Beachtenswert

Steampunk Revue und „Turm und Strang“-Konzert

Aus Österreich, besser gesagt aus Wien erreicht uns ein Gastbeitrag von Fräulein Queran Ruffles: Sie war auf der Vienna Steampunk Revue und berichtet vom dortigen Treiben:

4

Halbjährlich findet seit einiger Zeit in Wien die Steampunk Revue statt, ein Partyabend ganz im Zeichen des Dampfes. Die Szene in Wien ist zwar nicht groß, aber sehr motiviert, und so ist das Weberknecht an diesem Abend immer gut besucht. Es gibt ja auch einiges zu sehen und zu tun: Im Erdgeschoss finden sich neben dem ausgedehnten Barbereich auch ein Raum mit Händlern und eine Lounge mit ruhigerer Musik als im Keller, wo die Party abgeht.

2

Wie immer hat sich die Organisation mit der stilgerechten Dekoration Mühe gegeben und Zahnräder baumeln sogar über der Tanzfläche von der Ziegeldecke. In Lounge und Händlerbereich wurde für stimmungsvolles Licht gesorgt, um die Outfits der Besucher und Besucherinnen und die Waren auf den Verkaufstischen richtig in Szene zu setzen. Die Angebote der Händler und Händlerinnen überraschen, denn abgesehen von den erwarteten Kopfbedeckungen und Schmuckstücken gibt es auch Pfeifen, Kunst und Handtaschen aus alten Büchern zu erstehen. Die Stände sind liebevoll dekoriert, die meisten AusstellerInnen haben sich Mühe gegeben, ihr Outfit dem Anlass anzupassen und der alte Holzboden trägt zur Vervollkommnung des Ambientes bei.

1

Die Steampunk Revue ist nicht nur eine Partynacht mit DJ, es wird mit einer Modeschau von Nico Öst, einer Tanzeinlage der Showgruppe „Do you Spider“ und einem Konzert der ersten Wiener Steampunkband „Turm und Strang“ noch mehr Programm geboten. Zwischen den Acts, die etwas verspätet um 22:30 beginnen, legen DJ Vagabund und DJ Avalon auf. Steampunk als Szene ist weitläufig und daher schwer zu beschreiben, und ebenso verhält es sich mit der Musik, die auf Steampunkevents gespielt wird. Die Stücke bewegen sich an diesem Samstag zwischen Elektroswing, Gothic, Folkmetal und elektronischer Tanzmusik, und vieles davon passt zwar gut zum Thema des Abends, ist aber schwer tanzbar. Aber nicht nur die schwierige Musik, sondern wohl auch die aufwendigen Outfits der Damen und Herren tragen dazu bei, dass der Barbereich im Erdgeschoss viel voller als die Tanzfläche ist. Unten tummeln sich vor allem diejenigen, die vorrausschauend leichtere Kleider gewählt haben und auch einige Leute, denen man ihre Begeisterung für Steampunk nicht ansehen würde. Da das Weberknecht oft Veranstaltungen aus der Schwarzen Szene und anderen alternativen Szenen beherbergt, sind wohl auch einige der Besucher und Besucherinnen eher aus Gewohnheit oder Neugier als aus Szenezugehörigkeit gekommen. Zu späterer Stunde ist es aber einerlei, aus welcher Szene und wie gekleidet man ist, die Tanzfläche füllt sich und die Tanzwütigen haben ihren Spaß.

Um halb elf geht es mit dem Konzert von „Turm und Strang“ los. Die noch recht neue Band hat im Januar ihr erstes Album herausgebracht und spielt eine Auswahl daraus. Obwohl die Band noch nicht viel Bühnenerfahrung gemeinsam hat, ist das Konzert toll durchgeplant und in sich sehr stimmig. Persönlich habe ich es immer sehr gerne, wenn eine Band ihr Set nicht einfach nur runter spielt und dann wieder geht, sondern das Konzert zu einem Erlebnis macht, das mit dem Anhören der aktuellen CD nicht nachvollzogen werden kann. „Turm und Strang“ erfüllen diesen Anspruch vollständig, da sie mit ihrem Konzert eine Geschichte erzählen.

3

Es beginnt mit einem gesprochenen Intro, das uns ins London der 1860er zurückführt, darauf folgt ein Lied, das die Geschichte weitererzählt. Dieses Format wird das Konzert über beibehalten, das Genre der Songs variiert dabei stark. Den Beginn macht ein kraftvoller Mix aus Dubstep, Rock und Sprechgesang, es gibt aber auch Stücke, die ruhig und romantisch werden und zwei Lieder kommen sogar ganz ohne Text aus. Die Mischung ist schwer zu beschreiben und klingt seltsam, funktioniert aber auf der Bühne tadellos. Die großartige Stimme des Sängers trägt dazu bestimmt bei. Die Geschichte endet damit, dass der Protagonist nach einer Reise quer durch die Welt aus Wien zurück nach London berufen wird, da Van Hellsing verstorben ist und die Königin Victoria seine Hilfe erbittet. Es scheint also, als ob die nächsten Konzerte diese Story fortsetzen, und ich werde bestimmt dabei sein, um sie zu hören.

Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht! Mehr Lichtbidler des Abends finden Sie hier bei Geoff Brook.

Wenn auch Sie von einer Veranstaltung erzählen möchten oder ein anderes Thema haben, über das es sich zu berichten lohnt, schreiben Sie uns unter info ät clockworker.de. Wir freuen uns immer über Gastbeiträge!

Neue Lebensform entdeckt....

…Stromfresser unter uns!

Vor einiger Zeit ereignete sich im Norden von Hamburg eine merkwürdige Begebenheit. Herr von Phone berichtete von seltsamen Wesen, die sich plötzlich um einen Stromanschluss in seinem Anwesen tummelten:

Pentatrinenfertig

„Die Stromfresser

in einer dunklen Realität, die wir kaum wahrnehmen, weil wir heute nicht mehr wirklich hinsehen, existieren Kreaturen, die sich von einer Errungenschaft ernähren, die wir schon fast vergessen hatten.

Zum einen, weil wir eben jene Errungenschaft heute für selbstverständlich halten, in unserem Zeitalter, zum anderen, weil wir ihre Entdeckung schon einmal vergessen hatten.

Die „Stromfresser“ waren bekannt in der ägyptischen Antike, waren vergessen bis zur Aera Teslas und treiben im Hintergrund bis in unsere Zeit weiterhin ihr Unwesen.

Bis zum Tage, an dem Herr von Phone, Ihrer bewusst wurde…..“

Anscheinend fliegen diese Wesen aus und kommen wieder, um sich an den Anschlüssen für Teslaenergie zu laben. Wie Herr von Phone feststellte, sind diese Wesen schon aus der alten Zeit bekannt:

„Die Stromfresser waren schon im alten Ägypten bekannt. Eine Art, die sich den Überlieferungen nach, aus einem missglückten Experiment des Pharaos RAM-ses Nukleapatro entwickelten. Schnell wurde jedoch ihre enorme Nützlichkeit entdeckt. Tagsüber an den Vorläufern der heutigen Akkumulatoren aufgeladen, wurden diese nachts freigelassen, um die Umgebung der Pyramidenbaustellen mit Licht zu versorgen.

