
Die Music Defense League gab im Jahr 1930 ca. $500.000 aus, um Anzeigen in allen Zeitungen zu schalten. Der Grund ihres Protestes: Es war möglich Musik synchron zum Film zu spielen und die angestellten Musiker in den Kinos wurden nicht mehr gebraucht. Man sah das Ende jeder Kunst und Kultur voraus, wenn dieser Zustand nicht geändert würde. Daher fand sich bei jeder Anzeige auch ein Coupon zur Sammlung von Unterstützerstimmen. Die Geschichte wiederholt sich…
Mehr Hintergrund und weitere Anzeigen bei Paleofuture.
Tho’ the Robot can make no music of himself, he can and does arrest the efforts of those who can.
Manners mean nothing to this monstrous offspring of modern industrialism, as IT crowds Living Music out of the theatre spotlight.
Though “music has charms to soothe the savage beast, to soften rocks or bend a knotted oak,” it has no power to appease the Robot of Canned Music. Only the theatre-going public can do that.
Hence the swift growth of the Music Defense League, formed to demand Living Music in the theatre.
Every lover of music should join in this rescue of Art from debasement. Sign and mail the coupon.
via Bruno Kramm








Die Sammlung bei Paleofuture (“Musicians wage war against robots”) ist wirklich sehenswert, nicht nur für Historiker. Heutzutage kaum zu glauben, wie verbissen damals von Seiten der Musiker-Vereinigung gegen die neuen Möglichkeiten angekämpft wurde.
In Deutschland lief übrigens zeitgleich (1929-1930) ebenfalls eine Kampagne gegen den Tonfilm. Es wurde sogar extra eine 16-seitige “Aufklärungs-” und Werbeschrift des Deutschen Musiker-Verbandes mit dem Titel “Der Tonfilm – Eine Gefahr für den Musikerberuf und für die Musikkultur” unters Volk gebracht.
Damals wie heute verweigert man sich halt lieber dem Fortschritt, als das eigene Einkommen in Gefahr zu bringen. Aus Sicht der Musiker durchaus verständlich…aber wohl auch damals schon leicht durchschaubar.
Gebracht hat das alles letztlich nichts, denn die Menschen waren natürlich begeistert vom Tonfilm und den neuen Möglichkeiten. Sehenswert in diesem Zusammenhang ist auch der Film “The Artist”, der diese Wende sehr gut veranschaulicht.
Besonders bezeichnend finde ich, dass es dieselbe Gruppe ist, die damals die Musikkonserve aufs Messer bekämpft hat, die diese Möglichkeiten der Tonaufzeichnung heute verbissen verteidigt. Aus der “seelenlosen Musikkonserve” wurde “das Original/die Original-CD”. So wurde die Argumentation halt mal eben um 180° gedreht.