c't hacks - Titelthema Steampunk

Die gerade erschienene Ausgabe der c’t hacks widmet sich dem Thema Steampunk. Online gibt es dazu auch ein Artikel von Alexander Schlesier (steampunker.de).

Das Heft ist für 9.90 EUR am Kiosk erhältlich oder elektronisch im iTunes AppStore.

hardwarehacks

Joe & Craig - Dieselpunk-Episodenromane in Novellenform

Sean O’Connell ist für Clockworker-Leser ein alter Bekannter. Sein Hörbuch Tír na nÓg hatten wir hier bereits besprochen und er war auch schon Gast auf der Salon-Couch. Mit seinem neuen Werk Joe & Craig geht er in mehrfacher Hinsicht neue Wege. Er betritt das Genre des Dieselpunks und erzählt die Geschichte der beiden Agenten als Episodenroman. Die Serie wird rein als eBook erscheinen und bei einem Preis von 1,99 EUR kann man wenig falsch machen.

Eine Lesung aus Joe & Craig findet am 15. Februar um 20 Uhr in Second Life statt.

Joe&Craig-DerdoppelteStalin

Amazon-Kindle-Link: Joe & Craig – Der doppelte Stalin (Episode 1)

Zum Inhalt:
“Die Phantastischen Abenteuer von Joe & Craig” spielen in einer alternativen Zeitlinie, in der ein ungewöhnlicher Meteorabsturz im Jahr 1816 das Antlitz der Welt für immer veränderte. Die unzähligen Splitter des aus dem All stammenden Gesteinsbrocke, die überall über Europa niedergingen, hatten zum Teil fatale Auswirkungen auf die Menschen, die mit ihnen in Berührung kamen. Manche von ihnen starben, viele wurden schlicht und einfach verrückt und wiederum andere entwickelten ungewöhnliche Superkräfte.

1938 – Joe (O’Connell) und Craig (Cameron) sind paranormal begabte Agenten im Dienste des Britischen Empires. Sie sollen den russischen Führer Josef Stalin, der zu Geheimkonsultationen in London weilt, vor Angriffen deutscher Augustoren schützen.

Dumm nur, dass die Nazis längst Bescheid wissen und ihre geniale Agentin Anna-Maria Herbst nach London entsandt haben. Als dann auch noch ein zweiter Stalin auf den Plan tritt und eine riesige, fliegende Stadt mit deutschen Soldaten über London erscheint, droht die ganze Situation außer Kontrolle zu geraten.
Geplant ist die Serie (bislang) auf vier Novellen.

  • EPISODE 2: Im Banne der Lowlander
  • EPISODE 3: Das Erwachen des Dämons
  • EPISODE 4: Weltenbrand
joe-and-craig-charakterlogo

Joe O’Connell und Craig Cameron

Mary Elizabeth Braddon - Das Geheimnis der Lady Audley: Ein viktorianischer Krimi

Mary Elizabeth Braddon war eine der erfolgreichsten Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Sie schrieb über 80 Romane, deren Handlungen – zu ihrer Zeit – bahnbrechend waren. Ihr erfolgreichstes Werk “Das Geheimnis der Lady Audley” brachte ihr nicht nur den literarischen Durchbruch, sondern auch ein kleines Vermögen, mit dem sie sich voll dem Schreiben widmen konnte. Lady Audley ist seit seinem Erscheinungsdatum 1862 immer im Druck gewesen, wurde mehrfach verfilmt und auf die Theaterbühne gebracht. Eine kleine Perle der viktorianischen Literatur, die der Dryas-Verlag in der Übersetzung von Anja Marschall nun auch dem deutschen Publikum zugänglich macht.

Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dies mit allen Mitteln verhindern. Ihm wird schnell klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der mysteriösen Frau.

