Das neue Abney Park Album: Wasteland

Abney Park ist eine der wohl bekanntesten Steampunk-Bands weltweit. Um 1998, als Steampunk nur wenig bekannt war,  startete die von „Captain“ Robert Brown gegründete Band im Gothic Bereich. Mittlerweile hat die Band bereits 19 (!) Alben veröffentlicht und darüber hinaus eine DVD, drei Steampunk Romane sowie ein passendes Rollenspiel/Brettspiel. Ab 2005 schwenkte Abney Park um auf Steampunk und ist damit eine der „dienstältesten“ Bands in diesem Genre. Die Band selbst beschreibt ihre Musik inzwischen als eine Mischung aus Gypsy Rock, EDM, Electro Swing, Industrial Dance und Western.

Ich möchte nun das neue Album „Wasteland“ vorstellen – was übrigens soviel bedeutet wie „Ödland“ oder auch „(Industrie-)brache“.

copyright: Abney Park und Fadewood Studios

copyright: Abney Park und Fadewood Studios

Das überwiegend elektronisch-rockig gehaltene Album beginnt mit dem dystopischen Song „The clone factories“, welcher eine düstere Sci-Fi Geschichte erzählt.

Das darauf folgende „Wasteland Warrior“ könnte man mit seiner (post-)apokalyptischen Atmosphäre als Motto-Song für das gesamte Album betrachten.

„Out of darkness“ ist eher optimistisch, das heißt es zum Beispiel: „It’s not the time to feel sad (…) so let’s stop complaining“.

Im melodiösen „Witch hunt“ wird eine Hexenjagd beschrieben, die sich im übertragenen Sinn auch auf die heutige Gesellschaft anwenden lässt.

„Walls“ klingt schon fast nach Industrial-Rock und das passt auch recht gut zum Thema des Songs, welcher eine eher heruntergekommene Stadt beschreibt.

Das melancholische „Fell to my knees“ hat ein Country/Western-Feeling, ebenso „Hired gun“, in dem ein Antiheld wie aus dem Wilden Westen beschrieben wird.

„Minnie the Moocher“ ist eine solide, eingängige Coverversion eines Jazz-Songs von Cab Calloway und seinem Orchester aus dem Jahr 1931 – Vorsicht, hier besteht Ohrwurmgefahr.

„Proteger tus suenos“ (spanisch für „Beschütze deine Träume“) ist halb auf englisch, halb auf spanisch gehalten. Hier geht es im Text darum, den eigenen (Lebens-)Träumen zu folgen und diese nicht zu verraten.

Das eher zurückhaltend-sanfte „The prayer“ beschreibt verschiedene positive Eigenschaften, welche aufeinander aufbauen, darunter Freundlichkeit, Sicherheit, Liebe und Mut.

Der Abschluss-Titel „Away from the things of man“ beginnt und endet mit Naturgeräuschen. Dieser Song ist lebhaft-fröhlich, fast reggaemäßig, und zugleich sehnsüchtig. Auch hier besteht – vor allem beim im Chor gesungenen Refrain – ernsthafte Ohrwurmgefahr.

Hier ein Video zu Wasteland (weitere finden sich auf demselben Kanal):
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Die Webpräsenz von Abney Park:
http://www.abneypark.com

Ein Streifzug durch die deutsche Steampunkszene - Das große Steampanoptikum

Unsere Autoren Clara Lina Wirz (Ayra Leona) und Alex Jahnke (Captain Serenus) haben im vergangenen Jahr ihr Gemeinschaftsprojekt „Das große Steampanoptikum – eine fantastische Reise quer durch die Welt des deutschen Steampunks“ bei der Edition Roter Drache veröffentlicht. Seitdem haben sie es schon auf verschiedenen Veranstaltungen und Conventions präsentiert.

copyright: Edition Roter Drache. Foto: A. Zeichnerin

copyright: Edition Roter Drache. Foto: A. Zeichnerin

Aus meiner Sicht ist dieses Buch gerade für Einsteiger in die Steampunk-Szene oder generell Interessierte sehr gut geeignet, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. In einleitenden Essays wird sich der Frage angenommen, was denn Steampunk nun eigentlich genau ist – ohne ihn abschließend oder in engen Grenzen zu definieren. Auch die verschiedenen Subgenres werden näher beleuchtet.

Die Schwerpunkte des 176-seitigen Buches liegen auf Makern, Musik, Mode sowie Filmen/Webserien und lokalen Steampunk-Gruppen. Die meisten der hier erscheinenden kreativen Köpfe stellen sich selbst vor, so dass hier ein vielseitiges Sammelsurium entstanden ist. (Natürlich konnten aber nicht alle kreativen Steampunks aus den verschiedenen Bereichen und dem deutschsprachigen Raum vorgestellt werden, sondern es wurde eine Auswahl getroffen.)

Zwischengestreut sind fünf Steampunk-Kurzgeschichten, von Martin Riesen, Anja Bagus, Thorsten Küper, Christian Reuter und Andreas Schöpe. So wird auch dem literarischen Genre des Steampunk Rechnung getragen.

Besonders hervorheben möchte ich auch die originelle visuelle Gestaltung dieses Buches, welche dem Anspruch eines Panoptikums voll gerecht wird – dieser Begriff steht ja unter anderem für Kuriositätenkabinette.

Es ist ein Hardcover-Buch im Format Din A4 und jeder Bereich des durchgehend farbigen Werkes ist anders gestaltet – mit ornamentalen Rahmen verziert oder Zahnrädern, mit historischen Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert, vor allem aber mit zahlreichen farbigen oder auch historisierend-sepiafarbenen Abbildungen. Letztere nehmen teilweise auch wie in einem Bildband eine ganze Seite ein, damit auch alle feinen Details genau erkennbar sind. Das Titelbild selbst erinnert an alte ledergebundene Bücher. Eine aufgenietete Platte mit einer Art integrierten Photo- oder Kameralinse gibt den Blick frei auf – wie könnte es anders sein? – ein Uhrwerk.

Das einzige, was hier fehlt, ist die bildende Steampunk-Kunst. Allerdings sind entsprechende Künstlerinnen und Künstler zumindest in Deutschland eher rar, und vermutlich hätte es auch den Rahmen dieses Buches gesprengt, noch eine weitere Kategorie einzuführen.

Die Verlagsseite des Steampanoptikum:
http://www.roterdrache.org/cms/backlist/n-s/das-grosse-steampanoptikum/

Wave Gotik Treffen 2016

Das Wave Gotik Treffen in Leipzig hat sich über die Jahre zu einem festen Termin im Kalender der Steampunk-Szene entwickelt, das seinen Höhepunkt auf dem Steampunk-Picknick (FB-Link) am Samstag feiert. Von anfänglich eine Handvoll Teilnehmer im Park neben der Moritzbastei, treffen sich mittlerweile weit über 300 Steampunker aus aller Welt.

 

Das diesjährige WGT findet über Pfingsten vom 13.5.-16-5 statt, unter den bisher bekannt gegebenen Künstlern konnten wir bereits Coppelius ausmachen, die ein weiteres Highlight des WGTs in Sachen Steampunk werden dürften.

