Beachtenswert

A.-G. Piel auf der FaRK

Mechanische Menschen, eine abenteuerlustige Prinzessin, London, Russland, der Mars…
Newcomer A.-G. Piel liest aus dem druckfrischen Steampunkroman Goldene Zeiten, erschienen bei Edition Roter Drache.
Auf der FaRK (Fantasie und Rollenspielkonvent), am Samstag, um 14:30.

A.-G. Piel wird übrigens auf Wunsch mitgebrachte oder vor Ort erworbene Exemplare von „Goldene Zeiten“ signieren.

„Phoenix“ – eine Teslapunk-Dystopie Trilogie: Rezension und Interview

copyright: Papierverzierer Verlag, Ann-Kathrin Karschnick

copyright: Papierverzierer Verlag, Ann-Kathrin Karschnick

„Tochter der Asche“ ist der erste Teil einer Trilogie von Ann-Kathrin Karschnick und Gewinner in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ beim Deutschen Phantastik Preis.

Wollte man diesen ungewöhnlichen Roman in Schubladen stecken, so würden darauf die Etiketten Teslapunk, (Urban) Fantasy, Dystopie, Science Fiction, Krimi und alternatives Universum passen:
Europa liegt nach einem fehlgeschlagenen Experiment im Jahr 1913 und diversen Kriegen mit Amerika in Trümmern. Mithilfe des damals führenden Wissenschaftlers Nicola Tesla bauten die Saiwalo, eine überirdische, geisterhafte Macht, Europa langsam wieder auf.
120 Jahre befindet sich die Zentrale des Überwachungsstaates in Hamburg.
Strombarrieren, Ausgangssperren und Überwachungsdrohnen kontrollieren die Stadt und niemand wagt es, gegen das System aufzubegehren.
Da erschüttert eine Mordserie die Stadt, die sich niemand erklären kann. Leon, ein Anhänger der Saiwalo und Mitglied der Kontinentalarmee, wird auf die Fälle angesetzt und trifft bei seinen Ermittlungen auf die rätselhafte Tavi.
Wer ist sie und wieso ist sie so fest von der Schuld der Saiwalo an den Morden überzeugt?

Kurzrezension

Ein totalitäter Überwachungsstaat, erbaut auf Ruinen. Eine Verfolgte mit einer geheimnisvollen Vergangenheit und ein Ermittler, der zu ihren Gegner zählt, da er das System unterstützt – mit diesem konfliktgeladenen Szenario beginnt „Tochter der Asche“.
Die Autorin schreibt in der dritten Person sehr lebendig, mitreißend und anschaulich die Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen und Motivationen ihrer beiden so gegensätzlichen Protagonisten, so dass man sich sehr gut in beide hineinversetzen kann.
Bald gerät der geneigte Leser hinein in eine düstere Urban Science Fantasy mit Hexen, Dämonen, unsterblichen Wesen und den geisterhalften Saiwalo, die nun in Europa die Herrschaft übernommen haben. Zugleich entwickelt sich ein spannender Krimi, bei dem die Protagonistin Tavi als Verdächtige erscheint und den Ermittler Leon vom Gegenteil überzeugen muss. Die besondere Chemie zwischen diesen beiden Charakteren würde ich im positiven Sinne als „explosiv“ bezeichnen.
„Tochter der Asche“ ist kein Steampunk Roman der klassischen Art, denn er spielt nicht im 19. Jahrhundert. Hier wird ein eine alternative reality beschrieben, die im Jahr 2033 spielt – also in einer nahen Zukunft, jedoch mit Weiterentwicklungen der elektrischen Erfindungen und Entdeckungen Nicola Teslas. Hier gibt es Waffen, die Strom verschießen, Gyrokopter und so manches andere technische Gadget.
Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten…

copyright: Ann-Kathrin Karschnick

copyright: Ann-Kathrin Karschnick

Interview mit der Autorin

A. Z.: Frau Karschnick, bevor wir über Ihren Roman sprechen, möchte ich gern wissen: Wie sind Sie zum Steampunk gekommen? Und was macht für Sie Steampunk aus?

A-K. K.: Zum Steampunk kam ich durch den Auftrag meiner Agentin mal etwas anderes zu schreiben. Sie sagte damals, dass ich etwas außerhalb der üblichen Vampirreihen machen sollte und da kam ich auf Steampunk oder besser die Unterspielart des Teslapunk.

Für mich ist Steampunk ein Lebensgefühl. Es beschreibt die Leidenschaft des viktorianischen Zeitalters und auch die Weiterentwicklung zum Upcycling also der Wiederverwertung statt der Wegwerfgesellschaft, in der wir heute leben. Das macht Steampunk für mich aus. Und natürlich die wirklich coolen Kostüme.

A. Z.: Wodurch wurden Sie zu dieser Trilogie inspiriert?

A-K. K.: Ich habe mich damals von einer Kurzgeschichte inspirieren lassen, die ich schon geschrieben hatte. Es ging um die Entstehung von Tavi und wie sie zur Phoenix wurde. Dazu gab es zu der Zeit jede Menge Messerstechereien in Hamburg, wodurch ich auf die Morde kam, die stattfanden.

A. Z.: War sie von Anfang an als Trilogie geplant?

A-K. K.: Tatsächlich nicht, aber mein Verleger merkte relativ zu Anfang schon an, dass es noch viele ungeklärte Fragen in Band 1 gab, wodurch mir selbst klar wurde, dass ich noch viel mehr erzählen könnte. Und schon wuchs es zur Trilogie an.

A. Z.: Der totalitäre Überwachungsstaat und die staatliche Verfolgung der sogenannten „Seelenlosen“ hat mich persönlich schon auf den ersten Seiten an den Faschismus in Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts erinnert. Ist dies von Ihnen beabsichtigt gewesen? Oder haben Sie eher andere Missstände in der Welt dazu angeregt?

A-K. K.: Die Verfolgung der Seelenlosen ist eine Andeutung auf vieles, was ich täglich erlebe. Ich habe bei der Entstehung weniger an die großen Dimensionen gedacht, in der ganze Völker aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Lebensart verfolgt werden, sondern vielmehr an die kleinen Momente im Alltag. Wenn jemand ausgegrenzt wird, weil derjenige „anders“ ist. Vielleicht ruhiger, vielleicht nicht so offen oder einfach nur anders im Denken. Gerade im Fandombereich wird man häufig schief angesehen, wenn man mit jemandem versucht über Doctor Who zu reden, der die Serie nicht mal kennt. Ich selbst merke dann häufig, wie ich mich „vernerde“, während die andere Seite sich immer weiter zurückzieht und mir den Stempel „merkwürdig“ auf die Stirn schreibt.

