einige vielleicht auch als Organisatorin des Emporium Vernesque kennen, gab sich jedoch alle Mühe, den Wettbewerb weitgehend zweisprachig durchzuführen.


Die einzelnen Programmpunkte lagen zeitlich sehr weit auseinander. Es war ein Tag-füllendes Programm konzipiert worden. Da die meisten Gäste jedoch auch Gäste des Wave Gotik Treffens waren (das Victorian Village war nicht Teil des offiziellen WGT Programms), schauten die meisten nur kurz rein, um dann zu anderen Veranstaltungen weiter zu ziehen. Insbesondere die Abendkonzerte hätte man durchaus auch weiter nach vorne legen können, dann hätten die Künstler auch nicht vor einem fast leeren Platz spielen müssen.

Die Location selbst war gut gewählt und die Arena vom Ambiente durchaus passend für eine solche Veranstaltung. Für die anwesenden Besucherzahlen war sie in diesem Jahr auch absolut
ausreichend, auch wenn es zwischenzeitlich zu einem kurzen Einlassstop kam.

Steampunk Flügel einer Besucherin

Es war eine wahre Freude all die festlich gekleideten Besucher zu sehen und sich darunter zu mischen. Viktorianisch und Steampunk passt hervorragend zusammen und das zeigte sich sowohl in den Outfits der Gäste, als auch bei den anwesenden Händlern.
Das Wetter spielte unter der offenen Kuppel Goth sei dank mit und so bleibt so zu hoffen, dass es im kommenden Jahr eine Wiederholung geben wird.

Lediglich einige Kommunikationsprobleme aufgrund von Sprachbarrieren sollte man bis dahin noch aus dem Wege schaffen.

 

Mehr Fotos von Gästen und Location gibt es hier auf Flickr oder hier im Gesichtsbuch zu sehen .

Steampunk und Viktorianisches im Rollenspiel

Eigentlich habe ich nur nach Abenteuern und Hintergrundinformationen für das oft unterschätzte Castle Falkenstein gesucht, und dann ist mir die Arbeit eines sehr fleißigen Bloggers auf dem Bildschirm erschienen, den ich den rollenspielenden unter unseren Leser in keinem Falle vorenthalten möchte.

Lowell Francis hat sich die Arbeit gemacht und einfach mal alle viktorianischen und steampunkigen Rollenspielen, die er gefunden hat, chronologisch zu ordnen, zu beschreiben und so weit es ging zu verlinken. Respekt.

Hier gehts lang: Age of Raven Blog

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Viona's Victorian Village

Der Festivalsommer nimmt richtig Fahrt auf.
Nach der Steampunk Woche NRW geht es am kommenden Wochenende direkt weiter mit dem weltgrößten Gothic Festival: Dem Wave Gotik Treffen (WGT) in Leipzig.

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Paparazzi beim Viktorianschen Picknick – Mehr Fotografen als Besucher

 

Seit Jahren schon ist das Viktorianische Picknick am Freitag Nachmittag für viele der Auftakt gewesen. Leider wurde der Andrang der gaffenden Touristen im Clara-Zetkin-Park zuletzt immer größer, sodass Veranstalterin Viona Ielegems die Reißleine zog und nun in 2015 etwas völlig neues auf die Beine gestellt hat:

Viona’s Victorian Village öffnet nun am Freitag, 22. Mai zum ersten Mal seine Pforten im Panometer Leipzig. Ausschließlich für Besucher in passender Garderobe versucht man nun dem Fotografenandrang Herr zu werden. Aber nicht nur um den Gaffern einen Riegel vorzuschieben ist der Locationwechsel für alle ein Gewinn: Ein vielfältiges Programm erwartet den Besucher und das Beste: Der Eintritt ist frei, es wird kein WGT-Bändchen benötigt, einzig die Kleidung sollte zum Event passen.Victorian Village

(Der Dress-code besagt: Elegant historisch, Fantasy oder Gothic. Dies beinhaltet: Renaissance, Baroque, Biedermeier, Victorian, Belle Epoque, Steampunk und Lolita. Nicht ganz so „Aufrüsch“-Begeisterte Begleiter sind natürlich ebenfalls erlaubt, es wird um schlichte, elegante Kleidung gebeten. (z.B. Hemd+Hose+Krawatte))

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Arena am Panometer, Richard-Lehmann-Str.114, 04275 Leipzig

Ab 11.00 öffnet der dunkelromantische Markt zum flanieren und einkaufen mit Händlern wie Atropos Threads, BienBien Art & Design, Corsets by Ludwig Lilienthal, Cu Nature, Dress Art Mystery, Flame’s Mystery, Galeb Costumes, Infantium Victoria, Jutta Burghardt, Daphne C.E., Morgaine la Chatte, Pavlína Strnadová, Redstar-Tradingpost, Resplendor Atelier, Rotten Pearl und Svarta Läder. Außerdem wird es einen 2nd Hand Stand geben.

Von 12.00 bis 15.00 wird es historische Tanzstunden von Lieven Baert geben, welcher einigen bereits von der Gala Nocturna bekannt sein sollte.

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Zwischen 15.00 und 19.00 Uhr findet dann das eigentliche Event „The Dansant“ statt: Ein Viktorianischer Tanz-Tee, inklusive passender Speisen und Getränke.

Um 16.30 Uhr wird es außerdem einen Kostümwettbewerb geben.

Und damit nicht genug! Ab 19.00 Uhr beginnt das Kick-off Konzert zur Eröffnung des WGTs. Los geht es mit MONOKELPOP meets BB BLACKDOG (UK), Daniel Malheur und Dale Rowles werden gemeinsam den Abend beginnen. Weiter geht es mit LYCANTROPH gothic rock from Sachsen-Anhalt und ESTAMPIE – 30th anniversary celebration concert.
Bis etwa 22.00 Uhr wird in der Panometer Arena viktorianisch gefeiert.

Mehr Informationen zu Programm, Anreise und Co finden sich in der Gesichtsbuch Veranstaltung.

