Beachtenswert

Aethercircus Steampunk Festival am 28./29. April in Buxtehude

(c) Altstadtverein Buxtehude e.V.

Nach einem Jahr Pause öffnet das Aethercircus Steampunk Festival wieder seine Tore – nicht in der Festung Grauer Ort, sondern mitten in der Altstadt von Buxtehude. Das war eine Idee des Fotografen Roger Steen und möglich gemacht haben dies der Altstadtverein Buxtehude e.V. und die Steampunkband Drachenflug.

Also ein ganzes Stadtfest unter Steampunk-Motto und passend dazu ist in Buxtehude verkaufsoffener Sonntag. Der Eintritt zum Festival ist frei und die Altstadt wird mit allerlei Attraktionen aufwarten, darunter viele Konzerte auf mehreren Bühnen und ein Indoor-Markt. Dr. Jürgen Lautner geht in einem Vortrag der Frage nach, wo der Steampunk 2018 steht, der Bremer Zirkel bittet zum Tee-Duell und auf der Modenschau lassen sich phantasievolle Kreationen bewundern.

(c) Jessness

Musikalisch geben sich die Ehre: Drachenflug, Evevory, Molllust, die Kaizer Band, Feline and Strange.
Folkig wird es mit  2B Folkish, Jessness, den Schattenwebern, und Offlimits, außerdem sind Tales of Nebelheym, Estoplyn, Sisc und Narrenbart mit dabei, sowie Daniel Malheur.

Drachenflug Foto: (c) Lars Mac Hoese

Ravenchild präsentiert ihre Feuershow, wenn es dunkel geworden ist und Stella Crowmoon zeigt in ihrer Performance eine Mischung aus Pantomime, Tribal-Fusion, Ballett, Jazzdance und Burlesque.

(c) Stella Crowmoon

Vor Ort ist auch das Amt für Aetherangelegenheiten und die Steampunk-Expeditionsgesellschaft wird ihre Zelte aufschlagen. Wer schon immer mal wissen wollte, was eine Laterna Magica ist, kann dies im Kulturforum nachholen. Das über 120 Jahre alt Schiff Ewa Margareta und das Deck 2 in der Malerschule werden zum Schauplatz mehrerer Lesungen; die lesenden Autorinnen und Autoren sind an diesem Wochenende auch an Bücherständen in der Malerschule anzutreffen. Christian Funkelflix präsentiert das kleinste wandernde Kurzfilmkino und Professor Abraxo ist unterwegs mit seiner „Steamrider“ Zeitmaschine.

 

Professor Abraxo und sein Steamrider, Foto (c) Hannah Sauer

 

Die „Ewer Margareta“, Foto (c) Roger Steen

 

Autorin Tanja Meurer, Foto (c) Kira Wolf-Marz

 

Autor Christian Günther, Foto (c) Katharina Bodmann

 

Seite aus dem Programmheft des Festivals

Buxtehude ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und alle Veranstaltungsorte in der Altstadt sind leicht per Fuß zu erreichen, wie dieser Plan zeigt:

Lageplan aus dem Programmheft

 

Feline and Strange Foto (c) Victoria Linchong

Die Veranstaltung im Gesichtsbuch: https://www.facebook.com/events/481860008846120/

Die Veranstaltung auf der Seite des Altstadtvereins Buxtehude e.V.:
https://www.altstadtverein-buxtehude.de/steampunkfestival

Hier gibt es das Programmheft als herunterladbares 16seitiges PDF (Programmänderungen vorbehalten):
https://www.dropbox.com/s/mcuwpdqgt1c1l1t/Programmheft-Aethercircus-Steampunk-Festival-2018.pdf?dl=0

Marina Furiosa - Steampunk in Regensburg - Ankündigung

Wer einen Blick auf unsere Veranstaltungsübersicht geworfen hat, dürfte dort den klangvollen Namen „Marina Furiosa“ entdeckt haben. Vom 13. – 15. April findet die Eröffnungswoche der neuen Veranstaltungslocation marinaforum in Regensburg ihren Höhepunkt unter dem Thema Steampunk.

Und das kommt nicht von ungefähr: Der ehemalige Schlachthof wurde 1888 zur Zeit der Industrialisierung errichtet und bekommt nun nach Sanierung und Umbau einen neuen Zweck als Veranstaltungsort für Messen, Kongresse, Galas, Bälle und Konzerte. Die Eröffnungswoche und das Marina Furiosa Festival soll die Möglichkeit bieten, das neue Veranstaltungszentrum zwischen Innenstadt und Hafen, kennen zu lernen.

Nachdem in der Eröffnungswoche (9.4.-12.4.) das Gebäude mit seinen Möglichkeiten verschiedenen Gruppen vorgestellt wird, wird das Wochenendspektakel die Tätigkeit des marinaforums als Veranstaltungszentrum quasi mit einem Knall eröffnen. Und so hat sich die Regensburg Tourismus GmbH auch nicht lumpen lassen und bietet eine solche Vielzahl an (größtenteils kostenlosen!) Programmpunkten an, dass es uns schwer fällt hier einen Überblick zu geben. (Eine Zusammenfassung findet ihr am Ende des Artikels.)

Freudenau

Begonnen wird am 13.4. mit einer historischen Donauschifffahrt zur Walhalla. Kostenpunkt: 18€ (9€ für Kinder unter 14 Jahren) oder enthalten im VIP Ticket (57€).
Treffpunkt hierfür ist 14.30 Uhr am Museumsschiff „MZS Ruthof“ des Donau Schifffahrtsmuseums, einem Dampfschiff aus dem Jahre 1922. Dort findet zunächst der Cocktailempfang und eine Führung durch das historische Dampfschiff statt.
Gegen 16.00 Uhr stehen zur Weiterfahrt zur Wahl die „MSZ Freudenau“ (nur echt mit Dieselduft) und die „MS Fürstin Gloria“, auf der u. A. Salontenor Daniel Malheur und Zauberkünstlerin Anais auftreten werden. Der Wechsel zwischen den Schiffen ist möglich, jedoch ist die Platzanzahl begrenzt. ACHTUNG: Mitfahrt auf den Schiffen ist nur in passender Garderobe möglich (Historisch bis 20er Jahre oder Steampunkig).
An der Walhalla angekommen, ist man dort zum gemeinsamen Picknick eingeladen. Fertige Picknickkörbe können zur Fahrt hinzugebucht werden (ab 20€), oder man bringt sich einfach etwas mit.

Rückankunft ist um 19.00 Uhr geplant, Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer erwartet die elegante Reisegesellschaft um mit ihr im Festzug zum marinaforum zu ziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab 20.00 Uhr wird das Industriedenkmal kunstvoll illuminiert und das Marina Furiosa Festival damit feierlich eröffnet. Die Band „Äl Jawala“ begleitet den Abend und Ravenschild bittet zur Feuershow. Bis 23.00 Uhr können die Räumlichkeiten erkundet werden. Von 22.00 – 2.00 Uhr öffnet die Speakeasy Bar mit Burlesque Show und 20er Jahre Musik. (Alles kostenlos, Anmeldung erbeten)

Samstag, 14.4. und Sonntag, 15.4. geht es ab 11.00 Uhr dort weiter, wo am Abend zu vor aufgehört wurde: Das marinaforum soll erkundet werden. Es gilt die Steampunkausstellungen von Horatius Steam, Gears & Skulls (Alex Schlesier) und Anachronika zu erkunden, auf dem Jahrmarkt nach „Mode, Schmuck, Skurrilem und Nachhaltigem“ zu stöbern oder an einem der Workshops und Vorträge teilzunehmen. Mit dabei ist natürlich auch das Amt für Aetherangelegenheiten, aber auch verschiedene Walking Acts wie das Abacustheater mit ihren Timecruisern, die viele bereits vom Steampunk Jahrmarkt kennen oder die „Herde der Maschinenwesen“ von foolpool.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Markt schließt am Samstag um 20.00 Uhr, weiter geht es dann mit dem Abendkonzert mit den Irish Folkern von Harmony Glen und „Russian Turbo Polka“ von Russkaja aus Wien, Tickets hierfür sind für 32€ erhältlich oder im VIP Ticket enthalten.

Der Sonntag steht unter dem Motto „Panoptikum der Kulinarik“ und beginnt ab 11.00 Uhr mit Absinthfrühstück. Zusätzlich zu den Steampunk Stellern und Händlern sind dann auch regionale Produzenten und Gastronomen vor Ort und ab 14.00 Uhr wird zum „Royal Afternoon Tea“ geladen.

Ende des Marina Furiosa ist um 18.00 Uhr.

Es ist also ganz schön was los innerhalb dieser drei Tage und wir haben noch nicht einmal alles aufgelistet. Mehr Infos bekommt ihr auf www.marinafuriosa.de oder direkt hier im Programmheft.


Kurze Zusammenfassung:

WAS?

  • 13.4.
    14.30 – 19 Uhr Donauschifffahrt (Ticket erforderlich 9/18€ oder VIP Ticket)
    20 – 2 Uhr Marina Furiosa Festivaleröffnung mit Licht und Feuershow (kostenlos)
  • 14.4.
    11 – 20 Uhr Marina Furiosa (kostenlos)
    ab 20 Uhr Konzerte Harmony Glen + Russkaja (Tickets 32€ oder VIP Ticket)
  • 15.4.
    11 – 18 Uhr Marina Furiosa mit Schwerpunkt Panoptikum der Kulinarik (kostenlos)

WO?

marinaforum Regensburg, Johanna-Dachs-Str. 46, 93055 Regensburg

WIE VIEL?