So konnte man den weltweit ersten Bau aus Menschenhand rund um die Uhr betreiben. Ging die Sonne am Firmament auf, kamen die Kreaturen eigenständig zur Versorgungsstation zurück um sich von den Elektronen zu ernähren.

Noch heute erzählen uns verblichene Zeichnungen von farbenfrohen Scarabäen die Geschichte aus jenen Tagen, nur hat dies bisher niemand in dieser Form interpretiert…“

Lassen Sie sich also verzaubern, von Wesen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

 

Pentatrinen2

 

Hochachtungsvoll,

 

Horatius Steam

Steampunk Veranstaltungen ab März 2016 - ein Überblick

Werte Leserinnen und Leser, auch in diesem Jahr gibt es wieder viele Steampunk Veranstaltungen in Deutschland. Hier ist eine – nicht vollständige – Liste ab März, die einen groben Überblick bietet. Viele weitere Veranstaltungen finden Sie wie immer im Rauchersalon. Wenn Sie Kenntnis haben von weiteren Veranstaltungen, die hier nicht zu finden sind, schreiben Sie sie gern in einem Kommentar.

public domain, Graphics fairy, bearbeitet von A. Zeichnerin

public domain, Graphics fairy, bearbeitet von A. Zeichnerin

März
05.03.2016 – 06. März 2016 — STEAMBALL 3 | Feline & Strange,  Silverwings Club, Berlin

06.03.2016 – 7. offizielles S-Team Treffen, Sigmaringen
https://www.facebook.com/events/158812834486392/
13.03.2016 — FUNKELGLANZ Szenemarkt, 12 – 18 Uhr — Nordrhein-Westfalen — Burg Satzvey (Nordeifel, Raum Köln – Bonn – Aachen) Vielfältiges Marktgeschehen (Fantasy, Gothic, Mittelalter, Steampunk,..), Rahmenprogramm, Gastronomie, Kinderbastelbereich
http://www.funkelglanz.de/category/szenemaerkte/termine/
http://www.facebook.com/Funkelglanz

16.03. Tweed Day — Historische Fahrradtour, 15 Uhr — in Berlin
https://www.facebook.com/events/207046126294531

April

30.4./1.5.2016 — Aethercircus Steampunk Festival — Niedersachsen — Festung Grauer Ort (bei Stade)
genaues Programm folgt demnächst – mit Live-Musik, Lesungen, Ausstellung, Steampunk-Markt unter anderem
http://aethercircus.blogspot.de/

https://www.facebook.com/events/922100384474934/

Mai

04.05. – 05.05.2016 STEAMTROPOLIS — Nordrhein-Westfalen — Bochum (Matrix)
http://matrix-bochum.de/matrix/event_modal.php?eID=2990
https://www.facebook.com/Steamtropolis.Bochum

07. und 08. Mai 2016 Steampunkspass im Industriekultur Museum — Niedersachsen — Osnabrück www.steampunkspass.de

14. Mai 2016 — 5. Steampunk Picknick im Rahmen des Wave Gothic Treffen — Leipzig
https://www.facebook.com/events/1661181544150977/

28. Mai SteamArtica (Markt ab 16 Uhr, Musik ab 20 Uhr) mit Coppelius und Off Limits — Niedersachsen/Bremen — im Pumpwerk Wilhelmshaven
https://www.facebook.com/events/1027757800598616/

29. Mai „Der Stern des Seth“ — Steampunk-Lesung mit Tee-Duell, von Amalia Zeichnerin — Hamburg
– im Via Cafélier, Paul-Dessau-Straße 4, HH-Bahrenfeld, ab 17 Uhr
https://www.facebook.com/events/773815976084070/

Juni

04.06.2016 Erstes Steampunkpicknick am Seeschloß Monrepos — Baden-Württemberg — Ludwigsburg

https://www.facebook.com/events/836844809757364/

19.06.2015 3. Nordbadisches Steampunk-Picknick — Baden-Württemberg — Schlossgarten Karlsruhe, Karlsruhe

https://www.facebook.com/events/798404823639406/
Juli

03. Juli 2016 — Mit Volldampf in die Werkstatt & über den Bodensee — Frickingen-Altheim / Sipplingen

https://www.facebook.com/events/159633111083323/
16. Juli 2016 — Schwarzes Picknick Hamburg — Hamburg – Jenischpark

www.facebook.com/events/1153765348034389/ Bitte beachten: Dieser Termin steht noch nicht 100% fest

24. Juli — 4. Hamburger Steampunk Picknick — im Stadtpark
https://www.facebook.com/events/558179074334007/
August

06.08. — Steam-Time im Saarland :Kaffee und Kuchebuffet mit anschließender Fotofahrt mit der Historischen Dampfbahn — Losheim

https://www.facebook.com/groups/SaarSteam/

27.08. 8. — offizielles S-Team Treffen nebst FLOHMARKT — Sigmaringen

https://www.facebook.com/events/1688351181441499/
27.08.2016 — GOTHIC CASTLE III — Burg Satzvey (Nordeifel, Raum Köln – Bonn – Aachen)
Indoor-Konzerte, „schwarzer“ Biergarten mit Rahmenprogramm, Düstermarkt, After-Dark-Disco, Gastronomie.
http://www.gothic-castle-satzvey.de

28.08. Zeitreise Hagen: Steampunk-Picknick im Freilichtmuseum Hagen

https://www.facebook.com/ZeitreiseHagen/ 
September

10.-11-09. — FanTasia Festival, — Alte Mühle an der Dong, Neukirchen-Vlyn, NRW
https://www.facebook.com/events/1548543295472600/

24.09. –Steampunktreffen in Kempten zur Jubiläumsausstellung — Residenz Kempten, 87435 Kempten, Bayern

https://www.facebook.com/events/833199040126284/
Oktober

02.10. — HerbstPicknick-Steampunk meets Victorian, Park Schönbusch, 63739 Aschaffenburg/Bayern, Beginn 14 Uhr

https://www.facebook.com/events/509530799252411/

26.11. — Historischer Tanzball in Wuppertal/NRW, Stadthalle

https://www.facebook.com/needlebeebySabine
November

13.11.2016 — FUNKELGLANZ Szenemarkt, 12 – 18 Uhr — Nordrhein-Westfalen — Burg Satzvey (Nordeifel, Raum Köln – Bonn – Aachen) Vielfältiges Marktgeschehen (Fantasy, Gothic, Mittelalter, Steampunk,..), Rahmenprogramm, Gastronomie, Kinderbastelbereich
http://www.facebook.com/Funkelglanz
Dezember

10./11. Dezember 2016 — 1. Internationaler STEAMPUNK-AWARD — Saarburg/Rheinland-Pfalz

https://www.facebook.com/events/744169825615241/

10./11. Dezember 2016  — JINGLE BELLS – DER viktorianische Weihnachtsmarkt — Saarburg/Rheinland-Pfalz

https://www.facebook.com/events/1078817662163609/
11.12.2016 — Steampunk im Phantasialand — Brühl/ NRW

https://www.facebook.com/events/128390280862671/

 

 

Serientipps für Steampunks - heute: Sleepy Hollow

„Sleepy Hollow“ ist eine amerikanische Serie, die man den Genres Horror, Mystery, Urban Fantasy, Krimi und Historisch zuordnen könnte. Sie basiert auf der Halloween-Kurzgeschichte „Die Legende von Sleepy Hollow“, welche 1820 von dem Historiker und Autor Washington Irving geschrieben wurde.

