Elysium Nights - 26.01.13

Am 26.01. finden zum ersten mal die Elysium Nights mit dem Thema “dark fairytale in the haunted grotto” statt. Laut eigener Beschreibung “eine neue Serie dunkel-romantischer Tanz-Bälle mit immer wieder wechselnder Thematik in unmittelbarer Nähe zur Kulturstadt Köln.”

Die erste Ausgabe haben wir nun zum Anlass genommen ein Interview mit den beiden Organisatorinnen Natalia (Natalia Le Fay) und Marina (Oh, Marisha!) zu führen:

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Event wie „Elysium Nights“ zu starten?
Natalia:
Die Idee für einen Ball schlummerte schon lange in uns (noch vor 2006), aber nahm erst richtig Form an, als Marina und ich uns richtig beim ersten Shooting kennenlernten. Wir fühlten beide sofort, dass wir kreativ auf der gleichen Wellenlänge lagen. Wir überlegten, wie wir unsere Kreativität noch weiter ausleben könnten, und vor allem, wie wir unsere Ideen auch mit anderen teilen könnten.

Marina:
Und es passte wunderbar, dass wir beide dennoch unseren eigenen Stil haben. Ich bin Kostümdesignerin, die sich auf historisch inspirierte Mode spezialisiert hat, Natalia ist Fotografin und geht eher Richtung Fantasy & Pagan.
Ein Ball war da nur naheliegend, da wir unsere beiden Stile miteinander kombinieren können, und so noch mehr Leute ansprechen können.

Nach welchen Kriterien habt ihr die Location für die erste Ausgabe „The Haunted Grotto“ ausgewählt?
Natalia & Marina:
Für das Thema, „Dunkle Märchen in der verwunschen Grotte“  suchten wir nach einer Location, die märchenhaft, mittelalterlich aber zugleich auch etwas Dunkles und Mysteriöses hat, und da ist das Em Silo, auch aufgrund der guten Anbindung an Köln und der ausreichenden Größe des Veranstaltungsortes, perfekt geeignet.
In Zukunft werden wir aber auch andere Locations wählen.

Wie seid ihr auf das Thema für diese erste Ausgabe gekommen?
Marina & Natalia:
Das Thema verbindet für uns beide die Themen, für die wir uns am Meisten interessieren: Märchen, Historische Mode, die Gothic Kultur und Fantasy.
Es wird in Zukunft aber auch andere Themen gäben, so wie unser demnächst anstehendes Steampunk Event, Steampunk Voyager, in Amsterdam, Holland voraussichtlich am 13.April.

Seit wann laufen die Planungen?
Marina & Natalia:
Die Planungen laufen seit Anfang letzten Jahres und auch während der letzten beiden Picknicke in Köln, dem Jardin de Belle Époque.

Gibt es schon nähere Information zum Programm?
Marina & Natalia:
Ja, die gibt es.

Es wird ein umfangreiches Programm geben. Gia La Fae wird uns einen Burlesque Fächertanz präsentieren, Andreas Steverding wird uns in eine geheimnisvolle Märchenwelt entführen und verzaubern, Marina wird eine Fashion Show mit ihren exklusiven Design präsentieren, Natalia wird eine Fotoausstellung präsentieren und jeden Gast am Abend die Möglichkeit geben, ein Foto seines Outfits festzuhalten. Agnes Medusa Jasper wird unsere grüne Fee an der Absinthbar sein, und einige Händler, u.a. Niniel von Deaddolls Needful things und Sina von Merry me werden passende Accessoires auf dem Ball verkaufen. Und zu guter letzte werden wir musikalische Unterstützung durch unsere beiden DJs XLII und Tom Noir erhalten.

Wie viele Leute stecken hinter der Organisation?
Marina & Natalia:
Der Kopf der Organisation sind wir beide. Wir kümmern uns um die kreativen Ideen & Organisation der Veranstaltung, und unsere beiden bezaubernden Männer helfen uns bei dem technischeren Teil, Website und Design von Tommy Croix und die Logistik übernimmt George.

