Beachtenswert

Steam-phantastisches Adventswochenende 01. - 03. 12. 2017 im Ruhrgebiet

Im Ruhrpott wird der Advent dieses Jahr mit reichlich Steampunk eingeläutet. Gleich mehrere Festivitäten in Bochum, Herne und Witten aus dem Hause Funkelglanz Events & Booking stehen an, gekrönt von dem etwas anderen Indoor – Weihnachtsmarkt STEAMTROPOLIS – The Winter Fair am So. 03.12.2017 in der Werk-Stadt Witten. Und auch einen speziellen Tipp für Köln möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten.

Besucherinnen auf einer vergangenen Steamtropolis Veranstaltung © Peter Emmert

Wer sich an den beiden Tagen davor schon einmal á la Steampunk einstimmen möchte, dem bieten sich weitere mannigfaltige Möglichkeiten im Revier:

Freitag, 1.12. 2017
So begibt sich am Freitag, 01.12.2017 der Dortmunder Schauspieler Carsten Bülow im Kulturzentrum Herne im zeitgenössischen Kostüm als Charles Dickens auf eine spannende Vortragsreise, denn bereits im 10. Jahr liest und erzählt der populäre Rezitator CHARLES DICKENS: EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE, die viktorianische Erzählung rund um Ebeneezer Scrooge, der Famile Cratchit und den Geistern der Weihnacht.

Schauspieler Carsten Bülow © Funkelglanz Events

Wer es lieber musikalisch mag, kann am Freitag, 01. Dezember 2017 den Rockpalast der Matrix Bochum aufsuchen, dort geben sich unter anderem die Industrial Folk Band HELD DER ARBEIT sowie als Headliner PUNCH N JUDY im Rahmen des Crossover Folk Night die Ehre!

Doch auch der historische Weihnachtsmarkt in Köln hat am 01.12.2017 seine besonderen Reize, denn der 1. Steampunk Club Köln lädt zu einem Steampunk – Treffen in Gewandung ab 18 Uhr ein! Treffpunkt ist wieder am Reiterdenkmal Friedrich Wilhelm II, nach dem gemeinsamen Rundgang ist ein gemütlicher Abend im „The Copper Pot“ geplant.

Elisa Saha © Funkelglanz Events

Samstag, 02.12.2017
Nach diesem literarischen bzw. musikalischem Abend empfiehlt es sich, am Samstag gemütlich über den Weihnachtsmarkt Witten (mit Schlittschuhbahn) zu schlendern, denn 16 – 19 Uhr wird auf dem Marktplatz ein Steampunk – Bühnenprogramm geboten, dass auch schon erste Ausblicke auf die STEAMTROPOLIS am Folgetag bietet. Zu Gast on stage sind die viktorianische Bänkelsängerin Aelarin von Wannen, Schauspieler Roland von Rauxel mit einem Knigge-Quiz, Insanity in Perfektion mit einer retro-futuristischen Feuershow sowie Elisa Saha mit Steampunk Tribal Dance.

Insanity © Klebezettel Photography

 

Einige Eindrücke von einer vergangenen STEAMTROPOLIS Veranstaltung in Witten sehen Sie hier:
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Sonntag, 03.12.2017
Am Sonntag, 03. Dezember 2017 findet bereits zum dritten Mal der steam-phantastische Wintermarkt STEAMTROPOLIS – The Winter Fair INDOOR von 12 bis 18 Uhr in den luftig-hellen & beheizbaren Hallen der Werk°Stadt in Witten, direkt an der Stadtgrenze Bochum, statt.
Die vorweihnachtliche Anderswelt STEAMTROPOLIS ist erneut liebevoll mit Live-Musik, Lesungen, Workshops, Steampunk Marktgeschehen, einem Samt & Sonders-Krammarkt (Second Hand Trödelmarkt für Fantasy, Gothic, LARP, Mittelalter, Steampunk – Stand 3 Meter € 15,-, Vorabanmeldung notwendig) & vielen weiteren Amüsements für Groß & Klein bestückt worden. Musikalisch darf man sich auf Musik For The Kitchen („German Underground Acoustic Musik“ Meets Steampunk) und die Steampunk Bänkelsängerin Aelarin von Wannen freuen.

Aelarin von Wannen © Jörg Ewald

Übrigens hat auch der Weihnachtsmann für den 3.12. sein Erscheinen angekündigt und wird mit einigen Leckereien im Gepäck mit seinem Luftschiff (oder einem anderen Gefährt?) vor Ort in Witten landen…

© Funkelglanz Events

Alle Veranstaltungen im Überblick: https://www.facebook.com/Funkelglanz.Events/

Steamtropolis: http://steamtropolis.de/

Steampunk-Treffen Köln im Gesichtsbuch: https://www.facebook.com/events/790386057793814/

 

Rezension: Die Grüne Fee – Ausgabe 2: Neue Geschichten aus Eis und Dampf

Als ich an diesem Morgen meinen Briefkasten öffne, umspielt ein breites Lächeln voller Vorfreude mein Gesicht. Ich öffne den braunen unscheinbaren Postumschlag und entnehme ihm mit einer gewissen Neugier und Vorfreude mein Exemplar des zweiten Bandes „Die Grüne Fee – Geschichten aus Eis und Dampf“. Ich muss mich zugegeben ein wenig bremsen, die Neuerrungenschaft nicht gleich aufzuschlagen und darin zu stöbern.

Ein wenig mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Erfinder, Herausgeber und Autoren der „Günen Fee“ namentlich Mia Steingräber, Judith C. Vogt, Christian Vogt, sowie Tobias Rafael Junge, nicht nur die bis dato bestehende Fangemeinde von Judith und Christian Vogts literarischen Welt aus „Eis und Dampf“ mit der ersten Ausgabe des „Steampunk-Groschenheftes“, wie sie es selbst bezeichnen, gefangen nahmen. Die Sammlung von seinerzeit sechs Kurzgeschichten im Groschenromanformat nahm uns mit in eine alternative viktorianische Welt, geprägt durch eine mittlerweile 905 Jahre andauernde Eiszeit. Nicht nur den lebensfeindlichen Witterungen zum Trotz, denn es warten auch weitaus größere Gefahren, verfolgen Wissenschaftler, Konzerne, Abenteurer, aber auch politische Gruppen mit Hilfe von der neuen „Außerordentlichen Naturwissenschaften“, sowie den Errungenschaften in der Elektrizität und Æronautik ihre eigenen und manchmal ganz gegenläufigen Interessen und Ziele. Vieles mag zunächst an die vor 2013 veröffentlichte Anthologie „Eis und Dampf“ erinnern. Doch überraschte das Magazin vor allem dadurch, dass es nicht nur inhaltlichen, sondern auch im Design in einem ganz eigenen Subgenre beheimatet ist: Steampulp! Verwegene Luftschiffpiraten bewaffnet mit wehendender Mähne und nicht minder wehendem Brusthaar, welches kaum vom offenstehenden Hemd in Zaun gehalten wird, treffen auf in Allmachtsfantasien wahnsinniger Forscher geschaffene Kreaturen, halb Mensch, halb Maschine, halb Ungetüm! Eben noch verträumt tanzend unter ausladenden Kristallkronleuchtern in den großen Ballsälen der Metropolen werden wir hinein in fremde und wilde exotische Orte gerissen, an denen es gilt, uns zusammen mit Erfindern und Spionen aus den Fängen blutrünstiger Wilder zu befreien. Verrat, Lug, Blut und waghalsige Flugmanöver sind das Schmieröl im Getriebe des Steampulp-Magazins. Sein detailverliebtes Äußeres tat den Rest, um seinem Leser das Gefühl zu vermitteln, ihm wäre eine Requisite direkt aus der Welt von Eis und Dampf in die Hände gefallen.

