Rezension: Vita, ein Roman von Felix A. Münter

Klappentext
»Mit Vita in ein besseres Morgen!«
Fortschritt ist unaufhaltsam. Und Vita ist der Katalysator des Fortschritts. Durch die mysteriöse Substanz ist es dem Stadtstaat Blackwater gelungen, seine Vormachtstellung in der Welt auszubauen und zu behaupten. Doch der Untergang der Glory, einem Frachter mit der Jahresproduktion Vita an Bord, bedroht die Zukunft der aufstrebenden Stadt. Friedenshüter Alexander McRoy wird bei seinen Ermittlungen in Ereignisse verstrickt, die erschütternder nicht sein könnten …

copyright: Papierverzierer Verlag

Rezension
Das erste Drittel des Buches konnte mich nicht wirklich fesseln, obwohl es da bereits erste spannende Szenen gibt. Vielleicht hing das aber damit zusammen, dass ich den Protagonisten anfangs nicht so sympathisch fand, was sich aber im weiteren Verlauf änderte. Wirklich gepackt hat mich der Roman erst, als Friedenshüter Alexander McRoy bei einer Razzia mit massivem Schusswechsel verletzt wird. Wie ihn die Ärzte daraufhin behandeln, passt aus meiner Sicht sehr gut ins Steampunk-Genre und trotz aller Schwierigkeiten reißt sich McRoy anschließend zusammen, um wieder seinen Dienst zu bestreiten.

Es bleibt übrigens unklar, wo sich die fiktive Stadt Blackwater (die als Stadtstaat beschrieben wird) eigentlich befindet – es könnte England aber auch Amerika sein oder auch ein ebenfalls nicht genannter Kontinent. Auch eine Jahreszahl wird nirgends genannt. Später wird dies allerdings zumindest teilweise aufgeklärt.

Ungefähr bei der Hälfte gibt es einen interessanten Plot-Twist, in dem zugleich eine gehörige Portion Sozialkritik deutlich wird ebenso wie Anspielungen auf grausige, reale historische Ereignisse. Und manch einer wird sich hier gewiss auch an einen alten Sci-Fi-Klassiker erinnert fühlen. Ab da wird es erst richtig spannend. Das Ende ist passend, lässt allerdings auch einiges offen.

Mein Fazit: Nach einem etwas durchwachsenen Einstieg auf jeden Fall lesenswert.

Das Buch ist als E-Book erschienen und wird später auch als Taschenbuch erhältlich sein.

Link zur Verlagsseite des Buches.

Rezension: Der Earl von Gaudibert - Novelle von M.W. Ludwig

Der englische Gentleman Graham McPherson liebt es, in seinem Club von angeblichen Abenteuern auf dem Mond zu erzählen. Niemand zweifelt an seinen Ausführungen, bis ein neues Clubmitglied ihn der Lüge bezichtigt und zu einer folgenschweren Wette herausfordert: Bis zum nächsten Vollmond soll McPherson seine Behauptungen beweisen. Keine leichte Aufgabe, immerhin schreiben wir das Jahr 1895. Doch mit der Unterstützung des Profibetrügers Suggs und der schlagkräftigen Thailänderin Gann Li-Pen, ersinnt er einen ebenso verzweifelten wie tollkühnen Plan.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Rezension:
Die in London angesiedelte Geschichte erinnert von ihrer Ausgangsidee her ein wenig an „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne. Wie sich die Mondreise darin gestaltet, verrate ich an dieser Stelle nicht wegen Spoilergefahr. Auf jeden Fall gelingt es dem Autor auf rund 200 Seiten, eine spannende und kurzweilige Geschichte zu erzählen, bei der außerdem auf elegante Weise einige berühmte Persönlichkeiten (zum Teil auch aus der viktorianischen Literatur) nebenbei mit eingebunden werden,
darunter der Film-Pionier Georges Méliès und ein sehr junger Charlie Chaplin.
Eine der Hauptfiguren stammt aus Thailand, was insofern bemerkenswert ist, da zumindest im deutschsprachigen Steampunk multikulturelle Einflüsse zwar durchaus hier und da vorhanden sind, sich das allerdings selten auf wichtige Charaktere ausweitet.
Nach dieser unterhaltsamen Geschichte bin ich gespannt auf weitere Werke des Autors. Eine Fortsetzung ist übrigens in Planung.

Link zur Verlagsseite:
http://artskriptphantastik.de/DerEarlvonGaudibert.html

Steampunkbuch Neuerscheinungen 2017

Auch in diesem Jahr gibt es eine ganze Reihe an interessanten Neuerscheinungen im Bereich der Steampunk-Bücher, die wir Ihnen gern vorstellen möchten. Die folgende Übersicht erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Steampunkbücher werden wir Ihnen im Laufe des Jahres ebenfalls vorstellen.

Bereits kürzlich erschienen:

copyright: Edition Roter Drache

copyright: Edition Roter Drache


Steampunk Mechanics made in Germany

Admiral Aaron Ravensdale & Company
(wir berichteten)


copyright: Feder & Schwert Verlag

copyright: Feder & Schwert Verlag

Die verlorene Puppe
Roman von Judith und Christian Vogt
(wir berichteten)
Genre: Steampunk-Abenteuer


copyright Buchcover: Martin Hermann

copyright Buchcover: Martin Hermann

Professor Koslows Äthermaschine
Roman von J. Pollaschek
(wir berichteten)
Genre: Wiener Steampunk-Krimi


copyright: Anja Bagus

copyright: Anja Bagus

Aetherseelen
Steampunk/Grusel-Anthologie, Hrsg. Anja Bagus
(wir berichteten)


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Ruhelos
ein Aetherwelt-Roman von Anja Bagus
(wir berichteten)


Der Earl von Gaudibert
Novelle von M. W. Ludwig
bereits erschienen im  Januar 2017
Genre: Dark Fantasy mit Steampunk-Anteilen

Klappentext:
Der englische Gentleman Graham McPherson liebt es, in seinem Club von angeblichen Abenteuern auf dem Mond zu erzählen. Niemand zweifelt an seinen Ausführungen, bis ein neues Clubmitglied ihn der Lüge bezichtigt und zu einer folgenschweren Wette herausfordert: Bis zum nächsten Vollmond soll McPherson seine Behauptungen beweisen. Keine leichte Aufgabe, immerhin schreiben wir das Jahr 1895. Doch mit der Unterstützung des Profibetrügers Suggs und der schlagkräftigen Thailänderin Gann Li-Pen, ersinnt er einen ebenso verzweifelten wie tollkühnen Plan.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Seitenanzahl: 200
Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erscheint als: Taschenbuch, später auch als eBook geplant
ISBN: 978-3-945045-084


 

neuerscheinungen-2017

Vita
Roman von Felix A. Münter
Papierverzierer Verlag
geplantes Erscheinungsdatum: 26. Januar 2016
E-Book, später auch als Taschenbuch erhältlich
Klappentext:
»Mit Vita in ein besseres Morgen!«
Fortschritt ist unaufhaltsam. Und Vita ist der Katalysator des Fortschritts. Durch die mysteriöse Substanz ist es dem Stadtstaat Blackwater gelungen, seine Vormachtstellung in der Welt auszubauen und zu behaupten. Doch der Untergang der Glory, einem Frachter mit der Jahresproduktion Vita an Bord, bedroht die Zukunft der aufstrebenden Stadt. Friedenshüter Alexander McRoy wird bei seinen Ermittlungen in Ereignisse verstrickt, die erschütternder nicht sein könnten …

copyright: Papierverzierer Verlag

copyright: Papierverzierer Verlag


Archibald Leach und die Monströsitäten des Marquis de Mortemarte

Roman von Markus Cremer, Vorwort von Katharina Fiona Bode
geplantes Erscheinungsdatum: 1. März 2017

Genre: Steampunk/Abenteuer
Seitenanzahl: 600
Art Skript Phantastik Verlag
erscheint als: Taschenbuch

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Klappentext:
Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite … mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel! Der eigensinnige Archibald Leach und die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Der Schurke verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen.
Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Dabei führt ihr Weg sie über vier Kontinente und die eigenen Grenzen hinaus.

