Roleplay Convention 2010

Nach dem die Roleplay Convention im Jahr 2009 bereits die ersten zarten Triebe in Sachen Steampunk gezeigt hat, war ich sehr gespannt, ob dieser Trend in der deutschen RPG-Szene langsam an Boden gewinnt. Da sich die Speicherkarte meiner Kamera als Alzheimer-Opfer erwies, muss dieser Bericht leider ohne eigene Fotos auskommen…

Mit 15 EUR Eintritt bewegt sich die RPC im Mittelfeld einer Messe, aber die 8 EUR für das Parkticket haben mit Sicherheit viele Besucher überrascht. Leider sind solche Preise in der Nähe von Messehallen mittlerweile üblich und lassen sich nicht vermeiden. Nachdem man den großen Südeingang durchschritten hatte, wurde man direkt von einer brutalen Lautstärke in eine andere Welt versetzt: Die Halle der Computerspieler in der auch einige artfremde Stände ihre (wahrscheinlich nicht ganz glückliche) Heimat gefunden hatten. Eine Halle weiter befanden sich die klassischen Rollenspiele und der Außenbereich mit weiteren Ständen, sowie der Bühne. Zwischen den beiden Hallen herrschte aus meiner Sicht häufiger ein offenes Unverständnis, beide schauten etwas unverständlich auf die „Nerds, die kein richtiges Leben haben“ in der jeweils anderen Halle. Hin und wieder kam es aber dann aber doch zu bilateralen Gesprächen…

Sicherlich der größte Blickfang waren die Artikel von Leder Joe, die mit der Steampunk-Lady auf ihrer Facebook-Seite einen echten Blickfang haben. Insbesondere die Holster für diverse Nerf-Waffen wurden heiß diskutiert und einige Messebesucher erwogen ernsthaft den Verkauf einer Niere. Da wir gerade beim Thema Nerf sind, auch Bankcroft waren mit einem Stand auf der RPC vertreten, allerdings waren sie schon Samstag Nachmittag praktisch leer gekauft, so dass viele Besucher unverrichteter Dinge heimkehren mussten. Bei den Spielesystemen konnte man auch an einigen Stellen den Dampf des Genres erkennen. Auch wenn nicht alle offen mit dem Begriff warben, so war doch die Optik vieler Cover und Illustrationen deutlich am Steampunk orientiert. Ebenfalls waren deutlich mehr Kostüme der Besucher vom Steampunk inspiriert als letztes Jahr.

Den krönenden Abschluss des ersten Messetages bildete die Steampunk-Soirée in Köln. Das Hinterzimmer des Mojos bot im passenden Ambiente mit unzähligen Uhren Platz für ca. 25 Personen der illusteren Gesellschaft, darunter Besucher aus Chile und Australien. Bei guten Gesprächen ließ man anstrengenden Tag ausklingen und viele Mitglieder des Rauchersalons lernten einander endlich auch persönlich kennen. Auf Grund des großen Erfolges in Verbindung mit der Messe ist zur Zeit angedacht, im Anschluss an die Spielmesse in Essen eine ähnliche Veranstaltung folgen zu lassen.

Wer nur zum Besuch der Verkaufsstände die RPC besucht, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht gewesen sein. Denn durch die beiden Hallen hat man schnell einen Rundgang gemacht und entdeckt danach nichts neues mehr. Wer sich aber etwas Zeit nimmt und das Gespräch sucht, wird eine gelungene Zeit erleben und dabei viel neues über ein vielleicht noch unbekanntes Hobby erfahren. Für alte Rollenspieler ist die RPC immer wieder eine gute Gelegenheit sich mit Freunden zu treffen und auch mal zwanglos außerhalb der Spiele-Sessions miteinander zu unterhalten. 2010 wird das Jahr des Aufbruchs für Steampunk in Deutschland werden, ich bin mir sicher, dass noch vieles folgen wird.

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