 

Titelblatt „Die Grüne Fee, Ausgabe 2“
Foto: Eis und Dampf

Unter dem neuen Namen „die Federfechter“ hat die Gruppe nun das von Tobias Junge an Clockworker im letzten August gegebene Versprechen nun gehalten. Die Grüne Fee kehrt mit Ausgabe 2 wie gewohnt druckfrisch, aber auch in digitaler Version zu allen Steampulpfans und natürlich zu all jenen, welche die Neugier erst jetzt gepackt hat, zurück. Erstmals mit an Bord begrüßen die Federfechter ihre drei Gastautoren, Christian Lange, Henning Mützlitz, sowie Fabian Mauruschat, welche die neue Ausgabe mit jeweils einer eigenen Kurzgeschichte erweiterten. Christian Lange und Henning Mützlitz bereicherten bereits in der Vergangenheit die von Judith und Christian Vogt ersonnene Welt von „Eis und Dampf“ durch eigene Geschichten in der 2013 erschienenen ersten Auflage der gleichnamigen Anthologie. Für Fabians Mauruschats ist dies sein erster schriftlicher Besuch im vereisten Europa. Doch blicken er und Tobias Rafael Jung bereits auf eine literarische Zusammenarbeit für die Rollenspielkampagne „Die Grüne Hölle“ (2013) aus der Welt des „Schwarzen Auges“.

Eine Fortsetzung eines bereits gelungenen Werkes ist stets eine Herausforderung und steht zunächst immer im Schatten ihres Vorgängers. Egal ob Film, Buch oder zweites Musikalbum, Medien und Fans erwarten von den Künstlern, dass sie ihrem Stil treu bleiben und liebgewonnene Details und Eigenheiten erneut einbinden. Neben all dem Bekannten und Gewohnten, dürfen jedoch keine nie dagewesenen Neuerungen fehlen. Unerwartete Überraschungen sollen Abwechselungen von eben jenem Bekannten oder gar von Wiederholungen geben, welche, wie bekannt, all zu schnell ermüden. Über den Künstlern schwebt ein Bündel von drohenden zum Teil paradoxen Erwartungen, nicht nur von Seiten der Fans, sondern insbesondere von den Autoren der Rezensionen, von denen wiederum erwartet wird, das Werk besonders kritisch zu beäugen und zu beurteilen. Und so hat sich natürlich auch der Autor dieser vorliegenden Rezension zunächst unbewusst und während des Schreibens schließlich bewusst schuldig gemacht, mit einer Mischung aus großen Erwartung, Vorfreude und einer Portion Skepsis an die Fortsetzung des Groschenheften herangetreten zu sein. Ob sich die persönlichen Erwartungen erfüllten und wie es um die Neuerungen, die uns in diesem Heft erwarten, davon sollen die kommenden Zeilen berichten.

Wie bei meiner Rezension zur ersten Ausgabe, beschließe ich zunächst in guter Traditionsmanier, und da das Auge nun mal zuerst urteilt, mich vor dem Lesen ganz oberflächlich mit der Beschaffenheit und Optik der mir vorliegenden Ausgabe zu befassen. Mit insgesamt 82 Seiten wirkt das Folgeexemplar der Grünen Fee, wie der große Bruder seines 58 Seiten umfassenden Vorgängers. Dies ist auch nicht ferner wunderlich, wenn man bedenkt, dass statt das neue Werk statt wie zuvor sechs nun bereits ganze acht Kurzgeschichten beheimatet. Zum einen freut es mich, dass in diesem Exemplar zwei zusätzliche Geschichten auf mich warten. Doch erscheint das Heft auf Grund seiner Klammerbindung an das Limit seiner Dicke gestoßen zu sein. Im Gegensatz zu seiner Dinge begegnet uns das Heft in bekanntem DIN A5 Format, wodurch es nicht desto trotz noch weiterhin nicht nur gut in der Hand liegt, sondern seinen Leser auf jeder Reise, ob auf Fahrrad, zu Fuß oder Bahn überall hin begleiten kann und bequem neben dem Tablett einen Platz in der Tasche findet. Auf dem Titel ein prangt das unverkennbare Logo der Grünen Fee, sowie darüber ein weiteres wunderschön und äußerst aufwendig gestaltetes farbiges Cover aus den Händen von Illustratorin Mia Steingräber, welches, wie ich erst später erfahren soll, zudem auch das Titelbild zur ersten Geschichte dieser Ausgabe darstellt. Mit Freude stelle ich fest, dass die Federfechter bei der Wahl der des Papiers im Inneren des Buches bei dem von mir in der Vergangenheit bereits hoch gelobten griffigen Papier treu geblieben sind. Das alles andere als blütenweiße, dafür sehr griffige Papier verleiht dem Heft das Gefühl, sich in der Zeit zurückversetzt am Kiosk an der Straßenecke einen „echten“ Groschenroman für ein paar eilig gesparte Kupfermünzen erworben zu haben. Eine weitere Neuerung, zusätzlich zur höheren Seitenanzahl, fällt mir zügig ins Auge oder besser gesagt, ich spüre es unter den Fingerspitzen. Hatten die Herausgeber den Einband bisher auf ein glattes festes Papier mit leichter Glanzoberfläche drucken lassen, entschied man sich bei der Fortsetzung für ein ebenfalls griffiges, raues, dafür dickes Papier. Die neue Papierwahl kommt zu meiner Überraschung dem Gesamtbild sehr entgegen und bildet ein im positiven Sinne durchweg homogenes Bild. Der gewollt nicht immer konstante Kontrast der vermeidlichen Druckerschwärze innerhalb der Kurzgeschichten, sowie künstliche Spuren von Abrieb, Knicken und Druckschlieren, sowohl im Inneren, sowie auf dem Einband, vervollständigen das Bild und lassen lassen mich freudig an meine ersten Eindrücke von Ausgabe 1 denken. Hier sind sie schon einmal, die ersten kleinen Details, welchen ich erhofft, hatte in Ausgabe 2 erneut zu begegnen zu dürfen, und welche für mich besonders den Charme das Design geprägt hatten. Anfänglich vermisse ich sie noch ein wenig, die „handschriftlichen“ Notizen, durch welche es schien, als hätte ein mysteriöser Vorbesitzer in mitten meiner Ausgabe 1 seine eigenen Gedanken zu den Geschichten verewigt. Doch, so gestehe ich mir ein, ist es manchmal besser, sich nicht gleich zweimal hintereinander des gleichen Scherzes oder in diesem Fall, Kunstgriffes zu bedienen. Ich blättere weiter und finde all die Aspekte, welche die nun mehr Heftreihe für mich nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu einem Sammelwerk machen. Für mich sind dies im Besonderen die liebevoll und mit unzähligen Details versehenden Illustrationen von Mia Steingräber. Unterstützt wird sie in dieser Ausgabe durch Zeichnungen aus der Hand von Janina Robben, welche die Kurzgeschichte von Christian Lange gestalterisch ergänzen. Wie Mias sind auch Janinas Arbeiten vielen Lesern sicherlich aus zahlreichen Abenteuern und Spielhilfen aus dem Hause Ulisses Spiele bekannt. Neben den zahlreichen teils, zu meiner Freude, formatfüllenden schwarzweißen Illustrationen, welche die acht Kurzgeschichten begleiten und mit weiterem Leben füllen, finden sich wie bereits in Ausgabe 1 erneut die Werbeanzeigen der Unterstützer des Projektes Grüne Fee. Wie auch im letzten Jahr setzten sie sich Dienstleister, Künstler, Szeneblogs, sowie Büchervorstellungen rund um die Themenbereiche Steampunk und Gaslight zusammen. Falls gänzlich, bis auf eine Ausnahme, welche zu meinem persönlichen Unmut eine komplette Seite füllt, fügen sie sich durch ihr Gestaltung fast nahtlos in das Gesamtwerk ein, ohne den Leser aus der Illusion zu werfen, in welche er eingeladen wird, einzutauchen und erst wieder beim Aufruf seiner Busstation aufzuschrecken. Mehr Seiten ermöglichen neben mehr Kurzgeschichten und Illustrationen auch für neue inhaltlich Elemente. Und so habe ich mich besonders über die über Reklame, sowie Kleinanzeigen gefreut, welche nicht nur spielerisch und mit der perfekten Mischung aus Witz und Augenzwinkern dem Leser weitere Einblicke in die Köpfe der Menschen aus „Eis und Dampf“ vermitteln, sondern zum Teil darüber hinaus für den aufmerksamen Leser sogar Brückenschläge zu den Geschichten selbst herstellen. Anerkennend stelle ich fest, dass sie die „handschriftlichen“ Notizen aus Ausgabe 1 in ihrer Funktion gekonnt ablösen.