Washington Irving, eine Daguerreotypie von 1861 von Mathew Brady - gemeinfrei

Washington Irving, eine Daguerreotypie von 1861 von Mathew Brady – gemeinfrei

Vielen von Ihnen dürfte die Kinoverfilmung von Tim Burton, mit Johnny Depp, Christina Ricci und Christopher Walken aus dem Jahr 1999 bekannt sein.

Zum Inhalt:
Im Jahr 1781 tötet Ichabod Crane (dargestellt von Tom Mison) ein Spion und Soldat der Kolonialen Armee, auf einer Mission für Präsident George Washington höchstpersönlich, den berüchtigten Kopflosen Reiter, der ihn allerdings gleichzeitig ebenfalls tötet. Mehr als 230 Jahre später erhebt sich Ichabod aufgrund eines Zaubers wieder aus seinem Grab – und nur falls Sie sich fragen, werte Leser: nein, er ist kein Untoter oder Zombie, sondern höchst lebendig.

Währenddessen ist auch der Kopflose Reiter wieder unterwegs und enthauptet einen Sheriff aus Sleepy Hollow. Dessen Kollegin, Police Lieutenant Abbie Mills (Nicole Beharie) untersucht den mysteriösen Fall und trifft bald darauf auf Ichabod Crane, der die schwarze Polizistin – als Mann des 18. Jahrhunderts – bei ihrer ersten Begegnung fragt, ob sie aus der Sklaverei befreit worden wäre. Wenig später tun beide sich zusammen, um dem Kopflosen Reiter das Handwerk zu legen. Und das ist erst der Anfang…

Ichabod Crane und Abbie Mills - Fanart. copyright: obscene blue, Deviantart

Ichabod Crane und Abbie Mills – Fanart. copyright: obscene blue, Deviantart

Die Serie lebt zum einen natürlich von ihren Horror-Elementen, und auch an Schock-Effekten wird nicht gespart. Vor allem aber ist die besondere Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren Crane und Mills und ihren Darstellern hervorzuheben – zum einen ein Gentleman aus dem 18. Jahrhundert, der sich in unser modernen Welt erst einmal zurecht finden muss und das mit viel Humor, Leidenschaft und einigem Eigensinn tut. Zum anderen einen toughe, aber auch verletzliche junge Polizistin mit einer schwierigen Familiengeschichte. Die beiden entwickeln als Team schon bald eine interessante Dynamik, aber natürlich gibt es auch reichlich Konfliktpotential und jede Menge Spannung, die auch oft im Zusammenhang mit gruseligen lokalen Legenden bis hin zu biblischen Prophezeiungen steht.

Bisher gab es von „Sleepy Hollow“ seit 2013 vierzig Episoden in 3 Staffeln.

Die Serie in der Internationalen Movie Database:

http://www.imdb.com/title/tt2647544/?ref_=nv_sr_1

Ein (englischsprachiger) Trailer
YouTube Preview Image

Maker of the Month Februar Aeon Junophor

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

in diesem Monat möchte ich Ihnen einen ganz besonderen Maker der Szene vorstellen:

Werkschau-Eröffnet

Aeon Junophor

Einer der ersten „Maker“ der Szene in Deutschland. Herr Junophor baut seine Geräte in einem ganz besonderen und faszinierendem Stil. Bei seinen Kunstwerken denkt man sofort und unwillkürlich an Jules Verne, die Nautilus, die geheimnisvolle Insel und an 5 Wochen im Ballon.

Vulcanfiber, helles Holz und eine sichere Hand für Stil, Materialmix und Design zeichnen seinen unverwechselbaren Baustil aus. Dabei steht neben Ästhetik und Design auf immer die Funktion des Objektes im Vordergrund.

CIMG0195

Herr Junophor ist aber auch ein Teamplayer; wo er kann fördert er die Idee des Steampunks, die Idee, das Teilen von Informationen und Materialien alle voran bringen wird. Sein uneigennütziges Organisationstalent ist legendär. Teilen ist eines der Paradigmen, denen er sich verschrieben hat.

Darüber hinaus ist Herr Junophor Stifter im Sinne der alten Ordenstraditionen. So hat er den Orden „Pour le Ferrite“ für besondere Verdienste im Sinne des Steampunks gestiftet, kreiert und hergestellt.

Ordenscollegium

Hier sehen Sie das Gründungskollegium

auf der Machina Nostalgica in Itzehoe

Herr Junophor weiß immer wieder mit neuen und erstaunlichen Kreationen zu überraschen.

Sie finden Ihn und seine Werke auf www.dampfkraftlabor.de.

 

Feline and Strange - neues Album Truths und Steam Ball in Berlin

3. Steam Ball in Berlin mit Feline & Strange

Wenn Sie in Berlin leben oder auch mal eine Reise für einen Steampunk Ball machen würden, merken Sie sich Sonnabend, den 5. März 2016 in Ihrem Kalender vor.
An diesem Abend richtet die Berliner Electro-Soul-Cabarét-Band Feline & Strange zum 3. Mal den „Steam Ball“ in Berlin aus und stellt dort ihr neues Album „Truths“ vor.

Feline & Strange, copyright: Keren Cherry

Feline & Strange, copyright: Keren Cherry

Infos zur Veranstaltung:

Genre: Cabaret Soul / Steampunk

Datum: SA, 05.03.2016

Beginn: 21:00 Uhr

Location: SilverWings

Adresse: Columbiadamm 10, 12101 Berlin

Website: www.felineandstrange.com/steamball

Eintritt: VVK: ab 10€ plus Gebühren (über Website)

Der 3. Steam Ball findet unter dem Motto „Find the truths“ statt. Für eine anständige Sause haben sich Feline & Strange jede Menge Gäste geladen. Es treten auf: ILa Minori aus Texas. Der Hard-Chor Stimmgewalt aus Berlin wird ein Lied des Gastgebers covern und The Jack Affair bieten akustischen GitarreKlavierDrumBass-Latinpunkjazz. Am Ende werden Feline & Strange von der in Syrien gegründeten Flüchtlingsband Orphe begleitet.