Welche Künstler würdet ihr gerne noch für das Projekt begeistern?
Natalia& Marina:
Für den ersten Ball haben wir diesmal alle Künstler zusammen gekriegt, die wir uns wünschten. Aber in der Zukunft würden wir gerne auch mit anderen Künstlern, Entertainern und Musikern und kulturellen Institutionen (Museen, Schlösser, Kunstausstellungen u.a.) zusammen arbeiten. Vor allem letzteres liegt uns am Herzen, daher arbeiten wir bereits auf dem nächsten Event (Steampunk Voyager) mit dem holländischen Museum „Electrische Museumtramlijn Amsterdam“ zusammen.
Wir denken, dass diese Art der Veranstaltung kulturellen Wert für alle Menschen hat, und würden uns daher sehr über die Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Organisationen & Künstlern freuen.

Marina:
Oh, und was spezielle Künstler angeht, ich würde gerne Voltaire und Aberrant Vascular als Bands für unsere Veranstaltungen gewinnen, und mit Atelieri O. Haapala zusammen arbeiten.

Natalia:
Hm… also ich würde mich für Brian Froud, Fantasy Illustrator, und Omnia als Musikband entscheiden.

Wie kann man euch weiter unterstützen?

Marina & Natalia:

Wir freuen uns über jeden Tipp von außerhalb, und natürlich auch über Hilfe in Form finanzieller Unterstützung, aber noch viel wichtiger wäre die Unterstützung in Form von mehr medialer Aufmerksamkeit und Sponsorships, wie zum Beispiel die Bereitstellung von Produkten als Give-aways für unsere Gäste, oder die Zusammenarbeit mit weiteren Performern, Musikbands und Künstlern.

Vielen Dank für dieses Interview!
Weitere Infos zur Elysium Nights gibt es unter www.natalialefay.com/events und www.facebook.com/elysiumnights
Noch bis zum 19. Januar können hier Tickets im Vorverkauf für 15€ erworben werden.

Im Dress-code steht übrigends auch Steampunk ;)

 

 

Electrische Museumtramlijn Amsterdam

Science-Fiction ist tot!

Autsch! Bitte hören Sie auf mit Tribbles nach mir zu werfen und stecken Sie die Phaser wieder ein. Diese Aussage stammt nämlich nicht von mir und ich kann das auch gar nicht wirklich beurteilen. Das SciFi tot sein soll ist eher der aktuelle Grundtenor der Verleger. Ein kleiner Haufen bairischer Steampunks war letzten Samstag auf der mucCon im Kulturzentrum Trudering (München). Was wir da sehen durften kann ich allerdings beurteilen, nämlich gähnende Leere. Aussteller, Verleger, Autoren waren hier zahlenden Gästen mindestens 2:1 überlegen. Woher das mangelnde Interesse an einer Veranstaltung zu SciFi und Fantasy kommt kann man wohl nur raten. Fehlende Werbung der Veranstalter, die Absenz eines Kinderherzen erfreuenden Darth-Vader-Doubles, oder das Fehlen großer Verlage mit berühmten Schriftstellern im Portfolio? Nicht wirklich zuträglich dürfte gewesen sein dass die Webseite der mucCon drei Tage vor der Veranstaltung offline ging und zum jetzigen Zeitpunkt immer noch ist. Auf die Art dürfte so mancher nicht mal mehr gewusst haben wo die “Convention” eigentlich stattfinden soll. Selbst die Facebook-Seite weißt nur Informationen zur letzten Con in 2011 auf. Zum Glück für uns Steampunks gab es für Kostümierte ermäßigten Eintritt und außerdem waren wir eigentlich nur wegen einem bestimmten Herren anwesend. Nämlich Dr. Jürgen Lautner, welchen wir hier im Clockworker schon mal erwähnt haben. Genau genommen ging es uns um seinen audio-visuellen Vortrag mit dem Titel “Steampunk Ann0 2012″. Und diesen Vortrag hat Dr. Lautner dann auch trotz spärlichem Publikum und mangelhafter Technik vor Ort anständig durchgezogen. Der Herr war dieses Jahr viel unterwegs, in Luxemburg, Stade, Mannheim sowie auf diversen Conventions und Messen. Dort hat er reichlich Erfahrung gesammelt und auch Zitate. So zum Beispiel auch einiges an Original-Tönen von Alex Jahnke, den wir alle als Captain Serenus kennen. Der einstündige Vortrag war sehr reich an Informationen und äußerst detailliert. Insgesamt waren es leider zu viele Informationen in zu kurzer Zeit. Selbst gestandenen Steampunks hat der Vortrag eine große Portion Konzentration abverlangt um einigermaßen folgen zu können. Diese Empfindung haben wir hinterher auch gemeinschaftlich in die erbetene Kritik einfließen lassen. Nach dem Vortrag gab es noch nette und interessante Gespräche mit Dr. Lautner und einem sympatischen Verleger. Eine gute Gelegenheit völlig unterschiedliche Sichtweisen auf den Steampunk und seine Zukunft zu diskutieren und abzuwägen. Trotz der widrigen Umstände kann ich empfehlen einem der weiteren für 2013 geplanten Vorträge zu lauschen, sofern einer in der jeweiligen Umgebung angeboten wird.