„Wie eine Dirne: Hinter dem hübschen Gesicht nichts als hässlicher Abgrund“, so beschreibt „Das gute Wort“ aus dem „Wochenspiegel für Literatur“ auf der Rückseite des Einbandes die aktuelle Ausgabe der Grünen Fee. Ich muss lachen und will mich selbst daran machen, hinter das „hübsche Gesicht der Dirne“ zu schauen. Mord, Eifersucht, Spionage und natürlich Verführung sucht verpackt in eine Welt der Intrige und mysteriöse Exotik, all jener Materie des ersten Bandes. Auch die zweite Ausgabe der Fee bleibt ihrem Stil treu. Ein weiterer Gewinn dieser Ausgabe: Allen Liebhaber, der ersten Stunde, sei an dieser Stelle verraten, dass das Schicksal des ein oder anderen bekannten Protagonisten seine Weiterführung findet.

Ein wiedersehen mit zwei bereits bekannten Helden:
Konrad und Abel aus der Geschichte „Schabernack mit Toten“
Foto: Eis und Dampf

Durch das erstmalige Mitwirken der drei Gastautoren, erhalten die acht meist voneinander unabhängigen Geschichten eine weitere angenehme Diversität in Schreibstil, Anzahl der Subgenre innerhalb der Ausgabe (unter anderem Detektivroman, Abenteuergeschichte und leichter Grusel), sowie Setting und Erzählweise. Auf diese Weise wird einem breitgefächertes Publikum, dem jedoch eins gemein sein muss, eine zumindest gewisse Zuneigung zum Genre Pulp, eine vielseitige Herangehensweise an das Genre geboten. Durch die Kürze des Geschichten, sowie durch zuvor erwähnte Abwechselung, ist sichergestellt, dass auch Leser, welche noch auf unsicheren Füßen, die Welt der Groschenromane für sich entdecken wollen, nicht von den Eigenheiten dieses Genres all zu schnell überrollt werden. Stattdessen können sie sich behutsam herantasten.

Gerade die letzte Geschichte , „Seine tote Lordschaft“, der aktuellen Ausgabe, konnte mich jedoch leider nicht vollständig überzeugen. Dies lag in meinen Augen nicht am Schreibstil von Henning Mützlitz in, da er es durchaus versteht, Charaktere und Szenen äußerst bildlich zu gestalten. Jedoch wirkt das Geschehen innerhalb der Detektivgeschichte im Vergleich zu den restlichen Erzählungen der Fee wenig unspektakulär und nicht wie gewohnt überschwenglich mitreisend. Die Adaption einer berühmten Romanfigur ist zwar ein gängiges Stilmittel der Fee, aber leider vermisste ich ihre herausragendes Auge für Details und ihren Scharfsinn, da ihre Größe und ihr Erfolg in erster Linie durch die mangelnde Befähigung der Umstehenden definiert wird. Auch dass die berühmte ansonsten für mich reizvolle Misanthropie des Protagonisten, zeichnet sich in dieser Geschichte leider vor allem durch erniedrigende Erpressung aus. Dies ist sicherlich eine persönliche Interpretation, welche jedoch nicht meinen Geschmack trifft.
Meinen persönlichen Favoriten innerhalb dieser Ausgabe fand ich dagegen in Judith Vogts „Frij und Friedlichkeit“. Eine Geschichte, welche als familiäre Picknickgesellschaft mit ihren ganz eigenen Problemen und Verwicklungen beginnt und in einem Jane Austen Roman beheimatet hätte sein können. Doch die Grüne Fee, wäre nicht was sie ist, wenn alles nicht ganz anders kommen würde und die Geschehnisse durch eine Reihe von für die Fee typischen und von mir sehr geschätzten Wendungen einige unerwartete, neue Wege einschlagen würde. Welche? Dies sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Judith Vogt lässt dabei Teile der Erzählung durch die analytischen scharfsinnigen Augen der etwas eigenwilligen Großmutter beschreiben, eine Dame, welche man vielleicht anfänglich auf Grund ihres exzentrischens Wesens Missfallen engegenbringen mag, aber man sich gleichzeitig nicht in der Lage sieht, ihrem Charme mit der Zeit vorständig zu verfallen. Wäre ich ein Luftschiffpirat, ich würde die alte Dame auf meinen Armen in den immerwährenden Sonnenuntergang tragen.

Wie bereits Ausgabe 1, so ist auch Ausgabe 2 erneut als Printversion oder alternativ im PDF-Format bei auf der Homepage der Federfechter selbst unter www.Eis-und-Dampf.de, im Shop des Uhrwerk-Verlags, wie auch auf ausgewählten Szeneveranstaltungen und -messen käuflich zu erwerben. Der Besitz der ersten Ausgabe ist sicherlich keine Voraussetzung für den Kauf, beziehungsweise das Lesen und Betrachten des zweiten Bandes. Doch sie sollte fast schon Pflicht für jeden Sammler und vor allem Liebhaber von des Steampunkgenres, sowie der Welt von „Eis und Dampf“ sein. Der Preis der Printausgabe für Augabe 2 beläuft sich mit 4,99 Euro geringfügig höher als 3,50 Euro für Ausgabe 1. Dies lässt sich allerdings schon alleine durch die zusätzlichen 24 Seiten argumentieren und ist in Anbetracht der Exklusivität und geringen Auflage noch immer mehr als ein Schnäppchen mit garantierter Wertsteigerung unter Sammlern.