Amnistia (D) – Artwork (D) Konzert zum 30. Jubiläum – Bifröst (A) – Biomekkanik (S) – Blitzmaschine (D) – Chainreactor (D) – Christ Vs. Warhol (USA) – Christine Plays Viola (I) – Cinema Strange (USA) weltweit exklusives Konzert 2016 – Coppelius (D) – Crematory (D) Konzert zum 25. Jubiläum – Culture Kultür (E) – Darkhaus (D/USA) – Darkher (GB) – Das Ich (D) – Destin Fragile (S) – Deutsch Nepal (S) – Diary Of Dreams (D) – Die Krupps (D) – Die Wilde Jagd (D) – Gernotshagen (D) – Girls Under Glass (D) 80er-Originalbesetzung – Gothminister (N) – Grausame Töchter (D) – Hante. (F) – Har Belex (E) – In The Nursery (GB) Konzert zum 35. Jubiläum – Kauan (RUS) – Kuroshio (FIN) – Kyoll (D) – Lament (D) – Leather Strip (DK) – Legend (IS) – Machinista (S) – Mesh (GB) – Näo (F) – Nekromantix (DK) – Neuroticfish (D) – Nullvektor (D) – Peter Yates (GB) – Reaper (D) – Siechtum (D) exklusives Konzert zur Wiedervereinigung – Signal Aout 42 (B) – Sigue Sigue Sputnik (GB) – Suicide Commando (B) – Supersimmetria (D) – Tanz Ohne Musik (RO) – The Deadfly Ensemble (USA) – The Underground Youth (GB) – Tragic Black (USA) – Triarii (D) – Unzucht (D) – Winter Severity Index (I) – Winterkälte (D) Konzert zum 25. Jubiläum – XTR Human (D) –

Quelle – Stand 12.1.2016 – Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert

Das Debutalbum der Steampunk Stompers: Swamp steam

copyright: Mark Pettey Music

copyright: Mark Pettey Music

Die Mitglieder der amerikanischen Band „The Steampunk Stompers“ sind alle langjährig erprobte Livemusiker und verfügen über ein breites Repertoire an Instrumenten, darunter Violine, Trompete, Banjo, Ukulele, Gitarre, Tuba, Posaune und eine Eigenkreation namens Steamaphone. Gegründet wurde die fünfköpfige Band aus Florida von Dr. Robere DeGraf (alias Mark Pettey). Ihr Heimatstaat ist ja unter anderem für seine Sümpfe und die dort lebenden Alligatoren bekannt, und dies findet sich auch wieder im Titel des Albums – Swamp („Sumpf“) und im Motiv der Alligator-Silhouette auf dem CD-Cover.
Swamp steam präsentiert 10 überwiegend instrumentale Songs, denen man viele historische Wurzeln deutlich anhört, darunter Ragtime, Swing und Folk.

Der Titelsong „Swamp Steam“ wirkt eher melancholisch, während in anderen Songs eine gehörige Portion Humor zu finden ist, so in „When pigs learn to fly“ („Wenn Schweine fliegen lernen“) mit der Liveatmosphäre eines Pubs, oder auch im Video zu „Chap hop“:
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„Hector the hero“ erinnert an schottischen/irischen Folk der epischen Art. Das heitere „A Bale Ndikuwuzeni“ hat Ohrwurm-Potential, ebenso der „Slow Gator Rag“. In „Steampunk Stomp“ wird von den Freuden der Luftschifffahrt berichtet und der „Waltz No. 1“ erinnert mit seinem Akkordeon an traditionelle französische Musik. Die abschließende „Time Lord Suite“ ist nicht nur dem Titel nach eine Verneigung vor Doctor Who, sondern auch in ihren Science-Fiction Klängen.

copyright: Mark Pettey Music

copyright: Mark Pettey Music

Die Bandmitglieder, von links nach rechts: Gov. Thaddeus Ratamacue, Esq., Baroness Adeline, Dr. Emil Profundy,
Dr. Robere deGraf und Mssr. Swillington Plectrum.

Die  Website der Band:
http://www.steampunkstompers.com

 

Metal-Songs im Stil der 1920er - Daniel Malheurs Heaven and Hell Orchestra

Das ist mal was anderes…
Metal Songs von AC/DC, Van Halen, Black Sabbath, Metallica und anderen Bands in Coverversionen von Daniel Malheur und seinem HEAVEN AND HELL ORCHESTRA. Dieses furiose Orchester klingt so, als hätte es den Clubs der  Goldenen Zwanziger Jahre gründlich eingeheizt.

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Das HEAVEN AND HELL ORCHESTRA, ein Nebenprojekt von Herrn Malheur, wurde schon vielfach live aufgeführt, mit Gesang von Daniel Malheur, Piano von Dirk Bewig, Bass von Kaspar Loyal,  sowie Agata Pontius an der Violine und Stoppel Eggert am Schlagzeug.

Nun soll in einem Crowdfunding Projekt bei Startnext auch eine CD dazu entstehen, mit dem schaurigen Titel „MEPHISTOPOLIS – the incredible Songbook of Charles T. Goodhill“. Geplant ist eine Auflage von 1000 Stück.

 

Daniel Malheur @ Viona's Victorian Village

Daniel Malheur auf Viona’s Victorian Village, Leipzig im Mai 2015 ,
Photo copyright: Ayra Leona

Herr Malheur schreibt dazu: „Das HEAVEN AND HELL ORCHESTRA ist als ‚Seitensprung‘ zu verstehen. Nach 20 Jahren MonokelPop wollte ich musikalisch mal etwas anderes machen und trotzdem den 1920ern verbunden bleiben.

Eine Hommage an die Idole meiner Jugend. …ich bin Geschichtenerzähler, und dies ist meine neue Geschichte:

Berlin 1929: Im HIMMEL & HÖLLE, einem berüchtigten Vergnügungsetablissement im dekadenten Berliner Westen, feierte der britische Jazzmusiker und Komponist Charles T. Goodhill mit seinem Orchester in der Zeit der weltweiten Depression Ende der Weimarer Republik große Erfolge. Ihm wird nachgesagt, er sei das Oberhaupt eines sektenartigen Geheimkultes gewesen. Abend für Abend habe er ein williges Auditorium in ein verborgenes Hinterzimmer des Etablissement geladen, um dort schwarze Messen abzuhalten und seine Anhänger mit seiner Musik zu betören. Goodhill galt in okkulten Kreisen als Meister der sogenannten ‚Schweren Musik‘, in deren Texten die dunkle Seite der Seele, das Böse im Allgemeinen und Satan im Speziellen thematisiert wurde.“

Das klingt in der Tat nach Metal vom Feinsten…

Im Frühjahr 2014 hat Herrn Malheur übrigens dank seinen Fans bereits ein CD-Projekt namens „Die Susi bläst das Saxophon – Monokelpop at its best“ erfolgreich finanzieren können. Der Clockworker drückt nun die Daumen für die geplante neue CD mit dem HEAVEN & HELL ORCHESTRA. Das Projekt läuft noch bis 9. Februar 2016

Daniel Malheurs Seite im Netz:
http://www.daniel-malheur.de/

Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

12140901_10153775428914497_7832326468574426187_oWas für ein Abend!

Nachdem man sich nun so langsam wieder sammeln konnte, möchten auch wir die Chance nutzen, von der Premiere der (nach eigenen Angaben) weltersten Steampunk – Oper „Klein Zaches genannt Zinnober“ der Berliner Band Coppelius und Regisseur Sebastian Schwab im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen am 14. November zu berichten.

