Interview mit Comiczeichner Felix Mertikat

Felix Mertikat ist vielen Steampunks bekannt durch seine Projekte „Opus Anima“ und „Steam Noir“.
Im Interview berichtet er, wie er zum Comiczeichnen kam, von seinen Einflüssen und neuen Projekten.

Felix Mertikat, Foto von Katja Pfister

Felix, wie bist du zum Comiczeichnen gekommen? Das war ja nicht deine erste Berufswahl…

Meine erste Berufswahl war Biologe und dachte mir dann, dass ich als Concept Artist und Illustrator, eigentlich ein ganz schönes Leben haben würde…und dann kam der Comic dazwischen, der mich seitdem mit seiner Magie nicht mehr losgelassen hat.

Wer hat dich dabei beeinflusst, bzw. hast du Vorbilder? Die Graphic Novel „Steam Noir“ wird ja gern mit franco-belgischen Comics verglichen. Manche der Rückblenden in Band 4 von Steam Noir haben mich an expressionistische Stummfilme und alte Scherenschnitte erinnert…

Du fasst die Einflüsse schon ganz gut vorweg. Tatsächlich habe ich mich sehr stark im europäischen Stil zuhause gefühlt und weniger im US-Stil. Am Ende war der Wunsch da, dennoch etwas Neues zu gestalten, vielleicht eine eigene Note darin zu finden. Stark inspiert haben mich vor allem Filme wie „Delicatessen“ und „Die Stadt der verlorenen Kinder“. Vom Erzählen komme ich sowieso aus dem filmischen, weswegen meine Panels und die Bildgestaltung einer natürlichen Kamera sehr nahe kommt- wohl ein Erbe […]

Steampunk Picknicks in diesem Sommer

Picknickgesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. (gemeinfreie Abbildung)

Der Ursprung des Picknicks liegt im 17. Jahrhundert. Damals wurde damit in Frankreich eine Mahlzeit bezeichnet, die dem Vergnügen diente und zu der jeder Gast etwas beisteuern sollte. Später genossen sowohl Ober-, Mittel- und Unterschicht in der warmen Jahreszeit das Essen im Grünen, war dies doch eine Möglichkeit, zumindest zeitweise der Enge in den Städten zu entfliehen bzw. eine Abwechslung zu den eigenen vier Wänden zu haben. Im späten 19. Jahrhundert kamen in England die Picknickkörbe auf und ein gewisser Lord Sandwich entwickelte die nach ihm benannten belegten Brote, welche für das Schmausen im Freien besonders praktisch waren.

Steampunk- oder viktorianische Picknicks sind mittlerweile fest etabliert in der Steampunkszene.  Die ersten Picknicks haben dieses Jahr bereits stattgefunden, z.B. auf dem WGT in Leipzig. Hier ein Überblick über weitere dieser Freiluft-Veranstaltungen in diesem Jahr:

3. Juli ab 14:30
5. Viktorianisches Picknick in 45529 Hattingen

Diese Veranstaltung finden Sie im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/events/215795398779742/

10. Juli 2016 ab 15 Uhr
4. Steampunk Picknick im Stadtpark in 22339 Hamburg
http://salon.clockworker.de/events/4-sommerliches-steampunk-picknick-in-hamburg

Foto: jill111, pixabay

16. Juli ab 15 Uhr
Schwarzes Picknick im Jenischpark in 22605 Hamburg
Bei diesem Picknick sind auch Steampunks gern gesehen.
Die Veranstaltung finden Sie im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/events/1153765348034389/

16. Juli 2016 ab 14:30 […]

Was rattert denn da? Oder, alte Technik neu belebt.

Das Rattern der Fernschreiber war, in der Vergangenheit, aus Büros, Amtsstuben und Behörden nicht wegzudenken. Galt ein Fernschreiben, durch den unveränderbaren Kennungsgeber, ja als rechtsverbindlich.

Als eine der ersten digitalen Übertragungstechniken, eroberte sie ab 1933, die gesamte, weltweite Kommunikation. Die Wandlung (Tastatur >> Leitung und Leitung >> Druckwerk) erfolgte lange Zeit mechanisch. Erst in den 70ern wurden die ersten, elektronischen Fernschreiber entwickelt.

Das Internet und E-Mail verdrängten die Fernschreiberei aus den Büros. Das fanden viele Leute schade und entwickelten die Möglichkeit, Fernschreiber über das Internet zu betreiben. Unter http://www.i-telex.net/ findte man die nötige Elektronik, um die Fernschreiber wieder und international zu benutzen. Dabei wird der Teilnehmer der Gegenstelle über die gute alte Wählscheibe angewählt. Das i-TELEX stellt die Verbindung her und schon kann man „chatten“ ;-). Das dann auch noch in Echtzeit!

Henning Treumann stellte das i-TELX System, zum wiederholten Male, auf der Maker Faire in Hannover vor. Die Geräte, besonders die LO-15 der Firma Lorenz, sind nahezu unverwüstlich und man kann die berühmte LO-15 hier und da für unter 50.- EUR bekommen.

Aber es geht auch anders.

Dan Aetherman hat mit der Vorstellung seiner Restaurationsarbeit an einer LO-15, einen kleinen Boom im Rauchersalon ausgelöst. Die Steampunkwelt entdeckt die Fernschreiberei.

Horatius Steam - Juni 27th, 2016 | Kategorie: Aether-Nachrichten, Beachtenswert | Ein Kommentar

What about a steampunk world? - Das neue Album von Drachenflug

 

copyright: Drachenflug GbR

Die Raum-Zeit Kapelle Drachenflug hat kürzlich ihr 3. Album mit dem Titel „What about a Steampunk world?“ digital herausgebracht. Auch eine CD-Veröffentlichung der 14 Songs wird es demnächst geben.

In „Das Luftschiff“ erzählt die Band die Geschichte eines Luftschiffs, der „Victoire Adelaide“. Dies basiert auf den Hörspielteilen im vorherigen Album „Rendesvouz beim Aethercircus“, welches in Zusammenarbeit mit dem Autor Marco Ansing entstand.

„Drachenwissen“ berichtet im rasanten Tempo von der Sehnsucht, die Welt aus den Augen eines fliegenden Drachen zu sehen, doch gleichzeitig auch von einem Projekt, welches man vorantreibt, bis es einem über den Kopf wächst, sich im Netz verbreitet und letztendlich die Welt verändert.  Die Streicherpartien in diesem Lied Lied werden von einer Nyckelharpa gespielt.

„Aethercircus“, welches von dem gleichnamigen Steampunkfestival und seinen Attraktionen handelt, erinnert mit seinem Sprechgesang an Hiphop, und die Band setzt hier interessante Soundeffekte von alten Spielzeugen ein, die an Zirkusmusik erinnern.

„Alien Spices“ ist ein schneller, rockiger Song, in dem Evie ex Machina von hellem Background-Gesang unterstützt wird.

„Die Spieluhr“ ist ein sanftes, poetisches Lied (gesungen von Wiba Wer), das jedoch angenehmerweise nicht kitschig wirkt und auch ohne weiteres als Liebeslied verstanden werden kann.

In „Morgensport“ heizen Michael von Dunkelfels und die übrigen „Drachenflieger“ […]

Vaporium Ruhr - Extraschicht 2016

Morgen, am 25. Juni 2016, findet zum zweiten Mal das Vaporium Ruhr auf der Zeche Hannover in Bochum statt. Im Rahmen der Extraschicht – Die Nacht der Industriekultur wird das Außengelände des LWL-Industriemuseums von 18.00 Uhr bis 2.00 Uhr nachts zum Schauplatz für das „Steampunk Wunderland„.

Die Extraschicht ist ein seid 2001 jährlich stattfindendes Festival, das ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur geschickt in Szene setzt und den Wandel von der Schwerindustrie zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion verdeutlicht. Über 50 verschiedene Spielorte im gesamten Pott sind am Abend des 25. Juli mit dem Extraschicht Ticket zu besuchen. Neben den öffentlichen Verkehrsmittel werden auch Sondershuttlebusse eingesetzt, die mit dem Ticket kostenlos zu benutzen sind.
Jeder Spielort hat dabei sein ganz eigenes, persönliches Programm.

Fotografie: Miss Me.

Auf der Zeche Hannover wird in diesem Jahr in einer Mischung aus Steampunk und Alice im Wunderland das Programm mit verschiedenen Künstlern gestaltet: Monokel-Pop Sänger Daniel Malheur sorgt ebenso für musikalische Kurzweil, wie die Nautilus One-Man-Band.

Verschiedene Steampunk Gruppen und Maker stellen ihre Werke aus und laden zum Plausch ein und auch ein kleiner Markt für das eine oder andere Mitbringsel ist vor Ort.

Die […]

Rezension: Steampunk 1851 - eine Anthologie

copyright: Art Skript Phantastik Verlag

Steampunk im Jahr 1851, dem Jahr der großen Londoner Weltausstellung.Das ist die Ausgangsbasis für acht düstere Steampunk Kurzgeschichten:

In „Das Ende der Fiktion“ will ein wahnsinniger Wissenschaftler mit seinem Assistenten ein Geheimnis lüften, welches sich in Schottland verbirgt.
Der Erfinder und Physiker Foucault bekommt bei seinen Forschungen unerwartete Hilfe von einem Dämon, den eine Höllenmaschine auf die Erde teleportiert hat.
Der deutsche Reporter Johann Alexander Krieger lernt während der Weltausstellung die Geheimnisse des Treibstoffs „Lykonium“ kennen.
In Russland bekommen es zwei Gendarmen mit einem Vampir und einer teuflischen Erfindung zu tun.
Das britische Royal Special Operation Corps rekrutiert ein neues Mitglied, welches sich unter realen Bedingungen beweisen soll, während in einem gewaltigen Luftschiff namens Crystal Palace die Weltausstellung präsentiert wird.
Archibald Leach und seine Assistentin treffen auf einen Untoten, der sich an seinem Schöpfer rächen will.
Die jungen Monsterjägerinnen Lena und Sophie reisen nach New York, um dort einen seltsamen Todesfall aufzuklären, der möglicherweise im Zusammenhang mit der berüchtigten irischen Straßengang „Dead rabbits“ steht: Der Mörder hinterließ bei den Leichen tote Kaninchen.
In der letzten Geschichte schließlich steht ein Automat vor einem moralischen Dilemma.

Mir hat die Zusammenstellung dieser kurzweiligen Anthologie gut gefallen. Die Geschichten sind größtenteils actiongeladen und darin tauchen […]

International Steampunk Day 2016

Steam Derp by AyraLeona on DeviantArt

Heute, am 14. Juni, ist „International Steampunk Day“!

In der dazugehörigen (leider etwas eingeschlafenen) Facebook Gruppe heißt es dazu:

„There is International Pirate Day, Ninja Appreciation Day, Dress like a Goth Day and Mock an Emo Day, but there is no steampunk day. I suggest we remedy this and have a offical Holiday where we get to dress up like Steampunk Characters, watch steampunk movies, play steampunk video games, read steampunk books and just bask in the glory that is the steampunk genre. So bust out your goggles and your ray guns, your felt vests and your steam gaskets and imagine a history that might have been…at least for one day.“

Haben auch Sie Pläne, Ihren Steampunk Tag zu feiern? Wir freuen uns über fotografische Kommentare auf unserer Gesichtsbuchseite.

Einen fröhlichen Internationalen Steampunk Tag euch allen!

Steampunk vs. Endzeit

Trafen sich ein paar Steampunks und Ödländer und stellten fest: Der größte Unterschied zwischen beiden Gruppen ist nur die Anzahl an Löchern und Dreck in der Klamotte… So geschehen auf der FaRK, dem großen Fantasie- und Rollenspiel-Konvent in Reden. Wie gelangt man zu so einer Einschätzung? Gedanklich bekommt man Queen Victoria und Max Rockatansky schließlich nur schwer unter einen Hut. Aber man wird sowohl Steampunk als auch Endzeit nicht gerecht, wenn man nur die dominanten Stile beider Genres betrachtet. Denn in den verschiedenen Ausprägungen von Steampunk und Endzeit findet man tatsächlich einige Gemeinsamkeiten. Machen wir uns also auf die Suche nach den verbindenden Elementen.

Der größte gemeinsame Nenner lässt sich leicht finden. Vertretet beider Gruppen sind in der Regel auch immer Maker bzw. DIY- Künstler. Beide Schneidern, Schmieden, Färben, Basteln was das Zeug hält, und müssen dabei nicht selten komplexe Probleme Lösen. Oft bauen sie sich eigene Werkzeuge und Hilfsmittel, oder machen sogar kleine Erfindungen. Das haben sie allerdings auch mit den meisten anderen kreativen Subkulturen gemeinsam.

Repurposing & Hacking. Zwei Schlagworte die sich Steampunk ganz groß auf die Fahnen schreibt. Das Wiederverwenden (Repurpose), Umbauen und Zweckentfremden (Hacking im Wortsinne) ist im Steampunk ein grundlegender, […]

Billy O'Shea: Kingdom of Clockwork

Rezension

copyright: Kingdom of Clockwork, Black Swan

Dänemark im Jahr 2413: Ein Königreich, das die technischen Errungenschaften und Ressourcen vergangener Jahrhunderte verloren hat. Diese sind lang begraben, vergessen oder werden als Legenden betrachtet. Die mächtige Kirche verbietet Archäologie, so dass auch keine Forschung betrieben werden darf. Doch noch immer finden sich Spuren des einstigen technischen Fortschritts im Königreich.

Zwar verfügt der König über Luftschiffe und eine Marineflotte, doch das ist ihm nicht genug. So beauftragt er den einfachen Uhrmacher Karl Nielsen damit, anhand einer historischen Spielzeugeisenbahn eine echte Eisenbahn zu entwickeln. Mangels einer Energieversorgung durch Kohleverbrennung entwickelt Nielsen eine Technik für die Eisenbahn, welche auf Uhrwerksmechanismen basiert. Währenddessen wird er hineingerissen in eine höfische Intrige. Wenig später bricht der König mit ihm und einer Armee auf zu einer gefährlichen Expedition in den hohen Norden.

„Kingdom of Clockwork“ ist historische Fantasy. Der Autor entwirft hier ein alternatives Skandinavien in der Zukunft, dessen Gesellschaftsstruktur eher an die Renaissance erinnert. Das Steampunk-Genre zeigt sich ebenfalls deutlich, z.B. in der ausführlich beschriebenen Technik und in spannenden Luftschiff-Gefechten. Als Leser schmunzelt man hier und da, wenn die Charaktere sich im Jahr 2413 auf historische Spurensuche begeben und den gefundenen Dingen (aus unserer […]

Maker of the Month, Juni: Genius Emanuel von Heddernheim

Herr von Heddernheim alias Joachim Buff ist einer der kreativsten Köpfe des Genres und ein echter Erfinder. Immer wieder verblüfft er uns mit neuen, interessanten Geräten und komplett selbst erdachten Technologien.

Eines seiner Geniestreiche, ist der Briefkasten mit einem selbst erdachten und konstruiertem Zahlenschloss.

Auch seinen anderen Ideen und Geräte sprühen vor Kreativität und immer ist ein Augenzwinkern dabei.

Sei es das Lamentiergerät, welches einem das tägliche lamentieren abnimmt,

die sprechende Urne, die die Hinterbliebenen beglückt (oder nicht) oder

der Raspberry Pi im Messinggewand, welcher dann auch treffend Brassberry genannt wurde.

 

Ein Besuch auf der Homepage des Herr von Heddernheim lohnt sich auf jeden Fall.

www.vonheddernheim.de