A. Z.: Sie sind oft zu Gast auf Phantastik- und Rollenspiel-Conventions sowie Buchmessen. Was war die bisher schönste oder beste Lesung für Sie?

A-K. K.: Die beste Lesung hatte ich letztes Jahr auf der BuCon, als ich vor ausverkauftem Haus saß und tatsächlich noch einige kamen und sich hinstellten, um mir zuzuhören. Sie sind tatsächlich stehen geblieben! Das passiert sonst nur bei den ganz großen Namen, aber dort ist es mir auch passiert.

A.Z.: Wie ist Ihr Verhältnis zu anderen Phantastik-Autorinnen und Autoren, also KollegInnen?

A-K. K.: Herzlich und äußerst familiär. Ich kenne fast jeden Autor in der Phantastikbranche und wen ich bisher noch nicht kennengelernt habe, den lerne ich sicher in den nächsten Jahren kennen. Ich bin ein sehr herzlichen, fröhlicher Mensch und dank meines grünen Kleides auch leicht wiederzufinden. ;)

A.Z.: Haben Sie eigentlich damit gerechnet, den Deutschen Phantastik Preis zu gewinnen? Und wie haben Sie darauf reagiert?

A-K. K.: Nein, niemals. Ich war absolut überwältigt in der Sekunde, als mein Name aufgerufen wurde. Und dann dieser Jubel. Der ganze Saal hat sich mit mir gefreut, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe.

A.Z.: Sie sind auch als Übersetzerin tätig für englischsprachige Belletristik. Werden Sie Ihre Trilogie auch ins Englische übersetzen, falls sich die Chance ergibt auf eine Vermarktung im englischsprachigen Raum?

A-K. K.: Das traue ich mir tatsächlich nicht zu. Englisch ist leider nicht meine Muttersprache und auch wenn ich mir zutraue vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen, ist es andersherum noch etwas ganz anderes. Ich hätte allerdings nichts dagegen, wenn sich ausländische Verlage für die Phoenix-Reihe interessieren würden. ;)

A. Z.: Wenn Ihnen das Schreiben, Übersetzen und anderes Zeit lässt, lesen Sie dann selbst gern? Und wenn ja, welche/s Genre/s?

A-K. K. Ich lese wahnsinnig gerne, komme aber leider längst nicht mehr so viel dazu, wie ich es gerne würde. Mein Regal mit ungelesenen Büchern wächst auch sehr zum Leidwesen meines Mannes stetig an. Aber irgendwann habe ich jede Menge Zeit zum Lesen, dann wird das in Angriff genommen.

A. Z.: Wann und wo findet Ihre nächste Lesung statt?

A-K. K.: Die nächste Lesung findet in Hamburg am 6.9. im Kulturschloss Wandsbek statt. Im Anschluss lese ich auf der BuCon in Dreieich-Sprendlingen um 15 Uhr. Auf meiner Homepage www.ann-kathrinkarschnick.de kann man auch jederzeit die aktuellen Leseplanungen nachlesen.

A.Z: Frau Karschnick, vielen Dank für das Interview.

A-K. K.: Vielen Dank für die tollen Fragen.

„Phoenix – Tochter der Asche“
von Ann-Kathrin Karschnik
Papierverzierer dark edition
ISBN: 9783944544502

Die Website der Autorin:
http://www.ann-kathrinkarschnick.de

3. Jardin de Belle Epoque

Weiter geht es mit unseren aktuellen Serie Steampunk und Picknicks, alle bisherigen Beiträgen finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick.


 

Das Wetter hatte ein Einsehen mit dem fast schon traditionellen Picknick „Jardin de Belle Époque“ im Friedenspark, Köln, Freitag, 24.Juli. Seit drei Jahren veranstalten Natalia Le Fay und Oh, Marisha das dunkelromantische Zusammentreffen am Nachmittag vor dem Amphi Festival.Jardin de Belle Epoque-1

Ab 15.00 Uhr kamen die gewandeten Gäste auf der Wiese an den Katakomben zusammen. Dress-Code war Rokoko, Barock, Viktorianisch, Steampunk, Classic und Elegant Lolita Elegant Goth oder einfach schicke Picknickgarderobe. Es war ein dunkelbuntes Volk, was sich da zusammen fand.

Jardin de Belle Epoque-4Natürlich wurde viel gequatscht, gegessen und getrunken, aber auch anderweitig konnte man sich die Zeit vertreiben:

So gab es zum Beispiel ein Kricketset zum bespielen und die Belgische Tea Duelling Society lud zum Tee Duell ein.

Jardin de Belle Epoque-3Jardin de Belle Epoque-2

Nebenher wurde natürlich auch der Friedenspark als Fotokulisse genutzt und die anwesenden Fotografen kamen ebenso auf ihre Kosten, wie die fotoaffineren der Gäste. Geknipst wurde hauptsächlich ein wenig abseits der Picknickdecken, sodass man hier mehr oder weniger ungestört das Beisammensein genießen konnte.

Gegen Ende wurde natürlich noch ein obligatorisches Gruppenfoto geschossen, bei dem sich zeigte, wie bunt und groß die Varianz der Gäste war.

Gruppenfoto

© André M. Hünseler | thinkingpixels.com

Wir freuen uns schon auf die Wiederholung, denn der Jardin de Belle Epoque findet auf großen Wunsch hin nicht mehr nur zum Amphi statt, nähere Informationen findet man zeitnah zum neuen Termin auf der Facebookseite der Veranstaltung.


Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal
  4. Amalia Zeichnerin: 3. Hamburger Steampunk Picknick – indoor
  5.  AyraLeona: Jardin de Belle Epoque

3. Hamburger Steampunk Picknick - indoor

Ein weiterer Beitrag zu unserer aktuellen Serie Steampunk und Picknicks, diesmal von unserer brandneuen Autorin: Amalia Zeichnerin.

