Steam Noir - Das Kupferherz 2

Eine verschwundene Kinderleiche, ein undurchsichtiger Chirurg, der sich der Erforschung mechanischer Organe verschrieben hat, eine wiedergekehrte Seele, die sich seit Jahren der Festsetzung entzieht, und ein Herz aus Kupfer, das im Zentrum aller Geheimnisse zu stehen scheint – ein Fall, der den Januskoogener Bizarromanten Heinrich Lerchenwald und sein Leonardsbund-Team, den beseelten Maschinenmenschen Richard Hirschmann und die Tatortermittlerin Frau D, in ein Geflecht aus Lügen, Intrigen und Manipulationen reißt. Auf der Spur der vermissten Mädchenleiche und ihrem vermeintlichen Mörder stoßen die drei paranormalen Detektive auf ein Geheimlabor und einen entstellten Menschen-Maschine-Hybriden, der eine Beziehung zum ominösen Wunderheiler Dr. Presteau zu haben scheint. Frau D heftet sich an die Fersen des Arztes, während Heinrich eine eigene Agenda verfolgt, die ihn immer weiter vom eigentlichen Fall wegführt…

Unterdessen greift der Leonardsbund zu immer rabiateren Mitteln im Kampf gegen die Seelen und die Verzerrungen, die sie auslösen. Eine groß angelegte Kampagne mit unvorhersehbaren Konsequenzen beginnt.

Wir sind endlich zurück in der Welt des Bizarromanten Heinrich Lerchenwald, der Ermittlerin Frau D. und dem Maschinenmenschen Richart Hirschmann. Band 2 der Comicreihe “Steam Noir – Das Kupferherz” von Felix Mertikat und Verena Klinke setzt genau da an, wo der Leser Band 1 verlassen hat. Wer neu in die Serie einsteigen will, sollte also unbedingt auch mit Band 1 anfangen, denn die Handlung ist komplex und man spart nicht an Figuren, die es zu kennen gilt. Die Welt von Steam Noir beruht in Grundzügen auf dem Rollenspiel Opus Anima, welches ebenfalls von dem Felix Mertikat mitentwickelt wurde. Anstelle von Benjamin Schreuder, dem Autor des 1. Bandes, trat Verena Klinke, die im ersten Band bereits die Texte für die Beschreibung des Hintergrunds der Welt im Anhang des Comics verfasste. Ganz neu im Team ist Jakob Eirich, der das Coloring der Zeichnungen übernahm. Weiterhin wurde die Modeschöpferin Sammy the Scissors von Redcat 7 mit den Entwürfen für die Mode in Steam Noir betraut, für mich eine völlig neue, aber auch ausgesprochen spannende Idee. Vielleicht springt der Funke aus dem Comic auch wieder in die reale Welt zurück und man kann die Kleidung aus Steam Noir tatsächlich tragen.

Steam Noir ist mehr als ein Comic, schon fast ein Buch, da die Dialoge und Texte auch für sich stehen könnten und die Bilder auch ohne Text eine starke und emotionale Geschichte erzählen, bei der jede Blickrichtung, jede Farbwahl einen tieferen Sinn hat.. Zusammen werden sie zu einem echten  Highlight der deutschen Comicliteratur, das seinesgleichen sucht.  Die Mischung aus Steampunk, Science-Fiction und fantastischen Elementen ist mit einem unglaublichen Detailreichtum erzählt und lässt die Welt von Landsberg wirklich lebendig werden. Die Figuren haben Ecken und Kanten, handeln aus ihren eigenen Motiven und dienen nicht nur der Geschichte – sie sind die Geschichte, ohne es zu wissen. Während der 1. Band die Grundlage der Geschichte um Heinrich Lerchenwald erzählt, nimmt Band 2 rasant an Fahrt auf, so dass mir dieser Band noch mal deutlich mehr Spaß gemacht hat und ich die Fortsetzung nur schwer abwarten kann. Band drei soll Ende dieses Jahres erscheinen und und der Abschluss der Serie ist für Mitte 2013 geplant.
Mehr zum Hintergrund von Steam Noir konnte man bei der Vorstellung des zweiten Bandes auf dem Erlanger Comic-Salon erfahren.

Amazon: Steam Noir. Das Kupferherz 02

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