Steampunktortenkleider auf der Creativa

Seit gestern hat die Creativa in den Dortmunder Westfalenhallen für die Besucher geöffnet.

Die Messe CREATIVA Dortmund ist Europas größte Messe für kreatives Gestalten. Mehr als 660 Aussteller präsentieren auf der Dortmunder CREATIVA Messe Materialien, Geräte, Werkzeuge und Zubehör für die unterschiedlichsten Kreativ-Techniken sowie kreative Fertigobjekte aus eigener Herstellung. Das Themenspektrum reicht dabei von Handarbeit, Malen und Zeichnen über Basteln und Handwerken bis hin zu Schmuck, Puppen und Spielzeug. Zahlreiche interaktive Sonderschauen und Kreativ-Workshops laden auf der CREATIVA Messe Dortmund außerdem zum selber Mitmachen und Gestalten ein.

Mit dabei ist auch die Cake Company, deren Spezialgebiet Tortendekorationen sind. „von A wie Ausstecher bis Z wie Zuckerdekor, Fondant, Marzipan, Tortendekoration, Schokoladen Dekoration, Backmischungen u.v.m.“

In der Halle 4 veranstaltet die Troisdorfer Firma den „Queens Battle“, ein Livewettkampf, bei dem die Teilnehmerinnen Showtorten zum Thema „Steampunk Kleider“ erstellen müssen.

Noch bis morgen wird fleißig weiter an den Kreationen gewerkelt, bevor diese sich der Jury stellen müssen. Mit bewerten werden unter anderem Dusty Steampott und Sibylle Nix (Funkelglanz/Steamtropolis). Bis dahin kann man den fleißigen Tortenkünstlerinnen noch Live über die Schulter schauen oder sich nebenan bei der Cake Company Tipps und Tools zum selbst kreativ werden holen.

Aber nicht nur die süßen Kreationen künden vom Steampunk, auch die „Steamtropolis on Tour“ ist vor Ort anzutreffen und verbreitet das Wissen um die Szene. Außerdem können Kleinigkeiten von verschiedenen Steampunk Verkäufern am Stand E20 in Halle 4 erworben werden, mit dabei u.A. Hüte von Kat’s Lullaby und Schmuck von Doriel Design.

In den Hallen 4 bis 7 findet der geneigte Bastler außerdem einiges, was sich auch im Steampunkbereich nutzen lässt. Insbesondere das Herz der nähenden Steampunks dürften angesichts der breiten Auswahl an Stoffen, Borten, Spitzen und Knöpfen höher schlagen, aber auch Schmuckbastler werden in den Hallen fündig, sodass sich ein Besuch definitiv lohnt.

Die Creativa hat bis einschließlich Sonntag täglich von 9-18 Uhr geöffnet. Tickets gibt es ab 10,00€ im Vorverkauf. Mehr Infos unter www.messe-creativa.de

Bericht: 3. Steampunk Jahrmarkt

Gemessen an den Besucherzahlen kann man mit Fug und Recht behaupten, dass auch der 3. Steampunk Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum ein voller Erfolg war. Rund 3700 größtenteils gewandete Besucher verkündete Albert Ritter, Mit-Veranstalter und Moderator des Steampunk Outfit Wettbewerbs, gegen 21.30 Uhr.

Die drängten sich vor allem am Nachmittag zwischen den Fahrgeschäften und Ständen des 10. Historischen Jahrmarkts und genossen die Atmosphäre, soweit es möglich war, denn der Platz wurde stellenweise dann doch arg eng und der Lautstärkepegel war entsprechend. Gut, dass das Foyer ebenfalls mit einbezogen wurde und man bei den dortigen Steampunk Händlern etwas mehr Luft und Platz bekam, auch wenn man sich zur Rückkehr in die Halle dann wieder in die teils sehr langen Einlassschlangen einreihen musste.

Natürlich nutzten auch viele Fotografen die Gunst der Stunde so viele hervorragend gekleidete Steampunks vor die Linse zu bekommen, sodass es insbesondere nachmittags zu Szenen kam, die man sonst eher von der Elfia kennt: Ein Fotograf der seltenen Art „Ich frage, bevor ich ein Bild mache“ hat ein Model gefunden und nach seinen Wünschen positioniert und direkt nutzen einige Wild-Mit-Knipser die Chance und halten auch drauf.
Dem wird vermutlich nur sehr schwer beizukommen sein, es sei denn, man verbietet Fotografieren in Gänze bzw. nur mit Akkreditierung.

Schwierig auch deshalb die Entscheidung, weil natürlich viele der Anwesenden die Chance zum Showlaufen nutzen und sich über gute (!) Bilder im Anschluss freuen. (Auf Facebook gibt es übrigens eine Fotogruppe, die versucht die Alben und Fotos des Jahrmarkts an einer Stelle zu sammeln. )

Gegen Abend wurde die Ratio Steampunk-Besucher/Fotografen dann deutlich angenehmer und das Bühnenprogramm begann.
Neben Akustikauftritten von Drachenflug im Foyer und Lesungen von Judith und Christian Vogt aus „Die verlorene Puppe“ war der Höhepunkt mit dem Outfitwettbewerb angesetzt. Zur Einleitung gab es eine Vorführung am Vertikalseil von NRW-Kirmeskönigin Sophie I. bevor es in die Jurybewertung der Outfits ging.

Zu gewinnen gab es eine Reise zum Steampunk Asylum in Lincoln, entsprechend groß war die Motivation zur Teilnahme, sodass sich die Vorstellung der Beteiligten sehr in die Länge zog. Bereits bei Nr. 15 war Unruhe im Publikum zu bemerken, beim Blick auf die Nummernzettel erhaschte man eine 39 und so war es wenig verwunderlich, dass sich gegen Ende hauptsächlich noch die Teilnehmer selbst vor der Bühne tummelten.
Ein paar weniger Teilnehmer, etwas weniger spektakuläre Preise hätten es für den Zuschauer bei Weitem auch getan, zumal die Teilnehmer sich meist nicht selbst gemeldet hatten, sondern zuvor gezielt angesprochen worden waren.

Das Getümmel vor der Bühne konnte man auch nutzen um sich nun endlich einmal in Ruhe die vorhandenen Stände genauer anzusehen.
Zwischen Entchenangeln und Schießbude waren Steampunk Händler verschiedenster Art versammelt: Schmuck, Korsetts, Goggles, Hütchen, alles was das kauffreudige Herz begehrte und der Geldbeutel hergab.

Dazwischen fuhren immer wieder die fantastischen Gefährte des Abacus-Theater, nun auch mit einem neuem Steampunk Fahrzeug. Ebenso konnten funktionstüchtige Modelle von Dampfmaschinen bestaunt werden und die historischen Zugwagen.

In Sachen Ausstellung sah es in diesem Jahr dagegen eher Mau aus. „Freiburg unter Dampf“ fand sich dort und auch die Niederländer des Clockwork Carrousel trugen mit Teeduellen zur Besucherbelustigung bei.
Damit hatte es sich dann aber auch schon an Steampunk spezifischen Gruppen vor Ort und die bekannten Größen der deutschen Szene fehlten komplett:
Zwar konnte man sich, wenn man wusste, wen man ansprechen musste, seinen Zeitreisepass stempeln lassen, das Amt für Aetherangelegenheiten selbst war aber nicht da. Ebenso keine Machina Nostalgica Ausstellung oder die lokalen Gruppen wie die Ruhrwerke oder das Wupperdampf Laboratorium.

Schade, sind doch Make und Steampunk als Kunstrichtung DIE treibende Kraft und die Szene eigentlich weit mehr als schicke Klamotten.

