Über das Aethercircus Steampunk Festival

Das Konzept, ein Steampunk Festival zum Stadtfest werden zu lassen, ist insgesamt aufgegangen, denn es gab viel positives Feedback, sowohl von langjährigen Steampunks wie auch von interessierten Einheimischen, die viele Fragen stellten, sich verzaubern ließen von den Shows, den Maschinen, den Gadgets, der Kleidung (eindrucksvoll zu sehen unter anderem auf der Modenschau) und vielem anderen mehr. Entsprechend war auch die Durchmischung von Einheimischen in Alltagskleidung und den gewandeten Steampunks.

© Roger Steen

Dieser Bericht schildert subjektive Eindrücke vom Festival. Ich hatte nicht die Möglichkeit, mir alles anzusehen und kann daher nur über Teilbereiche der Veranstaltung berichten. Ich habe mich umgehört, wie das Festival insgesamt angekommen ist.

Das Gelände war relativ weitläufig, die einzelnen Programmpunkte waren auf mehrere Standorte verteilt. Wer sich viel ansehen wollte, musste also entsprechend einiges an Strecken zurücklegen. Die Kulisse der Altstadt, unter anderem mit alten Fachwerkhäusern, bildete einen sehr passenden, schönen Hintergrund für das Steampunk-Thema. Verschiedene Geschäfte in der Innenstadt gingen ebenfalls mit geliehenen Ausstellungsobjekten darauf ein.

© Roger Steen

 

© Roger Steen

 

© Roger Steen

 

© Roger Steen

 

Die Künstler Stephan Kuhn und Vadim Voitekhovitch stellten ihre Werke aus und es gab auch eine weitere Steampunk-Ausstellung und mehrere Marktstände.

Vadim Voitekhovitch und einige seiner Werke © Roger Steen

In einem umgebauten Wohnmobil wurden Kurzfilme gezeigt und in den Straßen waren mehrere steampunkige, zum Teil dampfbetriebene Fahrzeuge unterwegs, die für Aufsehen sorgten.

Jürgen Lautner widmete sich in seinem Video-Vortrag über Steampunk unter anderem der Frage, wie die Zukunft der Szene aussehen mag und stellte die Überlegung in den Raum, dass es vielleicht noch circa fünf Jahre dauert, bis der Szene gewissermaßen „die Luft ausgeht“, da es leider ingesamt im deutschsprachigen Raum zu wenig Aktive gibt, also Menschen, die Veranstaltungen wie den Aethercircus organisieren. Auch der Trend, der bis vor kurzem noch für eine gewisse Kommerzialisierung gesorgt hat, ist mittlerweile wieder abgeflaut.

Auf der großen Hauptbühne beim Rathaus traten sowohl am Samstag und am Sonntag mehrere Bands auf und lockten viele Zuschauer an. Weitere Bands und Künstler traten auf kleineren Bühnen an anderen Standorten auf. Auf dem Platz vor der Malerschule und an verschiedenen Stellen in der Stadt wurde auch spontan Musik gemacht und ein wenig getanzt. Der Irish Pub „Rebel’s Choice“ stellte seine Räumlichkeiten ebenfalls zur Verfügung. Dort kamen insbesondere die folkig angehauchten „Tales of Nebelheym“ sehr gut an. Auch die Modenschau, die bereits seit dem Beginn des Festivals im Jahr 2012 ein fester Bestandteil ist, fand großen Anklang. In diesem Jahr wurde sie von dem Autor Marco Ansing moderiert.

Off Limits © Roger Steen

 

Jessness © Roger Steen

 

Professor Abraxo präsentiert sein Fahrzeug © Roger Steen

Der Bremer Zirkel moderierte stilvoll ein Tee-Duell auf einer der kleineren Bühnen und arbeitete zusammen mit dem Amt für Aetherangelegenheiten. Für reichlich Unterhaltung sorgte ein Temporalmarken-Fälscher aus ihren Reihen. Es gab auch noch weitere Anlaufstellen des Amtes auf dem Aethercircus, an denen man Stempel, Temporalmarken, Zeitreise-Visa und natürlich Zeitreisepässe erhalten konnte.

Der Bremer Zirkel veranschaulichte die Tradition des Tee-Duells © Roger Steen

Bei den Autorinnen und Autoren gab es im Deck 2 in der Malerschule ein Platzproblem für die Bücherstände, leider war im Vorfeld nicht ausreichend kommuniziert worden, wie das genau organisiert war. Auch war es ungünstig, dass die Vorträge und Lesungen im Deck 2 sich im selben Raum befanden wie die Büchertische der Autoren, denn ein Gespräch mit vorübergehenden Interessierten wurde dadurch fast unmöglich. Da das Programm hier sehr voll war, gab es auch nur wenig Pausen, die man dafür hätte nutzen können.

Kinderprogramm mit Doc Mac Dooley im Deck 2 © Roger Steen

 

Autorin Swantje Niemann während ihrer Lesung im Deck 2 © Roger Steen

Platzprobleme meldete auch die Steampunk Expeditionsgesellschaft, die letztlich nicht alle ihre Zelte aufbaute, zumal Fußgänger oft direkt an den Zelten vorbeigingen und im Gedränge gegen Zeltschnüre stießen, da der Hauptverbindungsweg aus der Stadt zum Veranstaltungsgebäude Deck 1/2 und Kulturforum direkt am Camp vorbeiführte.

Leider war dieser Weg aufgrund einer Treppe nicht für Rollstühle geeignet, eine Alternativroute nicht beschildert, was mehrfach für ratlose Gesichter sorgte. Die Räumlichkeiten des Veranstaltungsgebäudes waren allerdings eh nicht für Rollstühle geeignet, was sehr schade war, befand sich dort doch der Großteil der Händler.

© Roger Steen

 

Feuershow von Ravenchild © Roger Steen

Die Möglichkeit auf einem historischen Schiff, der Ewer Magareta, unter Deck Lesungen abzuhalten, war etwas Besonderes und sorgte ebenfalls für positives Feedback von den Besuchern des Festivals. Allerdings war die Lage des Schiffes ungünstig im Lageplan eingezeichnet, denn der Zugang von der dort markierten Straße Ostfleth war gesperrt, so dass man unter Umständen einen Umweg laufen musste, um zur gegenüberliegenden Straße Westfleth zu gelangen.

Die erste Lesung am Samstag von Tanja Meurer auf dem Schiff fiel leider aus, woraufhin ich mich spontan mit ihr zusammengetan habe bei meiner Lesung später am Tag, so dass wir beide ein Publikum hatten.

Künstler Stephan Kuhn © Michael Meister

Der Künstler Stephan Kuhn hat einen kleinen Bericht aus seiner Sicht verfasst, den wir freundlicherweise zitieren dürfen:

Zu erst einmal ist zu sagen: Der Aethercircus war wieder mal eine klasse Veranstaltung und Buxtehude war ein toller Standort dafür. Man traf viele alte und neue Freunde. Das Wetter hat super mitgespielt. Trocken bis sonnig, nicht zu warm, nicht zu kalt. So muss das sein! Auch die Besucher waren allesamt gut gelaunt, neugierig und sehr positv eingestellt. Ich konnte sogar einige Bilder verkaufen, die die sonst eher gar nicht gingen. Also für mich gilt: Beim nächsten Aethercircus bin ich wieder dabei!
Dennoch, muss ich noch einige Kritikpunkte aufzählen, die den gesamten Spaß etwas betrübt haben.
Der Raum in dem ich saß war etwas ungünstig platziert. Entweder musste man durch einen schmalen Gang gehen, oder man war gezwungen durch eine andere Vorführung zu gehen und durch ein Bistro um zum Ausstellungsraum zu gelangen. Die Beschilderung war, was das anging, sehr suboptimal. Wenn ich dann auch mitkriege, dass bei der Lesung von der Tanja gar keine Besucher zugegen waren, merke ich dass dies auch woanders ein Problem war. Und auch wenn die Malerschule ein klasse Gebäude ist für solche Sachen, außerhalb der Altstadt und über eine Straße zu gehen, scheint manche Leute etwas abzuschrecken. Jedenfalls habe ich auch noch am Sonntag abend Besucher sagen hören „Oh, hier waren wir ja noch gar nicht“.
Trotzdem, mein Stand war gut besucht und ich konnte einige Menschen glücklich machen mit meinen Werken. Sowas macht man immer gerne :)
Es bleibt dabei: Nächstes Mal bin ich wieder dabei!