Sind den Federfechtern mit Ausgabe 2, der Grünen Fee – Geschichten aus Eis und Dampf eine würdige Fortsetzung gelungen, oder bleib es lediglich bei einem schwacher Versuch, an den Erfolg des ersten Bandes anzuschließen? Wie bereits in letzten Heft verstehen es die Federfechter gekonnt auch weiterhin die Stilelemente der, in diesem Fall rein positiv gemeinten, Groschenromantik mit der ganz eigenen Exotik und Abenteuerlichkeit eines Tarzanheftes zu vereinigen. Schwarzer Humor, unerwartete Wendungen und viel Augenzwinkern sind die richtige Würze, durch welche die zunächst ungewohnte Kost auch Liebhabern von „höherer“ Trivialliteratur schmackhaft gemacht wird.
Ich gebe dem zuvor zitierten „Wochenspiegel für Literatur“ vollkommen Recht. Die Grüne Fee ist eine preiswerte Dirne mit einem wiedereinmal mehr als wunderschön gestalteten Gesicht. Der hässliche Abgrund, der sich dahinter verbirgt, ist wiedereinmal gelungen konzipiert und gestaltet. Und so bekommt der Steampulp-Freier für seine 4,99 Euro ohne Frage das, was ihm an der Straßenecke von einem Federfechtern eilig feil geboten wird: Ein kurzweilige, anrüchige und mehr als befriedigende Unterhaltung, von der er noch in Wochen vor seinen Freunden prallen wird.

Ich freue mich auf eine hoffentlich noch lange währende Reihe und natürlich auf die im Jahr 2018 erscheinende Ausgabe 3, für die bis dato offiziell noch kein genaues Veröffentlichungsdatum vorliegt. Ob es sich dabei um die im Reklameteil von Ausgabe 2 angekündigte Sonderausgabe „Die Schöne und Dr. Biest“ handeln wird, ist bisher ebenfalls noch unbestätigt. Bestätigt ist dafür allerdings, was wir aus dem Warten auf Ausgabe 2 gelernt haben: Dass sich die Vorfreude auf weitere „nervenzerfetzende Geschichten“ mehr als lohnen wird!

Benefiz-Kunstauktion: Felix Mertikat und Amalia Zeichnerin zeichnen für Sie Portraits

Die Viktorianerin Nica Chester* und ihr bester Freund Alec Maynard* sind Künstler mit Leib und Seele. Während einer Zeitreise ins Jahr 2017  haben sie mit Bestürzung festgestellt, dass es auch im 21. Jahrhundert noch Länder gibt, in denen Homosexuelle verfolgt, bestraft oder sogar zum Tode verurteilt werden.

Weltweit gibt es aber auch Aktivist*innen und Organisationen, welche gegen diese Menschenrechtsverletzungen kämpfen.  Eine dieser Organisationen ist All out, mit weltweit über 2 Mio. Mitgliedern. Sie erstellt Petitionen und unterstützt aktiv regionale LGBTQ*-Hilfsorganisationen und Aktivist*innen überall auf der Welt.

Der Comiczeichner und Spiele-Entwickler Felix Mertikat  und ich haben uns während einer weiteren Zeitreise ins London des Jahres 1888 mit Nica und Alec auf ein Glas Absinth getroffen. Dabei entstand die Idee zu einer Benefiz-Kunstauktion zugunsten der oben genannten Organisation.

Diese Auktion findet statt während der
Pre-Releaseparty zum viktorianisch-steampunkigen Roman „Mördernächte
“,

am Sonntag, den 19. November von 10 – 20 Uhr.

Zur Auktion gestellt werden zwei individuelle, gezeichnete Portraits
im Format Din A3

Eines dieser Portraits zeichnet Felix Mertikat, das andere Amalia Zeichnerin.
Die beiden Portraits werden nach Fotografien gezeichnet, jedoch nicht im Stil des 21. Jh.

Stattdessen werden die Künstlerin und der Künstler Ihnen das Äußere einer viktorianischen
Lady oder eines viktorianischen Gentlemans verleihen. Besondere Wünsche, z.B. eine Mütze á la Sherlock Holmes, ein besonderer Bart etc, spezieller Schmuck, Kleidung etc. werden gern berücksichtigt, ebenso Steampunk-Ausrüstung aller Art (oder ähnliches, wie Dieselpunk, Cyberpunk…) , sofern diese am Körper getragen wird. Auch Elemente aus dem Bereich der Phantastik, z.B. Steamfantasy, sind möglich.

Einige Arbeitsproben von Felix Mertikat und Amalia Zeichnerin:

Illustration zum Spiel Tsukuyumi – full moon down © Felix Mertikat

„Im Gespräch“, nach einem Foto © Amalia Zeichnerin

„Pionier“ © Felix Mertikat

Oscar Wilde (Skizze mit Kalligraphiefeder, nach zeitgenössischem Foto) © Amalia Zeichnerin

„Herumtreiber“ © Felix Mertikat

 

Charles Dickens, Zeichnung nach einem Foto, © Amalia Zeichnerin

 

 

Der gesamte Erlös der Auktion wird an „All out“ gespendet.

Mit mehreren bieten? Tun Sie sich gern zusammen.

Gezeichnet werden maximal 3 Personen auf dem Portrait, also können nach Wunsch auch ein Paar, 3 Freunde/ Verwandte/ Kollegen oder eine Familie mit einem Kind gezeichnet werden. Entsprechend können Sie auch zu Dritt auf ein Gemeinschaftsportrait bieten.

Bitte haben Sie Verständnis, dass nicht Ihre gesamte Großfamilie gezeichnet werden kann, daher ist die Anzahl der Personen auf 3 begrenzt.

Ihr fertiges Portrait wird Ihnen von Felix Mertikat oder Amalia Zeichnerin mit der Post zugesendet.

 

*fiktive Figuren aus der Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“

 

CD-Rezension: Jessnes: What the Folk?

 

JESSNES – Das ist STEAMFOLK unter Hochdruck

Verloren im Jahre 1899 & doch nicht … passend zu keiner Welt rotieren wir als kleines Rädchen in den niemals geschehenen Facetten synthetisch abgepackter Zeit – der Whisky, welcher in purer Klangliebe reifte – rhythmisch gewälzt in den wirren Freigeistern unseres Aethers zum mechanischen Klicken vollmundiger Farbenvielfalt.

„The Steamy Way Of Folk“ ist unser Lebensstil, dabei statten wir nicht nur dem Irenlande wegen den berüchtigten Pubs einen Besuch ab, sondern wagen auch reißerisch bis träumerische Zeppelinfahrten nach Russland, Frankreich, Asturien, dem Orient oder zu Nomaden auf Kutschendächern oder tauchen gar ab in die reinste Fantasie oder Ambitionen unserer Besatzung.

Wir sind eine fünf- bis sechsköpfige Band bestehend aus allerhand urtümlichem Instrumentarium, so z.B. Gesang, Strohgeige, Violine, Bratsche, Blockflöte, (E-)Gitarre, Djembe, Cajon und Davul, welche auf teslabetriebene und vor allem entsprechend gestaltete Synthie- & Keyboardklänge treffen.

– Mehr als nur heißer Dampf!“

So beschreiben sich Jessnes selbst und auch der Titel ihres neuen Albums verspricht eine Reise durch den Folk: „What the Folk. In vierzehn Episoden um die Welt“ Wir haben uns die Platte einmal genauer angesehen und Teilen hier unsere Eindrücke mit.

Tracklist:

  1. La Vie Antérieure
  2. What the Folk?
  3. Irish Nights
  4. Asturias
  5. Sa Gorami, Sa Dolami
  6. Quen A Omagen Da Virgen
  7. Tam Lin
  8. I’ve Been Working On The Railroad
  9. Under Der Linden
  10. L’Orient Estelle
  11. Schwarzer Rabe
  12. Aetherlaezy
  13. Kalinifta
  14. Finalis

Weiterlesen CD-Rezension: Jessnes: What the Folk?

Ein Ereignis der besonderen Art...

…oder, es geht auch mit angenehmen Tönen.