Ein paar Gedanken zu den Eintrittspreisen: 20€ im Vorverkauf und 24€ an der Abendkasse, inklusive der Nutzung aller Fahrgeschäfte, sind durchaus vertretbar für das Angebot, ABER es gab keinen Kinderpreis und auch auf vermehrte Nachfragen in der Facebookveranstaltung wurde nicht beantwortet wieso. Lediglich Kinder unter 80cm hatten freien Eintritt.

80cm erreicht aber so mancher 1,5 -2-jährige schon; für diese Altersgruppe gibt es aber kaum Fahrgeschäfte, die sie nutzen dürfen, was ein volles Eintrittsgeld rechtfertigen würde.
Auch im Vergleich mit den normalen Tagespreisen an anderen Veranstaltungstagen schneidet der Steampunk Jahrmarkt deutlich teurer ab:
Normaler Eintritt beim historischen Jahrmarkt: 15€, Kinder bis 14 Jahre 12,50€, Familien (2 Erw. + 2 Kinder) 50€, bei Sonderveranstaltungen wie „Rock’n Roll anne Raupe“ ebenfalls 15€ (für alle, keine Kinderpreise), dafür aber für entsprechend dem Thema gekleidete nur 12,50€. Allerdings beginnen diese Sonderveranstaltungen erst um 18.00 Uhr und nicht, wie der Steampunk Jahrmarkt bereits um 13.00 Uhr.

Es scheint, als ob man bei Sonderveranstaltungen Kinder nicht dabeihaben möchte, oder dass man davon ausgeht, dass die Steampunks eh genug Geld haben.

Verwunderlich wird es, wenn man mitbekommt, dass zu späteren Einlasszeiten Kinder DOCH einen Kinderpreis zugestanden bekommen haben, sogar umsonst reinkamen, bereits gekaufte Karten teilerstattet wurden, das Ganze allerdings OHNE dass dies kommuniziert wurde.

Schade, dass die Einsicht so spät kam, denn viele Steampunks mit Familie hatten sich im Vorfeld von den Eintrittspreisen abhalten lassen. (Der hohe Preis für Familien war auch einer der am meisten angegeben Gründe bei unserem Ticket-Gewinnspiel, das haben wir dem Veranstalter auch mitgeteilt, was allerdings ignoriert wurde.)


FAZIT:

Insgesamt ist der Steampunk Jahrmarkt eine schöne Veranstaltung um Freunde und Bekannte zu Treffen und sein bestes Outfit auszutragen. Die Kulisse des Jahrmarkts und vor allem der Jahrhunderthalle passen hervorragend zur Steampunkästhetik und auch die Fahrten auf den historischen Fahrgeschäften machen Laune.

ABER man merkt leider deutlich, dass der Steampunk Jahrmarkt nicht von der Szene für die Szene gemacht wird, sondern eine kommerzielle Veranstaltung ist, die vorranging mit der Optik der Outfits und weniger mit dem Herz des Steampunks (Make und Literatur) arbeitet.

Die Preispolitik könnte hinsichtlich Familien oder Gewandeten Rabatt noch überarbeitet werden und auf die Kommunikation in sozialen Medien sollte dringend ein besseres Auge geworfen werden; werden Anfragen nur unzureichend beantwortet oder werden gar ignoriert.

Die Veranstaltung lebt von den Besuchern, die in Steampunkoutfit kommen, und die Steampunkdichte gegenüber den „normalen“ Besuchern ist mit schätzungsweise 75-85% sehr hoch. Ohne die zahlungswilligen Gäste in Kostüm wäre der Jahrmarkt nicht ansatzweise so gut.

Mehr Fotos von Rüschen & Dampf -Lichtbilder und Photographie Matthias May finden Sie hier oder auf der Facebookseite des Clockworkers.

Wir freuen uns über Ihre persönlichen Eindrücke und Gedanken zum 3. Steampunk Jahrmarkt, hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar.

 

Bericht: Elfia Arcen 2016

Unter strahlendem Sonnenschein öffneten am Samstag, 24. und Sonntag 25. September 2016 die Tore des Königreiches Elfia zur Herbstausgabe des halbjährlich stattfinden Fantasy Spektakels. In den Schlossgärten von Arcen, an der Niederländisch-Deutschen Grenze bei Venlo, trafen sich Fans der unterschiedlichsten Phantastik und Science-Fiction Genres zum bunten sehen und gesehen werden.

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Das gute Wetter nutzten wohl auch viele kurzentschlossene Besucher, denn die „Kostümdichte“ fiel (zumindest gefühlt) deutlich geringer aus, als in den vergangenen Jahren. Dafür war das Gelände selbst gut gefüllt mit zahlreichen Gästen, stellenweise ging es nur noch im Gänsemarsch weiter, wenn man an einen Engpass, wie etwa eine Brücke oder ähnliches kam.

Natürlich nutzten auch (Hobby-)Fotografen die Gunst der Stunde um die phantasievollen Outfits abzulichten. Hier und dort kam es zu „Rudelshootings“, wenn sich ein Model gerade besonders gekonnt in Szene setzte. Insgesamt schien das Zusammenspiel aus Fotografen und Fotografierten aber durchaus harmonisch abzulaufen, auch wenn die Elfia Orga sich genötigt sah, extra Hinweisschilder aufzuhängen, die daran erinnerten, dass die Kostümierten nicht nur zum fotografiert-werden da sind.

Insgesamt bot die Elfia neben den Outfits seiner Gäste noch mehr zum Schauen und Staunen und vor allem zum Shoppen. Zahlreiche Stände mit unterschiedlichsten Preziosen boten ihre Ware auf dem Gelände feil: Schmuck, Kunst, Kleidung, Bücher und Fanartikel gab es zu erstehen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Anzahl der Camps ist dagegen, dem letztjährigen Trend folgend, noch weiter geschrumpft, sodass man das Gefühl hat, auf einer einzigen Verkaufsmesse mit Rahmenprogramm gelandet zu sein. Immerhin gab es in diesem Jahr wieder ein Steampunk Camp, doch waren die Herrschaften des Clockwork Carrousel nicht so leicht aufzuspüren. Gefehlt haben die Endzeitler (von der Umbrella Corp. mal abgesehen), das Regiment Anachronistischer Grenadiere und auch die Science-Fiction Schiene wurde dieses Mal weder von einem Star Wars Lager noch vom Predator Clan bedient. Und das, obwohl das diesjährige Thema „Time and Space“ war (dem auch einige der Besucher gefolgt sind).

Leider kommt das Gefühl auf, dass man die Lager (vielleicht aus Kostengründen?) am liebsten gar nicht mehr dabeihaben möchten und lieber deren Plätze an weitere (Standmiete zahlende) Händler vergibt. Es wird sich sehr darauf verlassen, dass die kostümierten Besucher selbst schon Attraktion genug sind. Und das sind sie natürlich auch: man hat genug zu schauen, wenn man sich an einer der zahlreichen Fressbuden niederlässt. Solange die Besucher auch in Zukunft kostümiert kommen, wird das Elfia Konzept weiter aufgehen, zumal die Schlossgärten von Arcen wirklich eine wunderbare Kulisse für alle Arten von Outfits und Kostümen bieten.

Große Bühne

Kleine Bühne

 

 

 

 

 

 

 

Außerdem gibt es dann natürlich auch noch das (Bühnen-)Programm, mit verschiedenen Bands, Vorführungen, Lesungen und Mitmachaktionen, wie z.B. Kendo-Training oder historische Tänze. Auch das Bodypainting-Zelt ist seit Jahren mit dabei und die Kreationen können ausgiebig bestaunt werden.

Die Elfia ist nicht zuletzt eine Veranstaltung für Gleichgesinnte, um alte Freunde und neue Bekannte zu treffen und einen Tag im fiktiven Königreich zu verbringen, wo man sein kann, wie und was man möchte.

Nicht umsonst begrüßt und verabschiedet einen das ewige Elfia Motto: „You’ll never dream alone!