Fazit: Ein kreativ gestaltetes, gelungenes Festival, das sehr viel an positivem Feedback bekommen hat, wenn auch mit einigen organisatorischen Schwächen an manchen Stellen, die  hoffentlich bei einem weiteren Aethercircus  schon im Vorfeld bedacht werden.

Die Fotos für diesen Bericht wurden uns freundlicherweise von Roger Steen zur Verfügung gestellt.

© Roger Steen

 

Bericht: 4. Steampunk Jahrmarkt 2018

Um 13.00 Uhr ging es los und der 4. Steampunk Jahrmarkt öffnete die Tore der Jahrhunderthalle Bochum. Bereits um kurz vor 14.00 Uhr war das erste Parkhaus voll, es schien also voll zu werden.

An der Kasse folgte dann die erste Überraschung: Entgegen der Informationen, die auch wir als Pressemitteilung erhalten hatten und die auch auf Facebook immer wiederholt worden waren, gab es nun doch ein Kinderticket für 12,50€ für Kinder bis 8 Jahren. (Zur Erinnerung: Vorher hieß es immer, Kinder ab 80cm zahlen den vollen Eintritt von 20€ VVK/ 24€ AK.) Freundlicherweise wurden bereits gekaufte Karten vor Ort umgetauscht. Das brachte aber denen wenig, die sich von den Preisen hatten abhalten lassen. (Übrigens kam zum Eintrittspreis noch die Parkgebühr von 3,50€ hinzu.)

Die Gewinner unserer Ticketverlosung

In der Halle selbst war es im Vergleich zu den Vorjahren doch recht leer und der Anteil an „normalen“ Besuchern war deutlich größer im Verhältnis zu den anwesenden Steampunks.

Wie erwartet waren auch recht viele Fotografen unterwegs, diese schienen jedoch etwas moderater zu agieren als im Vorjahr, auch wenn es immer wieder zu „Rudelknipsen“ kam, sobald ein passendes Motiv sich für den einen nett-fragenden Fotografen positioniert hatte. Trotzdem gab es auch wieder die unbelehrbaren Exemplare, die auf den freundlichen Hinweis, doch bitte nicht beim Essen zu fotografieren allen Ernstes antworteten: „Ich habe doch darauf geachtet, dass der Mund auf den Fotos zu ist.“ Man kann nur den Kopf schütteln und als Frau den Fächer als Waffe gegen ungewollte Knipser zücken.

Auf den vielfach kritisierten und rechtlich nicht ganz einwandfreien Hinweis des Vorjahres, dass man sich mit Betreten des Jahrmarktes mit der Anfertigung von Fotos einverstanden erkläre, hatte man übrigens in diesem Jahr verzichtet.

Was ebenfalls weitgehend fehlte war das angekündigte Programm. Stand bis kurz vorher in der Facebook Veranstaltung noch der Text: „Die Besucher erwartet ein stimmungsvoll hergerichteter viktorianischer Jahrmarkt im Stil der Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts, mit freier Fahrt auf den historischen Fahrgeschäften sowie antiken Jahrmarktständen, Kirmeswagen, Straßenkünstlern, Steampunk Gerätschaften, Steampunk Live-Musik im Abendprogramm und vielem mehr.“, wurde der letzte Teil am Freitag vorher einfach gestrichen.

Abacus-Theater

Was übrig blieb, waren die Modelldampfmaschinen von Herrn Papirnik, sowie der Familie Spree und die Kunst-Fahrzeuge des Abacus-Theaters. Auch Zauberkünstler Dr. Marrax gab mehrfach Vorstellungen und um 17.30 Uhr erfolgte ein Outfitwettbewerb. Eine Bühne gab es für diesen leider nicht, lediglich einen rund 30m langen roten Teppich mit ein paar Absperrungen rundherum; bei weitem nicht genug, um wirklich etwas sehen zu können. Die Moderation durch Bep Welters war nur im vorderen Teil überhaupt zu hören, weiter hinten wurde sie von einer der restaurierten Kirmes Orgeln überschallt.

Moderatorin Bep Welters bei der Überreichung des Preises für den 1. Platz des Outfitwettbewerbs

Diese taten ihr Bestes, das nicht vorhandene Musikprogramm zu ersetzen, allerdings dann so häufig, dass man mit den benachbarten Standbesitzern Mitleid haben musste.

Insgesamt fügten sich die zahlreichen Steampunkhändler (insgesamt über 20 Stück) wie gewohnt sehr gut in die Kulisse des Jahrmarktes ein und gerade durch die Verkäufe an die „normalen“ Besucher waren die die Einnahmen trotz deutlich gestiegener Standgebühren mehr als zufriedenstellend.

Leider war das Foyer der Jahrhunderthalle, in dem ebenfalls Händler platziert waren, in diesem Jahr unbeheizt, was dazu führte, dass die Besucher sich dort nur kurz aufhielten. Den frierenden Verkäufern an den Türen wurden immerhin später Heizlüfter zur Verfügung gestellt um der Kälte zu trotzen.

Insgesamt fehlten in diesem Jahr neben dem Programm auch die Künstler und Maker komplett. Fiel im vergangenen Jahr erstmal nur die Abwesenheit der lokalen Gruppierungen auf, hatte man in diesem Jahr komplett auf diesen wichtigen Teil des Steampunks verzichtet und den Jahrmarkt zu einer reinen Verkaufsveranstaltung gemacht.

Die Hauptattraktion, der historische Jahrmarkt selbst, war natürlich nach wie vor eine wundervolle Kulisse und auch die im Ticketpreis enthaltenen Fahrten auf den Fahrgeschäften wurden ausgiebig genutzt.

(Man könnte jetzt kleinlich sein und darauf hinweisen, dass es kein, wie angekündigt, viktorianischer Jahrmarkt war, da die meisten Fahrgeschäfte eher aus den 30er bis 50er Jahren des 20. Jahrhunderts stammen, aber das ist eigentlich unwichtig, denn die Fahrten selbst auf Riesenrad, Kettenkarussell und Co machen Spaß, egal aus welcher Zeit das Fahrgeschäft stammt.)

Insgesamt hat man leider das Gefühl, dass auf dem Jahrmarkt alles nur auf die Gewinnoptimierung des Veranstalters aus ist. Es scheint kein echtes Interesse mehr an der Steampunkszene selbst zu geben und man merkt deutlich, dass niemand aus der Szene mehr an der Organisation beteiligt ist. Dabei sind die Steampunks mit ihren Outfits überhaupt erst der Grund, warum dieser Veranstaltungstag sich von den anderen Tagen des historischen Jahrmarktes unterscheidet. Dass sie dafür dann aber auch noch 5€ bzw. 9€ mehr als an den anderen Tagen zahlen müssen ist angesichts des „Programms“ absolut ungerechtfertigt. Insbesondere dann, wenn man sieht, dass Gäste, die passend zur Sonderveranstaltung „Rock anne Raupe“ gekleidet kommen, einen Eintrittsrabatt erhalten.

Letztlich haben sich die meisten Steampunkbesucher einen schönen Tag vor Ort gemacht und den 4. Steampunk Jahrmarkt genutzt um Freunde und Bekannte dort zu treffen. Nicht zuletzt mit dem Amt für Aetherangelegenheiten oder spontanen Dudelsack einlagen haben sie ihr eigenes Programm gestaltet. Dafür muss man aber nicht den Mehrpreis zahlen um dann anderen als Attraktion zu dienen. Vermehrt wurden Stimmen laut, im kommenden Jahr einfach an einem anderen Tag den Jahrmarkt zu besuchen, oder als normale Besucher zu kommen und sich lediglich im frei zugänglichen Foyer zu treffen.

Spontane Dudelsackeinlage eines Besuchers

Andrang beim Amt für Aetherangelegenheiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sollte sich die Einstellung der Veranstalter zur Szene nicht ändern, werden die Steampunks mehr und mehr wegbleiben und die kostenlose Attraktion der „lustig Kostümierten“ damit ebenso.

Außerdem muss dringend an der Informationspolitik gearbeitet werden. Sie war schlichtweg inexistent: Anfragen wurden nicht beantwortet, Fragen in der Facebook Veranstaltung sind bis heute unbeantwortet, lange Wartezeiten bei Mailanfragen, wobei auch da nicht zwangsläufig überhaupt eine Antwort kam, dazu gab es mit dem Clockworker auch noch eine Akkreditierungspanne, die sich zwar klären ließ, aber vermeidbar gewesen wäre.