Alle bisherigen Beiträgen finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick.


 

Wir, zwei Hamburger Steampunks, hatten in diesem Jahr zum dritten Mal eingeladen zu einem Steampunk Picknick an einem Juli-Sonntag im Hamburger Stadtpark.

Am Tage zuvor gab es übrigens das Schwarze Picknick Hamburg im Jenisch Park, eine Zusammenkunft für Gothics mit schwarzem und/oder historischem Dresscode, bereits zum vierten Mal. Auch dort sind Steampunks gern gesehene Gäste.

Nun ist in der Hansestadt Hamburg immer mal wieder mit Regen zu rechnen – leider keine idealen Voraussetzungen für stilvolle Picknicks mit Kostümen.
Am Samstagmorgen entschieden wir uns daher aufgrund der hohen Regenwahrscheinlichkeit am Sonntag recht kurzfristig für Plan B: Ein Indoor-Picknick in der Mehrzweckhalle einer freikirchlichen Gemeinde. Also tippten wir uns die Finger wund und informierten rasch im Rauchersalon, bei Facebook und per Mail alle Interessenten über die geänderte Location.
Von rund hundert angemeldeten Gästen erschienen dann immerhin noch circa sechzig, die sich auch von Regen und einem improvisierten Picknick mit Tischen und Stühlen in einer Halle nicht abhalten ließen. Steampunk ist eben das, was du draus machst…

Foto: Marie von Wolfshagen

Foto: Marie von Wolfshagen

Für Abwechslung sorgten Billard und ein Kicker-Tisch, auch gab es musikalische Untermalung mit Klavier und Gitarre.

Der „Bremer Zirkel“ war wieder durch mehrere Mitglieder vertreten. Mit selbstgebackenen Tee-Duell-Keksen – hergestellt mit Godric von Narugards selbstgebauter Backform – brachten sie diese Erfindung englischer Steampunks anderen Gästen näher.

Tee-Duell Kekse, Foto von Amalia Zeichnerin

Tee-Duell Kekse, Foto von Amalia Zeichnerin

Auch einige Reenacter waren zu Gast. Diese konnten hier unter den Steampunks einmal von der strengen Authentizität Abstand nehmen, die sonst bei ihren historischen Kostümen gefragt ist, wie die Künstlerin Leona di Colori mir erklärte.

Im Vorfeld des Picknicks brachte einer unserer Gäste die schöne, zum Gespräch einladende Idee eines Tauschbuffets ins Spiel, das es auch auf dem Steampunk-Picknick im Rahmen des WGT Leipzig gab.
Viele Speisen für das Tauschbuffet waren so liebevoll gestaltet, dass sie fast zu schön zum Essen waren, darunter etwa ein exquisiter Kuchen mit Zahnrädern aus golden gefärbtem Fondant und diese Beiträge aus Obst und Gemüse:

Beitrag zum Tauschbuffet, Foto von Rhys Mac Gearloose

Beitrag zum Tauschbuffet, Foto von Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Das Picknick wurde auch beehrt von einigen Mitgliedern der Steampunk-Band Drachenflug. Sie organisieren seit mehreren Jahren das norddeutsche Steampunk Festival „Aethercircus“ und andere steampunkige Veranstaltungen.

Und was wäre ein Steampunk Picknick ohne das obligatorische Gruppenbild?

Gruppenbild, Foto: Moritz Klabes

Gruppenbild, Foto: Moritz Klabes

Sehen Sie genau hin…dann werden Sie auf unserem Gruppenbild sogar zwei intergalaktische Zeitreisende finden.

Auch wenn alles recht kurzfristig improvisiert war, dürfen wir dieses Indoor-Picknick und Steampunk Treffen nach vielen positiven Rückmeldungen der Gäste doch als eine gelungene Veranstaltung bezeichnen.

Wir hoffen allerdings, im kommenden Jahr wieder bei Sonnenschein im Park zu einem „echten“ Picknick einladen zu können.


Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal
  4. Amalia Zeichnerin: 3. Hamburger Steampunk Picknick – indoor

„Schmetterlingsbeute“ – ein Steampunk-Krimi-Livehörspiel von Marco Ansing mit Vernissage & Kunstauktion

Die stadtbekannte Diebin Madame Papillon hat es auf ein geheimnisumwittertes Gemälde der Künstlerin Amalia Zeichnerin abgesehen. Kann der Journalist Johann Alexander Krieger den Diebstahl verhindern?

Am 18. Juli 2015 fand in Hamburg eine Veranstaltung statt, die mehrere Kunstformen zusammenbrachte: Krimiliteratur, Hörspiel, Schauspiel und angewandte Kunst.

Marco Ansing, Foto von George H Peters

Marco Ansing, Foto von George H Peters

Autor Marco Ansing (siehe auch Die Letzte Instanz – ein Livehörspiel) schreibt schon seit einiger Zeit Steampunk Kurzgeschichten über  den gerissenen und gewitzten Reporter Johann Alexander Krieger vom fiktiven „Hamburger Hanseboten“.  Diese Serie hat er nun fortgesetzt mit der Geschichte „Schmetterlingsbeute“, welche er für die Bühne adaptierte.

Dafür hat sich Ansing außerdem inspirieren lassen von den beiden Steampunk Personas „Amalia Zeichnerin“ und „Sir Elias Ashton“. Beide tauchten bereits in einem früheren seiner Livehörspiele auf, das in fiktiver Weise vom Aethercircus Festival handelte.

Was ist eigentlich ein Live-Hörspiel?
Bekannt wurden etwa die Live-Produktionen der „Drei Fragezeichen“. Im Live-Hörspiel wird der Text anders als bei einem Schauspiel nicht auswendig vorgetragen, sondern lebendig vorgelesen, untermalt von Mimik und Gestik. Außerdem werden passende Sounds eingespielt, zum Beispiel das Klappern einer Schreibmaschinentastatur in einer Zeitungsredaktion oder das Ticken einer Standuhr. Marco Ansings Mitstreiter verwenden dabei auch allerhand Requisiten, damit klar wird, welche Rolle gerade gelesen wird. In „Schmetterlingsbeute“ stellte Schauspieler und Sprecher Thorsten Schneider den Kommissar Schmittke mit einer Pickelhaube dar, während der Adlige Sir Ashton mit einem Spazierstock herumfuchteln durfte.
Auch das Publikum wurde miteinbezogen und durfte Geräusche machen  – in einer Gefängnisszene beispielsweise war „anzügliches Gröhlen“ gefordert, dem die Zuschauer dann lautstark Ausdruck verliehen.