Weiter geträumt werden darf dann auf der Frühlings Elfia in Haarzuilens am 29. und 30. April 2017 auf Castle de Haar.

Mehr Bilder gibt es auf der Clockworker Gesichtsbuchseite oder auf flickR

Impressionen vom Aethercircus Steampunk Festival

Am 30.4. und 1.5. fand zum vierten Mal das Aethercircus Steampunk Festival statt, wieder in der historischen Festung Grauer Ort bei Stade. Hier sehen Sie einige ausgewählte Impressionen, da es den Rahmen sprengen würde, auf alle Programmpunkte einzugehen.
Die Fotos in diesem Bericht wurden uns von dem Fotografen Patrick Frauchiger freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Übrigens sendet das DAS-Magazin im NDR-Fernsehen am Freitag, den 27. Mai um 18:45 und 19:30 einen kleinen Fernsehbericht über das Festival, welcher dann auch in der Mediathek zu sehen sein wird.

 

copyright: Patrick Frauchiger

Ein – nicht vollständiges – Gruppenbild mit Feuerspucker

copyright: Patrick Frauchiger

La Frontera Victoriana on stage

copyright: Patrick Frauchiger

… und im Gruppenbild

copyright: Patrick Fauchiger

Circus of fools

copyright: Patrick Frauchiger

Ein Gewinner beim Steampunk-Teeduell

copyright: Patrick Frauchiger

Hier brennt sogar der Reifrock!

Steampunk Festival Aethercircus, copyright Patrick Frauchiger

ein mechanischer dampfender Drache, von Toni Reintelseder

copyright: Patrick Frauchiger

auf zur Zeitreise!

copyright: Patrick Frauchiger

Vielleicht mit diesem Gefährt?

copyright: Patrick Frauchiger

Ein Steampunk-Gerät

copyright: Patrick Frauchiger

eine Hommage an 20.000 Meilen unter dem Meer, von Jürgen Lautner

copyright: Patrick Frauchiger

Der Illustrator Stephan Kuhn mit einem Steampunk-Motiv

copyright: Patrick Frauchiger

Ein Walking act

copyright: Patrick Frauchiger

mithilfe dieser speziellen Apparatur konnten Besucher einen animierten, dreidimensional erlebbaren Luftschiffflug erleben

copyright: Patrick Frauchiger

Michael Freiherr von Dunkelfels von der Band Drachenflug mit einer Nyckelharpa, einem alten skandinavischen Instrument

 

Maker Faire Ruhr - die Achse des Aethers

Guten Morgen,

am vergangenen Wochenende, fand die erste Maker Faire in den Räumen der DASA in Dortmund statt. Tausende von Besuchern konnten eine Fülle von Ideen, Inspirationen und Mitmachevents erleben. Herr von Phone hat das Ereignis durch die Steampunk Brille betrachetet. Den Bericht möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Herr von Phone, Sie haben das Wort:

„Es fällt schwer einen einigermaßen detailierten Bericht zu dem Event zu schreiben, zu vielfälltig waren die Eindrücke, zu vielfälltig waren auch die Protagonisten.

Ich schreibe daher rein aus meiner Sicht der Ereignisse:
Am Freitag angereist öffnete sich vor Ort eine Art Zeitportal, das gesamte Team des DASA-Museums in Dortmund viel vom ersten Moment mit absoluter Professionalität auf, was sich das gesamte Wochenende nicht abschwächen sollte.

Der Aufbau verlief reibungslos und man durfte alte Bekannte wieder einmal in die Arme schließen, als da waren Der Graf van de Dampmolen, nebst reizender Gattin, die uns ersteinmal mit Kaffee versorgte. Das Amt für Aetherangelegenheiten übernahm den Zeitschutz auf der linken Flanke der Achse, die Vertreter von Vaporis Ruhr dazwischen und die Machina Nostalgica bat dem zukünftigen Publikum die breite Fläche nach vorn und zur rechten Seite.

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(Fotos Thomas Clemens)

Da eine Gruppe von R2D2-Reproduzenten uns gegenüber stand, wurde der verwirrte Besucher zwischen 2 Welten hin und her gespielt. Was durch das Abacus-Theater und unentwegt herumwuselnden R2D2s umso lustiger wirkte.

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Das Publikum war beeindruckend diszipliniert interessiert und so kam es über 2 Tage wie gewohnt zu unzähligen Gesprächen, die immer wieder ergänzt wurden durch die singende Tesla des Herrn Ravensdale oder den Darbietungen der Abacus-Herren.

Die Herren H. Steam und Ravensdale warteten zusätzlich mit einem Vortrag und einem USB-Workshop auf, die Pressearbeit übernahm zufällig diesmal ich selbst.

Noch so viele Begebenheiten wären zu erzählen, aus den angrenzenden Hallen, am Essentisch, am Abend im Hotel, mit all den anderen Microkosmen der Maker Faire – unmöglich diese alle zu erzählen.

Abschließend ist zu bemerken, dass

– die Herren vom Heise-Verlag wiedereinmal sehr offen für unsere Verrücktheiten waren  (der Freitagabend im Hotel wird mir lange in Erinnerung bleiben),

– das Haus der DASA mit ALLEN Mitarbeitern  unglaublich gute Arbeit leisteten,

– das Publikum uns sehr viel Freude bereitet hat,

– tausend neue Ideen ihren Anfang fanden,

– die „Achse des Aethers“ die eigenen Lachmuskeln teilweise zum Bersten brachte,

– und wir wohl im nächsten Jahr gerne wieder kommen werden…

…und wieder einmal bleibt es DANKE zu sagen.

Am Sonntag wieder heil zu Hause angekommen, öffnete sich die Zeitkapsel wieder und der Microkosmos lag hinter mir, eine Welt, in die wir für ein Wochenende abtauchten, in dem wir selber Besucher und Protagonisten waren, in dem wir selber die reale Welt verließen (oder vieleicht auch nicht…)

Noch immer beeindruckt, Ihr

Teleman von Phone“

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Sehr geehrter Herr von Phone,

wir bedanken uns für Ihren Gastbericht.

 

Mehr Bilder der Maker Faire finden Sie hier und seit neuestem auch auf unserer Gesichtsbuchseite hier.

2. Steampunk Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum

Nach seinem erfolgreichen Start im letzten Jahr luden am Samstag den 20. Februar von 10.00 Uhr vormittags bis 1.00 Uhr nachts die „Historische Gesellschaft Deutscher Schausteller e.V.“, die Veranstaltungs-GmbH der Jahrhunderthalle Bochum mit Unterstützung von Steampunk-eyewear zum 2. Steampunk Jahrmarkt im Industrie Denkmal, der Jahrhunderthalle Bochum, ein.

Nach Angaben des Veranstalters folgten etwa fünftausend Besucher, nicht nur Steampunk-Begeisterte unterschiedlichen Alters, sondern auch zahlreiche Familien, welche sich das Treiben in Bochum einmal näher ansehen wollten, ihrer Einladung. Sie alle bevölkerten die beheizte 8.900 m² große Industriehalle, um das ein oder andere Kleinod zu erwerben, das Angebot an zahlreichen historischen Fahrgeschäften zu nutzen, oder einfach nur um sich die Kreativität der anderer Gäste zu bestaunen und selbst gesehen und fotografiert zu werden. Wer für letzteres gekommen war, wurde nicht enttäuscht. Die Bemühungen der Schausteller, Handelstreibenden, wie auch der Mehrheit der Gäste, die bereits äußerst stimmungsvolle Kulisse der historischen Industriehalle durch eigene Kostüme und Apparaturen noch lebendiger zu gestalten, wurden nicht nur von den zahlreichend anwesenden Fotographen gewürdigt. Regelmäßig konnte man Besuchern begegnen, welche untereinander über ihre neusten Errungenschaften und Erweiterungen ihrer Garderobe fachsimpelten.

