Rezension: Professor Koslows Äthermaschine von J. Pollaschek

Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher (Wiener Ausdruck für „Ganoven“) hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten. Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar.

copyright Buchcover: Martin Hermann

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Der Autor beschreibt sein Steampunk-Universum so: „Dampfpülcher ist die Wiener Version von Steampunk, mit Kaffeehäusern anstelle von Teestuben, Kaiser statt Königin und besserem Wetter.“

Rezension
Der Ingenieur Jakob Ros und die Komtesse Ada von Rony könnten nicht unterschiedlicher sein, bilden aber in dieser Geschichte aufgrund verschiedener mysteriöser Vorkommnisse ein ungewöhnliches und dennoch sympathisches „Ermittlerduo“. Der Roman startet relativ langsam, da sich der Autor viel Zeit nimmt, um Atmosphäre und Charaktere zu beschreiben, und dies sorgt für viel Anschaulichkeit und gut ausgearbeitete Charaktere, die man gern auf ihr Abenteuer begleitet.

Später gewinnt der Roman deutlich an Spannung und es gibt auch einzelne, dramatische, actionreichen Szenen. Wer allerdings einen mörderisch spannenden Krimi oder Thriller erwartet, sollte eher nach anderen Büchern Ausschau halten. Was es mit der titelgebende Maschine auf sich hat, wird dankenswerterweise erst spät aufgelöst, und so manches Mal geraten die Helden in brenzlige Situationen. Auch eine Liebesgeschichte bahnt sich hier an, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Begriff „Dampfpülcher“ leitet sich übrigens in gewisser Weise ab von Steampunk, da „Pülcher“ ein Wiener Ausdruck für „Gauner“ (also quasi „Punk“) ist.

Das Buch enthält einige typische Wiener Ausdrücke, die im Anhang erläutert werden, außerdem werden im Glossar besondere Steampunk-Erfindungen erklärt. Passend für das Steampunk-Genre liegt ein deutlicher Schwerpunkt des Romans nicht nur auf der Erwähnung von Technik, sondern auch auf anschaulichen Erklärungen einiger technischen Funktionen, die vom Autor offensichtlich gut recherchiert wurden. Insgesamt ein beachtenswerter Roman dieses Genres, der Lust auf eine Fortsetzung macht.

Die Website des Autors mit weiteren Hinweisen zum Buch und einer Leseprobe:
https://rosundrony.com/buch/

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