An schönen Kulissen mangelt es bekanntlich im Ruhrgebiet nicht und der einzige Vorteil, den der Jahrmarkt noch genießt, ist die Tatsache eine beheizte Innenveranstaltung im sonst eher veranstaltungsarmen Winter zu sein. Wenn die Kommerzialisierung dieser Veranstaltung so weitergeht und die Atmosphäre darunter leidet, werden sich über kurz oder lang sicherlich Alternativen ergeben, die mehr Wert auf die Leute legen, die den Steampunk Jahrmarkt erst zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Weitere Veranstaltungstermine findet ihr übrigens hier.

Alle Bilder sind auf flickR oder hier auf Facebook zu finden.
In der FB Gruppe „Steampunk Event Fotos – NRW“ sammeln sich außerdem Fotografen und Besucher um ihre Bilder auszutauschen.

 

(Der Artikel spiegelt ausschließlich die Eindrücke des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der gesammten Clockworker Redaktion.)

Ein Ereignis der besonderen Art...

…oder, es geht auch mit angenehmen Tönen.

An diesem Samstag und am darauf folgenden Sonntag (am Tag des offenen Denkmals), fand in der Kirche St. Peter zu Krempe eine besondere Ausstellung statt.

Vor zwei Jahren entstand die Idee, in einer Kirche auszustellen. Bei so einem Ort geht es ganz extrem darum, die Besonderheit des Ortes zu würdigen und die Ausstellung behutsam in das Gesamtambiente zu integrieren. Herrn Teleman von Phone (André Kahlke) und seiner Art Direktorin (Sylvia Kahlke) haben diese Herausforderung exzellent gemeistert. Durch die Platzierung der Objekte von Herrn Junophor, Herrn von Phone und meiner Person, den Bildern von Herrn Dirk Jacobs, sowie den Objektzeichnungen von Frau Miriam Gosch konnte die Kirche mit „Blickpunkten“ und Metaphern ausgestattet werden. Die Modeobjekte von Herrn Johann von Seeland, Frau Shelley Zackarali-Kempf und Cornelia Heß rundeten die gesamte Ausstellung ab. Durch eine besondere Ausleuchtung entstand ein Sternenhimmel und über dem Altar erschienen die Flügel eines Engels :-)

Wir hatten das große Glück, zwei Musikergruppen in der Kirche begrüßen zu dürfen, die es verstanden, mit moderaten Tönen zu unterhalten. Hier wurde eindrucksvoll beweisen, dass gute Unterhaltung ohne große Lautstärke möglich ist. Steampunk in einem anderem, außergewöhnlichem  Rahmen. Ich selbst, als einer der Aussteller, war überrascht und erfreut über das Publikum und die Begeisterung, die uns entgegen gebracht wurde.

 

Die Metaphern brauchten zum Teil nicht erklärt werden. Der Tod, mit der Tür hinter sich und „Das Duell der Meister“ waren für einige Besucher selbst sprechend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Zahnrad und Zylinder, ein Steampunk Event in Meißen / Sachsen

Guten Abend liebe Leser,

ich wurde aufgefordert, über das Kunst und Kulturfest in Meißen zu berichten, welches als jährlich wiederkehrende Veranstaltung ausgelegt werden soll.

Ich möchte vorausschicken, dass dies die erste Veranstaltung des ORGA Teams war.

Die Kulisse und das Ambiente sind gigantisch, das Kornhaus entpuppte sich als perfektes Gebäude für so ein Event.

Das kühle Innere des Gebäudes bot den „Makern“ und einigen Händlern der Szene ein angenehmes Heim für Exponate und Kunsthandwerk.

Den Aufbau und die Konfiguration meiner Geräte gestaltete sich allerdings schwierig, da permanent der Strom ausfiel und mehrere Geräte dadurch einen Defekt aufwiesen. Zu diesem Zeitpunkt war ich kurz davor wieder abzubauen. Der Leipziger Steampunk Stammtisch, der kurz danach eintraf, versorgte mich allerdings mit Kaffee und guter Laune. So konnten wir gemeinsam den Fehler in der Stromverteilung zu suchen. Nach Trennung der einzelnen Stromkreise, war dann „Ruhe in der Leitung“.

Mittlerweile wurde vor dem Gebäude aufgebaut. Weine und Bier aus der Region, wirklich leckeres Essen (afrikanische, vegane, vegetarische und deftige fleischige Küche) und Kaffee und Tee.

Gegen Abend wirbelte leider ein heftiger Gewittersturm den Außenbereich durcheinander. Davon war dann am Samstag und Sonntag nichts mehr zu sehen. (Klasse Leistung!)

Die Veranstaltung begann schleppend und wenig Publikum verirrte sich in den, mit Bauzäunen und Weinplakaten abgeschotteten Bereich. Viele der Touristen waren nicht bereit, die 5.- EUR Eintritt zu zahlen. Am Samstag Mittag entschloss sich das ORGA Team, die monetären und optischen Barrieren zu beseitigen. Eine großartige Entscheidung. Von da ab wurde es voll, interessant und wirklich witzig und fröhlich. Viele interessierte Besucher flanierten durch die Gänge, ließen sich begeistern und stellten unzählige Fragen.

Die Mitaussteller, die Verpflegung, das Ambiente, die ORGA alles stimmte, wenn nicht….

Ja, wenn nicht die unvermeidliche, akustische „Untermalung“ gewesen wäre. Evtl. sollte man lieber von einer Unterbrüllung sprechen?

Liebe Musiker:

Laut ist nicht gleich gut und ganz laut macht es nicht besser. Eine Fallset Stimme und ganz laut macht es katastrophal!

Wir mussten uns im Gebäude anbrüllen, um eine Verständigung mit dem Publikum zu ermöglichen. Einige Gäste verließen am Samstag das Gelände, damit sie sich unterhalten konnten! Das Argument „wir kriegen das auf der Bühne nicht mit, wie laut das ist“ lasse ich an dieser Stelle nicht gelten. Solche Dinge werden in einem Soundcheck geklärt!

Bedenkt bitte, was die Veranstaltung sein sollte: Ein Kunst- und Kulturfest! Kein Festival, wo es darum geht, den Besuchern möglichst schnell und effektiv einen Tinitus anzuhängen. Leute! Da waren Familien mit kleinen Kindern im Bereich!

Ein Kunst- und Kulturfest lebt von leisen Tönen, von Untermalung und Unterstützung des Ambientes. Die meisten Besucher wollen sich hinsetzen, genießen, evtl. Wein trinken und sich unterhalten, flanieren, staunen und sich verzaubern (nicht bedröhnen) lassen.

Das sie hervorragend funktionieren, die leiseren Töne, hat die zauberhafte Feuershow mit Feuerfünkchen und das Tanzvergnügen mit Virginia bewiesen.

Zum Schluss noch drei Dinge:

  1. Wenn ich Gast auf einem solche Event bin (gerade als Anbieter von Waren und Dienstleistungen), dann sollte man sich auch als solcher verhalten. Es geht gar nicht, dass man vor mehreren Hotels, Pensionen und Wohnungen eine lautstarke Party,  bis in den Morgen feiert. So ein Verhalten trägt nicht dazu bei, die Akzeptanz eines solchen Festes, bei Gästen und der Bevölkerung zu fördern. Empathische Leute verlegen so etwas ins Gebäude, Platz war genug vorhanden.
  2. Die ORGA hat eine  guten Job gemacht. Technische Probleme wurden gemeinsam gelöst. Das ORGA Team hat extrem flexibel auf Änderungswünsche hinsichtlich Standplatz, Ausstattung etc. reagiert. Es war immer jemand ansprechbar und hat sofort und kompetent geholfen. Mein Kompliment, das kenne ich anders.
  3. Die Crews der einzelnen Küchen und Getränkestände haben einen super leckeren Job gemacht. (Ich wusste gar nicht das meißner und tschechische Weine so lecker sind.)

Mein Fazit, eine tolle Veranstaltung mit kleinen Anlaufschwierigkeiten. Nach einem Gespräch mit dem ORGA Team bin ich überzeugt, dass im nächsten Jahr eine kleine Steampunk Perle auf dem Domplatz in Meißen entstehen wird.

Ich werde auf jeden Fall dabei sein!