Werke von www.S-Team-Art.de – Foto: Kueperpunk

Als besonderen Blickfang lassen sich ohne Zweifel die zahlreichen Fahrgeschäfte aufführen, welche diese Veranstaltung von anderen Messen rund um die Themen Gaslight und Steampunk abgrenzen und gleichzeitig ihren Drehpunkt bilden. Unter ihnen die bereits den Besuchern des letztjährigen Marktes bekannte Riesenrad von 1902, die sogenannte „Raupe“ von 1926, sowie das wunderschön bemalte Holzpferdekarussell und die historische Geisterbahn. Für die Bereitstellung, Führung und Restaurierung der Fahrgeschäfte, historischen Karussellen und Kirmesorgeln meldete wie bereits im letzten Jahr die Historische Gesellschaft Deutscher Sachausteller e.V. verantwortlich, welche ihren Enthusiasmus und ihre Fachkenntnisse zudem dadurch unter Beweis stellten, dass sie interessierten Besuchern bereitwillig in die Funktionsweise und Eigenheiten ihrer Fahrgeschäfte einführten. Zahlreiche gastronomische Stände sorgten darüber hinaus für das leibliche Wohl, so dass es rund um die Uhr möglich war, den kleinen und großen Hunger zu stillen. Neben Unterhaltung, angetrieben durch Dampf, Kurbel und Motor, präsentierten die Veranstalter desweiteren zahlreiche lebendige Liveacts auf der Showbühne der Halle. Unter Ihnen die italienische Steampunk-Band Poison Garden. Obwohl eindrucksvoll in Szene gesetzt, litt diese, wie auch andere musikalischen Darbietungen, jedoch unter der äußerst schlechten Akustik der Halle. Während die Kirmesorgeln keine Mühe hatten, sich in den weiten Mauern Gehör zu verschaffen, war es für Besucher, welche am Rand des Bühnenpublikums standen, schwer einzelnen erzählerische Beiträge zu akustisch zu folgen.

Besonders um die Mittagszeit, sowie zum frühen Nachmittag schien der Ansturm an den Verkaufsständen kaum zu verebben. Und so schwärmten Gewerbetreibende noch beim Abbau ihrer Auslagen ab 1 Uhr Nachts erschöpft doch glücklich von der bemerkenswert starken Kaufkraft der Gäste. In den Zeiten, in denen der Andrang zumindest zweitweise nachließ, stand Schaustellern und Verkäufern im Nebengebäude ein Ruhebereich zu Verfügung. Ein äußerst freundliches Cateringpersonal bot hier neben dem dringend gebrauchten Kaffee eine Auswahl von günstigen, dafür schmackhaften Gerichten an, welche so ausgiebig genutzt wurden, dass alle warmen Speisen restlos verkauft wurden. Als ebenfalls stets freundlich bewiesen sich das Sicherheitspersonal, sowie die Einweiser der Halle, die Kälte und Regen zum Trotz immer ein freundliches Wort für die an- und abreisenden Aussteller bereit hatten. Während der Gästestrom am Nachmittag nicht enden wollte, schien sich die Halle bereits zu den frühen Abendstundenzwischen 19.00 und 20.00 Uhr zu lichten und auch an den Verkaufsständen wurde es ruhiger. Was sich wohl durch die Konzentration der Besucher vor dem Bühnenprogramm, sowie der heimkehrenden Familien erklären lässt.

Lohnt sich also ein Besuch im kommenden Jahr? Oder anders gefragt: Haben sich die Ticketkosten von 20,50 Euro im Vorverkauf (Tageskasse 22,50 Euro) gelohnt? Diese Frage kann nur jeder für sich selbst beurteilen. Ist sie doch insbesondere davon abhängig, was der Besucher erwartet, beziehungsweise von seinem Besuch mitnehmen möchte. Die Tageskarte beinhaltet die freie Fahrt mit allen bereitgestellten Fahrgeschäften. Von der Seite des Autoren dieses Beitrages sei dazu soviel gesagt: Wer diese ausgiebig nutzt und zudem Freude an Staunen und Schauen hat, bekommt für den Preis zweier Kinokarten bereits nur durch diese Unterhaltung, welche mehr als die Länge zweier Kinofilme andauert.
Der Erlös des Jahrmarktes, so die Veranstalter, fließt in Pflege, Restauration und Bewahrung der historischen Fahrgeschäfte, sowie in den Erhalt der Jahrhunderthalle Bochum. Eine Information, welche Steampunk-Fans und Gewerbetreibende ebenso bei der Entscheidungsfindung beeinflussen könnte.

Noch gibt es keine offiziellen Rückmeldungen, ob und wann wir im nächsten Jahr den 3. Steampunk Jahrmarkt in Bochum erwarten können. Die großen Besucherzahlen und die positive Rückmeldung von Steampunk-eyewear via facebook lassen jedoch davon ausgehen. Bis dahin bleiben uns zahlreiche Bilder und Filme, um einen Eindruck von der Atmosphäre des Jahrmarktes zu erhalten, beziehungsweise gesammelte Eindrücke bis zum nächsten Mal in ungefähr einem Jahr wieder aufleben zu lassen. Nicht einmal mehr ein Jahr. Mal wieder viel zu wenig Zeit, um weiter an unseren Outfits und Apparaturen für unseren nächsten Besuch in Bochum zu schrauben.

(Mehr Bilder gibt es z.B. im Bericht von Kueperpunk2012, von dem wir auch einige hier verwenden durften)

Steampunk Revue und „Turm und Strang“-Konzert

Aus Österreich, besser gesagt aus Wien erreicht uns ein Gastbeitrag von Fräulein Queran Ruffles: Sie war auf der Vienna Steampunk Revue und berichtet vom dortigen Treiben:

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Halbjährlich findet seit einiger Zeit in Wien die Steampunk Revue statt, ein Partyabend ganz im Zeichen des Dampfes. Die Szene in Wien ist zwar nicht groß, aber sehr motiviert, und so ist das Weberknecht an diesem Abend immer gut besucht. Es gibt ja auch einiges zu sehen und zu tun: Im Erdgeschoss finden sich neben dem ausgedehnten Barbereich auch ein Raum mit Händlern und eine Lounge mit ruhigerer Musik als im Keller, wo die Party abgeht.

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Wie immer hat sich die Organisation mit der stilgerechten Dekoration Mühe gegeben und Zahnräder baumeln sogar über der Tanzfläche von der Ziegeldecke. In Lounge und Händlerbereich wurde für stimmungsvolles Licht gesorgt, um die Outfits der Besucher und Besucherinnen und die Waren auf den Verkaufstischen richtig in Szene zu setzen. Die Angebote der Händler und Händlerinnen überraschen, denn abgesehen von den erwarteten Kopfbedeckungen und Schmuckstücken gibt es auch Pfeifen, Kunst und Handtaschen aus alten Büchern zu erstehen. Die Stände sind liebevoll dekoriert, die meisten AusstellerInnen haben sich Mühe gegeben, ihr Outfit dem Anlass anzupassen und der alte Holzboden trägt zur Vervollkommnung des Ambientes bei.