Nicht zuletzt deswegen, weil sie den Steampunk in die Köpfe der Leute bringt, die bislang nichts damit zu tun hatten, hat sie eine gewisse Wichtigkeit.

Normale Konzertkritiken flattern nach und nach immer mehr durchs Netz (eine kleine Auswahl befindet sich am Ende des Artikels), deswegen werde ich meinen Bericht auf den Steampunk-Anteil und meine persönlichen Eindrücke fokussieren.

Weiterlesen Opernpremiere: Klein Zaches, genannt Zinnober

Montague Jacques Fromage und sein SteampunkFunk Bizarre

Foto copyright: Vladimir Chopine

Foto copyright: Vladimir Chopine

SteampunkFunk Bizarre – dahinter steht Montague Jacques Fromage aus Manchester Township, New Jersey (USA). Seine Musik ist sehr vielseitig, durch Funk Backbeat meistens tanzbar und mit seinem Alter Ego LMJ3 bringt er sogar „viktorianischen Rap“ auf die Bühne. Monty, wie ihn seine Freunde und Fans nennen, ist häufig zu Gast auf Steampunk Conventions, aber auch vielen kleineren Events in den USA, Großbritannien und Europa.

Die „Steampunk Chronicles“ kürten ihn als „Person to watch 2013“ („Person, die man beobachten sollte“). Montys Programm wird ergänzt durch gelegentliche Stand-up Comedy, auch ist ihm die Beteiligung des Publikums sehr wichtig. Selbst den nicht Eingeweihten werden auf diese Weise die Qualen eines Steampunk Zeitreisenden deutlich gemacht, der in unserer heutigen, hektischen Welt gefangen ist…

Monty stand bereits auf den Bühnen großer Steampunk Conventions in den USA, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg, darunter Steampunk World’s Fair, Teslacon, AnachroCon, SaltCity Steamfest, WickedFaire, Alt-Fest, Asylum, Steampunk Summer Solstice, Aetherfest, Emporium Vernesque, Nox Victoriana Judicio und das Aethercircus Festival.

Er ist außerdem gemeinsam aufgetreten mit Steampunk Legenden wie Professor Elemental, Abney Park, Voltaire, Unwoman, Frenchy and the Punk, Dale Rowles von BB Blackdog, Metropolis, Gladstone und BirthRite.

Interview
A.Z.: Geschätzter Herr, wie soll ich Sie anreden? Lord Monty? Monsieur Fromage? Oder haben Sie andere Vorlieben?

M. J. F.: Monty ist in Ordnung.

A.Z.: Wie lange sind Sie schon im Musikgeschäft unterwegs?

M. J. F.: Auf die eine oder andere Weise schon seit vielen Jahren…Auftritte mache ich seit etwa 5 Jahren.

A.Z. Üben Sie noch einen anderen Beruf aus?

M. J. F.: Ich habe keinen weiteren speziellen Beruf in dem Sinne. Ich muss dazu sagen, dass ich weder unabhängig wohlhabend bin noch lukrative Investitionen mit astronomischen Dividenden mein Eigen nenne. Ich lebe seit Jahren schon recht genügsam.

A.Z.: Was fasziniert Sie am meisten am Steampunk?

M. J. F.: Mehrere Dinge…zum Beispiel, wie er gewachsen ist. Langsam, aber beständig. Die Tatsache, dass obwohl manche bestrebt sind, ihn zu definieren oder in Schubladen zu stecken, er sich gegen solche Fesseln wehrt und auch sich auch weiterhin einbringt oder neu bildet in anderen Genres und Szenen. Auch die Tatsache, dass es sich nicht um eine reine Jugend-Szene handelt – im Gegenteil, es scheint, dass viele Erwachsene (junge und nicht mehr ganz so junge) den Look und die Kultur des Steampunk immer mehr annehmen und wertschätzen. Außerdem ist Steampunk sehr inklusiv – fast jeder kann sich damit beschäftigen und sich einbringen, und so wächst die Szene weiter.

A.Z.: Sie verbringen viel Zeit „on the road“ und im Ausland, besuchen viele Steampunk Conventions, Festivals und andere Veranstaltungen. Sie singen über Ihre Erfahrungen in dem ironischen Song „Steampunk is dead“. Bei welcher Veranstaltung werden Sie als nächstes auf der Bühne stehen?

M. J. F.: An diesem Wochenende bin ich auf „A Splendid Day Out“ in Morecambre, UK… Ich werde dann Ende Oktober in Whitby sein, danach erst mal bis Mai 2016 wieder in den USA. Anfang Juni reise ich nach Neuseeland und danach wieder nach UK und Europa.

A.Z.: Sprechen wir über Ihre funkige, humorvolle und manchmal bizarre Steampunk Musik. Woher kommen Ihre Inspirationen?

M. J. F.: Wenn ich Songtexte schreibe, versuche ich die alltäglichen Probleme und Herausforderungen des viktorianischen Lebens einfließen zu lassen….ich tendiere auch dazu, ein Geschichtenerzähler zu sein. Deshalb gibt es in meinen Songtexten meistens hier und da historische Bezüge.

A.Z.: Und wie würden Sie Ihre Musik jemandem beschreiben, der sich mit Steampunk gar nicht auskennt?

M. J. F.: Die Texte selbst sind meistens selbsterklärend, auch wenn sie eine „viktorianische Basis“ haben. Einfach Geschichten mit einem Funk Backbeat. Meistens ist ein ironischer Humor mit darin, das macht das Ganze lebendiger.

A.Z.: In meinen Ohren klingt Ihr Lied „Edison or Tesla“ wie historisches Edutainment. Wie haben Zuhörer – Fans oder auch nicht – darauf reagiert?

M. J. F.: Auch das ist Geschichte. Um es einfach zu sagen: Tesla wurde als Angestellter von Edison ausgebeutet. Edison hat die Ideen, Erfindungen und Konzepte seiner Angestellten übernommen und seinen eigenen Namen darauf gesetzt, sich das dann patentieren lassen. Es war und ist nicht nett, aber Geschäft ist wohl Geschäft, schätze ich…

Die Reaktionen meiner Zuhörer? Die meisten Steampunks begreifen, dass Tesla ein Genie war und dass Edison das ausgenutzt hat (und so hat Tesla letztendlich Edisons Labor verlassen und eigenständig gearbeitet…unglücklicherweise hat er wie die meisten genialen Menschen in einer ganz eigenen Welt für sich gelebt und nie ganz begriffen, wie wichtig seine Forschungen waren.)

A.Z.: Sie gehen manchmal auf Tour mit Dale Rowles von BB Blackdog. Sie hatten ein Cameo in einer Steampunk Parodie auf “Gangnam style”. Gibt es weitere Musiker oder Künstler, mit denen Sie kollaborieren? Oder Pläne für die Zukunft in dieser Hinsicht?

M. J. F.: Ich habe einige Projekte, die gerade am Gedeihen sind…am weitesten fortgeschritten ist zur Zeit ein Film von Brian Michael Finn – eine Neuverfilmung von „Die Reise zum Mond“ mit einem Twist, in dem der amerikanische Bürgerkrieg eine Rolle spielt…

A.Z. Das hört sich spannend an…Kommen wir zu einem anderen Thema: Haben Sie einen Kostümdesigner für Ihre außergewöhnlichen Outfits oder gestalten Sie diese selbst?