Dr. Juergen Lautner auf der mucCon 2012 (C) Clockworker

Dr. Juergen Lautner auf der mucCon 2012 (C) Clockworker

 

Wo ist eigentlich das Nautilus-Modell?

Foto: Christina House / For The Times

Wer sich schon immer mal gefragt hat: “Wo ist eigentlich das Modell aus dem Film 20.000 Meilen unter dem Meer hin?” Kann sich nun beruhigt zurücklehnen. Im Gegensatz zur Galactica ist es nicht auf dem Schrott gelandet, sondern lagert sicher und gut verwahrt im Disney-Archiv. Die LA-Times durfte das Archiv besuchen und konnte viele weitere Schätze fotografieren.

via

Ausstellung: Schwarze Romantik in Frankfurt

Vom 26. September 2012 bis 20. Januar 2013 zeigt das Städel Museum die große Sonderausstellung “Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst”. Erstmals widmet sich damit eine Ausstellung in Deutschland der dunklen Seite der Romantik und ihrer Fortführung im Symbolismus und Surrealismus. Anhand von mehr als 200 Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Filmen spürt die umfangreiche Schau im Ausstellungshaus des Museums der Faszination zahlreicher Künstler für das Abgründige, Geheimnisvolle und Böse nach.

Weitere Informationen auf der Seite des Städel Museums.

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Herr Steam fragt Herrn von Phone - ein Interview

Es folgt das erste Interview, welches Herr Horatius Steam für den Clockworker führte:

H.S.: Heute hatten wir das grosse Vergnügen, Herrn Telemann von Phone zu einem Interview zu Gast zu haben.
Herr von Phone ist bekannt für seine aussergewöhnliche Kreationen aus dem Bereich der Beleuchtungstechnik.
Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen.
Herr von Phone, wie haben Sie das Genre Steampunk für Dich entdeckt?

T.v.P.: Gelebt habe ich diese Art von Nostalgie eigentlich schon immer, bis vor ein paar Jahren jemand zu mir sagte: “das, was Du da machst, ist Steampunk” – aha?!
Phonepunk existiert ja als Idee und in den Anfängen schon über 12 Jahre…
Dann habe ich festgestellt, dass da ja noch Andere waren, die meinen Stil kopierten und ich war empört! Doch als ich mich umdrehte war da eine ganze Welt, die zu mir sagte: “Herzlich willkommen zu Hause”. Na ja, und dann lernt man immer mehr hochinteressante Menschen kennen, die man schon fast als Seelenverwandte bezeichnen möchte – und die genauso verrückte Ideen im Kopf haben wie man selbst. Und auf einem Mal ist man wieder Punker und lungert vor Rathäusern rum, wie in Stade beim Aethercircus.

H.S.: Wie würden Sie den doch recht weitgreifenden Begriff Steampunk überhaupt definieren?

T.v.P.: Definieren? Hier wird nichts definiert!
Grundsätzlich beschäftigt mich aber die Frage: Wenn die Designnostalgie der Dampfmaschinen sich nie verändert hätte, die technische Entwicklung aber genau den Lauf genommen hätte, wie wir ihn kennen, wie würde die Welt dann heute aussehen? Und warum muss ein Gerät immer die Gebrauchsmöglichkeit haben, die wir kennen?