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Die Steampunk Revue ist nicht nur eine Partynacht mit DJ, es wird mit einer Modeschau von Nico Öst, einer Tanzeinlage der Showgruppe „Do you Spider“ und einem Konzert der ersten Wiener Steampunkband „Turm und Strang“ noch mehr Programm geboten. Zwischen den Acts, die etwas verspätet um 22:30 beginnen, legen DJ Vagabund und DJ Avalon auf. Steampunk als Szene ist weitläufig und daher schwer zu beschreiben, und ebenso verhält es sich mit der Musik, die auf Steampunkevents gespielt wird. Die Stücke bewegen sich an diesem Samstag zwischen Elektroswing, Gothic, Folkmetal und elektronischer Tanzmusik, und vieles davon passt zwar gut zum Thema des Abends, ist aber schwer tanzbar. Aber nicht nur die schwierige Musik, sondern wohl auch die aufwendigen Outfits der Damen und Herren tragen dazu bei, dass der Barbereich im Erdgeschoss viel voller als die Tanzfläche ist. Unten tummeln sich vor allem diejenigen, die vorrausschauend leichtere Kleider gewählt haben und auch einige Leute, denen man ihre Begeisterung für Steampunk nicht ansehen würde. Da das Weberknecht oft Veranstaltungen aus der Schwarzen Szene und anderen alternativen Szenen beherbergt, sind wohl auch einige der Besucher und Besucherinnen eher aus Gewohnheit oder Neugier als aus Szenezugehörigkeit gekommen. Zu späterer Stunde ist es aber einerlei, aus welcher Szene und wie gekleidet man ist, die Tanzfläche füllt sich und die Tanzwütigen haben ihren Spaß.

Um halb elf geht es mit dem Konzert von „Turm und Strang“ los. Die noch recht neue Band hat im Januar ihr erstes Album herausgebracht und spielt eine Auswahl daraus. Obwohl die Band noch nicht viel Bühnenerfahrung gemeinsam hat, ist das Konzert toll durchgeplant und in sich sehr stimmig. Persönlich habe ich es immer sehr gerne, wenn eine Band ihr Set nicht einfach nur runter spielt und dann wieder geht, sondern das Konzert zu einem Erlebnis macht, das mit dem Anhören der aktuellen CD nicht nachvollzogen werden kann. „Turm und Strang“ erfüllen diesen Anspruch vollständig, da sie mit ihrem Konzert eine Geschichte erzählen.

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Es beginnt mit einem gesprochenen Intro, das uns ins London der 1860er zurückführt, darauf folgt ein Lied, das die Geschichte weitererzählt. Dieses Format wird das Konzert über beibehalten, das Genre der Songs variiert dabei stark. Den Beginn macht ein kraftvoller Mix aus Dubstep, Rock und Sprechgesang, es gibt aber auch Stücke, die ruhig und romantisch werden und zwei Lieder kommen sogar ganz ohne Text aus. Die Mischung ist schwer zu beschreiben und klingt seltsam, funktioniert aber auf der Bühne tadellos. Die großartige Stimme des Sängers trägt dazu bestimmt bei. Die Geschichte endet damit, dass der Protagonist nach einer Reise quer durch die Welt aus Wien zurück nach London berufen wird, da Van Hellsing verstorben ist und die Königin Victoria seine Hilfe erbittet. Es scheint also, als ob die nächsten Konzerte diese Story fortsetzen, und ich werde bestimmt dabei sein, um sie zu hören.

Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht! Mehr Lichtbidler des Abends finden Sie hier bei Geoff Brook.

Wenn auch Sie von einer Veranstaltung erzählen möchten oder ein anderes Thema haben, über das es sich zu berichten lohnt, schreiben Sie uns unter info ät clockworker.de. Wir freuen uns immer über Gastbeiträge!

Erstes öffentliches Teeduell in Norddeutschland

Das Tee-Duell ist eine Erfindung englischer Steampunks, bei dem man sich stilvoll und genussvoll mit Tee und Keksen duelliert. Mittlerweile werden sogar Meisterschaften darin ausgetragen, z.B. im Vereinigten Königreich und in Amerika. Die Regeln können Sie hier nachlesen.

Im Rahmen des Steampunk Weihnachtsmarktes in der Goblinstadt Hamburg veranstalteten Herr Arno Nym und ich das erste öffentliche Tee-Duell Norddeutschlands, mit ingesamt 7 Durchgängen.

Hier ein photographischer Bericht.
Die Photographien stellte uns Herr Neudecker freundlicherweise zur Verfügung.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym und ich erklären die Regeln des Tee-Duells.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym präsentiert die Waffen, d.h. die Kekse, in diesem Fall weihnachtlichen Spekulatius

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Mister John Driftwood wählt im ersten Durchgang des Tee-Duells eine Waffe.

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copyright: Norbert Neudecker

Auch seine Kontrahentin, Fräulein Dr. Wiba Wer?! wählt eine Waffe.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym schenkt den Tee ein, einen milden Darjeeling.

Copyright: Norbert Neudecker

Copyright: Norbert Neudecker

Auf das Kommando „Tunken“ werden die Waffen (Kekse) in den Tee getunkt. Es wird bis fünf gezählt.
Dann wird der Keks so langsam und stilvoll wie möglich verspeist.
Fällt ein Keks zurück in die Tasse, wie es Mister Driftwood passierte, so nennt man das einen „Splash“.
Der Duellist gilt dann als geschlagen.
Fällt ein Keks auf den Boden oder Tisch, ist dies ein „Splatter“
(was übrigens nichts zu tun hat mit dem gleichnamigen Horror-Genre)
und der Duellist ist ehrenhaft geschlagen.
Fällt der Keks gar auf ein Körperteil oder die Kleidung, ist dies ein „Splosh“
und der Duellist gilt ebenfalls als ehrenhaft geschlagen.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Ich gratuliere der Siegerin des ersten Durchgangs, Fräulein Dr. Wiba Wer?!

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Zwei weitere Kontrahenten vor ihrem Tee-Duell. In diesem Fall gewann der Herr,
obwohl die Dame im Gegensatz zu ihm bereits Erfahrungen mit Tee-Duellen hatte.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Ein weiterer Duellist prüft die Waffen mit kritischem Blick.

Nicht abgebildet sind die Sekundantinnen und Sekundanten der Kontrahenten. Diese  hatten die Aufgabe, die Kekse und den Tee zu prüfen, oder auch für ihren Schützling einzuspringen, sollte dieser eine Sinnkrise erleiden. Jedoch fühlten sich erfreulicherweise alle Duellisten dazu in der Lage, zum Duell anzutreten.

Beim Tee-Duell am Sonntagnachmittag gaben sich übrigens auch Bordingenieur Eugenius, der Prospektor Herr Dr. h.c. mult. von Gruvenstein und der Pilot Herr von Nankofen von „La Frontera Victoriana“ als Duellisten und als Sekundanten die Ehre.

Die Gewinner erhielten am Samstag Urkunden, am Sonntag den „goldenen Teebeutel“.

copyright: Amalia Zeichnerin

copyright: Amalia Zeichnerin

Das nächste öffentliche Tee-Duell in Norddeutschland wird voraussichtlich auf dem Aethercircus Steampunk Festival (30. April/1. Mai 2016) stattfinden. Eine Vorankündigung zu dieser Veranstaltung gibt es demnächst hier im Clockworker.

Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

12140901_10153775428914497_7832326468574426187_oWas für ein Abend!

Nachdem man sich nun so langsam wieder sammeln konnte, möchten auch wir die Chance nutzen, von der Premiere der (nach eigenen Angaben) weltersten Steampunk – Oper „Klein Zaches genannt Zinnober“ der Berliner Band Coppelius und Regisseur Sebastian Schwab im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen am 14. November zu berichten.

Nicht zuletzt deswegen, weil sie den Steampunk in die Köpfe der Leute bringt, die bislang nichts damit zu tun hatten, hat sie eine gewisse Wichtigkeit.

Normale Konzertkritiken flattern nach und nach immer mehr durchs Netz (eine kleine Auswahl befindet sich am Ende des Artikels), deswegen werde ich meinen Bericht auf den Steampunk-Anteil und meine persönlichen Eindrücke fokussieren.

Weiterlesen Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

Spiel Essen 2015 - Impressionen

Am vergangenen Wochenende pilgerten wieder tausende Spielebegeisterte in die Messehallen von Essen. Der Merz-Verlag richtete die Spiel, bzw. die Internationalen Spieltage aus, eine Messe für Gesellschaftsspiele aller Art.