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

 

https://www.facebook.com/events/133023220594909/

https://www.zahnrad-und-zylinder.de/de/category/informationen/programm/

Premiere: Coppelius.Waits. for you - Musiktheater im Revier

Nur wenige Monate nach der für Ende 2016 angekündigten Clubbühnenabstinenz finden die Herren von Coppelius doch den Weg zurück auf eine Bühne: nämlich die, des kleinen Hauses des Musiktheaters im Revier (MiR) in Gelsenkirchen, in dem Ende 2015/Anfang 2016 auch die Steampunk Oper „Klein Zaches, genannt Zinnober“ zur Aufführung kam.

Und das, was da am Abend des 01.04. stattfand, wurde als „Club-Konzert“ angekündigt. Das freut natürlich besonders die Fans, die sich schon auf eine längere Pause eingestellt hatten.

Trotzdem ist dieses Konzert etwas völlig Neues und Anderes, als die bisherigen Auftritte der Berliner Band. Nicht nur, weil man dieses Mal den Klängen im Sitzen lauscht, nein, auch weil Coppelius nicht alleine gekommen sind:

Mit dabei ist auch Rüdiger Frank, dessen Bekanntschaft man als Klein Zaches Darsteller machen durften, und dessen Begleitung Pianist Heribert Feckler.

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Steampunktortenkleider auf der Creativa

Seit gestern hat die Creativa in den Dortmunder Westfalenhallen für die Besucher geöffnet.

Die Messe CREATIVA Dortmund ist Europas größte Messe für kreatives Gestalten. Mehr als 660 Aussteller präsentieren auf der Dortmunder CREATIVA Messe Materialien, Geräte, Werkzeuge und Zubehör für die unterschiedlichsten Kreativ-Techniken sowie kreative Fertigobjekte aus eigener Herstellung. Das Themenspektrum reicht dabei von Handarbeit, Malen und Zeichnen über Basteln und Handwerken bis hin zu Schmuck, Puppen und Spielzeug. Zahlreiche interaktive Sonderschauen und Kreativ-Workshops laden auf der CREATIVA Messe Dortmund außerdem zum selber Mitmachen und Gestalten ein.

Mit dabei ist auch die Cake Company, deren Spezialgebiet Tortendekorationen sind. „von A wie Ausstecher bis Z wie Zuckerdekor, Fondant, Marzipan, Tortendekoration, Schokoladen Dekoration, Backmischungen u.v.m.“

In der Halle 4 veranstaltet die Troisdorfer Firma den „Queens Battle“, ein Livewettkampf, bei dem die Teilnehmerinnen Showtorten zum Thema „Steampunk Kleider“ erstellen müssen.

Noch bis morgen wird fleißig weiter an den Kreationen gewerkelt, bevor diese sich der Jury stellen müssen. Mit bewerten werden unter anderem Dusty Steampott und Sibylle Nix (Funkelglanz/Steamtropolis). Bis dahin kann man den fleißigen Tortenkünstlerinnen noch Live über die Schulter schauen oder sich nebenan bei der Cake Company Tipps und Tools zum selbst kreativ werden holen.

Aber nicht nur die süßen Kreationen künden vom Steampunk, auch die „Steamtropolis on Tour“ ist vor Ort anzutreffen und verbreitet das Wissen um die Szene. Außerdem können Kleinigkeiten von verschiedenen Steampunk Verkäufern am Stand E20 in Halle 4 erworben werden, mit dabei u.A. Hüte von Kat’s Lullaby und Schmuck von Doriel Design.

In den Hallen 4 bis 7 findet der geneigte Bastler außerdem einiges, was sich auch im Steampunkbereich nutzen lässt. Insbesondere das Herz der nähenden Steampunks dürften angesichts der breiten Auswahl an Stoffen, Borten, Spitzen und Knöpfen höher schlagen, aber auch Schmuckbastler werden in den Hallen fündig, sodass sich ein Besuch definitiv lohnt.

Die Creativa hat bis einschließlich Sonntag täglich von 9-18 Uhr geöffnet. Tickets gibt es ab 10,00€ im Vorverkauf. Mehr Infos unter www.messe-creativa.de

Bericht: 3. Steampunk Jahrmarkt

Gemessen an den Besucherzahlen kann man mit Fug und Recht behaupten, dass auch der 3. Steampunk Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum ein voller Erfolg war. Rund 3700 größtenteils gewandete Besucher verkündete Albert Ritter, Mit-Veranstalter und Moderator des Steampunk Outfit Wettbewerbs, gegen 21.30 Uhr.

Die drängten sich vor allem am Nachmittag zwischen den Fahrgeschäften und Ständen des 10. Historischen Jahrmarkts und genossen die Atmosphäre, soweit es möglich war, denn der Platz wurde stellenweise dann doch arg eng und der Lautstärkepegel war entsprechend. Gut, dass das Foyer ebenfalls mit einbezogen wurde und man bei den dortigen Steampunk Händlern etwas mehr Luft und Platz bekam, auch wenn man sich zur Rückkehr in die Halle dann wieder in die teils sehr langen Einlassschlangen einreihen musste.

Natürlich nutzten auch viele Fotografen die Gunst der Stunde so viele hervorragend gekleidete Steampunks vor die Linse zu bekommen, sodass es insbesondere nachmittags zu Szenen kam, die man sonst eher von der Elfia kennt: Ein Fotograf der seltenen Art „Ich frage, bevor ich ein Bild mache“ hat ein Model gefunden und nach seinen Wünschen positioniert und direkt nutzen einige Wild-Mit-Knipser die Chance und halten auch drauf.
Dem wird vermutlich nur sehr schwer beizukommen sein, es sei denn, man verbietet Fotografieren in Gänze bzw. nur mit Akkreditierung.

Schwierig auch deshalb die Entscheidung, weil natürlich viele der Anwesenden die Chance zum Showlaufen nutzen und sich über gute (!) Bilder im Anschluss freuen. (Auf Facebook gibt es übrigens eine Fotogruppe, die versucht die Alben und Fotos des Jahrmarkts an einer Stelle zu sammeln. )

Gegen Abend wurde die Ratio Steampunk-Besucher/Fotografen dann deutlich angenehmer und das Bühnenprogramm begann.
Neben Akustikauftritten von Drachenflug im Foyer und Lesungen von Judith und Christian Vogt aus „Die verlorene Puppe“ war der Höhepunkt mit dem Outfitwettbewerb angesetzt. Zur Einleitung gab es eine Vorführung am Vertikalseil von NRW-Kirmeskönigin Sophie I. bevor es in die Jurybewertung der Outfits ging.

Zu gewinnen gab es eine Reise zum Steampunk Asylum in Lincoln, entsprechend groß war die Motivation zur Teilnahme, sodass sich die Vorstellung der Beteiligten sehr in die Länge zog. Bereits bei Nr. 15 war Unruhe im Publikum zu bemerken, beim Blick auf die Nummernzettel erhaschte man eine 39 und so war es wenig verwunderlich, dass sich gegen Ende hauptsächlich noch die Teilnehmer selbst vor der Bühne tummelten.
Ein paar weniger Teilnehmer, etwas weniger spektakuläre Preise hätten es für den Zuschauer bei Weitem auch getan, zumal die Teilnehmer sich meist nicht selbst gemeldet hatten, sondern zuvor gezielt angesprochen worden waren.

Das Getümmel vor der Bühne konnte man auch nutzen um sich nun endlich einmal in Ruhe die vorhandenen Stände genauer anzusehen.
Zwischen Entchenangeln und Schießbude waren Steampunk Händler verschiedenster Art versammelt: Schmuck, Korsetts, Goggles, Hütchen, alles was das kauffreudige Herz begehrte und der Geldbeutel hergab.

Dazwischen fuhren immer wieder die fantastischen Gefährte des Abacus-Theater, nun auch mit einem neuem Steampunk Fahrzeug. Ebenso konnten funktionstüchtige Modelle von Dampfmaschinen bestaunt werden und die historischen Zugwagen.

In Sachen Ausstellung sah es in diesem Jahr dagegen eher Mau aus. „Freiburg unter Dampf“ fand sich dort und auch die Niederländer des Clockwork Carrousel trugen mit Teeduellen zur Besucherbelustigung bei.
Damit hatte es sich dann aber auch schon an Steampunk spezifischen Gruppen vor Ort und die bekannten Größen der deutschen Szene fehlten komplett:
Zwar konnte man sich, wenn man wusste, wen man ansprechen musste, seinen Zeitreisepass stempeln lassen, das Amt für Aetherangelegenheiten selbst war aber nicht da. Ebenso keine Machina Nostalgica Ausstellung oder die lokalen Gruppen wie die Ruhrwerke oder das Wupperdampf Laboratorium.