 


Menschmaschinen
Anthologie, Herausgeber: Andre Skora
Amrun Verlag
Genre: Steampunk / Cyberpunk
Erscheinungsdatum: März 2017

Autoren: Anja Bagus, Andreas Winterer, Eva STrasser, Marco Ansing, Gloria H. Manderfeld, Peer Bieber, Melanie Ulrike Junge, Mia STeingräber, Tobias Rafael Junge, Peter Hohmann, Thorsten Küper, Christian Vogt (Vorwort)

Klappentext: Ob Dampf, ob Öl oder Elektorimöulse, seit jeher träumt der Mensch von der Verbesserung seiner selbst. Nun haben sich zehn Tüftler an die Aufgabe gewagt das fleischliche Selbst modifiziert und auf eine neue Stufe gebracht. Ob es mechanischee Gliedmaßen, dampfende Herzen oder roboterartige Haushaltshilfen sind – da hat der Traum die Realität eingeholt.
Diese Anthologie enthält zehn Geschichten aus steam-, cyberpunkigen und transhumanen Welten.

ISBN 9783958692923
Erscheint als Taschenbuch und E-Book
Coverartwork: Christian Günther

copyright: Amrun Verlag und Christian Günther

copyright: Amrun Verlag und Christian Günther


Die Zeitagenten
Novelle von Joachim Sohn
geplantes Erscheinungsdatum: März 2017
Genre: Steampunk & Science Fiction
Seitenanzahl: ca. 200
Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erscheint als: Taschenbuch, später auch als eBook geplant

Klappentext:
Ein Mord im Jahr 2239, doch bei der Leiche liegen Notizzettel aus dem 19. Jahrhundert. Um das aufzuklären, werden die beiden Zeitagenten Johann und Karl vom wilhelministischen Wiesbaden zu ihren Kollegen nach London ins Jahr des Verbrechens gerufen. Eine Tatortsimulation liefert weitere wichtige Hinweise, die sie nach 1879 zu einer Flaschenpoststation führen. Der zu diesem Zeitpunkt noch geplante Mord muss verhindert werden. Doch das ist nicht das Ende ihrer Reise, denn der Beginn einer ganzen Mordserie liegt im 13. Jahrhundert. Ein neuer Fall für die Time-Agent-Organisation 2223.

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copyright: Artskript Phantastik Verlag

 


Außerdem plant der Artskript Phantastik Verlag eine weitere Anthologie, mit dem Titel „Steampunk Akte Asien“, diese wird voraussichtlich Ende 2017 erscheinen.


Aetheragenten Band 3 . Gregory Ferrington-Roycroft und die Kraft des Dreizacks
Roman von Tanja Schierding
Verlag : Edition Roter Drache
gepl. Erscheinungsdatum : Mai 2017

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copyright: Edition Roter Drache

Klappentext :
„Jaidon Harper ist entkommen. Ich nehme an, dass ihr ein persönliches Interesse daran habt, ihn wieder in Justitias Arme zurückzuführen und habe deshalb um diesen Auftrag gebeten.” – Arthur Wilbanks alias Peverell Primeaux
Dem erfolgreichen Team Eagle ist keine Verschnaufpause vergönnt.  Bevor sie sich jedoch auf die Suche nach dem geflüchteten Verbrecher  machen können, gilt es, einen alten Kameraden zurück ins Team zu holen.  Auf der abenteuerlichen Reise ins schottische Hochland erhält das Team unerwarteten Zuwachs. Zum Kennenlernen fehlt ihnen allerdings die Zeit. Eine desaströse Abfolge von Fehlern und Zufällen zwingt sie, sofort die Verfolgung einer Flüchtigen aufzunehmen. Doch dann werden die Jäger selbst zur Beute und finden sich an einem sagenumwobenen Ort wieder, von dem es kein Entrinnen gibt.  Drohen die Agenten zum ersten Mal zu scheitern?

Erscheint als Taschenbuch und ebook


Hildesia – Kapitel 1: Willkommen in Hildesia
Comic von Stephan Kuhn

geplantes Erscheinungsdatum: spätestens Ende Juni 2017 zur ComicCon in Stuttgart

Klappentext: Ein Mord geschieht in der Stadt Hildesia. Der Kommissar Ferdinand Ritter und sein mechanischer Kollege Brass Copperson ermitteln.

Genre: Steampunk(-Krimi)
Seitenzahl: ca 24
Selbstverlag, Heftformat (A5)

copyright: Stephan Kuhn (vorläufiges Cover, Änderungen möglich)

copyright: Stephan Kuhn (vorläufiges Cover, Änderungen möglich)


Deadlands – Ghostwalkers
Roman von Jonathan Maberry
Übersetzer: Carsten Thomas
geplantes Erscheinungsdatum: noch unbekannt
Papierverzierer Verlag
Genre: Horror, Dark Fantasy mit Steampunk-Elementen

 

copyright: Papierverzierer Verlag

copyright: Papierverzierer Verlag

Klappentext:

Willkommen in den Deadlands, wo verbitterte Revolverhelden auf verrückte Wissenschaftler und finstere, unirdische Gestalten treffen. Hier, wo das große Beben von 1868 Kalifornien in ein Labyrinth aus vom Meer durchfluteten Höhlen verwandelt hat, wo mit einer geheimnisvollen Substanz Namens »Geisterstein« viele wundersame Steampunk-Erfindungen angetrieben werden und wo die Kugeln blutvergießend durch die Luft pfeifen. In Ghostwalkers wird der Auftragskiller Grey Torrance wortwörtlich von seiner blutigen Vergangenheit verfolgt und landet in der heruntergekommenen Stadt Paradise Falls, wo er in den tödlichen Konflikt zwischen der belagerten Stadt und einem teuflisch brillanten Alchimisten gerät, der fortwährend schreckliche, neue Waffen baut … und eine kleine Armee aus Untoten.

Seitenanzahl: 520


Steam Master  (voraussichtlicher Titel)
Anthologie, Herausgeberin: Anne Amalia Herbst
Lysandra Books Verlag
vertretene Autoren: Triana Jengdisch, Gideon Born, Kaya T. Nova, Arndt Waßmann, Kate Dark, Kate Peters, Lily Beier, Jean Luc, Kathrin Melan, Fabian Santner, Autorenduos Anja und Manuel Hansen sowie A. Rühr / G. Edergeplantes Erscheinungsdatum: voraussichtlich 20. März 2017

Genre: Steampunk & Erotik (BDSM)