Ich selbst war zum ersten Mal dort (deswegen kann ich auch nicht sagen, ob es besser oder schlechter war, als in den Vorjahren) und war von der Masse an Spielen (und Menschen) einfach nur erschlagen. Um nicht völlig überfordert den Fluten von Eindrücken Herr zu werden, bin ich auf der Suche nach Steampunkigem durch die Hallen gepilgert. Hier einige Eindrücke:

Therion 011, nach eigener Angabe, das älteste Steampunk Spiel auf der Messe

Therion 011, nach eigener Angabe, das älteste Steampunk Spiel auf der Messe

Viele Spiele griffen die Idee einer Dampfbetriebenen Maschine auf. Mal musst eine Maschine repariert, mal eine gebaut werden.

Gerade Spiele aus Fernost oder eben im Anime/Mangastil griffen Steampunk als Ästhetik auf.

Aber auch „Klassiker“ kommen nach bekannter Spielweise neuerdings im Steampunkgewand daher.

Neben Brett-/Kartenspielen gab es auch diverse Rollenspielregelwerke zu kaufen, wo sich nicht nur Space 1889 im neo-viktorianischen herumtreibt.

Auch klassisches Totholzprodukt in Form von Romanen konnte gekauft werden: Feder und Schwert und Edition Roter Drache (vertreten durch Anja Bagus) waren nur zwei der Buchhändler vor Ort.

Außerdem fanden sich noch einige Händler, die ebenfalls Steampunk Waren vertrieben.

Und das sind nur einige wenige Eindrücke der Spiel, bei den Table-Top Sachen hab ich mich gar nicht getraut noch genauer hinzusehen, ich wäre nie wieder weg gekommen. Es lohnt sich auf alle Fälle auch für Steampunks dort vorbei zu schauen, nicht zuletzt um seinen Nerf-Bestand aufzufüllen. Aber nehmt Zeit mit, viel Zeit!
Ich werde auf alle Fälle auch im kommenden Jahr wieder vorbeischauen.

 

Photos: Ruffles and Steam

Bericht: Elfia Arcen 2015

Eines der größten Fantasyfestivals Europas fand am vergangen Wochenende im Niederländischen Arcen statt. Die Elfia (früher unter dem Namen Elf Fantasy Fair bekannt) zog in ihrer Herbstausgabe wieder zahlreiche Fans und Gäste in die Schlossgärten an der Niederländisch-Deutschen Grenze bei Venlo.

Lesungen, Bodypainting, Feuershows, Reiterkunst, Outfitwettbewerbe; die Elfia bot ein buntes Programm für die Besucher, wobei diese selbst eigentlich schon einen Besuch wert sind. Mit schätzungsweise 80-90% gewandeter Gäste ist die Veranstaltung für Fantasy, Science-Fiction, Steampunk und verwandte Genres eine Spielwiese aller Arten der Fantastik. Das nutzen natürlich auch immer mehr Fotografen. Aufgrund des wechselhaften Wetters am Samstag, hielt sich ihre Dichte jedoch in Grenzen.

Durch die teilweise sehr engen Wege kommt es sonst häufiger zu kleineren Staus, weil jemand ein Foto machen möchte oder zum schauen stehen bleibt. Die geänderte Wegführung im Gegensatz zum Vorjahr machte es aber auch ohne Fotografenstau schwer, schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen. Hatte man also einen Programmpunkt, denn man rechtzeitig erreichen wollte, musste man dafür ein wenig Zeit einplanen um dorthin zu gelangen. Warum der schnellste (und breiteste Weg) des Parks nur in kleinen Teilstücken geöffnet war, erschließt sich mir nicht.

Dafür war die Schlammbekämpfung deutlich verbessert worden. Dank dem sintflutartigen Regen, der das Königreich Elfia am Samstagnachmittag heimsuchte, wurden viele der unbefestigten Wege und Wiesen zu einem Sumpfloch. Der Schlamm wurde jedoch mit ausgelegten Planken und Holzspänen weitgehend bekämpft, sodass man auch ohne Trekkingschuhe oder Gummistiefel einigermaßen unbeschadet seiner Wege gehen konnte.

Leider traf der schlimmste Regenschauer genau das geplante Steampunk Gruppenfoto. Aber einige Steamer hatten sich nichtsdestotrotz am Treffpunkt eingefunden in einer ca. 30 sekündigen Regenpause schaffte man es doch, ein Bild zu schießen, bevor der Himmel meldete: Land unter. Die wenigen Unterstände waren ratzfatz voll und so mancher Schirm hat wohl unter dem, was da von oben kam, sein Ende gefunden. Der Wetterumschwung war dann leider auch das Ende für viele der aufwendigeren Kostüme, sodass der weitere Samstag, obwohl die Sonne sich später doch noch zeigte, für Fotografen nicht mehr ganz so ergiebig war. (Der Sonntag konnte dies glücklicherweise wieder wett machen.)

Insgesamt fiel auf, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Lager gab. Stattdessen reihte sich ein Verkaufstand an den nächsten, mit teils sehr ähnlichem Sortiment. Auch an dem Platz, wo in den vergangenen Jahren die Steampunk Expeditions Gesellschaft und das Steampunk Objective ihre Zelte aufgeschlagen hatten, stand nun eine weitere Reihe von bunten Buden (und ein paar neue Blumen), sodass leider gar kein Steampunk Camp vor Ort gab und somit auch keinen direkten Anlaufpunkt für Steampunks. (Beide Gruppen waren aber als Besucher vor Ort, wie man auf dem Gruppenfoto erkennen kann.) Auch Star Wars und Verwandte suchte man vergeblich.

Die wenigen Camps, die es noch gab (u.a. Flint’s Buccaneers, das Regiment anachronistischer Grenadiere, Jurassic Park Netherlands, Stranded Drifters …) fielen meist deutlich kleiner aus als zuvor und waren in die letzten Ecken abgeschoben worden, sodass man sie nur mit Mühe fand.

Einzig die kreativ gekleideten Besucher haben es geschafft den Charme der Elfia einigermaßen aufrecht zu erhalten, ansonsten wäre sie vollends zu einem riesigen Einkaufszentrum verkommen. Daran können auch die zwei Bühnen mit Live-Musik und die Sonderbühne für die Auftritte von Schlangenmagier Professor Abraxo kaum etwas ändern, geht doch ihr Programm im übermächtigen Markttreiben schier unter.

Drachenflug bei ihrem Auftritt am Samstag auf der kleinen Bühne

Gott sei Dank lassen es sich die Besucher auch von schlechtem Wetter nicht nehmen, ihre Gewandungen und Kostüme auszuführen und die Schlossgärten Arcen bieten mit ihren verschiedenen Bereichen (Wassergärten, asiatische Gärten, etc.) eine zauberhafte Kulisse für so viel Fantasie. So bleibt die Elfia nach wie vor einen Besuch wert. Wir hoffen nur, dass die aktuellen Entwicklungen nicht so weitergehen werden.

Mehr Bilder finden Sie hier
und hier von Hilde Heyvaert

3. Jardin de Belle Epoque

Weiter geht es mit unseren aktuellen Serie Steampunk und Picknicks, alle bisherigen Beiträgen finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick.


 

Das Wetter hatte ein Einsehen mit dem fast schon traditionellen Picknick „Jardin de Belle Époque“ im Friedenspark, Köln, Freitag, 24.Juli. Seit drei Jahren veranstalten Natalia Le Fay und Oh, Marisha das dunkelromantische Zusammentreffen am Nachmittag vor dem Amphi Festival.Jardin de Belle Epoque-1

Ab 15.00 Uhr kamen die gewandeten Gäste auf der Wiese an den Katakomben zusammen. Dress-Code war Rokoko, Barock, Viktorianisch, Steampunk, Classic und Elegant Lolita Elegant Goth oder einfach schicke Picknickgarderobe. Es war ein dunkelbuntes Volk, was sich da zusammen fand.

