
In diese Folge des Bordfunks erinnern wir an Ray Bradbury und beschäftigen uns intensiv mit der Frage “Ist der Steampunk-Boom vorbei?”
Die (meisten(1)) deutschen Verlage haben sich nicht gerade Mühe gegeben das Genre zu unterstützen, sondern setzen weiterhin auf Glitzer-Vampire und Kapuzen-Ninjas. Daher hört man jetzt häufiger: Der Boom ist vorbei, es hat ihn nie gegeben und Steampunk hat erzählerisch überhaupt kein Potential. Wie kommt es aber dann, dass in den USA/UK 8-10 Bücher pro Monat unter dem Label Steampunk erscheinen?Dingsis
- Ray Bradbury
- Fahrenheit 451 (Buch / Film)
- Mars-Chroniken (Buch / Film)
- Fuck me, Ray Bradbury
- Wollstonecraft
- Kickstarter
- Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
(1) Ausnahme: Feder & Schwert hat sich stark engagiert und wird das hoffentlich in der Zukunft auch weiter tun.
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Auch der Cyberpunk wurde bereits vor rund 30 Jahren für tot erklärt, obwohl er sich bester Gesundheit erfreut. Das obligatorische Ausstellen der Sterbeurkunde markiert nur den Übergang vom gewöhnlichen Subgenre zum Kultgenre. Für den Tod eines normalsterblichen Patienten würde sich nämlich niemand interessieren. Der Steampunk wurde damit geadelt. Er lebe hoch!
Wieso vorbei?
Das fängt doch gerade erst an!!! Hat man übrigens von Seiten der Presse damals auch mal über Popart gesagt. Mitte der 90er habe ich sowas auch über Gothic gehört und der Abgesang, der jährlich in Leipzig stattfindet, lässt sich als Requiem wahrlich sehen.
Vorbei ist etwas erst wenn´s keinen mehr interessiert – und wir sind noch nicht mal warm gelaufen
Meine Meinung: natürlich ist es schön, Steampunk Bücher lesen zu können. Aber das, was die Faszination (zumindestens für mich) darstellt, ist geradezu antagonistisch zu einem “Boom”. Wird erst mal alles industrialisiert und massenhaft gefertigt, dann gibt es den Einheits-Steampunker ( paint it copper and ad a monocle). Es geht ja für mich gerade um das Gegenteil: um ein zurück zum Selber- machen des Schönen, Liebevollen, Einzigartigen.
Dann lieber keinen Boom.
So ganz verstehe ich die Fixierung des clockworkers auf die deutschen Verlage nicht. Das sind Wirtschaftsunternehmen, die bringen das raus was sich verkauft. Die sind nicht interessiert daran Trends zu setzen oder cool rüberzukommen.
Wenn sich Steampunk-Bücher nicht verkaufen – und ich bezweifle, dass sich außer der Differenzmaschine irgendwas von dem aktuellen Kram gut verkauft – dann bringt die halt kein großer Verlag raus.
Es gibt jedoch reichlich Steampunk-Comics und – zumindest mit starken Steampunk-Elementen versehene – Filme.
Nicht alles muss sich in den Verkaufszahlen von Büchern festmachen. Vielleicht ist mit Steampunk als “Szene” auch gar kein Geld zu machen, schließlich basteln und kombinieren die meisten selbst. Für braune Klamotten und Zahnräder braucht man nicht unbedingt spezialisierte Shops/Geschäfte.
Wie ich erst vor kurzem bei Telepolis lesen musste ist die Science Fiction auch tot. Das im Moment angeblich alles tot is,t liegt entweder an der Zombie-Welle oder daran, dass die maßgeblichen “Meinungsmacher” langsam alt werden und wir wissen ja: Früher war alles besser! Selbst die Zukunft.