„Steampunk, Die Erben Jules Vernes“

An diesem Wochenende erscheint ein neues Steampunk Buch mit obigem Titel. Ich hatte das Vergnügen, das Buch bereits zu lesen und der Franzis Verlag hat mich gebeten meine Meinung über das Buch kund zu tun. Hier ist sie also, meine Meinung:

„Steampunk

Die Erben Jules Vernes“

Anders als der Titel des Buches vermuten lässt, ist dieses Buch in erster Linie eines:

Ein Buch von Dan Aetherman über Dan Aetherman.

Steampunk außerhalb seines „Steampunkuniversums“ findet, zumindest in diesem Buch, nur als Randerscheinung statt. Das zumindest suggeriert das Buch beim ersten, flüchtigen Durchsehen. Befasst man sich näher mit dem Werk, so vertieft sich der Eindruck. Die Anderen, im Buch erwähnten Künstler, tauchen als Beiwerk, oder besser noch als Rahmen auf, um dem Meister die Bühne zu bereiten.

Hat der Leser dies einmal verinnerlicht, so erschließt sich das Buch jedoch als Gesamtkunstwerk eben über Dan Aetherrman aka „Der Chocolatist“, der in seinem Buch, die von ihm erschaffenen Werke, meisterlich ins Licht zu setzen versteht.

Dabei gibt Dan Aetherman eine Einführung in das Genre Steampunk und die Ursprünge, stellt seine „Steampunk Friends“ vor und schwenkt dann zu sich, seinen Werken und Ideen.

Wie ein roter Faden zieht sich die Handschrift Dan Aethermans durch seine Kreationen. Die Kombination von Hightechelementen und historischer Technik gibt seinen Geräten und Gadgets einen ganz eigenen Charme, machen sie absolut einmalig und besonders.

Anders als beim „Functional Steampunk (1)“ kombiniert Dan Aetherman gekonnt nicht funktionale Elemente mit funktionalen Bauteilen. Die so entstandenen Geräte lassen verharren und bieten weiten Spielraum für die Phantasie und regen zum Nachdenken an.

Im Anhang verfährt der Meister dann nach alter Steampunk Tradition und öffnet seine Werkstatt verrät Tricks und plaudert, teilweise sehr detailliert, über die Entstehung seiner Werke. Auch wird im Rahmen eines ausführlichen Tutorials der Selbstbau eines Steampunk USB – Sticks beschrieben.

 

Fazit: Ein gelungenes Buch mit leider irreführendem Titel.

 

Als Titel hätte,

„Dan Aetherman

Einer der Erben Jules Vernes“

besser gepasst.

 

Das Buch erscheint im Franzis Verlag ISBN-13: 978-3645603812

Und kostet 39,95, das e-Book ist für 29,95 zu haben.

 

Dan Aetherman  wird am Samstag und am Sonntag um 14.30 auf der Maker World in Friedrichshafen signieren. Halle A5, Stand 200. Man kann das Buch direkt vor Ort kaufen und dann signieren lassen.

 

(1) Functional Steampunk, hier habe alle verbauten Teile am Gerät eine Funktion und sind nicht allein schmückendes Beiwerk.

Tales of Nebelheym - Chapter 1: A Wanderer's Heart

Viel zu lange liegt es schon auf meinem Schreibtisch, “A Wanderer’s Heart”. Das erste komplette Album der Stuttgarter Band Tales of Nebelheym. Wir berichteten bereits über sie und ließen uns beantworten, warum sie ihre Musik in das Steampunk Genre einordnen. Die Antwort gibt aber am besten die Musik selbst. Doch dazu später.

Auf meinem Tisch liegt CD im klassischen Digipack mit vierzehnseitigem Booklet, welches alle Liedtexte und eine kleine Einleitung in die Welt von Nebelheym enthält. Auffallend symphatisch ist die gesamte Gestaltung und die Zeichnungen der CD, denn die stammen von Matse, dem Violinisten der Band.

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“A hundred years and more have passed since the strangers anchored on the coast of the port city of Barvak. Our lives to a decisive turn today. Their ships did not rely on the power of the wind and waves, they were driven by fire and steam. The technology that was given to us influenced our economy, our social lives, and even our music…”

So beginnt die Reise durch Nebelheym und seine Geschichte. Die Geschichte des “Wanderers”, der aufbricht, um die Welt als stiller Beobachter zu erkunden und nieder zu schreiben was er sieht, die “Tales of Nebelheym”. Eine Welt in der die Dampfkraft erst seit einiger Zeit Fuß gefaßt hat und noch nicht überall angekommen ist. Eine Welt, die sich im Umbruch befindet und in der sich ihre Bewohner erstmal mit den neuen technischen Errungenschaften vertraut machen müssen.

Sämtliche Lieder auf der CD sind handgemacht. Sowohl die Musik als auch die Texte stammen aus den Köpfen und Fingern der Bandmitglieder. Sie erzählen nicht nur von dampfenden Maschinen, drehenden Zahnrädern, oder wie verraucht alles ist, sondern sie erzählen Geschichten von Menschen und Städten, die der Wanderer auf seiner Reise trifft. Sie sind Teil einer Chronik, die noch weitergeschrieben werden muß.