Bei manchen von Ansings Live-Hörspielen darf das Publikum sogar per Applaus abstimmen, welchen Weg die Helden wählen sollen im weiteren Handlungsverlauf.

Bei der Uraufführung von „Schmetterlingsbeute“ im originellen Eppendorfer Café „Jussi – Mein skandinavisches Krimibuchcafé“ kam eine andere Form der Interaktion zum Tragen: Die im Hörspiel beschriebene Kunstauktion wurde auch real durchgeführt mit dem anwesenden Publikum. Marco Ansing und Thorsten Schneider überboten sich beide gegenseitig auf komödiantisch-überzogene Weise darin, die zu versteigernden Steampunk-Werke und Portrait-Gutscheine von Amalia Zeichnerin anzupreisen – und waren damit sehr erfolgreich, denn sie brachten fünf Werke unter den Hammer.

Amalia Zeichnerin, Foto von Linde Abschinski

Amalia Zeichnerin, Foto von Linde Abschinski

Das im Livehörspiel hervorgehobene Gemälde „Mann mit Maschinenrucksack“ (auch „Steampunk Ball“ genannt, siehe Abbildung) wurde ursprünglich 2013 von Amalia Zeichnerin gemalt und auf dem Aethercircus Festival ausgestellt.
Marco Ansing beschrieb das Werk nun in seinem Hörspiel auf  detaillierte Weise und ließ es von einer der Figuren gar bis ins Kleinste feingeistig interpretieren.

Steampunk Ball von Amalia Zeichnerin

Steampunk Ball von Amalia Zeichnerin

„Schmetterlingsbeute“ entpuppte sich als unterhaltsamer Kunst-Krimi, in dem auch – passend zum Steampunk-Genre – ein verrückter Wissenschaftler noch eine tragende Rolle spielen sollte.

Passend dazu wurde auch ein Gemälde mit dem Titel „Für die Wissenschaft!“ versteigert, zu dem die Künstlerin auf der Auktion folgendes erzählte:

Hier sehen Sie den mehrfach ausgezeichnete Prof. Dr. Dr. Wilhelm Heisenfeldt und seinen Assistent Eugen bei der Erforschung der Gehirnperforationexplorationssynthese mittels Heisenfeldtiumhydroxit unter Zuhilfenahme eines von Nikola Tesla entwickelten elektrischen Gerätes.

Für die Wissenschaft! von Amalia Zeichnerin

Für die Wissenschaft! von Amalia Zeichnerin

Übrigens befanden sich im Publikum des Livehörspiels auch mehrere Stammgäste des Krimibuchcafés, die bisher mit Steampunk noch nicht in Berührung gekommen waren – so dass Ansing eine kleine Einführung ins Thema vorwegschickte. Nach viel Gelächter und positivem Feedback aus dem Publikum konnten alle Beteiligten diese einmalige Veranstaltung als gelungen betrachten.

Wer neugierig geworden ist auf  die Abenteuer vom Reporter Johann Alexander Krieger, kann eines davon – mit dem Titel „Volldampf zu den Sternen“ – nachlesen in der Steampunk Anthologie „Voll Dampf“ des Amrun Verlages, herausgegeben von Ingo Schulze und André Skora.

Mehr über Marco Ansing im Aether: http://www.marco-ansing.de/

Mehr über Amalia Zeichnerin: http://www.silestin.de/

Mythbuster fordert Werkunterricht

Wir alle kennen die „Mythbusters“. Die Fernsehsendung, die urbane Mythen mit praktischen Experimenten und theoretischen Unterbau so wissenschaftlich wie eben möglich bestätigt oder zum platzen bringt.

Adam Savage, einer der Gastgeber der Show, hat sich in der amerikanischen DIY und Makerszene schon lange einen Namen gemacht und hier untermauert er mal wieder, warum:

STEM, the acronym for science, technology, engineering and math should be STEAM, because you need art in there to complete education

Ich neige nicht, dazu, ihm zu widersprechen, vor allem nicht bei der Abkürzung! :)

http://www.intellectualtakeout.org/blog/mythbusters-star-argues-schools-should-bring-back-shop-class

 

Steamtown - Das Buch

Wir haben schon begeistert über Steamtown berichtet ( hier und hier ), als es eine noch ein Fortsetzungsroman in den Weiten des Internets war.

Carsten Steenbergen und T.S. Orgel haben zusammen verteilt über ein gutes halbes Jahr eine wunderbare Geschichte erschaffen, die nun seit einigen Wochen beim Papierverzierer Verlag endlich als echtes Buch zu haben ist.

Ich gebe zu, ich hatte bisher noch keine Zeit, es zu lesen ( nicht, der Inhalt unbekannt wäre ), aber das Buch macht einen sehr wertigen Eindruck. Softcoverbindung mit Infos zum Ausklappen und hochwertigem Farbdruck. Robustes Papier und gut lesbare Schrift. Hervorragend, so gefallen Bücher!

Und hier gibt es das gute Stück

Steamtown1

 

 

 

 

 

4. Viktorianisches Picknick in Wuppertal

Wir setzen unsere Gastbeitragsreihe zum Thema Steampunks und Picknicks fort und dürfen als heutigen Gastbeitragschreiber Miss Lola Wellington begrüßen.

Alle Beiträge der Reihe finden Sie unter dem Schlagwort: Serie: Picknick


Miss Lola Wellington 2014Lola Wellington  lud zum 4. Viktorianischen Picknick in Wuppertal

Am 28. Juni lud die Künstlerin Nicole Paul alias Lola Wellington von Nici’s ART zum 4. Viktorianischen Picknick ein. Die Gäste kamen zu Hauf. Eine Kleiderordnung in Viktorianisch, Steampunk, Barock, Lolita oder Edelgothic waren Voraussetzung.