Schade, sind doch Make und Steampunk als Kunstrichtung DIE treibende Kraft und die Szene eigentlich weit mehr als schicke Klamotten.

Ein paar Gedanken zu den Eintrittspreisen: 20€ im Vorverkauf und 24€ an der Abendkasse, inklusive der Nutzung aller Fahrgeschäfte, sind durchaus vertretbar für das Angebot, ABER es gab keinen Kinderpreis und auch auf vermehrte Nachfragen in der Facebookveranstaltung wurde nicht beantwortet wieso. Lediglich Kinder unter 80cm hatten freien Eintritt.

80cm erreicht aber so mancher 1,5 -2-jährige schon; für diese Altersgruppe gibt es aber kaum Fahrgeschäfte, die sie nutzen dürfen, was ein volles Eintrittsgeld rechtfertigen würde.
Auch im Vergleich mit den normalen Tagespreisen an anderen Veranstaltungstagen schneidet der Steampunk Jahrmarkt deutlich teurer ab:
Normaler Eintritt beim historischen Jahrmarkt: 15€, Kinder bis 14 Jahre 12,50€, Familien (2 Erw. + 2 Kinder) 50€, bei Sonderveranstaltungen wie „Rock’n Roll anne Raupe“ ebenfalls 15€ (für alle, keine Kinderpreise), dafür aber für entsprechend dem Thema gekleidete nur 12,50€. Allerdings beginnen diese Sonderveranstaltungen erst um 18.00 Uhr und nicht, wie der Steampunk Jahrmarkt bereits um 13.00 Uhr.

Es scheint, als ob man bei Sonderveranstaltungen Kinder nicht dabeihaben möchte, oder dass man davon ausgeht, dass die Steampunks eh genug Geld haben.

Verwunderlich wird es, wenn man mitbekommt, dass zu späteren Einlasszeiten Kinder DOCH einen Kinderpreis zugestanden bekommen haben, sogar umsonst reinkamen, bereits gekaufte Karten teilerstattet wurden, das Ganze allerdings OHNE dass dies kommuniziert wurde.

Schade, dass die Einsicht so spät kam, denn viele Steampunks mit Familie hatten sich im Vorfeld von den Eintrittspreisen abhalten lassen. (Der hohe Preis für Familien war auch einer der am meisten angegeben Gründe bei unserem Ticket-Gewinnspiel, das haben wir dem Veranstalter auch mitgeteilt, was allerdings ignoriert wurde.)


FAZIT:

Insgesamt ist der Steampunk Jahrmarkt eine schöne Veranstaltung um Freunde und Bekannte zu Treffen und sein bestes Outfit auszutragen. Die Kulisse des Jahrmarkts und vor allem der Jahrhunderthalle passen hervorragend zur Steampunkästhetik und auch die Fahrten auf den historischen Fahrgeschäften machen Laune.

ABER man merkt leider deutlich, dass der Steampunk Jahrmarkt nicht von der Szene für die Szene gemacht wird, sondern eine kommerzielle Veranstaltung ist, die vorranging mit der Optik der Outfits und weniger mit dem Herz des Steampunks (Make und Literatur) arbeitet.

Die Preispolitik könnte hinsichtlich Familien oder Gewandeten Rabatt noch überarbeitet werden und auf die Kommunikation in sozialen Medien sollte dringend ein besseres Auge geworfen werden; werden Anfragen nur unzureichend beantwortet oder werden gar ignoriert.

Die Veranstaltung lebt von den Besuchern, die in Steampunkoutfit kommen, und die Steampunkdichte gegenüber den „normalen“ Besuchern ist mit schätzungsweise 75-85% sehr hoch. Ohne die zahlungswilligen Gäste in Kostüm wäre der Jahrmarkt nicht ansatzweise so gut.

Mehr Fotos von Rüschen & Dampf -Lichtbilder und Photographie Matthias May finden Sie hier oder auf der Facebookseite des Clockworkers.

Wir freuen uns über Ihre persönlichen Eindrücke und Gedanken zum 3. Steampunk Jahrmarkt, hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar.

 

Bericht: Elfia Arcen 2016

Unter strahlendem Sonnenschein öffneten am Samstag, 24. und Sonntag 25. September 2016 die Tore des Königreiches Elfia zur Herbstausgabe des halbjährlich stattfinden Fantasy Spektakels. In den Schlossgärten von Arcen, an der Niederländisch-Deutschen Grenze bei Venlo, trafen sich Fans der unterschiedlichsten Phantastik und Science-Fiction Genres zum bunten sehen und gesehen werden.

elfia-arcen-2016-2

Das gute Wetter nutzten wohl auch viele kurzentschlossene Besucher, denn die „Kostümdichte“ fiel (zumindest gefühlt) deutlich geringer aus, als in den vergangenen Jahren. Dafür war das Gelände selbst gut gefüllt mit zahlreichen Gästen, stellenweise ging es nur noch im Gänsemarsch weiter, wenn man an einen Engpass, wie etwa eine Brücke oder ähnliches kam.

Natürlich nutzten auch (Hobby-)Fotografen die Gunst der Stunde um die phantasievollen Outfits abzulichten. Hier und dort kam es zu „Rudelshootings“, wenn sich ein Model gerade besonders gekonnt in Szene setzte. Insgesamt schien das Zusammenspiel aus Fotografen und Fotografierten aber durchaus harmonisch abzulaufen, auch wenn die Elfia Orga sich genötigt sah, extra Hinweisschilder aufzuhängen, die daran erinnerten, dass die Kostümierten nicht nur zum fotografiert-werden da sind.

Insgesamt bot die Elfia neben den Outfits seiner Gäste noch mehr zum Schauen und Staunen und vor allem zum Shoppen. Zahlreiche Stände mit unterschiedlichsten Preziosen boten ihre Ware auf dem Gelände feil: Schmuck, Kunst, Kleidung, Bücher und Fanartikel gab es zu erstehen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Anzahl der Camps ist dagegen, dem letztjährigen Trend folgend, noch weiter geschrumpft, sodass man das Gefühl hat, auf einer einzigen Verkaufsmesse mit Rahmenprogramm gelandet zu sein. Immerhin gab es in diesem Jahr wieder ein Steampunk Camp, doch waren die Herrschaften des Clockwork Carrousel nicht so leicht aufzuspüren. Gefehlt haben die Endzeitler (von der Umbrella Corp. mal abgesehen), das Regiment Anachronistischer Grenadiere und auch die Science-Fiction Schiene wurde dieses Mal weder von einem Star Wars Lager noch vom Predator Clan bedient. Und das, obwohl das diesjährige Thema „Time and Space“ war (dem auch einige der Besucher gefolgt sind).

Leider kommt das Gefühl auf, dass man die Lager (vielleicht aus Kostengründen?) am liebsten gar nicht mehr dabeihaben möchten und lieber deren Plätze an weitere (Standmiete zahlende) Händler vergibt. Es wird sich sehr darauf verlassen, dass die kostümierten Besucher selbst schon Attraktion genug sind. Und das sind sie natürlich auch: man hat genug zu schauen, wenn man sich an einer der zahlreichen Fressbuden niederlässt. Solange die Besucher auch in Zukunft kostümiert kommen, wird das Elfia Konzept weiter aufgehen, zumal die Schlossgärten von Arcen wirklich eine wunderbare Kulisse für alle Arten von Outfits und Kostümen bieten.

Große Bühne

Kleine Bühne

 

 

 

 

 

 

 

Außerdem gibt es dann natürlich auch noch das (Bühnen-)Programm, mit verschiedenen Bands, Vorführungen, Lesungen und Mitmachaktionen, wie z.B. Kendo-Training oder historische Tänze. Auch das Bodypainting-Zelt ist seit Jahren mit dabei und die Kreationen können ausgiebig bestaunt werden.

Die Elfia ist nicht zuletzt eine Veranstaltung für Gleichgesinnte, um alte Freunde und neue Bekannte zu treffen und einen Tag im fiktiven Königreich zu verbringen, wo man sein kann, wie und was man möchte.

Nicht umsonst begrüßt und verabschiedet einen das ewige Elfia Motto: „You’ll never dream alone!

Weiter geträumt werden darf dann auf der Frühlings Elfia in Haarzuilens am 29. und 30. April 2017 auf Castle de Haar.