H.S.: Und was ziehen Sie für sich daraus, z.B. an Emotionen und Möglichkeiten zum Selbstausdruck?

T.v.P.: Als Pendant zu meinem Beruf als Feuerwehrmann und Rettungsassistent, der ja in der Regel nicht viel Raum für Kreativität und Ästhetik lässt, habe ich eine wunderbare Ausdrucksmöglichkeit für mich gefunden um eine Art Positivismus zu schaffen – deshalb läuft in meiner Werkstatt beispielsweise auch nur klassische Musik, es gibt kein Telefon und es ist nur selten Besuch zugelassen.

H.S.: Verfügt “Ihr” Steampunk auch über philosophische oder politische Hintergründe?

T.v.P.: Es ist die Philosophie des Miteinanders, das ist natürlich auch Gesellschaftspolitik. Wenn man sich ansieht, was uns die Gründerzeit an Hinterlassenschaften bereitet hat und ich dann darüber nachdenke, was wohl in hundert Jahren aus unserer heutigen Zeit übrig ist, fällt mir dazu wenig ein – das bedeutet, wir schaffen uns eine Welt, die keinen oder wenig Bestand haben wird. Das steht im konkreten Gegensatz zu vielen hochinteressanten Menschen, die ich im Steampunk kennengelernt habe. Da sind ganz viele Begegnungen dabei, welche Bestand haben werden.

H.S.: Steampunk wird häufig mit der viktorianischen Ära in Verbindung gebracht. Gäbe es Grundgedanken oder Verhaltensregeln aus dieser Zeit, welche Sie gern verstärkt in der heutigen Gesellschaft wüssten?

T.v.P.: Den fachgerechten Gebrauch von Visitenkarten. Anstand, Respekt – sowohl bei der Bekleidung als auch in der Konversation. Den Grundgedanken, nicht immer alles gleich wegzuwerfen, nur weil ich derzeit keine Verwendung dafür habe. Das setzt allerdings voraus, dass Dinge nicht grundsätzlich schon so gebaut werden, dass sie nur eine bestimmte Lebensdauer haben und man sie entsorgen muss, um ein Neues zu kaufen.

H.S.: Lassen Sie Ihren Steampunk in irgendeiner Weise auch in Ihren Alltag einfließen, abseits von Ihren Projekten?

T.v.P.: Ich lebe das zu Hause in so vielen Varianten, dass man kann das gar nicht mehr in “Steampunk” oder “Nicht-Steampunk” trennen kann.

H.S.: Haben Sie vor Steampunk als “Markenbezeichnung” zu etablieren? Als etwas wertiges, besonderes?

T.v.P: Steampunk ist die Kunstausdrucksform der nächsten Zeit, in welchem Maße wird mir die dampfgetriebene Kristallkugel sagen, die ich gerade entwickle.
Es ist aber etwas, was einfach passiert, das kann man nicht inszenieren. Und es passiert, weil ganz viele kreative Leute Ihre eigene Ausdrucksweise und Interprätation des Steampunks in der Öffentlichkeit präsentieren und andere einfach anstecken.

H.S.: Es fallen besonders die Verwendung von Telefonen bei Ihren Kreationen auf. Hat es damit eine besondere Bewandtnis?

T.v.P.: Telefone sind ein Mittel der Kommunikation. In einem Zeitalter, in dem Kommunikation immer mehr auf eine Fast-food-Variante reduziert wird, besinne ich mich auf Ur-Formen zurück. Das Arbeiten mit perfekten Formen, wie die Coca-Cola Flasche, dem Porsche oder eben bei mir dem W48 Telefon, ist an sich schon Kommunikation mit dem Objekt. Wenn diese Sache am Ende eines Gestaltungsprozesses zu einer Be- oder Erleuchtung führt, habe ich dem Objekt einen neuen Sinn gegeben. Es geht mit in dem Gestaltungsprozess in der Hauptsache um die Umsetzung von Metaphern. Manchmal ist es aber auch nur ein Golem, der leuchtet – auch eine Ausdrucksform.

