Viona's Victorian Village

Der Festivalsommer nimmt richtig Fahrt auf.
Nach der Steampunk Woche NRW geht es am kommenden Wochenende direkt weiter mit dem weltgrößten Gothic Festival: Dem Wave Gotik Treffen (WGT) in Leipzig.

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Paparazzi beim Viktorianschen Picknick – Mehr Fotografen als Besucher

 

Seit Jahren schon ist das Viktorianische Picknick am Freitag Nachmittag für viele der Auftakt gewesen. Leider wurde der Andrang der gaffenden Touristen im Clara-Zetkin-Park zuletzt immer größer, sodass Veranstalterin Viona Ielegems die Reißleine zog und nun in 2015 etwas völlig neues auf die Beine gestellt hat:

Viona’s Victorian Village öffnet nun am Freitag, 22. Mai zum ersten Mal seine Pforten im Panometer Leipzig. Ausschließlich für Besucher in passender Garderobe versucht man nun dem Fotografenandrang Herr zu werden. Aber nicht nur um den Gaffern einen Riegel vorzuschieben ist der Locationwechsel für alle ein Gewinn: Ein vielfältiges Programm erwartet den Besucher und das Beste: Der Eintritt ist frei, es wird kein WGT-Bändchen benötigt, einzig die Kleidung sollte zum Event passen.Victorian Village

(Der Dress-code besagt: Elegant historisch, Fantasy oder Gothic. Dies beinhaltet: Renaissance, Baroque, Biedermeier, Victorian, Belle Epoque, Steampunk und Lolita. Nicht ganz so “Aufrüsch”-Begeisterte Begleiter sind natürlich ebenfalls erlaubt, es wird um schlichte, elegante Kleidung gebeten. (z.B. Hemd+Hose+Krawatte))

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Arena am Panometer, Richard-Lehmann-Str.114, 04275 Leipzig

Ab 11.00 öffnet der dunkelromantische Markt zum flanieren und einkaufen mit Händlern wie Atropos Threads, BienBien Art & Design, Corsets by Ludwig Lilienthal, Cu Nature, Dress Art Mystery, Flame’s Mystery, Galeb Costumes, Infantium Victoria, Jutta Burghardt, Daphne C.E., Morgaine la Chatte, Pavlína Strnadová, Redstar-Tradingpost, Resplendor Atelier, Rotten Pearl und Svarta Läder. Außerdem wird es einen 2nd Hand Stand geben.

Von 12.00 bis 15.00 wird es historische Tanzstunden von Lieven Baert geben, welcher einigen bereits von der Gala Nocturna bekannt sein sollte.

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Zwischen 15.00 und 19.00 Uhr findet dann das eigentliche Event „The Dansant“ statt: Ein Viktorianischer Tanz-Tee, inklusive passender Speisen und Getränke.

Um 16.30 Uhr wird es außerdem einen Kostümwettbewerb geben.

Und damit nicht genug! Ab 19.00 Uhr beginnt das Kick-off Konzert zur Eröffnung des WGTs. Los geht es mit MONOKELPOP meets BB BLACKDOG (UK), Daniel Malheur und Dale Rowles werden gemeinsam den Abend beginnen. Weiter geht es mit LYCANTROPH gothic rock from Sachsen-Anhalt und ESTAMPIE – 30th anniversary celebration concert.
Bis etwa 22.00 Uhr wird in der Panometer Arena viktorianisch gefeiert.

Mehr Informationen zu Programm, Anreise und Co finden sich in der Gesichtsbuch Veranstaltung.

Wer nun das Picknicken vermisst, der sei auf das am Samstag, 23. Mai stattfindende Steampunk Picknick hingewiesen, welches im Palmengarten abgehalten wird. Auch dort wird es ein kleines Rahmenprogramm mit Musik und Lesungen geben. Bei schlechten Wetter wird das Treffen in ein Restaurant verlegt.

Wer nun doch die Paparazzi vermisst, braucht sich während dem WGT nur einmal in die Innenstadt zu begeben und auch auf der Agra ist natürlich Schaulaufen vom Feinsten angesagt.

Steampunk Woche NRW

Steampunk WocheDer Clockworker präsentiert: Die Steampunk Woche NRW

Es tut sich was in Nordrhein-Westfalen. Insbesondere der Mai ist ein sehr aktiver Monat in Sachen Steampunk. Gleich drei Events innerhalb einer Woche finden in Deutschlands bevölkerungsreichsten Bundesland statt:

VapRuhrDie Woche beginnt mit dem Dampf Festival Ruhrgebiet und dem Vaporium Ruhr am 9. und 10. Mai im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Über 20 originale historische Dampfmaschinen und eine Vielzahl an originalgetreuen Nachbauten und Modelldampfmaschinen lassen das Dampfzeitalter auf dem Zechengelände in Bochum Hordel wieder lebendig werden.
Im Malakow-Turm mit seiner historischen Fördermaschine von 1893 entführt derweil das Vaporium Ruhr die Besucher in die Zukunftsvisionen des 19. Jahrhunderts. Handwerk, Wissenschaft, Kunst und Literatur verbinden sich zu einem einzigartigen Schaukasten der Steampunkkultur.

Ein passendes Programm für Alt und Jung mit Steampunk Tribal Dance, Kinderbelustigung, Schlangenmagie, Fahrten auf den Dampfmaschinen und vieles mehr wird im Museum geboten. Samstagabend ist außerdem eine Gute-Nacht-Lesung in Pütz Bierstuben geplant.

Eintritt zum Dampf-Festival und zum Vaporium Ruhr 6€/3€ pro Tag.

