Coppelius - Ein Konzertbericht

Es ist mal wieder an der Zeit für einen Gastbeitrag. Diesmal von AyraLeona de Loryva, die sich wagemutig in die vordersten Zuschauerreihen kämpfte, um für Sie, verehrte Clockworkleser, ganz nah dran sein zu könnenn.

Freitag, 27. Januar 2012, 18.00Uhr. Vor der Matrix in Bochum wächst eine Schlange aus Menschen. Viele von ihnen tragen Zylinder. Doch was ist los?

Die werten Herren Coppelius gaben sich die Ehre und da will man natürlich passend gekleidet sein. Damen in Korsett und Herren im Gehrock waren genauso zu sehen, wie Bandshirtträger, deren Aufschrift den restlichen Anwesenden genau erklärt, was von ihnen zu erwarten ist: „Ruhe bitte“ vorne und „Applaus“ hinten.

Um 19.00 Uhr öffneten sich endlich die Tore und die bibbernde Menge wurde eingelassen. Nach ausführlicher Taschenkontrolle wurden an der Kasse die Umtauschscheine in Karten übersetzt und man durfte die Matrix betreten (das Konzert wurde vom 28.01. einen Tag vorverlegt, deswegen die Umtauschscheine).

Das Gedränge hielt sich in Grenzen und so blieb vor dem Betreten des Konzertraumes noch Zeit überflüssige Jacken und Taschen an der Garderobe abzugeben. Langsam tauten die Füße und Hände wieder auf.

Kurz darauf öffneten sich auch die letzten Türen vor dem Konzertraum und man konnte sich einen Platz vor der Bühne sichern. Aus der dritten Reihe ließ sich das Geschehen ganz gut beobachten.

Pünktlich um 20.00 Uhr begann mit Punch’n’Judy der Abend, die der Menge mit ihrem Cross-over Folk mit Einschlägen von Pirate und Vampire ordentlich einheizte ein. Einige zu enthusiastische Fans störten ein wenig den sonst so gesitteten Ablauf des Konzertes. Nach etwa einer ¾ Stunde war das Vorprogramm beendet und die Herren und Damen räumten die Bühne.

Ein schneller Umbau und es konnte weiter gehen mit dem, weshalb wir alle da waren. Zunächst betrat Butler Bastille anscheinend „unsicher“ die Bühne, was im Publikum bereits frenetischen Beifall auslöste, und werkelte noch ein wenig mit dem Staubwedel und an den einzelnen Instrumenten herum. Sichtlich erstaunt förderte er ein paar Drumsticks aus seiner Kleidung hervor und setzte sich daraufhin kurzer Hand selbst ans Schlagzeug.

Der Rest der Herren betrat die Bühne und eröffnete mit “Running free“ das Konzert. Danach überließ Bastille Nobusama wieder seinen Platz und ging wieder seine Pflichten als Butler nach. In gewohnter Manier übernimmt er die Mäntel der Herren und sorgt für deren leibliches Wohl. Nebenbei schafft er es natürlich auch noch zu singen.

Graf Lindorf (Cello und Gesang), Bastille (Gesang, Triangel, Diener, etc.) Max Coppella (Gesang, Klarinette), Nobusama (Schlagwerk), Comte Caspar (Gesang, Klarinette), Sissy Voss (Kontrabass)

Das gesamte Bühnenprogramm führte den Zuschauer auf eine düstere Zeitreise zurück ins 19. Jahrhundert und das Ganze glich mehr einem Theaterstück, denn einem normalen Konzert. Die Herren Coppelius sorgten mit vielen tollen Einlagen für ein ganz besonderes Erlebnis. So unternahmen sowohl Bastille (bei Gumbagubanga) als auch Comte Caspar Ausflüge ins Publikum, wo sie natürlich herzlich willkommen waren. Auch wurden durstige Fans mit Sekt und Bier versorgt und bei den ruhigen Stücken wie „1916“ oder „Ade mein Lieb“ wurden Kerzen herumgereicht.

Bei letzterem schafften es die Herren mal wieder, dass sich der gesamte Konzertsaal hinsetzte, sodass in der Matrix ein wenig Romantik einkehrte.

Aber nicht nur die Herren gaben dem Publikum, nein umgekehrt ging es genauso: So bekam der an Erkältung erkrankte Sissy Voss nach einem Nieser sofort ein Paar Taschentücher auf die Bühne geworfen.

Für einige Lacher sorgte ein spitzenbesetzter Liebestöter (Bloomers), der gegen Ende des Konzertes seinen Weg auf die Bühne fand. (Ich weiß ja gar nicht, wo der herkam /irony off) Damit wurde noch ein wenig herumgealbert (Bastille und Comte Caspar versuchten ihn anzuziehen), was ebenfalls zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Insbesondere als kurz darauf der Herr im Fliegeroutfit mit dem Höschen über der Kleidung die Bühne betrat.

Das Konzert dauerte etwa zwei Stunden, verlängert durch zweimaliges, stilechtes „Da Capo“ (Zugabe), wodurch auch Nobusama am Schlagzeug seine Sternstunde hatte, verließen doch für sein fast fünf minütiges Solo alle anderen Herren die Bühne.

Ein weiteres erwähnenswertes Ereignis auf jedem Coppelius Konzert ist der Einsatz der Camera Obscura um ein Bild der Menge anzufertigen.


Quelle: Facebookseite von Coppelius

Gegen kurz nach 23.00 Uhr war der „Coppelianische Tanzabend“ dann beendet. Voll gestopft mit viel zu vielen Eindrücken konnte man dann noch beim „Krämer“ weiteres Fangut erwerben und wenig später gesellten sich auch die Herren selbst zu ihren Fans. Kurz erwähnt sei hier noch eine wunderschöne Fanaktion, bei der Comte Caspar sein eigenes Straßenschild überreicht bekam. Fordert er doch im Lied „Ma rue a moi“ ein eben solches. Eine wunderbare Fotogeschichte dazu lässt sich hier im coppelianischen Forum finden. (ist allerdings nur dann einsehbar, wenn man dort auch angemeldet ist. )


Bastille und meine Wenigkeit nach dem Konzert: Beide ein wenig fertig (der Clockworkerbutton wird natürlich mit Stolz getragen)

Vor Hannover am Samstag (28.04.) war Bochum das letzte Konzert der „Zinnober“-Tour, aber für das kommende Jahr ist ein neuer Tonträger angekündigt und auch zu dessen Ehre wird es wohl wieder eine Konzertreise geben. (Außerdem finden anlässlich diverser Festivals noch einige Auftritte der Herren statt, Termine sind hier zu finden.)

2 Kommentare zu Coppelius – Ein Konzertbericht

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