An diesem Samstag und am darauf folgenden Sonntag (am Tag des offenen Denkmals), fand in der Kirche St. Peter zu Krempe eine besondere Ausstellung statt.

Vor zwei Jahren entstand die Idee, in einer Kirche auszustellen. Bei so einem Ort geht es ganz extrem darum, die Besonderheit des Ortes zu würdigen und die Ausstellung behutsam in das Gesamtambiente zu integrieren. Herrn Teleman von Phone (André Kahlke) und seiner Art Direktorin (Sylvia Kahlke) haben diese Herausforderung exzellent gemeistert. Durch die Platzierung der Objekte von Herrn Junophor, Herrn von Phone und meiner Person, den Bildern von Herrn Dirk Jacobs, sowie den Objektzeichnungen von Frau Miriam Gosch konnte die Kirche mit „Blickpunkten“ und Metaphern ausgestattet werden. Die Modeobjekte von Herrn Johann von Seeland, Frau Shelley Zackarali-Kempf und Cornelia Heß rundeten die gesamte Ausstellung ab. Durch eine besondere Ausleuchtung entstand ein Sternenhimmel und über dem Altar erschienen die Flügel eines Engels :-)

Wir hatten das große Glück, zwei Musikergruppen in der Kirche begrüßen zu dürfen, die es verstanden, mit moderaten Tönen zu unterhalten. Hier wurde eindrucksvoll beweisen, dass gute Unterhaltung ohne große Lautstärke möglich ist. Steampunk in einem anderem, außergewöhnlichem  Rahmen. Ich selbst, als einer der Aussteller, war überrascht und erfreut über das Publikum und die Begeisterung, die uns entgegen gebracht wurde.

 

Die Metaphern brauchten zum Teil nicht erklärt werden. Der Tod, mit der Tür hinter sich und „Das Duell der Meister“ waren für einige Besucher selbst sprechend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blitzverlosung: Steamfest Papenburg

Nur noch wenige Tage trennen uns vom Steamfest in Papenburg am kommenden Wochenende. Das ambitionierte Event im Emsland lädt unter Federführung des Dampfzirkus Papenburg vom 15. – 17. September auf Gut Altenkamp ein. (Wir berichteten)

Auslosungsankündigung

Wir freuen uns, dass wir Ihnen nun verkünden dürfen, dass wir kurzfristig zweimal zwei Tageskarten verlosen können! Zur Teilnahme müssen Sie lediglich eine E-Mail schreiben an gewinnspiel[at]clockworker.de. Bis Mittwoch 13.09.2017, 18.00 Uhr haben sie dafür Zeit also schnell jetzt! Der Gewinner wird ausgelost und benachrichtigt.

Wer sich nicht auf sein Glück verlassen möchte, erhält übrigens hier auch Karten im Vorverkauf.

Vorankündigung mit Ticketverlosung - Darkerkant in Hamburg am 13. und 14. Oktober

© Marina Schreckling

„Darkerkant“ ist ein schwarz-romantischer Kunstsalon, der auf dem Museumsschiff Cap San Diego im Hamburger Hafen stattfindet. Neben der Kunstausstellung gibt es hier auch Musik und Lesungen.

Cap San Diego – Abbildung: Helmut Jungclaus, Pixabay.com

Präsentiert werden düstere Werke von internationalen Künstlern, die einen schaurig – dämonischen und makaberen Charakter aufweisen. Zu sehen sind neben anderen die Gemälde des amerikanischen Künstlers Chris Helton, der Tuschepinsel und Fineliner benutzt, um das Chaos in von H.R. Giger inspirierte monochrome oder schwarz – weiße Werke zu verwandeln, sowie Bilder von Justell Vonk ( Russland ), die aussehen wie die, die Alice nach ihrer Rückkehr aus dem Wunderland gezeichnet hätte.

Dazu schildern acht AutorInnen, ganz der Strömung folgend, melancholische Figuren mit abseitig-exzessiven Verhaltensweisen oder auch groteske Phänomene.

Den Auftakt zur Eröffnung der inbegriffenen Lesereihe macht am 13.10. der Hamburger Autor Marco Ansing, dem Humor so wichtig ist wie der Bezug zur Heimatstadt. Er liest eine seiner gruseligen Steampunk-Kurzgeschichten, die von den Abenteuern des Hamburger Reporters Johann Alexander Krieger handeln.

Das weitere Lesungsprogramm:

13.10.
Swantje Niemann liest aus ihrem Steam-Fantasy Roman „Drúdir – Dampf und Magie“.

Sascha Dinse stellt seine Horror-Kurzgeschichte „ex inferis“ vor. Die dazugehörige Kurzgeschichtensammlung erscheint Ende des Jahres.

Sunyi von V. liest aus dem Kurzgeschichten-Band “ Neben der Spur“, einer Sammlung kurioser, phantastischer und gruseliger Geschichten.

14.10.

Pjotr X liest aus seiner Horror-Dystopie ‚USA 2084‘.

Mortimer Niels stellt sein Buch „Die kleine Hexe von Polk High“ vor, eine Mischung aus Fantasy und Horrorkomödie.

Asmodia Tear präsentiert ihren Vampirroman „Schattenrosen im Zwielicht“ vor.

Amalia Zeichnerin liest aus ihrem Roman „Berlingtons Geisterjäger 1 – Anderswelt“, ein Genremix mit Urban Fantasy, etwas Steampunk und Gothic Horror.

Ein Trailer zur Veranstaltung:

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Eingebettet ist das Dark Art Event in atmosphärische Klangwelten und Soundlandschaften der Hamburger Dark Wave Band „Tonchirurgie“.

Start ist an beiden Tagen um 19 Uhr. Tickets gibt es hier.

 

Wir verlosen jeweils 2 Freikarten für den 13.10. und für den 14.10.

Zum Teilnehmen bitte bis Samstag, den 30.09.2017 eine E-Mail senden
an steampunk-gewinnspiele(at)gmx.de mit dem Betreff „Darkerkant“
und der Angabe des eigenen Namens.
Bitte auch unbedingt angeben, an welchem Datum
ihr dabei sein möchtet (13.10. oder 14.10.).

Die Verlosung wird am Sonntag, den 01.10.2017 durchgeführt
und die Gewinner per E-Mail benachrichtigt.

Teilnahme ab 18. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Vorankündigung: Eutiner Feierey am 9. und 10. September

© Vielerley Feierey 2017

Das Schloss Eutin lädt ein zu einer Zeitreise durch die Jahrhunderte, von der Zeit der Wikinger über Mittelalter und Barock bis hin zum 19. Jahrhundert bzw. auch Steampunk.
Die Eutiner Feierey findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr gibt es erstmalig auch eine Buchmesse vor Ort, mit historischen, phantastischen und romantischen Büchern und ihren AutorInnen, die auch Lesungen machen.