Das Marina Furiosa Festival selbst ist kostenlos, eine Anmeldung wird jedoch erbeten, dafür bekommt ihr auch schicke schwarze Festivalbändchen.
Schifffahrt und Konzert kosten extra:
Entweder ihr kauft ein VIP Ticket für 57€ (da sind Schiff, Konzert und Zugang zur VIP Loge mit exklusiven Blick auf das Konzert, sowie eigener Bar enthalten)
Oder ihr kauft separat ein Ticket für die Schifffahrt für 18€ inkl. Aperitif (allerdings nur erhältlich bei Schiffahrt Klinger oder in der Tourist Info im Alten Rathaus UPDATE: Ab sofort auch hier erhältlich) und ein Ticket für die Konzerte für 32€ über eventbrite.


Alle Infos auch unter www.marinafuriosa.de

Die Veranstaltung im Salon und im Gesichtsbuch.

 

 

Fröhlichen Air Kraken Day!

Heute ist nicht nur St. Patrick’s Day, sondern es ist auch Air Kraken Day. Neben dem International Steampunk Day am 14. Juni der wichtigste Steampunk-Feiertag. Erfunden wurde er 2007 im Brass-Goggles Forum, anlässlich der Kurzgeschichte „The Horror of the Heights“ von Sir Arthur Conan Doyle.

Kraken und Octopoden sind im Steampunk mittlerweile ja allgegenwärtig und das nicht zuletzt wegen des Cthulu Mythos von H. P. Lovecraft. Auch die Comics „Otto & Victoria“ von Disney Künstler Brian Kesinger sind Teil des Bildkanons der achtarmigen Tiere.

Wir wünschen euch allen einen fröhlichen Air Kraken Day und/oder St. Patrick’s Day, grün kann man bei beidem finden ;)

„[…] In 80 Tagen nur“, sagte Phileas Fogg – Ein Besuch im Theater

Hannover, 11. November 2017, Schauspielhaus

Der Jules Verne Klassiker „Reise um die Erde in 80 Tagen“ feiert Premiere als Kindertheaterstück und ist ausverkauft.

Ist doch logisch“ wird der ein oder andere Leser nun denken, aber in Zeiten von NETFLIX, POKÉMON und Co. erst einmal gar nicht so selbstverständlich.

Regie geführt hat Tilo Nest, der die Seele der Originalgeschichte erfasst zu haben scheint und seine Inszenierung mit viel Witz, Charme und originellen Ideen ausgestattet hat, welche dazu führen, dass gänzlich alle Termine ausverkauft sind.

Mittlerweile sind Zusatztermine bis in den Mai an die eigentlichen Spieltage angefügt, denn das Stück begeistert Jung und Alt gleichermaßen und hat sich unter Theaterfreunden herum gesprochen.

Damit stehe also auch ich, an einem der Zusatztermine, im Foyer des SCHAUSPIELs HANNOVER und warte gespannt auf den Einlass. Als die Türen aufgehen und die Masse in den Saal wabert, erklingen schon das erste „Oh“ und „Ah“, denn ganz klassisch verdeckt ein roter Vorhang die Bühne, der verheißungsvoll verbirgt, was hinter ihm wartet.

Wir nehmen Platz und es wird dunkel, der Saal atmet voller Erwartung tief ein.

Von den Seiten geht ein Quartett auf. Sie tragen Instrumente bei sich, sind aber (gespielt) nicht besonders mit Talent gesegnet, denn es braucht zwei Anläufe, bis das „20th Century Fox“ -Intro einigermaßen schmerzfrei rezitiert werden kann.

Dieses Stück erweist bereits zu Beginn Erfindergeist und Ideenreichtum und die kommenden neunzig Minuten werden sehr wahrscheinlich sehr vielversprechend.

Zu den Seiten hin verschwindet das Quartett wieder und der Vorhang hebt sich.

Wir blicken auf ein imposantes Bühnenbild. Der Saal des Herrenclubs, dem unser Hauptcharakter angehört, wird dargestellt: Mit hohen, grünen Wänden, gefliestem Boden und sehr viel Liebe zum Detail (Der Kenner wird jetzt an „realistisches Theater“ nach Tschechow denken). Eine große Weltkarte hängt in der Mitte der hinteren Bühnenwand, rechts oben befindet sich eine schlichte Zeigeruhr. Diverse Sessel, eine Theke und Tische stehen in der Mitte. Da hat jemand viel Liebe und Geist in die Entwicklung gesteckt und unwillkürlich tauschen meine Sitznachbarin und ich eine kurzen Blick:

Wie bauen die so ein großes Bühnenbild um, sobald Mr. Fogg London verlassen hat?

Jean Passepartout fällt krachend durch die Tür in den Saal, gefolgt vom geradlinigen, hochgewachsenen Phileas Fogg. Während Letzterer die Ruhe selbst zu sein scheint, dreht Passepartout völlig am Rad der Verzweiflung. Wir erfahren von ihm, dass unsere Hauptfiguren gerade von ihrer Reise heimgekehrt sind, dass sie verloren haben und sich eingestehen müssen, sich verschätzt zu haben.

Aha. Wir beginnen das Stück also von Hinten. Keine schlechte Idee, Herr Nest.

Wir erkennen außerdem, dass Passepartout als Vermittler zwischen Bühne und Publikum agiert. Ein Spaß für alle Kinder im Publikum, denn sie antworten fröhlich auf die (rhetorischen) Fragen des Dieners, der im Verlaufe des Abends öfter zwischen Bühnenrand und Spiel hin und her wechseln wird.

Dann passiert etwas Unerwartetes: Ein Stichwort fällt und ZACK! Das Licht verwandelt sich in Stroboskop, die Bühne spielt völlig verrückt. Die Uhr läuft in einem Affenzahn rückwärts, die Figuren durchleben eine Zeitreise und verlassen, ebenfalls rückwärts, wieder die Bühne und schon sind wir am Anfang der uns bekannten Geschichte angelangt.

Der Steampunk-Charakter, mit welchem in Hannover und Umgebung die Werbetrommel gerührt wurde, schimmert hier ganz klar durch.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf, beginnend bei der Wette zwischen Mr. Fogg und seinen Kollegen des Herrenclubs, über den Bankraub in London, hin zur zarten Liebesgeschichte zwischen Fogg und Aouda und schließlich zum glücklichen Ende aller Figuren.

Jede Szene spritzt nur so vor Ideen und sorgt im Laufe des Stückes immer wieder für reichlich Zwischenapplaus. Die Schauspieler um Silvester von Hösslin, der Fogg mimt, laufen auf Hochtouren mit Gesang, Tanz und Morsegeräuschen und auch das Bühnenbild, welches uns zu Beginn bezüglich seiner „Wuchtigkeit“ etwas überrumpelt hat, beweist seine geschmeidig-durchdachte Wandelbarkeit:

Anstelle verschiedener Settings, wurde sich mit dem, was da ist, etwas Neues geschaffen. So werden bestehende Requisiten benutzt, um die Reise dazustellen. Da verwandelt sich ein kleiner Beistelltisch in ein Kutter, welcher die Herren nach Paris bringt oder die Theke wird zu den verschiedenen Schiffen, erkennbar daran, dass ein Schauspieler einen Schornstein oben auf anbringt, umfunktioniert.

Jeder Moment ist gut durchdacht, es gibt Witze für Kinder und Witze für Erwachsene, alles begleitet von einem Augenzwinkern, aber mit ganz viel Liebe zum Detail. Mal ist es überdreht, mal ganz fein. Es wird auch nicht vor Fantasiesprache Halt gemacht und Länderklischees werden fröhlich bedient.

Die Schauspieler haben diebische Freude an ihrer Darstellung und diese Freude überträgt sich so sehr aufs Publikum, dass zwischendurch die Ränge kochen. Sogar die LGBT-Flagge schwebt einmal durchs Bild und Jules Verne-Freunde werden die Anspielungen auf „20000 Meilen unter dem Meer“ und „Von der Erde zum Mond“ freudestrahlend wieder erkennen. Nur ein oder zwei Mal tauchen Witze auf, die ein bisschen zu sehr aufs Fremdschämen gehen. Aber die wiegen nichts, im Verhältnis zum Rest der Inszenierung.

Alles in allem hat diese Inszenierung alles, was ein Erfinder – und Fantasiefreund so braucht. Ein liebevolles Bühnenbild, welches jede nötige Form annehmen kann, tolle Kostüme, charmante Wortwitze, kluge Ideen, einen kleinen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung „Gegenwart“, eine ordentliche Prise Keckheit, Live-Musik und – besonders erwähnenswert – einige Mengen Glitzer!

Wer sich also auf einen turbulenten Abend einlassen möchte: Vier ausverkaufte Monate können nicht lügen. Packt eure Goggles ein, schnappt eure Taschenuhr und rauf aufs fliegende Bett Richtung Hannover.

Bereits bekanntgegebene Spieltermine sind:

04.03. So 17:00
18.03. So 17:00
02.04. Mo 17:00
11.04. Mi 10:30
29.04. So 15:00

Es folgen weitere.

Ein Trailer noch: YouTube Preview Image

 

Wir jedenfalls sind aus dem Theater gegangen, wie andere aus einem guten Kinoabend.

Eindeutig eingeheizt und leicht beschwipst von der guten Laune.

Tilo Nest und sein Ensemble haben ganze Arbeit geleistet und die Termine sind, zu Recht, ausverkauft.

 

Steampunkbuch Neuerscheinungen

Während die Leipziger Buchmesse näher rückt, stellen wir hier schon einmal einige deutschsprachige Neuerscheinungen im Bereich Steampunk (und verwandten Subgenres) vor.