Wer nun das Picknicken vermisst, der sei auf das am Samstag, 23. Mai stattfindende Steampunk Picknick hingewiesen, welches im Palmengarten abgehalten wird. Auch dort wird es ein kleines Rahmenprogramm mit Musik und Lesungen geben. Bei schlechten Wetter wird das Treffen in ein Restaurant verlegt.

Wer nun doch die Paparazzi vermisst, braucht sich während dem WGT nur einmal in die Innenstadt zu begeben und auch auf der Agra ist natürlich Schaulaufen vom Feinsten angesagt.

Clockworker im Gesichtsbuch

Seit einiger Zeit ist unser schönes Magazin an zwei Stellen gleichzeitig im Gesichtsbuch zu finden: Zum einen unter HMS Anastasia zum anderen und Clockworker – Steampunk.

Mit dieser Doppelposterei ist ab sofort Schluss! Die HMS Anastasia wird ins Trockendock fliegen und Clockworker – Steampunk alleinig die Aufgabe übernehmen die werten Gesichtsbuch Nutzer auf Neuigkeiten im Magazin hinweisen. Wer es noch nicht getan hatte, sollte spätestens jetzt die aktuelle Seite liken, die HMS Anastasia geht in wenigen Stunden offline.

Steampunk Woche NRW

Steampunk WocheDer Clockworker präsentiert: Die Steampunk Woche NRW

Es tut sich was in Nordrhein-Westfalen. Insbesondere der Mai ist ein sehr aktiver Monat in Sachen Steampunk. Gleich drei Events innerhalb einer Woche finden in Deutschlands bevölkerungsreichsten Bundesland statt:

VapRuhrDie Woche beginnt mit dem Dampf Festival Ruhrgebiet und dem Vaporium Ruhr am 9. und 10. Mai im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Über 20 originale historische Dampfmaschinen und eine Vielzahl an originalgetreuen Nachbauten und Modelldampfmaschinen lassen das Dampfzeitalter auf dem Zechengelände in Bochum Hordel wieder lebendig werden.
Im Malakow-Turm mit seiner historischen Fördermaschine von 1893 entführt derweil das Vaporium Ruhr die Besucher in die Zukunftsvisionen des 19. Jahrhunderts. Handwerk, Wissenschaft, Kunst und Literatur verbinden sich zu einem einzigartigen Schaukasten der Steampunkkultur.

Ein passendes Programm für Alt und Jung mit Steampunk Tribal Dance, Kinderbelustigung, Schlangenmagie, Fahrten auf den Dampfmaschinen und vieles mehr wird im Museum geboten. Samstagabend ist außerdem eine Gute-Nacht-Lesung in Pütz Bierstuben geplant.

Eintritt zum Dampf-Festival und zum Vaporium Ruhr 6€/3€ pro Tag.

Mehr Infos unter www.vaporium-ruhr.de

Steamtropolis_Logo
Wir bleiben in Bochum und wechseln nur die Location: Am Mittwochabend und Donnerstag (Himmelfahrt) öffnet Steamtropolis in der Matrix erstmalig seine Tore.
„Während der Eröffnungsabend unter anderem mit Live-Auftritten internationaler Steampunk-Bands, Burlesque und 2 Tanzsälen das erlauchte Publikum zu erquicken sucht, wird der Folgetag, Himmelfahrt, ganztägig ein exquisites Programm rund um Steampunk offerieren, darunter Zauber- und Feuershow, Lesungen, verschiedene Workshops, uvm. An beiden Tagen erwartet eine vielfältige Händlerschar die retro-futuristisch interessierten Besucher mit außergewöhnlichen Artikeln, von Schmuck über Kleidung bis zu den unglaublichsten Kleinodien.“

Eintritt:
VVK: beide Tage 11€, Mi 9€, Do 4€
AK: beide Tage 15€, Mi 12€, Do 5€

Mehr Infos unter www.steamtropolis.de

Steampunk Soiree 2015
Den Abschluss findet die Steampunk Woche bei der anlässlich zur Role Play Convention stattfindenen Steampunk Soirée in Köln-Deutz.
Die RPC wird seit Jahren schon regelmäßig von Steampunks frequentiert und nicht zuletzt die Anwesenheit des Amts für Aetherangelegenheiten, Steampunk-führenden Literaturverlagen wie Feder und Schwert oder Auftritte von Steampunkbands, wie Aeronautica lassen sie zu einem lohnenden Ziel für Liebhaber des Genres werden.
Da man aber aufgrund der Größe des Messegeländes unmöglich jeden zu Gesicht bekommen kann, lädt die Steampunk Soirée im „Brauhaus ohne Namen“ zum gemeinsamen Ausklang und Plausch am Samstagabend ab 18.00 Uhr ein.

Mehr Infos im Salon oder im Gesichtsbuch.

Wer noch nicht genug hat, kann in der Zwischenzeit auch noch die sehr steampunkige Ausstellung „Das Mechanische Corps“ im Dortmunder U besichtigen. (Der Clockworker berichtete.) Diese läuft noch bis zum 12. Juli.

Der Clockworker wünscht viel Spaß, egal ob die werten Mitreisenden nur eine oder gleich alle Veranstaltungen besuchen werden. Es wird sicherlich für jeden etwas dabei sein!

Stil und Design statt Plastik

Heutige UKW – Radios glänzen durch nahezu vollständige Abwesenheit von guten Aussehen, manchmal auch durch die Abwesenheit von Klang.

Eines der Mitglieder, des Rauchersalons der HMS Anastasia, hat dort einen wundervollen Gegenpol zum üblichen „The Form follows the Function“ Einheitsbrei vorgestellt.

 

Herr Lord Maximilian Bellentime präsentierte, den „UKW Aetherwellentauscher“.