M. J. F.: Meine Kleidung/Gewandung (ich nenne das, was ich trage ungern „Kostüm“) besteht im Großen und Ganzen aus dem, was ich finde und was mir gut gefällt. Manches ist kommerziell, von der Stange, aber ich neige dazu, das was ich finde, zu „personalisieren“, damit es ein bisschen von mir selbst wiederspiegelt. Manche Dinge designe ich selbst, z.B. gestalte ich alle meine Goggles selbst. Das ist eine Hommage an meine alten „Maker-Tage“.

A.Z.: Was ist Ihr Lieblingstee für Tee-Duelle?

M. J. F.: TEE? Ich bin Amerikaner :) Ich bevorzuge „Coffee Jousting“ [Anmerkung: das könnte man übersetzen mit „Kaffee-Turniere“ oder „Kaffee-Tjosten“]…aber mal im Ernst: Ich mag’s gern stark, ohne Aromen und irgendwelche Zusätze. Einen guten starken schwarzen Tee, so was finde ich prima.

A.Z.: Sie engagieren sich für einen neuen Steampunk Trend, der sich Teapot Racing (Teekannen-Wettrennen) nennt. Bitte erzählen Sie uns ein wenig darüber.

M. J. F.: Das wunderbare Teapot Racing wird mehr und mehr DER Steampunk Sport schlechthin. Teapot Racing stammt aus Neuseeland und wurde entwickelt von Simone Monty. Es hat sich rasant ausgebreitet über Europa und die USA. Kurz gefasst, geht es dabei darum, einen steuerbaren kleinen RC Rennwagen zu gestalten, auf dem sich eine Teekanne befindet. Dieser muss dann durch einen vorgeschriebenen Kurs mit Hindernissen gesteuert werden, in einer vorgegebenen Zeit. Das mag sich einfach anhören, aber glauben Sie mir, das ist es nicht.

A.Z.: Haben unsere Leser eine Chance, Sie im nächsten Jahr auf einem Konzert in UK oder Europa zu erleben?

M. J. F.: Ich arbeite noch an meinem Tourplan für UK und Europa 2016. Ich werde auf jeden Fall auftreten auf dem Phoenix Alternative Festival in Llanfyllan, Wales. Es ist ein phantastisches, dreitägiges Festival mit Steampunk Gästen aus Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg und Großbritannien. Ich würde mich freuen, auf dem Aethercircus Festival in Deutschland auftreten zu können, doch es kann sein, dass ich zeitgleich Verpflichtungen in den USA habe. Das wird die Zeit zeigen. Als Tipp für Fans, ich poste alle meine Auftritte vorab auf meiner Facebook Seite.

A.Z.: Was war bisher Ihr größter Erfolg, wenn Sie uns diesen verraten mögen?

M. J. F.: Hmmm…mein größter Erfolg….hmmm….ich denke, mein größter persönlicher Erfolg ist es, meinem Publikum ein wenig Vergnügen und Unterhaltung zu bescheren. Ich genieße den persönlichen Kontakt mit den Zuschauern sehr. Zusätzlich erfreut es mich, von allen, denen ich begegne, etwas zu lernen. Wir sind alle einzigartig und das bedeutet mir sehr viel.

A.Z.: Vielen Dank für das Interview, Monty.

M. J. F.: Vielen Dank ebenfalls.

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Steampunkfunk Bizarres musikalische Werke zum Anhören und weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.reverbnation.com/steampunkfunkbizarre

Die Aetherpräsenz:
http://www.steampunkfunkbizarre.com/

Bei Facebook:
https://www.facebook.com/steampunkfunkbizarre
https://www.facebook.com/montaguejacques.fromage

Eilmeldung! Noch heute und morgen: Festival der Liebe

Gestern ging es bereits los: Das Festival der Liebe (kurz FdL) der Brennenden Buchstaben in Second Life. Aber heute und morgen geht es noch weiter: Mit Lesungen, Ausstellungen, Comedy und vielem mehr wartet das Kulturfestival in der virtuellen Welt von Second Life.

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Heute abend gibt es z.B. Steampunk von Anja Bagus, aber auch Krimi, Fantastik und vieles mehr. Der gesamte Leseplan ist hier einzusehen.

Und das Beste ist: Das gesamte Programm könnt ihr gemütlich von zu Hause genießen. Das die Athmosphäre dabei nicht zu kurz kommt, beweisen die fleißigen Kulissenbauer.

Wie das Ganze funktioniert und wo ihr genau hin müsst, erfahrt ihr bei Kueperpunk.
Dort findet ihr auch Screenshots, Berichte und weitere Ankündigen des Events. Wer also heute und morgen noch nichts vorhat, dem sei dieses Event, wärmstens ans Herz gelegt.

 

(Es lohnt sich aber auch sonst die Brennenden Buchstaben im Auge zu behalten, denn das FdL ist nicht das einzige Second Life Event, dass sie organisieren.)

Ein schönes Wochenende
Wünscht AyraLeona

Ankündigung: Elfia Arcen 2015

Elfia LogoIn 10 Tagen öffnet das magische Königreich Elfia seine Tore wieder für alle Fantasy und Science Fiction Begeisterten. Mit fast 80% gewandeter und kostümierter Gäste ist die Elfia ein wahrer Augenschmaus. Die Schlossgärten von Arcen bei Venlo bieten mit ihrer abwechslungsreichen Gestaltung genau die richtige Kulisse für die verschiedensten Spielarten aller fantastischen Genres. Endzeit, Mittelalter, klassische Fantasy, Science Fiction, Piraten; alles findet seinen Platz auf der Landkarte.

Ein buntes Programm aus Konzerten, Lesungen, Body Painting, Theater Shows, Work Shops, Stargästen und Co unterhält die Gäste und lässt den Besuch zu einem kurzweiligen Vergnügen werden.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren ist Steampunk 2015 nur recht spärlich vertreten: Das Regiment Anachronistischen Grenadiere wird Nerfkämpfer ausbilden, bei Alice und Kate bekommt man frisches Popcorn aus der Steampopmaschine. Außerdem wird am Sonntag Drachenflug auf der Elfia Stage auftreten.

Nichts desto trotz werden aber mit Sicherheit viele Gäste in Steampunk Outfit anzutreffen sein, sodass es genügend Dampfkraft vor Ort geben wird. (Man munkelt das Wupperdampf Laboratorium und die Steampunk Expeditionsgesellschaft planen einen gemeinsamen Ausflug.)

Mehr Infos zum Programm, Anreise, Parke, etc. finden sich auf der Homepage der Elfia.

Tagestickets gibt es für rund 20€, Wochenendtickets ausschließlich im Vorverkauf für rund 35€ hier zu kaufen. Tageskasse ist etwas teurer.

Tales of Nebelheym - Chapter 1: A Wanderer's Heart

Viel zu lange liegt es schon auf meinem Schreibtisch, „A Wanderer’s Heart“. Das erste komplette Album der Stuttgarter Band Tales of Nebelheym. Wir berichteten bereits über sie und ließen uns beantworten, warum sie ihre Musik in das Steampunk Genre einordnen. Die Antwort gibt aber am besten die Musik selbst. Doch dazu später.

