Beachtenswert

Welterste Steampunk Oper

Coppelius_Opern_FlyerUnd schon wieder gibt es Neuigkeiten von Coppelius. Die Berliner Band gab heute bekannt, dass es ab Herbst im Gelsenkirchener Musiktheater (MiR) die welterste Steampunk Oper zu sehen geben wird. Auf der Seite des MiR finden sich dazu folgende Infos:

Ein ungewöhnliches Projekt für einen klassischen Opernbetrieb und eine Her(t)zensangelegenheit für die kreative Schmiede des Musiktheater im Revier!
Bereits seit 2012 existiert der Plan, gemeinsam mit der Berliner Band „Coppelius“, deren Mitglieder allesamt Abgesandte des romantischen 19. Jahrhunderts sind, ein Opernprojekt der besonderen Art auf die Bühne Gelsenkirchens zu bringen. Zusammen mit der Neuen Philharmonie Westfalen werden die 6 Coppelianischen Herren die Bühne in eine akustische Dampfmaschine verwandeln, die jeden in ihren Bann zieht.
Mit der phantastischen Erzählung „Klein Zaches, genannt Zinnober“ des dunklen Dichterfürsten E.T.A. Hoffmann ist die exzentrische Vorlage für eines der schlagzeilenverdächtigsten Theaterprojekte im Galileischen Weltbild gefunden und bringt nun die Theatermaschine kräftig ins Rollen.

Ab 14. November 2015 erzählen die Coppelianischen Superhelden auf ungewohnt lauten klassischen Instrumenten in Harmonie mit dem Orchester des MiR die Geschichte des missgestalteten Emporkömmlings Klein Zaches, der aufgrund eines wunderbaren Zaubers zu höchsten Ehren gelangt und damit beinah das Leben eines jungen Dichters zerstört. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall …

Lesen Sie demnächst Neues aus dem Klein Zaches-Universum!

Weitere Infos werden wohl in Kürze auf der Seite des Musiktheaters im Revier zu finden sein.

CD-Review: Coppelius - Hertzmaschine

Coppelius HERTZMASCHINE Cover1815. Herrensitz Coppelius.
Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem
Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke
zu verstärken: Die galvanische Amplifikation!
Die Rockgeschichte hat begonnen.
 
2015. Herrensitz Coppelius.
Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!
Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter:Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang.
Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber
von handgemachter Musik – Coppelius sind zurück, lauter denn je!

So wortgewaltig kündigen die Berliner Herren Coppelius ihr am 30. Januar erscheinendes Album „Hertzmaschine“ an. Der Clockworker durfte sich schon jetzt ein Eindruck des „Klanggewitters“ der fünf Herren mit Diener machen und wir wollen Ihnen nun unsere Impressionen nicht vorenthalten.*

Tracklist:
01  Tragisches Ende eines Luftpiraten
02  Der Luftschiffharpunist
03  Moor
04  Harmonie
05  Herzmaschine
06  Sternenstaub
07  Reise
08  Ein Experiment
09  Glad to be dead
10  Contenance
11  Killers
12  Es fiel ein Himmelstaue
13  Des Bettlers Traum
14  Black is the colour
15  Der Musenkuß
16  Konzert

Nicht nur das Cover des neuen Langspielers, sondern auch die Tracklist vermittelt den Eindruck, dass es im neuen Album deutlich dampfiger zugeht als bisher. (Übrigens ordnet sich die Band mit ihrer Ankündigung erstmals selbst dem Steampunk zu, das klang im Salongespräch 2013 anlässlich ihres damaligen Albums Extrablatt noch ganz anders.)

Coppelius HERTZMASCHINE Promobild 2_CMYK_300dpi

Bereits das erste Lied „Tragisches Ende eines Luftschiffpiraten“ entführt uns hoch über die Wolken, wo es zu einer ungewöhnlichen Begegnung kommt. Auf 30 Sekunden setzen Coppelius ihre quasi-Tradition der A-cappella Stücke fort.

Auch „Der Luftschiffharpunist“ agiert in großen Höhen, kommt aber deutlich rockiger daher, so dass man fast nicht glauben mag, dass es wirklich Cello und Kontrabass sind, die da erklingen. Was hier positiv auffällt, ist das im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben besser abgemischte Schlagwerk. Leider hapert es dafür beim Gesang, dieser geht stellenweise hinter den Instrumenten arg verloren, sodass man nur dank dem wunderschön postergedruckten Booklet die Bridge vollständig verfolgen kann.
Ansonsten führt aber die dunkle, rauchige Stimme Comte Caspars gekonnt ein, in die Technik des fliegenden Ungetüms und die Arbeit des Harpunisten. Doch bei der Jagd auf Wolkenkraken (oder vielleicht doch eher „Airkrakens?“) läuft leider nicht immer alles glatt…

Dieser Song ist übrigens im in galvanischer Fassung bereits auf Amazon, iTunes und Spotify verfügbar. (Wer die MP3-Fassung vorbestellt, [Amazon / iTunes] bekommt den Luftschiffharpunisten ohne zusätzliche Kosten sofort zum herunterladen und zahlt zum Releasedatum dann nur noch den Differenzbetrag zum Album.)

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Ein Vertreter der Airkraken Gattung “Octopelius”

Auch bei „Moor“ zeigt sich die neue Elektrifizierung der klassischen Instrumente, sodass der Song über eine wunderliche Begegnung und Hilfeleistung im Sumpf ziemlich punkig anmutet mit einer kräftigen Prise Funk. Das alles inklusive Soli und starker Verzerrung, die man sonst vermutlich nur einer Gitarre zutrauen würde.

„Harmonie“ beginnt, dem Titel entsprechend, schon deutlich ruhiger. Ein Cembalo ergänzt die sonst übliche Instrumentierung aus Cello, Kontrabass, Klarinetten und Schlagzeug. Das zunächst gemächliche Tempo steigert sich im Verlauf des Liedes zu Zylinder-fliegender Geschwindigkeit, wenn wir dank Bastilles Gesang, der von Graf Lindorf ergänzt wird, herausfinden, dass die zuvor beschriebene Harmonie nicht ganz natürlich herbeigeführt wurde…

Weiter geht es mit „Herzmaschine“ und nein, das ist kein Rechtschreibfehler, diesmal ohne „t“, denn es geht um ein schlagendes Herz, eines, das sich nicht verlieben will und seine Gefühle mit Dampfkraft und Kesseldruck unter Kontrolle zu halten versucht.
Textlich ist dieses Stück sicherlich (neben dem Luftschiffharpunisten) das steampunkigste des Albums. Vielleicht liegt es daran, dass hier das Wissen der Szene, allen voran Jochen Enderlein aka Horatius Steam, mitgeholfen hat, den technischen Hintergrund zu erstellen.
Die Rhythmik erinnert an „Reichtum“ (Extrablatt, 2013), der Aufbau variiert jedoch:  Stampfendes Schlagzeug wechselt mit melodischen Klarinettenparts, teilweise unterstützt von Cembalo.