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Nicht nur, dass das Gerät durch sein gefälliges Design besticht, nein es versteckt auch auf besonders pfiffige Weise, die sonst so lästige UKW Stabantenne. Selbige wurde als feiner Messingdraht innerhalb des Schalltrichters versteckt

 

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Basis des Gerätes war der Bausatz eines bekannten Hersteller von Radio- und Funktionsmodellbausätzen. Mit diesem UKW Radio war eine gelungene Mischung, aus integrierten Schaltkreisen und einer Röhre zur Klangverbesserung gelungen. Was aus diesen Bausätzen entstehen kann, sehen Sie hier.

Die komplette Beschreibung des Gerätes und die Erklärung der Funktionen finden Sie im Rauchersalon der HMS Anatstasia.

Wir hoffen, Ihnen damit einen kleinen Einblick in die Wunderwelt der Erfindungen an Board gegeben zu haben.

 

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Kurzfilm: The Alchemist's Letter

Wunderschöner Steam-Fantasy Kurzfilm, mit tollen Animationen und schöner Story.

A visually rich, darkly inventive fairy tale directed by former Student Academy Award® finalist Carlos Andre Stevens.

Starring 2-time Academy Award® nominee John Hurt (V for Vendetta, Alien, Hellboy, The Elephant Man, Midnight Express) and up-and-coming star Eloise Webb (Cinderella, The Iron Lady).

Das Ende einer Ära

Die Abschaltung von Lang- und Mittelwelle…

Dieses Jahr endet eine Ära der Rundfunkgeschichte. Die letzten Lang- und Mittelwellensender werden in Europa und damit auch in Deutschland abgeschaltet.

Betrachtet man die Entscheidung rein von der Energiebilanz her, dann ist das sicherlich eine weise Entscheidung. Verbrauchen diese Sender doch eine Menge Energie. Um die enormen Reichweite von bis zu 1000km im Langwellenbereich zu erreichen, waren Sender nötig, die 2000 Kilowatt Sendeleistung erforderlich machten.

Die Mittelwelle konnte tagsüber bis zu 300 und nachts bis zu 2000 km erreichen, dazu waren Leistungen mit bis zu 300 Kilowatt nötig.

Solange Energieversorgung und Rundfunk in staatlicher Hand waren, konnten sich die Sendeanstalten diese enormen Stromverbraucher leisten. In Zeiten der Privatisierung wird es schwierig, solch einen Sender zu betreiben. Das um so mehr, da das Internet den Empfang weit entfernter Sender möglich macht.

Die Vorteile der Mittelwellen waren die einfachste Bauart von Rundfunkempfängern. Mit einer Diode, einer Spule und einem Drehkondensator, in Kombination mit einem Kopfhörer konnte man ohne zusätzliche Energieversorgung Radio hören. Nachts war sogar Fernempfang ohne Probleme möglich.
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Detektorempfänger ohne Stromversorgung

Ein weiterer Vorteil des Fernempfanges mit Mittelwelle war die Qualität des Empfanges. Während die Kurzwelle starken Schwankungen unterworfen ist, können und konnten Mittelwellen Sender mit nahezu gleichbleibender Qualität empfangen werden.

Welche Vorteile hat analoger Rundfunk noch? Er ist nicht zensierbar! Während digitale Sendungen beliebig verändert umgeschnitten und manipuliert werden können, bevor das Signal den Empfänger erreicht, geht das bei einem rein analogen Rundfunk nicht. Das Wort des Sprechers ist mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aus der Antenne, um die halbe Welt und tönt beim Hörer aus dem Lautsprecher.

Zur Zeit verzeichnet man einen Zuwachs im Bereich der Kurzwelle und auch Mittelwellensender aus dem fernen Ausland (China, Indien und Afrika) sind bei guter Wetterlage selbst mit einem Detektor noch zu hören.

In diesem Sinne:

Guten Wellenfang!

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

 

 


Berichterstattung: Coalescaremonium 2015

CSM3_Folder_page1Vergangenen Samstag fand in der alten Abtei von Bouche à Oreille in Brüssel die dritte Ausgabe des Coalescaremonium unter dem Thema „Industrial Decadence“ statt.

Ein dunkelbuntes Programm erwartete die Besucher, die sich herausgeputzt hatten für den Anlass. Ausgefallene Garderobe war zwar kein muss, aber viele nutzen die Chance um zu zeigen, was der Kleiderschrank so hergab.


Weit weniger Kleidung gab es im ersten Programmpunkt im Hauptsaal der Location: Die Mädels von Candy Coated Circus zeigten was Burlesque alles zu bieten hat.


Im Laufe des Abends gaben sich auf der Bühne Herrschaft und schwarzblut die Ehre, bevor es mit DJ SiSen und DJ Alchemy auch hier zum Tanzen überging.

Die Location selbst bot auf zwei Stockwerken noch weit mehr, als das Bühnenprogramm: In der Kapelle gab es Kunst von Marius Sachtikus, Nocturne Reflet und Fürst der Schatten zu sehen, im Foyer war ein Fotostudio aufgebaut und man konnte neben Kaffee und Tee auch Cupcakes erwerben.


Wer das Tanzbein schwingen wollte, konnte dies das ganze Event über zu verschiedenen DJ-Sets im Danceroom.

Trotz des kühlen Wetters wurde auch der Außenbereich rege genutzt, insbesondere, da dort mit Hamburgern, Cheeseburgern und Veggieburgern für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Bezahlt wurde mit am Eingang erworbener Getränkekarte, sodass es keien Verzögerungen durch Kleingeldsuche gab.
Der Preis von 4€ pro Burger war angesichts der Größe jedoch etwas happig, für eine Veranstaltung dieser Art aber durchaus üblich.
Softdrinks, Säfte und Pils (0,2L) waren für 2€ erhältlich, „Special beer“ und Wein ab 3€.