Das Leseprogramm

Samstag, 9. September
11:00 Sandra Florean – Das Erbe des Hüters (Urban Fantasy/Vampire)
12:00-12:30 Irina Grabow Vakouja – Ränkespiele (Fantasy)
13:00-13:30 Arne Rosenow – Durch Sumpf und Wald (historische Fantasy)
14:00-14:30 Nils Krebber – Keine Helden (Fantasy)
15:00-15:30 Janika Hoffmann – Drachenkralle – Die Klaue des Morero (Fantasy)
16:00-16:30 Christian Günther – Faar, das versinkende Königreich (Dark Fantasy)
17:00-17:30 Farina de Waard – Teil 3: Vermächtnis der Wölfe (Fantasy)
18:00-18:30 Claudia Rapp – Summer Symphony: Ein Trip mit Sex, Zeitreisen und Rock´n´Roll (Zeitreise-Roman)
19:00-19:30 Kate Dark + Kate Peters – Steam Master (Steampunk/Erotik-Anthologie)

Sonntag, 10. September
11:00 – 12:00 Uhr: Hanna Nolden und Markus Heitkamp lesen Kurzgeschichten aus Anthologien des Torsten Low Verlags
12:00-12:30 Anja Bagus – Aetherwelt-Steampunk Chroniken: Kurzgeschichte „Das Leben ist nur ein Tag und eine Nacht“ (Steampunk/Fantasy)
13:00-13:30 Ann-Kathrin Karschnick – Der Fluchsammler (Urban Fantasy/Romantik)
14:00-15:00 historische Gemeinschaftslesung:
Jessie Weber liest aus ihrer historischen „Lianne“-Trilogie, angesiedelt im 17. Jh.
Katherine Collins stellt ihren Roman „Dir gehört mein Herz: Les chevaliers du coeur“
vor, der Anfang des 19. Jh. spielt.
15:00-15:30 Amalia Zeichnerin – Berlingtons Geisterjäger 1: Anderswelt (historische Urban Fantasy/Steampunk, 1880er Jahre)
16:00-16:30 Tanja Rast – Cajan (Heroisch-romantische Fantasy)

Schloss Eutin – Foto: Peter Müller, Pixabay.com

Ebenfalls dargeboten werden historische Tänze, z.B. von der Société Baroque aus Kiel, eine historische Modenschau, Kampf-Shows mit Schwert- und anderen Kämpfer sowie Schauspiele. Die Märchenerzählerin Octavia und Zauberwesen aus der Mythenwelt treten auf, außerdem gibt es am Samstag ab ca. 19:30 Uhr Gaukelei und Mittelaltermusik mit dem Duo Asatru und Varius Coloribus.

Der Eintritt kostet pro Person und Tag 4,- EUR für alle ab 16 Jahre und 2 ,- EUR für Jugendliche bis 15 Jahre. Kinder unter Schwertmaß haben freien Eintritt.

Hier gibt es einen Programmflyer zum Download.

Steampunkbuch-Verlosung: Song of the slums von Richard Harland

Der Clockworker verlost ein Hardcover-Exemplar der deutschen Ausgabe von Richard Harlands „Song of the slums“.

© Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin

Inhalt: England, 1846 – das Dampfmaschinenzeitalter. Auf dem Thron sitzt König Georg IV., die gesellschaftliche Ordnung ist brüchig. Das Land versinkt im Smog. Kriegsgewinnler greifen nach der Macht. Die Slumbewohner sind die Verlierer der Industrialisierung. Doch sie lassen sich nicht unterkriegen. Ihre schärfste Waffe ist die Slumtown-Musik …

Astor ist 17 Jahre alt, als das Dampfluftschiff am Wohnturm der Swales in der Industriestadt Brummingham festmacht. Sie erwartet ihre Verlobung mit dem jüngsten der reichen Swale-Brüder, wird aber zur Hauslehrerin degradiert. Ihr einziger Trost ist die Gesellschaft des 20-jährigen Verrol, den ihr Stiefvater ihr als Diener mitgegeben hat. Als die Swales einen Brief entdecken, in dem Astor von deren politischen Putschplänen berichtet, kann sie im letzten Augenblick mit Verrol fliehen. Dabei stellt sie fest, dass der gutaussehende junge Mann so manche Tricks beherrscht, die auf eine dunkle Vergangenheit verweisen. Draußen haben die beiden nur eine Überlebenschance: Sie müssen sich einer Slumgang anschließen. Astor entdeckt ihr Talent als Drummerin, sie gründen eine Band und schaffen es so, von einer der Gangs akzeptiert zu werden. Ein Auftritt führt die Band nach London Town. Sie wissen, dass sie dort den Putsch und die Machtübernahme der Plutokraten verhindern müssen, doch es ist gefährlich in den Straßen, denn Veteranen und Milizen lungern überall herum …

Das Buch dürfte insbesondere für Menschen interessant, die ein starkes Interesse an Musik haben. Richard Harland hat übrigens selbst lange in einer Band gespielt.

415 Seiten

Die Website des australischen Autors (englischsprachig): http://www.richardharland.net/

Die Verlosung
Wir verlosen 1 Hardcover-Exemplar (415 Seiten)
Teilnahme ab 18. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zum Teilnehmen bitte bis Freitag, den 01.09.2017 eine E-Mail senden
an steampunk-gewinnspiele(at)gmx.de mit dem Betreff „Buchverlosung“
und der Angabe des eigenen Namens.
Die Verlosung wird am Sonnabend, den 02.09.2017 durchgeführt.
Der oder die GewinnerIn wird per E-Mail benachrichtigt und erhält das Buch per Post.

Steamfest auf historischem Gut in Niedersachen vom 15. - 17. September 2017

Das Steamfest bietet auf dem historischen Gut Altenkamp drei Tage lang ein reichhaltiges Programm, nicht nur für Steampunks.

© Steamfest 2017

Mit dabei ist der Dampfzirkus Papenburg und das Wupperdampflaboratium, sowie das Tüftler- und Erfinderduo Luftschiff Wunderlich. Horatius Steam und Admiral Aaron Ravensdale stellen ihre Steampunk-Apparaturen aus, außerdem wird die Steampunk-Expeditionsgesellschaft ihre Zelte aufschlagen.

Musikalisch geben sich Off Limits, Harmony Glen, The Violet Steam Experience, sowie Daniel Malheur und das Grammophon Orchester die Ehre.

Walkacts gibt es vom Abacus Theater, von Lichtfieber Stelzenläufer, sowie von Capt´n Jacks – Pirates for Kids, die auch Mitmachaktionen für Kinder bieten.

Das Amt für Aetherangelegenheiten ist vor Ort, um interessierte Besucher mit Zeitreisepässen und Temporalmarken zu versorgen Anja Bagus wird außerdem ihre Werke in einer Lesung vorstellen, ebenso Amalia Zeichnerin. Beide AutorInnen sind während des Festes an ihren Bücherständen zu finden.

Rundfahrten bietet der Oldtimerclub Papenburg. Auf dem Kunsthandwerker-Markt mit dabei sind Steampunkies Warenhaus, Belkas Art präsentiert ihren Upcycling Schmuck, außerdem gibt es Schmuckdesign von Silberakt und Schmuckhandwerk von Gold & Silberschmiedemeister Hugh van Knipping.

Weitere Attraktionen sind ein Steampunk Teapot-Rennen und die Bühnenshow des Zauberers Professor Abraxo.

Einzelheiten und Uhrzeiten der Programmpunkte finden Sie hier.
Dort gibt es auch Links zu den Webseiten der teilnehmenden KünstlerInnen.

Das Steamfest wird von der Emsländischen Landschaft mit 3500 Euro gefördert, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet. Es sei „ein sehr originelles Projekt, das etwas aus dem Rahmen fällt“, so der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring über die Förderung. Außerdem passe „das Steamfest hervorragend zum Gut Altenkamp.“

Hier eine Abbildung des Gutshauses:

cc Dick Elbers, Gut Altenkamp in Aschendorf 2012

Preise:
Freitag (15.9.): 9,- €
Samstag (16.9.): 9,- €
Sonntag (17.9.): 5,- €
Wochenendticket (15.9. – 17.9.): 20,- €

Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre haben freien Eintritt.