Nach diesem kraftvollen Stück folgt mit „Sternenstaub“ quasi das absolute Gegenteil. Eine traurige Ballade, in der die akustischen (unverstärkten) Eigenschaften der Instrumente ausgenutzt werden um gemeinsam mit Bastilles Gesang die Kälte des ewigen Eises heraufzubeschwören. Relativ Coppelius-untypisch gibt hier ein Klavier den Ton an.

Das nachfolgende „Reise“ wird dann wieder etwas flotter und zum Takt einer dahin rasenden Dampflokomotive zeigen hier besonders die Klarinetten ihr Können.

Rasant geht es weiter und mit „Ein Experiment“ wird ein weiteres omnipräsentes Thema des Steampunks bedient: Der verrückte Professor. Zerstreut schraubt und werkelt er, von Max Coppella vertont, an verschiedenen Erfindungen, deren Beschreibungen dem geneigten Hörer doch mehr oder weniger bekannt sein dürften. Unterstützung erhält er von einem Assistenten. Wer beim Castlefest 2014 dabei war, dem dürfte die Stimme von Baron von Ede bekannt vorkommen, die da immer wieder erklingt und den Professor vor dem Schlimmsten bewahrt. Leider kommt er nicht immer rechtzeitig, sodass das Lied ein sehr abruptes Ende findet.
Musikalischen wie textlich ist „Ein Experiment“ durchaus auf der humorvollen Seite zu finden, ähnlich wie „Gumbagubanga“ (Zinnober, 2010).

Castlefest 2014-14

Baron von Ede auf dem Castlefest 2014

Ernster und auch härter wird es danach mit dem ersten der drei englischsprachigen Titel des Albums „Glad to be dead“. Hier wird sich wieder einmal auf die langjährige Geschichte der Band berufen (s.o.)  und die „gute alte Zeit“ besungen, sodass die Zeitgenossen der Herren, die mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, froh sein können, bereits tot zu sein. Bei näherer Betrachtung des Besungenen merkt man jedoch schnell, dass nicht alle Änderungen wirklich schlecht sind, auch wenn die Kritik des ständigen Wettbewerbs und der steigenden Überbevölkerung natürlich berechtigt sind.

Da kann einen schon mal die Wut packen. Dann ist das sich Mantra-artig wiederholende „Contenance“ genau das Richtige um die Haltung zu bewahren oder zurückzuerlangen. Auch hier zeigen Coppelius ihr Können im Bereich des mehrstimmigen Gesangs.

Nachdem die Gemüter sich ein wenig beruhigen konnten, lässt der nachfolgende Song das Blut wieder hochkochen. Es gilt als allgemein bekannt, dass die Jungs von Iron Maiden in den 1980er gerne einmal ein Lied, was natürlich im Original von Coppelius stammt, coverten. Nach „Murders in the Rue Morgue“ (Original von Coppelius veröffentlicht: Time-Zeit, 2007), bringen Coppelius nun mit „Killers“ eine weitere „Originalfassung“ heraus.
Die Energie, die Bastille bei diesem Stück live auf die Bühne zu bringen pflegt, kann aber leider nicht 100%ig auf CD gebannt werden. (Ein weiterer Grund unbedingt einmal ein Konzert zu besuchen, Termine weiter unten.)
Nichtsdestotrotz ist das Lied ein hervorragendes Beispiel für den selbsternannten Stil des „Kammer-Core“ (oder auch „Heavy Wood“), der hier auf den klassischen Instrumenten hervorgebracht wird und einen spätestens hier den Zylinder einen guten Hut sein lässt und zum extatischen Haare schütteln veranlasst.

Coppelius Hamburg Knust 27.03.2014

Hamburg – Knust 27.03.201

Beim der folgenden Liebesballade ist es nun wiederum umgekehrt: Hier covern die Herren Coppelius; nämlich eine klassische Volksweise, die aus den Jahren um 1539 stammt: „Es fiel ein Himmelstaue“. Auch die Instrumentierung bleibt klassisch, wieder in Verbindung mit dem Cembalo.

„Des Bettlers Traum“  ist da weit weniger klassisch. Besungen wird hier der Bettler, den keine materiellen Güter glücklich machen können, dafür aber seine (unerreichbare) Liebe. Thematisch scheint das Stück ein Pendant zu „Habgier“ (Tumult, 2009) zu bilden, ist musikalisch jedoch deutlich unaufgeregter. Es dominiert eher die Abscheu gegenüber der Hortung von Besitztümern und das Schmachten nach einer Unerreichbaren.

Mit „Black is the colour“ folgt eine weitere Interpretation klassischen Liedgutes. Diesmal ist es ein englisches bzw. genauer ein schottisches Liebeslied, was in Begleitung des Cembalos durch den Diener vorgetragen wird.
Live ein würdiger Nachfolger von „Ade mein Lieb“ (Zinnober, 2010).

Coppelius Stuttgart 05.04.2014 007

Stuttgart 05.04.2014

Der vorletzte Song des Albums beschäftigt sich mit der Inspiration des Künstler, dem „Musenkuß“. Mit gezupften Saiteninstrumenten beginnt es leise, doch dann bricht das gewohnte coppelianische Chaos aus. Denn leider ist die Muse in diesem Falle einzig in flüssiger Form zu erreichen. Welche Auswirkungen das auf den Dichter hat, zeigt sich in Text und Musik gleichermaßen, denn letztere steigert sich immer weiter in immer ausgedehnteren Soli, Variationen etc. bis nach der letzten Zeile der Höhepunkt erreicht und „Aus und Schluss“ damit ist.