Insgesamt wurde für den Eintrittspreis von 40€ einiges geboten. Der Veranstaltungsort mitten in Brüssel war Parkplatztechnisch eine Herausforderung. Dieses Problem hatte die Orga aber im Vorfeld durch ein Anfahrtsvideo gelöst, welches den Weg zu einem kostenlosen Parkplatz ein kleines Stück entfernt zeigte.
Ich selbst war beim ersten Auftauchen des Videos skeptisch, warum man so etwas braucht, muss aber sagen, dass ich bei der Hinfahrt dann doch dankbar darüber war, denn so konnte mich die belgische Straßenführung in der Hauptstadt nicht verwirren. Außerdem hätte ich sonst vermutlich auch den Eingang nicht gefunden, dieser wirkte in der Häuserzeile doch etwas unscheinbar.


Sonst gibt es aber nichts zu meckern, auch Punkte, die bei Veranstaltungen häufig Probleme machen, wie saubere Toiletten, Garderobe oder ausreichend Sitzgelegenheiten gaben beim Coalescaremonium keinen Anlass zur Kritik.

Fazit: Eine schöne, durchdachte Veranstaltung, die es verdient größer zu werden. Zielgruppe ist zwar eindeutig ein Gothic Publikum, Steampunks sind aber auch herzlich willkommen.
Und wenn man sich einmal den Namen gemerkt hat, der übrigens von „Coalescent Ceremony“ (~schillernde Zeremonie) kommt, steht einem wunderbaren Abend nichts mehr im Wege.

(Mehr Bilder gibt es hier)

Gastbeitrag: Den NDR zu Gast

Der NDR war kürzlich zu Gast bei Herrn Teleman von Phone und seiner Gattin Viktoria vom Waldesrand. Über ihre Erfahrungen berichten sie nun hier (und natürlich gibt es auch den Beitrag zu sehen.)

Den NDR zu Gast – oder warum ich GEZ-Gebühren bezahle

Sehr geehrte Mitreisende

Im Laufe der vergangenen Jahre, derer tatsächlich noch gar nicht so viele verstrichen sind, fügte es sich, dass die eine oder andere Kamera das Treiben der Phonepunks oder der Machina Nostalgica eingefangen hat.

Nun trug es sich zu, dass der NDR das Vorhaben ersann diesen, den meisten noch relativ unbekannten Kunststil, einmal etwas näher zu beleuchten und so bekamen wir eine Anfrage der Autorin Fanny Weiß zu einer Berichterstattung, die für das Vorabendmagazin DAS! laufen sollte. 3:30 Min sollte der Beitrag bemessen. Man einigte sich auf den 31. März und wir kamen auch sehr schnell überein, dass  es Aktionen gibt, die wir auf gar keinen Fall befürworten, wie beispielsweise in voller Montur mit Kamerabegleitung durch eine Fußgängerzone gejagt zu werden um Passanten zu befragen, wie sie den Mummenschanz denn so finden würden.

Wir trafen uns dann am Vormittag in den Galerieräumen des Kremper Logenhauses. Das Eis war schnell gebrochen und es wurden allerlei „Dinge“ in den Flur getragen. Auch das „Studio“ war schnell gefunden: der wahrscheinlich kleinste Zwischenraum zwischen Gesellschaftsraum, Galerie und Büro, denn dieser konnte problemlos abgedunkelt werden und Platz ist bekanntlich in der kleinsten Hütte.

Es dauerte ca. 1,5 Stunden bis man sich mit dem ganzen technischen Aufwand eingerichtet hatte und das erste Mal die Kamera lief. Stunde um Stunde verstrich, draußen heulte der Orkan und die einzige zeitliche Mahnung bildete die halbstündlich schlagende Kirchturmuhr.

So langsam schwante mir etwas: der Kameramann Lars Hinrichs war eigentlich der Erste, bei dem es auffällig wurde. Durch dieses winzige Okular fing er Stück für Stück immer mehr Details des Ganzen ein und wurde beinahe wie in einen Sog gezogen. Mehr und mehr einzelne Teile und winzigste Details mussten aus allen Blickwinkeln in die digitale Welt verbracht werden und der Virus Steampunk forderte sein Opfer.

Es stimmte der Tontechniker Timo Schwab mit ein: „kann ich das Geräusch noch mal haben, das ist ja genial, was für eine Atmosphäre“. Und wieder und wieder wurde an Wählscheiben gedreht, die Spieluhr betätigt oder das pulsartige Ticken des Metronoms eingefangen – die Kirchturmuhr schlug im Halbstundentakt.

Eigentlich schon viel zu spät wurde gemeinsam eingepackt, denn es stand noch ein Szenenwechsel zum phonepunk´schen Anwesen auf dem Plan. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der NDR, dem der Steampunk in den Adern gerinnt“

Nach einer vorbereiteten Stärkung versuchte man den Platzbedarf in der heimischen Werkstatt noch zu reduzieren, wobei der Tonmann mittlerweile seinen Job draußen im, seinen Zenit erreichenden Sturm, verrichten musste. Wer das Anwesen kennt, kann sich vorstellen, wie das aussah.

Da auch die Autorin offensichtlich vom Thema mit- und hingerissen schien, wurde die Abschlussszene nach Innen ins heimelige Wohnzimmer verlegt, weitere Fragen beantwortet, mit und ohne Kamera und man verlor sich Stück für Stück in den Einzelheiten und anderen Mikrokosmen des Genres.

Nach einem langen Tag, voller neuer Eindrücke, denn auch ich habe mir viel vom Kameramann abgeguckt, war alles wieder verpackt, man verabschiedete sich mit der Versicherung, dass es allen sehr viel Spaß gemacht hat und meine Frau betonte noch einmal, dass ja selbst die Haarspange aus häuslicher Produktion stammte.

„Haarspange? – Welche Haarspange?“

„Na, die hier, die ich im Haar habe.“

„Wieso habe ich die nicht bemerkt? Das geht nicht, das müssen wir mit rein haben, ich pack noch mal ganz schnell aus, aber das geht wirklich nicht, da ist mir die Zeit jetzt egal“

Kamera raus, Beleuchtung raus, neuen Akku rein, alles auf Anfang und die Spange eingefangen.