Bildmaterial: gemeinfrei von Pixabay

Im Artskript Phantastik Verlag erscheinen demnächst drei Steampunk-Bücher. Markus Cremer arbeitet außerdem bereits an einer Fortsetzung zu seinem Roman „Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis Mortemarte“ (wir berichteten), der sich nun als bester Debütroman auf der Shortlist des SERAPH Literaturpreises befindet. Hier die weiteren Neuerscheinungen aus diesem Verlag in Sachen Steampunk:

© Art Skript Phantastik Verlag

Cenusa – Asche zu Asche

Stefanie Mühlsteph

»Die grausamsten Entscheidungen treffen wir für die Menschen, die wir lieben.«

1918 – Das Jahr in dem der große Krieg zwischen Maschinisten und Teslanern ausbrach. Die Magierzunft könnte dem Blutvergießen ein Ende setzen, doch ihre Gesetze verbieten ein solches Eingreifen. Trotzig widersetzt sich das technomagisch begabte Halbblut Darja diesem höchsten Gebot und soll zur Strafe durch den Todesfluch hingerichtet werden. Nur mit einer Finte gelingt die Flucht. Jedoch ist ihr nun der Tod höchstselbst auf der Spur – und ihm kann niemand entkommen.

Erscheinungsdatum: 25.01.2018

ISBN: 978-3-945045-29-9

Link: http://www.artskriptphantastik.de/cenusa.html

© Art Skript Phantastik Verlag

 

Der Hain hinter dem Herrenhaus

Jenny Wood

»Ich würde meiner Persönlichkeit weitere Rädchen hinzufügen und sie so eines Tages perfektionieren.«

Konstantin Balthasar von Heerstein ist ein Lebemann – gutaussehend, charmant und pleite. Verstoßen von seiner Familie, mit einem Hang zu Alkohol, Kartenspiel und Frauen versucht er, über die Runden zu kommen. Mit dem Auftauchen eines Anwalts verändert sich jedoch plötzlich alles. Konstantin erbt die Verantwortung für ein Unternehmen, doch die Vorstandssitzungen mit biederen Geschäftsmännern langweilen ihn schnell. Stattdessen weckt das Hausmädchen Sandrin seine Neugierde, die junge Frau wacht über das Geheimnis des Hains hinter dem Herrenhaus. Dort lauert eine noch viel größere Versuchung, die Konstantins Ruf, Vermögen und Verstand gefährdet.

Erscheinungsdatum: 25.01.2018

Seitenzahl: 148

ISBN: 978-3945045268

Link: http://www.artskriptphantastik.de/der-hain-hinter-dem-herrenhaus.html

© Art Skript Phantastik Verlag

Kain – Der erste Vampir

Fay Winterberg

Bombenanschläge überall auf der Welt halten Menschen wie Vampire in Atem. Doch bevor Lilith helfen kann, muss sie sich ihren eigenen Dämonen stellen. Nach dem Unfall ist sie nicht mehr dieselbe und ausgerechnet jetzt taucht ihr alter Bekannter, der Kopfgeldjäger Raphael, auf und braucht sie für einen ganz speziellen Auftrag. Inmitten der Unruhen ist Kain, der Urvater aller Vampire, plötzlich unauffindbar. Sein Verschwinden könnte nicht nur den Untergang ihre Art bedeuten, sondern auch das Ende der Welt einleiten.

Teil 3 der New-Steampunk-Age-Reihe verknüpft die Legenden der Vampir-Vergangenheit mit dem Schrecken der Gegenwart.

Erscheinungsdatum: 27.03.2018

Seitenzahl: ca. 200 Seiten

ISBN: 978-3945045152

Link: http://www.artskriptphantastik.de/new-steampunk-age-reihe.html

 

Kommen wir zu einem beliebten Thema im Steampunk: Luftschiffpiraten.
Jo Romic schickt seine Heldin Florence in ein turbulentes Abenteuer…

 

© Jo Romic

Florence Fanning und die Steampirates

Jo Romic

Die 24-jährige Florence Fanning lebt in dem kleinen Dorf Chandler Bridge, das am Rande der alten Monarchie Heavendawn liegt. Als ihre Heimat von den monströsen Steampirates angegriffen wird und dabei ihre Mutter ums Leben kommt, beschließt sie ihren verschollenen Vater zu suchen. Auf dieser Reise begegnet sie der rebellischen Quinn, die Florence bei ihrem vorhaben hilft und sich mit ihr gegen alle Widerstände stellt. Gemeinsam finden sie sich zwischen furchteinflößenden Monstern und kampflustigen Steampirates wieder. Ob Florence ihren Vater finden kann?

Erscheinungsdatum: 28.01.2018

Seitenanzahl: 211 Seiten

Selfpublisher; erhältlich als Taschenbuch und E-Book

ISBN-13: 978-1977024435

Autorenseite: https://www.facebook.com/Autor.Jo.Romic

 

Neues aus der Aetherwelt bietet dieser Doppelband:

 

© Edition Roter Drache

Ruhelos & Wachsam

Zwei Ætherwelt-Zombie-Geschichten in einem Band, von Anja Bagus

Köln 1913

Seit die Toten sich aus den Gräbern erhoben haben und zum Dom gezogen sind, ist Köln eine zerrissene Stadt. Nacht für Nacht toben die Wiedergänger vor dem Sakralbau und niemand weiß, warum, oder was man dagegen tun könnte. Tagsüber werden die dann leblosen Knochen und Körper von den Wasserspeiern bewacht.

Helena Teufel ist stark. Ihre außergewöhnliche Kraft und Entschlossenheit machen sie zu einer guten Soldatin der exekutiven Einheit des kaiserlichen Heeres in Köln. Aber auf der Jagd nach Verbrechern bringt sie sich und andere durch ihre rücksichtslose Zielstrebigkeit immer wieder in Gefahr. Nach einem spektakulären Einsatz wird sie daher degradiert.

Als schlichte Beamtin im Amt für Ætherangelegenheiten begegnet sie einem sehr ungewöhnlichen Pferd und dem Beamten Adam Schreiber. Gemeinsam verfolgen sie Verbrecher und gehen dem Geheimnis der Ruhelosen auf den Grund.

Steampunk mit Fantasy-Elementen: Geister, Ruhelose, Wasserspeier, Elfen und Beamte sind eine explosive Mischung. Bleibt der Dom in Köln – unversehrt?

Erscheinungsdatum: 4. März 2018
412 Seiten
ISBN 978-3-946425-46-5
Verlag: Edition Roter Drache
Link zum Buch: http://www.roterdrache.org/catalog/Belletristik-Roman-Satire/Ruhelos-Wachsam::211.html

 

Selma J. Spiewegs Reihe „Clockwork Cologne“ geht in die 4. Runde:

© Selma Jacqueline Spieweg

Boris und Olga Band 4 – Kinder des Äthers

Selma J. Spieweg (Pseudonym von Jacqueline Spieweg)

Roman / 4. Band einer Serie

Erscheinungsdatum: 11.11. 2017

Die Rettung der Welt vor der Nichtexistenz liegt sieben Tage zurück. Boris und Olga begleiten Wassilisa nach Cöln, mit von der Partie ist Yegor, der – schwer verwundet – in ein Sanatorium gebracht wird. Noch in der gleichen Nacht ereignet sich dort eine Explosion. Boris versucht herauszufinden, was mit seinem Freund passiert ist. Die Homunkel, die das Sanatorium betreiben, geben sich hilfsbereit, was Boris misstrauisch werden lässt. Gleichzeitig machen ihm die Fährnisse eines zivilen Alltags zu schaffen. Sie brauchen Geld und er lässt sich überreden als Türsteher des Salons zu arbeiten. Wassilisa besteht darauf, dass Olga eine Schule besucht. Währenddessen verschwinden Kinder. In der Schule ist Olga scheinbar in Sicherheit. Und immer wieder führen alle Spuren zu dem Sanatorium …

Seitenanzahl: 550

Selfpublisher (Qindie), E-Book und illustriertes Taschenbuch

Illustration und Gestaltung: Selma Jacqueline Spieweg

 

Mörderisch geht es in diesem viktorianischen Urban Fantasy Roman
mit Steampunk- und Gothic-Horror-Elementen zu:

© Amalia Zeichnerin

Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte

Amalia Zeichnerin

2. Band einer Buchreihe, der unabhängig vom 1. Band gelesen werden kann

Buchtrailer:

YouTube Preview Image

Seitenanzahl: 348
Erscheinungsdatum: 05. 11. 2017
Selbstverlegt
erhältlich als E-Book und Taschenbuch
ISBN: 978-1979286701

 

Ebenfalls eine Genremischung ist Johanna Stöckls Roman „Der Zirkel von Prag“,
in dem eine Jugendliche aus der Gegenwart in eine steampunkige Parallelwelt gerät.