Jardin de Belle Epoque-4Natürlich wurde viel gequatscht, gegessen und getrunken, aber auch anderweitig konnte man sich die Zeit vertreiben:

So gab es zum Beispiel ein Kricketset zum bespielen und die Belgische Tea Duelling Society lud zum Tee Duell ein.

Jardin de Belle Epoque-3Jardin de Belle Epoque-2

Nebenher wurde natürlich auch der Friedenspark als Fotokulisse genutzt und die anwesenden Fotografen kamen ebenso auf ihre Kosten, wie die fotoaffineren der Gäste. Geknipst wurde hauptsächlich ein wenig abseits der Picknickdecken, sodass man hier mehr oder weniger ungestört das Beisammensein genießen konnte.

Gegen Ende wurde natürlich noch ein obligatorisches Gruppenfoto geschossen, bei dem sich zeigte, wie bunt und groß die Varianz der Gäste war.

Gruppenfoto

© André M. Hünseler | thinkingpixels.com

Wir freuen uns schon auf die Wiederholung, denn der Jardin de Belle Epoque findet auf großen Wunsch hin nicht mehr nur zum Amphi statt, nähere Informationen findet man zeitnah zum neuen Termin auf der Facebookseite der Veranstaltung.


Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal
  4. Amalia Zeichnerin: 3. Hamburger Steampunk Picknick – indoor
  5.  AyraLeona: Jardin de Belle Epoque

3. Hamburger Steampunk Picknick - indoor

Ein weiterer Beitrag zu unserer aktuellen Serie Steampunk und Picknicks, diesmal von unserer brandneuen Autorin: Amalia Zeichnerin.

Alle bisherigen Beiträgen finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick.


 

Wir, zwei Hamburger Steampunks, hatten in diesem Jahr zum dritten Mal eingeladen zu einem Steampunk Picknick an einem Juli-Sonntag im Hamburger Stadtpark.

Am Tage zuvor gab es übrigens das Schwarze Picknick Hamburg im Jenisch Park, eine Zusammenkunft für Gothics mit schwarzem und/oder historischem Dresscode, bereits zum vierten Mal. Auch dort sind Steampunks gern gesehene Gäste.

Nun ist in der Hansestadt Hamburg immer mal wieder mit Regen zu rechnen – leider keine idealen Voraussetzungen für stilvolle Picknicks mit Kostümen.
Am Samstagmorgen entschieden wir uns daher aufgrund der hohen Regenwahrscheinlichkeit am Sonntag recht kurzfristig für Plan B: Ein Indoor-Picknick in der Mehrzweckhalle einer freikirchlichen Gemeinde. Also tippten wir uns die Finger wund und informierten rasch im Rauchersalon, bei Facebook und per Mail alle Interessenten über die geänderte Location.
Von rund hundert angemeldeten Gästen erschienen dann immerhin noch circa sechzig, die sich auch von Regen und einem improvisierten Picknick mit Tischen und Stühlen in einer Halle nicht abhalten ließen. Steampunk ist eben das, was du draus machst…

Foto: Marie von Wolfshagen

Foto: Marie von Wolfshagen

Für Abwechslung sorgten Billard und ein Kicker-Tisch, auch gab es musikalische Untermalung mit Klavier und Gitarre.

Der „Bremer Zirkel“ war wieder durch mehrere Mitglieder vertreten. Mit selbstgebackenen Tee-Duell-Keksen – hergestellt mit Godric von Narugards selbstgebauter Backform – brachten sie diese Erfindung englischer Steampunks anderen Gästen näher.

Tee-Duell Kekse, Foto von Amalia Zeichnerin

Tee-Duell Kekse, Foto von Amalia Zeichnerin

Auch einige Reenacter waren zu Gast. Diese konnten hier unter den Steampunks einmal von der strengen Authentizität Abstand nehmen, die sonst bei ihren historischen Kostümen gefragt ist, wie die Künstlerin Leona di Colori mir erklärte.

Im Vorfeld des Picknicks brachte einer unserer Gäste die schöne, zum Gespräch einladende Idee eines Tauschbuffets ins Spiel, das es auch auf dem Steampunk-Picknick im Rahmen des WGT Leipzig gab.
Viele Speisen für das Tauschbuffet waren so liebevoll gestaltet, dass sie fast zu schön zum Essen waren, darunter etwa ein exquisiter Kuchen mit Zahnrädern aus golden gefärbtem Fondant und diese Beiträge aus Obst und Gemüse:

Beitrag zum Tauschbuffet, Foto von Rhys Mac Gearloose

Beitrag zum Tauschbuffet, Foto von Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Das Picknick wurde auch beehrt von einigen Mitgliedern der Steampunk-Band Drachenflug. Sie organisieren seit mehreren Jahren das norddeutsche Steampunk Festival „Aethercircus“ und andere steampunkige Veranstaltungen.

Und was wäre ein Steampunk Picknick ohne das obligatorische Gruppenbild?

Gruppenbild, Foto: Moritz Klabes

Gruppenbild, Foto: Moritz Klabes

Sehen Sie genau hin…dann werden Sie auf unserem Gruppenbild sogar zwei intergalaktische Zeitreisende finden.

Auch wenn alles recht kurzfristig improvisiert war, dürfen wir dieses Indoor-Picknick und Steampunk Treffen nach vielen positiven Rückmeldungen der Gäste doch als eine gelungene Veranstaltung bezeichnen.

Wir hoffen allerdings, im kommenden Jahr wieder bei Sonnenschein im Park zu einem „echten“ Picknick einladen zu können.


Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal
  4. Amalia Zeichnerin: 3. Hamburger Steampunk Picknick – indoor

„Schmetterlingsbeute“ – ein Steampunk-Krimi-Livehörspiel von Marco Ansing mit Vernissage & Kunstauktion

Die stadtbekannte Diebin Madame Papillon hat es auf ein geheimnisumwittertes Gemälde der Künstlerin Amalia Zeichnerin abgesehen. Kann der Journalist Johann Alexander Krieger den Diebstahl verhindern?

Am 18. Juli 2015 fand in Hamburg eine Veranstaltung statt, die mehrere Kunstformen zusammenbrachte: Krimiliteratur, Hörspiel, Schauspiel und angewandte Kunst.

Marco Ansing, Foto von George H Peters

Marco Ansing, Foto von George H Peters

Autor Marco Ansing (siehe auch Die Letzte Instanz – ein Livehörspiel) schreibt schon seit einiger Zeit Steampunk Kurzgeschichten über  den gerissenen und gewitzten Reporter Johann Alexander Krieger vom fiktiven „Hamburger Hanseboten“.  Diese Serie hat er nun fortgesetzt mit der Geschichte „Schmetterlingsbeute“, welche er für die Bühne adaptierte.

Dafür hat sich Ansing außerdem inspirieren lassen von den beiden Steampunk Personas „Amalia Zeichnerin“ und „Sir Elias Ashton“. Beide tauchten bereits in einem früheren seiner Livehörspiele auf, das in fiktiver Weise vom Aethercircus Festival handelte.

Was ist eigentlich ein Live-Hörspiel?
Bekannt wurden etwa die Live-Produktionen der „Drei Fragezeichen“. Im Live-Hörspiel wird der Text anders als bei einem Schauspiel nicht auswendig vorgetragen, sondern lebendig vorgelesen, untermalt von Mimik und Gestik. Außerdem werden passende Sounds eingespielt, zum Beispiel das Klappern einer Schreibmaschinentastatur in einer Zeitungsredaktion oder das Ticken einer Standuhr. Marco Ansings Mitstreiter verwenden dabei auch allerhand Requisiten, damit klar wird, welche Rolle gerade gelesen wird. In „Schmetterlingsbeute“ stellte Schauspieler und Sprecher Thorsten Schneider den Kommissar Schmittke mit einer Pickelhaube dar, während der Adlige Sir Ashton mit einem Spazierstock herumfuchteln durfte.
Auch das Publikum wurde miteinbezogen und durfte Geräusche machen  – in einer Gefängnisszene beispielsweise war „anzügliches Gröhlen“ gefordert, dem die Zuschauer dann lautstark Ausdruck verliehen.