Mit Zahnrad und Zylinder, ein Steampunk Event in Meißen / Sachsen

Guten Abend liebe Leser,

ich wurde aufgefordert, über das Kunst und Kulturfest in Meißen zu berichten, welches als jährlich wiederkehrende Veranstaltung ausgelegt werden soll.

Ich möchte vorausschicken, dass dies die erste Veranstaltung des ORGA Teams war.

Die Kulisse und das Ambiente sind gigantisch, das Kornhaus entpuppte sich als perfektes Gebäude für so ein Event.

Das kühle Innere des Gebäudes bot den „Makern“ und einigen Händlern der Szene ein angenehmes Heim für Exponate und Kunsthandwerk.

Den Aufbau und die Konfiguration meiner Geräte gestaltete sich allerdings schwierig, da permanent der Strom ausfiel und mehrere Geräte dadurch einen Defekt aufwiesen. Zu diesem Zeitpunkt war ich kurz davor wieder abzubauen. Der Leipziger Steampunk Stammtisch, der kurz danach eintraf, versorgte mich allerdings mit Kaffee und guter Laune. So konnten wir gemeinsam den Fehler in der Stromverteilung zu suchen. Nach Trennung der einzelnen Stromkreise, war dann „Ruhe in der Leitung“.

Mittlerweile wurde vor dem Gebäude aufgebaut. Weine und Bier aus der Region, wirklich leckeres Essen (afrikanische, vegane, vegetarische und deftige fleischige Küche) und Kaffee und Tee.

Gegen Abend wirbelte leider ein heftiger Gewittersturm den Außenbereich durcheinander. Davon war dann am Samstag und Sonntag nichts mehr zu sehen. (Klasse Leistung!)

Die Veranstaltung begann schleppend und wenig Publikum verirrte sich in den, mit Bauzäunen und Weinplakaten abgeschotteten Bereich. Viele der Touristen waren nicht bereit, die 5.- EUR Eintritt zu zahlen. Am Samstag Mittag entschloss sich das ORGA Team, die monetären und optischen Barrieren zu beseitigen. Eine großartige Entscheidung. Von da ab wurde es voll, interessant und wirklich witzig und fröhlich. Viele interessierte Besucher flanierten durch die Gänge, ließen sich begeistern und stellten unzählige Fragen.

Die Mitaussteller, die Verpflegung, das Ambiente, die ORGA alles stimmte, wenn nicht….

Ja, wenn nicht die unvermeidliche, akustische „Untermalung“ gewesen wäre. Evtl. sollte man lieber von einer Unterbrüllung sprechen?

Liebe Musiker:

Laut ist nicht gleich gut und ganz laut macht es nicht besser. Eine Fallset Stimme und ganz laut macht es katastrophal!

Wir mussten uns im Gebäude anbrüllen, um eine Verständigung mit dem Publikum zu ermöglichen. Einige Gäste verließen am Samstag das Gelände, damit sie sich unterhalten konnten! Das Argument „wir kriegen das auf der Bühne nicht mit, wie laut das ist“ lasse ich an dieser Stelle nicht gelten. Solche Dinge werden in einem Soundcheck geklärt!

Bedenkt bitte, was die Veranstaltung sein sollte: Ein Kunst- und Kulturfest! Kein Festival, wo es darum geht, den Besuchern möglichst schnell und effektiv einen Tinitus anzuhängen. Leute! Da waren Familien mit kleinen Kindern im Bereich!

Ein Kunst- und Kulturfest lebt von leisen Tönen, von Untermalung und Unterstützung des Ambientes. Die meisten Besucher wollen sich hinsetzen, genießen, evtl. Wein trinken und sich unterhalten, flanieren, staunen und sich verzaubern (nicht bedröhnen) lassen.

Das sie hervorragend funktionieren, die leiseren Töne, hat die zauberhafte Feuershow mit Feuerfünkchen und das Tanzvergnügen mit Virginia bewiesen.

Zum Schluss noch drei Dinge:

  1. Wenn ich Gast auf einem solche Event bin (gerade als Anbieter von Waren und Dienstleistungen), dann sollte man sich auch als solcher verhalten. Es geht gar nicht, dass man vor mehreren Hotels, Pensionen und Wohnungen eine lautstarke Party,  bis in den Morgen feiert. So ein Verhalten trägt nicht dazu bei, die Akzeptanz eines solchen Festes, bei Gästen und der Bevölkerung zu fördern. Empathische Leute verlegen so etwas ins Gebäude, Platz war genug vorhanden.
  2. Die ORGA hat eine  guten Job gemacht. Technische Probleme wurden gemeinsam gelöst. Das ORGA Team hat extrem flexibel auf Änderungswünsche hinsichtlich Standplatz, Ausstattung etc. reagiert. Es war immer jemand ansprechbar und hat sofort und kompetent geholfen. Mein Kompliment, das kenne ich anders.
  3. Die Crews der einzelnen Küchen und Getränkestände haben einen super leckeren Job gemacht. (Ich wusste gar nicht das meißner und tschechische Weine so lecker sind.)

Mein Fazit, eine tolle Veranstaltung mit kleinen Anlaufschwierigkeiten. Nach einem Gespräch mit dem ORGA Team bin ich überzeugt, dass im nächsten Jahr eine kleine Steampunk Perle auf dem Domplatz in Meißen entstehen wird.

Ich werde auf jeden Fall dabei sein!

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

 

https://www.facebook.com/events/133023220594909/

https://www.zahnrad-und-zylinder.de/de/category/informationen/programm/

Auf Zeitreise mit Thomas Finn: „Der Funke des Chronos“

Nach einigen Neuvorstellungen in der letzten Zeit lade ich Sie heute auf eine Zeitreise ein, ins Jahr 2006. In diesem Jahr – das Clockworker Magazin gab es übrigens noch nicht – erschien Thomas Finns Roman „Der Funke des Chronos“, den er selbst als eine Hommage an Zeitreisegeschichten á la H.G. Wells, aber auch als Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hamburg bezeichnet.

© Piper Verlag

Zum Inhalt
Der Medizinstudent Tobias gelangt mithilfe einer Zeitmaschine aus dem 21. Jahrhundert ins Jahr 1842. Im alten Hamburg kommt er einer teuflischen Verschwörung auf die Spur, und ein Serienmörder geht um in der Hansestadt. Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den jungen Mann aus der Zukunft. Tobias’ Suche nach seiner verlorenen Zeitmaschine wird zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis sich mit einem gewaltigen Feuer in Hamburg die Pforten der Hölle öffnen. Wird Tobias den Verlauf der Geschichte ändern können?

Rezension
Das Hamburg des Jahres 1842 wird sehr detailliert beschrieben, und hier wird deutlich, dass der Autor die historischen Begebenheiten intensiv recherchiert hat. Das ist eine große Stärke des Romans. Nicht nur die Zeitmaschine (die deutlich angelehnt ist an jene aus dem Roman von H.G. Wells) ist hier ein Steampunk-Element, denn unter den Nebenfiguren gibt es einen Erfinder, der selbst auch Erfindungen aller Art sammelt, und darüber hinaus werden auch die Wissenschaften jener Zeit thematisiert – bis hin zu einer fragwürdigen Forschung der eher okkulten Art, was dann entsprechend auch an verrückte Wissenschaftler erinnert, die ja in Steampunkromanen häufig anzutreffen sind. Man könnte das Buch aber auch ohne weiteres als historischen Krimi mit Science-Fiction-Elementen betrachten.