Mehr Infos unter www.vaporium-ruhr.de

Steamtropolis_Logo
Wir bleiben in Bochum und wechseln nur die Location: Am Mittwochabend und Donnerstag (Himmelfahrt) öffnet Steamtropolis in der Matrix erstmalig seine Tore.
„Während der Eröffnungsabend unter anderem mit Live-Auftritten internationaler Steampunk-Bands, Burlesque und 2 Tanzsälen das erlauchte Publikum zu erquicken sucht, wird der Folgetag, Himmelfahrt, ganztägig ein exquisites Programm rund um Steampunk offerieren, darunter Zauber- und Feuershow, Lesungen, verschiedene Workshops, uvm. An beiden Tagen erwartet eine vielfältige Händlerschar die retro-futuristisch interessierten Besucher mit außergewöhnlichen Artikeln, von Schmuck über Kleidung bis zu den unglaublichsten Kleinodien.“

Eintritt:
VVK: beide Tage 11€, Mi 9€, Do 4€
AK: beide Tage 15€, Mi 12€, Do 5€

Mehr Infos unter www.steamtropolis.de

Steampunk Soiree 2015
Den Abschluss findet die Steampunk Woche bei der anlässlich zur Role Play Convention stattfindenen Steampunk Soirée in Köln-Deutz.
Die RPC wird seit Jahren schon regelmäßig von Steampunks frequentiert und nicht zuletzt die Anwesenheit des Amts für Aetherangelegenheiten, Steampunk-führenden Literaturverlagen wie Feder und Schwert oder Auftritte von Steampunkbands, wie Aeronautica lassen sie zu einem lohnenden Ziel für Liebhaber des Genres werden.
Da man aber aufgrund der Größe des Messegeländes unmöglich jeden zu Gesicht bekommen kann, lädt die Steampunk Soirée im „Brauhaus ohne Namen“ zum gemeinsamen Ausklang und Plausch am Samstagabend ab 18.00 Uhr ein.

Mehr Infos im Salon oder im Gesichtsbuch.

Wer noch nicht genug hat, kann in der Zwischenzeit auch noch die sehr steampunkige Ausstellung „Das Mechanische Corps“ im Dortmunder U besichtigen. (Der Clockworker berichtete.) Diese läuft noch bis zum 12. Juli.

Der Clockworker wünscht viel Spaß, egal ob die werten Mitreisenden nur eine oder gleich alle Veranstaltungen besuchen werden. Es wird sicherlich für jeden etwas dabei sein!

Berichterstattung: Coalescaremonium 2015

CSM3_Folder_page1Vergangenen Samstag fand in der alten Abtei von Bouche à Oreille in Brüssel die dritte Ausgabe des Coalescaremonium unter dem Thema „Industrial Decadence“ statt.

Ein dunkelbuntes Programm erwartete die Besucher, die sich herausgeputzt hatten für den Anlass. Ausgefallene Garderobe war zwar kein muss, aber viele nutzen die Chance um zu zeigen, was der Kleiderschrank so hergab.


Weit weniger Kleidung gab es im ersten Programmpunkt im Hauptsaal der Location: Die Mädels von Candy Coated Circus zeigten was Burlesque alles zu bieten hat.


Im Laufe des Abends gaben sich auf der Bühne Herrschaft und schwarzblut die Ehre, bevor es mit DJ SiSen und DJ Alchemy auch hier zum Tanzen überging.

Die Location selbst bot auf zwei Stockwerken noch weit mehr, als das Bühnenprogramm: In der Kapelle gab es Kunst von Marius Sachtikus, Nocturne Reflet und Fürst der Schatten zu sehen, im Foyer war ein Fotostudio aufgebaut und man konnte neben Kaffee und Tee auch Cupcakes erwerben.


Wer das Tanzbein schwingen wollte, konnte dies das ganze Event über zu verschiedenen DJ-Sets im Danceroom.

Trotz des kühlen Wetters wurde auch der Außenbereich rege genutzt, insbesondere, da dort mit Hamburgern, Cheeseburgern und Veggieburgern für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Bezahlt wurde mit am Eingang erworbener Getränkekarte, sodass es keien Verzögerungen durch Kleingeldsuche gab.
Der Preis von 4€ pro Burger war angesichts der Größe jedoch etwas happig, für eine Veranstaltung dieser Art aber durchaus üblich.
Softdrinks, Säfte und Pils (0,2L) waren für 2€ erhältlich, „Special beer“ und Wein ab 3€.

Insgesamt wurde für den Eintrittspreis von 40€ einiges geboten. Der Veranstaltungsort mitten in Brüssel war Parkplatztechnisch eine Herausforderung. Dieses Problem hatte die Orga aber im Vorfeld durch ein Anfahrtsvideo gelöst, welches den Weg zu einem kostenlosen Parkplatz ein kleines Stück entfernt zeigte.
Ich selbst war beim ersten Auftauchen des Videos skeptisch, warum man so etwas braucht, muss aber sagen, dass ich bei der Hinfahrt dann doch dankbar darüber war, denn so konnte mich die belgische Straßenführung in der Hauptstadt nicht verwirren. Außerdem hätte ich sonst vermutlich auch den Eingang nicht gefunden, dieser wirkte in der Häuserzeile doch etwas unscheinbar.


Sonst gibt es aber nichts zu meckern, auch Punkte, die bei Veranstaltungen häufig Probleme machen, wie saubere Toiletten, Garderobe oder ausreichend Sitzgelegenheiten gaben beim Coalescaremonium keinen Anlass zur Kritik.

Fazit: Eine schöne, durchdachte Veranstaltung, die es verdient größer zu werden. Zielgruppe ist zwar eindeutig ein Gothic Publikum, Steampunks sind aber auch herzlich willkommen.
Und wenn man sich einmal den Namen gemerkt hat, der übrigens von „Coalescent Ceremony“ (~schillernde Zeremonie) kommt, steht einem wunderbaren Abend nichts mehr im Wege.

(Mehr Bilder gibt es hier)

Ausstellungseröffnung: Das Mechanische Corps

7213_1_2015_MEC_Design_800x600pxHeute Abend um 19.00 Uhr öffnet im Dortmunder U auf Ebene 3 die Ausstellung “Das Mechanische Corps. Auf den Spuren von Jules Verne”. Um 21.00 Uhr gibt es im Untergeschoss eine Performance des Soundpanzers zu sehen.