An dieser Stelle möchte ich einen zwei Jahre alten Tweet der großartigen Künstlerin Unwoman ausgraben, denn genau diesem Wunsch haben “Tales of Nebelheym folge geleistet”

 


 
Vergleiche ich “A Wanderer’s Heart” mit der Demo CD “Prequel” hat sich nochmal einiges getan. Es kamen neue Gesangsparts hinzu und manche wurden erneut eingesungen. Alles klingt runder und solider. Die CD bekam nochmal einen ordentlich Mix-down und hat einiges an Qualität zugelegt. Man merkt, daß viel Arbeit darin steckt von Leuten die ihr Handwerk verstehen.

Auf der Platte hört man bis auf den E-Bass keine elektrischen Instrumente. Whistles, Violine, Gitarren, Purcussion und das Akkordeon sind alle “akkustisch” und erzeugen trotzdem genug Druck, der einen feiern lassen kann ohne die E-Gitarre zu vermissen. Wie schon damals im Interview erwähnt, ist keiner der Musiker ein wirklich unbeschriebenes Blatt. Sie alle haben schon Erfahrung in anderen Bands gesammelt, was der Qualität der Musik durchaus zu Gute kommt. Ich persönlich sehe die Komposition der Lieder als eine der Stärken der Band an. Kein Lied klingt wie das andere, jedes ist auf seine Art und Weise markant. Man begnügt sich nicht mit simplen Strophe – Refrain Schemata sondern packt noch mindens mal Intro, Zwischenspiel und Outro dazu. Das gefällt.

Insgesamt finden wir auf der CD zwölf Lieder mit einer Gesamtlaufzeit von rund vierzig Minuten.

The Fiddler eröffnet die Platte und zeigt mit einem schnellen Reel erstmal, wohin die Reise geht… Nach vorne…

Warden of the City ist eine der Geschichten aus der Stadt. Der Alltag des Wächters, der auf seinem Turm steht und alles im Auge behält, während die Diebe versuchen, im zu entgehen.

Choices erzählt von einem jungen Mann, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich als Soldat in die Welt hinaus macht.

Der Sailorman’s Chant überzeugt einen Jungen, mit auf den Meeren zu segeln und den Wind im Gesicht zu spüren. Raise your glass! Hooray!

Come and Dance in der Kneipe, zwanzig Meilen von Landeron. Singen, trinken, tanzen und Geschichten erzählen.

Wanderer’s Heart erzählt die Geschichte des Wanderers selbst.

Thieves sind die, die der Warden of the City nicht erwischt. Unentdeckt durch die Nacht, raubend und mordend. Es werden nie weniger…

Fly away my dear… Der dampfbetriebene Kompass, der dem Wanderer auf seiner Erkundung immer wieder den Weg weist.

Shelter and Bane. Wenn eine Melodie der letzte Halt in einer Welt ist…

In Nebelheym’s Past singt der Wanderer von seiner Vergangenheit und seiner Zukunft.

Gimme some Beer genau wie der Fiddler gibt dieses Lied die Richtung vor… Geradeaus! Diesmal in die Taverne!

 

Alles in allem eine sehr gelungende CD. Ich weiß nicht, wie oft ich sie schon gehört habe, aber ich weiß werde es sicher noch öfter tun. Eine klare Empfehlung für Liebhaber von gut gemachter, folkiger Musik, die Geschichten zu erzählen hat.

Ich muß allerdings sagen, auch wenn mir die CD wirklich gut gefällt, ihren wahren Trumpf spielen “Tales of Nebelheym” auf der Bühne aus. Sie sind einfach eine Band, die zwar im Studio überzeugt, aber auf der Bühne zu Hause ist.

Kaufen könnt ihr die CD direkt im Shop ihres Labels Pangalactic Records.

Ich freue mich jetzt schon auf die neue Platte und verspreche, nicht erst rund zehn Monate später darüber zu schreiben!

 

Steampunk auf der Kieler Woche?

Die Band La Frontera Victoriana, die sich selbst als erste Steam Rock Band Deutschlands bezeichnen, haben es ins Onlinevoting des NDR um den Titel “Schleswig-Holstein Hammer 2015″ geschafft.

Im Vorentscheid in der Stadthalle Neumünster haben sie es aus 30 Teilnehmern unter die ersten 17 geschafft, die sich noch bis zum 16. Juni 2015, 12.00Uhr dem Voting auf der Homepage des NDR stellen. Die 8 meistgewählten Bands, werden beim Hammer-Finale am 23. Juni auf der Kieler Woche auftreten und um den Titel “Schleswig-Holstein Hammer 2015″.

Unter der Startnummer 28 könnt ihr nun die Steampunk Rocker unterstützen und sie auf die NDR -Bühne der Kieler Woche bringen.

Mehr über die Band, die bereits seit 2004 Gigs spielt, erfahrt ihr auf ihrer Aetherpräsenz, im Gesichtsbuch oder auf Youtube.

La Frontera Victoriana

 

Steampunk Lesung in Markus Bücherkiste

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Autoren, Gastgeber und Stimmenleiher des Abends

Am Samstag, 30. Mai sollte in Markus Bücherkiste ein Steampunk Picknick mit Lesung von Anja Bagus, Thorsten Küper und Bernar Leston stattfinden. Das Wetter machte der Picknick-Planung jedoch einen Strich durch die Rechnung und so versammelte man sich stattdessen in der Bücherkiste selbst und wie der Name schon erahnen lässt, wurde es sehr kuschelig.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch und so lauschten die Gäste den Geschichte aus den Steampunkwelten der drei Autoren.

Als besonderes Schmankerl hatten diese sich dafür entschieden ihre Texte mit verteilten Rollen in szenischen Vorlesen vorzutragen, was den Erzählungen eine völlig neue Qualität verlieh.