Das Album ist hier aber noch nicht zu Ende, als 16. folgt eine recht ungewöhnliche Form der Darbietung: Die Vertonung von Heinz Max Aids Gedicht „Konzert“. Wobei Vertonung vielleicht etwas zu viel ist: zu den melancholischen Klängen der akustischen Instrumente wird der Text verlesen, welcher von dem Hin und Her gerissen sein nach einem Konzert berichtet: Soll man glücklich sein, weil es so gut war, oder traurig, weil es vorbei ist?
Gut, das der heimische Tonwiedergeber eine Wiederholungsfunktion hat und diese Entscheidung dem geneigten Hörer dieses Langspielers erspart bleibt!


FAZIT:
Spätestens dem neuen Album „Hertzmaschine“ sind Coppelius mitten im Steampunk angekommen. Leitthemen des Genres (Luftschiffpiraten, Dampfmaschinen, verrückte Wissenschaftler) werden textlich aufgenommen und verarbeitet. Insgesamt ist es weniger gesellschaftskritisch als sein Vorläufer Extrablatt (2013), dafür aber wahrscheinlich auch massentauglicher.

Auch musikalisch scheinen sich die Herren mehr und mehr am allgemein-Geschmack zu orientieren, was aber keinesfalls negativ sein muss. Es gibt immer noch die, meiner Meinung nach typisch coppelianischen, Mehrstimmen-Gesänge und auch die Klarinetten-Soli bleiben uns erhalten. Durch die neue Amplifikation verwischt aber klanglich mehr und mehr der Unterschied zwischen klassischen Instrumenten und der „Rock-Normal-Besetzung“, sodass dem zufälligen Hörer das besondere Instrumentarium von Coppelius womöglich entgeht. Auf der Bühne jedoch dürfte es dafür umso mehr rocken. Man darf also gespannt sein auf die kommende Konzerttour (s.u.).

Es sind auffallend viele Balladen und ruhige Stücke (mind. 6) auf der Platte gelandet, nichtsdestotrotz wird aber auch die Haar-Schüttelnde Fraktion ausreichend bedient, sodass der Zylinder (sofern er nicht festgetackert ist) getrost im Regal bleiben kann. Genügend Ohrwurm-Potential inklusive!

Alles in allem ein typisch coppelianischer Mix aus verschiedenen Genre-Einflüssen unter voller Ausnutzung der technischen Möglichkeiten der Instrumente der sich definitiv lohnt!

(Wer immer noch mit dem Kauf hadert, ist selber Schuld, aber vielleicht überzeugt ihn ja der Hinweis, dass das Booklet als Poster gedruckt wurde und so als Deko für’s steampunkige Eigenheim durchaus Potential hat.)


CD release
Die offiziellen Veröffentlichunsfeierlichkeiten finden übrigens am 30.01. in Berlin statt und werden um 18.00 Uhr mit einem Fanatikertreff (inkl. Fragerunde, Spiele etc.) beginnen, ab 23.00 Uhr öffnet dann der Maskenball seine Tore.

Mehr Informationen sind hier zu finden.

Natürlich gehört zu einem neuen Album auch eine Konzertreise und wie oben bereits mehrfach mitschwang sollte man sich die Herren und ihren Diener unbedingt einmal live ansehen!

Hier haben sie die Möglichkeit dazu:
11.03.2015  (Mi)  Osnabrück, Lagerhalle
12.03.2015  (Do)  Bochum, Matrix
13.03.2015  (Fr)  Hamburg, KNUST
14.03.2015  (Sa)  Hannover, Musikzentrum
20.03.2015  (Fr)  Berlin, LIDO
21.03.2015  (Sa)  München, Backstage
22.03.2015  (So)  Nürnberg, Hirsch
02.04.2015  (Do)  Stuttgart , Club Cann
03.04.2015  (Fr)  Wien, Szene
04.04.2015  (Sa)  Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
30.04.2015  (Do)  Magdeburg, Factory
01.05.2015  (Fr)  Hexentanzfestival
02.05.2015  (Sa)  Leipzig, Werk 2

Tickets unter gibt es bei extratix.de

 

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*(Anm. d. Red.: Auch wenn hinlänglich bekannt sein sollte, dass unsere reviewende Autorin ein besonderes Faible für die Herren hat, möchten ich Ihnen versichern, dass ich diese Rezension so objektiv, wie möglich durchgeführt wurde.)

Uhrwerk – Die Neue Welt - Review

Seit dem 13.12.2014 ist die erste EP der Steampunk Western Rock Band Uhrwerk erhältlich. Der Clockworker hatte die Chance in die 6 sehr unterschiedlichen Songs hineinzuhören und möchte nun von seinen Eindrücken berichten.
Uhrwerk_CoverTracklist:
1. Intro
2. Die Neue Welt
3. Gesprengte Ketten
4. Rebell Soldier
5. Hymn of Sorrow
6. Lonely Rider

Der Hörer wird begrüßt von einem ausgedehnten Intro, das ihn soundtrackartig in den Wilden Westen entführt. Gitarre, Mundharmonika und Streicher mischen sich mit Wind und Glockenschlag zu einer fast schon episch anmutenden Klangkulisse. Es könnte sich ebenso gut um das Opening eines Western-Dramas handeln.

Nach einem Tempowechsel bieten David Ross (Elektrische Gitarre, Western Gitarre, Gesang) und Ian Hale (Elektrischer Bass, Klavier, Gesang) mit „Die Neue Welt“ direkt eine sehr kritische Sicht auf die heutige Gesellschaft. Rockig-metallige E-Gitarren im Takt des stetig und gnadenlos davon tickenden Uhrwerks, begleitet vom melodischem Gesang von Frontmann Robert Francis Fox (neben Gesang auch Mundharmonika), wechseln mit mehrstimmigen Gesangsparts des gesamten Trios.

Zu diesem Song veröffentlichten Uhrwerk auch ihr erstes Musikvideo, welches auf Youtube zu sehen ist.
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Rockig geht es mit „Gesprengte Ketten“ weiter, in dem sich alles um Kriegsbegeisterung, Soldatenehre und das unausweichliche Ende dreht. Der Song beginnt schnell mit militärisch fortschreitendem Schlagzeug. Nach wiederum soundtrackartigem Instrumental/Soloteil endet er mit melancholischem Gesang in Klavierbegleitung, welcher, einem ersterbenden Herz gleich, mehr und mehr an Tempo verliert und letztlich im Geräusch des Windes erstirbt.

Ohne Unterbrechung kommt nun die Geräuschkulisse eines Lagerfeuers hinzu und Westerngitarre, Mundharmonika sowie gepfiffene Parts versetzen den Hörer mit dem aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg stammenden „Rebel Soldier“ in eine wehmütige Lagerstimmung. Dieser erste der nun folgenden englischsprachigen Songs profitiert insbesondere von den unterschiedlichen Tonlagen der drei Herren Uhrwerk.