Nik Nowak, Panzer, 2012, Ausstellung "Das Mechanische Corps", HM

Nik Nowak, Spundpanzer, 2012, Ausstellung Das Mechanische Corps, HMKV im Dortmunder U, 11. April – 12. Juli 2015 © Nik Nowak

Schnaufende Dampfmaschinen, tickende Uhrwerke und feingliedrige Zahnradkonstruktionen, Kolben und Ventile, Kupfer, Nieten und Leder – die retrofuturistischen Welten des Steampunk ziehen derzeit Bastler und Romanciers, Nostalgiker und Utopisten, etablierte Künstler und ambitionierte Autodidakten gleichermaßen in ihren Bann.

Für ihr Ausstellungsprojekt “Das Mechanische Corps” haben die Kuratoren Peter Lang (†) und Christoph Tannert eine Vielzahl von Objekten, Skulpturen und Entwürfen zusammengetragen, die der ästhetische Rückgriff auf die Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts eint. In der bildenden Kunst, in Mode und Design, in Literatur, Film und Comic finden sich vermehrt Zeugnisse des paradoxen Phänomens, das im Fokus der Ausstellung steht: die in den 1980er Jahren begründete und stetig wachsende Faszination für die Funktionalität, die Schönheit und das utopische Potential von Technologien des frühen Industriezeitalters – in einer Gegenwart, die selbst immer stärker von unsichtbaren und unbegreiflichen Mechanismen bestimmt wird, von Beschleunigung und Informationsüberfluss.

Wendy Esmeralda Castillo, Nautilus Gameboy, 2014, Ausstellung Das Mechanische Corps, HMKV im Dortmunder U, 11. April – 12. Juli 2015 © Andrea Eichardt

Wendy Esmeralda Castillo, Nautilus Gameboy, 2014, Ausstellung Das Mechanische Corps, HMKV im Dortmunder U, 11. April – 12. Juli 2015 © Andrea Eichardt

“Das Mechanische Corps” ist ein erstaunliches Sammelsurium, das aus der zeitgenössischen Kunst ebenso schöpft wie aus Populär- und Subkultur. Zu bewundern sind ausgefeilte mechanische Konstruktionen, viktorianisch anmutende Kostüme, wahnwitzige Skizzen und versponnene Erfindungen, die in ihrer verträumten Kuriosität immer wieder die fantastischen Welten des Jules Verne heraufbeschwören und dabei die Grenzen zwischen Kunst, Handwerk und nerdiger DIY-Kultur vergessen lassen.

Die Ausstellung des Hartware MedienKunstVereins ist vom 11. April bis zum 12. Juli 2015 zu sehen. Eintritt kostet 5 € / 2,50 € ermäßigt.

Unter anderem mit dabei sind Werke von Alex Schlesier, besser bekannt als Steampunker.

Mehr Informationen gibt es hier.

La nuit publique 2015 - Ankündigung

Herr Remington Brass kündigte kürzlich eine Fortsetzung der Nuit pur le Ferite an, diesmal soll die Veranstaltung jedoch noch größere Kreise ziehen, aber lesen Sie selbst:

 

Sehr verehrte Damen und Herren,

hochgeschätzte Mitreisende,

diejenigen unter Ihnen, die sich bereits etwas länger an Bord der HMS Anastasia aufhalten, werden sich möglicherweise daran erinnern können, dass im Frühjahr des vergangenen Jahres die “Nuit pour le Ferite” stattgefunden hatte. Die Damen und Herren des gleichnamigen Ordens hatten sich heimlich verabredet, gemeinsam eine ganze Nacht lang in ihren jeweiligen Werkstätten oder Ateliers fleißig zu sein und in regelmäßigen Abständen die Fortschritte ihrer nocturnen Aktivitäten in Wort und Bild hier im Salon zu präsentieren.

Wer den Gesprächsfaden dieser Nacht gern kennen lernen (oder nochmals nachlesen) möchte, der kann dies hier tun.

Schon am Morgen danach – noch von den “Strapazen” der durchwachten Nacht gezeichnet – war allen damaligen Mitwirkenden klar: So etwas wird es im kommenden Jahr wieder geben – und dann sollen alle Interessierten mitmachen können …

Hier ist sie nun also, die Bekanntmachung und Mitmach-Einladung zur

Nuit publique

Freitag, 29. Mai ab 20.00 Uhr bis Sonnenaufgang

Seien Sie dabei und lassen Sie sich verzaubern von dem unvergleichlichen Gefühl, allein und doch gemeinsam mit vielen Anderen überall im Lande, eine ganze Nacht lang an einem Projekt Ihrer Wahl zu arbeiten. Zeigen Sie zwischendurch, was Sie tun und schauen Sie, was die Anderen tun!

Nutzen Sie die noch reichlich bemessene Vorbereitungszeit, um Ende Mai gerüstet zu sein für unsere gemeinsame Steampunk-Nachtschicht! Was Sie sich zu tun vornehmen, bleibt ganz Ihren Vorlieben überlassen.

Spitzen Sie die Nähnadeln an, wärmen Sie die Lötgeräte vor, rühren Sie Farben an, kochen Sie Knochenleim, polieren Sie das Bügeleisen, gerben Sie Leder, plündern Sie Schrottplätze, schärfen Sie Messer und Sägen – was auch immer … tun Sie´s! Bereiten Sie sich vor! Aber verraten Sie noch niemandem, was Sie in der Nuit publique vorhaben.

Und sagen Sie bereits jetzt alle Termine für Samstag, den 30.Mai ab – Sie werden Schlaf nachholen müssen!

Die Nuit publique wird auch im Veranstaltungskalender als Event gepostet. Alle Teilnahme-Interessenten werden gebeten, sich dort anzumelden.

In der Hoffnung, sich mit Ihnen gemeinsam eine Nacht um die Ohren schlagen zu können grüßt

Remington Brass

Wir hoffen, im Nachgang einige der entstandenen Werke hier präsentieren zu dürfen. Seien Sie also gespannt und verfolgen sie das Geschehen im Salon oder noch besser: Nehmen Sie teil!