Nach ca. 8 Stunden Arbeit wurde sich endgültig verabschiedet. Es gab allerdings noch diverse Nachfragen, damit auch ja nichts verkehrt in Umlauf gebracht wird, damit die Professionalität und die Qualität des Berichtes gewahrt bleibt, damit ein Beitrag, der 3:30 Minuten lang ist und im Vorabendprogramm läuft, bei den Zuschauern im Gedächtnis hängen bleiben kann  und eben nicht einer von vielen ist, der morgen schon wieder vergessen wird. Zusätzlich darf man sich die Recherchearbeit, das Sichten des Materials, den Schnitt, das Einsprechen der Texte und das Zusammenfügen vorstellen. DAS ist Qualitätsanspruch. DAS ist maximaler Respekt. Und deshalb haben wir DAS auch für „DAS!“ gemacht.

Und deshalb zahle ich auch GEZ-Gebühren (ohne für das Thema Geld zu bekommen), denn dann ist sowas möglich, Privatsendern habe ich bisher abgesagt, weil ich mich bei denen nicht auf das Vertrauensspiel einlasse.

Doch hier nun das Ergebnis, der Beitrag beginnt bei 28:00 Minuten

In der Hoffnung, dass Ihnen der Sendebeitrag ebenfalls gefallen hat,

Ihr

Teleman von Phone, nebst Gattin Viktoria vom Waldesrand

Information Sharing versus Information Hiding

Liebe Leser,

letztes Jahr, hatten wir (Herr von Phone und ich) die grosse Ehre in der Schaffensstätte des Professor Bossard ausstellen zu dürfen. Und allein ging es NICHT um uns, sondern darum ob und wie Steampunk auch eine Kunstrichtung ist.

Unter Anderem wurden wir gebeten, nicht nur unsere Artefakte auszustellen, sondern auch einen Vortrag über die

Achtung: „Kunstrichtung Steampunk“ zu halten.

Dabei sollte es um Themen wie: „Was ist Steampunk überhaupt“, „wo liegen die Hintergründe und Ursprünge“ und „braucht die Welt „DAS“ überhaupt gehen.

Wir haben die Einladung, dort ausstellen zu dürfen, als „Ritterschlag“ für den gesamten Deutschen Steampunk angesehen und zugesagt.

Es war ein tolles, interessantes und enorm kreatives Wochenende.

Nicht nur, dass wir Vorträge halten und unsere „Sachen“ ausstellen konnten. Nicht nur, dass es uns möglich war über Herrn Ravensdale, Herrn von Heddernheim, Herrn Brass, Herrn Junophor und anderen Personen des Deutschen Steampunk zu reden.

NEIN!

Es gab einen ganz entscheidenden Punkt in der Diskussion, an dem wir gefragt wurden, ob wir das alles selbst erdacht hatten.

Liebe Leser, wir mussten das VERNEINEN!

Allerdings hatten wir das grosse Vergnügen auszuführen, wie und wann Ideen entstehen. Nicht im stillen Kämmerlein, sondern durch Dialog, durch Teilen und durch ein Miteinander.

Wir konnten ausführen, dass nur durch das Teilen von Ideen und Materialien, nur durch das Tauschen von Wissen und Fertigkeiten wahrlich etwas Neues entstehen kann.

Nur das „Information Sharing“ bringt neue Ideen hervor. Wer allein und isoliert im Keller sitzt und nur immer im Kreise denkt, der wird immer und immer wieder ähnlich Dinge produzieren. Nur wer die Augen öffnet, teilt und weiter gibt wird auch selbst Ideen erhalten, wird Inspiration erfahren, neue Materialien, Fertigkeiten und Wissen erlangen und sich damit auch weiter entwickeln.

Und ganz wichtig, die Idee des Bauens um des Bauens willen. Das Erfinden, Bauen und Entwerfen, nicht weil es „zu was nutze ist“, sondern >>

Weil ich es will und kann! Oder (viel wichtiger) es versuchen will!

Eine Frage ist mir spontan eingefallen: „Wenn heute das Flugzeug erfunden würde, wann würde es fliegen?“

Antwort: „Niemals, denn es würde NICHT in drei Monaten Gewinn abwerfen!“

Um Herrn von Phone zu zitieren:

„in Zeiten des kulturellen Rückbaus, in Zeiten der sozialen Unsicherheiten, in denen die Menschen in Ihrem von Aussen bestimmten Leben, keine eigene Linie mehr finden können, bleibt ihnen nur noch eines: ihre Träume.

Also laden wir doch die Menschen um uns herum wieder ein zu träumen, das Undenkbare zu denken, einfach mal in ihrer Phantasie auszubrechen.

Das ist Steampunk, eine Idee, ein Traum.“

Lassen wir nicht zu, dass unseren Träume beschränkt werden, eingesperrt in Schubladen. Lassen wir nicht zu, dass wir eingeschränkt werden, im Austausch von Ideen, Fertigkeiten und Techniken.

SteamPUNK wir getragen von schrägen, abstrusen und durchgeknallten Ideen.

Ob nun jemand Hightech baut, ob jemand eine Wasserpistole zur Phantasiewaffe umbaut, ob jemand „funktional“ oder „non funktional“ Steampunk betreibt. Ob nun jemand einen Transistorverstärker in eine ornamentverzierte Pappschachtel baut oder eine funktionierende Dampfmaschine auf seiner Drehmaschine bastelt, sich einen Rückenträger erstellt, eine Uniform, ein Kleid oder eine Weste näht, Musik macht oder Romane schreibt ich sehe alles als gleichwertig an. Denn die Idee ist es, die dahinter steckt, das Herzblut und der Stolz den jemand in seine Arbeiten steckt.

Nicht jemand „da draußen“ definiert was Steampunk ist, kein Kunstkritiker, kein BLOG-Betreiber und kein Journalist, sondern WIR!

Lassen Sie nicht zu, dass Personen Ihnen sagen, was Steampunk ist und was nicht! Lassen Sie nicht zu, dass Personen, die selbst noch NIE etwas gebaut, erdacht oder entworfen haben, Ihnen sagen was Steampunk ist und Ihre Kreationen als STEAMJUNK bezeichnen oder Spottlieder im Stile von „Glue some Gears on it….“ darüber singen.