Nachdem wir drei Jahre auf der wunderschönen Isenburg in Hattingen gepicknickt hatten, trafen wir uns diesmal in Wuppertal Barmen und gingen gemeinsam in den historischen Vorwerkpark Anno 1907.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 034Um 14:30 Uhr trafen sich am Tölleturm etwas über 100 Damen und Herren  in wunderbaren Kleidern und Anzügen im Stil des Viktorianischen Zeitalters, darunter Steampunker, Lolita-Ladies und Edelgoten, die ihre leckeren, meist extra zubereiteten Köstlichkeiten inklusive Picknickinventar über einen kurzen Abstieg durch ein Wäldchen bis hin zur Picknickwiese in den Vorwerkpark trugen.
Die Temperaturen waren optimal und hielten sich bei ca. 21 C Grad, es war leicht bedeckt, so dass die Sonne uns nicht gleich verbrannte. Herrliches Kaiserwetter für eine solche Veranstaltung.
Es wurden Picknickdecken ausgebreitet, Tischlein aufgestellt, Omas elegantes Sonntagsgedeck ausgepackt, Speisen und Getränke angerichtet, sogar ein Pavillon aufgebaut und ein Kofferplattenspieler angeschmissen.
Die Gäste sind in ihre Kreativität und detailtreue einfach wunderbar, denn sogar ein den sportlichen Zeitvertreib wurde gedacht: Krocket. Ein typisch englischer Sport, der sich auch schon im 19. Jh. großer Beliebtheit erfreute, so auch bei den Gästen des Viktorianischen Picknicks. Es wurde fleißig nach den originalen Regeln gespielt.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 027Nachdem sich herzlich begrüßt wurden, neue Bekanntschaften geschlossen und die ersten Fotos im Kasten waren, ging man zum Probieren der Getränke und Speisen über.
Später lud der Park, mit seinen versteckten Örtchen, exotischen Bäumen, Rhododendronbüschen, dem mystischen Steinbruch und den kleinen Seen zum Spazierengehen und Fotografieren ein.
Im Laufe des Nachmittages wurden wunderbare, interessante Gespräche geführt, Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht, Krocket gespielt, gezeichnet, fotografiert und viel gelacht.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 051 4. Viktorianisches Pickenick 2015 026 4. Viktorianisches Pickenick 2015 010 4. Viktorianisches Pickenick 2015 003

Natürlich blieb die illustre Gesellschaft den Sonntagsbesuchern des Parks sowie den Anwohnern nicht unentdeckt. Rege und nur positive Resonanz wurde uns entgegen gebracht. Spaziergänger waren bereit ihr lieben Jagdhunde den Damen mit den passenden Kleider für ein Foto auszuleihen, ließen sich Kontaktdaten notieren und knipsten natürlich auch ein Erinnerungsfoto mit den Picknickgästen.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 053

Nach so einem wunderbaren Nachmittag mit interessanten Gesprächen, neuen Bekanntschaften und herzlichen Menschen wird dieses Picknick nicht das Letzte gewesen sein. Man munkelt, es werde vielleicht sogar diesem Jahr noch ein Weiteres geben. Ich werde meine Gäste über meine Seite Nici’s ART auf dem Laufenden halten.

Herzlichst,
Nici Paul alias Lola Wellington

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Wir bedanken uns für diesen wunderbaren Einblick!

Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal

 

2. Nordbadisches Steampunk-Picknick

Wir beginnen nun mit der angekündigten Serie über Steampunk-Picknicks. Als erstes darf ich Herrn Baron Peter von Heim als Gastautoren begrüßen. Genießen Sie nun seinen Bericht des 2. Nordbadischen Steampunk-Picknicks:


Bereits zum zweiten Male lud die Großherzoglich Badische Luftschiff-Marine unter der Schirmherrschaft von Baron Peter von Heim am Sonntag, den 21. Juno 2015 zum Nordbadischen Steampunk-Picknick in den Schlossgarten nach Karlsruhe. Für alle bereits am Vorabend angereisten gab es einen kleinen Umtrunk am Samstagabend.
Angespornt durch den großen Erfolg des Vorjahrespicknicks, bei dem trotz anfänglich fürchterlichen Regenwetters immerhin 66 Gäste erschienen waren, hatte die Luftschiff-Marine schon früh im Jahr beschlossen, dieses Event zu wiederholen und damit eine schöne neue Tradition zu beginnen.

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Herr Baron von Heim, Photo: Silke Grehling

Bereits zum kleinen Vorabendumtrunk versammelten sich 30 gutgelaunte Steampunks aus fast ganz Deutschland und der Schweiz, um bei einer gutbürgerlichen Mahlzeit und gutem, hausgebrautem badischen Bier in der schönen Schwarzbrennerstube im Badisch Brauhaus in Karlsruhe. Einige der Gäste hatten nahezu 50 badische Meilen (oder 400 Kilometer) des Weges auf sich genommen, nur um an Abendveranstaltung und Picknick teilnehmen zu können! Die Veranstalter waren ob dieser großen Ehre wohlbegeistert! Mit dem Fortschreiten der Zeit förderte das angenehm warme Wetter deutlich den Getränkeumsatz, und es wurde ein sehr lustiger Abend. Die letzten Besucher verließen das Gasthaus wohl gut nach Mitternacht.

Der Sonntagmorgen verhieß wie bereits im Vorjahr keinen Sonnenschein, aber auch in diesem Jahr hatten die Wettergötter ein Einsehen. Bereits eine halbe Stunde vor der Zeit versammelten sich viele gutgelaunte Steampunks am Schloss in Karlsruhe, um nach dem obligatorischen Gruppenphoto gemeinsam zu Picknickplatz in den Schlossgarten zu spazieren. Alsbald rissen die Wolken auf, und die pittoresk von Bäumen und Büschen umstandene Picknickwiese wurde in goldenes Sonnenlicht getaucht. Einige Nachzügler, die von der unglücklichen Verkehrssituation in und um Karlsruhe aufgehalten worden waren, stießen zu den Feiernden hinzu, sodass bald über 100 Köpfe gezählt wurden.

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Photo: Herbert Mau

Wie immer wurde viel geplaudert und viel gelacht. Mannigfaltige Speisen und Getränke wurden auf den Picknickdecken und Tischchen aufgebaut, und wie bereits im Jahr zuvor wurde viel von den Köstlichkeiten hin- und her getauscht und gegenseitig von den Köstlichkeiten probiert. Einige der Teilnehmer hatten sich gar die Mühe gemacht, warme Speisen mitzubringen!

