Rezension: Aetheragenten - das Erwachen, Roman von Tanja Schierding

„Ætheragenten – das Erwachen“ ist ein abenteuerlicher All Age Steampunk-Roman, der in derselben Welt wie die Aetherwelt-Romane von Anja Bagus angesiedelt ist.

© Edition Roter Drache

Inhalt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überzieht grüner Æthernebel die Flüsse und Seen dieser Welt. Auch bleibt das beschauliche Wallsend im hohen Norden Englands nicht verschont. Als der dort wohlbehütet aufgewachsene vierzehnjährige Gregory durch einen mysteriösen Unfall mit dem Æther in Berührung kommt, verändert er sich und sein bisher überschaubares Leben gerät aus den Fugen.

Von seinen Eltern verstoßen, stolpert er, auf der Suche nach seinem Platz im Leben, in ein ebenso rätselhaftes wie gefährliches Abenteuer. Was verbergen die Mauern der Burg Bamborough und ist der mysteriöse Schausteller Peverell Primeaux wirklich ein Verräter an der Krone?

Spuren führen Gregory und seinen neugewonnenen Freund Weston auf die andere Seite des Erdballs, wo sie sich einem von dunklen Plänen getriebenen Widersacher gegenüber sehen. Reichen am Ende ein aufrechtes Herz und eine gehörige Portion Mut aus, um dem Bösen die Stirn zu bieten und mehr als nur einen Freund zu retten?

Rezension
In „Ætheragenten – das Erwachen“ wird das „Shared universe“ der Ætherwelt nach England übertragen, und eine abenteuerliche Reise verschlägt Gregory erst zu Ausgestoßenen, die den Gedanken an Robin Hood nahelegen und später dann zum Britischen Geheimdienst, oder vielmehr einer Spezialabteilung, die mit vom Æther veränderten Menschen arbeitet. Dort muss Gregory sich bald in einem Team mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zurechtfinden und trifft dabei längst nicht nur auf freundlich gesinnte Kollegen.

Das darauffolgende Abenteuer ist spannend und actionreich erzählt, außerdem gibt es einige interessante technische, steampunkige Erfindungen, die gekonnt in die Handlung eingewoben sind.
Und es ist gewiss kein Zufall, dass einer der Erfinder mit Nachnamen ausgerechnet „Marvel“ heißt und gern Comics zeichnet. Wer angesichts der vom Æther Veränderten, die gesellschaftlich kaum akzeptiert oder sogar verstoßen werden, an Mutanten wie die „X-Men“ denkt, der liegt insofern richtig, dass auch in dieser Geschichte Themen wie (In-)Toleranz und Anderssein eine wichtige Rolle spielen.

In einigen Teilen des Buches hätte ich mir etwas ausführlichere Beschreibungen gewünscht, z.B. zu dem Unterricht und Training des Geheimdienstes, aber in diesem ersten Roman der Ætheragenten-Reihe geht es gleich „in die Vollen“, was natürlich auf der anderen Seite wiederum die Spannung erhöht.
Gregory verfügt durch seinen Kontakt zum Æther über mehr Fähigkeiten, als ihm anfangs klar ist – das zeigt sich im Finale am anderen Ende der Welt, welches außerdem  mit einer überraschenden Wende aufwartet…

Die Geschichte funktioniert aus meiner Sicht sehr gut als All age-Roman, denn diese unterhaltsame Mischung aus Steampunk-, Abenteuer-, Fantasy- und Entwicklungsroman dürfte Jugendlichen genau so viel Freude bereiten wie jungen oder auch älteren Erwachsenen.

Die Verlagsseite zum Buch
232 Seiten, erhältlich als Taschenbuch und E-Book

Die Fortsetzung zu „Ætheragenten – das Erwachen“ heißt „Ætheragenten 2: Gregory Ferrinton Roycroft und das Tor nach Xibalba“ und ist ebenfalls bereits erschienen.

Die Webseite der Autorin:
http://tanjaschierding.de/

Außerdem haben die Ætheragenten ihre eigene Ætherpräsenz:
http://aetheragent.de/

 

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