Die Sache mit dem Handkuss bei der Dame. Ein fast verlorener Schatz, aber man sieht ihn doch hin und wieder. Leider meistens falsch. Die Hand der Dame zu küssen ist ein Privileg und nicht die “normale” Grußform, das ist und bleibt sich die Hand zu geben. Bei beiden Grußformen nimmt der Herr den Hut ab, auch wenn die Goggles noch so toll sind.
Es gibt exakt zwei Situationen, in denen man die Hand küssen darf:
- Man kennt die Dame UND sie bietet die Hand zum Kuss an.
- Man wurde der Dame vorgestellt UND sie bietet die Hand zum Kuss an.
Die Dame entscheidet, ob sie dieses Privileg gewährt und niemand sonst. Sie reicht die Hand entweder mit dem Daumen nach oben (Handschlag) oder mit den Knöcheln nach oben (Handkuss). Ist es der Handkuss nimmt der Herr die Hand der Dame leicht auf seine Handfläche, seinen Daumen seitlich an ihrer Hand (in älteren Zeiten bedeutet der Daumen des Herrn auf dem Handrücken der Frau, dass man(n) noch eindeutige Absichten mit ihr hat).
Für den Kuss gibt es ebenfalls zwei Arten:
- Mit trockenen Lippen verbeugt sich der Herr und berührt die Hand der Dame nicht (auch keine gespitzten Lippen). Dies ist korrekt, wenn man gerade vorgestellt wurde und in jeder anderen Situation.
- Mit trockenen Lippen verbeugt sich der Herr und küsst die Dame leicht auf den Handrücken. Dies ist korrekt, wenn man die Dame bereits (gut) kennt – sonst nicht.
Die Betonung liegt auf trockene Lippen. Nicht sabbern!
Bei der Verabschiedung kann der Handkuss auch gegeben werden – wenn er angeboten wird, bietet die Dame ihre Wange an, verhält sich der Herr wie bei Punkt 2. Ein leichter Kuss auf die Wange der Dame.
Das Angebot geht immer von der Dame aus, der Herr wird auf keinen Fall eine Form erzwingen.








