Der viktorianische Vibrator - Frank Patalong

Der Autor Frank Patalong widmet sich in seinem gerade erschienenen Buch Der viktorianische Vibrator: Törichte bis tödliche Erfindungen aus dem Zeitalter der Technik dem Zeitalter des wissenschaftlichen Umbruchs Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei sind viele Erfindungen gar nicht so töricht wie der Titel vermuten lässt, sondern legten die Grundlage für unseren heutigen Fortschritt.
Patalong geht in schnellen Tempo durch die wichtigsten Erfindungen dieser Zeit und hat dabei gut die Quellen-Literatur meist solide im Griff. Wer regelmäßig Modern Mechanics und verwandte Blogs verfolgt, dem werden viele alte Bekannte wiederbegegnen.
Einzig bei Frankensteins Monster war ich etwas verwundert. Patalong beschreibt es als gut aussehend.

Shelly schreibt dazu:

„Die gelbliche Haut verdeckte nur notdürftig das Spiel der Muskeln und das Pulsieren der Adern. Das Haupthaar war freilich von schimmernder Schwärze und wallte überreich herab. Auch die Zähne erglänzten so weiß, wie die Perlen. Doch standen solch Vortrefflichkeiten im schaurigsten Kontraste zu den wässrigen Augen, welche nahezu von derselben Farbe schienen wie die schmutzig weißen Höhlen, darin sie gebettet waren, sowie zu dem runzeligen Antlitz und den schwarzen, aller Modellierung entbehrenden Lippen.“

Aber nun gut, Geschmäcker unterscheiden sich bekanntlich.
Die komplette Begeisterung konnte sich bei mir aber nicht einstellen. Dazu ist mir persönlich die Darstellung der Zeit zu (negativ) wertend und mehr oder weniger amüsanten die Seitenhiebe auf die heutige Zeit und das Internet nerven auch irgendwann.

Gute 3,5 von 5 möglichen Punkten für einen netten Ausflug in die Technikgeschichte.

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