Steampunk Goes Europapark

Zu Eröffnung der Sommersaison wurden in den Freizeitpark Europapark Rust einige Mitglieder von Freiburg unter Dampf eingeladen.
Fräulein Turusula von Ungefähr berichtet Ihnen in diesem Gastbeitrag von ihren Erlebnissen:

 

Am 26.3.2015 gab der Europapark Rust mit einer großen Pressekonferenz den Auftakt für die Sommersaison in seinem 40. Jubiläumsjahr.
Wir – Pierre de Vapeur und Tutursula von Ungefähr von Freiburg unter Dampf – wurden angesprochen, ob wir nicht Lust hätten als „Walking Act“ mitzuwirken. Also liefen die Drähte heiß und wir organisierten nach den thematischen Vorgaben des Eventmanagements eine kleine Gruppe von Steampunks aus dem süddeutschen Raum, denen die Ehre zuteil wurde, an diesem großen Ereignis teilzunehmen:
die Damen von Ungefähr: klein Ragna von Ungefähr – unser dreijähriges Küken, Aminés von Ungefähr, Johanna von Ungefähr, beides Töchter von Tutursula von Ungefähr (Freiburg unter Dampf)
Herr Pierre de Vapeur (Freiburg unter Dampf)
Herr Baron Peter von Heim nebst Gattin Hedwig van Aken von der Badischen Luftschiffmarine
und Rapahelius Alva Grußer vom S-Team aus Sigmaringen
Unterstützt wurden wir von Ragnas Mama, Nele “von Ungefähr”, die auch so lieb war und viele Fotos vom „Making of“ machte.

(Diese sind hier im Salon zu finden)

Europapark 1

Es war ein aufregender Tag! Wir mussten früh anreisen, uns umziehen und proben, proben, noch mal proben…. Und dann WARTEN…..
Warten auf die Familie Mack, Miss Germany, viele prominente Gäste und 300 Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen. Wir waren ganz schön aufgeregt, aber dann klappte alles reibungslos. Jeder hatte seine Rolle: der Baron und Raphaelius standen in luftiger Höhe auf dem Zeppelin-Skelett und sollten dort flexen und mit einer Dampfkanone schießen. Pierre de Vapeur, klein Ragna und Tutursula von Ungefähr mussten den kleinen Zug erwarten und Miss Germany angemessen begrüßen und dann zu Familie Mack geleiten. Die Damen sollten uns plaudernd und herumschlendernd erwarten. Mitten in diese Idylle hinein erklang ein Nebelhorn, es kam Hektik auf, die Damen eilten hinauf zum neu gestalteten Aussichtsturm, der dann mit seinen Passagieren in die Höhe stieg. Ein schöner Anblick, wie sie da so an den Panoramafenstern standen und winkten! Derweil blieben wir drei (Pierre, Tutursula und Ragna) unten und mischten uns ins Getümmel. Besonders auf die Kleine stürzten sich die Fotografen – sie war ja auch allerliebst mit ihrer Fliegerhaube, dem winzigen Cul de Paris und dem drehenden Propeller auf dem Rücken! Als sich die Gondel wieder nach unten bewegte und dann stehen blieb, gab es noch ein beeindruckendes Tagesfeuerwerk. Es war ein grandioses Spektakel und wir durften ein Teil davon sein!
Im Anschluss wollten wir uns gerade bereit machen zu unserer Garderobe zurück zu kehren, da hielt uns Maren, unsere persönliche Betreuerin, noch einmal auf…..

Europapark 3

Familie Mack, die „Herren über den Europapark“ hatten ausdrücklich gewünscht, dass WIR!!!! mit auf das offizielle Pressefoto sollten! Wir waren SPRACHLOS!!! Offenbar war unser Auftritt so gut angekommen, dass man uns mit auf dem sogenannten Familienfoto haben wollte. Als eingefleischte Europapark-Fans war das für uns eine ganz besondere Ehre. Also eilten wir noch einmal hinter dem ganzen Tross her, durften auch die neu gestaltete Parade bewundern und ein letztes Mal für die Presse posieren.

Europapark 2

Völlig erledigt ging es anschließend wieder Richtung Parkplatz. Ein aufregender Tag, der uns noch lange, lange in Erinnerung bleiben wird.
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die uns an diesem Tag unterstütz haben.
Baron Peter von Heim, Hedwig van Aken, Raphaelius Alva Grußer
Aminés von Ungefähr, Johanna von Ungefähr, Ragna von Ungefähr, Nele „von Ungefähr“
Ihr habt klasse ausgesehen, ihr habt alle Strapazen auf euch genommen, ihr habt für große Erheiterung gesorgt, seid unermüdlich den Anweisungen der „Regie“ gefolgt und habt mitgeholfen, dass mir dieses Ereignis unvergesslich bleiben wird!
Tutursula von Ungefähr und Pierre de Vapeur

 

Coalescaremonium - "Industrial Decadance" 11.04.2015

Am 11. April findet nun zum dritten Mal das Coalescaremonium in Brüssel statt. In diesem Jahr unter dem Thema “Industrial Decadance”.

Concept: Coalescaremonium: meaning ‘Coalescent Ceremony’, is a grandioso gothic happening that combines unseen international acts with local talent from the various sub-genres of Gothic nightlife into one grand day of celebration; with high focus on music, art, dance and fashion.

Konzept: Coalescaremonium: Das bedeutet “Zusammenwachsende Zeremonie” und ist eine grandiose Gothic Veranstaltung, die bislang ungesehene internationale Acts mit lokalen Talenten der verschiedenen Sub-Genres des Gothic Nachtlebens in einem großen Feiertag verbindet, ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Musik, Kunst, Tanz und Mode.

CSM3_Folder_page1Von drei Uhr nachmittags bis zwei Uhr nachts bietet das Coalescaremonium in einem alten Kloster in der belgischen Hauptstadt ein düster-buntes Programm aus Konzerten, Filmen, Burlesque Shows, Kunst, Modenshow und Tanz.