Auf meinem Tisch liegt CD im klassischen Digipack mit vierzehnseitigem Booklet, welches alle Liedtexte und eine kleine Einleitung in die Welt von Nebelheym enthält. Auffallend symphatisch ist die gesamte Gestaltung und die Zeichnungen der CD, denn die stammen von Matse, dem Violinisten der Band.

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„A hundred years and more have passed since the strangers anchored on the coast of the port city of Barvak. Our lives to a decisive turn today. Their ships did not rely on the power of the wind and waves, they were driven by fire and steam. The technology that was given to us influenced our economy, our social lives, and even our music…“

So beginnt die Reise durch Nebelheym und seine Geschichte. Die Geschichte des „Wanderers“, der aufbricht, um die Welt als stiller Beobachter zu erkunden und nieder zu schreiben was er sieht, die „Tales of Nebelheym“. Eine Welt in der die Dampfkraft erst seit einiger Zeit Fuß gefaßt hat und noch nicht überall angekommen ist. Eine Welt, die sich im Umbruch befindet und in der sich ihre Bewohner erstmal mit den neuen technischen Errungenschaften vertraut machen müssen.

Sämtliche Lieder auf der CD sind handgemacht. Sowohl die Musik als auch die Texte stammen aus den Köpfen und Fingern der Bandmitglieder. Sie erzählen nicht nur von dampfenden Maschinen, drehenden Zahnrädern, oder wie verraucht alles ist, sondern sie erzählen Geschichten von Menschen und Städten, die der Wanderer auf seiner Reise trifft. Sie sind Teil einer Chronik, die noch weitergeschrieben werden muß.

An dieser Stelle möchte ich einen zwei Jahre alten Tweet der großartigen Künstlerin Unwoman ausgraben, denn genau diesem Wunsch haben „Tales of Nebelheym folge geleistet“

 


 
Vergleiche ich „A Wanderer’s Heart“ mit der Demo CD „Prequel“ hat sich nochmal einiges getan. Es kamen neue Gesangsparts hinzu und manche wurden erneut eingesungen. Alles klingt runder und solider. Die CD bekam nochmal einen ordentlich Mix-down und hat einiges an Qualität zugelegt. Man merkt, daß viel Arbeit darin steckt von Leuten die ihr Handwerk verstehen.

Auf der Platte hört man bis auf den E-Bass keine elektrischen Instrumente. Whistles, Violine, Gitarren, Purcussion und das Akkordeon sind alle „akkustisch“ und erzeugen trotzdem genug Druck, der einen feiern lassen kann ohne die E-Gitarre zu vermissen. Wie schon damals im Interview erwähnt, ist keiner der Musiker ein wirklich unbeschriebenes Blatt. Sie alle haben schon Erfahrung in anderen Bands gesammelt, was der Qualität der Musik durchaus zu Gute kommt. Ich persönlich sehe die Komposition der Lieder als eine der Stärken der Band an. Kein Lied klingt wie das andere, jedes ist auf seine Art und Weise markant. Man begnügt sich nicht mit simplen Strophe – Refrain Schemata sondern packt noch mindens mal Intro, Zwischenspiel und Outro dazu. Das gefällt.

Insgesamt finden wir auf der CD zwölf Lieder mit einer Gesamtlaufzeit von rund vierzig Minuten.

The Fiddler eröffnet die Platte und zeigt mit einem schnellen Reel erstmal, wohin die Reise geht… Nach vorne…

Warden of the City ist eine der Geschichten aus der Stadt. Der Alltag des Wächters, der auf seinem Turm steht und alles im Auge behält, während die Diebe versuchen, im zu entgehen.

Choices erzählt von einem jungen Mann, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich als Soldat in die Welt hinaus macht.

Der Sailorman’s Chant überzeugt einen Jungen, mit auf den Meeren zu segeln und den Wind im Gesicht zu spüren. Raise your glass! Hooray!

Come and Dance in der Kneipe, zwanzig Meilen von Landeron. Singen, trinken, tanzen und Geschichten erzählen.

Wanderer’s Heart erzählt die Geschichte des Wanderers selbst.

Thieves sind die, die der Warden of the City nicht erwischt. Unentdeckt durch die Nacht, raubend und mordend. Es werden nie weniger…

Fly away my dear… Der dampfbetriebene Kompass, der dem Wanderer auf seiner Erkundung immer wieder den Weg weist.

Shelter and Bane. Wenn eine Melodie der letzte Halt in einer Welt ist…

In Nebelheym’s Past singt der Wanderer von seiner Vergangenheit und seiner Zukunft.

Gimme some Beer genau wie der Fiddler gibt dieses Lied die Richtung vor… Geradeaus! Diesmal in die Taverne!

 

Alles in allem eine sehr gelungende CD. Ich weiß nicht, wie oft ich sie schon gehört habe, aber ich weiß werde es sicher noch öfter tun. Eine klare Empfehlung für Liebhaber von gut gemachter, folkiger Musik, die Geschichten zu erzählen hat.

Ich muß allerdings sagen, auch wenn mir die CD wirklich gut gefällt, ihren wahren Trumpf spielen „Tales of Nebelheym“ auf der Bühne aus. Sie sind einfach eine Band, die zwar im Studio überzeugt, aber auf der Bühne zu Hause ist.

Kaufen könnt ihr die CD direkt im Shop ihres Labels Pangalactic Records.

Ich freue mich jetzt schon auf die neue Platte und verspreche, nicht erst rund zehn Monate später darüber zu schreiben!

 

Steampunk auf der Kieler Woche?

Die Band La Frontera Victoriana, die sich selbst als erste Steam Rock Band Deutschlands bezeichnen, haben es ins Onlinevoting des NDR um den Titel „Schleswig-Holstein Hammer 2015“ geschafft.

Im Vorentscheid in der Stadthalle Neumünster haben sie es aus 30 Teilnehmern unter die ersten 17 geschafft, die sich noch bis zum 16. Juni 2015, 12.00Uhr dem Voting auf der Homepage des NDR stellen. Die 8 meistgewählten Bands, werden beim Hammer-Finale am 23. Juni auf der Kieler Woche auftreten und um den Titel „Schleswig-Holstein Hammer 2015“.

Unter der Startnummer 28 könnt ihr nun die Steampunk Rocker unterstützen und sie auf die NDR -Bühne der Kieler Woche bringen.

Mehr über die Band, die bereits seit 2004 Gigs spielt, erfahrt ihr auf ihrer Aetherpräsenz, im Gesichtsbuch oder auf Youtube.