Mehr Bilder gibt es auf der Clockworker Gesichtsbuchseite oder auf flickR

Impressionen vom Aethercircus Steampunk Festival

Am 30.4. und 1.5. fand zum vierten Mal das Aethercircus Steampunk Festival statt, wieder in der historischen Festung Grauer Ort bei Stade. Hier sehen Sie einige ausgewählte Impressionen, da es den Rahmen sprengen würde, auf alle Programmpunkte einzugehen.
Die Fotos in diesem Bericht wurden uns von dem Fotografen Patrick Frauchiger freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Übrigens sendet das DAS-Magazin im NDR-Fernsehen am Freitag, den 27. Mai um 18:45 und 19:30 einen kleinen Fernsehbericht über das Festival, welcher dann auch in der Mediathek zu sehen sein wird.

 

copyright: Patrick Frauchiger

Ein – nicht vollständiges – Gruppenbild mit Feuerspucker

copyright: Patrick Frauchiger

La Frontera Victoriana on stage

copyright: Patrick Frauchiger

… und im Gruppenbild

copyright: Patrick Fauchiger

Circus of fools

copyright: Patrick Frauchiger

Ein Gewinner beim Steampunk-Teeduell

copyright: Patrick Frauchiger

Hier brennt sogar der Reifrock!

Steampunk Festival Aethercircus, copyright Patrick Frauchiger

ein mechanischer dampfender Drache, von Toni Reintelseder

copyright: Patrick Frauchiger

auf zur Zeitreise!

copyright: Patrick Frauchiger

Vielleicht mit diesem Gefährt?

copyright: Patrick Frauchiger

Ein Steampunk-Gerät

copyright: Patrick Frauchiger

eine Hommage an 20.000 Meilen unter dem Meer, von Jürgen Lautner

copyright: Patrick Frauchiger

Der Illustrator Stephan Kuhn mit einem Steampunk-Motiv

copyright: Patrick Frauchiger

Ein Walking act

copyright: Patrick Frauchiger

mithilfe dieser speziellen Apparatur konnten Besucher einen animierten, dreidimensional erlebbaren Luftschiffflug erleben

copyright: Patrick Frauchiger

Michael Freiherr von Dunkelfels von der Band Drachenflug mit einer Nyckelharpa, einem alten skandinavischen Instrument

 

Maker Faire Ruhr - die Achse des Aethers

Guten Morgen,

am vergangenen Wochenende, fand die erste Maker Faire in den Räumen der DASA in Dortmund statt. Tausende von Besuchern konnten eine Fülle von Ideen, Inspirationen und Mitmachevents erleben. Herr von Phone hat das Ereignis durch die Steampunk Brille betrachetet. Den Bericht möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Herr von Phone, Sie haben das Wort:

„Es fällt schwer einen einigermaßen detailierten Bericht zu dem Event zu schreiben, zu vielfälltig waren die Eindrücke, zu vielfälltig waren auch die Protagonisten.

Ich schreibe daher rein aus meiner Sicht der Ereignisse:
Am Freitag angereist öffnete sich vor Ort eine Art Zeitportal, das gesamte Team des DASA-Museums in Dortmund viel vom ersten Moment mit absoluter Professionalität auf, was sich das gesamte Wochenende nicht abschwächen sollte.

Der Aufbau verlief reibungslos und man durfte alte Bekannte wieder einmal in die Arme schließen, als da waren Der Graf van de Dampmolen, nebst reizender Gattin, die uns ersteinmal mit Kaffee versorgte. Das Amt für Aetherangelegenheiten übernahm den Zeitschutz auf der linken Flanke der Achse, die Vertreter von Vaporis Ruhr dazwischen und die Machina Nostalgica bat dem zukünftigen Publikum die breite Fläche nach vorn und zur rechten Seite.

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(Fotos Thomas Clemens)

Da eine Gruppe von R2D2-Reproduzenten uns gegenüber stand, wurde der verwirrte Besucher zwischen 2 Welten hin und her gespielt. Was durch das Abacus-Theater und unentwegt herumwuselnden R2D2s umso lustiger wirkte.

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Das Publikum war beeindruckend diszipliniert interessiert und so kam es über 2 Tage wie gewohnt zu unzähligen Gesprächen, die immer wieder ergänzt wurden durch die singende Tesla des Herrn Ravensdale oder den Darbietungen der Abacus-Herren.

Die Herren H. Steam und Ravensdale warteten zusätzlich mit einem Vortrag und einem USB-Workshop auf, die Pressearbeit übernahm zufällig diesmal ich selbst.

Noch so viele Begebenheiten wären zu erzählen, aus den angrenzenden Hallen, am Essentisch, am Abend im Hotel, mit all den anderen Microkosmen der Maker Faire – unmöglich diese alle zu erzählen.

Abschließend ist zu bemerken, dass

– die Herren vom Heise-Verlag wiedereinmal sehr offen für unsere Verrücktheiten waren  (der Freitagabend im Hotel wird mir lange in Erinnerung bleiben),

– das Haus der DASA mit ALLEN Mitarbeitern  unglaublich gute Arbeit leisteten,

– das Publikum uns sehr viel Freude bereitet hat,

– tausend neue Ideen ihren Anfang fanden,

– die „Achse des Aethers“ die eigenen Lachmuskeln teilweise zum Bersten brachte,

– und wir wohl im nächsten Jahr gerne wieder kommen werden…

…und wieder einmal bleibt es DANKE zu sagen.

Am Sonntag wieder heil zu Hause angekommen, öffnete sich die Zeitkapsel wieder und der Microkosmos lag hinter mir, eine Welt, in die wir für ein Wochenende abtauchten, in dem wir selber Besucher und Protagonisten waren, in dem wir selber die reale Welt verließen (oder vieleicht auch nicht…)

Noch immer beeindruckt, Ihr

Teleman von Phone“

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Sehr geehrter Herr von Phone,

wir bedanken uns für Ihren Gastbericht.

 

Mehr Bilder der Maker Faire finden Sie hier und seit neuestem auch auf unserer Gesichtsbuchseite hier.

2. Steampunk Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum

Nach seinem erfolgreichen Start im letzten Jahr luden am Samstag den 20. Februar von 10.00 Uhr vormittags bis 1.00 Uhr nachts die „Historische Gesellschaft Deutscher Schausteller e.V.“, die Veranstaltungs-GmbH der Jahrhunderthalle Bochum mit Unterstützung von Steampunk-eyewear zum 2. Steampunk Jahrmarkt im Industrie Denkmal, der Jahrhunderthalle Bochum, ein.

Nach Angaben des Veranstalters folgten etwa fünftausend Besucher, nicht nur Steampunk-Begeisterte unterschiedlichen Alters, sondern auch zahlreiche Familien, welche sich das Treiben in Bochum einmal näher ansehen wollten, ihrer Einladung. Sie alle bevölkerten die beheizte 8.900 m² große Industriehalle, um das ein oder andere Kleinod zu erwerben, das Angebot an zahlreichen historischen Fahrgeschäften zu nutzen, oder einfach nur um sich die Kreativität der anderer Gäste zu bestaunen und selbst gesehen und fotografiert zu werden. Wer für letzteres gekommen war, wurde nicht enttäuscht. Die Bemühungen der Schausteller, Handelstreibenden, wie auch der Mehrheit der Gäste, die bereits äußerst stimmungsvolle Kulisse der historischen Industriehalle durch eigene Kostüme und Apparaturen noch lebendiger zu gestalten, wurden nicht nur von den zahlreichend anwesenden Fotographen gewürdigt. Regelmäßig konnte man Besuchern begegnen, welche untereinander über ihre neusten Errungenschaften und Erweiterungen ihrer Garderobe fachsimpelten.