Unter anderem mit dabei sind die Bands HERRSCHAFT und schwarzblut, wobei letztere auch immer wieder Steampunk Einflüsse zeigen. DJs des Abends sind DJ Sisen und DJ Alchemy.

Das volle Programm kann hier eingesehen werden.

CSM3_Folder_page4Der Clockworker wird berichten.

Berichterstattung Steampunk Jahrmarkt Bochum

Die anwesenden Clockworker-Autoren waren allesamt hinter diversen Ständen zu finden und so wird dieser Bericht auch eher die Innensicht beleuchten, ich hoffe, es sei uns verziehen.

Bis 18.00 Uhr lief im Industriedenkmal noch der „normale“ historische Jahrmarkt, danach konnten (teils mit einigen Verzögerungen) die Steampunksteller ihre Plätze zwischen den verschiedenen Fahrgeschäften und Attraktionen einnehmen.

“…und als die Tore sich öffneten fielen sie wie die Heuschrecken über uns her und gingen erst wieder, als sie alles gekauft und gesehen hatten…”  John Copper

Ja, die Tore der Jahrhunderhalle Bochum öffneten sich um 19.30Uhr am 28.02. für den ersten Steampunk Jahrmarkt im Rahmen des historischen Jahrmarkts der „Historische Gesellschaft Deutscher Schausteller e.V.“.

Und da war ein Andrang! Steampunks und Schaulustige drängten in die beheizte Halle und brandeten vor die Stände der anwesenden Künstler, Händler, Autoren und sonstigen Szeneaussteller, sodass sich diese kaum noch zu retten wussten.

„… ich habe um sieben Uhr auf die Uhr gesehen und als ich das nächste Mal geschaut habe, war es schon kurz nach halb zehn…“

Bis 1.00 Uhr Nachts hatte der Jahrmarkt für seine Gäste geöffnet und bot für 15€ Eintritt freie Fahrt auf Riesenrad, Raupe, Geisterbahn und Co.
Die Luft schwirrte vor Geräuschen, es blinkte und dampfte überall, denn gefühlt mindestens die Hälfte der Anwesenden war in passender Gewandung angereist und das teilweise von weit außerhalb der Grenzen des Ruhrgebiets.

Manche Berichte sprechen von ca. 3000 Besuchern. Da war es nicht so einfach, sich zu Getränken und Essen durchzukämpfen. Auch die Kommunikation neben „Hau-den-Lukas“ war nicht immer leicht. Nichtsdestotrotz waren alle überwältigt vom Andrang und den Reaktionen.

„Das Amt hatte keine ruhige Minute, und das war wunderbar.“ Anja Bagus – Amt für Aetherangelegenheiten

Mit so einer riesigen Resonanz hatte kaum einer gerechnet und so kam man kaum von seinem Stand weg.

„Es waren viele alte Bekannte und eine Menge neue Gesichter dabei. Die Szene hat sich in allen Facetten gezeigt.“ Anja Bagus – Amt für Aetherangelegenheiten

So viele Gesichter, dass man manche erst in den Fotogalerien entdeckt, die nach und nach im Aethernetz auftauchen. Knapp fünfeinhalb Stunden waren einfach zu wenig, um sich mit jedem zu unterhalten und gleichzeitig noch auf seine Ware/Ausstellungsstücke acht zu geben.

Rundum eine gelungene Premiere dieser Veranstaltung, die bestimmt nicht die letzte gewesen sein wird. Und beim nächsten Mal werden wohl auch die Kinderkrankheiten beseitigt sein. Unser Dank gilt Robert “R-Optiker” Holz von steampunk eyewear für seine Initiative!

Im Salon und im Gesichtsbuch finden sich zahlreiche Lichtbilder und Berichte auf die hier verwiesen sein soll und so möge man es uns (und mir) bitte verzeihen, wenn die Berichterstattung hier etwas knapper ausfällt.

Man sieht sich wieder! Der Pott dampft und zeigt Potential für Steampunk im Industriedenkmal. Weiter geht’s im Mai mit dem Vaporium Ruhr in der Zeche Hannover in Bochum.

1. Steampunk Jahrmarkt

Morgen ist es soweit:

In Zusammenarbeit der „Historische Gesellschaft Deutscher Schausteller e.V.“ und der Veranstaltungs-GmbH der Jahrhunderthalle Bochum findet mit Unterstützung von steampunk-eyewear am Samstagabend, den 28. Februar 2015 von 19.30 Uhr bis 1.00 Uhr der 1. Steampunk-Jahrmarkt im IndustrieDenkmal statt.

Es erwartet uns für den Preis von 15,00 Euro ein stimmungsvoll hergerichteter Steampunk-Jahrmarkt im Stil der Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts mit freier Fahrt auf historischen Fahrgeschäften sowie antike Jahrmarktsstände, Kirmeswagen, Straßenkünstler, Gaukler, Steampunk Gerätschaften und vieles mehr in der geheizten Halle.

Viele bekannte Gesichter und Namen der deutschsprachigen Szene werden vor Ort sein und den historischen Jahrmarkt erweitern. Weitere Infos sind im Gesichtsbuch und auf der Homepage zu finden.

CD-Review: Coppelius - Hertzmaschine

Coppelius HERTZMASCHINE Cover1815. Herrensitz Coppelius.
Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem
Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke
zu verstärken: Die galvanische Amplifikation!
Die Rockgeschichte hat begonnen.
 
2015. Herrensitz Coppelius.
Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!
Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter:Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang.
Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber
von handgemachter Musik – Coppelius sind zurück, lauter denn je!