Dazu bespielen Tangoth den ganzen Club mit Tangoshow, Workshop und Burlesque von Quinn Danger. Bis zum Morgengrauen kann auf zwei floors weitergetanzt werden. Goth United legen Ballroom, Tango, Elektroswing, Gypsy-Swing, Neoklassik, Dunkelromantik und Symphonic-Metal auf.

Dresscode: Steam, Goth, Victorian, Bohéme, Ballroom, Gala, Burlesque, Masquerade. Keine Streetwear.

Den Steam Ball gibt es übrigens seit Sommer 2015. Feline & Strange laden sich Gäste aus der Steampunk- Gothic-Szene zu einer Nacht voller Musik, Burlesque, Artistik und Tangotanz ein. Ein ganz und gar dunkler bunter Abend!

Das Album „Truths“

Das Album Truths, copyright: RAR | motor, Feline & Strange

Truths von Feline & Strange (Cover), copyright: RAR | motor, Feline & Strange

Entstehungsgeschichte
Als Feline & Strange Ende 2014 gerade in den Aufnahmen zu ihrem neuen Album steckten, klopfte unerwartet der amerikanische Produzent Jason Rubal an die (virtuelle) Tür der Berliner Band. Rubal, der u.a. aufgrund seiner Arbeit mit Amanda Palmer bekannt wurde, war im Internet auf Feline & Stranges theatralischen Sound gestoßen und derart begeistert, daß er anbot, umsonst ein Album mit ihnen aufzunehmen. Die Band willigte ein und flog nach Pennsylvania, um dort in Rubals seventh wave studio die CD mit ihm fertig zu stellen.

Ein Inspirationsschub ließ dann entgegen der ursprünglichen Pläne vollkommen neue Lieder entstehen, die im Sommer 2015 unter dem Namen „Lies“ veröffentlicht wurden. Eine Art Antwort oder Echo gibt die Band nun mit ihrem neuen Werk „Truths“, das mit einem Comic-Book erscheint.

Rezension

Wie die bisherigen Alben der Band, wird auch „Truths“ von der kraftvollen und vielseitigen, im positiven Sinne theatralischen Opernstimme von Feline Lang getragen. Und hier werden Geschichten erzählt, die mal düster, mal gerade zu pathetisch-pompös und mal traurig sind, jedoch angenehmerweise, ohne dabei in Kitsch oder Melodramatik zu verfallen.

Das Album beginnt mit dem eher melancholischen „All is well“ („Alles ist gut.“), bei dem ein fröhliches Glockenspiel auffällt, welches im interessanten Kontrast steht zum Rest der düsteren Klänge. Und wer genau hinhört, kann auch eine sehr gruselige Stimme im Hintergrund wahrnehmen.

„Time“ stellen wir hier in einem Video vor – Regie, Schnitt und Kamera von Feline Lang persönlich.
YouTube Preview Image

„The City“ ist ein eingängiger Electro-Song, der dazu animiert, das Tanzbein zu schwingen.

„Lonely girl“ hat einen geradezu hüpfenden Rhythmus und erzählt eine eher trauige Geschichte. Es erinnert an alte Cabaret-Songs und hier kommen ausschließlich klassische Instrumente zum Einsatz.

„Hands in my pockets“ klingt auf angenehme Weise dramatisch.

„Uh, I am so sorry“ erinnert wieder an den typischen Cabaret-Sound und erzählt eine komplizierte Liebesgeschichte, in dem sich die Erzähler entschuldigt und darum bittet, noch einmal von Neuem zu beginnen.

Das melancholische „Your life“ wird von Streichinstrumenten und Klavier dominiert. Hier beginnt die Erzählerin mit einem „Leave me alone with your life, it isn’t mine“ („Lass mich in Ruhe mit deinem Leben, es ist nicht meines“) und diese Aussage gibt den Ton an für den Rest der Geschichte.

„Afterlife“ beschäftigt sich mit dem Jenseits und dem Leben nach dem Tod, aber auch den schönen Seiten des Lebens, so dass der Song nicht ganz so düster ist, wie man denken könnte.

In „You never know“ kann der geneigte Hörer leise Western-/Country-Einflüsse finden, die ich in diesem Album erst einmal nicht erwartet hätte, die aber nicht „herausfallen“, sondern sich gut in das restliche Werk einfügen.

Bei dem rockigen letzten Song „Gettin‘ angry“ ist der Titel („Wütend werden“) Programm, was Feline mit ihrer Ausdruckskraft mühelos meistert.

Über die Band
Nach Engagements als Opernsängerin, Tangochanteuse, sowie als Regisseurin und Festivalveranstalterin gründete Feline Lang zusammen mit Christoph Klemke im Jahr 2009 Feline & Strange. Der Herr mit Fliegerhelm und dem Drang, entweder auf alles mit seinem Trommelstöcken draufzuschlagen, was ihm in die Quere kommt, oder aber gekonnt sein Cello zu bearbeiten, realisiert Felines musikalische Visionen. Als Dritter stieß schließlich Marc André Haller dazu, der sich bereits als Bassist der Goth Rock-Gruppe Habakuk einen Namen machte und auch schon für John Cage spielte.

Die Band-Website: http://www.felineandstrange.com

3000, oder wer hätte das gedacht?

Guten Tag aus dem Norden!

Der 3.000. Besucher im Rauchersalon. Aus diesem Anlass, ein kleiner Rückblick……

So um den 22. Februar herum, vor 7 Jahren, bekam das Steampunk Magazin, „Der Clockworker“ ein Forum.

Naja, Forum für ein Online Magazin war dann denn doch zu trivial, Was hatte jedes feine Haus, das auf sich zählte?

Einen Rauchersalon! Und so bekam das Magazin einen „Anhängsel“, eben den Rauchersalon. Anhängsel deshalb, weil der Salon eine Subdomain vom www.clockworker.de ist eben: salon.clockworker de.

Als ich vor 7 Jahren das Forum entdeckte, merkte ich schnell, dass sich hier ein ganzes Universum von Möglichkeiten auftat. Waren, in der ersten Zeit, überwiegend Verlinkungen auf andere Seiten, Anleitungen und Ideen zu finden, entwickelte sich schnell eine eigene „Macher Kultur“. Irgendwann wurde der Platz auf dem Schiff zu eng und der Salon zog um. Auf den neuen Seiten bei NING, entstand eine Besonderheit. Viele Besucher, die das erste Mal den Salon betreten, merken recht schnell, dass der Salon getragen wird von einer Kultur der Wertschätzung und des Respekts. Das war nicht immer so, denn wie jedes Forum hatte auch die HMS Anastasia einige Tiefflüge, Lecks und Trollüberfälle zu überstehen.