Ihr gesangliches Können beweisen sie auch im folgenden Acapella Intermezzo „Hymn of sorrow“. Auf kurzen 24 Sekunden entfaltet sich eine Stimmgewalt, der man fast nicht glauben mag, dass es „nur“ drei Herren sind, die da vom Kummer um gefallene Waffenbrüder singen.

Musikalisch wird es nach diesem etwas ruhigeren Teil nun wieder lauter, wenn Ross, Fox und Hale von Roman Harasymiw an der Trompete unterstützt werden, um die Geschichte des „Lonley Rider“ zu erzählen. Stärker noch, als in den vorangegangenen Liedern, wird hier der Western Einfluss deutlich, der in der selbst gewählten Genre Bezeichnung „Steampunk Western Rock“ proklamiert wird und man sieht den einsamen Reiter förmlich in den Sonnenuntergang entschwinden.

Wer nach dem gepfiffenen Ende des Songs noch weiter lauscht, wird nicht enttäuscht und mit einem kurzen Hörspiel inklusive Klaviereinlage mit bester Saloonatmosphäre belohnt, in dem Uhrwerk noch einmal ihre Wurzeln im Western betonen.

Uhrwerk

Fazit: Alles in allem ist „Die Neue Welt“ ein gelungenes Erstlingswerk mit einem guten Mix aus ruhig und schnell, laut und leise.
Leider hört man soundtechnisch einen erheblichen Qualitätsunterschied zwischen den ersten zwei metal-rockigen und den darauf folgenden Western Songs. Bei letzteren merkt man deutlich, dass Western (und Akustik) eindeutig das Feld sind, aus dem die drei Uhrwerker stammen.
Die Verbindung Western Rock und Steampunk ist aber absolut gelungen und spätestens seit „Wild Wild West“ auch naheliegend. Innerhalb der Songs könnte allerdings noch eine stärkere Vermischung stattfinden. Auf der EP hat man ein wenig das Gefühl von zwei Genre-Blöcken, welches noch durch die Sprachwahl deutsch-englisch verstärkt wird. Auch der Aufbau mit dem Hörspiels am Ende, in dem es heißt „Horcht, es geht los“ hat mich etwas irritiert, zumal auch die musikalische Verbindung zwischen Intro und „Die Neue Welt“ nicht ganz eindeutig ist.

Nichtsdestotrotz zeigt sich in allen Songs das musikalische Können der jungen Band und besonders die gesangliche Mehrstimmigkeit gefällt mir außerordentlich gut.

Absolut empfehlenswert für jeden Steampunk, der über den Tellerrand von König und Kaiserin in den Wilden Westen schauen möchte!

Wer mehr über Uhrwerk erfahren möchte, findet auf der Facebookseite der Band aktuelle Infos und Konzertdaten.

Eilmeldung: Abney Park auf der Elfia Haarzuilens

Zwar ist es zur Elfia Haarzuilens 2015 (NL) noch ein bisschen hin, gerade aber erreichte uns die Nachricht, dass Abney Park am Samstag, den 25. April abends dort auftreten werden.

Eine Zusammenfassung der (steampunkigeren) Highlights folgt, sobald wir mehr über das Programm wissen.

Unsere neue Abteilung: Terminkalender

Der Clockworker hat seit gestern ein neues Feature: Einen bloginternen Terminkalender.

Weil es schwierig ist, alle Steampunkveranstaltungen im deutschsprachigen (manchmal auch niederländischen oder sogar internationalen) Bereich im Auge zu behalten, haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, zumindest den Versuch eines Überblicks zu wagen.

Der geneigte Leser findet also Stammtische, Kinostarts, Parties, Ausstellungen etc. ab jetzt im zweiten Reiter von links (unter “Termine”, wer hätte das gedacht?).

Wir erheben natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, versuchen aber, so gut wie möglich auf Stand zu bleiben. Sollten wir oder die fleißigen Kollegen vom Salon mal einen Termin übersehen, freuen wir uns über Post unter termine@clockworker.de mit Datum, Ort, Uhrzeit, Art der Veranstaltung und einer Kontaktmöglichkeit (Facebook-Event, Website, Telefonnummer, Flaschenpost o.Ä.).

Auf dass mehr Steampunks mehr andere Steampunks auf mehr Veranstaltungen treffen.

floreat vis vaporis!

Steampunk im Museum...

…oder,

jemand müsste mal.

 

“Jemand müsste mal!” mit diesem Satz begann vor zwei Jahren eine Idee.

Die Idee, die Objekte der Deutschen und Schweizer Steampunker zusammenzutragen und in einer Ausstellung dem breiten Publikum zu präsentieren.

Aus dem “jemand müsste mal” wurde ein “ich mache mal…” und daraus ein “ich habe ein Haus, ein winziges Budget, lasst uns einfach mal machen!” (André Kahlke)

Die Ausstellung “Machina Nostalgica” war geboren.

Die erste Ausstellung im Prinzesshofmuseum wurde mit 20 Steampunk Künstlern aus Deutschland und der Schweiz ein Erfolg, mit dem niemand gerechnet hatte. 18 Vorträge über das Genre, Modenschauen, das Duo “Damenkraft” und diverse Führungen zogen vom August bis November 2013 über  2.300 Besucher an. Eine virtuelle Schnitzeljagd führte die Besucher durch die Ausstellung und vermittelte was Steampunk eigentlich ist.

Ein Gastspiel, zu Pfingsten diesen Jahres, im Weltkulturelbe “Kunststätte Bossard”, in der Nordheide, läutete sozusagen die Saison 2014 ein. Als geladene Gäste des Hauses, durften wir das Genre und die “Kunstrichtung Steampunk” vertreten. Zwei Vorträge an den beiden Tagen, diverse Gespräche und eine Ausstellung, die sich als Publikumsmagnet für die über 700 Besucher darstellte, brachte das Genre und die Kunstrichtung den Besuchern näher. Auch Pfingsten 2015 wird der Steampunk wieder Gast des Hauses sein.

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Pfingsten in der Kunsstätte Bossard

Das Highlight des Jahres 2014 für den Steampunk in Norddeutschland, war sicherlich die Dauerausstellung im Maschinenmuseum Kiel.