La Frontera Victoriana

 

Welterste Steampunk Oper

Coppelius_Opern_FlyerUnd schon wieder gibt es Neuigkeiten von Coppelius. Die Berliner Band gab heute bekannt, dass es ab Herbst im Gelsenkirchener Musiktheater (MiR) die welterste Steampunk Oper zu sehen geben wird. Auf der Seite des MiR finden sich dazu folgende Infos:

Ein ungewöhnliches Projekt für einen klassischen Opernbetrieb und eine Her(t)zensangelegenheit für die kreative Schmiede des Musiktheater im Revier!
Bereits seit 2012 existiert der Plan, gemeinsam mit der Berliner Band „Coppelius“, deren Mitglieder allesamt Abgesandte des romantischen 19. Jahrhunderts sind, ein Opernprojekt der besonderen Art auf die Bühne Gelsenkirchens zu bringen. Zusammen mit der Neuen Philharmonie Westfalen werden die 6 Coppelianischen Herren die Bühne in eine akustische Dampfmaschine verwandeln, die jeden in ihren Bann zieht.
Mit der phantastischen Erzählung „Klein Zaches, genannt Zinnober“ des dunklen Dichterfürsten E.T.A. Hoffmann ist die exzentrische Vorlage für eines der schlagzeilenverdächtigsten Theaterprojekte im Galileischen Weltbild gefunden und bringt nun die Theatermaschine kräftig ins Rollen.

Ab 14. November 2015 erzählen die Coppelianischen Superhelden auf ungewohnt lauten klassischen Instrumenten in Harmonie mit dem Orchester des MiR die Geschichte des missgestalteten Emporkömmlings Klein Zaches, der aufgrund eines wunderbaren Zaubers zu höchsten Ehren gelangt und damit beinah das Leben eines jungen Dichters zerstört. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall …

Lesen Sie demnächst Neues aus dem Klein Zaches-Universum!

Weitere Infos werden wohl in Kürze auf der Seite des Musiktheaters im Revier zu finden sein.

CD-Review: Coppelius - Hertzmaschine

Coppelius HERTZMASCHINE Cover1815. Herrensitz Coppelius.
Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem
Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke
zu verstärken: Die galvanische Amplifikation!
Die Rockgeschichte hat begonnen.
 
2015. Herrensitz Coppelius.
Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!
Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter:Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang.
Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber
von handgemachter Musik – Coppelius sind zurück, lauter denn je!

So wortgewaltig kündigen die Berliner Herren Coppelius ihr am 30. Januar erscheinendes Album „Hertzmaschine“ an. Der Clockworker durfte sich schon jetzt ein Eindruck des „Klanggewitters“ der fünf Herren mit Diener machen und wir wollen Ihnen nun unsere Impressionen nicht vorenthalten.*

Tracklist:
01  Tragisches Ende eines Luftpiraten
02  Der Luftschiffharpunist
03  Moor
04  Harmonie
05  Herzmaschine
06  Sternenstaub
07  Reise
08  Ein Experiment
09  Glad to be dead
10  Contenance
11  Killers
12  Es fiel ein Himmelstaue
13  Des Bettlers Traum
14  Black is the colour
15  Der Musenkuß
16  Konzert

Nicht nur das Cover des neuen Langspielers, sondern auch die Tracklist vermittelt den Eindruck, dass es im neuen Album deutlich dampfiger zugeht als bisher. (Übrigens ordnet sich die Band mit ihrer Ankündigung erstmals selbst dem Steampunk zu, das klang im Salongespräch 2013 anlässlich ihres damaligen Albums Extrablatt noch ganz anders.)

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Bereits das erste Lied „Tragisches Ende eines Luftschiffpiraten“ entführt uns hoch über die Wolken, wo es zu einer ungewöhnlichen Begegnung kommt. Auf 30 Sekunden setzen Coppelius ihre quasi-Tradition der A-cappella Stücke fort.

Auch „Der Luftschiffharpunist“ agiert in großen Höhen, kommt aber deutlich rockiger daher, so dass man fast nicht glauben mag, dass es wirklich Cello und Kontrabass sind, die da erklingen. Was hier positiv auffällt, ist das im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben besser abgemischte Schlagwerk. Leider hapert es dafür beim Gesang, dieser geht stellenweise hinter den Instrumenten arg verloren, sodass man nur dank dem wunderschön postergedruckten Booklet die Bridge vollständig verfolgen kann.
Ansonsten führt aber die dunkle, rauchige Stimme Comte Caspars gekonnt ein, in die Technik des fliegenden Ungetüms und die Arbeit des Harpunisten. Doch bei der Jagd auf Wolkenkraken (oder vielleicht doch eher „Airkrakens?“) läuft leider nicht immer alles glatt…

Dieser Song ist übrigens im in galvanischer Fassung bereits auf Amazon, iTunes und Spotify verfügbar. (Wer die MP3-Fassung vorbestellt, [Amazon / iTunes] bekommt den Luftschiffharpunisten ohne zusätzliche Kosten sofort zum herunterladen und zahlt zum Releasedatum dann nur noch den Differenzbetrag zum Album.)

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Ein Vertreter der Airkraken Gattung „Octopelius“

Auch bei „Moor“ zeigt sich die neue Elektrifizierung der klassischen Instrumente, sodass der Song über eine wunderliche Begegnung und Hilfeleistung im Sumpf ziemlich punkig anmutet mit einer kräftigen Prise Funk. Das alles inklusive Soli und starker Verzerrung, die man sonst vermutlich nur einer Gitarre zutrauen würde.

„Harmonie“ beginnt, dem Titel entsprechend, schon deutlich ruhiger. Ein Cembalo ergänzt die sonst übliche Instrumentierung aus Cello, Kontrabass, Klarinetten und Schlagzeug. Das zunächst gemächliche Tempo steigert sich im Verlauf des Liedes zu Zylinder-fliegender Geschwindigkeit, wenn wir dank Bastilles Gesang, der von Graf Lindorf ergänzt wird, herausfinden, dass die zuvor beschriebene Harmonie nicht ganz natürlich herbeigeführt wurde…

Weiter geht es mit „Herzmaschine“ und nein, das ist kein Rechtschreibfehler, diesmal ohne „t“, denn es geht um ein schlagendes Herz, eines, das sich nicht verlieben will und seine Gefühle mit Dampfkraft und Kesseldruck unter Kontrolle zu halten versucht.
Textlich ist dieses Stück sicherlich (neben dem Luftschiffharpunisten) das steampunkigste des Albums. Vielleicht liegt es daran, dass hier das Wissen der Szene, allen voran Jochen Enderlein aka Horatius Steam, mitgeholfen hat, den technischen Hintergrund zu erstellen.
Die Rhythmik erinnert an „Reichtum“ (Extrablatt, 2013), der Aufbau variiert jedoch:  Stampfendes Schlagzeug wechselt mit melodischen Klarinettenparts, teilweise unterstützt von Cembalo.

Nach diesem kraftvollen Stück folgt mit „Sternenstaub“ quasi das absolute Gegenteil. Eine traurige Ballade, in der die akustischen (unverstärkten) Eigenschaften der Instrumente ausgenutzt werden um gemeinsam mit Bastilles Gesang die Kälte des ewigen Eises heraufzubeschwören. Relativ Coppelius-untypisch gibt hier ein Klavier den Ton an.

Das nachfolgende „Reise“ wird dann wieder etwas flotter und zum Takt einer dahin rasenden Dampflokomotive zeigen hier besonders die Klarinetten ihr Können.

Rasant geht es weiter und mit „Ein Experiment“ wird ein weiteres omnipräsentes Thema des Steampunks bedient: Der verrückte Professor. Zerstreut schraubt und werkelt er, von Max Coppella vertont, an verschiedenen Erfindungen, deren Beschreibungen dem geneigten Hörer doch mehr oder weniger bekannt sein dürften. Unterstützung erhält er von einem Assistenten. Wer beim Castlefest 2014 dabei war, dem dürfte die Stimme von Baron von Ede bekannt vorkommen, die da immer wieder erklingt und den Professor vor dem Schlimmsten bewahrt. Leider kommt er nicht immer rechtzeitig, sodass das Lied ein sehr abruptes Ende findet.
Musikalischen wie textlich ist „Ein Experiment“ durchaus auf der humorvollen Seite zu finden, ähnlich wie „Gumbagubanga“ (Zinnober, 2010).