Steampunk ist KEIN Reenactment, Steampunk ist geballte Phantasie, ist Ideen, Kreativität und Zusammenarbeit!

EGAL, was Sie bauen, wie Sie es bauen, wenn es sich wie Steampunk anfühlt, dann ist es das auch!

Also bauen Sie, denken Sie und fragen Sie.

Und: „GEHEN SIE DA RAUS UND ZEIGEN SIE, WAS SIE GEMACHT HABEN!“

Ich wünsche Ihnen allen eine kreative und inspirierende Nacht und DANKE, dass Sie alle da draußen sind und bauen, denken, schreiben, nähen, sticken, lehren, lernen und zeigen!

Hochachtungsvoll und mit einer Verneigung,

Horatius Steam

Ausstellungseröffnung: Das Mechanische Corps

7213_1_2015_MEC_Design_800x600pxHeute Abend um 19.00 Uhr öffnet im Dortmunder U auf Ebene 3 die Ausstellung „Das Mechanische Corps. Auf den Spuren von Jules Verne“. Um 21.00 Uhr gibt es im Untergeschoss eine Performance des Soundpanzers zu sehen.

Nik Nowak, Panzer, 2012, Ausstellung "Das Mechanische Corps", HM

Nik Nowak, Spundpanzer, 2012, Ausstellung Das Mechanische Corps, HMKV im Dortmunder U, 11. April – 12. Juli 2015 © Nik Nowak

Schnaufende Dampfmaschinen, tickende Uhrwerke und feingliedrige Zahnradkonstruktionen, Kolben und Ventile, Kupfer, Nieten und Leder – die retrofuturistischen Welten des Steampunk ziehen derzeit Bastler und Romanciers, Nostalgiker und Utopisten, etablierte Künstler und ambitionierte Autodidakten gleichermaßen in ihren Bann.

Für ihr Ausstellungsprojekt „Das Mechanische Corps“ haben die Kuratoren Peter Lang (†) und Christoph Tannert eine Vielzahl von Objekten, Skulpturen und Entwürfen zusammengetragen, die der ästhetische Rückgriff auf die Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts eint. In der bildenden Kunst, in Mode und Design, in Literatur, Film und Comic finden sich vermehrt Zeugnisse des paradoxen Phänomens, das im Fokus der Ausstellung steht: die in den 1980er Jahren begründete und stetig wachsende Faszination für die Funktionalität, die Schönheit und das utopische Potential von Technologien des frühen Industriezeitalters – in einer Gegenwart, die selbst immer stärker von unsichtbaren und unbegreiflichen Mechanismen bestimmt wird, von Beschleunigung und Informationsüberfluss.

Wendy Esmeralda Castillo, Nautilus Gameboy, 2014, Ausstellung Das Mechanische Corps, HMKV im Dortmunder U, 11. April – 12. Juli 2015 © Andrea Eichardt

Wendy Esmeralda Castillo, Nautilus Gameboy, 2014, Ausstellung Das Mechanische Corps, HMKV im Dortmunder U, 11. April – 12. Juli 2015 © Andrea Eichardt

„Das Mechanische Corps“ ist ein erstaunliches Sammelsurium, das aus der zeitgenössischen Kunst ebenso schöpft wie aus Populär- und Subkultur. Zu bewundern sind ausgefeilte mechanische Konstruktionen, viktorianisch anmutende Kostüme, wahnwitzige Skizzen und versponnene Erfindungen, die in ihrer verträumten Kuriosität immer wieder die fantastischen Welten des Jules Verne heraufbeschwören und dabei die Grenzen zwischen Kunst, Handwerk und nerdiger DIY-Kultur vergessen lassen.

Die Ausstellung des Hartware MedienKunstVereins ist vom 11. April bis zum 12. Juli 2015 zu sehen. Eintritt kostet 5 € / 2,50 € ermäßigt.

Unter anderem mit dabei sind Werke von Alex Schlesier, besser bekannt als Steampunker.

Mehr Informationen gibt es hier.

Mara und der Feuerbringer

Ich gebe zu, Mara und der Feuerbringer ist kein Film, den man in das Steampunkgenre einordnen würde, fehlen dem Film doch ( und auch den Büchern ) das so geschätzte viktorianische Flair und die wilden Maschinen, aber ich möchte dennoch darüber berichten und hoffe, es wird klar, warum.

Mara Lorbeer ist ein 14-jähriges Mädchen aus München. Eine Tagträumerin, die nicht viel von den esoterischen Anwandlungen ihrer Mutter hält. Nichts läge ihr vermutlich ferner, als als die letzte der verbliebenen Seherinnen das drohende Ragnarok zu verhindern. Nun liegen solche Entscheidungen aber nicht immer in den eigenen Händen…

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Die Buchtrilogie und der Film stammen beide aus den Händen von Tommy Krappweis ( Drehbuch und Regie ), einem Urgestein der deutschen Medienlandschaft. Spaßmacher und kreativer Geist, vor und hinter der Kamera, auf Theaterbühnen und an der Schreibmaschine. Tommy hat nach vielen Jahren harter Arbeit nun das erste Buch aus der gleichnamigen Trilogie „Mara und der Feuerbringer“ verfilmt und in die deutschen Kinos gebracht.

Hinter dem Film steckt nicht die übliche bajuwarische oder amerikanische Filmmaschine sondern eine Menge engagierter und begabter Menschen, die daran glauben, daß der Film auf die Leinwand gehört und die Geschichte im Filmformat erzählt werden muß, die in den Büchern schon erfolgreich niedergeschrieben wurde. Tommy gründete eigens dafür eine eigene Visual Effects Firma und holte Leute ins Team, die die gleiche Mission im Geiste hatten, wie er selbst.