Die Kieler Nachrichten brachten einen tolle Artikel über das Ereignis und sorgten letztendlich auch dafür, dass insgesamt mehr als 3.000 Besucher in nur 3 Wochen erreicht werden konnten.

Bereits am Eröffnungstag im Rahmen der Nacht der Museen konnte eine Vielzahl von Besuchern begeistert werden. Bei der Eröffnungsrede, wies Herr von Phone auf die Einflüsse des Steampunk hin, berichtete über die Ursprünge der Bewegung und des Begriffes und führte die Anwesenden in das Thema ein. Die führende Internetseite des Genres in Deutschland, der Clockworker, wurden dabei ebenso erwähnt, wie das dazu gehörige Forum, der Rauchersalon.

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Herr von Phone alias André Kahlke bei der Eröffnungsansprache

Die Steampunkexponate, diesmal von 3 Künstlern aus dem Norddeutschen Raum, wurden im Uhrenhaus, zwischen den Modellen des Museums platziert. Wie der Museumsleiter (Herr Horter) bemerkte, passten die SP – Exponate perfekt in das gesamt Ambiente und verschmolzen wirkungsvoll mit dem Museum.

Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums gelang eine stimmungsvolle Nacht und eine gut besuchte Dauerausstellung.

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Spiel mit Licht und Schatten während der Nacht

Nun ging es nicht nur darum, sich und seine Exponate zu präsentieren. Das Publikum wurde mit Vorträgen, Vorführungen und einem Workshop in das Gesamtgeschehen eingebunden. Umfangreiche Darbietungen über Werkstoffe, Methoden, Werkzeuge, Ideen, Tesla Technik und “Mad Sientists” führten zu regen Diskussionen im Anschluss der Vorträge, während der Dauerausstellung und der Abschlussveranstaltung.

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Herr Junophor bei seinem Vortrag

Die Ausstellungsreihe wurde und wird von einem Fotografen, einem Filmemacher, einem Modelabel, diversen Models und einem breiten Presseecho begleitet.

Bilder: Phonepunk, NeedMoreCoffeeMan

Berichterstattung: Emporium Vernesque

 

Zum dritten Mal fand in diesem Jahr am 8. November in Arnheim das Emporium Vernesque statt. Vom Willemeen war man einige Häuser weiter ins größere Luxor Live gezogen. Auf drei Etagen bot die Veranstaltung ein buntes Programm für Jung und Alt.

Der Nachmittag konnte gemütlich beim Plaudern, einkaufen oder basteln verbracht werden. Verschiedene Workshops brachten den Besuchern z.B. den Umgang mit Worbla näher. Aber auch Tribal Dance konnte unter kundiger Leitung ausprobiert werden.

Weiterlesen Berichterstattung: Emporium Vernesque

Bericht: Jules Fantasy Markt

Vom 31.10 bis zum 2.11. fand unter dem Kuppeldach des Leipziger Kohlrabizirkus’ das erste Mal der Jules Fantasy Markt statt, organisiert wurde er von der Agentur Sündenfrei. Benannt nach Jules Verne, einem der Urväter des Steampunk, hatte die Veranstaltung einen ihrer Schwerpunkte auf unser Genre gesetzt, was nicht zu letzt an den Plakaten abzulesen war.

Weiterlesen Bericht: Jules Fantasy Markt

Jules Fantasy Markt Leipzig 31.10. - 2.11.

Am kommenden Wochenende findet von Freitag bis Sonntag das erste Mal der Jules Fantasy Markt im Kohlrabi-Zirkus in Leipzig statt. Ein bunter Mix aus Fanatsy, Steampunk, Endzeit, Piraten, Mittelalter, LARP, Gothic und vielem mehr erwartet den Besucher.

Jules 1

Steampunkig mit dabei sind unter anderem die Bands Drachenflug und Feline and Strange, die Steampunk Expeditionsgesellschaft, Alexander Schlesier alias Steampunker.de und viele mehr. Außerdem wird Susan Groegers Steampunk Film Woe vorgestellt.

Da der erste Veranstaltungstag genau auf Halloween fällt, wird auch der Markt entsprechend ausgerichtet sein und auch die Parade aller Akteure steht ganz im Zeichen des Schaurrigen. (Es gibt eine familienfreundliche und eine Ü18 Parade, etwas später am Abend, sowohl freitags als auch Samstags.)

Geöffnet ist Freitag und Samstag 11.00-24.00 und Sonntags 11.00-19.00. Mehr Infos zu Tickets etc. gibt es hier auf der Veranstaltungseite. Das Programm kann hier eingesehen werden.
Besucher in passender Kleidung erhalten übrigens einen ermäßigten Eintritt, also raus mit den Steampunk Klamotten!

 

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Totesagte leben länger

… oder die Wiederkehr der Glühlampe

Wer aufmerksam durch die Baumärkte streift, wird verwundert vor dem Leuchtmittelregal stehen bleiben.

Neben “Energiesparlampen” und LED Brennern liegen im unteren Regal: Glühlampen, ganz legal und unverschämt, nagelneu und jeglichem Verbot trotzend.


CIMG7866Rustica 60 Watt um 2/3 gedimmt

“Rustica” heissen die Lampen und wer die Packung aufmerksam ansieht, wird erstaunt lesen, dass selbige nur für Dekorationszwecke und für die Industrie aber NICHT für den Hausgebrauch bestimmt sind.

Sie leuchten aber wunderschön, auch in heimischen Fassungen.

Wählt man nun eine Wattzahl höher als benötigt und dimmt die Lampe ein wenig herunter, hat sogar das Phoebus-Kartell das nachsehen. Der verminderte Stromfluß durch die Lampe treibt die Lebensdauer in die Höhe. Bis zu 5.000 Stunden kann diese Lampe nun brennen.

Wir erinnern uns

Wir schreiben das Jahr 1920…

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Kohlefadenlampe von ca. 1920

Das Phoebus-Kartell beschliesst, dass Glühlampen statt 2.500 nur noch 1.000 Stunden brennen dürfen. Ganze Abteilungen beschäftigen sich ab 1925 mit der Überwachung und Protokollierung des Kartells. Damit wird in der Industrie ein Paradigmawechsel eingeleitet. Galt bis dato die Maßgabe, dass das Beste aus den Materialien herauszuholen ist, gilt nun die festgelegte Lebensdauer um den Profit in die Höhe zu treiben. Damit wird aber auch eine gigantische Verschwendung von Materialien und Energie eingeleitet. Zu dieser Zeit wurde das Material der Glühlampen noch nicht wieder verwertet. Glas, später dann Wolfram und Messing landeten unwiederbringlich im Müll.