Werke von www.S-Team-Art.de – Foto: Kueperpunk

Als besonderen Blickfang lassen sich ohne Zweifel die zahlreichen Fahrgeschäfte aufführen, welche diese Veranstaltung von anderen Messen rund um die Themen Gaslight und Steampunk abgrenzen und gleichzeitig ihren Drehpunkt bilden. Unter ihnen die bereits den Besuchern des letztjährigen Marktes bekannte Riesenrad von 1902, die sogenannte „Raupe“ von 1926, sowie das wunderschön bemalte Holzpferdekarussell und die historische Geisterbahn. Für die Bereitstellung, Führung und Restaurierung der Fahrgeschäfte, historischen Karussellen und Kirmesorgeln meldete wie bereits im letzten Jahr die Historische Gesellschaft Deutscher Sachausteller e.V. verantwortlich, welche ihren Enthusiasmus und ihre Fachkenntnisse zudem dadurch unter Beweis stellten, dass sie interessierten Besuchern bereitwillig in die Funktionsweise und Eigenheiten ihrer Fahrgeschäfte einführten. Zahlreiche gastronomische Stände sorgten darüber hinaus für das leibliche Wohl, so dass es rund um die Uhr möglich war, den kleinen und großen Hunger zu stillen. Neben Unterhaltung, angetrieben durch Dampf, Kurbel und Motor, präsentierten die Veranstalter desweiteren zahlreiche lebendige Liveacts auf der Showbühne der Halle. Unter Ihnen die italienische Steampunk-Band Poison Garden. Obwohl eindrucksvoll in Szene gesetzt, litt diese, wie auch andere musikalischen Darbietungen, jedoch unter der äußerst schlechten Akustik der Halle. Während die Kirmesorgeln keine Mühe hatten, sich in den weiten Mauern Gehör zu verschaffen, war es für Besucher, welche am Rand des Bühnenpublikums standen, schwer einzelnen erzählerische Beiträge zu akustisch zu folgen.

Besonders um die Mittagszeit, sowie zum frühen Nachmittag schien der Ansturm an den Verkaufsständen kaum zu verebben. Und so schwärmten Gewerbetreibende noch beim Abbau ihrer Auslagen ab 1 Uhr Nachts erschöpft doch glücklich von der bemerkenswert starken Kaufkraft der Gäste. In den Zeiten, in denen der Andrang zumindest zweitweise nachließ, stand Schaustellern und Verkäufern im Nebengebäude ein Ruhebereich zu Verfügung. Ein äußerst freundliches Cateringpersonal bot hier neben dem dringend gebrauchten Kaffee eine Auswahl von günstigen, dafür schmackhaften Gerichten an, welche so ausgiebig genutzt wurden, dass alle warmen Speisen restlos verkauft wurden. Als ebenfalls stets freundlich bewiesen sich das Sicherheitspersonal, sowie die Einweiser der Halle, die Kälte und Regen zum Trotz immer ein freundliches Wort für die an- und abreisenden Aussteller bereit hatten. Während der Gästestrom am Nachmittag nicht enden wollte, schien sich die Halle bereits zu den frühen Abendstundenzwischen 19.00 und 20.00 Uhr zu lichten und auch an den Verkaufsständen wurde es ruhiger. Was sich wohl durch die Konzentration der Besucher vor dem Bühnenprogramm, sowie der heimkehrenden Familien erklären lässt.

Lohnt sich also ein Besuch im kommenden Jahr? Oder anders gefragt: Haben sich die Ticketkosten von 20,50 Euro im Vorverkauf (Tageskasse 22,50 Euro) gelohnt? Diese Frage kann nur jeder für sich selbst beurteilen. Ist sie doch insbesondere davon abhängig, was der Besucher erwartet, beziehungsweise von seinem Besuch mitnehmen möchte. Die Tageskarte beinhaltet die freie Fahrt mit allen bereitgestellten Fahrgeschäften. Von der Seite des Autoren dieses Beitrages sei dazu soviel gesagt: Wer diese ausgiebig nutzt und zudem Freude an Staunen und Schauen hat, bekommt für den Preis zweier Kinokarten bereits nur durch diese Unterhaltung, welche mehr als die Länge zweier Kinofilme andauert.
Der Erlös des Jahrmarktes, so die Veranstalter, fließt in Pflege, Restauration und Bewahrung der historischen Fahrgeschäfte, sowie in den Erhalt der Jahrhunderthalle Bochum. Eine Information, welche Steampunk-Fans und Gewerbetreibende ebenso bei der Entscheidungsfindung beeinflussen könnte.

Noch gibt es keine offiziellen Rückmeldungen, ob und wann wir im nächsten Jahr den 3. Steampunk Jahrmarkt in Bochum erwarten können. Die großen Besucherzahlen und die positive Rückmeldung von Steampunk-eyewear via facebook lassen jedoch davon ausgehen. Bis dahin bleiben uns zahlreiche Bilder und Filme, um einen Eindruck von der Atmosphäre des Jahrmarktes zu erhalten, beziehungsweise gesammelte Eindrücke bis zum nächsten Mal in ungefähr einem Jahr wieder aufleben zu lassen. Nicht einmal mehr ein Jahr. Mal wieder viel zu wenig Zeit, um weiter an unseren Outfits und Apparaturen für unseren nächsten Besuch in Bochum zu schrauben.

(Mehr Bilder gibt es z.B. im Bericht von Kueperpunk2012, von dem wir auch einige hier verwenden durften)

Steampunk Revue und „Turm und Strang“-Konzert

Aus Österreich, besser gesagt aus Wien erreicht uns ein Gastbeitrag von Fräulein Queran Ruffles: Sie war auf der Vienna Steampunk Revue und berichtet vom dortigen Treiben:

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Halbjährlich findet seit einiger Zeit in Wien die Steampunk Revue statt, ein Partyabend ganz im Zeichen des Dampfes. Die Szene in Wien ist zwar nicht groß, aber sehr motiviert, und so ist das Weberknecht an diesem Abend immer gut besucht. Es gibt ja auch einiges zu sehen und zu tun: Im Erdgeschoss finden sich neben dem ausgedehnten Barbereich auch ein Raum mit Händlern und eine Lounge mit ruhigerer Musik als im Keller, wo die Party abgeht.

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Wie immer hat sich die Organisation mit der stilgerechten Dekoration Mühe gegeben und Zahnräder baumeln sogar über der Tanzfläche von der Ziegeldecke. In Lounge und Händlerbereich wurde für stimmungsvolles Licht gesorgt, um die Outfits der Besucher und Besucherinnen und die Waren auf den Verkaufstischen richtig in Szene zu setzen. Die Angebote der Händler und Händlerinnen überraschen, denn abgesehen von den erwarteten Kopfbedeckungen und Schmuckstücken gibt es auch Pfeifen, Kunst und Handtaschen aus alten Büchern zu erstehen. Die Stände sind liebevoll dekoriert, die meisten AusstellerInnen haben sich Mühe gegeben, ihr Outfit dem Anlass anzupassen und der alte Holzboden trägt zur Vervollkommnung des Ambientes bei.

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Die Steampunk Revue ist nicht nur eine Partynacht mit DJ, es wird mit einer Modeschau von Nico Öst, einer Tanzeinlage der Showgruppe „Do you Spider“ und einem Konzert der ersten Wiener Steampunkband „Turm und Strang“ noch mehr Programm geboten. Zwischen den Acts, die etwas verspätet um 22:30 beginnen, legen DJ Vagabund und DJ Avalon auf. Steampunk als Szene ist weitläufig und daher schwer zu beschreiben, und ebenso verhält es sich mit der Musik, die auf Steampunkevents gespielt wird. Die Stücke bewegen sich an diesem Samstag zwischen Elektroswing, Gothic, Folkmetal und elektronischer Tanzmusik, und vieles davon passt zwar gut zum Thema des Abends, ist aber schwer tanzbar. Aber nicht nur die schwierige Musik, sondern wohl auch die aufwendigen Outfits der Damen und Herren tragen dazu bei, dass der Barbereich im Erdgeschoss viel voller als die Tanzfläche ist. Unten tummeln sich vor allem diejenigen, die vorrausschauend leichtere Kleider gewählt haben und auch einige Leute, denen man ihre Begeisterung für Steampunk nicht ansehen würde. Da das Weberknecht oft Veranstaltungen aus der Schwarzen Szene und anderen alternativen Szenen beherbergt, sind wohl auch einige der Besucher und Besucherinnen eher aus Gewohnheit oder Neugier als aus Szenezugehörigkeit gekommen. Zu späterer Stunde ist es aber einerlei, aus welcher Szene und wie gekleidet man ist, die Tanzfläche füllt sich und die Tanzwütigen haben ihren Spaß.

Um halb elf geht es mit dem Konzert von „Turm und Strang“ los. Die noch recht neue Band hat im Januar ihr erstes Album herausgebracht und spielt eine Auswahl daraus. Obwohl die Band noch nicht viel Bühnenerfahrung gemeinsam hat, ist das Konzert toll durchgeplant und in sich sehr stimmig. Persönlich habe ich es immer sehr gerne, wenn eine Band ihr Set nicht einfach nur runter spielt und dann wieder geht, sondern das Konzert zu einem Erlebnis macht, das mit dem Anhören der aktuellen CD nicht nachvollzogen werden kann. „Turm und Strang“ erfüllen diesen Anspruch vollständig, da sie mit ihrem Konzert eine Geschichte erzählen.