Seit dem letzten Jahr hat die HMS Anastasia eine neue Crew, die sich bemüht ein ausgewogenes Forum für alle Interessengruppen des Steampunks zu bieten. Ob das langfristig gelingen wird, wird die Zukunft zeigen.

Vor ein paar Tagen konnten wir die 3.000. Anmeldung verzeichnen. Eine Zahl die eigentlich nicht viel aussagt. Sie sagt lediglich aus, dass seit der Gründung des Netzwerkes, durch Alex Jahnke aka Captain Serenus, über 3.000 Besucher angemeldet sind. Wer noch aktiv ist, nur zuschaut oder das Schiff verlassen hat und ein verwaiste Kabine zurück ließ, kann niemand sagen.

Allerdings sind der Clockworker und der Salon zu einer zentralen Anlaufstelle für den deutschsprachigen Steampunk geworden, so dass wir mit Freude und Spaß, Nähnadel, Feder, Lötkolben, Amboss und Schraubenzieher  in die Zukunft schauen.

 

An dieser Stelle ein ganz herzliches DANKESCHÖN an Alex für die Gründung des Netzwerkes und für die Ideen und Anregungen beim Start des virtuellen Luftschiffes HMS Anastasia.

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

PS

Wer mag, kann sich ja einmal von hinten durch die Erfinderwerkstatt klicken. Es tut sich erstaunliches auf: KLICK

Dampfmaschinen und rauchende Colts - eine Steampunk-Western-Anthologie

Steampunk im Wilden Westen, das ist ja an sich nichts Neues.
Originell ist allerdings das Konzept dieser 2015 vom Deutschen-Phantastik-Preis nominierten Kurzgeschichtensammlung. Denn in „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ erzählen elf Autorinnen und Autoren in 13 Kurzgeschichten eine große zusammenhängende Geschichte, beleuchtet aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

copyright: Verlag Torsten Low

copyright: Verlag Torsten Low

Ein amerikanischer Wissenschaftler will in der Einöde des Mittleren Westens im Jahr 1876 die vorhersehbaren Energieprobleme der Zukunft lösen. Ihm gelingt eine bahnbrechende Erfindung, doch er wird von Spionen des russischen Zarens beobachtet und schließlich mit einem Luftschiff entführt. Das bleibt nicht unbemerkt und bald schon werden die Entführer von verschiedenen Helden und Antihelden verfolgt, quer durch den Wilden Westen bis hin zum Ozean.

Das liest sich mal bedrohlich („Nebel über der Oakland Bay“ von Chris Schlicht), dann wieder sehr humorvoll (Andrea Bottlingers „Die Crew der Washington“), mal mitreißend-rasant (Marco Ansings „Queen Victoria auf der Rinderzucht“), in klassischer Western-Manier (Vincent Voss‘ „Für eine Handvoll Steam“) und sehr steampunkig (die ebenfalls mit dem deutschen Phantastik Preis nominierte Geschichte „Sea“ von Claudia Toman und Philipp Bobrowski). Trotz der unterschiedlichen Perspektiven und Erzählerstimmen der einzelnen Geschichte ist die übergeordnete Story durchgehend spannend und flüssig erzählt. Ein gelungenes Experiment.

Die Anthologie mit 268 Seiten wurde herausgegeben von Stefan Cernohuby und Wolfgang Schroeder im Verlag Torsten Low.

http://www.verlag-torsten-low.de/

"Joe&Craig 2 - Im Bann der Lowlander": Sean O´Connell im virtuellen Interview mit den Brennenden Buchstaben

YouTube Preview Image

 

Am Samstag, den 23. Januar las Sean O´Connell in SecondLife aus seinem neuen Roman „Joe&Craig 2 – Im Bann der Lowlander“. Für Sean bereits sein vierter Auftritt bei einer virtuellen Lesung. Man könnte ihn langsam als alten Hasen auf dem Gebiet bezeichnen.

Vor seiner Lesung  stellte er sich den Fragen der Literaturgruppe Brennende Buchstaben. Das Interview mit ihm erscheint exklusiv zuerst hier im Clockworker.

Für Video, Ton und Schnitt bedanken wir uns bei Natascha Randt. Das Bühnenbild hat Barlok Barbosa zusammengestellt.

Rezension zu Glasberg und Rheingold von Anja Bagus

Im vergangenen September berichteten wir über Anja Bagus‘ Aetherwelt-Roman „Waldesruh“.
Nun stellen wir die weiteren Bände der „Glasberg“-Trilogie vor.

Teil 2 der Trilogie: Glasberg

copyright: Anja Bagus, Edition Roter Drache

copyright: Anja Bagus, Edition Roter Drache

Inhaltsbeschreibung
1912. Nach den turbulenten Ereignissen des letzten Silvesterfestes möchten Falk und Minerva ein gemeinsames Leben beginnen. Jedoch ist Minervas Familie über die bevorstehende Hochzeit geteilter Meinung, und Falks Bruder nimmt ihm seine Auszeit merklich übel. Zeitgleich tritt eine unerklärliche Krankheit bei den Laufburschen in der Glasfabrik auf: ihre Augen werden weiß wie gestockte Milch, bevor sie langsam sterben. Anfangs sind nur die Kinder der Armen betroffen … Bei ihren Nachforschungen treffen Falk und Minerva auf einen gefährlichen Widersacher. Als sie ihm zu nahe kommen, schlägt seine Falle zu: Sie müssen sich mit traumatischen Erlebnissen ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und können einer Konfrontation in der Glasfabrik nur knapp mit dem Leben entkommen. Aber dies ist erst der Anfang der Geschehnisse. Ist das Glas des Glasbergs gefährlicher, als Falk zugeben wollte? Die Lösung finden Falk und Minerva erst, als sie zum Glasberg zurückkehren. Aber es könnte bereits zu spät sein, um das lodernde Feuer noch zu löschen.

Rezension
In „Glasberg“ bekommen es Minerva und Falk nun mit einem Gegner zu tun, der fast übermächtig erscheint und der sogar ihre Beziehung gefährdet, welche ohnehin schon konfliktreich ist. Hier wird ein weiteres Element in die Handlung mit eingeführt, welches mindestens so mächtig ist wie der magische Aether.
Das interessante an diesem Roman finde ich, dass hier die Steampunk/Fantasy-Elemente genau so wichtig sind wie die wechselhafte Beziehung der beiden Hauptcharaktere. Deren Hintergrund wird hier näher beleuchtet, ihre schicksalshaften Erlebnisse in der Vergangenheit werden deutlich gemacht, so dass man beide noch besser kennenlernt und versteht, warum sie jetzt so sind, wie sie sind.
Sonst ist es ja in Steampunk/Steam Fantasy oder ähnliches Geschichten doch eher meistens so, dass die phantastischen oder Sci-Fi/Steampunk-Elemente die Handlung deutlich dominieren, aber da dies ja auch eine Liebesgeschichte ist, gibt es hier eine schöne Mischung aus beidem, so dass mir die Charakter noch stärker ans Herz gewachsen sind als im ersten Teil der Trilogie. Schön zu lesen sind auch die komplizierten Familienverhältnisse und am Ende war ich von einigen Dingen überrascht, die ich so nicht erwartet hatte.