Zu seiner Zeit war der Roman kein Krimi, sondern gehörte zur Gattung der Sensation Novel. Das sollte man beim Lesen im Hinterkopf haben, denn sonst wird man eventuell vom relativ einfachen Krimiplot enttäuscht. Der Krimi ist aber nur Mittel zum Zweck, denn eine Sensation Novel sollte den Leser mit seinem Themen (in diesem Fall Bigamie) schockieren. Die Handlung spielte oft in völlig normalen Mittelstandsfamilien und rebellierte damit gegen die allgemeine Meinung, dass solche schockierende Dinge nur außerhalb der gefestigten englischen Gesellschaft vorkommen.

Aber zurück zum Buch: Wenn der Krimi auch vorhersehbar ist, so tut es dem Roman keinen Abbruch, denn das Buch lebt mit seinen Figuren und ihren heimlichen Geheimnissen. Der Spannungsaufbau ist kein Thriller, sondern kommt in sanften Nuancen daher und wer sich von dem historischen Setting gefangen nehmen lässt, wird am Ende noch mit einer interessanten Wendung belohnt. Besonders zu loben ist die Übersetzerin Anja Marschall, der der Spagat zwischen moderner, lesbarer Sprache und dem Sprachgefühl des 19. Jahrhunderts glänzend gelungen ist. Die Sprache wirkt “alt”, aber nicht hölzern und oder gestelzt.

Ein feiner Roman für Winterabende am Kamin.

Audley_3D

Victorian Secrets - Leben in viktorianischer Zeit

1384616211-0

Sarah Chrisman lebt ihren Traum des viktorianischen Zeitalters. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ihr Leben völlig auf die Zeit von damals umgestellt.

In the Victorian Era — From Corsets to Washing Bowls to Writing in Liquid Ink

When my husband gave me my first corset as a gift for my 29th birthday, I had extreme doubts — but then, love makes us all do things we would never have expected. There was something enchanting about the image the first time I saw my corseted form in a mirror’s silvered glass, as if that figure had at last banished the hex of modernity. I altered my modern clothes to fit my new form and soon I started making replicas of my Victorian clothes to wear every day, doing away with the modern garments altogether.

Now we live in a house which was built in 1888,[ in the historic district of Port Townsend, Washington, a city which prides itself on being one of America’s few remaining Victorian seaports. The corner grocery where I buy my milk first opened its doors in 1895.

Über ihre Erfahrungen hat sie auch ein Buch geschrieben.

Steampunk-Triple beim Deutschen Phantastik Preis 2012

Ein literarisches Genre, das nicht durch Worte, sondern durch Schweißbrenner in der Wüste von Nevada zündete.

Geschichten, die nicht durch Marketingabteilungen großer Konzerne, sondern durch engagierte Independent-Verlage die Leser erobern.

Ein Steampunkbuch, das bei einem IT-Verlag erschienen ist.

Die Schutzpatronin des Steampunks hat Humor. Und ich vermute, dass es die Absinthfee ist.
dpp

Während viele große Publikumsverlage Steampunk schon immer für eine Totgeburt gehalten haben, sind die Leser ganz anderer Meinung. Gleich drei Auszeichnunge des Deutschen Phantastik Preises 2012 gingen an Steampunk-Titel:

Bester Roman:  Judith & Christian Vogt: Die zerbrochene Puppe (Feder & Schwert)
Beste Kurzgeschichte: Bernd Perplies: “Der Automat” (aus: Erinnerungen an Morgen [Fabylon])
Bestes Sekundärwerk: Alex Jahnke & Marcus Rauchfuß: Steampunk – kurz & geek (O’Reilly)

Wir haben uns unglaublich über diese Auszeichnung gefreut und sagen auch im Namen der steampunkenden Kollegen: GANZ HERZLICHEN DANK!

Alle Preisträger diesen Jahres finden sich auf der Seite des DPP. Mit der Auszeichnung für T.S, Orgel in der Kategorie bestes Romandebut für Ork vs. Zwerge ist noch ein heimliches Steampunk-Autorenduo unter den Preisträgern, denen wir ganz besonders gratulieren und auf ihr Steamtown 2 hinweisen möchten.

Eis & Dampf - Die Anthologie im Endspurt

EisundDampf

Es war ein Experiment, welches schon jetzt ein echter Erfolg ist. Die Steampunk-Anthologie “Eis & Dampf” konnte die Ebook-Ausgabe über Crowd Funding finanzieren und noch eine großformatige Karte der Welt darauf legen. Nun trennen noch 675 EUR das Projekt von der absoluten Erfolgsgeschichte: Die Finanzierung der Druckausgabe.
Noch sind sechs Tage Zeit, um zu beweisen, dass Crowd Funding von Literatur auch in Deutschland funktioniert und so ein Stück Geschichte zu schreiben.
Make it so!

Steampunk-Anthologie "Eis und Dampf"

Steampunk und Anthologien – geht man nach der Meinung der Verlagsbranche zwei sichere Zeichen für Blei in den Regalen. Das Gegenteil wollen Judith und Christian Vogt in Zusammenarbeit mit Feder und Schwert mit ihrer Steampunk-Anthologie “Eis und Dampf” durch Crowdfunding beweisen und sind schon auf einem sehr gutem Weg. Eine tolle Idee mit ausgesuchte Autoren, die man unbedingt unterstützen sollte.

YouTube Preview Image

Steampunk Tripel beim Deutschen Phantastikpreis

It’s a Steampunk Revolution…

IBM hat’s prognostiziert, und wir haben alle abgewunken: Steampunk als neuer Trend? Nein, das kann nicht das neue „Twilight“ sein. Ist es ja auch nicht. ;)
Aber bei einem Literaturpreis der Phantastik stechen dieses Jahr gleich drei Steampunk-Titel ins Auge – beim Deutschen Phantastik Preis.

In der Hauptkategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ ist „Die zerbrochene Puppe“ von Judith und Christian Vogt aus dem Hause Feder&Schwert in die Endrunde gekommen.

Bei der besten Kurzgeschichte tritt Bernd Perplies mit „Der Automat“ aus der Anthologie „Erinnerungen an Morgen“ gegen fünf weitere Autoren an.

Und in der Kategorie „Bestes Sekundärwerk“ haben sich Marcus Rauchfuß und Alex Jahnke mit „Steampunk: kurz & geek“ aus dem O’Reilly-Verlag hervorgetan.

Die oben genannten Autoren freuen sich über dieses deutliche Zeichen, dass Steampunk auch in Deutschland gefällt und gern gelesen wird.
Wenn ihr den Titeln nun auch für die Endrunde eure Stimme leihen wollt, geht es hier entlang zur Abstimmung: http://www.dontapir.de/dpp/?Jahr=2013

Es danken
Alex Jahnke, Bernd Perplies, Marcus Rauchfuß, Christian Vogt, Judith Vogt und die Mitarbeiter von Feder&Schwert, Fabylon und O‘Reilly

Perry Rhodan - Gentleman

Steampunk_PERRY-RHODAN_Color-469x644
Cover PERRY RHODAN-Report 467 (PR I 2708)

Phuturama macht sich Gedanken über ein potentielles Perrry Rhodan Steampunk Universum.

Bordfunk - Im Gespräch mit Anja Bagus Autorin von Aetherhertz

aetherhertz

In der heutigen Sendung haben Leo und Alex die Autorin Anja Bagus zu Gast. Sie reden mit ihr über ihren Überraschungserfolg Aetherhertz, das Schreiben, Selfpublishing und warum Baden-Baden eine tolle Stadt für Steampunk ist. Zum Abschluss stellt sie sich natürlich noch den gnadenlosen Salonfragen.