© Johanna Stöckl

Der Zirkel von Prag – Tinas Tagebuch 1
Johanna Stöckl

Tina ist eine ganz gewöhnliche, unauffällige und in jeder Hinsicht durchschnittliche 17-jährige Schülerin. Doch von jenem Moment an, als sie zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort ist und am Bahnhof ihr Handy mit dem eines Fremden vertauscht, überstürzen sich die Ereignisse in ihrem Leben. Sie findet auf dem Telefon Bilder, die einen kaltblütigen Mord zeigen. Plötzlich werden sie und ihre beste Freundin Katrin selbst zur Zielscheibe, und die Handlanger eines gefährlichen Verbrecherbosses sind hinter ihnen her. Durch eine Reihe haarsträubender Ereignisse geraten die Freundinnen schließlich unfreiwillig ge­mein­sam mit ihrem Ex-Freund Leo und der halbjapanischen Möchtegern-Ninja Keiko in ein Experiment, bei dem ein Tor zu einer Parallelwelt erzeugt wird. Und diese Welt ist ganz anders, als sie es sich je träumen hätten lassen, denn nicht nur, dass dort der Meeres­spiegel viel höher liegt und Wien eine Hafenstadt ist, scheint es in jener Welt, in der die Habsburgermonarchie nie untergegangen ist, auch übersinnliche Dinge zu geben …

Erscheinungsdatum: 30.4.2018

Seitenanzahl: 336 Seiten

ISBN: 9781977092212

Selbstverlegt

Link zur Webseite: https://www.johannastoeckl.at/tinas-tagebuch/

 

Im vergangenen Jahr stellten wir unter den Neuerscheinungen die Anthologie „Steam Master“ vor.
Im gleichen Universum ist der Roman „Schwarzer Aether“ von Gideon Born angesiedelt:

© Lysandra Books Verlag

Schwarzer Aether

ein Steam Master-Roman von Gideon Born

Es ist Weihnachten in der goldenen Stadt. Während der Adel in Prunk, Dekadenz und Orgien schwelgt, tobt im Verborgenen der Kampf zweier Geheimgesellschaften. Mittendrin: Markos Bodhmall, Student der Aetherwissenschaften, auf der Suche nach dem geheimnisvollen Johann von Kladen. Was als persönliche Auseinandersetzung begann, wird schon bald zu einem Spiel mit höherem Einsatz. Dabei muss er sich mächtigen Steam-Panzern, ebenso schönen, wie unanständigen Fürstentöchtern und eifersüchtigen Kontrahenten stellen. Eines Tages jedoch rettet Markos das opiumsüchtige Mädchen Alicia aus den Fängen seiner Widersacher. Und setzt damit Ereignisse in Gang, die entweder seine Rettung oder aber seinen Untergang bedeuten.

»Schwarzer Aether« spielt zeitlich vor den Geschehnissen im viktorianischen BDSM-Hotel Aethernanox, bekannt aus »Steam Master – Die Anthologie«, und nimmt den Leser mit zu den Anfängen der Mission des Aetherfakte-Jägers und Masters Lucius Lokken. Abgerundet wird das Prequel aus dem Steam Master-Universum durch Fotografien von Alexander Schlesier.

Veröffentlichung: März 2018
Hardcover, 492 Seiten

Link zur Verlagsseite:
http://www.lysandrabooks.de/produkt/schwarzer-aether-steammaster/

Steampunk Oper kehrt zurück nach Gelsenkirchen

Heute erreichten uns über die Gesichtsbuchseite der Herren von Coppelius wunderbare Neuigkeiten: Die „welterste Steampunk Oper“ „Klein zaches – Genannt Zinnober“, welche im November 2015 Premiere im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen feierte (der Clockworker berichtete), wird 2018 auf die Bretter, die die Welt bedeuten zurück kehren. Die Termine sind:

08.09.2018, 19:00 Uhr
09.09.2018, 15:00 Uhr
30.09.2018, 18:00 Uhr
01.12.2018, 19:30 Uhr
31.12.2018, 19:00 Uhr

Der Kartenverkauf startet im Mai, dann direkt über die Seite des Musiktheaters.

Wer die Opern noch nicht gesehen hat: Das ist eure Chance!
Ein paar kleine Einblicke in ein wahrschlich grandioses Stück:

YouTube Preview Image

Ankündigung: Aeronautica & Storm Seeker in Dormagen

Steampunk Gothic Metal trifft auf Pirate Folk Metal, Luftschiffcrew auf Piratenpack. Am Freitag, 23.02.2018 wird es ordentlich laut in der Kulturkirche Dormagen.

Aeronautica, das ist ein „grandioses Zusammenspiel zwischen erzählenden Texten und bombastischer Musik“. Die Crew besteht aus Felix Tenten und Tobias Kurzawa an Gitarre und Gesang, Ben Rösgen am Schlagwerk und Jessica Hoffmann am Bass. Bereits in der Vergangenheit haben wir mehrfach über die vier berichtet.
(Sturmzeit CD – Review // Im Salongespräch // Maschinengeist -Musikvideo)

Mit ungewöhnlicher Instrumentierung beschwört die sechsköpfige Truppe von Storm Seeker das Gefühl von „gemütlichen Zusammenkünften in Hafenspelunken und Beutezügen auf hoher See“ herauf. Mit dabei sind Timothy am Gesang und Bass, Patty am Gesang und der Hurdy Gurdy, Sandra am Cello, Tim am Keyboard, Patrick an der Gitarre und Olaf am Schlagzeug.

Tickets gibt es noch an der Abendkasse für 13€, Einlass 19.30 Uhr.

Bericht: 4. Steampunk Jahrmarkt 2018

Um 13.00 Uhr ging es los und der 4. Steampunk Jahrmarkt öffnete die Tore der Jahrhunderthalle Bochum. Bereits um kurz vor 14.00 Uhr war das erste Parkhaus voll, es schien also voll zu werden.

An der Kasse folgte dann die erste Überraschung: Entgegen der Informationen, die auch wir als Pressemitteilung erhalten hatten und die auch auf Facebook immer wiederholt worden waren, gab es nun doch ein Kinderticket für 12,50€ für Kinder bis 8 Jahren. (Zur Erinnerung: Vorher hieß es immer, Kinder ab 80cm zahlen den vollen Eintritt von 20€ VVK/ 24€ AK.) Freundlicherweise wurden bereits gekaufte Karten vor Ort umgetauscht. Das brachte aber denen wenig, die sich von den Preisen hatten abhalten lassen. (Übrigens kam zum Eintrittspreis noch die Parkgebühr von 3,50€ hinzu.)

Die Gewinner unserer Ticketverlosung

In der Halle selbst war es im Vergleich zu den Vorjahren doch recht leer und der Anteil an „normalen“ Besuchern war deutlich größer im Verhältnis zu den anwesenden Steampunks.

Wie erwartet waren auch recht viele Fotografen unterwegs, diese schienen jedoch etwas moderater zu agieren als im Vorjahr, auch wenn es immer wieder zu „Rudelknipsen“ kam, sobald ein passendes Motiv sich für den einen nett-fragenden Fotografen positioniert hatte. Trotzdem gab es auch wieder die unbelehrbaren Exemplare, die auf den freundlichen Hinweis, doch bitte nicht beim Essen zu fotografieren allen Ernstes antworteten: „Ich habe doch darauf geachtet, dass der Mund auf den Fotos zu ist.“ Man kann nur den Kopf schütteln und als Frau den Fächer als Waffe gegen ungewollte Knipser zücken.

Auf den vielfach kritisierten und rechtlich nicht ganz einwandfreien Hinweis des Vorjahres, dass man sich mit Betreten des Jahrmarktes mit der Anfertigung von Fotos einverstanden erkläre, hatte man übrigens in diesem Jahr verzichtet.

Was ebenfalls weitgehend fehlte war das angekündigte Programm. Stand bis kurz vorher in der Facebook Veranstaltung noch der Text: „Die Besucher erwartet ein stimmungsvoll hergerichteter viktorianischer Jahrmarkt im Stil der Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts, mit freier Fahrt auf den historischen Fahrgeschäften sowie antiken Jahrmarktständen, Kirmeswagen, Straßenkünstlern, Steampunk Gerätschaften, Steampunk Live-Musik im Abendprogramm und vielem mehr.“, wurde der letzte Teil am Freitag vorher einfach gestrichen.

Abacus-Theater

Was übrig blieb, waren die Modelldampfmaschinen von Herrn Papirnik, sowie der Familie Spree und die Kunst-Fahrzeuge des Abacus-Theaters. Auch Zauberkünstler Dr. Marrax gab mehrfach Vorstellungen und um 17.30 Uhr erfolgte ein Outfitwettbewerb. Eine Bühne gab es für diesen leider nicht, lediglich einen rund 30m langen roten Teppich mit ein paar Absperrungen rundherum; bei weitem nicht genug, um wirklich etwas sehen zu können. Die Moderation durch Bep Welters war nur im vorderen Teil überhaupt zu hören, weiter hinten wurde sie von einer der restaurierten Kirmes Orgeln überschallt.

Moderatorin Bep Welters bei der Überreichung des Preises für den 1. Platz des Outfitwettbewerbs

Diese taten ihr Bestes, das nicht vorhandene Musikprogramm zu ersetzen, allerdings dann so häufig, dass man mit den benachbarten Standbesitzern Mitleid haben musste.

Insgesamt fügten sich die zahlreichen Steampunkhändler (insgesamt über 20 Stück) wie gewohnt sehr gut in die Kulisse des Jahrmarktes ein und gerade durch die Verkäufe an die „normalen“ Besucher waren die die Einnahmen trotz deutlich gestiegener Standgebühren mehr als zufriedenstellend.

Leider war das Foyer der Jahrhunderthalle, in dem ebenfalls Händler platziert waren, in diesem Jahr unbeheizt, was dazu führte, dass die Besucher sich dort nur kurz aufhielten. Den frierenden Verkäufern an den Türen wurden immerhin später Heizlüfter zur Verfügung gestellt um der Kälte zu trotzen.

Insgesamt fehlten in diesem Jahr neben dem Programm auch die Künstler und Maker komplett. Fiel im vergangenen Jahr erstmal nur die Abwesenheit der lokalen Gruppierungen auf, hatte man in diesem Jahr komplett auf diesen wichtigen Teil des Steampunks verzichtet und den Jahrmarkt zu einer reinen Verkaufsveranstaltung gemacht.

Die Hauptattraktion, der historische Jahrmarkt selbst, war natürlich nach wie vor eine wundervolle Kulisse und auch die im Ticketpreis enthaltenen Fahrten auf den Fahrgeschäften wurden ausgiebig genutzt.

(Man könnte jetzt kleinlich sein und darauf hinweisen, dass es kein, wie angekündigt, viktorianischer Jahrmarkt war, da die meisten Fahrgeschäfte eher aus den 30er bis 50er Jahren des 20. Jahrhunderts stammen, aber das ist eigentlich unwichtig, denn die Fahrten selbst auf Riesenrad, Kettenkarussell und Co machen Spaß, egal aus welcher Zeit das Fahrgeschäft stammt.)

Insgesamt hat man leider das Gefühl, dass auf dem Jahrmarkt alles nur auf die Gewinnoptimierung des Veranstalters aus ist. Es scheint kein echtes Interesse mehr an der Steampunkszene selbst zu geben und man merkt deutlich, dass niemand aus der Szene mehr an der Organisation beteiligt ist. Dabei sind die Steampunks mit ihren Outfits überhaupt erst der Grund, warum dieser Veranstaltungstag sich von den anderen Tagen des historischen Jahrmarktes unterscheidet. Dass sie dafür dann aber auch noch 5€ bzw. 9€ mehr als an den anderen Tagen zahlen müssen ist angesichts des „Programms“ absolut ungerechtfertigt. Insbesondere dann, wenn man sieht, dass Gäste, die passend zur Sonderveranstaltung „Rock anne Raupe“ gekleidet kommen, einen Eintrittsrabatt erhalten.

Letztlich haben sich die meisten Steampunkbesucher einen schönen Tag vor Ort gemacht und den 4. Steampunk Jahrmarkt genutzt um Freunde und Bekannte dort zu treffen. Nicht zuletzt mit dem Amt für Aetherangelegenheiten oder spontanen Dudelsack einlagen haben sie ihr eigenes Programm gestaltet. Dafür muss man aber nicht den Mehrpreis zahlen um dann anderen als Attraktion zu dienen. Vermehrt wurden Stimmen laut, im kommenden Jahr einfach an einem anderen Tag den Jahrmarkt zu besuchen, oder als normale Besucher zu kommen und sich lediglich im frei zugänglichen Foyer zu treffen.

Spontane Dudelsackeinlage eines Besuchers

Andrang beim Amt für Aetherangelegenheiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sollte sich die Einstellung der Veranstalter zur Szene nicht ändern, werden die Steampunks mehr und mehr wegbleiben und die kostenlose Attraktion der „lustig Kostümierten“ damit ebenso.

Außerdem muss dringend an der Informationspolitik gearbeitet werden. Sie war schlichtweg inexistent: Anfragen wurden nicht beantwortet, Fragen in der Facebook Veranstaltung sind bis heute unbeantwortet, lange Wartezeiten bei Mailanfragen, wobei auch da nicht zwangsläufig überhaupt eine Antwort kam, dazu gab es mit dem Clockworker auch noch eine Akkreditierungspanne, die sich zwar klären ließ, aber vermeidbar gewesen wäre.

An schönen Kulissen mangelt es bekanntlich im Ruhrgebiet nicht und der einzige Vorteil, den der Jahrmarkt noch genießt, ist die Tatsache eine beheizte Innenveranstaltung im sonst eher veranstaltungsarmen Winter zu sein. Wenn die Kommerzialisierung dieser Veranstaltung so weitergeht und die Atmosphäre darunter leidet, werden sich über kurz oder lang sicherlich Alternativen ergeben, die mehr Wert auf die Leute legen, die den Steampunk Jahrmarkt erst zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Weitere Veranstaltungstermine findet ihr übrigens hier.

Alle Bilder sind auf flickR oder hier auf Facebook zu finden.
In der FB Gruppe „Steampunk Event Fotos – NRW“ sammeln sich außerdem Fotografen und Besucher um ihre Bilder auszutauschen.

 

(Der Artikel spiegelt ausschließlich die Eindrücke des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der gesammten Clockworker Redaktion.)

Gewinner der Ticketverlosung zum 4. Steampunk Jahrmarkt in Bochum

In der Nacht von Sonntag auf Montag ging unser Gewinnspiel für 2 x 2 Tickets für den 4. Steampunk Jahrmarkt in Bochum zu Ende. Viele triftige Gründe wurden genannt: von Geschenken für die Freundin, die gerade Steampunk für sich entdeckt hat, über Auszeit vom Umzugsstress, bis hin zu Familienausflügen. Bei so vielen Zusendungen mussten wir letztlich das Los entscheiden lassen.

Gewonnen haben folgende Beiträge:

Die Zeitreisenden (Volker & Sabine):

Verehrtes Clockworker-Team,

schon vor langer Zeit sind wir hier gestrandet, im 21. Jahrhundert. Die Zeitmaschine, welche uns in das 21. Jahrhundert brachte, wurde gestohlen. Wir warten schon lange darauf, in unsere alte Zeitrechnung zurück zu kommen. Durch eure Verlosung sehen wir endlich die Chance zurück zu kehren. Ihr seid unsere letzte Hoffnung.
Seid gnädig und schickt uns zurück.

Hochachtungsvoll
Die Zeitreisenden

Jenny:

Hallo ihr Lieben,

Ich möchte bitte gewinnen, weil ich dann meine Karte an ein ganz bezauberndes 3 jähriges Mädchen geben möchte, die sonst den vollen Eintrittspreis bezahlen muss.

Ich würde mich über leuchtende Kinderaugen freuen

Einen ganz lieben Gruß sendet

Jenny

Wir gratulieren den Gewinner und bedanken uns bei allen Teilnehmern!

4. Steampunk Jahrmarkt Bochum - Ankündigung und Gewinnspiel

Bereits zum vierten Mal öffnet der Steampunk Jahrmarkt im Rahmen des Historischen Jahrmarktes in der Jahrhunderthalle Bochum am 17. Februar seine Türen. Von 13.00 bis 1.00 Uhr nachts stehen den Besuchern die historischen Fahrgeschäfte zur Verfügung, deren Nutzung ist übrigens im doch recht üppigen Eintrittspreis (VVK 20€, AK 24€) enthalten.

Aber auch antike Jahrmarktsstände, Kirmeswagen, Zugmaschinen, Straßenkünstler, sowie Steampunk Gerätschaften und Live-Musik sind Teil des Programms.
(Zur Stunde ist noch nicht bekannt, wie das Programm konkret aussieht.) Mit dabei sind in jedem Falle wieder verschiedenste Steampunk Händler.

Teilnehmer des Outfitwettbewerbs 2017

Der größte Programmpunkt dürfte aber wie in den vergangenen Jahren das Publikum selbst sein. Der Jahrmarkt ist ein großes Schaulaufen und Sehen und Gesehen werden und bietet dafür natürlich die perfekte Kulisse.

Bleibt zu hoffen, dass die Situation in Bezug auf die Fotografen sich in diesem Jahr etwas entspannt (siehe dazu auch unser Bericht aus dem vergangenen Jahr).

Wir freuen uns, dass wir 2x 2 Eintrittskarten für den Steampunk Jahrmarkt verlosen können! Zur Teilnahme schickt uns eine Mail an gewinnspiel[at]clockworker.de und erzählt uns, warum gerade ihr die Karten gewinnen wollt.

Die Gewinner werden per Los bestimmt und am 4.2. benachrichtigt.

Viel Glück!

_______________________________

Alle Infos zum Jahrmarkt nochmal in aller Kürze:

4. Steampunk Jahrmarkt
17.02.2018, 13.00 – 1.00 Uhr
Tickets: VVK 20€, AK 24€ inkl. Nutzung aller Fahrgeschäfte (Kinder unter 80cm frei, Gäste mit Schwerbehinderung (Merkzeichen: G) frei, (Begleitpersonen zahlen den Normalpreis))
Homepage
Facebook-Veranstaltung

Mehr Bilder aus dem letzten Jahr finden sich hier.

Leipziger Buchmesse 2018 - Der phantastische Reiseführer

Auch in diesem Jahr dürfte die Leipziger Buchmesse viele neue Highlights für Steampunker bereithalten.  Noch ist das Lesungsprogramm nicht veröffentlicht, aber man kann sicher sein, dass im Rahmen von „Leipzig liest“ auch die Freunde der gehobenen Gesellschaft und der dampfenden Utopien auf ihre Kosten kommen werden.  Die phantastische Leseinsel gehört seit Jahren zu einer festen Größe, um Leser und Autoren zusammenzubringen.

Gespannt sein darf man auch auf die Preisverleihung des Seraph der Phantastischen Akademie, die im Rahmen der Buchmesse statt findet.

Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse können die neu entdeckten (und gehörten) Bücher in Leipzig auch direkt gekauft werden, was den Besuch der Messe um so lohnenswerter macht.

Besonders möchten wir noch auf den phantastischen Reiseführer hinweisen, der erneut die Leser mit den kleineren Verlagen bekannt machen möchte.

Die Leipziger Buchmesse findet auf dem Messegelände Leipzig vom 15.-18.3.2018 statt.

 

Der phantastische Reiseführer 2018
Der phantastische Reiseführer 2018
Ausgesuchte Kleinverlage der Phantastik auf der Leipziger Buchmesse präsentieren den phantastischen Reiseführer 2018. Nach dem großen Erfolg in 2017 wird das Gemeinschaftsprojekt von 11 Verlagen fortgesetzt.