Teil 3 der Trilogie: Rheingold

copyright: Anja Bagus, Edition Roter Drache

copyright: Anja Bagus, Edition Roter Drache

Inhaltsbeschreibung
Französische Kampfmaschinen stehen am Rhein und schießen auf alles, was sich ihnen nähert. Die Franzosen bestreiten jedoch vehement, dass sie die Metallkolosse dort abgestellt haben. Als Zeichen ihrer friedlichen Absichten beliefern sie die bereits zur Verteidigung aufmarschierenden Preußen mit jener schwarzen glasartigen Substanz, mit der diese Maschinen angetrieben werden. Zu Munition verarbeitet ist es das Einzige, was gefährliche Veränderte aufhalten kann. Dennoch droht die Lage zu eskalieren.

Obwohl seine Frau Minerva strikt dagegen ist, entschließt sich Falk Bischoff den Auftrag zur Herstellung der Munition anzunehmen, da er das Wissen um diese Substanz nicht in die falschen Hände geraten lassen möchte. Seine heimliche Hoffnung ist, dass es nie zu einem großflächigen Einsatz kommt. Doch als etwas weitaus Bedrohlicheres aus dem Rhein auftaucht, ändert sich die Lage: Während einige darin einen Anlass sehen, endlich ihre militärische Stärke zu demonstrieren, versuchen andere, ein Blutvergießen zu verhindern.

So wie es eine preußische Hexe lange vorausgesehen hat, stehen Falk und Minerva im Mittelpunkt der dramatischen Ereignisse. Voneinander getrennt müssen sie nicht nur ihr eigenes Leben retten, sondern auch versuchen, einen Krieg zu verhindern.

Rezension
Das recht gruselige Coverbild fasst die verschiedenen Elemente dieses Romans gut zusammen: Technik, die ein Eigenleben entwickelt hat, steht Naturgewalten und den Aetherwesen gegenüber, was hier durch die Schwanenflügel angedeutet wird – die aber auch einen mythologischen Bezug haben.
Im Abschlussband der „Glasberg“-Trilogie müssen sich Falk und Minerva gleich gegen mehrere sehr unterschiedliche Gegner behaupten, erhalten aber auch Hilfe von mehreren Wesen, die durch den magischen Aether verändert wurden. Die Autorin taucht hier tief ein in alte Mythologien und Legenden, welche sie auf orginelle Weise ihrer Aetherwelt anpasst. Auch hier wechselt die Perspektive wieder, vor allem zwischen der von Falk und Minerva, aber auch anderen Figuren, darunter auch den Antagonisten. So entsteht ein vielfältiges Bild der Handlung und man kann als Leser sehr gut mit den einzelnen Charakteren mitempfinden und mitfiebern.
Glas spielt eine entscheidende Rolle in der gesamten Trilogie – ein Werkstoff, der im Steampunk-Genre sonst eher nur am Rande Beachtung findet. Und auch in „Rheingold“ setzt Anja Bagus Glas wieder auf interessante Weise ein.
Zwei Charaktere aus der Annabelle-Rosenherz Trilogie tauchen hier übrigens wieder auf und spielen eine entscheidende Rolle. Und auch ein wichtiger Charakter aus „Waldesruh“ tritt wieder in Erscheinung. Falk erfährt ein erstaunliches Geheimnis über sich selbst, doch mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um das Lesevergnügen nicht zu mindern.

Die Website der Autorin:
http://www.anja-bagus.de/

Das neue Abney Park Album: Wasteland

Abney Park ist eine der wohl bekanntesten Steampunk-Bands weltweit. Um 1998, als Steampunk nur wenig bekannt war,  startete die von „Captain“ Robert Brown gegründete Band im Gothic Bereich. Mittlerweile hat die Band bereits 19 (!) Alben veröffentlicht und darüber hinaus eine DVD, drei Steampunk Romane sowie ein passendes Rollenspiel/Brettspiel. Ab 2005 schwenkte Abney Park um auf Steampunk und ist damit eine der „dienstältesten“ Bands in diesem Genre. Die Band selbst beschreibt ihre Musik inzwischen als eine Mischung aus Gypsy Rock, EDM, Electro Swing, Industrial Dance und Western.

Ich möchte nun das neue Album „Wasteland“ vorstellen – was übrigens soviel bedeutet wie „Ödland“ oder auch „(Industrie-)brache“.

copyright: Abney Park und Fadewood Studios

copyright: Abney Park und Fadewood Studios

Das überwiegend elektronisch-rockig gehaltene Album beginnt mit dem dystopischen Song „The clone factories“, welcher eine düstere Sci-Fi Geschichte erzählt.

Das darauf folgende „Wasteland Warrior“ könnte man mit seiner (post-)apokalyptischen Atmosphäre als Motto-Song für das gesamte Album betrachten.

„Out of darkness“ ist eher optimistisch, das heißt es zum Beispiel: „It’s not the time to feel sad (…) so let’s stop complaining“.

Im melodiösen „Witch hunt“ wird eine Hexenjagd beschrieben, die sich im übertragenen Sinn auch auf die heutige Gesellschaft anwenden lässt.

„Walls“ klingt schon fast nach Industrial-Rock und das passt auch recht gut zum Thema des Songs, welcher eine eher heruntergekommene Stadt beschreibt.

Das melancholische „Fell to my knees“ hat ein Country/Western-Feeling, ebenso „Hired gun“, in dem ein Antiheld wie aus dem Wilden Westen beschrieben wird.

„Minnie the Moocher“ ist eine solide, eingängige Coverversion eines Jazz-Songs von Cab Calloway und seinem Orchester aus dem Jahr 1931 – Vorsicht, hier besteht Ohrwurmgefahr.

„Proteger tus suenos“ (spanisch für „Beschütze deine Träume“) ist halb auf englisch, halb auf spanisch gehalten. Hier geht es im Text darum, den eigenen (Lebens-)Träumen zu folgen und diese nicht zu verraten.

Das eher zurückhaltend-sanfte „The prayer“ beschreibt verschiedene positive Eigenschaften, welche aufeinander aufbauen, darunter Freundlichkeit, Sicherheit, Liebe und Mut.

Der Abschluss-Titel „Away from the things of man“ beginnt und endet mit Naturgeräuschen. Dieser Song ist lebhaft-fröhlich, fast reggaemäßig, und zugleich sehnsüchtig. Auch hier besteht – vor allem beim im Chor gesungenen Refrain – ernsthafte Ohrwurmgefahr.