Klappentext:
London, 1897
Lord Archibald Cundringham, findiger Unternehmer und neuerdings Besitzer des zum Hotel für besondere Genüsse umgebauten Luftschiffhafens Cataplus an Londons Peripherie, verschickt eine pikante Einladung: Anlässlich der Eröffnung des viktorianischen BDSM-Etablissements Aethernanox lädt er die legendären Steam Master nach London ein, auf dass sie die Eröffnungsparty zum unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
Sein kometenhafter Aufstieg begann mit der Revolutionierung des Vibrators. Seit er der staunenden Öffentlichkeit gänzlich überarbeitete Modelle der bislang verbotenen Gerätschaften präsentierte, wurde deren Besitz auf Drängen angesehener Lords und Ladies weltweit legalisiert und der öffentliche Umgang mit Sex liberalisiert. Doch das war erst der Anfang, denn der dominante Lord erfindet noch immer und seine Firma gehört inzwischen zu den drei größten Arbeitgebern Londons. Die halbe Stadt fiebert deshalb dem Tag entgegen, wenn der Fesselballon – das alte Wahrzeichen des Cataplus – wieder aufsteigt und damit weithin sichtbar verkündet, dass nun das Aethernanox dort seine Pforten öffnet. Niemand hat genaue Kenntnis, was sich hinter dem Projekt verbirgt. Gerüchte machen die Runde; von einem teilweise unterirdisch angelegten Hotelkomplex mit Unmengen an tüftlerischem Schnickschnack; von raffinierten mechanischen Apparaturen zur Befriedigung exquisiter Vorlieben, weitgereisten Gästen und einer langen Warteliste, um den täglichen Vorführungen beizuwohnen. Das Verrucht-Geheimnisvolle treibt das Interesse in ungeahnte Höhen. Vor allem die Damenwelt versucht mit allerlei Tricks, an eines der begehrten Premiere-Tickets zu gelangen. Denn das Hotel erfüllt jede devote wie dominante Fantasie und ist bereits auf Monate ausgebucht. Derweil ist die Auswahl des handverlesenen Personals noch in vollem Gange, letzte Änderungen an der Gästeliste werden vorgenommen und unerklärliche Sicherheitslücken drohen die Eröffnung zu überschatten. Denn jemand versucht, Lord Cundringhams geheime Erfindungen zu entwenden. Außerdem munkelt man hinter vorgehaltener Hand von Verbindungen des Lords zu surrealen Wesen, deren Dominanz die Frauen reihenweise um den Verstand bringt, so dass nicht nur die Presse, sondern auch der Geheimdienst Ihrer Majestät ihm täglich nachstellt. Denn so genau weiß niemand, wer dem illustren Kreis aus dreizehn Steam Mastern tatsächlich angehört und was sie verbindet. Nur, dass der Lord einer von ihnen sein soll.
Die Anthologie enthält Steampunk-Bondage-Fotos zu jeder Geschichte
Taschenbuch (bebildert und dadurch tlw. farbig) und  Ebook (ohne Fotos)
copyright: Robert Kainz

copyright: Robert Kainz

Die Abbildung ist nicht das Cover, vermittelt aber einen Eindruck der Fotos im Buch. Beteiligte Künstler: Bondagekünstlerin Seilbändigerin Michaela Kainz aus Wien, Fotograf RK Foto-Pixel (Robert Kainz) und Model Sabrina Staffler.


Außerdem ist eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage des Steampanoptikums von Clara Lina Wirz und Alex Jahnke geplant, erschienen in der Edition Roter Drache.
Über die erste Ausgabe haben wir hier berichtet.

Rezension: Die verlorene Puppe von Judith und Christian Vogt

„Fantástico Fabuloso Apocalíptico!“ So lautet das Motto des fliegenden Zirkus Apocalástico. Rasante Artisten zu Pferde, eine bärtige Dame, ein echtes Mammut, ein Magier, der mit elektrischem Strom zaubert, der junge Roma-Akrobat Ferenc Badi und seine chinesische Partnerin Yue am Trapez können das Publikum in ganz Europa begeistern.
Wie bereits in dem 2012 erschienenen Roman „Die zerbrochene Puppe“ (der mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet wurde) gibt es in dieser alternativen Zeitlinie im 19. Jahrhundert eine Eiszeit. Diese verhindert eigentlich ein Vordringen auf andere Kontinente jenseits der Ozeane.

Doch dann kapern maskierte Männer das Zirkusluftschiff, um es in Gefilde zu steuern, die nie ein Europäer zuvor betreten hat. Bereits auf der Überfahrt stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es scheint: Agenten verschiedener Mächte haben im Zirkus ihre Finger im Spiel, und der Name eines schrecklichen Geheimnisses geistert durch die Gänge des Luftschiffs.
Doch am Ziel ihrer Entführer wartet eine faszinierende, fremde, blutrünstige Hochkultur auf die Artisten (angelehnt an die Azteken) und der Rückweg in die Heimat wird ihnen das Äußerste abverlangen …

 

copyright: Feder & Schwert Verlag

copyright: Feder & Schwert Verlag

Rezension
Zunächst sei erwähnt, dass man diesen Roman problemlos lesen und verstehen kann, wenn man den Vorgänger „Die zerbrochene Puppe“ oder auch die dazugehörige Anthologie „Eis & Dampf“ nicht kennt.

Der Roman schildert ein spannendes Abenteuer, aus der Sicht des Roma Ferenc. Bereits auf den ersten Seiten, mit der Kaperung des Luftschiffes, wird dies sehr spannend. Die Spannung vertieft sich im Laufe der Handlung noch mehr und ein Großteil der Geschichte spielt sich tatsächlich in der Luft und in eben diesem Luftschiff ab, welches unterwegs in diverse Schwierigkeiten gerät. Später folgen blutige Kämpfe auf Leben und Tod mit den südamerikanischen Eingeborenen (die hier Mexicas genannt werden).

Eingestreut werden immer wieder die Fahrtenbucheinträge einer friesischen Luftschiffkapitänin und einige Zeit später erfährt der Leser auch, wie diese beiden Handlungsstränge miteinander verbunden sind.

Die Charaktere in diesem Buch sind multikulturell und stammen aus vielen Nationen – was in Steampunkbüchern aus dem deutschsprachigen Raum relativ selten ist. Umso positiver fällt hier auf, dass auf entsprechende Klischees, die man mit den verschiedenen Ländern und ihren Einwohnern verbindet, weitgehend verzichtet wurde und die Charaktere ganz menschlich und individuell ausgearbeitet wurden, insbesondere natürlich Ferenc, der die Geschichte erzählt.
Als nach ungefähr drei Vierteln des Romans ein sehr actionreicher Spannungsbogen geschlossen wird, fragt man sich, was denn nun noch kommen mag. Hier warten Judith und Christian Vogt mit einem sehr schönen Twist auf, der für weitere Spannung sorgt, denn nun kommen allerhand Geheimnisse ans Licht…
Fazit: Einer der abenteuerlichsten und spannendsten Steampunkromane der letzten Zeit.

Die Website des Autorenduos mit weiteren Infos zu ihren Romanen:
http://www.jcvogt.de/

Buchverlosung mit zwei Steampunkbüchern

Zum Jahresende bieten wir eine weitere Verlosung an, mit zwei Büchern aus dem Artskript Phantastik Verlag.

„Die dunkelbunten Farben des Steampunk“ hat als Anthologie in diesem Jahr den Deutschen Phantastik Preis gewonnen (hier finden Sie eine Rezension dazu).