Castlefest 2014-14

Baron von Ede auf dem Castlefest 2014

Ernster und auch härter wird es danach mit dem ersten der drei englischsprachigen Titel des Albums „Glad to be dead“. Hier wird sich wieder einmal auf die langjährige Geschichte der Band berufen (s.o.)  und die „gute alte Zeit“ besungen, sodass die Zeitgenossen der Herren, die mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, froh sein können, bereits tot zu sein. Bei näherer Betrachtung des Besungenen merkt man jedoch schnell, dass nicht alle Änderungen wirklich schlecht sind, auch wenn die Kritik des ständigen Wettbewerbs und der steigenden Überbevölkerung natürlich berechtigt sind.

Da kann einen schon mal die Wut packen. Dann ist das sich Mantra-artig wiederholende „Contenance“ genau das Richtige um die Haltung zu bewahren oder zurückzuerlangen. Auch hier zeigen Coppelius ihr Können im Bereich des mehrstimmigen Gesangs.

Nachdem die Gemüter sich ein wenig beruhigen konnten, lässt der nachfolgende Song das Blut wieder hochkochen. Es gilt als allgemein bekannt, dass die Jungs von Iron Maiden in den 1980er gerne einmal ein Lied, was natürlich im Original von Coppelius stammt, coverten. Nach „Murders in the Rue Morgue“ (Original von Coppelius veröffentlicht: Time-Zeit, 2007), bringen Coppelius nun mit „Killers“ eine weitere „Originalfassung“ heraus.
Die Energie, die Bastille bei diesem Stück live auf die Bühne zu bringen pflegt, kann aber leider nicht 100%ig auf CD gebannt werden. (Ein weiterer Grund unbedingt einmal ein Konzert zu besuchen, Termine weiter unten.)
Nichtsdestotrotz ist das Lied ein hervorragendes Beispiel für den selbsternannten Stil des „Kammer-Core“ (oder auch „Heavy Wood“), der hier auf den klassischen Instrumenten hervorgebracht wird und einen spätestens hier den Zylinder einen guten Hut sein lässt und zum extatischen Haare schütteln veranlasst.

Coppelius Hamburg Knust 27.03.2014

Hamburg – Knust 27.03.201

Beim der folgenden Liebesballade ist es nun wiederum umgekehrt: Hier covern die Herren Coppelius; nämlich eine klassische Volksweise, die aus den Jahren um 1539 stammt: „Es fiel ein Himmelstaue“. Auch die Instrumentierung bleibt klassisch, wieder in Verbindung mit dem Cembalo.

„Des Bettlers Traum“  ist da weit weniger klassisch. Besungen wird hier der Bettler, den keine materiellen Güter glücklich machen können, dafür aber seine (unerreichbare) Liebe. Thematisch scheint das Stück ein Pendant zu „Habgier“ (Tumult, 2009) zu bilden, ist musikalisch jedoch deutlich unaufgeregter. Es dominiert eher die Abscheu gegenüber der Hortung von Besitztümern und das Schmachten nach einer Unerreichbaren.

Mit „Black is the colour“ folgt eine weitere Interpretation klassischen Liedgutes. Diesmal ist es ein englisches bzw. genauer ein schottisches Liebeslied, was in Begleitung des Cembalos durch den Diener vorgetragen wird.
Live ein würdiger Nachfolger von „Ade mein Lieb“ (Zinnober, 2010).

Coppelius Stuttgart 05.04.2014 007

Stuttgart 05.04.2014

Der vorletzte Song des Albums beschäftigt sich mit der Inspiration des Künstler, dem „Musenkuß“. Mit gezupften Saiteninstrumenten beginnt es leise, doch dann bricht das gewohnte coppelianische Chaos aus. Denn leider ist die Muse in diesem Falle einzig in flüssiger Form zu erreichen. Welche Auswirkungen das auf den Dichter hat, zeigt sich in Text und Musik gleichermaßen, denn letztere steigert sich immer weiter in immer ausgedehnteren Soli, Variationen etc. bis nach der letzten Zeile der Höhepunkt erreicht und „Aus und Schluss“ damit ist.

Das Album ist hier aber noch nicht zu Ende, als 16. folgt eine recht ungewöhnliche Form der Darbietung: Die Vertonung von Heinz Max Aids Gedicht „Konzert“. Wobei Vertonung vielleicht etwas zu viel ist: zu den melancholischen Klängen der akustischen Instrumente wird der Text verlesen, welcher von dem Hin und Her gerissen sein nach einem Konzert berichtet: Soll man glücklich sein, weil es so gut war, oder traurig, weil es vorbei ist?
Gut, das der heimische Tonwiedergeber eine Wiederholungsfunktion hat und diese Entscheidung dem geneigten Hörer dieses Langspielers erspart bleibt!


FAZIT:
Spätestens dem neuen Album „Hertzmaschine“ sind Coppelius mitten im Steampunk angekommen. Leitthemen des Genres (Luftschiffpiraten, Dampfmaschinen, verrückte Wissenschaftler) werden textlich aufgenommen und verarbeitet. Insgesamt ist es weniger gesellschaftskritisch als sein Vorläufer Extrablatt (2013), dafür aber wahrscheinlich auch massentauglicher.

Auch musikalisch scheinen sich die Herren mehr und mehr am allgemein-Geschmack zu orientieren, was aber keinesfalls negativ sein muss. Es gibt immer noch die, meiner Meinung nach typisch coppelianischen, Mehrstimmen-Gesänge und auch die Klarinetten-Soli bleiben uns erhalten. Durch die neue Amplifikation verwischt aber klanglich mehr und mehr der Unterschied zwischen klassischen Instrumenten und der „Rock-Normal-Besetzung“, sodass dem zufälligen Hörer das besondere Instrumentarium von Coppelius womöglich entgeht. Auf der Bühne jedoch dürfte es dafür umso mehr rocken. Man darf also gespannt sein auf die kommende Konzerttour (s.u.).

Es sind auffallend viele Balladen und ruhige Stücke (mind. 6) auf der Platte gelandet, nichtsdestotrotz wird aber auch die Haar-Schüttelnde Fraktion ausreichend bedient, sodass der Zylinder (sofern er nicht festgetackert ist) getrost im Regal bleiben kann. Genügend Ohrwurm-Potential inklusive!

Alles in allem ein typisch coppelianischer Mix aus verschiedenen Genre-Einflüssen unter voller Ausnutzung der technischen Möglichkeiten der Instrumente der sich definitiv lohnt!

(Wer immer noch mit dem Kauf hadert, ist selber Schuld, aber vielleicht überzeugt ihn ja der Hinweis, dass das Booklet als Poster gedruckt wurde und so als Deko für’s steampunkige Eigenheim durchaus Potential hat.)