So wortgewaltig kündigen die Berliner Herren Coppelius ihr am 30. Januar erscheinendes Album „Hertzmaschine“ an. Der Clockworker durfte sich schon jetzt ein Eindruck des „Klanggewitters“ der fünf Herren mit Diener machen und wir wollen Ihnen nun unsere Impressionen nicht vorenthalten.*

Tracklist:
01  Tragisches Ende eines Luftpiraten
02  Der Luftschiffharpunist
03  Moor
04  Harmonie
05  Herzmaschine
06  Sternenstaub
07  Reise
08  Ein Experiment
09  Glad to be dead
10  Contenance
11  Killers
12  Es fiel ein Himmelstaue
13  Des Bettlers Traum
14  Black is the colour
15  Der Musenkuß
16  Konzert

Nicht nur das Cover des neuen Langspielers, sondern auch die Tracklist vermittelt den Eindruck, dass es im neuen Album deutlich dampfiger zugeht als bisher. (Übrigens ordnet sich die Band mit ihrer Ankündigung erstmals selbst dem Steampunk zu, das klang im Salongespräch 2013 anlässlich ihres damaligen Albums Extrablatt noch ganz anders.)

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Bereits das erste Lied „Tragisches Ende eines Luftschiffpiraten“ entführt uns hoch über die Wolken, wo es zu einer ungewöhnlichen Begegnung kommt. Auf 30 Sekunden setzen Coppelius ihre quasi-Tradition der A-cappella Stücke fort.

Auch „Der Luftschiffharpunist“ agiert in großen Höhen, kommt aber deutlich rockiger daher, so dass man fast nicht glauben mag, dass es wirklich Cello und Kontrabass sind, die da erklingen. Was hier positiv auffällt, ist das im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben besser abgemischte Schlagwerk. Leider hapert es dafür beim Gesang, dieser geht stellenweise hinter den Instrumenten arg verloren, sodass man nur dank dem wunderschön postergedruckten Booklet die Bridge vollständig verfolgen kann.
Ansonsten führt aber die dunkle, rauchige Stimme Comte Caspars gekonnt ein, in die Technik des fliegenden Ungetüms und die Arbeit des Harpunisten. Doch bei der Jagd auf Wolkenkraken (oder vielleicht doch eher „Airkrakens?“) läuft leider nicht immer alles glatt…

Dieser Song ist übrigens im in galvanischer Fassung bereits auf Amazon, iTunes und Spotify verfügbar. (Wer die MP3-Fassung vorbestellt, [Amazon / iTunes] bekommt den Luftschiffharpunisten ohne zusätzliche Kosten sofort zum herunterladen und zahlt zum Releasedatum dann nur noch den Differenzbetrag zum Album.)

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Ein Vertreter der Airkraken Gattung “Octopelius”

Auch bei „Moor“ zeigt sich die neue Elektrifizierung der klassischen Instrumente, sodass der Song über eine wunderliche Begegnung und Hilfeleistung im Sumpf ziemlich punkig anmutet mit einer kräftigen Prise Funk. Das alles inklusive Soli und starker Verzerrung, die man sonst vermutlich nur einer Gitarre zutrauen würde.

„Harmonie“ beginnt, dem Titel entsprechend, schon deutlich ruhiger. Ein Cembalo ergänzt die sonst übliche Instrumentierung aus Cello, Kontrabass, Klarinetten und Schlagzeug. Das zunächst gemächliche Tempo steigert sich im Verlauf des Liedes zu Zylinder-fliegender Geschwindigkeit, wenn wir dank Bastilles Gesang, der von Graf Lindorf ergänzt wird, herausfinden, dass die zuvor beschriebene Harmonie nicht ganz natürlich herbeigeführt wurde…

Weiter geht es mit „Herzmaschine“ und nein, das ist kein Rechtschreibfehler, diesmal ohne „t“, denn es geht um ein schlagendes Herz, eines, das sich nicht verlieben will und seine Gefühle mit Dampfkraft und Kesseldruck unter Kontrolle zu halten versucht.
Textlich ist dieses Stück sicherlich (neben dem Luftschiffharpunisten) das steampunkigste des Albums. Vielleicht liegt es daran, dass hier das Wissen der Szene, allen voran Jochen Enderlein aka Horatius Steam, mitgeholfen hat, den technischen Hintergrund zu erstellen.
Die Rhythmik erinnert an „Reichtum“ (Extrablatt, 2013), der Aufbau variiert jedoch:  Stampfendes Schlagzeug wechselt mit melodischen Klarinettenparts, teilweise unterstützt von Cembalo.

Nach diesem kraftvollen Stück folgt mit „Sternenstaub“ quasi das absolute Gegenteil. Eine traurige Ballade, in der die akustischen (unverstärkten) Eigenschaften der Instrumente ausgenutzt werden um gemeinsam mit Bastilles Gesang die Kälte des ewigen Eises heraufzubeschwören. Relativ Coppelius-untypisch gibt hier ein Klavier den Ton an.

Das nachfolgende „Reise“ wird dann wieder etwas flotter und zum Takt einer dahin rasenden Dampflokomotive zeigen hier besonders die Klarinetten ihr Können.

Rasant geht es weiter und mit „Ein Experiment“ wird ein weiteres omnipräsentes Thema des Steampunks bedient: Der verrückte Professor. Zerstreut schraubt und werkelt er, von Max Coppella vertont, an verschiedenen Erfindungen, deren Beschreibungen dem geneigten Hörer doch mehr oder weniger bekannt sein dürften. Unterstützung erhält er von einem Assistenten. Wer beim Castlefest 2014 dabei war, dem dürfte die Stimme von Baron von Ede bekannt vorkommen, die da immer wieder erklingt und den Professor vor dem Schlimmsten bewahrt. Leider kommt er nicht immer rechtzeitig, sodass das Lied ein sehr abruptes Ende findet.
Musikalischen wie textlich ist „Ein Experiment“ durchaus auf der humorvollen Seite zu finden, ähnlich wie „Gumbagubanga“ (Zinnober, 2010).

Castlefest 2014-14

Baron von Ede auf dem Castlefest 2014

Ernster und auch härter wird es danach mit dem ersten der drei englischsprachigen Titel des Albums „Glad to be dead“. Hier wird sich wieder einmal auf die langjährige Geschichte der Band berufen (s.o.)  und die „gute alte Zeit“ besungen, sodass die Zeitgenossen der Herren, die mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, froh sein können, bereits tot zu sein. Bei näherer Betrachtung des Besungenen merkt man jedoch schnell, dass nicht alle Änderungen wirklich schlecht sind, auch wenn die Kritik des ständigen Wettbewerbs und der steigenden Überbevölkerung natürlich berechtigt sind.