Bei manchen von Ansings Live-Hörspielen darf das Publikum sogar per Applaus abstimmen, welchen Weg die Helden wählen sollen im weiteren Handlungsverlauf.

Bei der Uraufführung von „Schmetterlingsbeute“ im originellen Eppendorfer Café „Jussi – Mein skandinavisches Krimibuchcafé“ kam eine andere Form der Interaktion zum Tragen: Die im Hörspiel beschriebene Kunstauktion wurde auch real durchgeführt mit dem anwesenden Publikum. Marco Ansing und Thorsten Schneider überboten sich beide gegenseitig auf komödiantisch-überzogene Weise darin, die zu versteigernden Steampunk-Werke und Portrait-Gutscheine von Amalia Zeichnerin anzupreisen – und waren damit sehr erfolgreich, denn sie brachten fünf Werke unter den Hammer.

Amalia Zeichnerin, Foto von Linde Abschinski

Amalia Zeichnerin, Foto von Linde Abschinski

Das im Livehörspiel hervorgehobene Gemälde „Mann mit Maschinenrucksack“ (auch „Steampunk Ball“ genannt, siehe Abbildung) wurde ursprünglich 2013 von Amalia Zeichnerin gemalt und auf dem Aethercircus Festival ausgestellt.
Marco Ansing beschrieb das Werk nun in seinem Hörspiel auf  detaillierte Weise und ließ es von einer der Figuren gar bis ins Kleinste feingeistig interpretieren.

Steampunk Ball von Amalia Zeichnerin

Steampunk Ball von Amalia Zeichnerin

„Schmetterlingsbeute“ entpuppte sich als unterhaltsamer Kunst-Krimi, in dem auch – passend zum Steampunk-Genre – ein verrückter Wissenschaftler noch eine tragende Rolle spielen sollte.

Passend dazu wurde auch ein Gemälde mit dem Titel „Für die Wissenschaft!“ versteigert, zu dem die Künstlerin auf der Auktion folgendes erzählte:

Hier sehen Sie den mehrfach ausgezeichnete Prof. Dr. Dr. Wilhelm Heisenfeldt und seinen Assistent Eugen bei der Erforschung der Gehirnperforationexplorationssynthese mittels Heisenfeldtiumhydroxit unter Zuhilfenahme eines von Nikola Tesla entwickelten elektrischen Gerätes.

Für die Wissenschaft! von Amalia Zeichnerin

Für die Wissenschaft! von Amalia Zeichnerin

Übrigens befanden sich im Publikum des Livehörspiels auch mehrere Stammgäste des Krimibuchcafés, die bisher mit Steampunk noch nicht in Berührung gekommen waren – so dass Ansing eine kleine Einführung ins Thema vorwegschickte. Nach viel Gelächter und positivem Feedback aus dem Publikum konnten alle Beteiligten diese einmalige Veranstaltung als gelungen betrachten.

Wer neugierig geworden ist auf  die Abenteuer vom Reporter Johann Alexander Krieger, kann eines davon – mit dem Titel „Volldampf zu den Sternen“ – nachlesen in der Steampunk Anthologie „Voll Dampf“ des Amrun Verlages, herausgegeben von Ingo Schulze und André Skora.

Mehr über Marco Ansing im Aether: http://www.marco-ansing.de/

Mehr über Amalia Zeichnerin: http://www.silestin.de/

4. Viktorianisches Picknick in Wuppertal

Wir setzen unsere Gastbeitragsreihe zum Thema Steampunks und Picknicks fort und dürfen als heutigen Gastbeitragschreiber Miss Lola Wellington begrüßen.

Alle Beiträge der Reihe finden Sie unter dem Schlagwort: Serie: Picknick


Miss Lola Wellington 2014Lola Wellington  lud zum 4. Viktorianischen Picknick in Wuppertal

Am 28. Juni lud die Künstlerin Nicole Paul alias Lola Wellington von Nici’s ART zum 4. Viktorianischen Picknick ein. Die Gäste kamen zu Hauf. Eine Kleiderordnung in Viktorianisch, Steampunk, Barock, Lolita oder Edelgothic waren Voraussetzung.

Nachdem wir drei Jahre auf der wunderschönen Isenburg in Hattingen gepicknickt hatten, trafen wir uns diesmal in Wuppertal Barmen und gingen gemeinsam in den historischen Vorwerkpark Anno 1907.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 034Um 14:30 Uhr trafen sich am Tölleturm etwas über 100 Damen und Herren  in wunderbaren Kleidern und Anzügen im Stil des Viktorianischen Zeitalters, darunter Steampunker, Lolita-Ladies und Edelgoten, die ihre leckeren, meist extra zubereiteten Köstlichkeiten inklusive Picknickinventar über einen kurzen Abstieg durch ein Wäldchen bis hin zur Picknickwiese in den Vorwerkpark trugen.
Die Temperaturen waren optimal und hielten sich bei ca. 21 C Grad, es war leicht bedeckt, so dass die Sonne uns nicht gleich verbrannte. Herrliches Kaiserwetter für eine solche Veranstaltung.
Es wurden Picknickdecken ausgebreitet, Tischlein aufgestellt, Omas elegantes Sonntagsgedeck ausgepackt, Speisen und Getränke angerichtet, sogar ein Pavillon aufgebaut und ein Kofferplattenspieler angeschmissen.
Die Gäste sind in ihre Kreativität und detailtreue einfach wunderbar, denn sogar ein den sportlichen Zeitvertreib wurde gedacht: Krocket. Ein typisch englischer Sport, der sich auch schon im 19. Jh. großer Beliebtheit erfreute, so auch bei den Gästen des Viktorianischen Picknicks. Es wurde fleißig nach den originalen Regeln gespielt.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 027Nachdem sich herzlich begrüßt wurden, neue Bekanntschaften geschlossen und die ersten Fotos im Kasten waren, ging man zum Probieren der Getränke und Speisen über.
Später lud der Park, mit seinen versteckten Örtchen, exotischen Bäumen, Rhododendronbüschen, dem mystischen Steinbruch und den kleinen Seen zum Spazierengehen und Fotografieren ein.
Im Laufe des Nachmittages wurden wunderbare, interessante Gespräche geführt, Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht, Krocket gespielt, gezeichnet, fotografiert und viel gelacht.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 051 4. Viktorianisches Pickenick 2015 026 4. Viktorianisches Pickenick 2015 010 4. Viktorianisches Pickenick 2015 003

Natürlich blieb die illustre Gesellschaft den Sonntagsbesuchern des Parks sowie den Anwohnern nicht unentdeckt. Rege und nur positive Resonanz wurde uns entgegen gebracht. Spaziergänger waren bereit ihr lieben Jagdhunde den Damen mit den passenden Kleider für ein Foto auszuleihen, ließen sich Kontaktdaten notieren und knipsten natürlich auch ein Erinnerungsfoto mit den Picknickgästen.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 053

Nach so einem wunderbaren Nachmittag mit interessanten Gesprächen, neuen Bekanntschaften und herzlichen Menschen wird dieses Picknick nicht das Letzte gewesen sein. Man munkelt, es werde vielleicht sogar diesem Jahr noch ein Weiteres geben. Ich werde meine Gäste über meine Seite Nici’s ART auf dem Laufenden halten.

Herzlichst,
Nici Paul alias Lola Wellington

4. Viktorianisches Pickenick 2015 054


Wir bedanken uns für diesen wunderbaren Einblick!

Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
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Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal