Dunkles Event sucht Autor(in)...

 

Liebe Freunde des etwas dunkleren, literarischen Genres,

 

Sie sind aufgerufen ein wenig zu lesen.

Aus Ihren Werken in einer dunklen Oktobernacht in der schönsten Stadt der Welt: Hamburg.

Frau Schreckling sucht, für ein dunkles Kunst ( Dark Art ) und Literatur Event, Autorinnen und Autoren, die mit ihren Werken eine Lesedauer von ca. 20 – 30 Minuten füllen können.

Wer in den Genres Horror, Fantasy und Mystery – Thriller zu hause und interessiert ist, am

13. oder 14.10.2017

in Hamburg zu lesen, ist eingeladen sich bei info@schreckling-paintings.de zu melden.

Alle anderen sollten sich den Termin und die Facebookseite ebenfalls vormerken, hier scheint sich etwas interessantes im Oktober anzubahnen…

Ihnen eine gruselige Nacht,

 

Horatius Steam

Maker of the Month im Januar: Herr Tubulus

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

mit dem Beginn des neuen Jahres starten wir eine neue Serie hier im Clockworker.

Dieses Serie wird exklusiv von mir, Horatius Steam, gestaltet und möchte Ihnen Macher, kreative Köpfe und interessante Menschen vorstellen, die ich in den letzten fünf Jahren kennen gelernt habe.

Starten möchte ich mit einer Person, deren Kreationen mich in den Anfängen von Clockworker und Rauchersalon inspiriert haben.

Herrn jlTubulus habe ich im Rauchersalon und auf einer Veranstaltung in Mannheim kennen gelernt.

Neben seinen Leuchten, haben mich seine Röhrenverstärker und die komplett selbst entwickelte Technik fasziniert.

werkstatt-licht-07

Betrachten Sie einmal genau diese Leuchten. Sie bestehen aus einer gelungenen Kombination von wundervollen Leuchtmitteln, gebrauchten Holzelementen, Schaltern und Messgeräten sowie Schrauben, die bereits andere Geräte, Möbel etc. zusammen gehalten haben. Durch die Synthese dieser Elemente entstehen neue, faszinierende Geräte von besonderem Reiz.

kollektion-intro

In allen Objekten wird dieser besondere, unverwechselbare Stil sichtbar.

So zum Beispiel auch in diesem Verstärker, der auf einem Stück Blech, welches am Rheinufer gefunden wurde, aufgebaut ist.

Rustboard

Seit neuestem beschäftigt sich Herr Tubulus mit der Kreation und Fertigung von exzellenten Fortbewegungsmitteln.

Wie gewohnt in edlem Design und perfekter Funktion.

cruiser

Ein Besuch seiner Homepage www.goldstrom.de lohnt sich auf jedem Fall und wird Sie faszinieren!

Herr Tubulus zählt zu den ersten Mitreisenden im salon.clockworker.de

 

 

Goldene Zeiten! A.-G. Piel im Interview

Miss Tickerlein spricht mit A.-G. Piel über den neu erschienenen Roman „Goldene Zeiten“, Steampunkliteratur, Steampunk als Lebensart, starke Frauen und wie das alles zusammenhängt.

Ms.T: Dein erstes Buch, Noémis Lied, gehört eher in die Kategorie Fantasy, oder?

A.-G.: Das ist jetzt ein bisschen peinlich (lacht). Eigentlich wollte ich die richtige Genre-Beschreibung längst mal nachschlagen. Noémis Lied ist mehr „alternative Realität“. Es ist jetztzeitlich geschrieben, aber doch zeitlos, zum Beispiel gehe ich nicht auf technische Errungenschaften unserer Zeit ein. Das Buch ist ein bisschen postapokalyptisch, mit diktatorischen Anklängen… es ist wirklich schwer einzugrenzen. „Fantasy“ ist ein arg weit gefasster Begriff.

Ms.T.:Spannend! Und auch da hast du politische Gedanken einfließen lassen?

A.-G.: Ja, bis zu einem gewissen Grad. Ich erhebe keineswegs den Anspruch, auf höchstem Niveau zu schreiben. Es stecken keine ausgeklügelt politisch-philosophischen Gedanken hinter meinen Stories. Gewisse Statements wird man immer wieder finden, eine bestimmte Art und Weise, die Dinge zu sehen. Zuallererst einmal will ich aber unterhalten.

Ms. T.: Ich habe jetzt über Goldene Zeiten schon öfter gelesen, dass der politische Gedanke für die Leser fast vor die Geschichte selbst gerückt zu sein scheint. Das war also von dir gar nicht so beabsichtigt?

A.-G.: Wirklich? Das habe ich so tatsächlich noch nicht mitbekommen. Eigentlich ist die Frage ja, was damit gemeint ist: Der politische Gedanke.

Ms.T.: „Antikapitalistisch“, „anarchistisch“, „emanzipiert“ das waren die Schlagworte, die mir auffielen.

A.-G.: Wie gesagt, meine Bücher sollen in erster Linie unterhalten. Goldene Zeiten hat vielleicht gewisse Anklänge, es ist aber kein antikapitalistisches Manifest. Das ist vielleicht eine Lesart, aber es lag nicht bewusst in meiner Absicht, etwas Marxistisches oder dergleichen zu schreiben.

Ms.T.: Hast du ganz bewusst ein Steampunk-Buch geschrieben oder ist das auch einfach passiert?

A.-G.: Es war von Anfang an bewusst ein Steampunk-Buch. Auf jeden Fall! Ich hatte vorher eine längere Geschichte geschrieben, Die Abenteuer von Richard Dean Donahue, die ja auch auf dem Clockworker erschienen ist, und habe großen Gefallen daran gefunden, in einem Steampunk-Universum zu schreiben, oder eher: in meinem eigenen Steampunk-Universum. Bei den Goldenen Zeiten war es so, dass ich irgendwann einfach den allerersten Satz im Kopf hatte. Ich habe ihn niedergeschrieben und es folgte prompt der gesamte Prolog …

Ms. T.: Wie lautet denn der erste Satz in deinem Buch?

A.-G.: „Dass der König von Wales ein Lügner und Kriegstreiber war, musste Edwina ausgerechnet am Tage ihrer Hochzeit erfahren.“
Und mehr wusste ich zu dem Zeitpunkt selber noch nicht über die Geschichte, der Rest hat sich von selbst entwickelt. Gerade im Prolog wird schon sehr viel Ausgangssituation abgehandelt, woraus sich dann wiederum eine ganz andere Geschichte entwickelt.
Aber wie gesagt: „Goldene Zeiten“ war von Anfang an als „klassischer“ Steampunk-Roman konzipiert, angelehnt ans 19. Jahrhundert, mit einem gewissen Science-Fiktion-Charakter.

Ms.T.: Hast du denn ansonsten Verbindungen zum Thema Steampunk, oder ist das für dich etwas Neues?

A.-G.: Ich entdecke immer wieder etwas Neues, wenn ich mich denn mit Steampunk beschäftige. Gerade weil ich das nicht unbedingt jeden Tag tue. Steampunk ist nicht meine absolute Passion oder gar Obsession, aber ich beschäftige mich immer wieder gerne damit. Ich lese gerne darüber, verfolge das Thema auch, aber ich sitze jetzt nicht das ganze Wochenende in der Garage und schraube oder nähe Kleider.

Ms.T.: Hast du Steampunkromane gelesen, die dich beeindruckt haben?

A.-G.: Tatsächlich nicht wirklich viele. Dafür, dass ich ein Buch darüber geschrieben habe, habe ich mich wohl relativ wenig mit der dazugehörigen Literatur beschäftigt. Ich freue mich allerdings immer wieder, wenn ich Steampunk-Eelemente in egal welchem Medium, Musik, Bücher oder Filme, wiederfinde und auch als solche erkennen kann.

Ms.T.: In deinem Buch gibt es eine Menge starke Frauenfiguren. Würdest du sagen, dass das für dich persönlich ein wichtiges Thema ist oder ist es ein Thema, das der Steampunk ohnehin aufgreift?

A.-G.: Ob Steampunk dieses Thema im Besonderen aufgreift, kann ich nicht sagen. Aber ich finde es definitiv wichtig! Meiner Meinung nach sollten starke Frauenfiguren so lange geschrieben werden, bis es einfach kein Thema mehr ist, gerade weil es stellenweise immer wieder eine Besonderheit zu sein scheint. Also ja, ich habe ganz bewusst einige Frauenrollen als sehr unabhängig, sehr selbstbewusst und sehr stark beschrieben. Gleichzeitig gibt es im Buch patriarchalische Strukturen, zum Beispiel in „meinem“ England, das in manchen gesellschaftlichen Dingen noch sehr rückschrittlich ist und auch so wirken soll. Meine Hauptfigur ist dort eingeengt, gerade weil sie eine starke Frau ist.

Ms.T.: Können wir mit einer Fortsetzung von „Goldene Zeiten“ rechnen? Oder wenigstens mit weiterer Steampunk-Literatur aus deiner Feder?

A.-G.: Also, wenn es positive Rückmeldungen in dieser Hinsicht gibt, schreibe ich sehr gerne eine Fortsetzung! Und es wird auf jeden Fall auch noch ein weiteres Steampunk-Buch von mir geben.

Ms.T.: Also greifst du deine Steampunkwelt noch einmal neu auf?

A.-G.: Genau. Ich muss sagen, ich mag „mein“ Universum ganz gerne. Ohne mir selbst auf die Schulter klopfen zu wollen, finde ich, dass ich ein paar nette Ideen hatte, mit denen ich noch sehr gerne spielen würde. Ich finde es auch sehr reizvoll, anknüpfen zu können, an Figuren und Ereignisse aus den Goldenen Zeiten, und ich habe auch schon hier und da von Lesern gehört, dass sie sich zu bestimmten Nebenfiguren ein ganzes Buch wünschten.

Ms.T.: Wer kommt denn besonders gut an, bei den Lesern?

A.-G.: Wer ziemlich gut ankommt, ist Orlando, der Mesmerit. Er ist ein Dandy mit viel Potenzial. Aber nichts Gegenteiliges offensiv eingefordert wird, wird Orlando von mir aus auch erst mal Nebenfigur bleiben.

Ms.T.: Was unterscheidet eigentlich „dein“ Steampunk-Universum von all den anderen, zahlreichen Steampunk-Universen?

A.-G.: Ich hoffe, ich habe eine frische Geschichte geschrieben, die die Leser nicht permanent an etwas anderes erinnert. Natürlich habe ich auch hier und da mit Altbekanntem gespielt, mit Menschmaschinen, mit Allflügen, mit Magnetismus… da ist schon einiges dabei, was es schon gab, in der einen oder anderen Weise. Aber ich denke nicht, dass ich nur alten Wein in neue Schläuche gefüllt habe.

Ms.T.: Gehört für dich Steampunk und Politik zusammen?

A.-G.: Nein, nicht zwangsläufig. Ich finde, Steampunk ist etwas, das in seiner Literaturform in erster Linie nur unterhalten sollte. Jedenfalls „mein“ Steampunk.

Ms.T.: Es gibt ja durchaus Leute, die sehen Steampunk nicht als „Genre“, sondern als Lebensart. Ist das für dich in dieser Form ein Begriff?

A.-G.: Für mich persönlich ist Steampunk zuallererst ein literarisches Genre. Ein sehr reizvolles, sehr spannendes Genre, aber nichts, das mein ganzes Leben bestimmen könnte. Es gibt da immer wieder tolle Dinge, die ich mir auch gerne anschaue, wie zum Beispiel auf der FaRK, das finde ich sehr, sehr faszinierend. Ich finde es unglaublich, was manche Leute unter dem Gesichtspunkt „Steampunk“ erschaffen. Für mich selbst gibt es aber zu viele andere Dinge, die mich faszinieren. Allerdings versinke ich sehr gerne in einer Art – in meiner Art – Steampunk. Ich denke ohnehin, dass Steampunk etwas ist, das sich stark über das Individuum definiert, das den Steampunk gerade erlebt.
GZ

Und jetzt der Clou zum Interview: Neugierig geworden? Lesebrille bereits gezückt? Clockworker verlost unter allen Kommentatoren zwei Exemplare des Steampunk-Romans „Goldene Zeiten“! Hinterlasst uns einfach direkt hier einen Kommentar zum Thema und drückt euch selbst die Daumen – schon seid ihr dabei! Einfacher geht es ja nun wirklich nicht, oder?!

Im Salongespräch: Tales of Nebelheym

Im Salon begrüßen wir heute Tales of Nebelheym, eine junge Band aus dem Stuttgarter Raum, vertreten durch Fabian, der am Bass und Akkordeon sein Werk tut.

Tales of Nebelheym

Fabian, ich habe euch vor nicht ganz zwei Jahren in einer kleinen Taverne in der Nähe von Stuttgart kennengelernt, als ihr für einen Unplugged Auftritt auf einem Fantasy Liverollenspiel gebucht wart. Im Gespräch danach sagtet ihr, daß ihr euch als Steampunkband seht.

Wenn man sich eure CD anhört, und mit anderen Bands aus dem Genre vergleicht, dann erschließt sich das einem nicht sofort. Erzähl mal, warum macht „Tales of Nebelheym“ Steampunkmusik und was denkst du, zeichnet Musik in diesem speziellen Genre eigentlich aus?

Nun, ich denke, Steampunk-Musik im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Es gibt Musik, die auf retro-futuristischen Instrumenten (z.B. Theremin) oder zumindest auf Steampunk-getrimmten Instrumenten gemacht wird (z.B: auf umgebauten Gitarren), oder eben Musik, bei der es um Themen und Geschichten aus dem SteamPunk, aus einer Welt des Dampfes und der Mechanik, aber auch der Abenteuer und Romantik geht. Daher gibt es „die“ Steampunk-Musik meiner Meinung nach nicht, wichtig für mich ist, dass mir die Musik gefällt und ich das Gefühl habe, dass derjenige, der sie macht Spaß und Herzblut in die Sache steckt..

Warum Steampunk? Was hat euch an diesem Genre besonders gereizt?

Mich persönlich haben schon immer die Werke von Jules Verne und H.G. Wells gereizt, ebenso aber auch Werke und v.a. Gedichte von Edgar.Allen. Poe und Lord Byron. Diese Abenteuer – und Horrorgeschichten in Verbindung mit einer für uns altertümlich anmutenden Technik, die aber aufgrund einer herausragenden Präzision und Ästhetik trotzdem zu überragenden, unserer heutigen Technik weit überlegenen Leistungen fähig ist übt einen besonderen Faszination aus.

Das heißt, man findet den Steampunk bei euch nicht vordergründig, da ihr nicht von Zahnrädern und Maschinen singt, sondern eher im Gesamtkonzept? Ihr seid eher Jules Verne, als Nicolai Tesla?

Die Atmosphäre des Steampunk spiegelt sich bei uns in der Welt Nebelheym wieder, die sich gerade in der Phase der Industrialisierung mit Entdeckung der Dampfmaschine und dem damit verbundenen Umbruch der Gesellschaft befindet. Nach Eintreffen der sogenannten Fremden mit ihrer großartigen (Dampf-)Technologie liegt in Nebelheym ein Konflikt zwischen zwei großen Parteien, die diese Neuerungen willkommen heißen und regelrecht anbeten oder kategorisch ablehnen vor. Dies ist der Hintergrund, vor dem sich die einzelnen Facetten der „Tales of Nebelheym“ abspielen.

Was bedeutet eine Szene für euch? Es es für euch wichtig, daß man als Teil solcher auch aktiv etwas dazu beträgt, oder reicht es auch, einfach nur zu konsumieren?

Eine Szene zu haben finde ich sehr wichtig, da sich hier Leute mit gleichen Interessen finden und austauschen können. Wie weit dann jeder gehen will, ob er sich aktiv einbringt oder lieber konsumiert, ist natürlich jedem selbst überlassen – wir als Band versuchen, unserem Publikum durch unsere Musik und unsere Auftritte eine Art Lebensgefühl Nebelheyms weiterzugeben.

Ihr schreibt soweit ich das sehen kann alle Songs selbst. Gibt es jemanden, oder etwas, was euch beim schreiben beeinflußt, oder habt ihr eine bestimmte Quelle der Inspiration? Was ist eure Muse?

Genau, wir schreiben alle Songs selbst, sowohl musikalisch als auch textlich, was uns sehr wichtig ist. Musikalisch kann so jeder von uns seine eigenen Vorlieben und Interessen mit einbringen. Inspirationen ziehen wir einerseits aus eigenen Erlebnissen, aber auch aus der Erschaffung der Welt Nebelheym. Wir versuchen, durch unsere Texte dieser Welt Leben einzuhauchen und sie für den Zuhörer lebendig zu machen, ohne sie dabei zu genau zu definieren. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich in Nebelheym selbst zu finden – insofern ist sicher Nebelheym unsere Muse.

Bei eurem Auftritt war es sehr auffällig, daß jeder von euch genau wußte, was er mit seinem Instrument anstellen muß und obwohl Tales of Nebelheym noch nicht so lange existiert, hatte man den Eindruck, daß ihr schon lange zusammen Musik macht. Woher kommt das?

Wir sind alle schon etwas länger im „Musikgeschäft“ dabei – wir waren und sind alle in unterschiedlichen Bands aktiv. So kennen Jo und ich uns schon aus der gemeinsamen Zeit bei Coronatus, Teddy ist zusätzlich Sänger bei Daedalous, Malte Gitarrist bei Opus Irae und Matse ist bei Gold, Stone und Silver dabei. Daher haben wir alle schon einige „musikalische Vorbildung“. Abgesehen davon haben wir aber auch das Glück, dass wir einfach auf einer Wellenlänge liegen und es uns erstaunlich leicht fällt, auf Ideen des einzelnen einzugehen und daraus dann einen gemeinsamen Song zu gestalten.

Was sind die „Tales of Nebelheym“? Gibt es dazu eine Geschichte?

Die “ Tales of Nebelheym“ sind sozusagen die Chroniken der Welt Nebelheym – dementsprechend sind wir ihre Chronisten.
Als solche haben wir uns zum Ziel gemacht, Momentaufnahmen aus Nebelheym zu sammeln und niederzuschreiben, um sie mit unseren Zuhörern zu teilen und ihnen somit diese fiktive Welt nahe zu bringen.

In ein paar Wochen wird euer erstes Studio Album „A Wanderers Heart“ das Licht der Ladentheke erblicken. Worum gehts da? Steckt ein Konzept dahinter?

Das Konzept des Albums besteht darin, dass es um die Geschichte des einsamen „Wanderers“ geht, der durch die Welt Nebelheym zieht – daher auch der Titel „A Wanderer’s Heart“.
Die Erlebnisse, Erinnerungen und Gefühle, die der Wanderer auf seiner Reise durchlebt, spiegeln sich in den einelnen Stückn des Albums wieder. Dabei wird mehr und mehr von der Welt Nebelheym offenbart.

Ich habe das Glück sie schon eine zeitlang hören zu dürfen und konnte sie mit der Demo CD vergleichen. Ihr habt mit den neuen Platte gegebenüber dem Demo nochmal einiges zugelegt, was die Arrangements und die Qualität der Aufnahmen angeht. Was war euch für euer erstes großes Album wichtig und ist es so geworden, wie ihr es euch gewünscht habt?

Absolut – uns war es wichtig, dass wir – nach der Demo „Prequel“ – auf jeden Fall gleich ein vollwertiges, sauber produziertes Studioalbum nachlegen – was uns mit der Hilfe von Markus Stock aus der Klangschmiede Studio e auch gelungen ist. Wichtig war uns außerdem, dass es dabei nicht steril wirkt, sondern den Charakter unserer Auftritte einfängt, das Lebendige, was uns als Band ausmacht.

Keiner von euch ist wirklich ein Bühnenneuling und in wenigen Wochen steht eure CD Release Party an. Auch wenn man schon ein alter Hase ist, was Konzerte angeht, sind Release Parties enorm wichtige Meilensteine für eine Band und deshalb immer ganz besondere Konzerte. Was erwartet ihr euch von dem Abend und was macht für euch das perfekte Konzert aus?

Die Releaseparty ist definitiv etwas besonderes für uns. Daher freuen wir uns alle schon sehr auf den Abend und sind auch bereits etwas aufgeregt. Wir erwarten ein tolles Konzert, viele nette Gäste und Freunde (u.a. auch die Musiker von Krayenzeit, die uns an dem Abend musikalisch unterstüzen werden), eine großartige Party und einfach einen absolut gelungenen Abend. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man Spaß hatte, nach dem Auftritt mit sich zufrieden ist und es vor allem auch dem Publikum gefallen hat. Dann ist man auf jeden Fall nah dran am perfekten Konzert.

Was haben wir in Zukunft von Tales of Nebelheym zu erwarten? Gibt es Pläne?

Zu allererst einmal wollen wir natürlich das Album gebührend promoten und das ein oder andere Akustikkonzert spielen, unser Set noch etwas erweitern und ausbauen und versuchen, den Leuten Nebelheym näher zu bringen. In etwas weiterer Ferne steht unser Metalalbum an – wir haben außerhalb des Akustik-Sets noch ein Metalset, das zwar auch in Nebelheym angesiedelt ist, charakterlich aber natürlich eine ganz andere Sparte bedient. In diesem Bereich wollen wir uns ebenfalls weiterentwickeln.
Es wird also definitiv nicht langweilig :-)

Dann danke ich dir für die vielen Antworten und eure feine Musik. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft und eine großartige Releaseparty.

Wer nach dem folgenden Video Lust hat, mehr von Tales of Nebelheym zu sehen und zu hören, dem sei der Internetauftritt der Band ans Herz gelegt.

Für die spontanen Leser, sei zu sagen, daß am Freitag, dem 24.10.2014 um 19:30h ( ja, das ist in knapp 20 Stunden :) ) das CD Release Konzert zu „A Wanderers Heart“ in Ludwigsburg im „Scala“ stattfinden wird.

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Im Salongespräch: Christian von Aster

Die Lesungen von Auto Christian von Aster sind seit Jahren sehr beliebt auf dem Wave Gotik Treffen in Leipzig, sodass man früh genug dort sein muss um einen der begehrten Plätze zu ergattern. (Zwei Stunden im Vorraus da sind ist keine Seltenheit unter den Liebhabern seiner Texte.) Immer wieder wird die schwarze Szene so gekonnt aufs Korn genommen, dass sie es sich gerne gefallen lässt und das Jahr um Jahr. Aber nicht nur Humorvolles/Sarkastisches wird dargeboten, sondern auch Ernsthaftes, Fantastisches und Philosophisches.

Die Schlange im Cinestar Leipzig

Der Clockworker bekam in diesem Jahr die Chance ein kleines aber feines Interview mit Herrn von Aster zu führen: Viel Spaß beim Lesen!

CW: Was wäre deine perfekte WGT Lesung?

Christian von Aster: Oh, die meisten, die ich mache, fühlen sich für mich schon annähernd perfekt an. Perfekt ist meines Erachtens tatsächlich eine Lesung, in der ich alles unterbringen kann: Humor, Geist, Gefühl und Subversion. Ich gebe mir ernsthaft Mühe und versuche dieses Spektrum abzudecken. Meinem Publikum keine Kasper- oder Klischee-Grufti-Show zu bieten, sondern Texte zu bringen, bei denen man denken, lachen und irritiert sein kann, das ist das Ziel. Meines zumindest. Das ist für mich Perfektion, jedenfalls im Bezug auf eine Lesung.

Die andere Seite ist natürlich eine, über die ich weniger Kontrolle habe, weil es um die Rezeption geht.
Wenn ich die Zusammensetzung des Publikums für eine perfekte Lesung beschreiben müsste, würde die Beantwortung dieser Frage vermutlich etwas komplexer ausfallen.

CW: Und Location-mäßig?

Von Aster: Wir haben schon viele schöne Locations heimsuchen dürfen. Zum Beispiel für die Premiere unseres Trollfilmes das UT Connewitz, eines der ältesten Lichtspielhäuser Deutschlands, dass sich nicht nur als herrlich sondern auch absolut Troll-authentisch erwiesen hat.
Außerdem habe ich auch schon mehrfach in der Kapelle auf dem Südfriedhof lesen dürfen, die stimmungstechnisch  ganz weit vorn ist. Da hat unter anderem auch die Premiere des letzten „Schattenschnitzer“ stattgefunden.

Die Location muss meiner Meinung nach vor allem mit den gelesenen Geschichten korrespondieren. Dementsprechend gibt es für verschiedene Geschichten ein anderes Optimum. Zum Beispiel das alte Stadtbad wäre ein hervorragender Ort für meine arabischen Geschichten, während für die Premiere meiner chinesischen Märchen ein chinesischer Stadtpark perfekt wäre, wie es ihn meines Wissens etwa in München oder Zürich gibt…

Andere Orte, anderes Optimum, andere Geschichten. In sofern lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten.


CW: Wie bist du persönlich auf Steampunk gestoßen?

Von Aster: Steampunk ist meines Erachtens eine vollkommen logische Konsequenz aus allem was wirklich interessant ist. Zumal es Steampunk ja schon lange vor der Prägung dieses Begriff gab. Allein wenn man Alan Moores „League of Extraordinary Gentlemen“ nimmt, sind die Elemente, für die ja niemand anderes als Jules Verne die Fundamente gegossen hat, da.
Steampunk ist in meinem Augen vor allem eine Fusion aus vorhandenen, aber anders zusammengesetzten Elementen. Und das Ganze hat darüber hinaus eben diesen Gaslight-Charme, die Faszination für die Dampftechnik, neue Technologie, Erfindungen, Entdeckungen, und nicht zuletzt wohl auch den Gedanken, dass die Industrialisierung ein wenig romantischer verlaufen ist, als sie es eigentlich tat.

In sofern kommt man da glaube ich ganz logisch hin, wenn man eine Vorliebe für gewisse Sachen hat. Allein das London des 19. Jahrhunderts. Man kommt vermutlich ganz automatisch zum Steampunk, wenn man sich für Sherlock Holmes, Jack the Ripper und Jules Verne interessiert. Man landet da, weil es eine Fusion aus unglaublich vielen interessanten Themen, ein Spielplatz für Propbuilder, Storyteller und Revisionisten gescheiterter Utopien ist.

Wobei der literarische Steampunk interessanterweise vom Mainstream Respektive großen Verlagen  sehr stiefmütterlich behandelt wird. Zumindest für mein Empfinden. Vermutlich weil man dort die Komplexität des Ganzen nicht erfasst.

Marketingleute versuchen ja meist die Elemente zu benutzen, ohne sie wirklich zu verstehen. Und Steampunk lebt ja vor allem von dem Spirit dahinter, der ja etwas sehr Individuelles ist. Die Leute, die sich damit ernsthaft beschäftigen haben etwas sehr Eigenes. In ihren Kostümen, in dem was sie tun, was sie denken. Das sind Steamgeeks. Und deren Lebensgefühl lässt sich eben nicht so normiert abhandeln, dass irgendjemand sich damit einfach die Taschen vollmachen könnte.

CW: Hast du selbst Pläne, mal etwas steampunkiges zu schreiben?

Von Aster: Ich hab vor über drei Jahren einem Verlag ein Buch angeboten. Aber damals hat die deutsche Verlagsszene bezüglich Steampunk den Hintern wohl noch etwas zusammengekniffen. Inzwischen sind sie ein bisschen offener geworden, was aber für mein Gefühl nicht bedeutet, dass sie es verstehen würden. Was aber vor allem für die Großkopferten gilt.

Ich habe ein steampunkiges Exposé im Kopf, dass mit etwas Philosophie, Gesellschaftskritik, viktorianischem Pomp  und inquisitorischer Verblendung daherkommt. Ich würde den Roman gerne mal schreiben, bin aber im Moment ausgelastet. Ich hoffe, es kommt noch dazu, denn ich würde unglaublich gerne mal mit diesen Motiven spielen, weil der Vorteil bei Steampunk ist, dass es bei Weitem noch nicht ausgereizt ist. Da ist für einen motivierten Phantasten unglaublich viel rauszuholen.

Wobei man unbedingt hervorheben sollte, dass natürlich kleinere engagierte Verlage wie z.B. Feder und Schwert, auch in Deutschland bezüglich Steampunk ernsthaft einiges versuchen und wagen. Da sind die sind die Kleineren meines Erachtens nach wesentlich weiter als die großen Verlage.

Lesung im Cinestart Leipzig, im Hintergrund der Werbepartner „Liquid Doom“

CW: Steampunk auf dem WGT, deine Einschätzung dazu?

Von Aster: Das muss ich mit einem klaren Ja beantworten. Ich bin leider ein alter, kritischer Ningler. Steampunk ist an sich natürlich wunderhübsch und prädestiniert dafür, auf dem WGT ausgeführt zu werden. Aber ich denke, es passt es nur bedingt, weil es für mich mehr, als bloß Optik ist.

Beim WGT ist der Vorteil, dass man alles tragen, alles machen darf und alles erlaubt ist, was spannend ist. Ich persönlich fände ein genuines Steampunk-Festival besser. Es gibt ja z. B. die legendäre Fark und ähnliche Veranstaltungen, wo ich das Ganze besser aufgehoben sehe.

Mein erstes massives Steampunker- Aufkommen habe ich auf dem Castlefest gesehen, aber da ist es eher so ein „Blending with the masses“, es versinkt immer im Rest der Phantastik. Man hat eine Gruppe mit zehn Steampunks, dann schauen alle und sagen „Wow, was haben die gemacht, kuck dir das an“, dann hüpfen 100 spärlich bekleidete Elfen drüber und es ist quasi vergessen.

Das ist beim WGT natürlich auch so: man hat was hübsches, kuckt sich das an, kommt mit den Leuten ins Gespräch und dann wogen so ein paar halbnackte Lackbrüste vorbei und es wird zu egal.

Ein Steampunk Festival vom Ausmaß des Wave Gotik Treffens, in Hallen die eigens dafür hergerichtet sind, mit funktionierender alternativer Technologie, einer Location, die dafür am besten auch noch richtig gebaut wird. Steam World quasi. Aber das ist natürlich ebenso aufwendig wie kostspielig und unrealistisch.
Da ist die Fark schon sehr großartig, wie die Veranstaltung sich binnen kürzester Zeit mit Hilfe engagierter Leute entwickelt hat und wie sie gehandhabt wird. Was aber nur funktioniert, weil da Leute mit Herzblut und Dampf hinter stehen.

Und im Rahmen des WGT – egal, wie viel Herzblut da auch drin stecken mag – fließt inzwischen am Ende mehr Geld als Herzblut. Und Geld schafft schlussendlich immer Missverständnisse, das ist das Dumme daran.

CW: Ein paar letzte Worte?

Von Aster: Ich möchte zuletzt noch dafür plädieren, bei aller Liebe für den Steampunk doch bitte immer auch die kleine Randgruppe der Steamconservatives zu würdigen. Danke sehr.

Der Clockworker bedankt sich für das sehr spontane Interview und die Geduld beim Beantworten der Fragen!

 

Wer sich nun gerne selbst ein Bild vom Herrn von machen möchte, dem sei seine Internetpräsenz ans Herz gelegt: www.vonaster.de und natürlich seine Bücher.

Wer ihm gerne einmal lauschen möchte, kann dies auf dem M’era Luna Festival und natürlich auf der bereits mehrfach erwähnten Fark tun. Nutzt die Chance, wenn sie sich euch bietet!

5 Jahre Clockworker

Gestern vor genau 5 Jahren erschien mit „Dirk Valentine“ der erste Artikel im Clockworker. Wir haben also ein wenig was zu feiern. Anlässlich des Jubeltags habe ich einmal unseren Chefredakteur und „Vater“ des Clockworkers Alex Jahnke,  alias Captain Serenus zum Salongespräch gebeten.  Viel Spaß beim Lesen.

1. Vor genau 5 Jahren ging der Clockworker an den Start. Warum hast du damals beschlossen einen deutschen Steampunk Blog zu eröffnen? Was war der Antrieb?

Ich hatte schon in meinem privaten Blog vorher immer mal wieder über Steampunk berichtet und diese Artikel nahmen langsam immer mehr Raum darin ein. Zum anderen gab es zu dem Zeitpunkt kein aktiv betriebenes deutschsprachiges Steampunk-Blog. Da man Dinge nur verändern kann, wenn man sie macht, habe ich kurzer Hand den Clockworker  gestartet.

2. Was war dir von Anfang an wichtig?

Die Themenvielfalt des Steampunks zu zeigen und das Thema nicht durch enge Scheuklappen zu sehen. Der Clockworker war immer als Seite gedacht mit Themen, die Steampunker interessieren könnten und nicht als reines Steampunk-Blog.

3. War direkt geplant den Blog mit mehreren Leuten zu führen? / Wenn nein: wann und warum hast du dich dazu entschieden?

Eigentlich nicht, aber es stellte sich schnell heraus, dass man die Seite nicht alleine füllen und pflegen kann. Miss Tickerlein kam relativ bald dazu und unsere Mannschaft ist stetig gewachsen – mit unterschiedlicher Aktivität der Redakteure.

4. Wo kommt die Inspiration/Themen für die Artikel her?

Ganz knapp: Meine Neugier. Ich versuche interessante Dinge aus allen Bereichen zu finden, bei denen auch andere sagen würden: Wow, das habe ich noch gar nicht gewusst/gekannt.

5. Was ist dein Lieblingsthema für den Clockworker? 

Schwierig… Die Themen, bei denen Steampunk eine Grenze überschreitet und etwas Neues für sich entdeckt. Überall dort, wo wieder ein kleines Stückchen Terra Incognita geöffnet wurde.

6. Gibt es etwas, worüber du unbedingt mal berichten möchtest? (Interview, besonderes Event…)

Ja, ganz klar einen eigenen Erfahrungsbericht vom Burning Man. Dort ist Steampunk gestartet und die Kunstszene erfindet sich immer wieder neu. Aber auch mehr aus dem osteuropäischen Raum, wo unglaublich viel passiert – wir es aber mangels Sprache nicht wirklich mitbekommen.

7. Möchtest du in Zukunft etwas am Clockworker ändern? Wenn ja, was? Was würdest du gerne mehr sehen?

Mehr aktive Mitarbeiter ;-) Ansonsten kann man immer etwas ändern, wenn die richtige Idee und die richtige Zeit gekommen ist.

8. 5 Jahre Clockworker ist schon eine ganz schön lange Zeit! Ist ein Ende absehbar? Wie lange möchtest du auf jeden Fall noch weitermachen?

Wie man an meiner aktuellen Posting-Frequenz vielleicht bemerkt, bin ich in den letzten Monaten zeitlich anders verplant und kann mich dem Projekt nicht so wirklich widmen. Das wird sich sicherlich auch wieder ändern, aber die Pause tut auch  mal ganz gut, um sich wieder von dem Zauber begeistern zu lassen. Ein Ende wird es nicht geben, so lange sich noch jemand dafür interessiert und aktiv einbringen wird.

9. Wie kann man den Clockworker unterstützen?

In erster Linie durch aktive Mitarbeit. Wir können immer weitere Redakteure gebrauchen.

10.  Any shout-outs?

Herzlichen Dank an alle Leser, die dem Clockworker über all die Jahre die Treue gehalten haben!

HAPPY BIRTHDAY

 

Ich bedanke mich für das Interview und kann mich nur anschließen:

Alles Gute zum Geburtstag! 

(Wer mitmachen möchte kann übrigens auch gerne Gastbeiträge einreichen! redaktion@clockworker.de)

Im Salongespräch: Coppelius

Anlässlich der neuen CD „Extrablatt“ tourten die Herren der Band Coppelius bis einschließlich diese Woche durch ganz Deutschland. Mit Stolz darf ich sagen, vier davon besucht zu haben um auf dem für mich vierten in Leipzig in der Moritzbastei die Chance zu nutzen einige Worte an die Herren zu richten.

Die Herren Sissy Voss und Max Coppella, ihres Zeichens Bassist und Klarinettist/Sänger waren so freundlich mir einige Fragen zu beantworten (und meine vorhandene Nervosität zu ignorieren).

Herr Voss und Mademoiselle Ayra

Herr Voss und Mademoiselle Ayra mit gesunder Konzertverpflegung

Ayra: Aus gegebenem Anlass: Die für den 10.03. geplante Aufnahme für die Live-DVD musste wegen Locationwechsel verschoben werden, steht schon eine neue Location, ein neuer Termin an? Gibt es schon Neuigkeiten, oder muss die Aufnahme ganz ausfallen?

Max Coppella: Wir müssen uns immer einen Plan machen, wie wir diese Sache versprechen können, um es hinterher wieder zu leugnen und abbrechen zu können. Dieses Mal ist es uns gelungen und wir hoffen dann auf das nächste Mal, aber wir müssen uns erst etwas dazu überlegen.

Sissy Voss: Uns ist natürlich auch klar, dass das immer größer werdende Verstimmungen nach sich zieht. Und die Auswirkungen nehmen immer mehr die Form eines Tsunami an. Aber im Augenblick haben wir folgende Situation: Wir haben gerade einen Butler-Out. Ja, unser Butler ist leider ziemlich erkrankt und nun ist ja auch offensichtlich, dass wir im Augenblick ein Problem haben diese DVD-Aufzeichnung anzugehen.

Herr Coppella und Mademoiselle Ayra

Ayra: Und wäre dann eventuell eine Live-CD eine Alternative?

Max Coppella: Man muss sich das so vorstellen: Man geht zu einem Konzert und man erlebt etwas, was einem sehr gut gefällt. Wenn das versucht wird zu bannen, auf irgendwelche Medien, wie eine Schallplatte, eine Kassette, ein Grammophon oder Ähnliches, dann klingt es nicht mehr so, wie es im Original war. Es wird sozusagen entzaubert und das ist bei Coppelius ebenfalls der Fall. Coppelius haben diesen Effekt sogar erfunden! Und man kann dazu sagen, wie nennt man so etwas? So eine Entzauberung?

Sissy Voss: Das weiß ich nicht, aber es gibt einen berühmten Dirigenten Celibidache, der sich zeitlebens daran gehalten hat, keine Aufnahmen zu machen, weil auch er das für unmöglich hielt. Die schönste Äußerung, die er mal auf einem Konzert bekommen hat war von einem Fan, der nach dem Konzert gesagt hat: „Maestro, es ist so!“ und das war für ihn das größte Kompliment, dass er zeitlebens erhalten hat.

Man kann dieses Problem nicht in Worte fassen, denke ich.

Max Coppella (unterbricht): Doch! Mir ist ein Wort eingefallen: Es ist eine Entcoppelianisierung!

Sissy Voss: Ja, das stimmt! Oder wie man auch schön sagen kann: Ein Konzert ist ein Konzert ist ein Konzert.

Graf Lindorf

Ayra: Darf man denn dann auf mehr Konzerte hoffen? Als Gegenzug?

Max Coppella (lacht)

Sissy Voss (leicht entrüstet): Man sie nehmen uns aber hart ran heute!

Max Coppella: Ich glaube, das müssen andere Leute entscheiden. Wir haben uns eigentlich so gut wie nie dagegen verwehrt irgendwo zu spielen, aber die Veranstalter haben das grundsätzlich immer anders gesehen als wir.

Ayra: Kommen wir nun zum neuen Album Extrablatt. Ich habe mich da mal bei den Fans umgehört, was dort gerne gewusst würde. Eine Frage, welche immer wieder aufkam war, dass im Vorfeld mehrfach der Wunsch nach einer Klavierversion von „Rightful King“ geäußert wurde. Was ist ddaraus geworden? Vor allem, nachdem man das Appetithäppchen beim Videodreh von „Spieldose“ gesehen hat, mit der Orgelversion. Kommt da noch was?

Max Coppella: Es gab schon ein paar Aufnahmen dazu. Es ist aber nicht dazu gekommen, dass es fertig wurde, denn es gab einfach vorher schon so viele Stücke. Es gibt jetzt auch viele Stücke, die nicht auf dieser CD zu hören sind, die ebenfalls heimlich mitgeschnitten wurden. Diese Orgelversion wurde ja nun nicht ganz heimlich mitgeschnitten und war deshalb auch zu sehen und Coppelius dachten sich wahrscheinlich bzw. die Leute, die das veröffentlich haben, denn das sind ja nicht wir gewesen, das ist nicht spektakulär genug, nicht interessant genug. Wahrscheinlich wird es erscheinen, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Herr Voss in Aktion

Ayra: Zählt zu den nicht veröffentlichten Liedern auch das von den Fans gewünschte Lied über den Zylinder?

Sissy Voss: Mal eine Gegenfrage: Was erwarten sich die Leute denn von einem Lied über einen Zylinder?

Ayra: Das ist eine gute Frage.

Sissy Voss (ungläubig): Das ist eine Hutbedeckung! Eine ziemlich alte sogar!

Max Coppella (kichert): Hutbedeckung?

Sissy Voss: Eine Kopfbedeckung.

Nobusama

Ayra: Der kann ja viel erlebt haben, wo er überall rumgekommen ist…

Sissy Voss: Aber kann nicht davon sprechen!

Ayra: Naja, das weiß man nicht, wenn es schon eine reisende Litfaßsäule gibt, dann kann es auch sprechende Zylinder geben.

[Anmerkung: Die Herren reisen nach eigenen Angaben in einer Litfaßsäule von Konzert zu Konzert]

Sissy Voss: Na da vergleichen sie aber Äpfel mit Birnen!

(Lachen)

Sissy Voss: Haben sie schon mal etwas von einem reisenden Zylinder gehört?

Max Coppella: Also offenbar haben hier viele Leute eine gute Art von Phantasie und wir sind sicherlich sehr bereit dazu, einen Text, der bereits fertig ist, zu vertonen. Allerdings müsste dieser Text erst mal da sein.

Ayra: Ist das ein Aufruf einen Text selber zu schreiben und diesen dann von Ihnen vertonen zu lassen?

Max Coppella: Das Problem, das dabei bestehen könnte, ist, dass einem nichts dazu einfällt. Dass es also einen tollen Text gibt und man trotzdem von der Muse nicht geküsst wird und die Enttäuschung wäre doch sehr groß. Aber ich wäre grundsätzlich offen dafür.

Sissy Voss: Ja, würde ich auch sagen. Einfach probieren.

Max Coppella

Ayra: Ich glaube, das freut gewisse Fangruppierungen dann sehr, wenn das Interview veröffentlicht wird.
Noch eine Fanfrage:Beruht „Locked out“ auf einer wahren Begebenheit aus dem Leben der Herren?

Sissy Voss: Nein, ist total hypothetisch ausgedacht, hat nichts mit der Realität zu tun, ich wüsste auch gar nicht, wem so etwas passieren sollte…

Max Coppella: Also ich hatte mich dazu einmal geäußert, dass ich zu diesem Text inspiriert wurde von einem Traum. Das Ende dieser Geschichte ist ja so, dass der Akteur, der das singt; in der Ich-Person erzählt, nicht mehr lebt am Ende des Stückes, oder sagen wir mal; kurz nach Ende des Stückes. Aus diesem Grunde kann es ja eigentlich nicht nach einer wahren Begebenheit aus dem Leben der Herren spielen, denn noch leben wir.

Ayra: Noch, mit vielen Mittelchen, haben sie sich gut gehalten für ihr Alter.

[Anmerkung: Nach eigenen Angaben sind die Herren im Alter von ca. 250 Jahren]

Max Coppella: Ja. (räusper)

Sissy Voss: Sie sehen also: es ist eine Geschichte aus der Traumwelt der Herren.

Ayra: Die letzte Frage zum Album und zur Konzerttour: Die Herren reisen in einer Litfaßsäule, ist das nicht ein bisschen eng? Oder verhält es sich damit wie mit einem gewissen Reisevehikel eines englischen Doktors? Ich sag da nur „It’s bigger on the inside“.

Max Coppella: Ja, das könnte man so sagen.

Sissy Voss: Ja, es ist ja auch so: die Litfaßsäule ist ja nur der Ausstieg.

Ayra: Da ist also noch viel, viel mehr hinter?

Sissy Voss: ja, it’s bigger… (stockt)

Ayra: …on the inside.

Max Coppella: Ja, und das ist auch gut so.

Ayra: Sind denn da die Baupläne bei einem gewissen Doktor aus England geklaut worden?

Max Coppella: Dazu können wir nichts sagen.

Sissy Voss (entrüstet): Wir klauen niemals! Wir sind ehrliche Leute, die niemals etwas Illegales tun würden! Das ist uns sehr wichtig!

Max Coppella: und Butler Bastille ist nun auf mysteriöse Weise heute nicht anwesend, um darauf antworten zu können.

Ayra: In Ordnung, dann kommen wir jetzt zur letzten Frage, zur Steampunk bezogenen Frage: Und zwar ist es nämlich so, wenn man in Deutschland nach Steampunkbands fragt, wird immer wieder Coppelius genannt, was halten sie davon?

Sissy Voss: Ja, sehr nett, dass die Leute Worte finden, um uns zu beschreiben. Das hilft uns natürlich nicht weiter. Da geht es uns wahrscheinlich wie allen anderen Bands dieser Welt. Aber, naja, für Unaussprechliches versucht man halt Worte zu finden. Aber es gibt zum Beispiel im Islam diese Regel, dass Gott nicht abgebildet werden darf. Deswegen haben sie so ein wahnsinniges Verzierungswesen und so, und vielleicht ist es bei uns Wortfindungswesen, weil man uns nicht in Worte fassen kann. Und das soll wohl auch möglichst lange so bleiben und vielleicht sogar zur Regel erhoben werden.

Ayra: Also sind sie mit der Bezeichnung „Steampunkband“ überhaupt nicht einverstanden?

Sissy Voss: Also, das ist mir vollkommen wurscht! Die Leute soll‘s einfach ausprobieren, wenn sie sich darüber zusammenfinden können und sich einigen können, dann sollen sie die Worte gerne benutzen, aber uns wäre so ein horrender Blödsinn niemals eingefallen, nicht? Aber das ist ja nur unsere, vollkommen unwichtige Bewertung. Wichtig ist, dass die Leute miteinander reden und Spaß haben und das ist ja letztendlich auch das, warum wir das hier machen. Wir wollen Spaß haben, die Leute sollen Spaß haben und zu unseren Konzerten kommen, damit wir zwei schöne Stunden erleben können. Hoffentlich bald wieder mit unserem Butler!

Le Comte Caspar im Blubberblaseneinsatz

Max Coppella: Ich finde es sehr freundlich, wenn man von verschiedenen Leuten, von verschiedenen Gruppen genannt wird, aber natürlich hat man dann Angst, dass hinterher irgendwann diese Gruppe gar nicht mehr existiert und diese Steampunks alle in der Tat eine Zeitmaschine entwickelt haben und alle damit davon gereist sind in eine entfernte Zeit, wo wir gar nicht existiert haben. Vielleicht auch länger als vor 200 Jahren.

Ayra: Also Steampunk ist ja mehr eine Rückbesinnung, also wenn es eine Zeitmaschine gäbe, dann würden sie wahrscheinlich eher zurückreisen [ins 19. Jahrhundert] und da gab es die Herren ja schon.

Max Coppella: Ja gut, aber sie würden vielleicht sich ein wenig verschätzen mit dieser Maschine. Es hat ja bisher noch keiner ausprobiertbzw. es ist noch niemand zurückgekehrt.

Sissy Voss: Das richtig schlimme ist ja, wenn sie wirklich in die Vergangenheit reisen können, sind wir auf einmal die Nachahmer!

(lachen)

Sissy Voss: Sehen sie? Das nennt man Loop! Ein Steam-Loop.

Ayra: Das ist ein sehr schönes Schlusswort. Dann bedanke ich mich ganz herzlich im Namen des Clockworkers und unserer Leserinnen und Leser für dieses Interview.

Das neue Album Extrablatt kann beim Krämer oder hier im Bordeinkauf erworben werden. Mehr Bilder vom Konzert gibt es übrigends hier.

Wer Coppelius einmal Live erleben möchte (und das empfehle ich dringend!), hat dieses Jahr noch diverse Chancen dafür:

Bleibt nur noch zu sagen: Coppelius hilft!

Das Abendgespräch: J.K. Rowling

Die Autorin Joanne „JK“ Rowling muss man nicht mehr vorstellen, darum lassen wir sie direkt zu Wort kommen. Im Jahr 2008 hielt sie einen Vortrag an der Havard University über die „Benefits of failure“.

Das Abendgespräch: Harry Rowohlt

In der neuen Rubrik „Abendgespräche“ wollen wir an jedem Mittwoch Abend den Blick etwas länger auf eine interessante Persönlichkeit richten. Dabei steht nicht der Aspekt „Steampunk“ im Vordergrund, sondern die schon fast vergessenen Künste der Rethorik, Poetik oder einfach etwas zu sagen zu haben.
Wenn sie so wollen, die Talkshow des Clockworker an Bord der HMS Anastasia.

Den Beginn der Reihe macht Harry Rowohlt, Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler.

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