1940 brannten Glühlampen nur noch 1.000 Stunden!

in den 40ern  fliegt das Kartell auf. Aber erst so um 1953 wird Osram in Deutschland verboten, die Lebensdauer der Lampen künstlich einzuschränken. Strafe muss der Konzern allerdings nicht bezahlen, an der Lebensdauer hat sich bis dato nichts geändert. Nur in der DDR durften Glühlampen nicht vorzeitig ausbrennen. Selbiges galt dort als Sabotage, da ja die Vorräte an dem teueren Wolfram geschont werden sollten. Auch wurde Glühlampen gezielt gesammelt und wieder verwertet.

Es gab sogar einmal eine Zeit, da wurden Glühlampen repariert…

Dieser Wechsel in den Paradigmen macht Schule und ganze Industriezweige folgen nun diesem Weg. Galt bei Miele vor Zeiten noch der Werbespruch:

“Mit dieser Waschmaschine waschen noch Ihre Enkel”

haben sich die Zeiten drastisch zu Ungunsten der Verbraucher geändert.

 

Aber es gibt Widerstand

Riva, oder das kleine “Gallische Dorf” im Kartell.

Riva ist für Industrielampen bekannt und produziert Glühlampen in fast allen Formen mit bis zu 5.000 Stunden Lebensdauer.

Aufwändige Fadenaufhängungen schützen die Glühfäden vor Erschütterungen und die fehlenden Schwachstellen im Glühfaden ermöglichen diese langen Lebensdauern.

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RIVA 18W 235Volt

Riva Lampen werden für Signal- und Beleuchtungszwecke eingesetzt, wo es z.B. auf Licht UND Wärme ankommt. Schilder, von solch einer Lampe beleuchtet, tauen im Winter frei und müssen nicht zusätzlich geheizt werden.

Das Typenschild dieser Lampe sagt, dass sie eine Nennspannung von 235V aufweist. Diese hier ist noch für das 220V Netz ausgelegt, damit würde sie 15 Volt unterhalb der Betriebsspannung brennen, was die Lebensdauer erhöht. Und die Lampe kann Spannungsspitzen, wie sie in Zügen und auf Schiffen vorkommen besser widerstehen.

Mit den Rustica und den RIVA Lampen hat der geneigte Leser nun die Möglichkeit, wieder sanftes und warmes Licht in sein Heim einziehen zu lassen.

Quellen:

Die Presse

RIVA

Lichtservice Schrader

Bilder:

Jochen Enderlein

Der blaue Laborgeist des Herrn von Phone

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Wo geht es hin Herr von Phone?

 

Telemann von Phone ist bekannt für seine aussergewöhnlichen Ideen und Kreationen.

Vor kurzem bekam er eine Lampe geschenkt, mit der Bemerkung: “Du kannst da sicher etwas daraus machen!” Die  Leistungsangabe auf dem Glaskolben lautete 2000W. Die große Frage war nun, wie nimmt ein solches Monstrum in Betrieb? Unter voller Last ist so ein Gerät “für den Hausgebrauch”, nicht zu betreiben.

Nun geistert seit längerem Gasentladungstechnik mittels Kameramodulen durch den Rauchersalon. Was im Kleinen geht, muss doch auch im Großen gehen, so Herr von Phone.

Mit eine Hochspannungstransformator für NEON – Reklamen wurde eine Versuchsschaltung aufgebaut und nach dem Einschalten der Spannung, bildete sich ein blaues, geisterhaftes, rotierendes Wabern in der Röhre.

Aus Stahl, Messing, Kupfer und Glas wurde nun ein Käfig für den Laborgeist konstruiert. Selbiger fühlt sich sichtlich wohl, wie die nachfolgenden, kinematographischen Aufnahmen zeigen.

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Unser besonderer Dank gilt Miss “Cinnamon Star” für die freie Überlassung ihrer musikalischen Untermalung zu Zwecken der Kunstförderung.

Gewinner: Ticketverlosung

Nun ist es soweit: der Gewinner der Ticketverlosung für zwei Karten für das Emporium Vernesque steht fest und hat soeben eine Aethernachricht erhalten.

Alle Teilnehmer wurden gebeten mit anzugeben, warum sie gerne zum Emporium Vernesque möchten. Einige Gründe wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

“Ich freue mich darüber, das erste mal mit anderen Leuten, die auch Steampunk gern haben zusammenzutreffen.”

 

“Am meisten beim Emporium Vernesque freue ich mich und vor allem mein achtjähriger Sohn sich darauf, die vielen tollen Kostüme und “Erfindungen” zu bewundern!”

 

“Ich habe es bisher noch nicht geschafft, zum Emporium Vernesque zu fahren. Die ganze Thematik beschäftigt mich sehr und ich könnte dort viele meiner Freunde wiedersehen.”

Wir gratulieren dem Gewinner und hoffen, dass sich auch die, denen das Glück nicht vergönnt war, nicht davon abhalten lassen, das Emporium Vernesque zu besuchen!

Harry Potter Ausstellung in Köln

2 Tage vor der Eröffnung für das Publikum erhielt ich die Gelegenheit die erstmals in Deutschlad zu sehende Harry Potter Ausstellung im Abenteurmuseum, dem Odysseum in Köln zu besuchen. Mit dabei war Neville Longbottom Darsteller Mathew Lewis, der vom Harry Potter Fanclub mit besonderer Begeisterung aufgenommen wurde, der Organisator der Wanderausstellung Robin Stapley, von GES (Global Experience Specialists) und diverse, mir völlig unbekannte, Kölner Lokalpromis aus deutschen Soaps.
Bevor man in die Ausstellung kommt, wird man zunächst vom „Sorting Hat“ einem der Häuser von Hogwarts zugeteilt – bei mir war es Gryffindor. Nach einer kurzen filmischen Sequenz steht man dann auch schon mittem im Portrait-geschmückten Flur von Hogwarts. Die Schreie der Dicken Dame, die unermüdlich Gläser zum Zerspringen bringt, begleiten die Besucher durch die ersten Sets der Hogwarts Schlaf- und Klassenzimmer mit stimmig dekorierten Originalmöbeln und Requisiten aus den Filmen. Ein Highlight, nicht nur für Cosplayer, sind die vielen Orginalkostüme. Besonders beeindruckend von Material und Machart sind die von Gilderoy Lockhart, Voldemort und den Totessern, wogegen die Quiddich-Klamotten und der Unsichtbarkeitsumhang eher enttäuschen. Auch einige Artefakte, wie den Stein der Weisen oder den Zeitumdreher hätte ich mir imposanter gewünscht, dafür sind die Katzenteller von Professor Umbridge aus der Nähe erst recht der Hammer.
Die meisten Stücke darf man nicht anfassen, andere wie z.B. die Alraunen im Beet neben Professor Sprouts Set, sollte man nich nur anfassen sondern auch herausziehen – dann kann man sie wunderbar kreischen hören. Die ganze Ausstellung wird von atmosphärischer Musik und Klängen untermalt, zwischen den Sets laufen auf Bildschirmen die passenden Filmszenen und per Audioguide kann man zu den einzelnen Stationen noch mehr erfahren.
Durch Hagrids Hütte, in der einem seine wahre Größe nicht nur durch die Ausmaße seines Sessels bewußt wird, kommt man von Hogwarts in den verbotenen Wald mit seinen Kreaturen.