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Es beginnt mit einem gesprochenen Intro, das uns ins London der 1860er zurückführt, darauf folgt ein Lied, das die Geschichte weitererzählt. Dieses Format wird das Konzert über beibehalten, das Genre der Songs variiert dabei stark. Den Beginn macht ein kraftvoller Mix aus Dubstep, Rock und Sprechgesang, es gibt aber auch Stücke, die ruhig und romantisch werden und zwei Lieder kommen sogar ganz ohne Text aus. Die Mischung ist schwer zu beschreiben und klingt seltsam, funktioniert aber auf der Bühne tadellos. Die großartige Stimme des Sängers trägt dazu bestimmt bei. Die Geschichte endet damit, dass der Protagonist nach einer Reise quer durch die Welt aus Wien zurück nach London berufen wird, da Van Hellsing verstorben ist und die Königin Victoria seine Hilfe erbittet. Es scheint also, als ob die nächsten Konzerte diese Story fortsetzen, und ich werde bestimmt dabei sein, um sie zu hören.

Vielen Dank für diesen wundervollen Bericht! Mehr Lichtbidler des Abends finden Sie hier bei Geoff Brook.

Wenn auch Sie von einer Veranstaltung erzählen möchten oder ein anderes Thema haben, über das es sich zu berichten lohnt, schreiben Sie uns unter info ät clockworker.de. Wir freuen uns immer über Gastbeiträge!

Erstes öffentliches Teeduell in Norddeutschland

Das Tee-Duell ist eine Erfindung englischer Steampunks, bei dem man sich stilvoll und genussvoll mit Tee und Keksen duelliert. Mittlerweile werden sogar Meisterschaften darin ausgetragen, z.B. im Vereinigten Königreich und in Amerika. Die Regeln können Sie hier nachlesen.

Im Rahmen des Steampunk Weihnachtsmarktes in der Goblinstadt Hamburg veranstalteten Herr Arno Nym und ich das erste öffentliche Tee-Duell Norddeutschlands, mit ingesamt 7 Durchgängen.

Hier ein photographischer Bericht.
Die Photographien stellte uns Herr Neudecker freundlicherweise zur Verfügung.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym und ich erklären die Regeln des Tee-Duells.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym präsentiert die Waffen, d.h. die Kekse, in diesem Fall weihnachtlichen Spekulatius

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Mister John Driftwood wählt im ersten Durchgang des Tee-Duells eine Waffe.

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copyright: Norbert Neudecker

Auch seine Kontrahentin, Fräulein Dr. Wiba Wer?! wählt eine Waffe.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Herr Nym schenkt den Tee ein, einen milden Darjeeling.

Copyright: Norbert Neudecker

Copyright: Norbert Neudecker

Auf das Kommando „Tunken“ werden die Waffen (Kekse) in den Tee getunkt. Es wird bis fünf gezählt.
Dann wird der Keks so langsam und stilvoll wie möglich verspeist.
Fällt ein Keks zurück in die Tasse, wie es Mister Driftwood passierte, so nennt man das einen „Splash“.
Der Duellist gilt dann als geschlagen.
Fällt ein Keks auf den Boden oder Tisch, ist dies ein „Splatter“
(was übrigens nichts zu tun hat mit dem gleichnamigen Horror-Genre)
und der Duellist ist ehrenhaft geschlagen.
Fällt der Keks gar auf ein Körperteil oder die Kleidung, ist dies ein „Splosh“
und der Duellist gilt ebenfalls als ehrenhaft geschlagen.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Ich gratuliere der Siegerin des ersten Durchgangs, Fräulein Dr. Wiba Wer?!

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Zwei weitere Kontrahenten vor ihrem Tee-Duell. In diesem Fall gewann der Herr,
obwohl die Dame im Gegensatz zu ihm bereits Erfahrungen mit Tee-Duellen hatte.

copyright: Norbert Neudecker

copyright: Norbert Neudecker

Ein weiterer Duellist prüft die Waffen mit kritischem Blick.

Nicht abgebildet sind die Sekundantinnen und Sekundanten der Kontrahenten. Diese  hatten die Aufgabe, die Kekse und den Tee zu prüfen, oder auch für ihren Schützling einzuspringen, sollte dieser eine Sinnkrise erleiden. Jedoch fühlten sich erfreulicherweise alle Duellisten dazu in der Lage, zum Duell anzutreten.

Beim Tee-Duell am Sonntagnachmittag gaben sich übrigens auch Bordingenieur Eugenius, der Prospektor Herr Dr. h.c. mult. von Gruvenstein und der Pilot Herr von Nankofen von „La Frontera Victoriana“ als Duellisten und als Sekundanten die Ehre.

Die Gewinner erhielten am Samstag Urkunden, am Sonntag den „goldenen Teebeutel“.

copyright: Amalia Zeichnerin

copyright: Amalia Zeichnerin

Das nächste öffentliche Tee-Duell in Norddeutschland wird voraussichtlich auf dem Aethercircus Steampunk Festival (30. April/1. Mai 2016) stattfinden. Eine Vorankündigung zu dieser Veranstaltung gibt es demnächst hier im Clockworker.

Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

12140901_10153775428914497_7832326468574426187_oWas für ein Abend!

Nachdem man sich nun so langsam wieder sammeln konnte, möchten auch wir die Chance nutzen, von der Premiere der (nach eigenen Angaben) weltersten Steampunk – Oper „Klein Zaches genannt Zinnober“ der Berliner Band Coppelius und Regisseur Sebastian Schwab im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen am 14. November zu berichten.

Nicht zuletzt deswegen, weil sie den Steampunk in die Köpfe der Leute bringt, die bislang nichts damit zu tun hatten, hat sie eine gewisse Wichtigkeit.

Normale Konzertkritiken flattern nach und nach immer mehr durchs Netz (eine kleine Auswahl befindet sich am Ende des Artikels), deswegen werde ich meinen Bericht auf den Steampunk-Anteil und meine persönlichen Eindrücke fokussieren.

Weiterlesen Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

Spiel Essen 2015 - Impressionen

Am vergangenen Wochenende pilgerten wieder tausende Spielebegeisterte in die Messehallen von Essen. Der Merz-Verlag richtete die Spiel, bzw. die Internationalen Spieltage aus, eine Messe für Gesellschaftsspiele aller Art.

Ich selbst war zum ersten Mal dort (deswegen kann ich auch nicht sagen, ob es besser oder schlechter war, als in den Vorjahren) und war von der Masse an Spielen (und Menschen) einfach nur erschlagen. Um nicht völlig überfordert den Fluten von Eindrücken Herr zu werden, bin ich auf der Suche nach Steampunkigem durch die Hallen gepilgert. Hier einige Eindrücke:

Therion 011, nach eigener Angabe, das älteste Steampunk Spiel auf der Messe

Therion 011, nach eigener Angabe, das älteste Steampunk Spiel auf der Messe

Viele Spiele griffen die Idee einer Dampfbetriebenen Maschine auf. Mal musst eine Maschine repariert, mal eine gebaut werden.

Gerade Spiele aus Fernost oder eben im Anime/Mangastil griffen Steampunk als Ästhetik auf.

Aber auch „Klassiker“ kommen nach bekannter Spielweise neuerdings im Steampunkgewand daher.

Neben Brett-/Kartenspielen gab es auch diverse Rollenspielregelwerke zu kaufen, wo sich nicht nur Space 1889 im neo-viktorianischen herumtreibt.

Auch klassisches Totholzprodukt in Form von Romanen konnte gekauft werden: Feder und Schwert und Edition Roter Drache (vertreten durch Anja Bagus) waren nur zwei der Buchhändler vor Ort.

Außerdem fanden sich noch einige Händler, die ebenfalls Steampunk Waren vertrieben.

Und das sind nur einige wenige Eindrücke der Spiel, bei den Table-Top Sachen hab ich mich gar nicht getraut noch genauer hinzusehen, ich wäre nie wieder weg gekommen. Es lohnt sich auf alle Fälle auch für Steampunks dort vorbei zu schauen, nicht zuletzt um seinen Nerf-Bestand aufzufüllen. Aber nehmt Zeit mit, viel Zeit!
Ich werde auf alle Fälle auch im kommenden Jahr wieder vorbeischauen.

 

Photos: Ruffles and Steam