Kulinarisch gut versorgt durch die Picknickpakete folgte man zweieinhalb Stunden Abenteuern von Monsterjägern, Untoten Armeen und Geheimnissen aus dem Aether.

Einen kleinen Eindruck vermag dieses Video denen geben, die dem wundervollen Abend nicht beiwohnen konnten, einige Ausschnitte aus den drei Lesungen:

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Weitere Eindrücke (in Wort und Bild) vermittelt der Bericht von Thorsten Küper und der von Markus Gersting.

Eine Wiederholung, diesmal aber wirklich mit Picknick, für das kommende Jahr ist bereits geplant und sollte unbedingt besucht werden!

“Heliominerva” – Ein Luftschiff hebt ab

Ein sehr bestaunenswertes Projekt aus den Tiefen Baden-Württembergs erreichte uns unlängst. Bewundern Sie die Heliominerva des S-team Art

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Ein voll lenkbares Luftschiff im Taschenformat!

Mehr Informationen finden sich auf der Seite des S-teams.

NUIT PUBLIQUE, oder wie man über das Internet bauen kann...

 

 

 

PourLeFeriteLogo

Letztes Jahr erreichte die Mitglieder des Rauchersalons eine ungewöhnliche Nachricht, die Träger des Steampunk Ordens:

Pour le Ferite

wurden gebeten, sich für eine Nacht virtuell zusammen zu finden und gemeinsam, jeder in seiner Werkstatt, jedoch über das Internet verbunden, etwas zu kreieren. Major von Seeland führet damals mit einem furiosen Video in das Thema ein.

Auch diesmal hielt Herr von Seeland die Laudatio und überraschte uns, diesmal mit einem selbst kreiertem Logo.

Darum lassen wir Herrn von Seeland auch selbst zu Wort kommen:

“Verehrte Damen und Herren,

liebe Mitreisende, Bastlerinnen und Bastler,

Steampunk-Enthusiasten und Exzentriker,

vor etwas mehr als einem Jahr startete der Steampunk-Orden des „Pour le Ferite“ ein bisher beispielloses Experiment, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Idee eine enorme Anzahl mitlesender Besucher dieses Luftschiffes elektrisierte und in seinen Bann zog.

Die Mehrzahl der Mitglieder des Ordens nahm sich vor, beginnend an einem zuvor festgelegten Tag von 20:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr des nächsten Morgens ein beliebiges (teilweise bereits begonnenes) Steampunk-Projekt nach Möglichkeit weitgehend zu beenden. Jedoch nicht im stillen Kämmerlein, sondern unter den staunenden Augen der Mitreisenden! Die Abrede war, den Fortschritt des Werkes in stündlichen oder zweistündlichen Abständen durch kurze Fotoberichte der mitlesenden Öffentlichkeit zu dokumentieren!

Die Nuit Pour le Ferite war geboren!!

Die Dokumentation dieser fantastischen Aktion hat bis heute mehr als 4.000 Zugriffe erlebt, davon ein erheblicher Teil innerhalb kürzester Zeit! Diese beeindruckende Resonanz ließ in unserem Kreise die Idee reifen, den skurrilen Vorgang zu wiederholen, und zwar unter Einladung aller Passagiere dieses Luftschiffes, die sich dieses nocturne Kabinettsstück körperlich und geistig zutrauen.

Wir haben in den letzten Monaten eine derart signifikante Eruption ebenso origineller wie handwerklich begeisternder Ideen – auch von neu zugestiegenen Passagieren – gesehen, dass wir nicht umhin konnten, Ihren Ehrgeiz mit dieser besonderen Herausforderung noch ein wenig mehr zu kitzeln.

Wir dürfen Sie nun einladen zur

NUIT PUBLIQUE!!

Öffnen Sie uns allen Ihre Werkstatt und lassen Sie uns stündlich oder zweistündlich über Ihre Schulter schauen! Wir brennen darauf, mitzuverfolgen, was zu nächtlicher Stunde unter Ihren Händen entsteht und wie Sie dabei zu Werke gehen!

Noch eine Bitte zum Schluß! Achten Sie bei allem Elan auf Ihre Gesundheit, lassen Sie beim Hantieren mit scharfen Werkzeugen die übliche Vorsicht walten und schützen Sie, wenn nötig, Ihre Augen! Wir wollen Sie morgen früh im Besitz aller Ihrer unversehrten Finger und mit voller Sehfähigkeit begrüßen, auch wenn eine Augenklappe vielleicht einen verwegenen Eindruck bei der Damenwelt macht.

Es grüßt Sie alle herzlich

Ihr

Major von Seeland”

Viele Künstler folgten dem Aufruf und bauten, was die Werkstatt hergab. Dabei wurde auch noch Tips und Tricks ausgetauscht und neue Techniken vermittelt.

Mit 1980 Zugriffen auf die Seite der Baunacht, wurden im Morgengrauen die letzten Feinschliffe an den Werken durchgeführt und am Nachmittag danach viele Werke fertiggestellt.

Eine tolle Nacht und ein toller Erfolg für alle Beteiligten und den vielen mit Lesern.

 

Freuen wir uns auf nächstes Jahr!

 

 

Steampunk und Viktorianisches im Rollenspiel

Eigentlich habe ich nur nach Abenteuern und Hintergrundinformationen für das oft unterschätzte Castle Falkenstein gesucht, und dann ist mir die Arbeit eines sehr fleißigen Bloggers auf dem Bildschirm erschienen, den ich den rollenspielenden unter unseren Leser in keinem Falle vorenthalten möchte.

Lowell Francis hat sich die Arbeit gemacht und einfach mal alle viktorianischen und steampunkigen Rollenspielen, die er gefunden hat, chronologisch zu ordnen, zu beschreiben und so weit es ging zu verlinken. Respekt.

Hier gehts lang: Age of Raven Blog

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Clockworker im Gesichtsbuch

Seit einiger Zeit ist unser schönes Magazin an zwei Stellen gleichzeitig im Gesichtsbuch zu finden: Zum einen unter HMS Anastasia zum anderen und Clockworker – Steampunk.

Mit dieser Doppelposterei ist ab sofort Schluss! Die HMS Anastasia wird ins Trockendock fliegen und Clockworker – Steampunk alleinig die Aufgabe übernehmen die werten Gesichtsbuch Nutzer auf Neuigkeiten im Magazin hinweisen. Wer es noch nicht getan hatte, sollte spätestens jetzt die aktuelle Seite liken, die HMS Anastasia geht in wenigen Stunden offline.

Stil und Design statt Plastik

Heutige UKW – Radios glänzen durch nahezu vollständige Abwesenheit von guten Aussehen, manchmal auch durch die Abwesenheit von Klang.

Eines der Mitglieder, des Rauchersalons der HMS Anastasia, hat dort einen wundervollen Gegenpol zum üblichen “The Form follows the Function” Einheitsbrei vorgestellt.

 

Herr Lord Maximilian Bellentime präsentierte, den “UKW Aetherwellentauscher”.

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Nicht nur, dass das Gerät durch sein gefälliges Design besticht, nein es versteckt auch auf besonders pfiffige Weise, die sonst so lästige UKW Stabantenne. Selbige wurde als feiner Messingdraht innerhalb des Schalltrichters versteckt

 

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Basis des Gerätes war der Bausatz eines bekannten Hersteller von Radio- und Funktionsmodellbausätzen. Mit diesem UKW Radio war eine gelungene Mischung, aus integrierten Schaltkreisen und einer Röhre zur Klangverbesserung gelungen. Was aus diesen Bausätzen entstehen kann, sehen Sie hier.

Die komplette Beschreibung des Gerätes und die Erklärung der Funktionen finden Sie im Rauchersalon der HMS Anatstasia.

Wir hoffen, Ihnen damit einen kleinen Einblick in die Wunderwelt der Erfindungen an Board gegeben zu haben.

 

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Das Ende einer Ära

Die Abschaltung von Lang- und Mittelwelle…

Dieses Jahr endet eine Ära der Rundfunkgeschichte. Die letzten Lang- und Mittelwellensender werden in Europa und damit auch in Deutschland abgeschaltet.

Betrachtet man die Entscheidung rein von der Energiebilanz her, dann ist das sicherlich eine weise Entscheidung. Verbrauchen diese Sender doch eine Menge Energie. Um die enormen Reichweite von bis zu 1000km im Langwellenbereich zu erreichen, waren Sender nötig, die 2000 Kilowatt Sendeleistung erforderlich machten.

Die Mittelwelle konnte tagsüber bis zu 300 und nachts bis zu 2000 km erreichen, dazu waren Leistungen mit bis zu 300 Kilowatt nötig.

Solange Energieversorgung und Rundfunk in staatlicher Hand waren, konnten sich die Sendeanstalten diese enormen Stromverbraucher leisten. In Zeiten der Privatisierung wird es schwierig, solch einen Sender zu betreiben. Das um so mehr, da das Internet den Empfang weit entfernter Sender möglich macht.

Die Vorteile der Mittelwellen waren die einfachste Bauart von Rundfunkempfängern. Mit einer Diode, einer Spule und einem Drehkondensator, in Kombination mit einem Kopfhörer konnte man ohne zusätzliche Energieversorgung Radio hören. Nachts war sogar Fernempfang ohne Probleme möglich.
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Detektorempfänger ohne Stromversorgung

Ein weiterer Vorteil des Fernempfanges mit Mittelwelle war die Qualität des Empfanges. Während die Kurzwelle starken Schwankungen unterworfen ist, können und konnten Mittelwellen Sender mit nahezu gleichbleibender Qualität empfangen werden.

Welche Vorteile hat analoger Rundfunk noch? Er ist nicht zensierbar! Während digitale Sendungen beliebig verändert umgeschnitten und manipuliert werden können, bevor das Signal den Empfänger erreicht, geht das bei einem rein analogen Rundfunk nicht. Das Wort des Sprechers ist mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aus der Antenne, um die halbe Welt und tönt beim Hörer aus dem Lautsprecher.

Zur Zeit verzeichnet man einen Zuwachs im Bereich der Kurzwelle und auch Mittelwellensender aus dem fernen Ausland (China, Indien und Afrika) sind bei guter Wetterlage selbst mit einem Detektor noch zu hören.

In diesem Sinne:

Guten Wellenfang!

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

 

 


Berichterstattung: Coalescaremonium 2015

CSM3_Folder_page1Vergangenen Samstag fand in der alten Abtei von Bouche à Oreille in Brüssel die dritte Ausgabe des Coalescaremonium unter dem Thema „Industrial Decadence“ statt.

Ein dunkelbuntes Programm erwartete die Besucher, die sich herausgeputzt hatten für den Anlass. Ausgefallene Garderobe war zwar kein muss, aber viele nutzen die Chance um zu zeigen, was der Kleiderschrank so hergab.


Weit weniger Kleidung gab es im ersten Programmpunkt im Hauptsaal der Location: Die Mädels von Candy Coated Circus zeigten was Burlesque alles zu bieten hat.


Im Laufe des Abends gaben sich auf der Bühne Herrschaft und schwarzblut die Ehre, bevor es mit DJ SiSen und DJ Alchemy auch hier zum Tanzen überging.

Die Location selbst bot auf zwei Stockwerken noch weit mehr, als das Bühnenprogramm: In der Kapelle gab es Kunst von Marius Sachtikus, Nocturne Reflet und Fürst der Schatten zu sehen, im Foyer war ein Fotostudio aufgebaut und man konnte neben Kaffee und Tee auch Cupcakes erwerben.


Wer das Tanzbein schwingen wollte, konnte dies das ganze Event über zu verschiedenen DJ-Sets im Danceroom.

Trotz des kühlen Wetters wurde auch der Außenbereich rege genutzt, insbesondere, da dort mit Hamburgern, Cheeseburgern und Veggieburgern für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Bezahlt wurde mit am Eingang erworbener Getränkekarte, sodass es keien Verzögerungen durch Kleingeldsuche gab.
Der Preis von 4€ pro Burger war angesichts der Größe jedoch etwas happig, für eine Veranstaltung dieser Art aber durchaus üblich.
Softdrinks, Säfte und Pils (0,2L) waren für 2€ erhältlich, „Special beer“ und Wein ab 3€.

Insgesamt wurde für den Eintrittspreis von 40€ einiges geboten. Der Veranstaltungsort mitten in Brüssel war Parkplatztechnisch eine Herausforderung. Dieses Problem hatte die Orga aber im Vorfeld durch ein Anfahrtsvideo gelöst, welches den Weg zu einem kostenlosen Parkplatz ein kleines Stück entfernt zeigte.
Ich selbst war beim ersten Auftauchen des Videos skeptisch, warum man so etwas braucht, muss aber sagen, dass ich bei der Hinfahrt dann doch dankbar darüber war, denn so konnte mich die belgische Straßenführung in der Hauptstadt nicht verwirren. Außerdem hätte ich sonst vermutlich auch den Eingang nicht gefunden, dieser wirkte in der Häuserzeile doch etwas unscheinbar.


Sonst gibt es aber nichts zu meckern, auch Punkte, die bei Veranstaltungen häufig Probleme machen, wie saubere Toiletten, Garderobe oder ausreichend Sitzgelegenheiten gaben beim Coalescaremonium keinen Anlass zur Kritik.

Fazit: Eine schöne, durchdachte Veranstaltung, die es verdient größer zu werden. Zielgruppe ist zwar eindeutig ein Gothic Publikum, Steampunks sind aber auch herzlich willkommen.
Und wenn man sich einmal den Namen gemerkt hat, der übrigens von „Coalescent Ceremony“ (~schillernde Zeremonie) kommt, steht einem wunderbaren Abend nichts mehr im Wege.

(Mehr Bilder gibt es hier)

Gastbeitrag: Den NDR zu Gast

Der NDR war kürzlich zu Gast bei Herrn Teleman von Phone und seiner Gattin Viktoria vom Waldesrand. Über ihre Erfahrungen berichten sie nun hier (und natürlich gibt es auch den Beitrag zu sehen.)

Den NDR zu Gast – oder warum ich GEZ-Gebühren bezahle

Sehr geehrte Mitreisende

Im Laufe der vergangenen Jahre, derer tatsächlich noch gar nicht so viele verstrichen sind, fügte es sich, dass die eine oder andere Kamera das Treiben der Phonepunks oder der Machina Nostalgica eingefangen hat.

Nun trug es sich zu, dass der NDR das Vorhaben ersann diesen, den meisten noch relativ unbekannten Kunststil, einmal etwas näher zu beleuchten und so bekamen wir eine Anfrage der Autorin Fanny Weiß zu einer Berichterstattung, die für das Vorabendmagazin DAS! laufen sollte. 3:30 Min sollte der Beitrag bemessen. Man einigte sich auf den 31. März und wir kamen auch sehr schnell überein, dass  es Aktionen gibt, die wir auf gar keinen Fall befürworten, wie beispielsweise in voller Montur mit Kamerabegleitung durch eine Fußgängerzone gejagt zu werden um Passanten zu befragen, wie sie den Mummenschanz denn so finden würden.

Wir trafen uns dann am Vormittag in den Galerieräumen des Kremper Logenhauses. Das Eis war schnell gebrochen und es wurden allerlei „Dinge“ in den Flur getragen. Auch das „Studio“ war schnell gefunden: der wahrscheinlich kleinste Zwischenraum zwischen Gesellschaftsraum, Galerie und Büro, denn dieser konnte problemlos abgedunkelt werden und Platz ist bekanntlich in der kleinsten Hütte.

Es dauerte ca. 1,5 Stunden bis man sich mit dem ganzen technischen Aufwand eingerichtet hatte und das erste Mal die Kamera lief. Stunde um Stunde verstrich, draußen heulte der Orkan und die einzige zeitliche Mahnung bildete die halbstündlich schlagende Kirchturmuhr.

So langsam schwante mir etwas: der Kameramann Lars Hinrichs war eigentlich der Erste, bei dem es auffällig wurde. Durch dieses winzige Okular fing er Stück für Stück immer mehr Details des Ganzen ein und wurde beinahe wie in einen Sog gezogen. Mehr und mehr einzelne Teile und winzigste Details mussten aus allen Blickwinkeln in die digitale Welt verbracht werden und der Virus Steampunk forderte sein Opfer.

Es stimmte der Tontechniker Timo Schwab mit ein: „kann ich das Geräusch noch mal haben, das ist ja genial, was für eine Atmosphäre“. Und wieder und wieder wurde an Wählscheiben gedreht, die Spieluhr betätigt oder das pulsartige Ticken des Metronoms eingefangen – die Kirchturmuhr schlug im Halbstundentakt.

Eigentlich schon viel zu spät wurde gemeinsam eingepackt, denn es stand noch ein Szenenwechsel zum phonepunk´schen Anwesen auf dem Plan. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der NDR, dem der Steampunk in den Adern gerinnt“

Nach einer vorbereiteten Stärkung versuchte man den Platzbedarf in der heimischen Werkstatt noch zu reduzieren, wobei der Tonmann mittlerweile seinen Job draußen im, seinen Zenit erreichenden Sturm, verrichten musste. Wer das Anwesen kennt, kann sich vorstellen, wie das aussah.

Da auch die Autorin offensichtlich vom Thema mit- und hingerissen schien, wurde die Abschlussszene nach Innen ins heimelige Wohnzimmer verlegt, weitere Fragen beantwortet, mit und ohne Kamera und man verlor sich Stück für Stück in den Einzelheiten und anderen Mikrokosmen des Genres.

Nach einem langen Tag, voller neuer Eindrücke, denn auch ich habe mir viel vom Kameramann abgeguckt, war alles wieder verpackt, man verabschiedete sich mit der Versicherung, dass es allen sehr viel Spaß gemacht hat und meine Frau betonte noch einmal, dass ja selbst die Haarspange aus häuslicher Produktion stammte.

„Haarspange? – Welche Haarspange?“

„Na, die hier, die ich im Haar habe.“

„Wieso habe ich die nicht bemerkt? Das geht nicht, das müssen wir mit rein haben, ich pack noch mal ganz schnell aus, aber das geht wirklich nicht, da ist mir die Zeit jetzt egal“

Kamera raus, Beleuchtung raus, neuen Akku rein, alles auf Anfang und die Spange eingefangen.

Nach ca. 8 Stunden Arbeit wurde sich endgültig verabschiedet. Es gab allerdings noch diverse Nachfragen, damit auch ja nichts verkehrt in Umlauf gebracht wird, damit die Professionalität und die Qualität des Berichtes gewahrt bleibt, damit ein Beitrag, der 3:30 Minuten lang ist und im Vorabendprogramm läuft, bei den Zuschauern im Gedächtnis hängen bleiben kann  und eben nicht einer von vielen ist, der morgen schon wieder vergessen wird. Zusätzlich darf man sich die Recherchearbeit, das Sichten des Materials, den Schnitt, das Einsprechen der Texte und das Zusammenfügen vorstellen. DAS ist Qualitätsanspruch. DAS ist maximaler Respekt. Und deshalb haben wir DAS auch für „DAS!“ gemacht.

Und deshalb zahle ich auch GEZ-Gebühren (ohne für das Thema Geld zu bekommen), denn dann ist sowas möglich, Privatsendern habe ich bisher abgesagt, weil ich mich bei denen nicht auf das Vertrauensspiel einlasse.

Doch hier nun das Ergebnis, der Beitrag beginnt bei 28:00 Minuten

In der Hoffnung, dass Ihnen der Sendebeitrag ebenfalls gefallen hat,

Ihr

Teleman von Phone, nebst Gattin Viktoria vom Waldesrand

Information Sharing versus Information Hiding

Liebe Leser,

letztes Jahr, hatten wir (Herr von Phone und ich) die grosse Ehre in der Schaffensstätte des Professor Bossard ausstellen zu dürfen. Und allein ging es NICHT um uns, sondern darum ob und wie Steampunk auch eine Kunstrichtung ist.

Unter Anderem wurden wir gebeten, nicht nur unsere Artefakte auszustellen, sondern auch einen Vortrag über die

Achtung: “Kunstrichtung Steampunk” zu halten.

Dabei sollte es um Themen wie: “Was ist Steampunk überhaupt”, “wo liegen die Hintergründe und Ursprünge” und “braucht die Welt “DAS” überhaupt gehen.

Wir haben die Einladung, dort ausstellen zu dürfen, als “Ritterschlag” für den gesamten Deutschen Steampunk angesehen und zugesagt.

Es war ein tolles, interessantes und enorm kreatives Wochenende.

Nicht nur, dass wir Vorträge halten und unsere “Sachen” ausstellen konnten. Nicht nur, dass es uns möglich war über Herrn Ravensdale, Herrn von Heddernheim, Herrn Brass, Herrn Junophor und anderen Personen des Deutschen Steampunk zu reden.

NEIN!

Es gab einen ganz entscheidenden Punkt in der Diskussion, an dem wir gefragt wurden, ob wir das alles selbst erdacht hatten.

Liebe Leser, wir mussten das VERNEINEN!

Allerdings hatten wir das grosse Vergnügen auszuführen, wie und wann Ideen entstehen. Nicht im stillen Kämmerlein, sondern durch Dialog, durch Teilen und durch ein Miteinander.

Wir konnten ausführen, dass nur durch das Teilen von Ideen und Materialien, nur durch das Tauschen von Wissen und Fertigkeiten wahrlich etwas Neues entstehen kann.

Nur das “Information Sharing” bringt neue Ideen hervor. Wer allein und isoliert im Keller sitzt und nur immer im Kreise denkt, der wird immer und immer wieder ähnlich Dinge produzieren. Nur wer die Augen öffnet, teilt und weiter gibt wird auch selbst Ideen erhalten, wird Inspiration erfahren, neue Materialien, Fertigkeiten und Wissen erlangen und sich damit auch weiter entwickeln.

Und ganz wichtig, die Idee des Bauens um des Bauens willen. Das Erfinden, Bauen und Entwerfen, nicht weil es “zu was nutze ist”, sondern >>

Weil ich es will und kann! Oder (viel wichtiger) es versuchen will!

Eine Frage ist mir spontan eingefallen: “Wenn heute das Flugzeug erfunden würde, wann würde es fliegen?”

Antwort: “Niemals, denn es würde NICHT in drei Monaten Gewinn abwerfen!”

Um Herrn von Phone zu zitieren:

“in Zeiten des kulturellen Rückbaus, in Zeiten der sozialen Unsicherheiten, in denen die Menschen in Ihrem von Aussen bestimmten Leben, keine eigene Linie mehr finden können, bleibt ihnen nur noch eines: ihre Träume.

Also laden wir doch die Menschen um uns herum wieder ein zu träumen, das Undenkbare zu denken, einfach mal in ihrer Phantasie auszubrechen.

Das ist Steampunk, eine Idee, ein Traum.”

Lassen wir nicht zu, dass unseren Träume beschränkt werden, eingesperrt in Schubladen. Lassen wir nicht zu, dass wir eingeschränkt werden, im Austausch von Ideen, Fertigkeiten und Techniken.

SteamPUNK wir getragen von schrägen, abstrusen und durchgeknallten Ideen.

Ob nun jemand Hightech baut, ob jemand eine Wasserpistole zur Phantasiewaffe umbaut, ob jemand “funktional” oder “non funktional” Steampunk betreibt. Ob nun jemand einen Transistorverstärker in eine ornamentverzierte Pappschachtel baut oder eine funktionierende Dampfmaschine auf seiner Drehmaschine bastelt, sich einen Rückenträger erstellt, eine Uniform, ein Kleid oder eine Weste näht, Musik macht oder Romane schreibt ich sehe alles als gleichwertig an. Denn die Idee ist es, die dahinter steckt, das Herzblut und der Stolz den jemand in seine Arbeiten steckt.

Nicht jemand “da draußen” definiert was Steampunk ist, kein Kunstkritiker, kein BLOG-Betreiber und kein Journalist, sondern WIR!

Lassen Sie nicht zu, dass Personen Ihnen sagen, was Steampunk ist und was nicht! Lassen Sie nicht zu, dass Personen, die selbst noch NIE etwas gebaut, erdacht oder entworfen haben, Ihnen sagen was Steampunk ist und Ihre Kreationen als STEAMJUNK bezeichnen oder Spottlieder im Stile von “Glue some Gears on it….” darüber singen.

Steampunk ist KEIN Reenactment, Steampunk ist geballte Phantasie, ist Ideen, Kreativität und Zusammenarbeit!

EGAL, was Sie bauen, wie Sie es bauen, wenn es sich wie Steampunk anfühlt, dann ist es das auch!

Also bauen Sie, denken Sie und fragen Sie.

Und: “GEHEN SIE DA RAUS UND ZEIGEN SIE, WAS SIE GEMACHT HABEN!”

Ich wünsche Ihnen allen eine kreative und inspirierende Nacht und DANKE, dass Sie alle da draußen sind und bauen, denken, schreiben, nähen, sticken, lehren, lernen und zeigen!

Hochachtungsvoll und mit einer Verneigung,

Horatius Steam

Mara und der Feuerbringer

Ich gebe zu, Mara und der Feuerbringer ist kein Film, den man in das Steampunkgenre einordnen würde, fehlen dem Film doch ( und auch den Büchern ) das so geschätzte viktorianische Flair und die wilden Maschinen, aber ich möchte dennoch darüber berichten und hoffe, es wird klar, warum.

Mara Lorbeer ist ein 14-jähriges Mädchen aus München. Eine Tagträumerin, die nicht viel von den esoterischen Anwandlungen ihrer Mutter hält. Nichts läge ihr vermutlich ferner, als als die letzte der verbliebenen Seherinnen das drohende Ragnarok zu verhindern. Nun liegen solche Entscheidungen aber nicht immer in den eigenen Händen…

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Die Buchtrilogie und der Film stammen beide aus den Händen von Tommy Krappweis ( Drehbuch und Regie ), einem Urgestein der deutschen Medienlandschaft. Spaßmacher und kreativer Geist, vor und hinter der Kamera, auf Theaterbühnen und an der Schreibmaschine. Tommy hat nach vielen Jahren harter Arbeit nun das erste Buch aus der gleichnamigen Trilogie “Mara und der Feuerbringer” verfilmt und in die deutschen Kinos gebracht.

Hinter dem Film steckt nicht die übliche bajuwarische oder amerikanische Filmmaschine sondern eine Menge engagierter und begabter Menschen, die daran glauben, daß der Film auf die Leinwand gehört und die Geschichte im Filmformat erzählt werden muß, die in den Büchern schon erfolgreich niedergeschrieben wurde. Tommy gründete eigens dafür eine eigene Visual Effects Firma und holte Leute ins Team, die die gleiche Mission im Geiste hatten, wie er selbst.

Auch versucht der Film nicht, wie man es von deutschen “Fantasystreifen” leider gewohnt ist auf  biegen und brechen lustig oder möglichst brutal zu sein. Es ging ihm darum eine lebendige Geschichte zu erzählen. Hinter dem ganzen steckt sogar noch eine Bildungsabsicht. Die Fakten über die germanische Mythologie, die eine große Rolle in den Büchern spielt, basieren auf der Zusammenarbeit mit Professor Simek, bekannt als wissenschaftliche Referenz für germanische Mythologie an der Universität Bonn ( . Genau so  wichtig war es, das Thema zu entnazifizieren und die germanische Götterwelt in Geschichten und Sagen zu präsentieren.

Ebenso wurden treue Fans, die zu großen Teilen aus der deutschen Phantastikszene stammen, Teil des Films und übernahmen Rollen an der Seite von deutschen Stars wie Esther Schweins, Eva Habermann, Jan Josef Liefers und Christoph Maria Herbst. Ohne diese und die ganzen Leute im Hintergrund wäre aus der Verfilmung nicht das geworden, was sie eben geworden ist: eine in Deutschland produzierte, von den Medien durchweg positiv gelobte ( nicht mal die üblichen Spottdrosseln krümmten ein Haar ) Verfilmung eines wunderbaren Jugendbuches.

Deshalb ist es aktuell sehr verwunderlich, warum der Film so niedrige Besucherzahlen vorweisen kann. Die meisten deutschen Kinos lassen ihm kaum eine Chance als Abendfüller, lassen sie ihn nur Mittags und immer seltener auch Nachmittags laufen. Tut der deutschen Phantastikszene einen Gefallen und geht in den nächsten Tagen mal ins Kino. Der Film ist sehenswert und die viele harte Arbeit sollte gewürdigt werden!

Um doch noch einen Brückenschlag zum Steampunk zu finden, habe ich Carsten Steenbergen, bekannt als einer der Macher von Steamtown ( wir berichteten hier und hier und bestimmt noch woanders ) und eifrigen Unterstüzer von “Mara und die Feuerbringer” folgende Frage gestellt: “Warum sollte sich der Steampunker ansich den Film ansehen?”. Carsten sagte:

„Mara und der Feuerbringer“ hat weder Zahnrad noch Dampfmaschine – der Kinofilm von Tommy Krappweis funktioniert dennoch absolut im Geiste des Steampunk. Die unerschütterliche Liebe zum Detail, die Nutzung aller zur Verfügung stehender Ressourcen – von Vorstellungskraft bis über bereitwilligem wie körperlichem Einsatz der breiten Phantastik-Szene und dem besonderen Humor eines Krappweis – machen aus „Mara und der Feuerbringer“ ein Genre-Kleinod der deutschen Filmproduktion, das sich nicht hinter Hollywood verstecken muss. Und das, wo der gemeine Fantasy-Film aus landeseigener Herstellung bislang als NoGo-Genre in deutschen Kinos ein verlorenes Dasein führt. Dieser Film bietet dem altbewährten Vorurteil Stirn und Gelegenheit, geistige Betonwände einzubrechen. Europas größte Greenscreen, echtes Vulkangeröll aus der Eifel für eine realistische Vulkanlandschaft, dazu hochkarätige Schauspieler und umwerfendes FX, das ringt einem unweigerlich Respekt ab. Und Punk … Punk verbirgt sich in diesem UnderDog-Projekt deutlich mehr als in den üblichen Krimis und Komödien der letzten Jahre.

Danke Carsten.

Ich wünsche Tommy Krappweis und seinem Team, daß der Film noch gut besucht wird und sich die Arbeit gelohnt hat. Wir brauchen mehr hochwertige deutsche Phantastik in den Medien. Wir wollen doch nicht, daß die Phantasie ausstirbt, oder? ;)

Zum Abschluß noch ein paar bewegte optische Leckerli als Vorgeschmack auf den Film:

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Die Geschichte Die Dreharbeiten
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Die Effekte Die Mitwirkenden

Coalescaremonium - "Industrial Decadance" 11.04.2015

Am 11. April findet nun zum dritten Mal das Coalescaremonium in Brüssel statt. In diesem Jahr unter dem Thema “Industrial Decadance”.

Concept: Coalescaremonium: meaning ‘Coalescent Ceremony’, is a grandioso gothic happening that combines unseen international acts with local talent from the various sub-genres of Gothic nightlife into one grand day of celebration; with high focus on music, art, dance and fashion.

Konzept: Coalescaremonium: Das bedeutet “Zusammenwachsende Zeremonie” und ist eine grandiose Gothic Veranstaltung, die bislang ungesehene internationale Acts mit lokalen Talenten der verschiedenen Sub-Genres des Gothic Nachtlebens in einem großen Feiertag verbindet, ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Musik, Kunst, Tanz und Mode.

CSM3_Folder_page1Von drei Uhr nachmittags bis zwei Uhr nachts bietet das Coalescaremonium in einem alten Kloster in der belgischen Hauptstadt ein düster-buntes Programm aus Konzerten, Filmen, Burlesque Shows, Kunst, Modenshow und Tanz.

Unter anderem mit dabei sind die Bands HERRSCHAFT und schwarzblut, wobei letztere auch immer wieder Steampunk Einflüsse zeigen. DJs des Abends sind DJ Sisen und DJ Alchemy.

Das volle Programm kann hier eingesehen werden.

CSM3_Folder_page4Der Clockworker wird berichten.