Der Reiseführer zu den phantastischen Verlagen wird in limitierter Auflage gedruckt und bietet den Besuchern der Leipziger Buchmesse interessante Mehrwerte: Neuerscheinungen werden mit Leseproben vorgestellt, entsprechende Gewinnspiele angekündigt und es gibt kleine Geschenke am Stand der teilnehmenden Verlage, die nur für die Besitzer des Reiseführers reserviert sind. Dazu enthält der phantastische Reiseführer alle Lesungen, Termine und Informationen der 11 Phantastik-Verlage auf einen Blick.

Für Fans der Phantastik ein idealer Leitfaden für die Leipziger Buchmesse! Nicht zuletzt ist das Büchlein eine tolle Erinnerung, denn es gibt Platz für Autorensignaturen, Fotos und andere Erinnerungsbotschaften.

Der phantastische Reiseführer kann kostenlos bei den teilnehmenden Verlagen angefordert werden: acabus Verlag Hamburg, Amizaras-Chronik Dorsten, Amrûn Verlag Traunstein, DichtFest Wittendörp, Edition Roter Drache Remda-Teichel, Eisermann Verlag Bremen, Verlagshaus el Gato Berlin, Lysandra Books Verlag Dresden, MAIN Verlag Frankfurt am Main, Verlag Torsten Low Meitingen, Wölfchen Verlag Syke.

Steampunk Events Januar bis April 2018

gemeinfreie Abbildung von Pixabay.com

Das Jahr startet mit einigen interessanten Steampunk Veranstaltungen und wir haben hier einmal eine kleine Übersicht zusammengestellt:

20. Januar 2018
Fest der Fantasie
Stadtbibliothek Rotenburg
u.A. mit Lesung von Tanja Schierding
https://www.facebook.com/events/130…

27. Januar 2018
Zahnrad Zirkus – Alarm im Maschinenraum – Steampunk Dinner – AUSVERKAUFT –
Schlosshotel Neufahrn
www.zahnrad-zirkus.de/

17. Februar 2018
Steampunk Jahrmarkt
Jahrhunderthalle Bochum
http://www.jahrhunderthalle-bochum.de
Tickets: ab 20€

23. Februar 2018
Aeronautica Konzert mit Storm Seeker
Kulturkirche Dormagen
https://www.facebook.com/events/242…
Tickets im Aeronautica-Shop: 10€ 

06. März 2018
geeks@cologne: Steampunk – Mythos, Maker, Mode
Stadtbibliothek Köln 19-21.30 Uhr
https://www.facebook.com/events/169…
https://geekscologne.wordpress.com/

10. – 11. März 2018
Maker Faire Ruhr
DASA Dortmund
www.makerfaire-ruhr.com/
Tickets: 5€/8€

10. – 11. März 2018
Mercatus Phantasticus – Das große Fest der Fantasie 
Trier
https://www.facebook.com/events/346…

24. März 2018
Bohème Sauvage Cologne – 20er Jahre Party
(ACHTUNG! Kein Steampunk Event! Dress-Code beachten , aber es werden eine Menge Steampunks da sein)
www.boheme-sauvage.net/
https://www.facebook.com/events/341…
Tickets ab 25€

25. März 2018
1. Steamday – Eine Vern(e)ssage 
Elster Saloon Leipzig
https://www.facebook.com/events/982144855274074/

13. – 15 . April 2018
Marina Furiosa
Regensburg
www.marinafuriosa.de
https://www.facebook.com/events/118…

28.- 29. April 2018
Aethercircus Kunst- und Kulturfestival 2018
Buxtehude
https://www.facebook.com/events/481…
Kostenlos

 

Haben wir was vergessen? Hinterlasst uns einen Kommentar.

Gerne kündigen wir auch eure Veranstaltungen an. Schickt uns eure Presseinfos an redaktion [at]clockworker[punkt]de

 

Ankündigung: Jingle Bells 2017

Am kommenden Wochenende (16. und 17. Dezember) findet in der Glockengießerei in Saarburg wieder der viktorianische Weihnachtsmarkt „Jingle Bells“ statt. Der Markt, der seit Jahren großen Anklang in der Steampunk Szene findet, ist Samstags von 14:00 Uhr bis 21:00 Uhr und Sonntag von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, stattdessen werden Spenden für die Arbeit des Lokalen Bündnis für Familie e.V. gesammelt.

Neben dem Marktgeschehen gibt es auch kulinarische Leckereien, Tombola, Walking Acts und natürlich die Enchanting Carol Singers. Am Samstag kommt die Verleihung des 2. Steam-Awards hinzu, Sonntags dann der Victorian-Award mit Fokus auf historischer Kleidung. (Anmeldung 5€ bzw. 10€ für Gruppen, das Geld wird ebenfalls gespendet).

Mehr Infos zum Programm findet ihr auf den Seiten des Ausrichters Ars et Cultura

Zeit also, die Tournüren und Zylinder aus den Schränken zu holen und die Motorkutsche für die Zeitreise bereit zu machen. Das Ambiente der Glockengießerei und der historische Ortskern von Saarburg bieten die perfekte Kulisse für einen Wochenendausflug.

 

Steam-phantastisches Adventswochenende 01. - 03. 12. 2017 im Ruhrgebiet

Im Ruhrpott wird der Advent dieses Jahr mit reichlich Steampunk eingeläutet. Gleich mehrere Festivitäten in Bochum, Herne und Witten aus dem Hause Funkelglanz Events & Booking stehen an, gekrönt von dem etwas anderen Indoor – Weihnachtsmarkt STEAMTROPOLIS – The Winter Fair am So. 03.12.2017 in der Werk-Stadt Witten. Und auch einen speziellen Tipp für Köln möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten.

Besucherinnen auf einer vergangenen Steamtropolis Veranstaltung © Peter Emmert

Wer sich an den beiden Tagen davor schon einmal á la Steampunk einstimmen möchte, dem bieten sich weitere mannigfaltige Möglichkeiten im Revier:

Freitag, 1.12. 2017
So begibt sich am Freitag, 01.12.2017 der Dortmunder Schauspieler Carsten Bülow im Kulturzentrum Herne im zeitgenössischen Kostüm als Charles Dickens auf eine spannende Vortragsreise, denn bereits im 10. Jahr liest und erzählt der populäre Rezitator CHARLES DICKENS: EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE, die viktorianische Erzählung rund um Ebeneezer Scrooge, der Famile Cratchit und den Geistern der Weihnacht.

Schauspieler Carsten Bülow © Funkelglanz Events

Wer es lieber musikalisch mag, kann am Freitag, 01. Dezember 2017 den Rockpalast der Matrix Bochum aufsuchen, dort geben sich unter anderem die Industrial Folk Band HELD DER ARBEIT sowie als Headliner PUNCH N JUDY im Rahmen des Crossover Folk Night die Ehre!

Doch auch der historische Weihnachtsmarkt in Köln hat am 01.12.2017 seine besonderen Reize, denn der 1. Steampunk Club Köln lädt zu einem Steampunk – Treffen in Gewandung ab 18 Uhr ein! Treffpunkt ist wieder am Reiterdenkmal Friedrich Wilhelm II, nach dem gemeinsamen Rundgang ist ein gemütlicher Abend im „The Copper Pot“ geplant.

Elisa Saha © Funkelglanz Events

Samstag, 02.12.2017
Nach diesem literarischen bzw. musikalischem Abend empfiehlt es sich, am Samstag gemütlich über den Weihnachtsmarkt Witten (mit Schlittschuhbahn) zu schlendern, denn 16 – 19 Uhr wird auf dem Marktplatz ein Steampunk – Bühnenprogramm geboten, dass auch schon erste Ausblicke auf die STEAMTROPOLIS am Folgetag bietet. Zu Gast on stage sind die viktorianische Bänkelsängerin Aelarin von Wannen, Schauspieler Roland von Rauxel mit einem Knigge-Quiz, Insanity in Perfektion mit einer retro-futuristischen Feuershow sowie Elisa Saha mit Steampunk Tribal Dance.

Insanity © Klebezettel Photography

 

Einige Eindrücke von einer vergangenen STEAMTROPOLIS Veranstaltung in Witten sehen Sie hier:
YouTube Preview Image

 

Sonntag, 03.12.2017
Am Sonntag, 03. Dezember 2017 findet bereits zum dritten Mal der steam-phantastische Wintermarkt STEAMTROPOLIS – The Winter Fair INDOOR von 12 bis 18 Uhr in den luftig-hellen & beheizbaren Hallen der Werk°Stadt in Witten, direkt an der Stadtgrenze Bochum, statt.
Die vorweihnachtliche Anderswelt STEAMTROPOLIS ist erneut liebevoll mit Live-Musik, Lesungen, Workshops, Steampunk Marktgeschehen, einem Samt & Sonders-Krammarkt (Second Hand Trödelmarkt für Fantasy, Gothic, LARP, Mittelalter, Steampunk – Stand 3 Meter € 15,-, Vorabanmeldung notwendig) & vielen weiteren Amüsements für Groß & Klein bestückt worden. Musikalisch darf man sich auf Musik For The Kitchen („German Underground Acoustic Musik“ Meets Steampunk) und die Steampunk Bänkelsängerin Aelarin von Wannen freuen.

Aelarin von Wannen © Jörg Ewald

Übrigens hat auch der Weihnachtsmann für den 3.12. sein Erscheinen angekündigt und wird mit einigen Leckereien im Gepäck mit seinem Luftschiff (oder einem anderen Gefährt?) vor Ort in Witten landen…

© Funkelglanz Events

Alle Veranstaltungen im Überblick: https://www.facebook.com/Funkelglanz.Events/

Steamtropolis: http://steamtropolis.de/

Steampunk-Treffen Köln im Gesichtsbuch: https://www.facebook.com/events/790386057793814/

 

Rezension: Die Grüne Fee – Ausgabe 2: Neue Geschichten aus Eis und Dampf

Als ich an diesem Morgen meinen Briefkasten öffne, umspielt ein breites Lächeln voller Vorfreude mein Gesicht. Ich öffne den braunen unscheinbaren Postumschlag und entnehme ihm mit einer gewissen Neugier und Vorfreude mein Exemplar des zweiten Bandes „Die Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf“. Ich muss mich zugegeben ein wenig bremsen, die Neuerrungenschaft nicht gleich aufzuschlagen und darin zu stöbern.

Ein wenig mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Erfinder, Herausgeber und Autoren der „Günen Fee“ namentlich Mia Steingräber, Judith C. Vogt, Christian Vogt, sowie Tobias Rafael Junge, nicht nur die bis dato bestehende Fangemeinde von Judith und Christian Vogts literarischen Welt aus „Eis und Dampf“ mit der ersten Ausgabe des „Steampunk-Groschenheftes“, wie sie es selbst bezeichnen, gefangen nahmen. Die Sammlung von seinerzeit sechs Kurzgeschichten im Groschenromanformat nahm uns mit in eine alternative viktorianische Welt, geprägt durch eine mittlerweile 905 Jahre andauernde Eiszeit. Nicht nur den lebensfeindlichen Witterungen zum Trotz, denn es warten auch weitaus größere Gefahren, verfolgen Wissenschaftler, Konzerne, Abenteurer, aber auch politische Gruppen mit Hilfe von der neuen „Außerordentlichen Naturwissenschaften“, sowie den Errungenschaften in der Elektrizität und Æronautik ihre eigenen und manchmal ganz gegenläufigen Interessen und Ziele. Vieles mag zunächst an die vor 2013 veröffentlichte Anthologie „Eis und Dampf“ erinnern. Doch überraschte das Magazin vor allem dadurch, dass es nicht nur inhaltlichen, sondern auch im Design in einem ganz eigenen Subgenre beheimatet ist: Steampulp! Verwegene Luftschiffpiraten bewaffnet mit wehendender Mähne und nicht minder wehendem Brusthaar, welches kaum vom offenstehenden Hemd in Zaun gehalten wird, treffen auf in Allmachtsfantasien wahnsinniger Forscher geschaffene Kreaturen, halb Mensch, halb Maschine, halb Ungetüm! Eben noch verträumt tanzend unter ausladenden Kristallkronleuchtern in den großen Ballsälen der Metropolen werden wir hinein in fremde und wilde exotische Orte gerissen, an denen es gilt, uns zusammen mit Erfindern und Spionen aus den Fängen blutrünstiger Wilder zu befreien. Verrat, Lug, Blut und waghalsige Flugmanöver sind das Schmieröl im Getriebe des Steampulp-Magazins. Sein detailverliebtes Äußeres tat den Rest, um seinem Leser das Gefühl zu vermitteln, ihm wäre eine Requisite direkt aus der Welt von Eis und Dampf in die Hände gefallen.

 

Titelblatt „Die Grüne Fee, Ausgabe 2“
Foto: Eis und Dampf

Unter dem neuen Namen „die Federfechter“ hat die Gruppe nun das von Tobias Junge an Clockworker im letzten August gegebene Versprechen nun gehalten. Die Grüne Fee kehrt mit Ausgabe 2 wie gewohnt druckfrisch, aber auch in digitaler Version zu allen Steampulpfans und natürlich zu all jenen, welche die Neugier erst jetzt gepackt hat, zurück. Erstmals mit an Bord begrüßen die Federfechter ihre drei Gastautoren, Christian Lange, Henning Mützlitz, sowie Fabian Mauruschat, welche die neue Ausgabe mit jeweils einer eigenen Kurzgeschichte erweiterten. Christian Lange und Henning Mützlitz bereicherten bereits in der Vergangenheit die von Judith und Christian Vogt ersonnene Welt von „Eis und Dampf“ durch eigene Geschichten in der 2013 erschienenen ersten Auflage der gleichnamigen Anthologie. Für Fabians Mauruschats ist dies sein erster schriftlicher Besuch im vereisten Europa. Doch blicken er und Tobias Rafael Jung bereits auf eine literarische Zusammenarbeit für die Rollenspielkampagne „Die Grüne Hölle“ (2013) aus der Welt des „Schwarzen Auges“.

Eine Fortsetzung eines bereits gelungenen Werkes ist stets eine Herausforderung und steht zunächst immer im Schatten ihres Vorgängers. Egal ob Film, Buch oder zweites Musikalbum, Medien und Fans erwarten von den Künstlern, dass sie ihrem Stil treu bleiben und liebgewonnene Details und Eigenheiten erneut einbinden. Neben all dem Bekannten und Gewohnten, dürfen jedoch keine nie dagewesenen Neuerungen fehlen. Unerwartete Überraschungen sollen Abwechselungen von eben jenem Bekannten oder gar von Wiederholungen geben, welche, wie bekannt, all zu schnell ermüden. Über den Künstlern schwebt ein Bündel von drohenden zum Teil paradoxen Erwartungen, nicht nur von Seiten der Fans, sondern insbesondere von den Autoren der Rezensionen, von denen wiederum erwartet wird, das Werk besonders kritisch zu beäugen und zu beurteilen. Und so hat sich natürlich auch der Autor dieser vorliegenden Rezension zunächst unbewusst und während des Schreibens schließlich bewusst schuldig gemacht, mit einer Mischung aus großen Erwartung, Vorfreude und einer Portion Skepsis an die Fortsetzung des Groschenheften herangetreten zu sein. Ob sich die persönlichen Erwartungen erfüllten und wie es um die Neuerungen, die uns in diesem Heft erwarten, davon sollen die kommenden Zeilen berichten.

Wie bei meiner Rezension zur ersten Ausgabe, beschließe ich zunächst in guter Traditionsmanier, und da das Auge nun mal zuerst urteilt, mich vor dem Lesen ganz oberflächlich mit der Beschaffenheit und Optik der mir vorliegenden Ausgabe zu befassen. Mit insgesamt 82 Seiten wirkt das Folgeexemplar der Grünen Fee, wie der große Bruder seines 58 Seiten umfassenden Vorgängers. Dies ist auch nicht ferner wunderlich, wenn man bedenkt, dass statt das neue Werk statt wie zuvor sechs nun bereits ganze acht Kurzgeschichten beheimatet. Zum einen freut es mich, dass in diesem Exemplar zwei zusätzliche Geschichten auf mich warten. Doch erscheint das Heft auf Grund seiner Klammerbindung an das Limit seiner Dicke gestoßen zu sein. Im Gegensatz zu seiner Dinge begegnet uns das Heft in bekanntem DIN A5 Format, wodurch es nicht desto trotz noch weiterhin nicht nur gut in der Hand liegt, sondern seinen Leser auf jeder Reise, ob auf Fahrrad, zu Fuß oder Bahn überall hin begleiten kann und bequem neben dem Tablett einen Platz in der Tasche findet. Auf dem Titel ein prangt das unverkennbare Logo der Grünen Fee, sowie darüber ein weiteres wunderschön und äußerst aufwendig gestaltetes farbiges Cover aus den Händen von Illustratorin Mia Steingräber, welches, wie ich erst später erfahren soll, zudem auch das Titelbild zur ersten Geschichte dieser Ausgabe darstellt. Mit Freude stelle ich fest, dass die Federfechter bei der Wahl der des Papiers im Inneren des Buches bei dem von mir in der Vergangenheit bereits hoch gelobten griffigen Papier treu geblieben sind. Das alles andere als blütenweiße, dafür sehr griffige Papier verleiht dem Heft das Gefühl, sich in der Zeit zurückversetzt am Kiosk an der Straßenecke einen „echten“ Groschenroman für ein paar eilig gesparte Kupfermünzen erworben zu haben. Eine weitere Neuerung, zusätzlich zur höheren Seitenanzahl, fällt mir zügig ins Auge oder besser gesagt, ich spüre es unter den Fingerspitzen. Hatten die Herausgeber den Einband bisher auf ein glattes festes Papier mit leichter Glanzoberfläche drucken lassen, entschied man sich bei der Fortsetzung für ein ebenfalls griffiges, raues, dafür dickes Papier. Die neue Papierwahl kommt zu meiner Überraschung dem Gesamtbild sehr entgegen und bildet ein im positiven Sinne durchweg homogenes Bild. Der gewollt nicht immer konstante Kontrast der vermeidlichen Druckerschwärze innerhalb der Kurzgeschichten, sowie künstliche Spuren von Abrieb, Knicken und Druckschlieren, sowohl im Inneren, sowie auf dem Einband, vervollständigen das Bild und lassen lassen mich freudig an meine ersten Eindrücke von Ausgabe 1 denken. Hier sind sie schon einmal, die ersten kleinen Details, welchen ich erhofft, hatte in Ausgabe 2 erneut zu begegnen zu dürfen, und welche für mich besonders den Charme das Design geprägt hatten. Anfänglich vermisse ich sie noch ein wenig, die „handschriftlichen“ Notizen, durch welche es schien, als hätte ein mysteriöser Vorbesitzer in mitten meiner Ausgabe 1 seine eigenen Gedanken zu den Geschichten verewigt. Doch, so gestehe ich mir ein, ist es manchmal besser, sich nicht gleich zweimal hintereinander des gleichen Scherzes oder in diesem Fall, Kunstgriffes zu bedienen. Ich blättere weiter und finde all die Aspekte, welche die nun mehr Heftreihe für mich nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu einem Sammelwerk machen. Für mich sind dies im Besonderen die liebevoll und mit unzähligen Details versehenden Illustrationen von Mia Steingräber. Unterstützt wird sie in dieser Ausgabe durch Zeichnungen aus der Hand von Janina Robben, welche die Kurzgeschichte von Christian Lange gestalterisch ergänzen. Wie Mias sind auch Janinas Arbeiten vielen Lesern sicherlich aus zahlreichen Abenteuern und Spielhilfen aus dem Hause Ulisses Spiele bekannt. Neben den zahlreichen teils, zu meiner Freude, formatfüllenden schwarzweißen Illustrationen, welche die acht Kurzgeschichten begleiten und mit weiterem Leben füllen, finden sich wie bereits in Ausgabe 1 erneut die Werbeanzeigen der Unterstützer des Projektes Grüne Fee. Wie auch im letzten Jahr setzten sie sich Dienstleister, Künstler, Szeneblogs, sowie Büchervorstellungen rund um die Themenbereiche Steampunk und Gaslight zusammen. Falls gänzlich, bis auf eine Ausnahme, welche zu meinem persönlichen Unmut eine komplette Seite füllt, fügen sie sich durch ihr Gestaltung fast nahtlos in das Gesamtwerk ein, ohne den Leser aus der Illusion zu werfen, in welche er eingeladen wird, einzutauchen und erst wieder beim Aufruf seiner Busstation aufzuschrecken. Mehr Seiten ermöglichen neben mehr Kurzgeschichten und Illustrationen auch für neue inhaltlich Elemente. Und so habe ich mich besonders über die über Reklame, sowie Kleinanzeigen gefreut, welche nicht nur spielerisch und mit der perfekten Mischung aus Witz und Augenzwinkern dem Leser weitere Einblicke in die Köpfe der Menschen aus „Eis und Dampf“ vermitteln, sondern zum Teil darüber hinaus für den aufmerksamen Leser sogar Brückenschläge zu den Geschichten selbst herstellen. Anerkennend stelle ich fest, dass sie die „handschriftlichen“ Notizen aus Ausgabe 1 in ihrer Funktion gekonnt ablösen.