Da kann einen schon mal die Wut packen. Dann ist das sich Mantra-artig wiederholende „Contenance“ genau das Richtige um die Haltung zu bewahren oder zurückzuerlangen. Auch hier zeigen Coppelius ihr Können im Bereich des mehrstimmigen Gesangs.

Nachdem die Gemüter sich ein wenig beruhigen konnten, lässt der nachfolgende Song das Blut wieder hochkochen. Es gilt als allgemein bekannt, dass die Jungs von Iron Maiden in den 1980er gerne einmal ein Lied, was natürlich im Original von Coppelius stammt, coverten. Nach „Murders in the Rue Morgue“ (Original von Coppelius veröffentlicht: Time-Zeit, 2007), bringen Coppelius nun mit „Killers“ eine weitere „Originalfassung“ heraus.
Die Energie, die Bastille bei diesem Stück live auf die Bühne zu bringen pflegt, kann aber leider nicht 100%ig auf CD gebannt werden. (Ein weiterer Grund unbedingt einmal ein Konzert zu besuchen, Termine weiter unten.)
Nichtsdestotrotz ist das Lied ein hervorragendes Beispiel für den selbsternannten Stil des „Kammer-Core“ (oder auch „Heavy Wood“), der hier auf den klassischen Instrumenten hervorgebracht wird und einen spätestens hier den Zylinder einen guten Hut sein lässt und zum extatischen Haare schütteln veranlasst.

Coppelius Hamburg Knust 27.03.2014

Hamburg – Knust 27.03.201

Beim der folgenden Liebesballade ist es nun wiederum umgekehrt: Hier covern die Herren Coppelius; nämlich eine klassische Volksweise, die aus den Jahren um 1539 stammt: „Es fiel ein Himmelstaue“. Auch die Instrumentierung bleibt klassisch, wieder in Verbindung mit dem Cembalo.

„Des Bettlers Traum“  ist da weit weniger klassisch. Besungen wird hier der Bettler, den keine materiellen Güter glücklich machen können, dafür aber seine (unerreichbare) Liebe. Thematisch scheint das Stück ein Pendant zu „Habgier“ (Tumult, 2009) zu bilden, ist musikalisch jedoch deutlich unaufgeregter. Es dominiert eher die Abscheu gegenüber der Hortung von Besitztümern und das Schmachten nach einer Unerreichbaren.

Mit „Black is the colour“ folgt eine weitere Interpretation klassischen Liedgutes. Diesmal ist es ein englisches bzw. genauer ein schottisches Liebeslied, was in Begleitung des Cembalos durch den Diener vorgetragen wird.
Live ein würdiger Nachfolger von „Ade mein Lieb“ (Zinnober, 2010).

Coppelius Stuttgart 05.04.2014 007

Stuttgart 05.04.2014

Der vorletzte Song des Albums beschäftigt sich mit der Inspiration des Künstler, dem „Musenkuß“. Mit gezupften Saiteninstrumenten beginnt es leise, doch dann bricht das gewohnte coppelianische Chaos aus. Denn leider ist die Muse in diesem Falle einzig in flüssiger Form zu erreichen. Welche Auswirkungen das auf den Dichter hat, zeigt sich in Text und Musik gleichermaßen, denn letztere steigert sich immer weiter in immer ausgedehnteren Soli, Variationen etc. bis nach der letzten Zeile der Höhepunkt erreicht und „Aus und Schluss“ damit ist.

Das Album ist hier aber noch nicht zu Ende, als 16. folgt eine recht ungewöhnliche Form der Darbietung: Die Vertonung von Heinz Max Aids Gedicht „Konzert“. Wobei Vertonung vielleicht etwas zu viel ist: zu den melancholischen Klängen der akustischen Instrumente wird der Text verlesen, welcher von dem Hin und Her gerissen sein nach einem Konzert berichtet: Soll man glücklich sein, weil es so gut war, oder traurig, weil es vorbei ist?
Gut, das der heimische Tonwiedergeber eine Wiederholungsfunktion hat und diese Entscheidung dem geneigten Hörer dieses Langspielers erspart bleibt!


FAZIT:
Spätestens dem neuen Album „Hertzmaschine“ sind Coppelius mitten im Steampunk angekommen. Leitthemen des Genres (Luftschiffpiraten, Dampfmaschinen, verrückte Wissenschaftler) werden textlich aufgenommen und verarbeitet. Insgesamt ist es weniger gesellschaftskritisch als sein Vorläufer Extrablatt (2013), dafür aber wahrscheinlich auch massentauglicher.

Auch musikalisch scheinen sich die Herren mehr und mehr am allgemein-Geschmack zu orientieren, was aber keinesfalls negativ sein muss. Es gibt immer noch die, meiner Meinung nach typisch coppelianischen, Mehrstimmen-Gesänge und auch die Klarinetten-Soli bleiben uns erhalten. Durch die neue Amplifikation verwischt aber klanglich mehr und mehr der Unterschied zwischen klassischen Instrumenten und der „Rock-Normal-Besetzung“, sodass dem zufälligen Hörer das besondere Instrumentarium von Coppelius womöglich entgeht. Auf der Bühne jedoch dürfte es dafür umso mehr rocken. Man darf also gespannt sein auf die kommende Konzerttour (s.u.).

Es sind auffallend viele Balladen und ruhige Stücke (mind. 6) auf der Platte gelandet, nichtsdestotrotz wird aber auch die Haar-Schüttelnde Fraktion ausreichend bedient, sodass der Zylinder (sofern er nicht festgetackert ist) getrost im Regal bleiben kann. Genügend Ohrwurm-Potential inklusive!

Alles in allem ein typisch coppelianischer Mix aus verschiedenen Genre-Einflüssen unter voller Ausnutzung der technischen Möglichkeiten der Instrumente der sich definitiv lohnt!