Hier ein Video zu Wasteland (weitere finden sich auf demselben Kanal):
YouTube Preview Image

Die Webpräsenz von Abney Park:
http://www.abneypark.com

Serientipps für Steampunks - heute: Warehouse 13

„Warehouse 13“ ist eine US-amerikanische Serie, welche sich unter anderem urbaner Legenden bedient und auch an Serien wie „Akte X“ erinnert. Sie lief von 2009 – 2014 auf Syfy,  mit 64 Folgen in 5 Staffeln.

Die Fälle hier drehen sich im wesentlich um – in der Regel magische – Artefakte, welche in unserer Gegenwart in einem geheimen Lagerhaus in der Wüste von South Dakota aufbewahrt werden, dem „Warehouse 13“. Die Artefakte hängen mit bestimmten mythologischen oder historischen Ereignissen oder Personen aus der ganzen Welt zusammen. Diese Geschehnisse, eine besondere Verwendung oder die Weise, in der das jeweilige Objekt hergestellt wurde, führten dann seinen besonderen, magischen Fähigkeiten – die dann gern von anderen Leute missbraucht werden.
Anders als bei dem „wöchentliche Monster“ in anderen Serien geht es hier also um das „wöchentliche Artefakt“, doch natürlich gibt es auch einen Meta-Plot, der sich über mehrere Folgen oder sogar Staffeln hinweg erstreckt.

Die Secret-Service-Agenten Myka Bering und Pete Lattimer sind beide dem Leiter des Warehouse, Artie Nielsen, unterstellt. Sie sind dafür zuständig, die Artefakte zu bewachen, diese wieder zu beschaffen oder auch neu gefundene Artefakte ins Lagerhaus zu überführen. Oftmals geraten sie dabei in Konflikt mit zwielichtigen Gestalten.
Myka handelt in der Regel eher rational-logisch, Pete dagegen instinktiv oder emotional. Ihre Dynamik im Zusammenspiel erinnert daher durchaus an Mulder und Scully aus „Akte X“, allerdings ist „Warehouse 13“ vom Ton her humorvoller. Später bekommen die beiden Unterstützung von der brillianten jungen Hackerin Claudia, welche mehr Geheimnisse über das Warehouse herausgefunden hat, als ihnen lieb ist. Artie wird für sie im Laufe der Serie eine Art Vaterfigur.

Für Steampunks und Dieselpunks ist die Serie insofern interessant, da die technische Ausstattung in Artie Nielsens Beruf sehr steampunkig ist – sie wurde für die Serie gestaltet von dem amerikanischen Steampunk Maker Richard Nagy alias „Datamancer“ (welcher 2013 leider bei einem Autounfall starb). Nielsens Agenten verfügen außerdem über (fiktive) Kommunikationsgeräte von Philo Farnsworth, und von Nicola Tesla höchstpersönlich erfundene Tesla-Handfeuerwaffen. Desweiteren taucht ein weiblicher H.G. Wells in der Serie auf.

Englischsprachiger Trailer zur ersten Staffel –  darin ist übrigens auch das genannte Farnsworth Kommunikationsgerät kurz zu sehen.
YouTube Preview Image

Warehouse 13 in der internationalen Movie Database:
http://www.imdb.com/title/tt1132290/?ref_=fn_al_tt_1

Und wer sich für die Maker-Künste des Datamancers interessiert,
findet hier einen deutschen TV-Bericht mit Interview:
YouTube Preview Image

Rack - Ein Steampunk Thriller von Ann-Kathrin Karschnick

Rack ist ein heruntergekommener Detektiv, welcher in der (fiktiven) Stadt Victoria in England mit seinem schwarzen 16jährigen Assistenten Theo auf der Suche nach lukrativen Aufträgen ist, weil ihnen wieder mal Geld für die Miete fehlt. Als er eine junge Frau dabei beobachtet, wie sie ein verdächtiges Päckchen unter einer Kutsche anbringt, überschlagen sich die Ereignisse.
„Rack“ ist eine spannende, kurzweilige und actionreiche Krimi-Geschichte, vergleichbar mit einer Episode aus einer TV-Serie. Steampunk-Elemente sind hier z.B. Aeronauten und Luftschiffe, eine spezielle gesellschaftliche Ordnung mit Gilden und besondere Gadgets, die elegant in die Handlung miteinflochten werden.
Rack selbst hat ein mysteriöses Geheimnis, welches an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll.

copyright: Papierverzierer Verlag

copyright: Papierverzierer Verlag

Die Autorin Ann-Kathrin Karschnick hat sich übrigens von der amerikanischen Krimi-Serie „Leverage“ inspirieren lassen, in der ein sehr bunt zusammengewürfeltes Team aus Anti-Helden gemeinsam Fälle löst.
Am Ende des 1. Teils bleiben einige Fragen offen, so dass der geneigte Leser gespannt sein wird auf die Fortsetzung (welche im März 2016 erscheint).

„Rack“ ist zur Zeit nur als E-Book erhältlich. Geplant sind aktuell 6 Episoden, eventuell werden es auch noch mehr. Eine Printausgabe erscheint voraussichtlich Mitte 2016.

Rack – ein Steampunk Thriller
von Ann-Kathrin Karschnick
112 Seiten
Verlag: Papierverzierer Verlag
ASIN: B01A6TQGNO

Das Buch im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/RackSteampunk/

Die Website der Autorin:
http://www.ann-kathrinkarschnick.de/

 

Ein Streifzug durch die deutsche Steampunkszene - Das große Steampanoptikum

Unsere Autoren Clara Lina Wirz (Ayra Leona) und Alex Jahnke (Captain Serenus) haben im vergangenen Jahr ihr Gemeinschaftsprojekt „Das große Steampanoptikum – eine fantastische Reise quer durch die Welt des deutschen Steampunks“ bei der Edition Roter Drache veröffentlicht. Seitdem haben sie es schon auf verschiedenen Veranstaltungen und Conventions präsentiert.

copyright: Edition Roter Drache. Foto: A. Zeichnerin

copyright: Edition Roter Drache. Foto: A. Zeichnerin

Aus meiner Sicht ist dieses Buch gerade für Einsteiger in die Steampunk-Szene oder generell Interessierte sehr gut geeignet, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. In einleitenden Essays wird sich der Frage angenommen, was denn Steampunk nun eigentlich genau ist – ohne ihn abschließend oder in engen Grenzen zu definieren. Auch die verschiedenen Subgenres werden näher beleuchtet.

Die Schwerpunkte des 176-seitigen Buches liegen auf Makern, Musik, Mode sowie Filmen/Webserien und lokalen Steampunk-Gruppen. Die meisten der hier erscheinenden kreativen Köpfe stellen sich selbst vor, so dass hier ein vielseitiges Sammelsurium entstanden ist. (Natürlich konnten aber nicht alle kreativen Steampunks aus den verschiedenen Bereichen und dem deutschsprachigen Raum vorgestellt werden, sondern es wurde eine Auswahl getroffen.)