GGG Alex: Dead Can Dance Live / Lilyhammer / William Vitka – Emergence
GGG Leo: Cat Stevens / The Muppets (2011) / Alan Davidson – The Pleasures of English Food
GGG Anja: Simon&Simon / Guy Gavriel Kay – Fionavar Tapestry / Help – Beatles

Steam Noir - Das Kupferherz Band 3

Aktuell erschienen: Band 3 der deutschen Steampunk-Serie Steam Noir (Leseprobe).

Steam Noir 3 Cover

Ein Mädchen, das seit Jahren auf den Tod wartet.

Ein Junge, dem nur noch wenige Tage zum Leben bleiben.
Eine Schollenwelt im Äthermeer, die ihrer letzten Stunde entgegentreibt.
Die Rückkehr in die turbulente Welt von “Steam Noir” – der Comic-Saga von Verena Klinke und Felix Mertikat – verspricht ein Steampunk-Abenteuer, das einen atemlos zurücklässt, denn das Wettrennen gegen die Zeit hat längst begonnen!
Wiederkehrende Seelen aus dem Totenreich und eine Organisation, die mit Gewalt dagegen vorgeht: Während in Januskoogen die Vernichtung von Seelen ungeahnte Ausmaße annimmt, sagt sich Bizarromant Heinrich Lerchenwald vom Leonardsbund los und verfolgt eine eigene Agenda. Um an die Geheimnisse der Seelen zu gelangen, verbündet er sich mit einem Wiederkehrer, dem er Hilfe für seine todkranke Schwester verspricht, und hintergeht seine Freunde, den Maschinenmensch Richard Hirschmann und die Tatortermittlerin Frau D. Als er auf das Geheimnis hinter dem mysteriösen Kupferherz stößt, trifft er eine folgenschwere Entscheidung, mit der er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie in Gefahr bringt … Währenddessen droht das Auftauchen der Toteninsel Vineta, ganz Landsberg abermals in das Chaos der Blinden Tage zu stürzen.

Man darf sich auf Gastzeichnungen von Ingo RömlingMarvin Clifford und Kim Liersch in der Künstlergalerie freuen!

Steam Noir. Das Kupferherz 03
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
Verlag: Cross Cult; Auflage: 1. Aufl. (Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864251346
16,80 EUR

Anja Bagus — AETHERHERTZ

CoverAetherhertz

Independent-Veröffentlichungen, auch als Self­publis­hing be­kannt, hat hier­zu­lande kei­nen be­son­ders gu­ten Ruf. Das ist lei­der in­zwi­schen auch nach­voll­zieh­bar, denn dum­mer­weise ver­öf­fent­licht in­zwi­schen je­der je­den – mit Ver­laub – Scheiß.

Dass es sich da­bei al­ler­dings um ein Vor­ur­teil han­deln kann und kei­nes­falls eine Kon­stante, be­weist Anja Ba­gus in ih­rem Steampunk-Roman AE­THER­HERTZ auf ein­drucks­volle Weise, denn der ist qua­li­ta­tiv frag­los auf Ver­lags­ni­veau und in Sa­chen Ideen Thema und in­halt­li­cher Um­set­zung so­gar dar­über. Wo die Pu­bli­kums­ver­lage nur Zahn­rä­der und Zep­pe­line auf eine be­lie­bige Ge­schichte kle­ben und sie dann – oft­mals fälsch­lich – als Steam­punk de­kla­rie­ren, ist hier tat­säch­lich auch lu­pen­rei­ner und zu­dem noch ori­gi­nel­ler Steam­punk drin, der viele schnell zu­sam­men ge­schus­terte Pseudo-Genre-Geschichten weit hin­ter sich lässt.

Kurz­zu­sam­men­fas­sung mei­ner Be­spre­chung für Ei­lige: Kau­fen! Lesen!

Klap­pen­text:

Ein An­na­belle Ro­sen­herz Ro­man: Seit der Jahr­hun­dert­wende steigt grü­ner Ne­bel über den Flüs­sen auf. Æther ist für die In­dus­trie ein Se­gen, für die Men­schen ein Fluch. Luft­schiffe er­obern den Him­mel, Mons­ter be­völ­kern die Auen.
Wir schrei­ben das Jahr 1910: Im mon­dä­nen Baden-Baden scheint die Welt noch in Ord­nung. Doch wäh­rend die Kur­gäste aus al­ler Welt durch die Al­leen und den Kur­park fla­nie­ren, ster­ben junge Frauen an ei­ner mys­te­riö­sen Ver­gif­tung. Das Fräu­lein An­na­belle Ro­sen­herz ver­sucht die Ur­sa­che her­aus­zu­fin­den und ge­rät da­bei selbst in große Ge­fahr, denn sie hat schon lange ein Ge­heim­nis. Als sie der Wahr­heit zu nahe kommt, nimmt man sie ge­fan­gen. Auf den fins­te­ren Hö­hen des Schwarz­walds ver­liert sie fast ih­ren Ver­stand und es ent­schei­det sich, ob An­na­belle sich selbst ak­zep­tie­ren kann, und ihre erste Liebe stark ge­nug ist, den Wi­der­stän­den der Ge­sell­schaft zu trotzen.

Und da­mit wä­ren die Be­din­gun­gen für den sa­gen­hafte 432 Sei­ten star­ken Ro­man auch schon um­schrie­ben. Die Au­to­rin schafft sich ein Uni­ver­sum, das vom Ae­ther ge­ra­dezu durch­drun­gen, oder bes­ser: er­schaf­fen wird, diese ge­heim­nis­volle Sub­stanz ist der Aus­gangs­punkt al­ler Ge­scheh­nisse, die um­wäl­zende Ver­än­de­rung, die zu die­ser par­al­le­len His­to­rie ge­führt hat. Anja Ba­gus hat hier zwei­fel­los ein neues Sub­genre ge­schaf­fen, ei­nes, das ich als »Ae­ther­punk« be­zeich­nen möchte; denn auch wenn Cha­rak­tere deut­lich um Mit­tel­punkt der span­nen­den Ge­schichte ste­hen, Aus­lö­ser für Ge­sche­nisse des Bu­ches ist der Ae­ther. Ohne zu viel ver­ra­ten zu wol­len, denn das wäre äußerst schade, kehrt mit dem Auf­kom­men der Sub­stanz um das Jahr 1900 eine Art Ma­gie zu­rück in die Welt, auch wenn die meis­ten ih­rer Be­woh­ner das nicht wahr­ha­ben wol­len. Der Ae­ther, der ir­gend­wann über den Flüs­sen ent­stand, kann zu­dem aber auch viel­fäl­tig tech­nisch ge­nutzt wer­den, führt je­doch wei­ter­hin dazu, dass die Men­schen sich … ver­än­dern, und diese Ver­än­de­run­gen wer­den von ei­ner kon­ser­va­ti­ven Ge­sell­schaft ver­drängt, ob­wohl – oder viel­leicht ge­rade weil – Ar­bei­ter in den Fa­bri­ken und Be­woh­ner der Fluss­re­gio­nen die­sem Stoff aus­ge­setzt sind. Und manch ei­ner ver­wan­delt sich in ei­nen »Ver­dor­be­nen« …
Das Sze­na­rio ist der­art bril­li­ant, man könnte darin auf­grund der Kon­zep­tion jede Menge welt­weite Aben­teuer ver­fas­sen. Al­lein die merk­wür­di­gen An­deu­tun­gen zum of­fen­bar arg ver­än­der­ten Köln wür­den schon mehr als reich­lich Stoff für wei­tere Ge­schich­ten liefern.

Ent­ge­gen an­de­ren Genre-Romane han­delt AE­THER­HERTZ nicht ir­gendwo in Groß­bri­tan­nien oder des­sen Ko­lo­nien, son­dern in Deutsch­land. Und dort nicht in Ber­lin, Ham­burg oder Mün­chen, son­dern in Baden-Baden. Al­lein das schon eine er­freu­li­che Ab­wechs­lung. Die Be­schrei­bun­gen der Sze­na­rien sind übe­r­aus plas­tisch und las­sen diese vor dem in­ne­ren Auge ent­ste­hen, seien es nun die Kaf­fee­häu­ser der Stadt, oder eine Berg­hütte im Schwarz­wald. Und auch die Sit­ten und Ge­bräu­che der wil­hel­mi­ni­schen Zeit sind mei­ner Ansicht nach glaub­wür­dig und tref­fend dar­ge­stellt. Aber eben mit neuen As­pek­ten, die in der rea­len His­to­rie nicht vorkamen.

Ähn­lich ist es mit den Cha­rak­te­ren. Die sind vor­treff­lich um­schrie­ben und cha­rak­te­ri­siert; manch ei­ner mag bei ein paar da­von et­was von »Kli­schee« mur­meln, aber das ge­hört selbst­ver­ständ­lich zum Genre wie das Luft­schiff und man kann so­gar bei den an­satz­weise ste­reo­ty­pen Prot­ago­nis­ten eine deut­li­che Ent­wick­lung der Cha­rak­tere fest­stel­len, als Bei­spiel nenne ich hier den Sol­da­ten und »Blitz­mann« Fried­rich Fal­ken­berg (Blitz­män­ner sind eine Spe­zi­al­ein­heit, die mit Ae­ther­wer­fern aus­ge­stat­tet sind, um »Ver­dor­bene« zu fan­gen), der am An­fang als ein­ge­bil­de­ter, fla­cher An­ge­ber und Frau­en­held da­her kommt, bei dem man aber spä­ter fest­stel­len muss, dass er das nicht ist. So­gar Ne­ben­cha­rak­tere sind oft auf den Punkt beschrieben.

Die Ge­schichte ist ei­gent­lich eine klas­si­sche Kri­mi­nal– und Ver­schwö­rungs­story, die al­ler­dings mit mys­ti­schen Ele­men­ten und Ae­ther an­ge­rei­chert wurde. Da­bei spart die Au­to­rin nicht mit über­ra­schen­den Wen­dun­gen, ist aber zu­gleich fair mit ih­ren Le­sern, denn sie wirft ih­nen ge­nug Bro­cken hin, auf­grund de­rer man sich selbst ein Bild von dem ma­chen kann, was ver­mit­lich vor sich geht. Trotz­dem kann man an den Aben­teu­ern der Prot­ago­nis­ten wei­ter­hin teil­neh­men, denn man weiß lange Zeit nicht, ob man sich das Rich­tige zu­sam­men­reimt. Und es kommt ein paar Mal an­ders, als man ge­dacht hätte.

Ja, es geht auch um Liebe in die­sem Ro­man, und um die Schwie­rig­kei­ten, die man im Jahr 1910 da­mit ha­ben kann, erst recht, wenn man eine ver­waiste junge Frau ist. »Echte Kerle« wer­den jetzt viel­leicht ab­win­ken, das soll­ten sie aber nicht, denn die Ro­man­tik passt sich in das kom­plexe The­men­ge­flecht na­hezu per­fekt ein und ohne sie würde et­was feh­len und AE­THER­HERTZ wäre nicht voll­stän­dig. Und schließ­lich um­schifft die Au­to­rin auch noch sou­ve­rän eine Klippe, auf die viele an­dere auf­lau­fen: sie schafft es, zwei Sex­sze­nen zu be­schrei­ben, die nicht pein­lich sind. Chapeau!