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Außerdem verlosen wir den humorvollen Steampunk Krimi „Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé“ von Katharina Fiona Bode (auch dazu finden Sie hier eine Rezension).

copyright: artskript Phantastik Verlag

copyright: artskript Phantastik Verlag

Teilnahmebedingungen
Die Verlosung der beiden Taschenbücher startet heute und endet am 14. Januar 2017
Die GewinnerInnen werden per E-Mail informiert und erhalten ihren Gewinn per Post.
Teilnahmeberechtigt sind alle über 18 mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Zur Teilnahme senden Sie bitte einfach eine E-Mail an gewinnspiel@clockworker.de
mit der Angabe, welches der beiden Bücher Sie bevorzugt gewinnen möchten.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Rezension: Professor Koslows Äthermaschine von J. Pollaschek

Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher (Wiener Ausdruck für „Ganoven“) hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten. Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar.

copyright Buchcover: Martin Hermann

copyright Buchcover: Martin Hermann

Der Autor beschreibt sein Steampunk-Universum so: „Dampfpülcher ist die Wiener Version von Steampunk, mit Kaffeehäusern anstelle von Teestuben, Kaiser statt Königin und besserem Wetter.“

Rezension
Der Ingenieur Jakob Ros und die Komtesse Ada von Rony könnten nicht unterschiedlicher sein, bilden aber in dieser Geschichte aufgrund verschiedener mysteriöser Vorkommnisse ein ungewöhnliches und dennoch sympathisches „Ermittlerduo“. Der Roman startet relativ langsam, da sich der Autor viel Zeit nimmt, um Atmosphäre und Charaktere zu beschreiben, und dies sorgt für viel Anschaulichkeit und gut ausgearbeitete Charaktere, die man gern auf ihr Abenteuer begleitet.

Später gewinnt der Roman deutlich an Spannung und es gibt auch einzelne, dramatische, actionreichen Szenen. Wer allerdings einen mörderisch spannenden Krimi oder Thriller erwartet, sollte eher nach anderen Büchern Ausschau halten. Was es mit der titelgebende Maschine auf sich hat, wird dankenswerterweise erst spät aufgelöst, und so manches Mal geraten die Helden in brenzlige Situationen. Auch eine Liebesgeschichte bahnt sich hier an, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Begriff „Dampfpülcher“ leitet sich übrigens in gewisser Weise ab von Steampunk, da „Pülcher“ ein Wiener Ausdruck für „Gauner“ (also quasi „Punk“) ist.

Das Buch enthält einige typische Wiener Ausdrücke, die im Anhang erläutert werden, außerdem werden im Glossar besondere Steampunk-Erfindungen erklärt. Passend für das Steampunk-Genre liegt ein deutlicher Schwerpunkt des Romans nicht nur auf der Erwähnung von Technik, sondern auch auf anschaulichen Erklärungen einiger technischen Funktionen, die vom Autor offensichtlich gut recherchiert wurden. Insgesamt ein beachtenswerter Roman dieses Genres, der Lust auf eine Fortsetzung macht.

Die Website des Autors mit weiteren Hinweisen zum Buch und einer Leseprobe:
https://rosundrony.com/buch/

Neues aus der Aetherwelt der Anja Bagus

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copyright: Anja Bagus

Anja Bagus hat vor einigen Jahren die „Ætherwelt“ erfunden (wir berichteten) – ein alternatives deutsches Kaiserreich, in dem ab 1900 der „Æther“, eine grünliche Substanz dafür sorgt, dass viele Menschen, Pflanzen und Tiere sich verändern – sie bekommen ein anderes Aussehen und teilweise geradezu magische Fähigkeiten oder werden zu mehr oder weniger grotesken Mischwesen. Doch auch Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer nutzen den Æther, denn dieser dient auch als (nicht ganz ungefährliche) Energiequelle. Nach zwei Trilogien, die in dieser Welt angesiedelt sind, hat Anja Bagus nun ihren neuen Roman „Ruhelos“ veröffentlicht und die Grusel-Anthologie „Ætherseelen“ herausgebracht.
Diese Bücher möchten wir Ihnen heute vorstellen.

Ruhelos
Inhalt:
Seit die Toten sich aus ihren Gräbern erhoben und zum Dom gezogen sind, ist Köln eine zerrissene Stadt. Nacht für Nacht kreischen und toben die Wiedergänger vor dem Sakralbau – niemand weiß, warum. Tagsüber liegen sie herum und werden von den belebten Wasserspeiern bewacht.
Helena Teufel ist stark. Ihre außergewöhnliche körperliche Kraft und Entschlossenheit machen sie zu einer guten Soldatin bei der exekutiven Einheit des kaiserlichen Heeres. Aber ihre rücksichtslose Zielstrebigkeit bei der Verfolgung Krimineller macht sie auch zu einer Gefahr. Nach einem spektakulären Einsatz, der aber beinahe einige Leben gekostet hätte, wird sie degradiert. Als schlichte Beamtin im Amt für Ætherangelegenheiten kommt sie einem besonders perfiden Gauner auf die Schliche. Zusammen mit einem sehr ungewöhnlichen Pferd und dem Beamten Adam Schreiber nimmt sie die Spur auf.
Wird das Teufelsweib ihren neuen Schützling retten und den ‚Knochenbrecher‘ dingfest machen können?

Rezension:
Wie in allen bisherigen Ætherwelt-Romanen von Anja Bagus steht im Zentrum dieser Geschichte wieder ein (in diesem Fall auch im Wortsinne) starker Frauencharakter: Helena Teufel. Diesmal ist die Handlung in militärischen Kreisen angesiedelt, aber auch das Amt für Ætherangelegenheiten spielt wieder eine wichtige Rolle. Die Untoten, welche hier für einigen Schrecken sorgen, sind übrigens etwas anders als die typischen Zombies, aber mehr möchte ich dazu hier nicht verraten. Anja Bagus beschreibt „Ruhelos“ auch als Pferdebuch – durchaus gerechtfertigt, da hier ein schwarzer Hengst im Grunde die zweite Hauptfigur ist, allerdings ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.
Wer hier übrigens eine Art Zombie-Roman erwartet, bei dem sich die Menschen gegen blutrünstige Untotenhorden zur Wehr setzen müssen, wird enttäuscht werden. Die Handlung ist bis auf wenige Ausnahmen erfreulich unblutig, aber nichts desto trotz sehr spannend.
Steampunkig wird das Ganze übrigens durch einen verrückten Wissenschaftler, dessen genaue Machenschaften ich ebenfalls nicht verraten möchte, um nicht zu spoilern. Der Roman ist in sich abgeschlossen, lässt aber durchaus Raum für eine Fortsetzung und macht Lust auf mehr.

Die Seite zum Buch: http://www.anja-bagus.de/shop/

copyright: Anja Bagus

copyright: Anja Bagus


Ætherseelen
(erschienen bei Edition Roter Drache)

In der Nacht auf Allerseelen stellt man Kerzen auf Gräber. Es ist die Nacht, in der die Pforten zum Jenseits weit offen stehen. Aber welches Jenseits? Himmel oder Hölle oder gibt es gar noch mehr?
In dieser Nacht kann viel geschehen, vor allem, seit der Æther – dieser grüne Nebel, aus dem Wesen aus Mythen und Legenden entsteigen – die Welt noch unberechenbarer gemacht hat.
An dieser Anthologie haben zwölf Autoren mit insgesamt vierzehn Geschichten mitgewirkt.

Hier ein Überblick über die einzelnen Geschichten:

‚Das Scharren an der Hintertür‘ von Olaf Stieglitz
Ein grausames Verbrechen ist geschehen, das von einem gefährlichen Mannwolf begangen wurde.  Der Ermittler ist furchtlos, denn ihm wurde vorhergesagt, dass er nicht sterben werde, ehe er von seinem eigenen Tod träume. Diese Geschichte spielt auf gelungene Weise mit klassischen Horrorklischees.

‚Das mechanische Herz‘ von Ingo Muhs
Diese kurze Geschichte erinnert ein wenig an Edgar Allan Poes „Das verräterische Herz“

‚Brausefrosch‘ von Ingo Muhs
Wollten Sie schon immer mal wissen, warum sich giftige blaue Frösche und Brausepulver nicht vertragen? In dieser skurril-gruseligen Geschichte erfahren Sie mehr.