Auch versucht der Film nicht, wie man es von deutschen „Fantasystreifen“ leider gewohnt ist auf  biegen und brechen lustig oder möglichst brutal zu sein. Es ging ihm darum eine lebendige Geschichte zu erzählen. Hinter dem ganzen steckt sogar noch eine Bildungsabsicht. Die Fakten über die germanische Mythologie, die eine große Rolle in den Büchern spielt, basieren auf der Zusammenarbeit mit Professor Simek, bekannt als wissenschaftliche Referenz für germanische Mythologie an der Universität Bonn ( . Genau so  wichtig war es, das Thema zu entnazifizieren und die germanische Götterwelt in Geschichten und Sagen zu präsentieren.

Ebenso wurden treue Fans, die zu großen Teilen aus der deutschen Phantastikszene stammen, Teil des Films und übernahmen Rollen an der Seite von deutschen Stars wie Esther Schweins, Eva Habermann, Jan Josef Liefers und Christoph Maria Herbst. Ohne diese und die ganzen Leute im Hintergrund wäre aus der Verfilmung nicht das geworden, was sie eben geworden ist: eine in Deutschland produzierte, von den Medien durchweg positiv gelobte ( nicht mal die üblichen Spottdrosseln krümmten ein Haar ) Verfilmung eines wunderbaren Jugendbuches.

Deshalb ist es aktuell sehr verwunderlich, warum der Film so niedrige Besucherzahlen vorweisen kann. Die meisten deutschen Kinos lassen ihm kaum eine Chance als Abendfüller, lassen sie ihn nur Mittags und immer seltener auch Nachmittags laufen. Tut der deutschen Phantastikszene einen Gefallen und geht in den nächsten Tagen mal ins Kino. Der Film ist sehenswert und die viele harte Arbeit sollte gewürdigt werden!

Um doch noch einen Brückenschlag zum Steampunk zu finden, habe ich Carsten Steenbergen, bekannt als einer der Macher von Steamtown ( wir berichteten hier und hier und bestimmt noch woanders ) und eifrigen Unterstüzer von „Mara und die Feuerbringer“ folgende Frage gestellt: „Warum sollte sich der Steampunker ansich den Film ansehen?“. Carsten sagte:

„Mara und der Feuerbringer“ hat weder Zahnrad noch Dampfmaschine – der Kinofilm von Tommy Krappweis funktioniert dennoch absolut im Geiste des Steampunk. Die unerschütterliche Liebe zum Detail, die Nutzung aller zur Verfügung stehender Ressourcen – von Vorstellungskraft bis über bereitwilligem wie körperlichem Einsatz der breiten Phantastik-Szene und dem besonderen Humor eines Krappweis – machen aus „Mara und der Feuerbringer“ ein Genre-Kleinod der deutschen Filmproduktion, das sich nicht hinter Hollywood verstecken muss. Und das, wo der gemeine Fantasy-Film aus landeseigener Herstellung bislang als NoGo-Genre in deutschen Kinos ein verlorenes Dasein führt. Dieser Film bietet dem altbewährten Vorurteil Stirn und Gelegenheit, geistige Betonwände einzubrechen. Europas größte Greenscreen, echtes Vulkangeröll aus der Eifel für eine realistische Vulkanlandschaft, dazu hochkarätige Schauspieler und umwerfendes FX, das ringt einem unweigerlich Respekt ab. Und Punk … Punk verbirgt sich in diesem UnderDog-Projekt deutlich mehr als in den üblichen Krimis und Komödien der letzten Jahre.

Danke Carsten.

Ich wünsche Tommy Krappweis und seinem Team, daß der Film noch gut besucht wird und sich die Arbeit gelohnt hat. Wir brauchen mehr hochwertige deutsche Phantastik in den Medien. Wir wollen doch nicht, daß die Phantasie ausstirbt, oder? ;)

Zum Abschluß noch ein paar bewegte optische Leckerli als Vorgeschmack auf den Film:

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Die Geschichte Die Dreharbeiten
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Die Effekte Die Mitwirkenden

La nuit publique 2015 - Ankündigung

Herr Remington Brass kündigte kürzlich eine Fortsetzung der Nuit pur le Ferite an, diesmal soll die Veranstaltung jedoch noch größere Kreise ziehen, aber lesen Sie selbst:

 

Sehr verehrte Damen und Herren,

hochgeschätzte Mitreisende,

diejenigen unter Ihnen, die sich bereits etwas länger an Bord der HMS Anastasia aufhalten, werden sich möglicherweise daran erinnern können, dass im Frühjahr des vergangenen Jahres die „Nuit pour le Ferite“ stattgefunden hatte. Die Damen und Herren des gleichnamigen Ordens hatten sich heimlich verabredet, gemeinsam eine ganze Nacht lang in ihren jeweiligen Werkstätten oder Ateliers fleißig zu sein und in regelmäßigen Abständen die Fortschritte ihrer nocturnen Aktivitäten in Wort und Bild hier im Salon zu präsentieren.

Wer den Gesprächsfaden dieser Nacht gern kennen lernen (oder nochmals nachlesen) möchte, der kann dies hier tun.

Schon am Morgen danach – noch von den „Strapazen“ der durchwachten Nacht gezeichnet – war allen damaligen Mitwirkenden klar: So etwas wird es im kommenden Jahr wieder geben – und dann sollen alle Interessierten mitmachen können …

Hier ist sie nun also, die Bekanntmachung und Mitmach-Einladung zur

Nuit publique

Freitag, 29. Mai ab 20.00 Uhr bis Sonnenaufgang

Seien Sie dabei und lassen Sie sich verzaubern von dem unvergleichlichen Gefühl, allein und doch gemeinsam mit vielen Anderen überall im Lande, eine ganze Nacht lang an einem Projekt Ihrer Wahl zu arbeiten. Zeigen Sie zwischendurch, was Sie tun und schauen Sie, was die Anderen tun!

Nutzen Sie die noch reichlich bemessene Vorbereitungszeit, um Ende Mai gerüstet zu sein für unsere gemeinsame Steampunk-Nachtschicht! Was Sie sich zu tun vornehmen, bleibt ganz Ihren Vorlieben überlassen.