Besonders bemerkenswert ist der Abschnitt der dunklen Künste, der Platz des Showdowns aus dem Feuerkelch und Voldemorts durch einen Luftzug leicht in Bewegung gehaltenes Kostüm – das so eigentlich auch ein gutes Elbenoutfit darstellen würde.
Das Abschlußset bildet die große Halle mit den Festoutfits der Charaktere wo besonders die von Viktor Krum und Cho Chang beeindrucken.
Dahinter schließt sich ein riesiger Bereich mit (wie ich finde etwas überteuerten) Merchandise Artikeln an, wo man auch Bertie Botts Bohnen jeglicher Geschmacksrichtung (für 5 Euro) kaufen kann und ein riesiges Regal mit Zauberstäben dominiert – schade nur, dass sie alle aus Plastik gegossen und nicht aus Holz gefertigt sind.
Fazit: Für den Preis von 29,95 Euro für Erwachsene und 23,95 Euro für Kinder und Jugendliche kann man sehr schön in die Atmosphäre der Welt von JK Rowling eintauchen – in dem Preis ist auch der Besuch der anderen Abteilungen des Abenteuermuseums enthalten. Auf jeden Fall etwas für eingefleischte Fans und Kinder.

Gia LaFae

Preise und Öffnungszeiten

Im Salongespräch: Tales of Nebelheym

Im Salon begrüßen wir heute Tales of Nebelheym, eine junge Band aus dem Stuttgarter Raum, vertreten durch Fabian, der am Bass und Akkordeon sein Werk tut.  
Tales of Nebelheym
Fabian, ich habe euch vor nicht ganz zwei Jahren in einer kleinen Taverne in der Nähe von Stuttgart kennengelernt, als ihr für einen Unplugged Auftritt auf einem Fantasy Liverollenspiel gebucht wart. Im Gespräch danach sagtet ihr, daß ihr euch als Steampunkband seht.
Wenn man sich eure CD anhört, und mit anderen Bands aus dem Genre vergleicht, dann erschließt sich das einem nicht sofort. Erzähl mal, warum macht “Tales of Nebelheym” Steampunk eusik und was denkst du, zeichnet Musik in diesem speziellen Genre eigentlich aus?

Nun, ich denke, Steampunk-Musik im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Es gibt Musik, die auf retro-futuristischen Instrumenten (z.B. Theremin) oder zumindest auf Steampunk-getrimmten Instrumenten gemacht wird (z.B: auf umgebauten Gitarren), oder eben Musik, bei der es um Themen und Geschichten aus dem SteamPunk, aus einer Welt des Dampfes und der Mechanik, aber auch der Abenteuer und Romantik geht. Daher gibt es “die” Steampunk-Musik meiner Meinung nach nicht, wichtig für mich ist, dass mir die Musik gefällt und ich das Gefühl habe, dass derjenige, der sie macht Spaß und Herzblut in die Sache steckt..

Warum Steampunk? Was hat euch an diesem Genre besonders gereizt?

Mich persönlich haben schon immer die Werke von Jules Verne und H.G. Wells gereizt, ebenso aber auch Werke und v.a. Gedichte von Edgar.Allen. Poe und Lord Byron. Diese Abenteuer – und Horrorgeschichten in Verbindung mit einer für uns altertümlich anmutenden Technik, die aber aufgrund einer herausragenden Präzision und Ästhetik trotzdem zu überragenden, unserer heutigen Technik weit überlegenen Leistungen fähig ist übt einen besonderen Faszination aus.

Das heißt, man findet den Steampunk bei euch nicht vordergründig, da ihr nicht von Zahnrädern und Maschinen singt, sondern eher im Gesamtkonzept? Ihr seid eher Jules Verne, als Nicolai Tesla?

Die Atmosphäre des Steampunk spiegelt sich bei uns in der Welt Nebelheym wieder, die sich gerade in der Phase der Industrialisierung mit Entdeckung der Dampfmaschine und dem damit verbundenen Umbruch der Gesellschaft befindet. Nach Eintreffen der sogenannten Fremden mit ihrer großartigen (Dampf-)Technologie liegt in Nebelheym ein Konflikt zwischen zwei großen Parteien, die diese Neuerungen willkommen heißen und regelrecht anbeten oder kategorisch ablehnen vor. Dies ist der Hintergrund, vor dem sich die einzelnen Facetten der “Tales of Nebelheym” abspielen.

Was bedeutet eine Szene für euch? Es es für euch wichtig, daß man als Teil solcher auch aktiv etwas dazu beträgt, oder reicht es auch, einfach nur zu konsumieren?

Eine Szene zu haben finde ich sehr wichtig, da sich hier Leute mit gleichen Interessen finden und austauschen können. Wie weit dann jeder gehen will, ob er sich aktiv einbringt oder lieber konsumiert, ist natürlich jedem selbst überlassen – wir als Band versuchen, unserem Publikum durch unsere Musik und unsere Auftritte eine Art Lebensgefühl Nebelheyms weiterzugeben.

Ihr schreibt soweit ich das sehen kann alle Songs selbst. Gibt es jemanden, oder etwas, was euch beim schreiben beeinflußt, oder habt ihr eine bestimmte Quelle der Inspiration? Was ist eure Muse?