(Wer immer noch mit dem Kauf hadert, ist selber Schuld, aber vielleicht überzeugt ihn ja der Hinweis, dass das Booklet als Poster gedruckt wurde und so als Deko für’s steampunkige Eigenheim durchaus Potential hat.)


CD release
Die offiziellen Veröffentlichunsfeierlichkeiten finden übrigens am 30.01. in Berlin statt und werden um 18.00 Uhr mit einem Fanatikertreff (inkl. Fragerunde, Spiele etc.) beginnen, ab 23.00 Uhr öffnet dann der Maskenball seine Tore.

Mehr Informationen sind hier zu finden.

Natürlich gehört zu einem neuen Album auch eine Konzertreise und wie oben bereits mehrfach mitschwang sollte man sich die Herren und ihren Diener unbedingt einmal live ansehen!

Hier haben sie die Möglichkeit dazu:
11.03.2015  (Mi)  Osnabrück, Lagerhalle
12.03.2015  (Do)  Bochum, Matrix
13.03.2015  (Fr)  Hamburg, KNUST
14.03.2015  (Sa)  Hannover, Musikzentrum
20.03.2015  (Fr)  Berlin, LIDO
21.03.2015  (Sa)  München, Backstage
22.03.2015  (So)  Nürnberg, Hirsch
02.04.2015  (Do)  Stuttgart , Club Cann
03.04.2015  (Fr)  Wien, Szene
04.04.2015  (Sa)  Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
30.04.2015  (Do)  Magdeburg, Factory
01.05.2015  (Fr)  Hexentanzfestival
02.05.2015  (Sa)  Leipzig, Werk 2

Tickets unter gibt es bei extratix.de

 

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*(Anm. d. Red.: Auch wenn hinlänglich bekannt sein sollte, dass unsere reviewende Autorin ein besonderes Faible für die Herren hat, möchten ich Ihnen versichern, dass ich diese Rezension so objektiv, wie möglich durchgeführt wurde.)

Eilmeldung: Abney Park auf der Elfia Haarzuilens

Zwar ist es zur Elfia Haarzuilens 2015 (NL) noch ein bisschen hin, gerade aber erreichte uns die Nachricht, dass Abney Park am Samstag, den 25. April abends dort auftreten werden.

Eine Zusammenfassung der (steampunkigeren) Highlights folgt, sobald wir mehr über das Programm wissen.

Unsere neue Abteilung: Terminkalender

Der Clockworker hat seit gestern ein neues Feature: Einen bloginternen Terminkalender.

Weil es schwierig ist, alle Steampunkveranstaltungen im deutschsprachigen (manchmal auch niederländischen oder sogar internationalen) Bereich im Auge zu behalten, haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, zumindest den Versuch eines Überblicks zu wagen.

Der geneigte Leser findet also Stammtische, Kinostarts, Parties, Ausstellungen etc. ab jetzt im zweiten Reiter von links (unter “Termine”, wer hätte das gedacht?).

Wir erheben natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, versuchen aber, so gut wie möglich auf Stand zu bleiben. Sollten wir oder die fleißigen Kollegen vom Salon mal einen Termin übersehen, freuen wir uns über Post unter termine@clockworker.de mit Datum, Ort, Uhrzeit, Art der Veranstaltung und einer Kontaktmöglichkeit (Facebook-Event, Website, Telefonnummer, Flaschenpost o.Ä.).

Auf dass mehr Steampunks mehr andere Steampunks auf mehr Veranstaltungen treffen.

floreat vis vaporis!

Berichterstattung: Emporium Vernesque

 

Zum dritten Mal fand in diesem Jahr am 8. November in Arnheim das Emporium Vernesque statt. Vom Willemeen war man einige Häuser weiter ins größere Luxor Live gezogen. Auf drei Etagen bot die Veranstaltung ein buntes Programm für Jung und Alt.

Der Nachmittag konnte gemütlich beim Plaudern, einkaufen oder basteln verbracht werden. Verschiedene Workshops brachten den Besuchern z.B. den Umgang mit Worbla näher. Aber auch Tribal Dance konnte unter kundiger Leitung ausprobiert werden.

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Bericht: Jules Fantasy Markt

Vom 31.10 bis zum 2.11. fand unter dem Kuppeldach des Leipziger Kohlrabizirkus’ das erste Mal der Jules Fantasy Markt statt, organisiert wurde er von der Agentur Sündenfrei. Benannt nach Jules Verne, einem der Urväter des Steampunk, hatte die Veranstaltung einen ihrer Schwerpunkte auf unser Genre gesetzt, was nicht zu letzt an den Plakaten abzulesen war.

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Jules Fantasy Markt Leipzig 31.10. - 2.11.

Am kommenden Wochenende findet von Freitag bis Sonntag das erste Mal der Jules Fantasy Markt im Kohlrabi-Zirkus in Leipzig statt. Ein bunter Mix aus Fanatsy, Steampunk, Endzeit, Piraten, Mittelalter, LARP, Gothic und vielem mehr erwartet den Besucher.

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Steampunkig mit dabei sind unter anderem die Bands Drachenflug und Feline and Strange, die Steampunk Expeditionsgesellschaft, Alexander Schlesier alias Steampunker.de und viele mehr. Außerdem wird Susan Groegers Steampunk Film Woe vorgestellt.

Da der erste Veranstaltungstag genau auf Halloween fällt, wird auch der Markt entsprechend ausgerichtet sein und auch die Parade aller Akteure steht ganz im Zeichen des Schaurrigen. (Es gibt eine familienfreundliche und eine Ü18 Parade, etwas später am Abend, sowohl freitags als auch Samstags.)

Geöffnet ist Freitag und Samstag 11.00-24.00 und Sonntags 11.00-19.00. Mehr Infos zu Tickets etc. gibt es hier auf der Veranstaltungseite. Das Programm kann hier eingesehen werden.
Besucher in passender Kleidung erhalten übrigens einen ermäßigten Eintritt, also raus mit den Steampunk Klamotten!

 

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