Spitzen Sie die Nähnadeln an, wärmen Sie die Lötgeräte vor, rühren Sie Farben an, kochen Sie Knochenleim, polieren Sie das Bügeleisen, gerben Sie Leder, plündern Sie Schrottplätze, schärfen Sie Messer und Sägen – was auch immer … tun Sie´s! Bereiten Sie sich vor! Aber verraten Sie noch niemandem, was Sie in der Nuit publique vorhaben.

Und sagen Sie bereits jetzt alle Termine für Samstag, den 30.Mai ab – Sie werden Schlaf nachholen müssen!

Die Nuit publique wird auch im Veranstaltungskalender als Event gepostet. Alle Teilnahme-Interessenten werden gebeten, sich dort anzumelden.

In der Hoffnung, sich mit Ihnen gemeinsam eine Nacht um die Ohren schlagen zu können grüßt

Remington Brass

Wir hoffen, im Nachgang einige der entstandenen Werke hier präsentieren zu dürfen. Seien Sie also gespannt und verfolgen sie das Geschehen im Salon oder noch besser: Nehmen Sie teil!

Steampunk Goes Europapark

Zu Eröffnung der Sommersaison wurden in den Freizeitpark Europapark Rust einige Mitglieder von Freiburg unter Dampf eingeladen.
Fräulein Turusula von Ungefähr berichtet Ihnen in diesem Gastbeitrag von ihren Erlebnissen:

 

Am 26.3.2015 gab der Europapark Rust mit einer großen Pressekonferenz den Auftakt für die Sommersaison in seinem 40. Jubiläumsjahr.
Wir – Pierre de Vapeur und Tutursula von Ungefähr von Freiburg unter Dampf – wurden angesprochen, ob wir nicht Lust hätten als „Walking Act“ mitzuwirken. Also liefen die Drähte heiß und wir organisierten nach den thematischen Vorgaben des Eventmanagements eine kleine Gruppe von Steampunks aus dem süddeutschen Raum, denen die Ehre zuteil wurde, an diesem großen Ereignis teilzunehmen:
die Damen von Ungefähr: klein Ragna von Ungefähr – unser dreijähriges Küken, Aminés von Ungefähr, Johanna von Ungefähr, beides Töchter von Tutursula von Ungefähr (Freiburg unter Dampf)
Herr Pierre de Vapeur (Freiburg unter Dampf)
Herr Baron Peter von Heim nebst Gattin Hedwig van Aken von der Badischen Luftschiffmarine
und Rapahelius Alva Grußer vom S-Team aus Sigmaringen
Unterstützt wurden wir von Ragnas Mama, Nele „von Ungefähr“, die auch so lieb war und viele Fotos vom „Making of“ machte.

(Diese sind hier im Salon zu finden)

Europapark 1

Es war ein aufregender Tag! Wir mussten früh anreisen, uns umziehen und proben, proben, noch mal proben…. Und dann WARTEN…..
Warten auf die Familie Mack, Miss Germany, viele prominente Gäste und 300 Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen. Wir waren ganz schön aufgeregt, aber dann klappte alles reibungslos. Jeder hatte seine Rolle: der Baron und Raphaelius standen in luftiger Höhe auf dem Zeppelin-Skelett und sollten dort flexen und mit einer Dampfkanone schießen. Pierre de Vapeur, klein Ragna und Tutursula von Ungefähr mussten den kleinen Zug erwarten und Miss Germany angemessen begrüßen und dann zu Familie Mack geleiten. Die Damen sollten uns plaudernd und herumschlendernd erwarten. Mitten in diese Idylle hinein erklang ein Nebelhorn, es kam Hektik auf, die Damen eilten hinauf zum neu gestalteten Aussichtsturm, der dann mit seinen Passagieren in die Höhe stieg. Ein schöner Anblick, wie sie da so an den Panoramafenstern standen und winkten! Derweil blieben wir drei (Pierre, Tutursula und Ragna) unten und mischten uns ins Getümmel. Besonders auf die Kleine stürzten sich die Fotografen – sie war ja auch allerliebst mit ihrer Fliegerhaube, dem winzigen Cul de Paris und dem drehenden Propeller auf dem Rücken! Als sich die Gondel wieder nach unten bewegte und dann stehen blieb, gab es noch ein beeindruckendes Tagesfeuerwerk. Es war ein grandioses Spektakel und wir durften ein Teil davon sein!
Im Anschluss wollten wir uns gerade bereit machen zu unserer Garderobe zurück zu kehren, da hielt uns Maren, unsere persönliche Betreuerin, noch einmal auf…..

Europapark 3

Familie Mack, die „Herren über den Europapark“ hatten ausdrücklich gewünscht, dass WIR!!!! mit auf das offizielle Pressefoto sollten! Wir waren SPRACHLOS!!! Offenbar war unser Auftritt so gut angekommen, dass man uns mit auf dem sogenannten Familienfoto haben wollte. Als eingefleischte Europapark-Fans war das für uns eine ganz besondere Ehre. Also eilten wir noch einmal hinter dem ganzen Tross her, durften auch die neu gestaltete Parade bewundern und ein letztes Mal für die Presse posieren.

Europapark 2

Völlig erledigt ging es anschließend wieder Richtung Parkplatz. Ein aufregender Tag, der uns noch lange, lange in Erinnerung bleiben wird.
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die uns an diesem Tag unterstütz haben.
Baron Peter von Heim, Hedwig van Aken, Raphaelius Alva Grußer
Aminés von Ungefähr, Johanna von Ungefähr, Ragna von Ungefähr, Nele „von Ungefähr“
Ihr habt klasse ausgesehen, ihr habt alle Strapazen auf euch genommen, ihr habt für große Erheiterung gesorgt, seid unermüdlich den Anweisungen der „Regie“ gefolgt und habt mitgeholfen, dass mir dieses Ereignis unvergesslich bleiben wird!
Tutursula von Ungefähr und Pierre de Vapeur