Besonders beeindruckend war natürlich auch die vielfältige und überaus einfallsreiche Gewandung der Picknickgäste! Alle hatten sich sehr große Mühen gegeben und waren in ihren schönsten Kleidern erschienen, auf dass es eine Freude für das Auge war. Man sah ausladende Kleider, wunderbare Gehröcke, phantastischen Schmuck und phantasievolle Kopfbedeckungen.

Der Nachmittag wurde aber nicht nur mit Völlerei und Plauderei verbracht, es gab auch sportliche Betätigung unter der Leitung von Zedena von Tharendt, die einige der Teilnehmenden mit einem Tualoop-Spiel auf Zack hielt. Währenddessen las Peter von Heim, unterstützt von Freya von Senser, ein überaus anrührendes Kapitel aus seinem 2016 erscheinenden Erstlingswerk über Zwergschlammelfen. Es wurde von den Zuhörern mit großer Anteilname aufgenommen. Es folgte eine Darbietung auf Raphaelius Alva Grußers Dampfhornspieolofon und die Vorstellung des ferngesteuerten Kleinstluftschiffes „Heliominerva“, ebenfalls aus den Grußer’schen Werkstätten.

Einer weiteren Tradition folgend begleitete Thaddäus von Senser einige Gäste auf einer Fahrt mit dem Schlossgartenbähnle, das wie an jedem Sommersonntag von der treuen Dampflokomotive „Greif“ gezogen wird.
Kurz bevor der Nachmittag in Ruhe ausklingen konnte, wurde das illustre Treiben den Wettergottheiten dann wohl doch zu viel, und sie beendeten die Veranstaltung durch Herabschicken eines Regenschauers.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, die allen Beteiligten wohl recht große Freude breitete. Peter von Heim kündigte auf Nachfrage bereits an, dass für das Jahr 2016 bereits die dritte Auflage des Picknicks in Planung ist.


 

Wir danken für diesen Einblick zum Picknick in Karlsruhe! Weitere Picknick-Impressionen erwarten Sie Ende der Woche. Alle Beiträge der Serie finden sich unter dem Schlagwort Serie: Picknick.

Möchten auch Sie einen Gastbeitrag zum Thema Steampunk Picknick oder einem anderen Steampunk releanten Thema verfassen? Kommentieren Sie hier oder schicken Sie eine Aetherpost an clarawirz [at] clockworker.de

Steampunks und Picknicks

Source: LovedayLemon auf FlickR

Steampunks scheinen eine Affinität zum Picknicken zu haben. Zahlreiche Events ebenjener Verspeisung in steampunkiger Garderobe tauchen im Salonkalender und direkt hier auf.

Kein Wunder eigentlich, kam doch das Picknicken zur Zeit Viktorias erst so richtig in Mode. Auch der vollausgestattete Picknick-Korb fällt in seiner Entstehung ins 19. Jahrhundert.

Damals gehörte auch Tee eindeutig mit zum Essen und ohne Thermoskanne musste dann eben vor Ort zubereitet werden.

Heute bezeichnet man als ein Picknick, bei dem jeder sein Essen selbst mitbringt als Potluck. Wobei das wohl den wenigsten bekannt ist und man auch hier mit der Bezeichnung Picknick ganz gut fährt.

Diese kommt übrigens von französisch „piquer“ für etwas „aufpicken, aufnehmen“ und „niquer“ für „Kleinigkeit“. (Achtung! „niquer“ wird in der heutigen französischen Umgangssprache für den Beischlafschlaf verwendet.)

Steampunk haben jedenfalls vielfach Gefallen gefunden am gemeinsamen Speisen im Freien und zahlreiche Veranstaltungen finden in diesem Rahmen statt.
In den kommendne Tagen möchten wir von einigen berichten und einige ankündigen.

11. Amphi-Festival in Köln - Neue Location - VVK ausverkauft

promo2015Der Sommer ist endlich angekommen und passend dazu startet auch der Clockworker bald in die Sommer Festival Saison und wird euch berichtet, was in Sachen Steampunk so los ist.

Am 25. und 26. Juli (also schon in zwei Wochen!) findet zum 11. Mal das Amphi Festival in Köln statt. In diesem Jahr zieht die Veranstaltung vom Tanzbrunnen wenige Meter weiter in die Lanxessarena und den eigens geschaffenen Amphi Eventpark.

Auf zwei Outdoorbühnen und in der Arena findet ein vielfältiges Programm aus Konzerten, Theater und Lesungen statt. Daneben wird natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt (der Veranstalter verspricht gesunkene Getränkepreise im Vergleich zum Vorjahr und mehr Auswahl, insbesondere auch an vegetarischen Speisen) und auch die Shoppinggelüste des schwarz-bunten Volkes werden befriedigt werden können.

Das Line-up mit über 45 bestätigten Künstlern ist so umfangreich, wie noch nie:

AND ONE

VNV NATION

FRONT 242 – THE MISSION  – DIARY OF DREAMS – OOMPH! – DAF

COMBICHRIST – GOETHES ERBEN – AGONOIZE – THE BIRTHDAY MASSACRE

SAMSAS TRAUM – WELLE:ERDBALL – THE CRÜXSHADOWS  –  [:SITD:]

DAS ICH – WESSELSKY – ZERAPHINE – NEUROTICFISH – DIORAMA – S.P.O.C.K

STAHLMANN – [X]-RX – QNTAL – ROME – RABIA SORDA – THE CREEPSHOW

INKUBUS SUKKUBUS – LEBANON HANOVER – CENTHRON – PATENBRIGADE: WOLFF

DARKHAUS – SCHÖNGEIST – HENRIC DE LA COUR – DER TOD (DEATH COMEDY)

CHROM – DER FLUCH – FOLK NOIR – EUZEN – SONJA KRAUSHOFER – ÆON SABLE

THE DEVIL & THE UNIVERSE – POKÆMON REAKTOR – ALEXANDER KASCHTE

CHRISTIAN VON ASTER + Rahmenprogramm

Moderation: DR. MARK BENECKE | DER TOD

Einen kleinen Einblick könnt ihr hier bekommen:

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Auch wenn keine davon „Steampunk“ schreit, werden bestimmt wieder viele Besucher und auch Händler zur sepiafarbenen Subkultur gehören. Bereits in den vergangenen Jahren  konnten wir uns vor Ort umsehen und unsere Eindrücke hier dokumentieren (siehe Berichte 201120122013).