Genau, wir schreiben alle Songs selbst, sowohl musikalisch als auch textlich, was uns sehr wichtig ist. Musikalisch kann so jeder von uns seine eigenen Vorlieben und Interessen mit einbringen. Inspirationen ziehen wir einerseits aus eigenen Erlebnissen, aber auch aus der Erschaffung der Welt Nebelheym. Wir versuchen, durch unsere Texte dieser Welt Leben einzuhauchen und sie für den Zuhörer lebendig zu machen, ohne sie dabei zu genau zu definieren. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich in Nebelheym selbst zu finden – insofern ist sicher Nebelheym unsere Muse.

Bei eurem Auftritt war es sehr auffällig, daß jeder von euch genau wußte, was er mit seinem Instrument anstellen muß und obwohl Tales of Nebelheym noch nicht so lange existiert, hatte man den Eindruck, daß ihr schon lange zusammen Musik macht. Woher kommt das?

Wir sind alle schon etwas länger im “Musikgeschäft” dabei – wir waren und sind alle in unterschiedlichen Bands aktiv. So kennen Jo und ich uns schon aus der gemeinsamen Zeit bei Coronatus, Teddy ist zusätzlich Sänger bei Daedalous, Malte Gitarrist bei Opus Irae und Matse ist bei Gold, Stone und Silver dabei. Daher haben wir alle schon einige “musikalische Vorbildung”. Abgesehen davon haben wir aber auch das Glück, dass wir einfach auf einer Wellenlänge liegen und es uns erstaunlich leicht fällt, auf Ideen des einzelnen einzugehen und daraus dann einen gemeinsamen Song zu gestalten.

Was sind die “Tales of Nebelheym”? Gibt es dazu eine Geschichte?

Die ” Tales of Nebelheym” sind sozusagen die Chroniken der Welt Nebelheym – dementsprechend sind wir ihre Chronisten.
Als solche haben wir uns zum Ziel gemacht, Momentaufnahmen aus Nebelheym zu sammeln und niederzuschreiben, um sie mit unseren Zuhörern zu teilen und ihnen somit diese fiktive Welt nahe zu bringen.

In ein paar Wochen wird euer erstes Studio Album “A Wanderers Heart” das Licht der Ladentheke erblicken. Worum gehts da? Steckt ein Konzept dahinter?

Das Konzept des Albums besteht darin, dass es um die Geschichte des einsamen “Wanderers” geht, der durch die Welt Nebelheym zieht – daher auch der Titel “A Wanderer’s Heart”.
Die Erlebnisse, Erinnerungen und Gefühle, die der Wanderer auf seiner Reise durchlebt, spiegeln sich in den einelnen Stückn des Albums wieder. Dabei wird mehr und mehr von der Welt Nebelheym offenbart.

Ich habe das Glück sie schon eine zeitlang hören zu dürfen und konnte sie mit der Demo CD vergleichen. Ihr habt mit den neuen Platte gegebenüber dem Demo nochmal einiges zugelegt, was die Arrangements und die Qualität der Aufnahmen angeht. Was war euch für euer erstes großes Album wichtig und ist es so geworden, wie ihr es euch gewünscht habt?

Absolut – uns war es wichtig, dass wir – nach der Demo “Prequel” – auf jeden Fall gleich ein vollwertiges, sauber produziertes Studioalbum nachlegen – was uns mit der Hilfe von Markus Stock aus der Klangschmiede Studio e auch gelungen ist. Wichtig war uns außerdem, dass es dabei nicht steril wirkt, sondern den Charakter unserer Auftritte einfängt, das Lebendige, was uns als Band ausmacht.

Keiner von euch ist wirklich ein Bühnenneuling und in wenigen Wochen steht eure CD Release Party an. Auch wenn man schon ein alter Hase ist, was Konzerte angeht, sind Release Parties enorm wichtige Meilensteine für eine Band und deshalb immer ganz besondere Konzerte. Was erwartet ihr euch von dem Abend und was macht für euch das perfekte Konzert aus?

Die Releaseparty ist definitiv etwas besonderes für uns. Daher freuen wir uns alle schon sehr auf den Abend und sind auch bereits etwas aufgeregt. Wir erwarten ein tolles Konzert, viele nette Gäste und Freunde (u.a. auch die Musiker von Krayenzeit, die uns an dem Abend musikalisch unterstüzen werden), eine großartige Party und einfach einen absolut gelungenen Abend. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man Spaß hatte, nach dem Auftritt mit sich zufrieden ist und es vor allem auch dem Publikum gefallen hat. Dann ist man auf jeden Fall nah dran am perfekten Konzert.

Was haben wir in Zukunft von Tales of Nebelheym zu erwarten? Gibt es Pläne?

Zu allererst einmal wollen wir natürlich das Album gebührend promoten und das ein oder andere Akustikkonzert spielen, unser Set noch etwas erweitern und ausbauen und versuchen, den Leuten Nebelheym näher zu bringen. In etwas weiterer Ferne steht unser Metalalbum an – wir haben außerhalb des Akustik-Sets noch ein Metalset, das zwar auch in Nebelheym angesiedelt ist, charakterlich aber natürlich eine ganz andere Sparte bedient. In diesem Bereich wollen wir uns ebenfalls weiterentwickeln.
Es wird also definitiv nicht langweilig :-)

Dann danke ich dir für die vielen Antworten und eure feine Musik. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft und eine großartige Releaseparty.

Wer nach dem folgenden Video Lust hat, mehr von Tales of Nebelheym zu sehen und zu hören, dem sei der Internetauftritt der Band ans Herz gelegt.

Für die spontanen Leser, sei zu sagen, daß am Freitag, dem 24.10.2014 um 19:30h ( ja, das ist in knapp 20 Stunden :) ) das CD Release Konzert zu “A Wanderers Heart” in Ludwigsburg im “Scala” stattfinden wird.

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Verlosung! Zwei Karten für das Emporium Vernesque

Gewinnspiel

Ihr wollt zum Emporium Vernesque? Dann habt ihr bis zum 25.10.2014 00.00 Uhr die Chance zwei Eintrittskarten zu gewinnen!

Schreibt eine Aetherpost an Gewinnspiel [at] clockworker.de und erzählt uns, worauf ihr euch bei dieser besonderen Steampunkveranstaltung besonders freut!

Einen kleinen Überblick über die Aktivitäten findet ihr in der Ankündigung des Clockworkers und natürlich auf der Homepage der Veranstaltung.

Der Gewinner wird am 26.10.2014 ausgelost und per Mail benachrichtigt.