Steampunk und Qualitätsmanagement

Zugegeben, das klingt erstmal seltsam. Macht aber mehr Sinn im Kontext von Überlegungen die Dr. Frank Simon hier anstellt. Interessanter als diese Überlegungen ist für uns Steampunks aber sich die Frage wo user Genre denn in Zukunft noch so auftaucht. Schlecht ist das meines Erachtens nach nicht, sondern eher Werbung für die „Szene“.

 

Steampunk des Testens

Steampunk des Testens

 

 

11 Kommentare zu Steampunk und Qualitätsmanagement

  • Cool, ein interdisziplinärer PingBack.

    Ist denn die Anwendung der Idee SteamPunks für QM zu abgehoben? Wird da eine inhaltliche Schwere im SteamPunk gesehen, die es so vielleicht gar nicht gibt? Oder ist SteamPunk „eher“ eine oberflächliche Kunstform (was nicht schlimm wäre…nicht alles, was schön ist, muß inhaltlichen Tiefgang haben.

    Gruß
    Frank (ein Qualitätsmanager der IT)

    • Heinrich

      Abgehoben? Nein! Inhaltliche Schwere? Unbedingt!
      Aber ich kenne mich in QM nicht aus und bin objektiv in Bezug auf Steampunk.
      Daher ist meine Antwort nicht wirklich „qualifiziert“.
      Es wäre aber spannend zu sehen wie QM und Steampunk in der Realität wechselseitig zusammenkommen und wie das dann aussieht.

      Gruß,
      Heinrich

  • Ok, passt. Ich bin auch definitiv kein Experte im SteamPunk ;-)
    Wenn ich das richtig verstehe: SteamPunk ist eine Denkweise, die Liebe zum Detail, eher schön als gebrauchbar, eher artefakt-orientiert, als prozess-orientiert. Passt das?
    Ein Qualitätsmanager muss heute aus wirtschaftlichen Überlegungen genau anders ticken: Schön ist gut, besser ist: es nützt. Keine Detailliebe, sondern das ganze sehen. Und frei nach „a fool with a tool is still a fool“ muss er eher Prozesse sehen als einzelne Artefakte.

    Vielleicht passt das ja. Heißt ja, daß beide Bereiche nicht besonders viel gemeinsam haben….aber davon kann man natürlich hervorragend lernen: Lernen durch Abgrenzung.

    Ist natürlich alles eine sehr rationale Sicht. Ich finde SteamPunk darüber hinaus einfach schön….aber dafür bezahlt mich keiner :-) Und richtig Nutzen schaffe ich damit auch nicht…

    • Heinrich

      Kommt drauf an „wer“ den Steampunk „wie“ für sich interpretiert. Es gibt jene denen nur Style und Thema wichtig sind, und jene die nicht schlafen können wenn eine Schraube im Gerät nicht hunderprozentig ausgerichtet ist oder eine Maschine schick aussieht aber nicht funktioniert. Das ist das Schöne am Steampunk und gleichzeitig auch der „Punk“ darin, jeder kann es sich aussuchen.

      Bei Steampunk würde ich sagen: „a fool with a tool is also a artist“.

      Aye, Steampunk ist schön! Und es gibt ab und an schon mal Geld dafür. Aber das ist eher (noch) die Ausnahme. Was hoffentlich auch überwiegend so bleibt.

  • Nikolaus von Krähenfeld

    Eine wirklich interessante Überlegung. Ich habe selten einen so bildhaften Artikel über QM gelesen und wenn ich mir so manche Geräte hier im Haushalt anschaue, muss ich dem Mann Recht geben.
    So manches ist doch eher „Steampunk“-Plastik – bübsch mit Liebe zum Detail aber nicht besonders funktional.

  • Hm, Steampunk nicht richtig verstanden?
    Ein Industrieprodukt ist dann fertig, wenn es alle QM-Tests besteht.
    Ein aus Begeisterung oder Herzensblut geschaffenes Werk ist (IMHO) erst dann fertig, wenn es gut ist. Davor ist es nur eine Bastelei oder noch in Entwicklung.

    Und dann gibt es natürlich noch die Nachmacher, für die ein paar Plastikzahnrädchen irgendwo ‚draufgeklebt schon Steampunk sind.

    Und an die Bastelphase oder Plaste-Rädchen hatte der gute Doktor wohl gedacht – aber dabei übersehen, dass ein (Herzblut-) Werk großartig werden kann, ein Industrieprodukt aber bestenfalls gut.

    • Nikolaus von Krähenfeld

      Ich glaube darum ging es ihm nicht. Eher darum, das auch die prächtigsten und funktionierenden Steampunk-Accesoirs weit entfernt von irgendeiner Nützlichkeit sind und dies leider auch auf viele Industrieprodukte zutrifft.

      Warum muss ich dabei immer nur an die sehr elegante aber eckige Klobürste denken, die ich mal gewonnen habe?

  • […] Clockworker hat auch schon darüber gepostet, was soll’s. Das ist einfach zu bemerkenswert, dass ich es nicht auch erwähne. Herr Dr. […]

  • …die Diskussion ist ja hier wirklich spannend.

    Meine ursprüngliche Interpretation wird am besten von Heinrich stilistisch perfekt zusammengefaßt: „a fool with a tool is also a[n] artist“. Wunderschön zusammengefaßt, und dabei völlig ohne Wertung.

    Aus privatwirtschaftlicher Sicht hat nämlich reine Kunst (d.h. ohne jegliche utilitaristische Ausrichtung) kaum eine Chance. Das kann man in dieser Extremposition natürlich sehr negativ sehen, schließlich hat Kunst auch positive Nebeneffekte außerhalb eines direkt meßbaren monetären ROIs.

    Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag aus der aktuellen Welt des Qualitätsmanagements dazu: Man unterscheidet aktuell zwischen einer reinen Produktqualität und einer Gebrauchsqualität. Und da gefällt mir sehr gut die von Nikolaus erwähnte quadratische Klobürste: Als reines Produkt betrachtet kann sie eine extrem gute Qualität haben: Nur aus nachhaltig hergestellten Materialen, 100% wasserfest, perfektes Gewicht-Robustheit-Verhältnis usw. Die aktuelle Produkt-Qualitätsnorm 25010 hält eine Vielzahl von Anforderungen bereit, die die quadratische Klobürste eventuell alle erfüllt.
    Das schöne an dieser Produktqualität ist: Sie kann ohne Anwendungskontext bewertet werden.
    Und da kommt nämlich jetzt der Benutzungskontext ins Spiel: Und der Kontext ist bei einer Klobürste nunmal leider das WC…und dessen Abflüsse sind üblicherweise…RUND.
    Bezogen auf Steampunk heißt das doch dann: Maximale Produktqualität! Die Benutzungsqualität ist demgegenüber zweitrangig.
    Und zu Nikita: Ich glaube, Herzblut kann man in beide Qualitätsaspekte stecken! Wichtig ist nur: Eine hohe Produktqualität ist nicht notwendige Vorbedingung einer hohen Benutzungsqualität! Schwächen können dabei nicht nur durch Marketing kompensiert werden….ihr kennt ja sicherlich die Geschichte der Post-Its: Als Produktentwicklung gefloppt und nur durch Zufall eine Erfolgsstory.

    Beste Grüße
    Frank

  • Heinrich

    In der Tat eine Interessante Diskussion!
    Gebrauchsqualität schließt Produktqualität nicht zwangsläufig aus.
    Wenn wir beides vereint haben, dann in Luxusgütern.
    Für die Massenproduktion gibt es diese Kombination natürlich nicht, da sie durch das Prinzip der Gewinnmaximierung wieder ausgeschlossen wird.
    Wenn wir über Marktwirtschaft reden, dann denken wir auch an die Systeme des Imperialismus und Kapitalismus.
    Ebenso denken wir daran dass die Zeit die wir so bewundern auch das Industriezeitalter eingeläutet hat.
    Damals wurden also die Grundsteine für die heutigen Zustände gelegt.
    Das zwingt den Steampunk natürlich zu einer Auseinandersetzung damit.
    Aus dieser Auseinandersetzung kommt letztlich vermutlich der Satz: „Love the machine, hate the factory!“.
    Womit sich der Kreis wieder schließt…
    ***
    Unser Salon steht übrigens für Sie offen, sofern Sie weitere Fragen haben oder das Interesse am Steampunk weiter wachsen sollte.
    (http://salon.clockworker.de)

  • Befasse mich erst seit kurzem mit dem Themenfeld Steampunk. Mit QM schon etwas länger. Ich bin der Auffassung:
    Gebrauchsqualität schließt Produktqualität nicht aus, eher im Gegenteil.
    Ebenso bedingt Produktqualität die Gebrauchsqualität. Vorausgesetzt das „Produkt“ ist zweckgerichtet. Und der Zweck kann hochgradig individuell sein.

    Ich sehe da eher den grundlegenden „Trade-Off“ zwischen Individualisierung und Standardisierung.

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