Wenn dann beim Show­down Luft­schiffe mit Ae­ther­ka­no­nen auf­ein­an­der schie­ßen, Hel­den und Feinde darin hek­tisch agie­ren und dar­un­ter in ei­nem ge­hei­men Berg­stütz­punkt kai­ser­li­che Trup­pen ge­gen Ver­schwö­rer kämp­fen, dann fühlt man sich wie in ei­nen IN­DIANA JONES-Film ver­setzt. Über­haupt ist Anja Ba­gus´ Art des Er­zäh­lens über weite Stre­cken äußerst ci­ne­ma­tisch – und das meine ich aus­drück­lich po­si­tiv, ich mag das und es ist übe­r­aus un­ter­halt­sam! Übri­gens bin ich der Ansicht, dass die­ser Ro­man auch ver­filmt eine rich­tig gute Fi­gur ma­chen würde, er ist ei­gent­lich wie ge­schaf­fen da­für (an­ge­sichts des trau­ri­gen Zu­stands des phan­tas­ti­schen Films in Deutsch­land sehe ich al­ler­dings lei­der schwarz …). Den­noch sollte man nicht glau­ben, dass AE­THER­HERTZ durch diese An­leh­nun­gen flach ist, es ist auch noch ge­nug Platz für Re­flek­tion und Phi­lo­so­phie. Den­noch sollte man im Kla­ren sein, wor­auf man sich ein­lässt: die Pulp-Anleihen sind unübersehbar.

Ich bin arg en­thu­si­as­tisch, meint ihr? Das könnt ihr wohl glau­ben, dass ich das bin. AE­THER­HERTZ ist schlicht­weg der Ham­mer, ein lu­pen­rei­ner Steampunk-Roman mit Ur­ban Fantasy-Einschlägen, ei­nem ge­rüt­tel­ten Maß an Ma­gie, die sich den­noch fein im Hin­ter­grund hält und ei­nem hoch­in­ter­es­san­ten Aether-Unterbau. Auch wer kein Steampunk-Anhänger ist, sollte un­be­dingt ei­nen Blick dar­auf wer­fen, denn wer das nicht liest, der ver­passt etwas.

Das Ganze ist ge­kenn­zeich­net als »Ro­man eins« aus der »An­na­belle Rosenherz-Serie«. Ich freue mich auf die nächsten!

Fa­zit: Ganz! Gro­ßes! Kino! Volle Punkt­zahl. Le­se­emp­feh­lung. Und der Be­weis, dass Selbst­pu­bli­zier­tes nicht nur ge­gen die Ver­öf­fent­li­chun­gen von Pu­bli­kums­ver­la­gen an­stin­ken, son­dern bis­wei­len so­gar bes­ser sein kann. Ge­rade, wenn es um Steam­punk geht.

Wei­ter­füh­ren­der Ar­ti­kel: In­ter­view mit der Autorin

Home­page von Anja Ba­gus
Anja Ba­gus auf Facebook-Seite
Amt für Aetherangelegenheiten

AE­THER­HERTZ
An­na­belle Ro­sen­herz 1
Anja Ba­gus
Steampunk-Roman
Ta­schen­buch und eBook
6. Mai 2013
432 Sei­ten,  20,2 x 13,2 x 3,2 cm
Ta­schen­buch:
11,02 Euro
ISBN-10: 1484903536
ISBN-13: 978–1484903537
eBook (Kindle):
5,16 Euro
ASIN: B00CP6V0D8
Selbst­ver­lag / Crea­teSpace / KDP

Co­ver AE­THER­HERTZ und Bild Anja Ba­gus Co­py­right Anja Bagus

Autor der Rezension: Stefan Holzhauer – Phantanews

Creative Commons License

Avatar: Der Herr der Elemente - Die verlorenen Abenteuer

Avatar - Der Herr der Elemente - Die verlorenen Abenteuer - Band 4 (Cross Cult)

Die Geschichte um Avartar – Der Herr der Elemente geht in dem Sammelband Die verlorenen Abenteuer weiter oder – besser gesagt – gewinnt mehr Tiefe. 26 der 28 Kurzgeschichten reihen sich in den Verlauf des Animes ein und beleuchten einzelne Handlunsstränge näher oder bauen sie aus. Durch die Aufteilung der Kapitel in Wasser, Feuer, Erde (und Bonus) kann der Leser die Geschichte in die richtige Staffel einordnen. Wer die Serie nicht kennt, dem wird es eventuell schwer fallen so richtig Freude an den neuen Abenteuern zu haben, da ein gewisses Grundwissen doch Vorraussetzung für den Comic ist. Für Avatar-Fans ist dieser Sammelband allerdings ein Pflichtkauf, denn sieben Erzählungen sind noch nie veröffentlich worden und der Rest verstreut in DVDs und dem Nickelodeon-Magazin. Wie der Anime sind die zentralen Themen in diesem Band auch Abenteuer, Spannung und Humor, aber auch ruhige und gefühlvolle Momente finden ihren Platz, so erfährt der Leser zum Beispiel wann Zuko und Mais sich das erste Mal geküsst haben.

Das Artwork ist so unterschiedlich wie die Geschichten, denn jede wurde von einem anderen Autor gezeichnet. Darunter findet man viele bekannte Namen, wie zum Beispiel Justin Ridge (Star Wars: The Clone Wars), Elsa Garagarza (Green Lantern) oder Ethan Spaulding. Dabei fallen “Sportstunde” im SD-Stil und “Fruchtiger Freestyle” angenehm aus dem Rahmen, während sich der Rest mehr oder weniger am Original orientiert.

Obwohl ich kein Hardcore-Fan der Serie bin, hatte ich viel Spaß an dem dicken Sammelband, der seine 14,80 EUR mit über 200 Seiten wirklich wert ist.

 

 
Avatar: Der Herr der Elemente – Die verlorenen Abenteuer
Broschiert: 226 Seiten
Verlag: Cross Cult; Auflage: 1 (April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864250684
14,80 EUR

Steampunk Magazine #9 erhältlich

Das Steampunk Magazine hebt sich wohltuend von anderen Fanzines durch seine vielschichtigen Themenwahl, Tiefe und Umfang ab. Das hat leider zur Folge, dass meist nur eine Ausgabe im Jahr erscheint, die es aber dafür in sich hat und an der bekannte Steampunker beteiligt sind. Dabei geht es praktisch kaum um Fotos oder den neuesten Umbau, sondern um Philosophie, Denkweise und Kultur des Steampunks. Aktuell ist die Ausgabe Nummer Neun erschienen, die kostenlos als PDF erhältlich ist oder über Combustion-Books zu bestellen.
Einen schönen Überblick über die Themen der letzten Jahre bekommt man mit dem Sammelband der ersten sieben Ausgaben, der bei Amazon zu beziehen ist.

spm9cover-front-300x388

Our long-awaited 9th issue is now available for download! You can get it on the Combustion Books website or on our downloads page.

This issue is our thickest yet, coming in at 118 pages of mad science, history, interviews, fashion, and fiction!

This issue covers such subjects as: dieselpunk, anti-fascist fashion, DIY miniature airships, paper dolls, the New Orleans general strike of 1892, loaded dice and swindles, the Red Fork Empire, surrealism, machine intelligence, and post-mortem communications!

Including interviews with Cory DoctorowCherie Priest, Eric Larson, the VagabondsFrenchy & The Punk, and BB Blackdog.

Fiction by Katie Casey, reginazabo, Erin Searles, David Z. Morris, and the Catastrophone Orchestra.

Blogger schenken Lesefreude

Zum heutigen Welttag des Buches verlost der Clockworker in der Aktion Blogger schenken Lesefreude den Roman Leviathan – Die geheime Mission von Scott Westerfeld, der Fiktion und Geschichte des 1. Weltkrieges zu einer spannende Steampunk-Story vermischt. Dabei sind die Illustrationen von Keith Thompson mehr als nur hübsches Beiwerk des Romans, sondern ein ganz besonderes Highlight der Kunst.

Man muss nur eine Email an: buch@clockworker.de schreiben und schon landet man im Lostopf. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am 1.5 per Mail benachrichtigt.

mapsw