„Wie eine Dirne: Hinter dem hübschen Gesicht nichts als hässlicher Abgrund“, so beschreibt „Das gute Wort“ aus dem „Wochenspiegel für Literatur“ auf der Rückseite des Einbandes die aktuelle Ausgabe der Grünen Fee. Ich muss lachen und will mich selbst daran machen, hinter das „hübsche Gesicht der Dirne“ zu schauen. Mord, Eifersucht, Spionage und natürlich Verführung sucht verpackt in eine Welt der Intrige und mysteriöse Exotik, all jener Materie des ersten Bandes. Auch die zweite Ausgabe der Fee bleibt ihrem Stil treu. Ein weiterer Gewinn dieser Ausgabe: Allen Liebhaber, der ersten Stunde, sei an dieser Stelle verraten, dass das Schicksal des ein oder anderen bekannten Protagonisten seine Weiterführung findet.

Ein wiedersehen mit zwei bereits bekannten Helden:
Konrad und Abel aus der Geschichte „Schabernack mit Toten“
Foto: Eis und Dampf

Durch das erstmalige Mitwirken der drei Gastautoren, erhalten die acht meist voneinander unabhängigen Geschichten eine weitere angenehme Diversität in Schreibstil, Anzahl der Subgenre innerhalb der Ausgabe (unter anderem Detektivroman, Abenteuergeschichte und leichter Grusel), sowie Setting und Erzählweise. Auf diese Weise wird einem breitgefächertes Publikum, dem jedoch eins gemein sein muss, eine zumindest gewisse Zuneigung zum Genre Pulp, eine vielseitige Herangehensweise an das Genre geboten. Durch die Kürze des Geschichten, sowie durch zuvor erwähnte Abwechselung, ist sichergestellt, dass auch Leser, welche noch auf unsicheren Füßen, die Welt der Groschenromane für sich entdecken wollen, nicht von den Eigenheiten dieses Genres all zu schnell überrollt werden. Stattdessen können sie sich behutsam herantasten.

Gerade die letzte Geschichte , „Seine tote Lordschaft“, der aktuellen Ausgabe, konnte mich jedoch leider nicht vollständig überzeugen. Dies lag in meinen Augen nicht am Schreibstil von Henning Mützlitz in, da er es durchaus versteht, Charaktere und Szenen äußerst bildlich zu gestalten. Jedoch wirkt das Geschehen innerhalb der Detektivgeschichte im Vergleich zu den restlichen Erzählungen der Fee wenig unspektakulär und nicht wie gewohnt überschwenglich mitreisend. Die Adaption einer berühmten Romanfigur ist zwar ein gängiges Stilmittel der Fee, aber leider vermisste ich ihre herausragendes Auge für Details und ihren Scharfsinn, da ihre Größe und ihr Erfolg in erster Linie durch die mangelnde Befähigung der Umstehenden definiert wird. Auch dass die berühmte ansonsten für mich reizvolle Misanthropie des Protagonisten, zeichnet sich in dieser Geschichte leider vor allem durch erniedrigende Erpressung aus. Dies ist sicherlich eine persönliche Interpretation, welche jedoch nicht meinen Geschmack trifft.
Meinen persönlichen Favoriten innerhalb dieser Ausgabe fand ich dagegen in Judith Vogts „Frij und Friedlichkeit“. Eine Geschichte, welche als familiäre Picknickgesellschaft mit ihren ganz eigenen Problemen und Verwicklungen beginnt und in einem Jane Austen Roman beheimatet hätte sein können. Doch die Grüne Fee, wäre nicht was sie ist, wenn alles nicht ganz anders kommen würde und die Geschehnisse durch eine Reihe von für die Fee typischen und von mir sehr geschätzten Wendungen einige unerwartete, neue Wege einschlagen würde. Welche? Dies sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Judith Vogt lässt dabei Teile der Erzählung durch die analytischen scharfsinnigen Augen der etwas eigenwilligen Großmutter beschreiben, eine Dame, welche man vielleicht anfänglich auf Grund ihres exzentrischens Wesens Missfallen engegenbringen mag, aber man sich gleichzeitig nicht in der Lage sieht, ihrem Charme mit der Zeit vorständig zu verfallen. Wäre ich ein Luftschiffpirat, ich würde die alte Dame auf meinen Armen in den immerwährenden Sonnenuntergang tragen.

Wie bereits Ausgabe 1, so ist auch Ausgabe 2 erneut als Printversion oder alternativ im PDF-Format bei auf der Homepage der Federfechter selbst unter www.Eis-und-Dampf.de, im Shop des Uhrwerk-Verlags, wie auch auf ausgewählten Szeneveranstaltungen und -messen käuflich zu erwerben. Der Besitz der ersten Ausgabe ist sicherlich keine Voraussetzung für den Kauf, beziehungsweise das Lesen und Betrachten des zweiten Bandes. Doch sie sollte fast schon Pflicht für jeden Sammler und vor allem Liebhaber von des Steampunkgenres, sowie der Welt von „Eis und Dampf“ sein. Der Preis der Printausgabe für Augabe 2 beläuft sich mit 4,99 Euro geringfügig höher als 3,50 Euro für Ausgabe 1. Dies lässt sich allerdings schon alleine durch die zusätzlichen 24 Seiten argumentieren und ist in Anbetracht der Exklusivität und geringen Auflage noch immer mehr als ein Schnäppchen mit garantierter Wertsteigerung unter Sammlern.

Sind den Federfechtern mit Ausgabe 2, der Grünen Fee – Geschichten aus Eis und Dampf eine würdige Fortsetzung gelungen, oder bleib es lediglich bei einem schwacher Versuch, an den Erfolg des ersten Bandes anzuschließen? Wie bereits in letzten Heft verstehen es die Federfechter gekonnt auch weiterhin die Stilelemente der, in diesem Fall rein positiv gemeinten, Groschenromantik mit der ganz eigenen Exotik und Abenteuerlichkeit eines Tarzanheftes zu vereinigen. Schwarzer Humor, unerwartete Wendungen und viel Augenzwinkern sind die richtige Würze, durch welche die zunächst ungewohnte Kost auch Liebhabern von „höherer“ Trivialliteratur schmackhaft gemacht wird.
Ich gebe dem zuvor zitierten „Wochenspiegel für Literatur“ vollkommen Recht. Die Grüne Fee ist eine preiswerte Dirne mit einem wiedereinmal mehr als wunderschön gestalteten Gesicht. Der hässliche Abgrund, der sich dahinter verbirgt, ist wiedereinmal gelungen konzipiert und gestaltet. Und so bekommt der Steampulp-Freier für seine 4,99 Euro ohne Frage das, was ihm an der Straßenecke von einem Federfechtern eilig feil geboten wird: Ein kurzweilige, anrüchige und mehr als befriedigende Unterhaltung, von der er noch in Wochen vor seinen Freunden prallen wird.

Ich freue mich auf eine hoffentlich noch lange währende Reihe und natürlich auf die im Jahr 2018 erscheinende Ausgabe 3, für die bis dato offiziell noch kein genaues Veröffentlichungsdatum vorliegt. Ob es sich dabei um die im Reklameteil von Ausgabe 2 angekündigte Sonderausgabe „Die Schöne und Dr. Biest“ handeln wird, ist bisher ebenfalls noch unbestätigt. Bestätigt ist dafür allerdings, was wir aus dem Warten auf Ausgabe 2 gelernt haben: Dass sich die Vorfreude auf weitere „nervenzerfetzende Geschichten“ mehr als lohnen wird!