Zwischengestreut sind fünf Steampunk-Kurzgeschichten, von Martin Riesen, Anja Bagus, Thorsten Küper, Christian Reuter und Andreas Schöpe. So wird auch dem literarischen Genre des Steampunk Rechnung getragen.

Besonders hervorheben möchte ich auch die originelle visuelle Gestaltung dieses Buches, welche dem Anspruch eines Panoptikums voll gerecht wird – dieser Begriff steht ja unter anderem für Kuriositätenkabinette.

Es ist ein Hardcover-Buch im Format Din A4 und jeder Bereich des durchgehend farbigen Werkes ist anders gestaltet – mit ornamentalen Rahmen verziert oder Zahnrädern, mit historischen Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert, vor allem aber mit zahlreichen farbigen oder auch historisierend-sepiafarbenen Abbildungen. Letztere nehmen teilweise auch wie in einem Bildband eine ganze Seite ein, damit auch alle feinen Details genau erkennbar sind. Das Titelbild selbst erinnert an alte ledergebundene Bücher. Eine aufgenietete Platte mit einer Art integrierten Photo- oder Kameralinse gibt den Blick frei auf – wie könnte es anders sein? – ein Uhrwerk.

Das einzige, was hier fehlt, ist die bildende Steampunk-Kunst. Allerdings sind entsprechende Künstlerinnen und Künstler zumindest in Deutschland eher rar, und vermutlich hätte es auch den Rahmen dieses Buches gesprengt, noch eine weitere Kategorie einzuführen.

Die Verlagsseite des Steampanoptikum:
http://www.roterdrache.org/cms/backlist/n-s/das-grosse-steampanoptikum/

Wave Gotik Treffen 2016

Das Wave Gotik Treffen in Leipzig hat sich über die Jahre zu einem festen Termin im Kalender der Steampunk-Szene entwickelt, das seinen Höhepunkt auf dem Steampunk-Picknick (FB-Link) am Samstag feiert. Von anfänglich eine Handvoll Teilnehmer im Park neben der Moritzbastei, treffen sich mittlerweile weit über 300 Steampunker aus aller Welt.

Zum 25. Mal trifft sich die schwarze Szene zu einem Festival, das weltweit einmalig ist. An 50 Orten in Leipzig verteilt werden ca. 200 Künstler auftreten und musikalisch die ganze Bandbreite des Genres abdecken. Von mittelalterlichen Klängen bis zum harten EBM, vom Punk bis zum Metal wird fast jede Spielart der Musik auf die Bühne gebracht. Aber das ist noch nicht alles: Zahlreiche DJs werden in den Nächten dafür sorgen, dass auch nach den Konzerten die Tanzflächen nicht leer bleiben.
Mit dem Eintrittsbändchen können auch Museen oder die Oper besucht werden und das mittelalterliche Heidnische Dorf ist schon lange ein fester Treffpunkt auf dem Festival.

Das Stadtgeschichtliche Museum widmet dem WGT aus Anlaß des 25. Jubiläums eine Ausstellung: „Leipzig in Schwarz“ erzählt nicht nur die Geschichte des Treffens mit seinen wichtigsten Zäsuren. Sie erzählt vor allem Geschichten rund um das WGT. Besucher und Organisatoren berichten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, von Enttäuschungen und Glücksmomenten. Sie erzählen auch davon, was „Goth“-Sein für sie bedeutet, wie sie sich mit den Fragen unserer Gegenwart, mit Leben, Tod, Krieg und Religion auseinandersetzen. Und natürlich geht es auch um die beiden Hauptthemen des Treffens: Musik und Mode. Gezeigt werden extravagante Kleider, Accessoires und originale Bühnenoutfits – die bunte Vielfalt der „Schwarzen“. Konzertmitschnitte spiegeln die künstlerische Bandbreite des Treffens wider. Die Ausstellung lädt dazu ein, der Faszination Wave-Gotik-Treffen nachzuspüren und die Szene so kennenzulernen, wie sie sich präsentiert: offen, lebensfroh und friedlich, aber auch provokant und manchmal sogar verstörend. In jedem Fall kreativ.
Das diesjährige WGT findet über Pfingsten vom 13.5.-16-5 statt, unter den bisher bekannt gegebenen Künstlern konnten wir bereits Coppelius ausmachen, die ein weiteres Highlight des WGTs in Sachen Steampunk werden dürften.

Amnistia (D) – And Also The Trees (GB) – Artwork (D) Konzert zum 30. Jubiläum – Aurelio Voltaire (USA) – Bestial Mouths (USA) – Bifröst (A) – Biomekkanik (S) – Blitzmaschine (D) – Chainreactor (D) – Christ Vs. Warhol (USA) – Christine Plays Viola (I) – Cinema Strange (USA) weltweit exklusives Konzert 2016 – Coppelius (D) – Crematory (D) Konzert zum 25. Jubiläum – Culture Kultür (E) – Darkhaus (D/USA) – Darkher (GB) – Das Ich (D) – Dernière Volonté (F) – Destin Fragile (S) – Deutsch Nepal (S) – Diary Of Dreams (D) – Die Krupps (D) – Die Wilde Jagd (D) – Estampie (D) – Gernotshagen (D) – Girls Under Glass (D) 80er-Originalbesetzung – Gothminister (N) – Grausame Töchter (D) – Hante. (F) – Har Belex (E) – Haujobb (D) – In The Nursery (GB) Konzert zum 35. Jubiläum – Irdorath (BY) – James Rays Gangwar (GB) – Kari Rueslåtten (N) – Kauan (RUS) – Kuroshio (FIN) – Kyoll (D) – Lament (D) – Leather Strip (DK) – Legend (IS) – Machinista (S) – Maschinenkrieger KR52 vs. DISRAPTOR (D) – Mesh (GB) – Näo (F) – Nekromantix (DK) – Neuroticfish (D) – Nordvargr (S) – Nullvektor (D) – Peter Yates (GB) – Position Parallèle (F) – Psilocybe Larvae (RUS) – Reaper (D) – Schwarzer Engel (D) – Siechtum (D) exklusives Konzert zur Wiedervereinigung – Signal Aout 42 (B) – Sigue Sigue Sputnik (GB) – Suicide Commando (B) – Sunset Wings (RUS) – Supersimmetria (D) – Tanz Ohne Musik (RO) – The Deadfly Ensemble (USA) – The Underground Youth (GB) – The Visit (CDN) – Tragic Black (USA) – Treha Sektori (F) – Triarii (D) – Unzucht (D) – Valhall (S) – Velvet Acid Christ (USA) – Winter Severity Index (I) – Winterkälte (D) Konzert zum 25. Jubiläum – Xeno & Oaklander (USA) – XTR Human (D) –

Quelle – Stand 10.2.2016 – Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert