Die geheimnisvolle Maschine des Herrn Lavendel

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Einige von Ihnen werden sicherlich das Spiel “The Room” kennen.

In diesem Spiel geht es darum, ein Artefakt durch Drücken von Knöpfen, betätigen von Hebeln und Schalter zu öffnen. Das dann auch noch in der richtigen Reihenfolge.

Durch die Maschine des ehrenwerten Herrn Lavendel aus dem Rauchersalon ist so eine Maschine nun Realität geworden.

In seinem Baubericht und der Beschreibung von

Aetherias Geheimnis

 

beschreibt er sein liebevoll gebautes und meisterlich ausgeführtes Artefakt. Kleine, funktionsfähige Detail runden das Gerät phantastisch ab.

 

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So drehen sich die Zahnräder, wenn sich das Artefakt öffnet. das gesamte Gebilde dreht sich um die eigene Achse um weitere Bedienelemente zu exponieren.

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Das Artefakt reagiert auch auf Schall, so dass bestimmte Funktionen nur durch Klatschen ausgelöst werden können.

Welterste Steampunk Oper

Coppelius_Opern_FlyerUnd schon wieder gibt es Neuigkeiten von Coppelius. Die Berliner Band gab heute bekannt, dass es ab Herbst im Gelsenkirchener Musiktheater (MiR) die welterste Steampunk Oper zu sehen geben wird. Auf der Seite des MiR finden sich dazu folgende Infos:

Ein ungewöhnliches Projekt für einen klassischen Opernbetrieb und eine Her(t)zensangelegenheit für die kreative Schmiede des Musiktheater im Revier!
Bereits seit 2012 existiert der Plan, gemeinsam mit der Berliner Band „Coppelius“, deren Mitglieder allesamt Abgesandte des romantischen 19. Jahrhunderts sind, ein Opernprojekt der besonderen Art auf die Bühne Gelsenkirchens zu bringen. Zusammen mit der Neuen Philharmonie Westfalen werden die 6 Coppelianischen Herren die Bühne in eine akustische Dampfmaschine verwandeln, die jeden in ihren Bann zieht.
Mit der phantastischen Erzählung „Klein Zaches, genannt Zinnober“ des dunklen Dichterfürsten E.T.A. Hoffmann ist die exzentrische Vorlage für eines der schlagzeilenverdächtigsten Theaterprojekte im Galileischen Weltbild gefunden und bringt nun die Theatermaschine kräftig ins Rollen.

Ab 14. November 2015 erzählen die Coppelianischen Superhelden auf ungewohnt lauten klassischen Instrumenten in Harmonie mit dem Orchester des MiR die Geschichte des missgestalteten Emporkömmlings Klein Zaches, der aufgrund eines wunderbaren Zaubers zu höchsten Ehren gelangt und damit beinah das Leben eines jungen Dichters zerstört. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall …

Lesen Sie demnächst Neues aus dem Klein Zaches-Universum!

Weitere Infos werden wohl in Kürze auf der Seite des Musiktheaters im Revier zu finden sein.

CD-Review: Coppelius - Hertzmaschine

Coppelius HERTZMASCHINE Cover1815. Herrensitz Coppelius.
Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem
Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke
zu verstärken: Die galvanische Amplifikation!
Die Rockgeschichte hat begonnen.
 
2015. Herrensitz Coppelius.
Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!
Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter:Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang.
Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber
von handgemachter Musik – Coppelius sind zurück, lauter denn je!

So wortgewaltig kündigen die Berliner Herren Coppelius ihr am 30. Januar erscheinendes Album „Hertzmaschine“ an. Der Clockworker durfte sich schon jetzt ein Eindruck des „Klanggewitters“ der fünf Herren mit Diener machen und wir wollen Ihnen nun unsere Impressionen nicht vorenthalten.*

Tracklist:
01  Tragisches Ende eines Luftpiraten
02  Der Luftschiffharpunist
03  Moor
04  Harmonie
05  Herzmaschine
06  Sternenstaub
07  Reise
08  Ein Experiment
09  Glad to be dead
10  Contenance
11  Killers
12  Es fiel ein Himmelstaue
13  Des Bettlers Traum
14  Black is the colour
15  Der Musenkuß
16  Konzert

Nicht nur das Cover des neuen Langspielers, sondern auch die Tracklist vermittelt den Eindruck, dass es im neuen Album deutlich dampfiger zugeht als bisher. (Übrigens ordnet sich die Band mit ihrer Ankündigung erstmals selbst dem Steampunk zu, das klang im Salongespräch 2013 anlässlich ihres damaligen Albums Extrablatt noch ganz anders.)

Coppelius HERTZMASCHINE Promobild 2_CMYK_300dpi

Bereits das erste Lied „Tragisches Ende eines Luftschiffpiraten“ entführt uns hoch über die Wolken, wo es zu einer ungewöhnlichen Begegnung kommt. Auf 30 Sekunden setzen Coppelius ihre quasi-Tradition der A-cappella Stücke fort.

Auch „Der Luftschiffharpunist“ agiert in großen Höhen, kommt aber deutlich rockiger daher, so dass man fast nicht glauben mag, dass es wirklich Cello und Kontrabass sind, die da erklingen. Was hier positiv auffällt, ist das im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben besser abgemischte Schlagwerk. Leider hapert es dafür beim Gesang, dieser geht stellenweise hinter den Instrumenten arg verloren, sodass man nur dank dem wunderschön postergedruckten Booklet die Bridge vollständig verfolgen kann.
Ansonsten führt aber die dunkle, rauchige Stimme Comte Caspars gekonnt ein, in die Technik des fliegenden Ungetüms und die Arbeit des Harpunisten. Doch bei der Jagd auf Wolkenkraken (oder vielleicht doch eher „Airkrakens?“) läuft leider nicht immer alles glatt…

Dieser Song ist übrigens im in galvanischer Fassung bereits auf Amazon, iTunes und Spotify verfügbar. (Wer die MP3-Fassung vorbestellt, [Amazon / iTunes] bekommt den Luftschiffharpunisten ohne zusätzliche Kosten sofort zum herunterladen und zahlt zum Releasedatum dann nur noch den Differenzbetrag zum Album.)

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Ein Vertreter der Airkraken Gattung “Octopelius”

Auch bei „Moor“ zeigt sich die neue Elektrifizierung der klassischen Instrumente, sodass der Song über eine wunderliche Begegnung und Hilfeleistung im Sumpf ziemlich punkig anmutet mit einer kräftigen Prise Funk. Das alles inklusive Soli und starker Verzerrung, die man sonst vermutlich nur einer Gitarre zutrauen würde.

„Harmonie“ beginnt, dem Titel entsprechend, schon deutlich ruhiger. Ein Cembalo ergänzt die sonst übliche Instrumentierung aus Cello, Kontrabass, Klarinetten und Schlagzeug. Das zunächst gemächliche Tempo steigert sich im Verlauf des Liedes zu Zylinder-fliegender Geschwindigkeit, wenn wir dank Bastilles Gesang, der von Graf Lindorf ergänzt wird, herausfinden, dass die zuvor beschriebene Harmonie nicht ganz natürlich herbeigeführt wurde…

Weiter geht es mit „Herzmaschine“ und nein, das ist kein Rechtschreibfehler, diesmal ohne „t“, denn es geht um ein schlagendes Herz, eines, das sich nicht verlieben will und seine Gefühle mit Dampfkraft und Kesseldruck unter Kontrolle zu halten versucht.
Textlich ist dieses Stück sicherlich (neben dem Luftschiffharpunisten) das steampunkigste des Albums. Vielleicht liegt es daran, dass hier das Wissen der Szene, allen voran Jochen Enderlein aka Horatius Steam, mitgeholfen hat, den technischen Hintergrund zu erstellen.
Die Rhythmik erinnert an „Reichtum“ (Extrablatt, 2013), der Aufbau variiert jedoch:  Stampfendes Schlagzeug wechselt mit melodischen Klarinettenparts, teilweise unterstützt von Cembalo.

Nach diesem kraftvollen Stück folgt mit „Sternenstaub“ quasi das absolute Gegenteil. Eine traurige Ballade, in der die akustischen (unverstärkten) Eigenschaften der Instrumente ausgenutzt werden um gemeinsam mit Bastilles Gesang die Kälte des ewigen Eises heraufzubeschwören. Relativ Coppelius-untypisch gibt hier ein Klavier den Ton an.

Das nachfolgende „Reise“ wird dann wieder etwas flotter und zum Takt einer dahin rasenden Dampflokomotive zeigen hier besonders die Klarinetten ihr Können.

Rasant geht es weiter und mit „Ein Experiment“ wird ein weiteres omnipräsentes Thema des Steampunks bedient: Der verrückte Professor. Zerstreut schraubt und werkelt er, von Max Coppella vertont, an verschiedenen Erfindungen, deren Beschreibungen dem geneigten Hörer doch mehr oder weniger bekannt sein dürften. Unterstützung erhält er von einem Assistenten. Wer beim Castlefest 2014 dabei war, dem dürfte die Stimme von Baron von Ede bekannt vorkommen, die da immer wieder erklingt und den Professor vor dem Schlimmsten bewahrt. Leider kommt er nicht immer rechtzeitig, sodass das Lied ein sehr abruptes Ende findet.
Musikalischen wie textlich ist „Ein Experiment“ durchaus auf der humorvollen Seite zu finden, ähnlich wie „Gumbagubanga“ (Zinnober, 2010).

Castlefest 2014-14

Baron von Ede auf dem Castlefest 2014

Ernster und auch härter wird es danach mit dem ersten der drei englischsprachigen Titel des Albums „Glad to be dead“. Hier wird sich wieder einmal auf die langjährige Geschichte der Band berufen (s.o.)  und die „gute alte Zeit“ besungen, sodass die Zeitgenossen der Herren, die mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, froh sein können, bereits tot zu sein. Bei näherer Betrachtung des Besungenen merkt man jedoch schnell, dass nicht alle Änderungen wirklich schlecht sind, auch wenn die Kritik des ständigen Wettbewerbs und der steigenden Überbevölkerung natürlich berechtigt sind.

Da kann einen schon mal die Wut packen. Dann ist das sich Mantra-artig wiederholende „Contenance“ genau das Richtige um die Haltung zu bewahren oder zurückzuerlangen. Auch hier zeigen Coppelius ihr Können im Bereich des mehrstimmigen Gesangs.

Nachdem die Gemüter sich ein wenig beruhigen konnten, lässt der nachfolgende Song das Blut wieder hochkochen. Es gilt als allgemein bekannt, dass die Jungs von Iron Maiden in den 1980er gerne einmal ein Lied, was natürlich im Original von Coppelius stammt, coverten. Nach „Murders in the Rue Morgue“ (Original von Coppelius veröffentlicht: Time-Zeit, 2007), bringen Coppelius nun mit „Killers“ eine weitere „Originalfassung“ heraus.
Die Energie, die Bastille bei diesem Stück live auf die Bühne zu bringen pflegt, kann aber leider nicht 100%ig auf CD gebannt werden. (Ein weiterer Grund unbedingt einmal ein Konzert zu besuchen, Termine weiter unten.)
Nichtsdestotrotz ist das Lied ein hervorragendes Beispiel für den selbsternannten Stil des „Kammer-Core“ (oder auch „Heavy Wood“), der hier auf den klassischen Instrumenten hervorgebracht wird und einen spätestens hier den Zylinder einen guten Hut sein lässt und zum extatischen Haare schütteln veranlasst.

Coppelius Hamburg Knust 27.03.2014

Hamburg – Knust 27.03.201

Beim der folgenden Liebesballade ist es nun wiederum umgekehrt: Hier covern die Herren Coppelius; nämlich eine klassische Volksweise, die aus den Jahren um 1539 stammt: „Es fiel ein Himmelstaue“. Auch die Instrumentierung bleibt klassisch, wieder in Verbindung mit dem Cembalo.

„Des Bettlers Traum“  ist da weit weniger klassisch. Besungen wird hier der Bettler, den keine materiellen Güter glücklich machen können, dafür aber seine (unerreichbare) Liebe. Thematisch scheint das Stück ein Pendant zu „Habgier“ (Tumult, 2009) zu bilden, ist musikalisch jedoch deutlich unaufgeregter. Es dominiert eher die Abscheu gegenüber der Hortung von Besitztümern und das Schmachten nach einer Unerreichbaren.

Mit „Black is the colour“ folgt eine weitere Interpretation klassischen Liedgutes. Diesmal ist es ein englisches bzw. genauer ein schottisches Liebeslied, was in Begleitung des Cembalos durch den Diener vorgetragen wird.
Live ein würdiger Nachfolger von „Ade mein Lieb“ (Zinnober, 2010).

Coppelius Stuttgart 05.04.2014 007

Stuttgart 05.04.2014

Der vorletzte Song des Albums beschäftigt sich mit der Inspiration des Künstler, dem „Musenkuß“. Mit gezupften Saiteninstrumenten beginnt es leise, doch dann bricht das gewohnte coppelianische Chaos aus. Denn leider ist die Muse in diesem Falle einzig in flüssiger Form zu erreichen. Welche Auswirkungen das auf den Dichter hat, zeigt sich in Text und Musik gleichermaßen, denn letztere steigert sich immer weiter in immer ausgedehnteren Soli, Variationen etc. bis nach der letzten Zeile der Höhepunkt erreicht und „Aus und Schluss“ damit ist.

Das Album ist hier aber noch nicht zu Ende, als 16. folgt eine recht ungewöhnliche Form der Darbietung: Die Vertonung von Heinz Max Aids Gedicht „Konzert“. Wobei Vertonung vielleicht etwas zu viel ist: zu den melancholischen Klängen der akustischen Instrumente wird der Text verlesen, welcher von dem Hin und Her gerissen sein nach einem Konzert berichtet: Soll man glücklich sein, weil es so gut war, oder traurig, weil es vorbei ist?
Gut, das der heimische Tonwiedergeber eine Wiederholungsfunktion hat und diese Entscheidung dem geneigten Hörer dieses Langspielers erspart bleibt!


FAZIT:
Spätestens dem neuen Album „Hertzmaschine“ sind Coppelius mitten im Steampunk angekommen. Leitthemen des Genres (Luftschiffpiraten, Dampfmaschinen, verrückte Wissenschaftler) werden textlich aufgenommen und verarbeitet. Insgesamt ist es weniger gesellschaftskritisch als sein Vorläufer Extrablatt (2013), dafür aber wahrscheinlich auch massentauglicher.

Auch musikalisch scheinen sich die Herren mehr und mehr am allgemein-Geschmack zu orientieren, was aber keinesfalls negativ sein muss. Es gibt immer noch die, meiner Meinung nach typisch coppelianischen, Mehrstimmen-Gesänge und auch die Klarinetten-Soli bleiben uns erhalten. Durch die neue Amplifikation verwischt aber klanglich mehr und mehr der Unterschied zwischen klassischen Instrumenten und der „Rock-Normal-Besetzung“, sodass dem zufälligen Hörer das besondere Instrumentarium von Coppelius womöglich entgeht. Auf der Bühne jedoch dürfte es dafür umso mehr rocken. Man darf also gespannt sein auf die kommende Konzerttour (s.u.).

Es sind auffallend viele Balladen und ruhige Stücke (mind. 6) auf der Platte gelandet, nichtsdestotrotz wird aber auch die Haar-Schüttelnde Fraktion ausreichend bedient, sodass der Zylinder (sofern er nicht festgetackert ist) getrost im Regal bleiben kann. Genügend Ohrwurm-Potential inklusive!

Alles in allem ein typisch coppelianischer Mix aus verschiedenen Genre-Einflüssen unter voller Ausnutzung der technischen Möglichkeiten der Instrumente der sich definitiv lohnt!

(Wer immer noch mit dem Kauf hadert, ist selber Schuld, aber vielleicht überzeugt ihn ja der Hinweis, dass das Booklet als Poster gedruckt wurde und so als Deko für’s steampunkige Eigenheim durchaus Potential hat.)


CD release
Die offiziellen Veröffentlichunsfeierlichkeiten finden übrigens am 30.01. in Berlin statt und werden um 18.00 Uhr mit einem Fanatikertreff (inkl. Fragerunde, Spiele etc.) beginnen, ab 23.00 Uhr öffnet dann der Maskenball seine Tore.

Mehr Informationen sind hier zu finden.

Natürlich gehört zu einem neuen Album auch eine Konzertreise und wie oben bereits mehrfach mitschwang sollte man sich die Herren und ihren Diener unbedingt einmal live ansehen!

Hier haben sie die Möglichkeit dazu:
11.03.2015  (Mi)  Osnabrück, Lagerhalle
12.03.2015  (Do)  Bochum, Matrix
13.03.2015  (Fr)  Hamburg, KNUST
14.03.2015  (Sa)  Hannover, Musikzentrum
20.03.2015  (Fr)  Berlin, LIDO
21.03.2015  (Sa)  München, Backstage
22.03.2015  (So)  Nürnberg, Hirsch
02.04.2015  (Do)  Stuttgart , Club Cann
03.04.2015  (Fr)  Wien, Szene
04.04.2015  (Sa)  Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
30.04.2015  (Do)  Magdeburg, Factory
01.05.2015  (Fr)  Hexentanzfestival
02.05.2015  (Sa)  Leipzig, Werk 2

Tickets unter gibt es bei extratix.de

 

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*(Anm. d. Red.: Auch wenn hinlänglich bekannt sein sollte, dass unsere reviewende Autorin ein besonderes Faible für die Herren hat, möchten ich Ihnen versichern, dass ich diese Rezension so objektiv, wie möglich durchgeführt wurde.)

Berichterstattung: Emporium Vernesque

 

Zum dritten Mal fand in diesem Jahr am 8. November in Arnheim das Emporium Vernesque statt. Vom Willemeen war man einige Häuser weiter ins größere Luxor Live gezogen. Auf drei Etagen bot die Veranstaltung ein buntes Programm für Jung und Alt.

Der Nachmittag konnte gemütlich beim Plaudern, einkaufen oder basteln verbracht werden. Verschiedene Workshops brachten den Besuchern z.B. den Umgang mit Worbla näher. Aber auch Tribal Dance konnte unter kundiger Leitung ausprobiert werden.

Weiterlesen Berichterstattung: Emporium Vernesque

Bericht: Jules Fantasy Markt

Vom 31.10 bis zum 2.11. fand unter dem Kuppeldach des Leipziger Kohlrabizirkus’ das erste Mal der Jules Fantasy Markt statt, organisiert wurde er von der Agentur Sündenfrei. Benannt nach Jules Verne, einem der Urväter des Steampunk, hatte die Veranstaltung einen ihrer Schwerpunkte auf unser Genre gesetzt, was nicht zu letzt an den Plakaten abzulesen war.

Weiterlesen Bericht: Jules Fantasy Markt

Jules Fantasy Markt Leipzig 31.10. - 2.11.

Am kommenden Wochenende findet von Freitag bis Sonntag das erste Mal der Jules Fantasy Markt im Kohlrabi-Zirkus in Leipzig statt. Ein bunter Mix aus Fanatsy, Steampunk, Endzeit, Piraten, Mittelalter, LARP, Gothic und vielem mehr erwartet den Besucher.

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Steampunkig mit dabei sind unter anderem die Bands Drachenflug und Feline and Strange, die Steampunk Expeditionsgesellschaft, Alexander Schlesier alias Steampunker.de und viele mehr. Außerdem wird Susan Groegers Steampunk Film Woe vorgestellt.

Da der erste Veranstaltungstag genau auf Halloween fällt, wird auch der Markt entsprechend ausgerichtet sein und auch die Parade aller Akteure steht ganz im Zeichen des Schaurrigen. (Es gibt eine familienfreundliche und eine Ü18 Parade, etwas später am Abend, sowohl freitags als auch Samstags.)

Geöffnet ist Freitag und Samstag 11.00-24.00 und Sonntags 11.00-19.00. Mehr Infos zu Tickets etc. gibt es hier auf der Veranstaltungseite. Das Programm kann hier eingesehen werden.
Besucher in passender Kleidung erhalten übrigens einen ermäßigten Eintritt, also raus mit den Steampunk Klamotten!

 

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Gewinner: Ticketverlosung

Nun ist es soweit: der Gewinner der Ticketverlosung für zwei Karten für das Emporium Vernesque steht fest und hat soeben eine Aethernachricht erhalten.

Alle Teilnehmer wurden gebeten mit anzugeben, warum sie gerne zum Emporium Vernesque möchten. Einige Gründe wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

“Ich freue mich darüber, das erste mal mit anderen Leuten, die auch Steampunk gern haben zusammenzutreffen.”

 

“Am meisten beim Emporium Vernesque freue ich mich und vor allem mein achtjähriger Sohn sich darauf, die vielen tollen Kostüme und “Erfindungen” zu bewundern!”

 

“Ich habe es bisher noch nicht geschafft, zum Emporium Vernesque zu fahren. Die ganze Thematik beschäftigt mich sehr und ich könnte dort viele meiner Freunde wiedersehen.”

Wir gratulieren dem Gewinner und hoffen, dass sich auch die, denen das Glück nicht vergönnt war, nicht davon abhalten lassen, das Emporium Vernesque zu besuchen!

Emporium Vernesque 2014

In einem Monat ist es soweit: Das Emporium Vernesque öffnet am 8. November 2014 zum dritten mal seine Tore in Arnheim. Diesmal geht es in eine neue, größere Location: Das Luxor Live, drei Minuten vom Arnheimer Hauptbahnhof entfernt. Los geht’s um 12.00 Uhr am Samstag bis 23.00 Uhr.

EV

Am Samstag, 8. November 2014 soll in Arnheim die dritte Ausgabe des Emporium Vernesque abgehalten werden. Ein Festival für Lieberhaber des Steampunks, ein kreatives Science-Fiction Genr, welches sich inspiriert durch Schriftsteller wie Jules Verne und H.G. Wells. Aus dem In- und Ausland werden fantastisch gekleidete Steampunks anreisen für dieses einzigartige Event. Es ist eine Veranstaltung für Fans des Lebensstils, aber auch für Besucher, die sich noch nicht genau auskennen, sind herzlich willkommen. Tagsüber wird es ebenfalls Kinderbelustigung geben und sie sind ebenso willkommen, wie ihre Eltern!

[…]

Es wird ein volles Tagesprogramm geben mit Tanzvorstellungen, kreativen Workshops, Ausstellungen, Spielen, Lesungen und Teeduellen.

[…]

Neu ist in diesem Jahr die Modenschau: verschiedene Designer stellen ihre Steampunk Kreationen auf dem Laufsteg vor.

Ebenfalls neu ist die Kleidertauschbörse: Hier kann jeder die Kleidung (im Steampunkstil), die er nicht mehr braucht eintauschen gegen etwas Neues.

Natürlich gibt es auch wieder einen Warenmarkt und eine Sitzecke mit Essen und Trinken im passenden Ambiente.
Außerdem soll es in diesem Jahr ein Filmtheater geben, in dem Filme aus Steampunk und Fantasy gezeigt werden. Ein gutes Beispiel ist hier der Fantasy Kurzfilm “Lessons Learned” von Toby Froud (Labyrinth) und produziert von Heather Henson, Tochter von Jim Henson (Labyrinth, Muppet Show). Des weiteren werden antike Filme von etwa 1900 gezeigt.

Auch Musikalisch gibt es einiges zu bieten:

Tagsüber wird die Deutsche Band Drachenflug für musikalische Untermalung sorgen. Abends geht’s dann weiter mit der niederländischen Gruppe Schwarzblut und den britischen SteamPUNKS The Men That Will Not Be Blamed For Nothing.

[…]

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann sich bereits am Freitagabend auf der Pre-Party im Willemeen auf die Veranstaltung einstimmen lassen von den DJs DJ’s Kwoad, Slim, Miss Yani und B.U.R.B. mit EBM, Industrial und Darkwave.

Sonntags morgens wird es außerdem die Möglichkeit geben noch gemeinsam brunchen zu gehen. Der genaue Ort hierzu wird noch bekannt gegeben.

Tickets gibt es hier zu kaufen. Im Vorverkauf kosten die Eintrittskarten 11,00€ (inkl. Servicekosten), Abendkasse 13,50€. Kinder unter 12 zahlen 7,50€ an der Abendkasse. Die Pre-Party kostet 6,00€ Eintritt, wer ein Vorverkaufsticket vorweisen kann, erhält 2,00€ Rabatt.

Die ersten 100 Vorverkaufsticketkäufer bekommen außerdem einen Goodiebag mit verschiedenen Dingen der anwesenden Händler. Ihr erfahrt vor Ort, ob ihr gewonnen habt, aber beeilt euch, bevor es zu spät ist!

Alle weiteren Infos zu Anreise etc. finden sich auf der Homepage der Veranstaltung.

 

 

Buch-Rezension: Außergewöhnliche Automatons von Martin Riesen

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Cover: Außergewöhnliche Automatons Cover Art: Michael Zigerlig

So sperrig der Titel vielleicht auch klingen mag, Martin Riesens Erstling (erschienen im Self-Publishing, erhältlich auf Amazon) liest sich alles andere als holprig.
Schon der Klappentext verspricht eine unterhaltsame Geschichte im Steamforged Empires Universum:

„Offenburg, 1874, in einer alternativen Vergangenheit…
Die sechszehnjährige Johanna findet eine Anstellung als Gehilfin beim Automatonhersteller Professor Geich. Schnell erkennt er ihr außergewöhnliches Talent für die Herstellung von Lochkartenprogrammen, mit denen diese beliebten Maschinen gesteuert werden. Als Johanna einem Automaton ein Programm stanzt, das es ihm ermöglicht, zu lernen, ahnt sie nicht, welche Ereignisse sie damit in Gang setzt…“

Die Geschichte selbst ist nichts Neues: Die Erfindung wendet sich gegen den Erfinder. Leider verharrt die Erzählung an einigen Stellen stark in alten Klischees (Liebe entgegen aller Standesunterschiede, Aufstieg von ganz unten etc.) und das Ende ist weitgehend vorhersehbar.
Aber altes Holz brennt bekanntlich gut und so bleibt es bis zum Ende spannend, wie das heraufbeschworene Unheil doch noch abgewendet werden kann.

Wer bei den genannten Beispielen jetzt an eine überwiegend kitschige Liebesgeschichte denkt, liegt (Gott sei dank) falsch. „Außergewöhnliche Automatons“ ist ein waschechter Abenteuerroman und da darf eine Romanze natürlich nicht fehlen.

Martin Riesens Erzählstil ist kurzweilig und gut lesbar, insbesondere mit den Beschreibungen der Technik, die hinter den Automatons steckt, kann der Autor punkten. Man hört förmlich das Rattern der Zahnräder und Durchlaufen der Lochkarten, riecht das Maschinenöl und den Dampf der Antriebsmaschinen. Echter Steampunk eben.

Leider bleiben dafür die („guten“) Charaktere teils recht oberflächlich, nur der Bösewicht kann mit seinen Motiven und Handlungen wirklich überzeugen und weckt im Leser die angebrachte Abscheu.

Über diese Abneigung kann man sich schließlich doch noch recht gut in die Hauptfiguren hineinversetzen und mit ihnen und der Geschichte mitfiebern (außerdem freut es einen doch bei einem gut geschriebenen Gegenspieler gleich viel mehr, wenn seine Pläne versagen.)

Bevor es jedoch soweit kommt, wird man zunächst ausgiebig in die Welt von Steamforged Empires eingeführt. Erst gegen Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf und reißt den Leser im letzten Drittel des Buches mitten hinein in das Geschehen. Die Auflösung selbst kommt ziemlich abrupt, in einigen Einzelheiten fast schon zu gewollt, bleibt aber nachvollziehbar.

Da das Buch als erster Teil einer Serie angelegt ist, darf ein ordentlicher Cliffhanger natürlich nicht fehlen und so erfahren wir nicht die vollständige Auflösung aller Geschehnisse und dürfen weiter rätseln. Das Tempo, dass „Außergewöhnliche Automatons“ gegen Ende erreicht, wird dann hoffentlich im nächsten Band beibehalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Außergewöhnliche Automatons“ sich wohl am ehesten unter „leichte Abendlektüre“ einordnen lässt, (u.A. auch durch die Einteilung in 27 relativ kurze Kapitel). Das alternative Universum ist gut durchdacht und auch die Geschichte ist logisch aufgebaut, wenn auch leider größtenteils recht vorhersehbar. Das tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch, wenn man nicht gerade etwas Weltbewegendes erwartet. Wer auf der Suche nach guter, steampunkiger Unterhaltung ist, wird mit „Außergewöhnliche Automatons“ sicher nicht enttäuscht werden.

Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Homepage des Autors

Gesichtsbuchseite

 

Anja Bagus: Aethersymphonie

Seit heute ist es offiziell soweit: Anja Bagus drittes Buch aus der Aetherwelt ist erhältlich!

Aethersymphonie_Cover

Auch im dritten Teil der Self-Publishing Reihe erlebt die Heldin Annabelle Rosenherz wieder Abenteuer zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diesmal nicht nur in und um Baden-Baden, sondern auch in Prag. Der Klappentext lässt auf eine weitere rasante Geschichte um die Auswirkungen des mysteriösen Aethers hoffen:

Æther gestaltet die Welt neu. Jeden Tag werden Entdeckungen und Erfindungen gemacht, die das Leben, die Technik, Tiere und Menschen verändern. Heute noch Luftschiffkapitän, morgen ein Monster mit Fell und Krallen, Flügel und Schnabel. Niemand weiß, ob er am nächsten Tag mit einer seltsamen Fähigkeit erwacht. Annabelle Rosenherz ist so eine Veränderte. Mit ihrer grünen Hand kann sie heilen und töten. Während die Welt sich langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnt, vermisst sie immer noch schmerzhaft ihren Vater, der nun seit zwei Jahren verschwunden ist. Eine Spur führt nach Prag. Annabelle lädt ihre Freunde zu einer Fahrt auf der »Delfin«, einem experimentellen Luftschiff, ein. Während sie sich bemühen, der goldenen Stadt ihre Geheimnisse zu entlocken, werden Sucher zu Gesuchten und schließlich zu Gejagten.

Eine unbedingte Leseempfehlung!
Das e-Book ist hier erhältlich.

EDIT: Seit heute ist auch die Print-Ausgabe erhältlich: Hier

Steampunk-Krimidinner in Berlin

Wer am 12. April noch nichts vor hat und sich in der Hauptstadt befindet (oder die Aetherkutsche in dorthin bringen kann), der sollte sich überlegen, ob er nicht Lust hat, an der Teegesellschaft teilzunehmen.

Foto: Jörg Merlin Noack

Foto: Jörg Merlin Noack

Es wird kriminell in Groß-Berlin!
Am 12. April, in nun mehr einer Woche, ist es so weit. Das erste Berliner Steampunk Krimidinner (https://www.facebook.com/events/581981155211280/?fref=ts) bittet zu Tisch. Ein Kriminalfall bei Kaffee und Kuchen soll gelöst werden.

Eine Mischung aus Kaffeekränzchen und Liverollespiel in gemütlicher Atmosphäre.
Das Spiel findet im Comic Kaspar (Rosenthaler Platz, unter dem Haus am See) statt.
Der Eintritt kostet 15 Euro und kann solidarisch bis zu einem Betrag von 20 Euro aufgestockt werden, im Preis enthalten ist der Eintritt zur Teegesellschaft inklusive Buffet, dem darauf folgenden Auftritt der Band SISC und der Luftschiff Tanzveranstaltung.

Alles was sonst noch benötigt wird ist ein ausgefüllter Charakterbogen.
http://mitternachtsgesellschaft.de/teegesellschaft/Anmeldebogen140212.pdf
Sie können ihn online ausfüllen und dann an E.Ende[at]live.de zurück schicken.
Wir freuen uns über Rückfragen und ihre Teilnahme.

Euere Mitternachtsgesellschaft
Eva Ende und Doktor E. R. Kluge
Lilly Letterweib und Jörg Merlin Noack

Rückfragen bitte über das Facebook Event, an E.Ende@live.de oder an die Mitternachtsgesellschaft (http://facebook.com/mitternachtsgesellschaft) stellen.

Weitere Infos zum bespielten Hintergund, Charaktererstellung, Live-Rollenspiel und Krimidinner allgemein und vieles mehr finden sich auf der Homepage der Teegesellschaft.

Die Luftschiff-Tanzveranstaltung ist auch als Veranstaltung im Salon zu finden.

Und wenn das alles immernoch nicht überzeugt, lässt sich eventuell zu einem Trip nach Berlin hinreißen, wenn er erfährt, dass am Abend vorher die Herren Coppelius in der Hauptstadt aufspielen. Das alles, sollte doch eine Reise nach Berlin wert sein!

Aeronautica - Sturmzeit - Review

Wie bereits angekündigt erscheint am 25. März das erste Album der Steampunk Metal Band Aeronautica: Sturmzeit
(Digital Release worldwide 4. April).
Aeronautica_CoverDer Clockworker hatte die Chance vorab schon einmal in die 12 Songs hinein zu hören und möchte euch nun seine Eindrücke nicht vorenthalten:

Tracklist:
1. Aufwärts
2. Kompassreise
3. Blitzschlag
4. Maschinengeist
5. Herbst
6. Im ewigen Eis
7. Wolkenbrecher
8. Der Augenzeuge
9. Orient Express
10. Sternenfeuer
11. Pech & Schwefel
12. Unendlichkeit

Los geht’s mit „Aufwärts“. Schon der Titel ist ein perfekter Einstieg ins Album. Klassischer Metal  Gitarrensound lässt ahnen, warum sich die Crew aus den Gitarristen und Sängern Felix Tenten und Tobias Kurzawa, dem Schlagzeuger Ben Rösgen und Live-Bassistin Jessica Hoffman als erste  deutsche Steampunk Gothic-Metal Band bezeichnet. Passend zum technischen Text des Songs (wir befinden uns im Maschinenraum des Luftschiffs) ist auch der Gesang eher mechanisch abgehackt.

Weiter geht’s mit „Kompassreise“. Bereits auf der EP „Maschinengeist“ (2012) zu hören gewesen, ist dieser Song deutlich schneller und entführt den Hörer nach dem Start mit „Aufwärts“  mit der Luftschiff-Sinfonie auf eine Reise durch den Luftraum. Satte Gitarrenklänge gepaart mit kräftigem Schlagzeug werden unterstützt von Bläsern.

Aeronautica Sturmzeit Inlet

Gelungenes Design der CD, auch wenn mancher behaupten mag “Just glue some gears on it…”

„Blitzschlag“ beginn zunächst sehr langsam, nur um dann in hartem Kontrast den Blitz einschlagen zu lassen und mit voller Kraft und Metal Sound seinen fatalen Weg durch das Luftschiff nachzuzeichnen.

Mit „Maschinengeist“ wird das zuvor abgestürzte Luftschiff wieder zum Leben erweckt. Auch hier wird wieder eindrucksvoll das Innenleben einer solch großen Maschine beschrieben. Passend dazu stampfender Schlagzeugklang und der kraftvolle Ausruf „Steamed!“, unterstützt von Gitarren und Bass. (Über das Performance Video zu diesem Song berichteten wir bereits.)

Vergleichsweise melancholisch kommt „Herbst“ daher. Beginnend mit sanften Gitarrentönen, steigert sich das Stück, um in den Strophen wieder ruhiger zu werden. Unterfüttert wird der romantische Text mit Streicherklängen und auch hier wird dem Luftschiffthema treu geblieben.
Den Gesang empfinde ich für den malerischen Text jedoch als etwas zu steif.

Ähnlich geht es mir beim nächsten Lied „Im ewigen Eis“, eine Hommage an die Legende der Schneekönigin. Zu kräftig und starr der Gesang im Vergleich zum Text, der von der Schönheit der Königin und ihrer Macht erzählt, die den Protagonisten verzaubert und ihn gefangen hält.
Im Refrain wird der Gesang jedoch weicher und von Sängerin Louiza Fröbe unterstützt.
Musikalisch überzeugt mich Stück hier aber voll und ganz: rockiger Gitarrenklang, schön unterfüttert mit Streichern und Bläsern.

Aeronautica beim Metal for Mercy Gothic Night II. in Witten

Mit „Wolkenbrecher“ wird es wieder ein ganzes Stück härter und Metal-lastiger. Ein langsamer Schlagzeug und Keyboardeinstieg, der durch Gitarre und Bass verstärkt wird, zeigt lautmalerisch das besungene Luftschiff, welches sich durch die Wolken schiebt. Lädt der Anfang des Songs noch zum Headbangen ein, sind die Strophen wieder deutlich ruhiger, steigern sich aber im Verlauf des Liedes.

„Der Augenzeuge“ ist wieder ein Stück der EP Maschinengeist. Erneut etwas ruhiger, kommt hier Drehorgelsound zum Einsatz und unterstreicht die träumerischen Überlegungen über den Sternenhimmel. Besonders gelungen finde ich hier die Soli.

Der „Orient Express“ nimmt den Hörer nun mit auf eine rasante Fahrt! Schnelles Schlagzeug, orientalische Klänge und natürlich der gewohnte Metal-Sound überzeugen hier voll und ganz. Auch der Gesang und die „Zugdurchsagen“ sorgen dafür, dass man sich in ein Abteil des Zuges hineinversetzt fühlt und den „Rausch der Geschwindigkeit“ hautnah erleben kann. Definitiv mein Lieblingssong des Albums!

Felix und Jessica beim Metal for Mercy Gothic Night II. in Witten

Es folgt ein klassisches Rockstück: „Sternenfeuer“ erzählt die Geschichte der Crew der Aeronautica und ihrem Kampf gegen ein fremdes Luftschiff.

„Pech und Schwefel“ klingt wiederum mehr nach Piraten-Metal, insbesondere durch den Klang eines Akkordeons/Harmonika; ein fast schon traditionelles Trinklied, das Stimmung macht. Allerdings nicht auf den Planken eines Dreimasters, sondern, wie könnte es anders sein, an Deck eines Luftschiffs.

Das Album schließt ab mit „Unendlichkeit“. Ruhige Strophen wechseln mit geshoutetem Refrain, technoide Untermalung mit fetten Bass- und Gitarrensound. Inhaltlich geht es um die Machtübernahme durch Maschinendrohnen.
Ein fulminanter Metal-lastiger Abschluss für die „Sturmzeit“.

Tobias beim Metal for Mercy Gothic Night II. in Witten

Fazit:
Ein sauberes erstes Album! Kraftvoller Metal wechselt mit Rock und auch melancholische Stücke runden das Repertoire ab. Inhaltlich orientiert sich die Band nah an ihren Namensvettern, den Aeronauten, und so ist es nicht verwunderlich, dass Luftschiffe und alles was dazugehört immer wieder auftauchen.
Musikalisch geht da sicher noch was, besonders im Gesang würde ich mir mehr Variation wünschen. Passt die statische Art bei den Songs über die Technik noch hervorragend, wirkt er bei langsameren Stücken eher aufgesetzt und zu gewollt böse.

Trotzdem kann ich jedem, der auf etwas härtere Musik steht, dieses Album nur sehr ans Herz legen und insbesondere empfehlen, sich die vier mal Live anzusehen!

2014 bietet hier diverse Möglichkeiten:

Aeronautica
Wer nun neugierig geworden ist, kann in der Soundcloud den Song „Im ewigen Eis“ kostenlos downloaden und auch eine Hörprobe vom „Orient Express“ ist dort zu hören.

“Im ewigen Eis” gibt’s auch auf Youtube:

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Das Album kann hier vorbestellt werden.

Aeronautica im Aether: Band Hompage
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Gala Nocturna 2014 - La Belle et la Bête

Wie bereits angekündigt, fand am vergangenen Samstag, 08. März in Antwerpen die 8. Ausgabe der Gala Nocturna statt. Diesmal unter dem Thema “La Belle et la Bête” (Die Schöne und das Biest) inspiriert von der Verfilmung von Jean Cocteau (1946).

Gala Nocturna 2014Um kurz vor 20.00 Uhr warteten schon die ersten Besucher vor den Toren des Antwerpener Zoos, in dessen Palmenhaus der dunkelromantische Ball stattfand.

Besucher vor dem Eingang des Antwerpener Zoos

Der Weg zum Ballsaal wurde von Kerzenschein erhellt und einige Tänzerinnen als Geister gewandet unterhielten die wartenden Gäste.

Drinnen angekommen, wurden im Eingangsbereich die roten Rosen gesammelt, die jeder männliche Gast mitbringen sollte.


Das Palmenhaus als neue Location bot wesentlich mehr Platz als in den vergangenen Jahren. Ein Ballsaal mit Bar für die Tänze, im Palmenhaus die Fotoecke, in der man sich von Fred Lo Cascio professionell ablichten lassen konnte, dazu der Eingangsbereich mit großer Freitreppe, auf der man sich auch einmal hinsetzen konnte , um kurz zu verschnaufen oder die angebotenen Speisen zu verzehren. Und dann im oberen Geschoss der Markt mit verschiedensten Ständen, von Schmuck, über Kleidung, Schminkkunst bis hin zu Cupcakes.

Einziges Manko an der sonst so gelungenen Raumaufteilung war die Lage der Bar: Man musste erst durch Ballsaal hindurch, sich zwischen den Tänzern hindurchkämpfen auf die andere Seite. Dort angekommen knubbelte es sich schnell, da die Bar leider mit etwas wenig Personal bestückt war. Aber man konnte sich die Wartezeit auch gut vertreiben, indem man den Tänzern auf der Tanzfläche zusah.

So begann der Ball mit einer historischen Tanzstunde unter Anleitung von Lieven Baert.
Zum abwechslungsreichen Programm des Abends gehörten auch mehrere Schaukämpfe auf der großen Treppe, bei dem das Biest und seine Belle natürlich nicht fehlen durften.

Wie in jedem Jahr waren besonders die aufwändigen Gewänder der Besucher eine wahre Augenweide. So ist das Thema zwar nicht streng verpflichtend, aber die meisten Besucher versuchen doch ihm zu entsprechen. Was aber nicht heißen soll, dass es ein einheitliches Bild gibt, keinesfalls! Insbesondere, da bei dieser besonderen Veranstaltungen die unterschiedlichsten Geschmäcker und Subkulturen aufeinander treffen. So sieht man von klassisch schwarz Gothic, über historische Gewandungen, Steampunk bis hin zu Tribal Outfits fast alles, was man sich vorstellen kann. Nur eines nicht: Langweiliges!
(Der Dress-Code gilt übrigens auch für Fotografen/Presse, sodass diese nicht störend auffallen, wie es bei manch anderer Veranstaltung der Fall ist.)

Allein deswegen lohnt es sich schon die Gala Nocturna zu besuchen und die große Treppe bot eine wunderbare Gelegenheit, die zertanzten Füße ein wenig auszuruhen und sich die vorbeiwandelnden Gestalten etwas näher zu betrachten.

(Besonders interessant war es meiner Meinung nach zu sehen, welches Schuhwerk sich unter den ausladenen Kleider so verbarg: die ganze Bandbreite des weiblichen Schuhwerks: klassicher Pump aber auch geschickt unter Reifrock und Co versteckte Chucks und Combat Boots konnte man entdecken.)

Alles in Allem ein sehr lohnenswerter Abend! Tanz und Musik, schauspielerische und kämpferische Darbietungen, ein Markt mit breit gefächertem Angebot, günstige und gute Verpflegung (Pizza und Kürbissuppe, sowie neben den üblichen Getränken auch Biosäfte für 2€) und natürlich das tolle Ambiente machen die Gala Nocturna jedes Jahr lohnenswert!

Ich kann jedem nur empfehlen einmal die Reise auf sich zu nehmen. Die neue Location ist direkt neben dem Hauptbahnhof, also auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Wenn man keinen längeren Fußmarsch auf sich nehmen will, kann Parken allerdings etwas teuer werden.

Am folgenden Sonntag wurde in diesem Jahr auch ein Brunch angeboten, zu dem man sich im Voraus anmelden konnte.

Wer neugierig geworden ist, findet hier noch mehr Fotos. In der Gatehouse Gazette findet sich auch eine weitere Review mit mehr Bildern.

Man sieht sich hoffentlich im nächsten Jahr- AyraLeona de Loryva

 

Steampunk Hands around the World

Steampunk HandsSteampunk Hands around the World ist ein ergeiziges Projekt, dass den Februar 2014 zum Steampunk- Monat ernennt. Klingt erstmal schön und gut, aber was hat es damit auf sich? Die “Presse-Info” bringt Aufschluss:

So wie die Ausdrucksformen des Steampunks der heutigen Zeit nicht länger beschränkt auf seine literarischen Wurzeln sind, so sind die Mitglieder der Steampunk-Gemeinschaft nicht mehr auf eine geografische Region beschränkt. Steampunk erscheint in vielen Formen – und mit seiner stetig steigenden Popularität ist er gewachsen, um die ganze Welt zu umspannen.

Diesen weltweiten Bund zu feiern und bekannter zu machen ist die Kernidee eines neuen Projekts namens “Steampunk Hands Around The World”. Es wurde ersonnen von Kevin Steil, dem Schöpfer und Redakteur der Webseite “Steampunk Ambassador”, die den Interessierten mit Neuigkeiten und Resourcen versorgt. Mehr als drei Dutzend Steampunk-Schöpfer – Blogger, Autoren, Veranstalter und andere – nehmen bis jetzt an diesem Projekt teil, das über einen Monat laufen soll, und das die internationalen Verbindungen und Kontakte der Gemeinschaft in diversen Medienformaten präsentieren will.

Von Sonntag, dem 2. Februar 2014 bis Freitag, dem 28 Februar, wird die Gruppe zeigen, dass die Steampunks miteinander verbunden sind, egal wo sie auch leben mögen, und dass mit jedem Gespräch und jeder Verbindung neue Freundschaften entstehen können.

Steampunk bringt die Menschen in seinen zahllosen Formen zusammen, in einem umfassenden und stets hilfsbereiten Netzwerk Gleichgesinnter. Vom Teilen der Besprechungen neuer Bücher oder Musik, über das Spielen der aktuellsten Spiele bis hin zum Weitergeben von Anleitungenzur Herstellung von Gewandung oder Requisiten, bringt die Steampunk-Gemeinschaft Personen von acht bis achtzig zusammen, auf eine Art und Weise, wie man sie in anderen Gemeinschaften nicht oft findet.

Die vollständige und täglich aktualisierte Liste der teilnehmenden Webseiten, Blogs und Veranstaltungen wird in einem Auftaktbeitrag auf der Webseite des Airship Ambassadors veröffentlicht werden:

http://airshipambassador.wordpress.com

Für mehr Informationen bitte Kevin Steil (Kevin at AirshipAmbassador punkt com) kontaktieren (Englisch)

Klingt spannend, nicht wahr? Auch mehrere Deutsche Blogs und Webseiten machen bereits mit, so unter anderem

Aber es können noch mehr werden! Machen sie mit!

Sie haben kein eigenes Blog oder eine Website? Kein Problem! Wir vom Clockworker möchten hiermit quasi einen

“Call for Papers”

ausrufen und Sie, werte Mitreisende darum bitten uns einmal als Gastautoren zu erzählen, was sie am Steampunk so faszinierend finden, welche (internationalen) Erfahrungen sie gemacht haben, eine tolle Buch/Film/Spiel/etc. Empfehlung oder einfach einen Bericht vom letzten Stammtischtreffen. Es steht Ihnen völlig frei, was Sie schreiben wollen. Frei nach dem Motto: Was Sie als Steampunk interessiert, interessiert auch andere Steampunks!

Schicken Sie Ihre Beiträge einfach an  redaktion at clockworker punkt de Wir freuen uns über Ihre Einsendungen!

Während dem Steampunkmonat werden wir Sie natürlich auch über die anderen Projekte informiert halten. Seien Sie also gespannt und vor Allem: MACHEN SIE MIT!

Mit Volldampf in 2014

Durch eine Raum-Zeit-Anomalie verspätet, aber um so herzlicher: Ein erfolgreiches 2014!

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