CD release
Die offiziellen Veröffentlichunsfeierlichkeiten finden übrigens am 30.01. in Berlin statt und werden um 18.00 Uhr mit einem Fanatikertreff (inkl. Fragerunde, Spiele etc.) beginnen, ab 23.00 Uhr öffnet dann der Maskenball seine Tore.

Mehr Informationen sind hier zu finden.

Natürlich gehört zu einem neuen Album auch eine Konzertreise und wie oben bereits mehrfach mitschwang sollte man sich die Herren und ihren Diener unbedingt einmal live ansehen!

Hier haben sie die Möglichkeit dazu:
11.03.2015  (Mi)  Osnabrück, Lagerhalle
12.03.2015  (Do)  Bochum, Matrix
13.03.2015  (Fr)  Hamburg, KNUST
14.03.2015  (Sa)  Hannover, Musikzentrum
20.03.2015  (Fr)  Berlin, LIDO
21.03.2015  (Sa)  München, Backstage
22.03.2015  (So)  Nürnberg, Hirsch
02.04.2015  (Do)  Stuttgart , Club Cann
03.04.2015  (Fr)  Wien, Szene
04.04.2015  (Sa)  Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
30.04.2015  (Do)  Magdeburg, Factory
01.05.2015  (Fr)  Hexentanzfestival
02.05.2015  (Sa)  Leipzig, Werk 2

Tickets unter gibt es bei extratix.de

 

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*(Anm. d. Red.: Auch wenn hinlänglich bekannt sein sollte, dass unsere reviewende Autorin ein besonderes Faible für die Herren hat, möchten ich Ihnen versichern, dass ich diese Rezension so objektiv, wie möglich durchgeführt wurde.)

Uhrwerk – Die Neue Welt - Review

Seit dem 13.12.2014 ist die erste EP der Steampunk Western Rock Band Uhrwerk erhältlich. Der Clockworker hatte die Chance in die 6 sehr unterschiedlichen Songs hineinzuhören und möchte nun von seinen Eindrücken berichten.
Uhrwerk_CoverTracklist:
1. Intro
2. Die Neue Welt
3. Gesprengte Ketten
4. Rebell Soldier
5. Hymn of Sorrow
6. Lonely Rider

Der Hörer wird begrüßt von einem ausgedehnten Intro, das ihn soundtrackartig in den Wilden Westen entführt. Gitarre, Mundharmonika und Streicher mischen sich mit Wind und Glockenschlag zu einer fast schon episch anmutenden Klangkulisse. Es könnte sich ebenso gut um das Opening eines Western-Dramas handeln.

Nach einem Tempowechsel bieten David Ross (Elektrische Gitarre, Western Gitarre, Gesang) und Ian Hale (Elektrischer Bass, Klavier, Gesang) mit „Die Neue Welt“ direkt eine sehr kritische Sicht auf die heutige Gesellschaft. Rockig-metallige E-Gitarren im Takt des stetig und gnadenlos davon tickenden Uhrwerks, begleitet vom melodischem Gesang von Frontmann Robert Francis Fox (neben Gesang auch Mundharmonika), wechseln mit mehrstimmigen Gesangsparts des gesamten Trios.

Zu diesem Song veröffentlichten Uhrwerk auch ihr erstes Musikvideo, welches auf Youtube zu sehen ist.
YouTube Preview Image

Rockig geht es mit „Gesprengte Ketten“ weiter, in dem sich alles um Kriegsbegeisterung, Soldatenehre und das unausweichliche Ende dreht. Der Song beginnt schnell mit militärisch fortschreitendem Schlagzeug. Nach wiederum soundtrackartigem Instrumental/Soloteil endet er mit melancholischem Gesang in Klavierbegleitung, welcher, einem ersterbenden Herz gleich, mehr und mehr an Tempo verliert und letztlich im Geräusch des Windes erstirbt.

Ohne Unterbrechung kommt nun die Geräuschkulisse eines Lagerfeuers hinzu und Westerngitarre, Mundharmonika sowie gepfiffene Parts versetzen den Hörer mit dem aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg stammenden „Rebel Soldier“ in eine wehmütige Lagerstimmung. Dieser erste der nun folgenden englischsprachigen Songs profitiert insbesondere von den unterschiedlichen Tonlagen der drei Herren Uhrwerk.

Ihr gesangliches Können beweisen sie auch im folgenden Acapella Intermezzo „Hymn of sorrow“. Auf kurzen 24 Sekunden entfaltet sich eine Stimmgewalt, der man fast nicht glauben mag, dass es „nur“ drei Herren sind, die da vom Kummer um gefallene Waffenbrüder singen.

Musikalisch wird es nach diesem etwas ruhigeren Teil nun wieder lauter, wenn Ross, Fox und Hale von Roman Harasymiw an der Trompete unterstützt werden, um die Geschichte des „Lonley Rider“ zu erzählen. Stärker noch, als in den vorangegangenen Liedern, wird hier der Western Einfluss deutlich, der in der selbst gewählten Genre Bezeichnung „Steampunk Western Rock“ proklamiert wird und man sieht den einsamen Reiter förmlich in den Sonnenuntergang entschwinden.

Wer nach dem gepfiffenen Ende des Songs noch weiter lauscht, wird nicht enttäuscht und mit einem kurzen Hörspiel inklusive Klaviereinlage mit bester Saloonatmosphäre belohnt, in dem Uhrwerk noch einmal ihre Wurzeln im Western betonen.

Uhrwerk

Fazit: Alles in allem ist „Die Neue Welt“ ein gelungenes Erstlingswerk mit einem guten Mix aus ruhig und schnell, laut und leise.
Leider hört man soundtechnisch einen erheblichen Qualitätsunterschied zwischen den ersten zwei metal-rockigen und den darauf folgenden Western Songs. Bei letzteren merkt man deutlich, dass Western (und Akustik) eindeutig das Feld sind, aus dem die drei Uhrwerker stammen.
Die Verbindung Western Rock und Steampunk ist aber absolut gelungen und spätestens seit „Wild Wild West“ auch naheliegend. Innerhalb der Songs könnte allerdings noch eine stärkere Vermischung stattfinden. Auf der EP hat man ein wenig das Gefühl von zwei Genre-Blöcken, welches noch durch die Sprachwahl deutsch-englisch verstärkt wird. Auch der Aufbau mit dem Hörspiels am Ende, in dem es heißt „Horcht, es geht los“ hat mich etwas irritiert, zumal auch die musikalische Verbindung zwischen Intro und „Die Neue Welt“ nicht ganz eindeutig ist.

Nichtsdestotrotz zeigt sich in allen Songs das musikalische Können der jungen Band und besonders die gesangliche Mehrstimmigkeit gefällt mir außerordentlich gut.

Absolut empfehlenswert für jeden Steampunk, der über den Tellerrand von König und Kaiserin in den Wilden Westen schauen möchte!

Wer mehr über Uhrwerk erfahren möchte, findet auf der Facebookseite der Band aktuelle Infos und Konzertdaten.

Eilmeldung: Abney Park auf der Elfia Haarzuilens

Zwar ist es zur Elfia Haarzuilens 2015 (NL) noch ein bisschen hin, gerade aber erreichte uns die Nachricht, dass Abney Park am Samstag, den 25. April abends dort auftreten werden.

Eine Zusammenfassung der (steampunkigeren) Highlights folgt, sobald wir mehr über das Programm wissen.