H.S.: Hatten Sie eine besondere Ausbildung?

T.v.P.: Ich bin gelernter Elektroniker, aber das ist viel zu lange her, den Rest hat die harte Schule des Lebens mit mir veranstaltet.

H.S.: Wer oder was inspiriert Sie?

T.v.P.: Um es mit den Worten des englischen Designers Paul Smith zu sagen: Sie können Inspiration in Allem finden, wenn nicht, sehen Sie genauer hin.

H.S.: Gibt es ein besonderes Lebensmotto für Sie?

T.v.P.: Ich bin nicht käuflich – für Phonepunk gilt das nicht.

H.S.: Worauf sind Sie besonders Stolz? Und warum?

T.v.P.: Auf meine Frau, die nach 20 Jahren meine Verrücktheiten immer noch mitmacht.

H.S.: Gibt es etwas, was Sie der Welt sagen möchten?

T.v.P.: Ein Miteinander unterschiedlicher Menschen ist möglich, aber nur unter einer Grundbedingung – RESPEKT!

H.S.: Herr von Phone, ich bedanke mich für das Interview.

Kann das Fandom die Gesellschaft verändern?

PBS (das öffentlich-rechtliche Fernsehen der USA) wirft einen Blick auf das Fandom und seine unterschiedliche Ausprägungen.

Before the mass media, people actively engaged with culture through storytelling and expanding well-known tales. Modern fan culture connects to this historical tradition, and has become a force that challenges social norms and accepted behavior. Whether the issue is gender, sexuality, subversiveness, or even intellectual property law, fans participate in communities that allow them to think outside of what is possible in more mainstream scenarios. “Fannish” behavior has become its own grassroots way of altering our society and culture, and a means of actively experiencing one’s own culture. In a sense, fans have changed from the faceless adoring masses, to people who are proud of their identity and are stretching the boundaries of what is considered “normal”.

“Can Fandom Change Society?”PBS Arts: Off Book

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Steampunk in Japan

Wer zufälligerweise am 15. September in Tokyo sein sollte, kann dort mal beim zweiten Steampunk Fashion Salon vorbei schauen. Nach der ersten, sehr erfolgreichen Ausgabe, gibt es nun im September die Wiederholung.

Zombies in Love

Wer sagt, dass Zombies nicht romantisch sein können? Die Aquarelle von Scott Campbell für das Buch Zombie in Love zeigen die herzzerfleischende herzerweichende Seite der Untoten, die einfach nur einen schlechten Ruf haben.

via

Ausschreibung: Die Steampunk-Chroniken II

All die ambitionierten Autoren unter unseren Besuchern sollten sich einmal die “Gaslicht” Ausschreibung für die Steampunk-Chroniken (Band 2) ansehen.
Bis zum 31.10.2012 können noch unveröffentlichte, spannende Kurzgeschichten eingereicht werden. Also husch, husch an den Schreibtisch!

Neil Gaiman an der University of the Arts in Philadelphia

Der Abschlussjahrgang der University of the Arts in Philadelphia konnte für dieses Jahr einen besonderen Redner gewinnen. Neil Gaiman begeisterte die Studenten mit seinem Vortrag über Kreativität und Idealismus, sein Fazit:

Go and make interesting mistakes, make amazing mistakes, make glorious and fantastic mistakes. Break rules. Leave the world more interesting for your being here. Make. Good. Art.

 

Lori Nix

So ganz komme ich noch immer nicht darüber hinweg, dass die destruvtik-utopischen Welten der Lori Nix aus winzigen Modellschaukästen bestehen.
Hier ist alles echt, kein Grafikprogramm wurde bemüht, nur Epoxitharz, Papier, Draht, Farbe, Kleber und ähnlich ehrliche Bastlermaterialien. Und das Ergebnis: Instant Tickets in eine andere Welt!

SPON

Und so sieht Spiegel Online das WGT inklusive Steampunks:

Minden sucht den Super-Reenactor

Die geschichtsträchtige Stadt Minden arbeitet daran, das Image der Stadt als Standort für die Living-History-Szene mit einer Internationalen Reenactment Messe, so wie mit einem Preis für die besten Reenacter zu festigen.
Ein spannendes Projekt, das bestimmt viel Bewegung in die Szene bringen dürfte – und Minden ganz im Sinne der Tourismuskampagne im Oktober 2012 zu einem lohnenswerten Ausflugsziel macht.

Weitere Infos findet der geneigte Leser z.B. in einem ausführlichen Bericht im Chronico Geschichtsmagazin.

Die "Zeitschneise" - Ein Bericht von Miss C. Tickerlein

Nun ist es geschafft – und ich bin erledigt. Oder eben auch anders herum, ganz wie´s beliebt.
Anfangs war die”Zeitschneise” ja eher so als zwangloses Spontantreffen: Wer kommt, kommt, wer nicht bleibt halt weg, und wenn´s voll ist, ist´s eben voll.
Meine unangestrengte Planungstaktik ging so lange auf, bis die Besucherzahlen so langsam den Rahmen der gebuchten Location zu sprengen drohten, und im Rauchersalon immer wieder “Veranstaltung wurde auf Facebook geteilt” zu lesen war. Und die Presse anrief. Und mir der Betreiber des ursprünglichen Cafés circa zwei Wochen vor Termin absagte. Und ich noch keine Ausweichmöglichkeit hatte…

Das Grauen! In ohnehin schlaflosen Nächten wälzte ich mich hin und her und ersann Horrorvisionen von 200 ungehaltenen Steampunks in voller Montur, die von ARD und der “Zeit” aufgepeitscht, meinen sozialen Tod vor verschlossenen Caféhaustüren fordern. Und dann war da ja auch noch ein Urlaub, seit langem gebucht und bis zum Vorabend der Zeitschneise geplant. Hat man in den Allgäuer Bergen eigentlich Handyempfang? Und was ist mit Internet? Na ja, falls alles den Bach runter geht, kann ich immer noch gleich dort bleiben und abgehalfterte Fremdenführerin im Schloß Neuschwanstein oder Halbtags-Biobäuerin werden.

Aber so weit kam es ja gar nicht. Das Café Nelson sprang total relaxt und äußerst unkompliziert in letzter Minute ein (auch wenn der Besitzer die ungemütliche Angewohnheit hat, auf E-Mails grundsätzlich nicht zu antworten. Was eventuell damit zusammenhängt, dass er sie erst gar nicht liest.) und stilisierte sich damit in nullkommanix zu meinem persönlichen Heldenlokal mit echten Erlöserqualitäten. Und die passende Atmosphäre hat es auch! Ein Gedicht.
Die darauf folgenden, kleineren Schwieigkeiten – gibt es einen Beamer? Ja. Nein. Vielleicht. Aber der geht nicht. Oder doch…? Und Internetanschluss? Wie viele Gäste kommen denn nun eigentlich? Bekommen die dann auch was zu essen? Wie jetzt, die wollen essen? Mannheim ist am Veranstaltungstag übrigens komplett für einen Marathon gesperrt, da gibt´s kein Durchkommen… Und was zur Hölle ziehe ich eigentlich an?! – waren im Vergleich zu dem vorangegangenen Streß so unbedeutend, dass sie eine schon fast tiefenentspannende Wirkung zeigten.


Bild: Demeter

Aber jeder Samstag kommt irgendwann, und so auch dieser. Um 13:00 Uhr waren die ausstellenden Künstler erwartet, um 14:00 die Gäste. Dass Steampunks anscheinend überpünktich und somit immer eine halbe Stunde früher dran sind als geplant, schiebe ich auf die im Überfluß vorhandenen Taschenuhren und die von mir geschürte Angst, es könne an Tischen und Platz mangeln. So war es um 15:00 auch schon recht voll und die Stimmung heiter.
Besonders schön war für mich der mit fast jedem Gast wiederkehrende Peinlichkeitsmoment “Wie, zur Hölle, stellt man sich in Steampunkkreisen vor?! Duzen? Siezen? Euchzen? Realname? Forenname? Einfach stumm reinschleichen?“, den jeder auf seine ganz persönliche Weise durchlebte. Herr Steam löste den seinen mit charmantem Handkuss, ein Gast ging erst mal wieder raus, eine junge Dame winkte aus sicherer Entfernung wie eine schüchterne Japanerin im Fernsehen.

Und dann kam das ARD-Kamerateam. Abgemacht waren eigentlich zwei Mann mit dezenter Kamera. Ja… Drei waren es dann aber doch, mit Schultercam und Beleuchtungsschirmen (die erst mal das vom Servicepersonal so liebevoll gestaltete “Willkommen-Steampunks-Es-Gibt-Chilli-Schild” verdeckten und langsam aber sicher die Veranstaltungsregie zu übernehmen drohten. Ein Glück hatte ich so eine wahnsinns Wichtigtuerlounge mit roten Sofa und riesen Steuerrad, da viel das Aufbegehren nicht all zu schwer. So was will ich jetzt auch zuhause.
Aber richtig engagiert waren die Jungs. Und einen wirklich netten und erstaunlich unpeinlichen Beitrag haben sie da zusammengeschnippelt, das muss man ihnen lassen.


Bild: Ambra Renfield

Wie man das vom Radio kennt, hielt sich die Dame welche für die “Zeit” so allerhand Leute interviewte dezent im Hintergrung und wartete geduldig, bis man sie ansprach. Zumindest kam das bei mir so an. Und interessante Fragen hat sie gestellt! Darüber, ob die Rock-und-Korsagen-Mode der Steampunkerinnen etwas mit einem antiquierten, antifeministischen Frauenbild zu tun haben könnte, denke ich noch immer nach (und werde eventuell auch bald etwas dazu schreiben).

Um das Ganze hier mal auf den Punkt zu bringen: Alle vorangegangene Angst war umsonst.
Das Café Nelson erwies sich als idealer Ort der Zusammenkunft, alle hatten Platz, die Künstler waren großartig und jeder trug auf seine Weise zum Gelingen der “Zeitschneise” bei, egal ob Aussteller, Performer oder “nur” Gast. Obwohl, zu letzteren muss man sagen, dass sie ja auch schon irgendwie ausstellende Künstler waren, Alles in Allem, denn nahezu jede einzelne Klamotte war ein Kunstwerk für sich.
Die Gespräche drehten sich zum Großteil tatsächlich um Steampunk und alles was damit zusammenhängt, und so weit ich das beurteilen kann, wurden fruchtbare Kreativverbindungen geknüpft. Duelle wurden keine ausgefochten und mit spitzen Stöcken auch niemand gepiekt.

Mein Fazit: Für mich ein rundum gelungenes Experiment, eines das ich gerne wiederholen würde. Nur eben dann noch größer, bunter, mit live Musik und allem Tamtam. Man muss sich ja stets steigern.
Und als schöne Nebenerkenntnis: Es gibt keine besseren Gäste als Steampunks. Ist wirklich so! Punktlich da, höflich, interessiert, fröhlich, ordentlich und pünktlich wieder weg. So lobe ich mir das!

Und im Abspann meinen besonderen Dank an die Aussteller:

Rock Your Belly und Ashera Latifa mit den tollen Klamotten, Schmuck und excellenter Tanzvorführung

Oliver Plaschka
las aus seinem Steampunkroman “Der Kristallpalast”
Herr Tubulus erhellte die Gäste mit Licht und Ton
Horatius Steam stellte wundersame Technik aus
Andreas Dahn mit seinem Filmprojekt “Der Sandmann”
Titus Timeless mit nicht nur dem inzwischen regelrecht berühmten PSL-1000

Und natürlich der spitzenmäßigen Servicecrew des Café Nelson!

Zeitreise, Zeitschneise - Steampunk auf EinsPlus

Hier nur ein kurzer Hinweis:

Die ARD hat ja unsere schöne “Zeitschneise” gefilmt – den Beitrag dazu, samt Interview mit Miss C. Tickerlein (ganz privat), gibt´s morgen, den 15.05. um 20:15 auf EinsPlus, im Magazin “in.puncto“.
Mit dabei sein werden übrigens u.a. die Rockabillies, was unsere Dieselpunks ganz besonders erfreuen dürfte. Und mich auch.