Es heißt also wieder einmal: Auf nach Köln!

Wer noch keine Tickets hat, sollte sich beeilen, denn das Vorverkaufskontingent ist bereits erschöpft. Aktuell kann man noch Wochenend- und Tagestickets zum Tageskassenpreis reservieren lassen. Die neue Location lockt und das Amphi ist auf dem besten Wege ausverkauft zu sein!

Alle Informationen zu Tickets, Übernachtung, Anfahrt und Co findet ihr auf der Amphi Homepage www.amphi-festival.de

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Übrigens: Am Freitag vor dem Amphi findet im Friedenspark der Jardin de Belle Epoque statt, ein historisches Picknick für Rokoko, Viktorianisch, Steampunk und Lolita Begeisterte von Marisha und Natala Le Fay.

„Steampunk, Die Erben Jules Vernes“

An diesem Wochenende erscheint ein neues Steampunk Buch mit obigem Titel. Ich hatte das Vergnügen, das Buch bereits zu lesen und der Franzis Verlag hat mich gebeten meine Meinung über das Buch kund zu tun. Hier ist sie also, meine Meinung:

„Steampunk

Die Erben Jules Vernes“

Anders als der Titel des Buches vermuten lässt, ist dieses Buch in erster Linie eines:

Ein Buch von Dan Aetherman über Dan Aetherman.

Steampunk außerhalb seines „Steampunkuniversums“ findet, zumindest in diesem Buch, nur als Randerscheinung statt. Das zumindest suggeriert das Buch beim ersten, flüchtigen Durchsehen. Befasst man sich näher mit dem Werk, so vertieft sich der Eindruck. Die Anderen, im Buch erwähnten Künstler, tauchen als Beiwerk, oder besser noch als Rahmen auf, um dem Meister die Bühne zu bereiten.

Hat der Leser dies einmal verinnerlicht, so erschließt sich das Buch jedoch als Gesamtkunstwerk eben über Dan Aetherrman aka „Der Chocolatist“, der in seinem Buch, die von ihm erschaffenen Werke, meisterlich ins Licht zu setzen versteht.

Dabei gibt Dan Aetherman eine Einführung in das Genre Steampunk und die Ursprünge, stellt seine „Steampunk Friends“ vor und schwenkt dann zu sich, seinen Werken und Ideen.

Wie ein roter Faden zieht sich die Handschrift Dan Aethermans durch seine Kreationen. Die Kombination von Hightechelementen und historischer Technik gibt seinen Geräten und Gadgets einen ganz eigenen Charme, machen sie absolut einmalig und besonders.

Anders als beim „Functional Steampunk (1)“ kombiniert Dan Aetherman gekonnt nicht funktionale Elemente mit funktionalen Bauteilen. Die so entstandenen Geräte lassen verharren und bieten weiten Spielraum für die Phantasie und regen zum Nachdenken an.

Im Anhang verfährt der Meister dann nach alter Steampunk Tradition und öffnet seine Werkstatt verrät Tricks und plaudert, teilweise sehr detailliert, über die Entstehung seiner Werke. Auch wird im Rahmen eines ausführlichen Tutorials der Selbstbau eines Steampunk USB – Sticks beschrieben.

 

Fazit: Ein gelungenes Buch mit leider irreführendem Titel.

 

Als Titel hätte,

„Dan Aetherman

Einer der Erben Jules Vernes“

besser gepasst.

 

Das Buch erscheint im Franzis Verlag ISBN-13: 978-3645603812

Und kostet 39,95, das e-Book ist für 29,95 zu haben.

 

Dan Aetherman  wird am Samstag und am Sonntag um 14.30 auf der Maker World in Friedrichshafen signieren. Halle A5, Stand 200. Man kann das Buch direkt vor Ort kaufen und dann signieren lassen.

 

(1) Functional Steampunk, hier habe alle verbauten Teile am Gerät eine Funktion und sind nicht allein schmückendes Beiwerk.

Tales of Nebelheym - Chapter 1: A Wanderer's Heart

Viel zu lange liegt es schon auf meinem Schreibtisch, „A Wanderer’s Heart“. Das erste komplette Album der Stuttgarter Band Tales of Nebelheym. Wir berichteten bereits über sie und ließen uns beantworten, warum sie ihre Musik in das Steampunk Genre einordnen. Die Antwort gibt aber am besten die Musik selbst. Doch dazu später.

Auf meinem Tisch liegt CD im klassischen Digipack mit vierzehnseitigem Booklet, welches alle Liedtexte und eine kleine Einleitung in die Welt von Nebelheym enthält. Auffallend symphatisch ist die gesamte Gestaltung und die Zeichnungen der CD, denn die stammen von Matse, dem Violinisten der Band.

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„A hundred years and more have passed since the strangers anchored on the coast of the port city of Barvak. Our lives to a decisive turn today. Their ships did not rely on the power of the wind and waves, they were driven by fire and steam. The technology that was given to us influenced our economy, our social lives, and even our music…“

So beginnt die Reise durch Nebelheym und seine Geschichte. Die Geschichte des „Wanderers“, der aufbricht, um die Welt als stiller Beobachter zu erkunden und nieder zu schreiben was er sieht, die „Tales of Nebelheym“. Eine Welt in der die Dampfkraft erst seit einiger Zeit Fuß gefaßt hat und noch nicht überall angekommen ist. Eine Welt, die sich im Umbruch befindet und in der sich ihre Bewohner erstmal mit den neuen technischen Errungenschaften vertraut machen müssen.

Sämtliche Lieder auf der CD sind handgemacht. Sowohl die Musik als auch die Texte stammen aus den Köpfen und Fingern der Bandmitglieder. Sie erzählen nicht nur von dampfenden Maschinen, drehenden Zahnrädern, oder wie verraucht alles ist, sondern sie erzählen Geschichten von Menschen und Städten, die der Wanderer auf seiner Reise trifft. Sie sind Teil einer Chronik, die noch weitergeschrieben werden muß.

An dieser Stelle möchte ich einen zwei Jahre alten Tweet der großartigen Künstlerin Unwoman ausgraben, denn genau diesem Wunsch haben „Tales of Nebelheym folge geleistet“

 


 
Vergleiche ich „A Wanderer’s Heart“ mit der Demo CD „Prequel“ hat sich nochmal einiges getan. Es kamen neue Gesangsparts hinzu und manche wurden erneut eingesungen. Alles klingt runder und solider. Die CD bekam nochmal einen ordentlich Mix-down und hat einiges an Qualität zugelegt. Man merkt, daß viel Arbeit darin steckt von Leuten die ihr Handwerk verstehen.

Auf der Platte hört man bis auf den E-Bass keine elektrischen Instrumente. Whistles, Violine, Gitarren, Purcussion und das Akkordeon sind alle „akkustisch“ und erzeugen trotzdem genug Druck, der einen feiern lassen kann ohne die E-Gitarre zu vermissen. Wie schon damals im Interview erwähnt, ist keiner der Musiker ein wirklich unbeschriebenes Blatt. Sie alle haben schon Erfahrung in anderen Bands gesammelt, was der Qualität der Musik durchaus zu Gute kommt. Ich persönlich sehe die Komposition der Lieder als eine der Stärken der Band an. Kein Lied klingt wie das andere, jedes ist auf seine Art und Weise markant. Man begnügt sich nicht mit simplen Strophe – Refrain Schemata sondern packt noch mindens mal Intro, Zwischenspiel und Outro dazu. Das gefällt.

Insgesamt finden wir auf der CD zwölf Lieder mit einer Gesamtlaufzeit von rund vierzig Minuten.

The Fiddler eröffnet die Platte und zeigt mit einem schnellen Reel erstmal, wohin die Reise geht… Nach vorne…

Warden of the City ist eine der Geschichten aus der Stadt. Der Alltag des Wächters, der auf seinem Turm steht und alles im Auge behält, während die Diebe versuchen, im zu entgehen.

Choices erzählt von einem jungen Mann, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich als Soldat in die Welt hinaus macht.

Der Sailorman’s Chant überzeugt einen Jungen, mit auf den Meeren zu segeln und den Wind im Gesicht zu spüren. Raise your glass! Hooray!

Come and Dance in der Kneipe, zwanzig Meilen von Landeron. Singen, trinken, tanzen und Geschichten erzählen.

Wanderer’s Heart erzählt die Geschichte des Wanderers selbst.

Thieves sind die, die der Warden of the City nicht erwischt. Unentdeckt durch die Nacht, raubend und mordend. Es werden nie weniger…

Fly away my dear… Der dampfbetriebene Kompass, der dem Wanderer auf seiner Erkundung immer wieder den Weg weist.

Shelter and Bane. Wenn eine Melodie der letzte Halt in einer Welt ist…

In Nebelheym’s Past singt der Wanderer von seiner Vergangenheit und seiner Zukunft.

Gimme some Beer genau wie der Fiddler gibt dieses Lied die Richtung vor… Geradeaus! Diesmal in die Taverne!

 

Alles in allem eine sehr gelungende CD. Ich weiß nicht, wie oft ich sie schon gehört habe, aber ich weiß werde es sicher noch öfter tun. Eine klare Empfehlung für Liebhaber von gut gemachter, folkiger Musik, die Geschichten zu erzählen hat.

Ich muß allerdings sagen, auch wenn mir die CD wirklich gut gefällt, ihren wahren Trumpf spielen „Tales of Nebelheym“ auf der Bühne aus. Sie sind einfach eine Band, die zwar im Studio überzeugt, aber auf der Bühne zu Hause ist.

Kaufen könnt ihr die CD direkt im Shop ihres Labels Pangalactic Records.

Ich freue mich jetzt schon auf die neue Platte und verspreche, nicht erst rund zehn Monate später darüber zu schreiben!

 

Steampunk auf der Kieler Woche?

Die Band La Frontera Victoriana, die sich selbst als erste Steam Rock Band Deutschlands bezeichnen, haben es ins Onlinevoting des NDR um den Titel „Schleswig-Holstein Hammer 2015″ geschafft.

Im Vorentscheid in der Stadthalle Neumünster haben sie es aus 30 Teilnehmern unter die ersten 17 geschafft, die sich noch bis zum 16. Juni 2015, 12.00Uhr dem Voting auf der Homepage des NDR stellen. Die 8 meistgewählten Bands, werden beim Hammer-Finale am 23. Juni auf der Kieler Woche auftreten und um den Titel „Schleswig-Holstein Hammer 2015″.

Unter der Startnummer 28 könnt ihr nun die Steampunk Rocker unterstützen und sie auf die NDR -Bühne der Kieler Woche bringen.

Mehr über die Band, die bereits seit 2004 Gigs spielt, erfahrt ihr auf ihrer Aetherpräsenz, im Gesichtsbuch oder auf Youtube.

La Frontera Victoriana

 

Steampunk Lesung in Markus Bücherkiste

Lesung-1

Autoren, Gastgeber und Stimmenleiher des Abends

Am Samstag, 30. Mai sollte in Markus Bücherkiste ein Steampunk Picknick mit Lesung von Anja Bagus, Thorsten Küper und Bernar Leston stattfinden. Das Wetter machte der Picknick-Planung jedoch einen Strich durch die Rechnung und so versammelte man sich stattdessen in der Bücherkiste selbst und wie der Name schon erahnen lässt, wurde es sehr kuschelig.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch und so lauschten die Gäste den Geschichte aus den Steampunkwelten der drei Autoren.

Als besonderes Schmankerl hatten diese sich dafür entschieden ihre Texte mit verteilten Rollen in szenischen Vorlesen vorzutragen, was den Erzählungen eine völlig neue Qualität verlieh.

Kulinarisch gut versorgt durch die Picknickpakete folgte man zweieinhalb Stunden Abenteuern von Monsterjägern, Untoten Armeen und Geheimnissen aus dem Aether.

Einen kleinen Eindruck vermag dieses Video denen geben, die dem wundervollen Abend nicht beiwohnen konnten, einige Ausschnitte aus den drei Lesungen:

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Weitere Eindrücke (in Wort und Bild) vermittelt der Bericht von Thorsten Küper und der von Markus Gersting.

Eine Wiederholung, diesmal aber wirklich mit Picknick, für das kommende Jahr ist bereits geplant und sollte unbedingt besucht werden!