‚Johann Gotthold Memminger und die verschwundenen Kinder von Wien‘ von Anna Hild
Dies ist eine der stärksten und gruseligsten Geschichten der Anthologie. In einem Wiener Krankenhaus verschwinden immer wieder totgeborene oder nach der Geburt gestorbene Kinder. Ein Ermittler, mit besonderen, durch Æther geprägte Fähigkeiten, stößt dabei auf Übernatürliches und gerät selbst in Gefahr.

‚Grün ist die Hoffnung‘ von Pascal Krämer
Bei dieser Geschichte hätte ich mir gewünscht, dass sie noch länger wäre und die weiteren Abenteuer ihrer Protagonistin erzählt, die durch den Æther verändert wird.

‚Marie‘ von Katherina Ushachov
Marie ist ein Katzenwesen und wird beauftragt, in einer alten Ruine einen Schatz zu finden. Doch was sich ihr dort mitten in der Nacht zeigt, ist anders, als sie es erwartet hat.

‚Neues Leben‘ von Jens Gehres
Baron von Wolfenberg und seine Frau erwarten Nachwuchs, doch sie stirbt bei der Geburt des Kindes.
Der Baron ist untröstlich, doch der aufsteigende Æther eines benachbarten Baches und die Geschichten um Toten, die durch Æther wiederbelebt wurden, bringt ihn auf eine Idee. Ob das gut gehen kann?

‚Augen im Dunkeln‘ von Billie Przgendza
In dieser Geschichte wird ein unbedarftes Mädchen von einer unheimlichen Gestalt verfolgt.

‚Vom Johan mit der Laterne‘ von Bernar LeSton
Von Gestaltung und Sprachstil her erinnert diese schöne Geschichte sehr an Schauermärchen aus dem 19. Jahrhundert, aber auch an die englische Geschichte von „Jack O’Lantern“.

‚In den Wäldern der Sierra Nevada‘ von K. R. Sanders
Eine der wenigen Geschichten, die nicht in Deutschland angesiedelt sind, sondern wie schon der Titel verrät, in den Vereinigten Staaten. Ein Ranger wird nachts in der Wildnis von unheimlichen Lauten geplagt. Als er diesen nachgeht, passiert etwas Schreckliches.

‚Nebulös‘ von Margarethe Alb
Diese Geschichte ist noch fantasy-lastiger als die übrigen, da hier ein durch und durch übernatürliches Wesen im Zentrum steht.

‚Afrika‘ von Dorothe Reimann
Hier geht es um schwarze Magie in Afrika, die einen kleinen Jungen und seine Mutter in Gefahr bringt.
Und auch hier wabert der gefährliche Æther über den Tanganjika-See…

‚Die Jungfernfahrt der Goetzen‘ von Dorothe Reimann
Eigentlich sollte diese Jungfernfahrt eines deutschen Schiffes in Afrika etwas ganz besonderes werden. Das wird sie auch, doch anders, als erwartet. Auch hier sorgt schwarze Magie für Turbulenzen.

‚Die Pforten des Jenseits‘ von Anja Bagus
Eine Frau, die vor langer Zeit ihr ungetauftes Kind verloren hat, bekommt Krebs und hat nicht mehr lange zu leben. Nun steht sie vor einem christlich geprägten Dilemma: Da ihr Kind nicht getauft ist, vermutet sie es in der Hölle. Wenn sie aber nach ihrem Tod in den Himmel kommt, wird sie es nicht wiedersehen.
Doch es gibt auch noch andere Möglichkeiten. In dieser Geschichte gibt es einen interessanten Plot-Twist.

Fazit:
Insgesamt eine schön-schaurige Anthologie – nicht nur zu Halloween oder Allerseelen, die hoffen lässt, dass es noch weitere Ætherwelt-Anthologien geben wird.

Die Verlagsseite des Buches: http://www.roterdrache.org/cms/aetherseelen/

Die dunkelbunten Farben des Steampunk - eine Anthologie

Mit dieser im wahrsten Sinne des Wortes farbenfrohen Anthologie stellen wir einen der Gewinner des Deutschen Phantastik Preises 2016 vor. Auf 280 Seiten versammeln sich in diesem Band 14 Kurzgeschichten.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Passend zum Motto der Anthologie ist der gesamte Text jeder Geschichte auch in der passenden Farbe gehalten, wobei auf schwer lesbare Farben wie gelb verzichtet wurde. Die Verlegerin berichtet im Vorwort über ihre Faszination angesichts von Büchern mit farbiger Schrift (wie beispielsweise „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende).

Die Kurzgeschichten selbst sind so vielfältig wie  ihre Farben – mal gruselig, mal spannend, mysteriös, sozialkritisch oder auch schräg und humorvoll. Insofern ist hier für jeden Geschmack etwas dabei. Einige konzentrieren sich in erster Linie auf die ausgewählte Farbe, während andere deutlich mehr Steampunk-Elemente enthalten, z.B. besondere Erfindungen oder eine Gesellschaft, die in einem (mehr oder weniger) alternativen 19. Jahrhundert angesiedelt ist.

Hier ein Überblick über die einzelnen Geschichten:

Silberne Augengläser – Detlef Klewer
Im Auftakt der Anthologie vermischt Detlef Klewer gekonnt die Kriminalgeschichte um „Jack the Ripper“, dem mysteriösen Londoner Serienmörder von 1888, mit einem ganz anderen Fall der übernatürlichen Art.

Rosaroter Dampf – Stefanie Bender
Die Dampfmaschine, um die es hier in den 1860er Jahren in Deutschland geht, gibt nicht nur rosaroten Dampf von sich, sondern hat noch ganz andere, ungeahnte Fähigkeiten, wie der Protagonist Simon am eigenen Leib zu spüren bekommt.

Rot wie Teufelsatem –  Corinna Schattauer
Hier geht es zunächst um eine wahrlich teuflische Drogenabhängigkeit, doch das ist erst der Anfang in dieser sehr spannenden Geschichte.

Erasmus Emmerich und der zinnoberrote Zinnsoldat – Katharina Fiona Bode
Dies ist die skurrile Vorgeschichte zu dem Steamfantasy-Krimi: „Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé“ (wir berichteten).

Archibald Leach und das Grauen in Orange – Markus Cremer
Ein orangefarbenes Monster droht London zu erobern. Oder steckt noch etwas anderes dahinter? Zum Glück wissen sich Archibald Leach und seine Partnerin Sarah Goldberg zur Wehr zu setzen.

Helena Roth und die grasgrüne Seide – Isabelle Wallat
Hier geht es augenscheinlich um Mode, doch es ist ziemlich unheimlich, was ein simpler Seidenstoff hier für Auswirkungen hat.

Biggels Gespür für Moos – Andrea Bienek
Ein steampunkiger Krimi, diesmal aus einer ungewöhnlichen Perspektive, denn Biggels ist ein Beagle.

Marinikum Amethysta-  Denise Mildes
Mit dem besonderen violetten Metall Marinikum Amethysta werden phantastische Erfindungen erschaffen, die jedoch einen hohen Preis haben… diese Geschichte wird insbesondere Fans von H.P. Lovecraft erfreuen.

Aconitum Napellus – Dunkelblaues Gift – Ashley Kalandur
Aconitum Napellus, auch bekannt als „Blauer Eisenhut“ ist eine sehr giftige Pflanze, und mit ihrer Hilfe möchte ein Professor ein Experiment am lebenden Objekt machen. Ob das gut gehen kann?

Ein Traum in Königsblau – Dennis Frey
In dieser Geschichte wird ein Textilfabrikant vom französischen König beauftragt, ein noch nie da gewesenes Blau zu kreiieren. Dabei erhält der Fabrikant unerwartet auf übernatürliche Weise Hilfe. Doch wird er auch den anspruchsvollen König zufrieden stellen können? Dennis Frey greift hier auch auf bekannte Folklore zurück und spielt auf ein Märchen an, doch mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Das Türkis des vergessenen Sommers – Sabrina Železný
Hier wird ein alternatives Buenos Aires beschrieben, welches fast endzeitig wirkt. Farbessenzen sind hier zu kostbaren Prestigeobjekten erhoben worden, die den Reichen vorbehalten sind, während sich die ärmeren Bevölkerungsschichten mit dunklen oder hässlichen Farben begnügen müssen, wie Grau oder schmutzigem Braungrün. Diese Geschichte ist sehr sozialkritisch und schildert die Verhältnisse aus der Sicht einer jungen armen Frau, die als Farbenlieferantin arbeitet.

Hellbraun – Leben und Tod – Daniel Schlegel
Diese Geschichte berichtet von einer Wüstenexpedition auf der Suche nach Wasser, die es mit einem übernatürlichen, mystischen Wesen zu tun bekommt.

Die bronzene Silbermünze – Daniel Huster
Der Autor entführt den Leser in die Welt der Zauberer, bzw. der Bühnenillusionisten. Oder gibt es am Ende gar wahre Magie?

Die graue Einöde des Vergessens – Fabian Dombrowski
Auf den ersten Blick eine weitere Expeditionsgeschichte, bei denen ein Archäologe und seine Partnerin in einem alten Bauwerk in einem Urwald nach einer mythischen Waffe suchen. Doch welches Geheimnis haben die beiden Forscher?

Die Verlagsseite der Anthologie.

Vorankündigung: Steampunk Mechanics - ein Buch über Steampunk-Maker aus Deutschland

Nachdem in der Edition Roter Drache bereits „Das große Steampanoptikum“ erschienen ist (wir berichteten), wird bald ein neues interessantes Sachbuch in diesem Verlag veröffentlicht, welches sich mit der deutschsprachigen Steampunk-Maker-Szene beschäftigt: „Steampunk Mechanics – made in Germany“ von Admiral Aaron Ravensdale and Company.
Das Buch wird zuerst auf der Comic-Con in Dortmund (2.12. – 4.12.2016) vorgestellt werden und ab dann auch erhältlich sein.

copyright: Edition Roter Drache

copyright: Edition Roter Drache

Die Entstehungsgeschichte des Werkes wird am Anfang des Buches beschrieben: Ausgehend von einer reinen Bildersammlung entwickelte es sich zu einem großformatigen Sachbuch mit vielen Bildern, aber insbesondere auch detaillierten Beschreibungen der einzelnen Geräte und Erfindungen, wie zum Beispiel das „Clamorphon“ von Genius Immanuel von Heddernheim, das „Time Traveller Outfit“ von Alexander Schlesier oder die Maschinendame „Miss Coppélia Clockwork“ von Raphaelius Alva Grußer. Außerdem werden zwölf Maker ausführlich vorgestellt. Das Buch ist übrigens durchgehend in englisch-deutsch gehalten, so dass auch englischsprachige Leser mit bedacht werden.

Admiral Ravensdale, copyright: Natalia Le Fay

Admiral Ravensdale, copyright: Natalia Le Fay

Admiral Ravensdale beschäftigt sich seit sechseinhalb Jahren intensiv mit eigenen Steampunk- Erfindungen und Gerätschaften aller Art. In den Bereichen Elektronik, Technik, Computer und Handwerk hat er sich vieles selbst beigebracht. Inspirationen sind für ihn vor allem die Werke von Nikola Tesla, Henri Maillardet und Robert Sterling, aber auch Arbeiten anderer Steampunks.

Viele der vorgestellten Steampunk Maker tauschen sich übrigens gern miteinander aus, machen frei zugängliche Tutorials zu ihren Geräten und Apparaten (beispielsweise in der Erfinderwerkstatt im Rauchersalon) oder treffen sich wie auf dem alljährlich stattfindenden Erfindertreffen in Ulmen. Auch eine Wanderausstellung einiger Maker ist immer wieder deutschlandweit unterwegs: die „Machina Nostalgica“.

Und wer noch mehr Einzelheiten zu den einzelnen Geräten in „Steampunk Mechanics“ wissen möchte, der kann mithilfe von im Buch abgedruckten Codes entsprechende URLs finden, die noch weitere Informationen, Tutorials, Video oder ähnliches bieten. Man darf also auf die Veröffentlichung sehr gespannt sein, zumal dies die erste ausführliche Vorstellung der deutschen Steampunk-Maker-Szene in Buchform ist.

Hier gibt es eine Leseprobe mit den ersten 21 Seiten (das gesamte Buch hat 232 farbige Seiten).
Ein erster Eindruck: Die Texte zu den einzelnen Geräten sind ausführlich, aber unterhaltsam und keineswegs  „trocken“, und die optische Gestaltung ist ansprechend und passend für Steampunk.

Die Verlagsseite des Buches.
Die Comic Con in Dortmund: http://www.germancomiccon.com/de/dortmund

 

Victorian Secrets - verbotene Sünden: Ein Steampunk Krimi von Helen B. Kraft

Romance Edition Victorian Secrets

copyright: Romance Edition und JDesign

Nachdem wir Ihnen bereits die Steampunk-Krimis „Die Seelenlosen“ von Tanja Meurer und „Ersticktes Matt“ von Nina C. Hasse vorgestellt haben, folgt hier ein weiteres Werk dieses Genres, diesmal von der übernatürlichen Art.
Sicherlich haben Sie schon einmal vom berühmten Scotland Yard gehört, der Institution schlechthin für Verbrechensbekämpfung, die in London zu finden ist. In Helen B. Krafts Roman gibt es darüber hinaus eine spezielle Abteilung dieser Einrichtung, den „Scotland Visional Yard“. Hier werden Verbrechen auch mit übernatürlichen Mitteln untersucht, zum Beispiel von der „Traumgängerin“ und Agentin Emma St.Claire.

Während einer Mordserie in London wird sie auf den Adligen Sir Ian Connery angesetzt, der zu den Tatverdächtigen zählt. Sie wird beauftragt, seine Träume zu analysieren, und schon bald wird ihr klar, dass der Lord etwas zu verbergen hat. Zugleich fühlt sie sich mehr und mehr zu dem ungewöhnlichen Mann hingezogen…

Helen B. Kraft verbindet hier einen Krimi der etwas anderen Art mit einer Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zwischen den beiden sehr unterschiedlichen und gleichzeitig sympathischen Hauptcharakteren entfaltet. Hierbei gelingt es der Autorin, gut die Waage zu halten zwischen Romantik und Krimi.

Bei der Technik des „Traumgehens“ werden übrigens Anklänge an den Film „Inception“ deutlich, in dem Träume und deren Beeinflussung ja ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Allerdings gibt es in diesem Roman – ganz steampunktypisch – darüber hinaus noch ein besonderes, aufwändiges Gerät, welches der sogenannten „Traumextraktion“ dient, sowie weitere Erfindungen, die es so nie gab. Schön beispielsweise die Vorstellung von fliegenden Kutschen, die in dieser Geschichte im Londoner Luftraum unterwegs sind.

Die Autorin hat auch eine Erklärung parat, warum es in ihrer Steampunkwelt eigentlich übernatürliche Phänomene gibt, allerdings wird hier vieles nur angedeutet, so dass sich der geneigte Leser den Rest selbst zusammen reimen kann. Passenderweise wird auch die Verbrechensbekämpfung sowohl mit klassisch-kriminalistischen wie übernatürlichen Methoden gemacht, und Letztere spiegeln sich vor allem im spannenden Finale wieder.

Abschließend lässt sich noch zum Sprachstil sagen, dass sich dieser angenehm und flüssig liest. In der Buchreihe „Victorian Secrets“ sind übrigens bereits mehrere Titel erschienen. Einen Überblick über diese sowie weitere Bücher der Autorin finden Sie auf ihrer Website.

Steampunk und mehr beim Deutschen Phantastik Preis 2016

Am 22. Oktober wurde wieder der Deutsche Phantastik Preis (kurz: dpp) verliehen, welcher jedes Jahr von den Besuchern des Online-Magazins Phantastik-News.de in verschiedenen Kategorien vergeben wird.

Bereits in vergangenen Jahren erhielten immer wieder auch Steampunk-Werke diese Ehrung, darunter Ann-Kathrin Karschnicks Teslapunk-Dystopie „Phoenix – Tochter der Asche“, Judith & Christian Vogts „Die zerbrochene Puppe“ ebenso wie die darauf basierende Anthologie „Eis & Dampf“bis hin zum Sekundärwerk „Steampunk – kurz & geek“ von Alex Jahnke & Marcus Rauchfuß. Weitere Bücher des dampfendes Genres wurden nominiert für den Preis, wie die Anthologie „Steampunk 1851“ aus dem Art Skript Phantastik oder „Gegen die Zeit“ aus der „Magierdämmerung“-Trilogie von Bernd Perplies.

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copyright: Artskript Phantastik Verlag

In diesem Jahr gewannen in Sachen Steampunk die Anthologie „Die dunkelbunten Farben des Steampunk“ (Art Skript Phantastik Verlag) und das Sekundärwerk „Das große Steampanoptikum“ von Alex Jahnke und Clara Lina Wirz, über das wir bereits hier berichteten. Eine neue, erweiterte Auflage dieses Buches ist zur Zeit in Planung. Alex Jahnke ist damit übrigens schon zum zweiten Mal Preisträger für ein Steampunk-Sekundärwerk geworden.

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copyright: Edition Roter Drache

Hier außerdem ein Überblick über die weiteren Gewinner:

Für den besten deutschsprachigen Roman wurde Susanne Pavlovics „Feuerjäger 1 – Die Rückkehr der Kriegerin“ (Amrûn) ausgezeichnet.

Faye Hell erhielt mit ihrem Debüt „Keine Menschenseele“ (Amrûn) den Preis für Bestes deutschsprachiges Romandebüt.

Als Bester internationaler Roman erhielt „Die Krone des Schäfers“ (Manhattan) des verstorbenen Terry Pratchett den Preis.

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte wurde Oliver Plaschkas „Das öde Land“ aus der gleichnamigen Anthologie des Torsten Low Verlages.
Nominiert wurde übrigens auch die Steampunk-Kurzgeschichte „Erasmus Emmerich und der zinnoberrote Zinnsoldat“ von Katharina Fiona Bode (aus: Die dunkelbunten Farben des Steampunk, Art Skript Phantastik)

Der Preis für die beste Romanserie ging an Nicole Böhms „Die Chroniken der Seelenwächter“ (Greenlight Press)

Als bester Grafiker durfte Alexander Kopainski den Preis entgegen nehmen, welcher unter anderem für den Drachenmond Verlag tätig ist.

 

 

Ersticktes Matt - ein Steampunk Krimi von Nina C. Hasse

Das „erstickte Matt“ ist eine spezielle Formation im Schachspiel. Doch man muss kein passionierter Schachspieler oder Kenner des Spiels sein, um an diesem realistisch-dramatischen Steampunk Krimi seine Freude zu haben.

copyright: Kim und Nina Hasse

copyright: Kim und Nina Hasse

Angesiedelt ist die Geschichte im winterlichen New York um 1893.  In den berüchtigten Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort finden sie eine erdrosselte weibliche Leiche mit einer Schachfigur in der Hand. Ist hier ein Wahnsinniger am Werk? Zur gleichen Zeit findet in der Stadt ausgerechnet ein wichtiges Schach-Turnier statt.
Der Protagonist Remy Lafayette analysiert Gesichter (eine beliebte Wissenschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts) und ist zugleich Berater beim New York Floodlands Police Department. Für ihn wird die Jagd nach dem Mörder zu einer qualvollen und dramatischen Reise in die eigene Vergangenheit, als seine ehemalige Verlobte in die Ereignisse verwickelt wird. Mehr sei an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten.

Der Stil dieses Krimis ist zugleich elegant, wie auch sehr anschaulich. Das bedrückende Elendsviertel „Floodlands“, aber auch andere Orte in New York werden sehr lebensnah geschildert, so dass man sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Die Figuren sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet, was sowohl für Protagonisten wie die Nebenfiguren gilt. Lafayette ist ein sympathischer und auch ungewöhnlicher Ermittler bzw. Berater. Das erinnert an so manche Krimiserie, welche die üblichen polizeilichen Ermittler-Teams um extraordinäre Berater ergänzen, die dem Ganzen dann das gewisse Etwas verleihen. Aufmerksame Leser werden in diesem Krimi außerdem einige Hinweise auf den Mörder entdecken können, die geschickt eingestreut worden sind.

Nina C. Hasse hat fünf Jahre lang an diesem Debüt gearbeitet – und es hat sich gelohnt. Bleibt zu hoffen, dass weitere Krimis mit Remy Lafayette und seinen Kollegen nicht so lange auf sich warten lassen. Ein Kurzkrimi mit dem Titel „Der Traum vom Fliegen“ ist übrigens ebenfalls bereits erschienen.

Eine Leseprobe zu „Ersticktes Matt“ gibt es hier auf dem Blog der Autorin, sowie weitere Informationen.

Rezension: Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

Dieser Steamfantasy-Krimi von Katharina F. Bode entführt uns in das Berlin des Reichskanzlers Bismarck (eine genaue Jahreszahl wird nicht genannt, daher kann hier der Zeitraum 1871 – 1890 vermutet werden).  Hier gibt es allerhand technische Erfindungen, die es so nicht gab, z.B. den sogenannten „Klangkugelkommunikator“. Und auch einige Viertel der Stadt haben andere Namen, z.B. das Geisterviertel oder das Erfinderviertel.

Und so ist auch die Titelfigur Erasmus Emmerich nicht nur ein Detektiv, sondern auch Erfinder. An seiner Seite ermittelt die Fee Marie, welche seit einem Unfall beständig Rauch absondert – und sich auch in solchen auflösen kann. Seitdem wird sie auch „Qualmfee“ genannt. Das Buchcover (Illustration von Martin Knipp) zeigt anschaulich, wie dies aussieht.

copyright: artskript Phantastik Verlag

copyright: artskript Phantastik Verlag

Zunächst bietet das Buch einen Einstieg mit zwei Kurzgeschichten über Erasmus und Marie (die auch in zwei Anthologien des Verlags vertreten sind). Es empfiehlt, diese beiden als Vorgeschichten zu verstehen und zu lesen, da hier einiges erklärt wird, was dann im eigentlichen Roman weitergeführt wird.

Als in Berlin mehrere Trolle ermordet werden und es der Polizei nicht gelingt, den Täter zu fassen, werden Emmerich und die Qualmfee hinzugezogen. Wenig später taucht die verschleierte Madame Mallarmé auf und stiftet reichlich Verwirrung. Sogar Marie gerät bald unter Verdacht. Aber vielleicht lassen sich auf dem U-Boot-Wal „Wobbly Dick“ einige Antworten finden…

Wer einen ernsten, dramatischen Krimi lesen möchte, sollte lieber zu anderen Büchern greifen. Wer dagegen Freude hat an skurrilen Charakteren, schrägen Einfälle, witzigen Dialogen, Liebe zum Detail und allerlei Anspielungen (so wie etwa „Wobbly Dick“ natürlich nach Moby Dick benannt wurde), für den ist dieser kurzweilige Roman, der sich leicht und unterhaltsam lesen lässt, genau richtig.

Das originelle Ermittlerduo wird übrigens ergänzt durch einen sprechenden, ziemlich gewitzten Zinnsoldaten, dessen Hintergrund in einer der vorangestellten Kurzgeschichten dargestellt wird.
Außerdem sei noch erwähnt, dass der Roman durch einige passend gestaltete Illustrationen und Verzierungen ergänzt wurde, was ihn auch optisch sehr ansprechend macht.

Die Verlagsseite des Romans.

Rezension: Die äußerst seltsame Reise des Montgomery Flagstone

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Roman von Ralph G. Kretschmann zählt mit zu den besten deutschsprachigen Steampunk-Romanen der letzten Jahre.

copyright: Fantasy Verlag

copyright: Fantasy Verlag

Die spannende Geschichte ist angesiedelt in einem London der Zukunft (ca. 24. Jahrhundert), in der die Bevölkerung die Dampfkraft als vorherrschende Energiequelle nutzt. Grabungsfunde der Archäologischen Gesellschaft, einer beinahe allmächtigen Institution, geben Auskunft über vergangene Zeiten. Dieses zukünftige London ist so ganz anders als das heutige und wird auch anschaulich beschrieben.

Der Wissenschaftler Montgomery Flagstone wird mit seinem Freund Vincent Kant zu einer Ausgrabung nach Südamerika geschickt, bei der Dinge zutage entdeckt wurden, die sich die Archäologen nicht erklären können. Sind es am Ende gar außerirdische Artefakte? Währenddessen plant ein skrupelloser Verbrecher in London seinen Aufstieg und geht dabei auch über Leichen.

Auf rund 670 Seiten fächert sich die Handlung auf in verschiedene Schauplätze, vor allem Südamerika und London. Schließlich bereist ein Teil der Helden sogar den Weltraum. Mutanten, eine künstliche Intelligenz, Mensch-Maschinen-Wesen, steampunkige Prothesen und erstaunliche Waffen sind hier ebenso zu finden wie ein Protagonist mit einem quälenden Geheimnis, so manche Intrige und zwei Liebesgeschichten, die angesichts von rasanter Action und Abenteuer dezent im Hintergrund bleiben.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig zu lesen, ohne weitschweifende Beschreibungen, aber mit genug Hintergrundinformationen, dass man die Steampunk- und Science-Fiction-Elemente gut nachvollziehen kann. Als Perspektive ist hier die des allwissenden Erzählers gewählt, der uns einen guten Einblick gibt in die Gedankengänge und Motivationen aller wichtigen Charaktere.
Trotz der Länge des Buches wird es übrigens an keiner Stelle langweilig, der Autor bringt die Handlung immer gekonnt auf den Punkt. Die Kombination aus Science-Fiction, Abenteuer und Steampunk ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Da die Website des Autors zur Zeit überarbeitet wird, hier ein anderer Link zum Buch.

Rezension: die Anthologie Steampunk Akte Deutschland

In der Einführung dieser Anthologie berichtet der Archivar der Geheimorganisation Schmetterling
von merkwürdigen Ereignissen in Deutschland, die aktenkundig geworden sind und nun nach dem Willen seines Vorgesetzten auch der allgemeinen Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollen, damit sie sich der Existenz dunkler Wesen in ihrem Land bewusst werden.
Das Buch gewann den deutschen Phantastik Preis 2015 als beste Original-Anthologie.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Hier ein Überblick über die 15 vielseitigen, spannenden Kurzgeschichten:

Der mechanische Mann // Detlef Klewer
Hier erfährt der Gefreite Hasenkamp im deutsch-französischen Krieg von einem fürchterlichen Geheimnis des französischen Militärs. Bald darauf arbeitet er mit einem weiblichen General-Leutnant zusammen und trifft sogar auf Bismarck.

Die Geister, die ich rief // Corinna Schattauer
Der Erfinder Eric hat eine Maschine entwickelt, mit der er die Geister Verstorbener beschwören kann.
Doch etwas hat er bei seinen Versuchen nicht bedacht, und so steht er mit seiner Freundin Cleo bald einer Heimsuchung aus dem Jenseits gegenüber.

Erasmus Emmerich und der Messing-Türknauf // Katharina Fiona Bode
Emmerich, Detektiv im Dienste des Fürsten von Bismarck löst gemeinsam mit der ungewöhnlichen Fee Marie einen mysteriösen Fall. Übrigens gibt es inzwischen auch einen kompletten Roman über die Abenteuer des Erasmus Emmerich (wir werden später darüber berichten).

Proterius‘ Konservendose // Daniel Huster
Als der exzentrische Erfinder Proterius versucht, eine Konservendose zu entwickeln, die seinen Konkurrenten den Rang ablaufen könnte, geschehen unvorhersehbare Dinge.

Seelenverzehrer // Daniela Herbst
Harkon Christobal möchte einen Sukkubus überlisten – in einer dystopischen Welt voller Industrieruinen, die in der nahen Zukunft angesiedelt ist.

Wolfsjäger // Kim Christine Wiefelspütz
Eine klassische Werwolf-Geschichte, mit dem einen oder anderen Steampunk-Gadget.

Die Tücken der Technik // Dennis Frey
Ein Erfinder baut eine spezielle elektrische Rüstung für das preußische Militär. Die hat allerdings gefährliche Nebenwirkungen, wie sich auf der Weltausstellung im Londoner Kristallpalast zeigt.

Archibald Leach und der Plan des Kaisers // Markus Cremer
Archibald Leach und seine Kollegin Sarah Goldberg bekommen Unterstützung von keinem Geringeren als Karl May, um ein Verbrechen zu verhindern, das von einem Doktor Moreau angezettelt wurde.

Der Geist in der Maschine // Marion Fischl
In dieser Geschichte wendet sich der Erzähler, ein genialer, aber moralisch fragwürdiger Erfinder, direkt an den Leser, um ihm seine bedeutendste Erfindung vorzustellen.

Der Plan des Grafen von B. // Adrian Sommerfeldt
Ein junger Dichter lernt einen Graf und dessen schöne Tochter kennen. Doch beide umgibt ein finsteres Geheimnis, wie er bald feststellen muss…

Der Wunsch // Ashley Kalandur
Diese Geschichte erinnert entfernt an Aladin und die Wunderlampe.

Das einfallsreiche Fräulein Helena Roth // Isabelle Wallat
Fräulein Roth ist Erfinderin und gleichzeitig Vampirjägerin. Ob sie den Vampir besiegen kann, der ihren Verlobten bedroht?

Der Mann in Schwarz // Fabian Dombrowski
Diese Geschichte unterscheidet sich recht stark vom Rest, denn sie entführt uns in das Deutschland der 1960er, als der Kalte Krieg im vollen Gang ist. Doch hier geht es um eine Zeitreisemaschine, mit der gewisse politische Ereignisse aus der Vergangenheit verhindert werden sollen. Ob das gut geht?

Der Parasiteur // Andrea Bienek
Auf den ersten Blick ein Krimi mit einem Mordfall, entpuppt sich diese Geschichte bald als schaurige Horrorstory.

Der Gehilfe des Puppenmachers // Daniel Schlegel
In dieser Geschichte eifert ein Puppenmacher dem Vorbild seines verstorbenen Vaters nach: Er möchte lebensechte Puppen mit mechanischen Teilen erschaffen. Doch das ist gar nicht so leicht…

Die Verlagsseite der Anthologie.