Die Hauptfigur ist mit zahlreichen Eigenschaften ausgestattet, die sich für die Handlung als hilfreich erweisen: Tobias verfügt durch sein Studium über medizinische Kenntnisse, hat in seiner eigenen Zeit Fechten gelernt und interessiert sich darüber hinaus auch für Geschichte.

Gelegentlich wird dieses Wissen ein wenig übertrieben, z.B. weiß Tobias ohne vorherige Anleitung, wie man Pferde lenkt, die eine Kutsche ziehen. Auch kommt es kaum zu einer Reflektion über seine bizarre Situation. Er denkt zwar über die Zeitmaschine nach, macht sich aber so gut wie keine Sorgen, ob er jemals wieder in seine eigene Zeit kommen wird.

Was allerdings das Lesevergnügen nicht schmälert aus meiner Sicht, denn die Handlung ist von Beginn an spannend und dies wird zum einen durch die Geschichte um den Serienmörder, zum anderen durch den großen Brand in Hamburg noch intensiviert.

Die Nebenfiguren, darunter der Polizeiaktuar Kettenburg (das historische Pendant zu einem Kommissar), der Wachmann Borchert und Professor Lewald sind mit sehr viel Liebe zum Detail und anschaulich ausgearbeitet. Im Roman wird übrigens teilweise auch Hamburger Plattdeutsch, Französisch, Hessisch und Jiddisch gesprochen, aber der Autor hat die entsprechenden Dialoge so geschickt geschrieben, dass man das Gesagte auch ohne entsprechende Kenntnisse aus dem Zusammenhang erschließen kann, z.B. durch die hochdeutschen Antworten anderer Figuren.

Einige historische Persönlichkeiten tauchen ebenfalls auf und greifen teilweise auch an wichtiger Stelle in die Handlung ein. Auch hier hat der Autor intensiv recherchiert. Wer sich für die historischen Hintergründe interessiert, sollte das Dramatis Personae und das Nachwort lesen.
Einen schönen Gag gibt es übrigens im letzten Kapitel des Buches, der wiederum H.G. Wells Fans freuen dürfte.

Fazit: Ein spannender, sehr gut recherchierter historischer Roman mit Steampunk/Sci-Fi Elementen und viel Hamburger Lokalkolorit. Fans historischer Krimis und LeserInnen, die sich für die Hamburger Geschichte im 19. Jh. interessieren, dürften an diesem Roman besonderes Vergnügen finden. Zeitreisen findet man in deutschsprachigen Steampunk-Büchern bisher eher selten, und hier wird dieses Thema gelungen umgesetzt.

Der Roman (420 Seiten) ist aktuell überall als E-Book erhältlich, die Printausgabe  wird nicht mehr aufgelegt, kann aber als Sammlerstück oder Second-Hand-Ausgabe noch gefunden werden.
Die Verlagsseite zum Buch.

Über den Autor
Der Roman-, Spiele-, Drehbuch- und Theater-Autor Thomas Finn wurde vor kurzem fünfzig und hat mittlerweile fast zwanzig Romane sowie zahlreiche Beiträge in Anthologien veröffentlicht – in unterschiedlichen Genres der Phantastik und darüber hinaus auch einen Krimi namens „Mordstrand“, der auf der Insel Pellworm spielt.
Sein neuester Roman „Dark Wood“ ist dem Horror-Genre zuzuordnen. Er befasst sich mit einer lebensgefährlichen Reality-TV-Show in den Wäldern Norwegens und einem unbekannten Grauen, welches dort lauert.„Dark Wood“ erhielt eine Nominierung als bestes Buch für den Seraph 2017, einem Literaturpreis für Phantastik. Die nächste Lesung des vielbeschäftigten Autors wird übrigens auf der BuCon in Dreieich am 14. Oktober stattfinden.

Die Webseite des Autors:
http://www.thomas-finn.de

Vorstellung und Verlosung zur Steamtropolis-Veranstaltung Rotunde meets Steampunk

Heute möchten wir eine weitere Veranstaltung aus der dampfbetriebenen Parallelwelt „Steamtropolis“ ankündigen, deren Veranstalter auch eine Ticketverlosung anbieten. Hinweise zur Verlosung finden Sie am Ende dieses Artikels.
Die Steamtropolis öffnet am Wochende 29./30. Juli im einstigen Bochumer Bahnhof „Rotunde“ ihre Tore und lädt ein zu einer retro-futuristischen, viktorianisch anmutenden Festivität.

© Funkelglanz Events

Neben einem Steampunk-Marktbereich mit Kleidung, Schmuck, Dekoration und Accessoires werden am Eröffnungsabend der Steamtropolis die Steam Rock & Pop Luftschiffbesatzung „La Frontera Victoriana“ aus Eckernförde, die Bochumer Senkrechtstarter „Held der Arbeit“ (Electro-Steampop mit Violine) sowie an beiden Tagen die viktorianisch inspirierte Straßenmusikerin „Aelarin von Wannen“ für die musikalische Unterhaltung sorgen.

Aelarin von Wannen, Foto © Jörg Ewald

 

La Fronteria Victoriana, Foto © Peter Emmert


Des Weiteren gibt es am Samstag eine Vaudeville-Show mit Gia LaFae & Swann Magic und eine abendliche Party mit klassischer und moderner Swing-Musik.  Außerdem wird die  Phantastikautorin Katharina Bode ihren Steampunk Helden „Erasmus Emmerich“ mit einer szenischen Lesung am 30.7. gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Huster präsentieren.

Präsentationen zum Thema Steampunk sowie die außergewöhnliche Körpermaschinen-Ausstellung (30.07.) von Sir Stephen William Brown Boyd (Des Mortimers Kunst) runden das Programm ab. Ein gemütlicher Biergarten-Bereich und ein gastronomisches Angebot wird für das leibliche Wohl sorgen. Szene- und Altersbeschränkungen oder einen verbindlichen Dresscode gibt es übrigens nicht.

Zur Steamtropolis
Diese retro-futuristische Veranstaltungsreihe möchte Steampunk greifbar und erlebbar machen. Denn die traditionsreiche Kulturbewegung hinterlässt längst nachhaltige Spuren in Literatur, Kunst, Musik, Mode, Film, Comic, Design und Computerspiel, bis hin in den Mainstreambereich. Als facettenreiche Subkultur ist sie wesentlich mehr als nur reiner Schauwert.
So wird es zum Beispiel audiovisuelle Präsentationen rund um das Thema „Steampunk“ geben, unter anderem mit Steampunk Künstlerin und Model Dusty Steampott.

Dusty Steampott, Foto © Jörg Ewald

Auch das Ruhrgebiet und die frühe Industrialisierung werden intensiv thematisiert werden. Mit dem Gastspiel der Steamtropolis knüpft die Bochumer Rotunde, welche vor kurzem renoviert wurde, programmatisch an ihren Kurs der Förderung von alternativen Kulturevents an.

Einen Eindruck zur letzten Steamtropolis Veranstaltung im April 2017 in der „Werk Stadt“ in Witten vermittelt dieser Videobericht:
YouTube Preview Image


Die Veranstalter verlosen 2 x 2 Wochenendtickets für die Steamtropolis „Rotunde meets Steampunk“
Teilnahme ab 18. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Zum Teilnehmen bitte bis zum Samstag, den 15.07.2017 eine E-Mail senden an steampunk-gewinnspiele(at)gmx.de mit dem Betreff „Steamtropolis“ und der Angabe des eigenen Namens. Die Verlosung wird am Sonntag, den 16.07.2017 durchgeführt und die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Steamtropolis – Rotunde meets Steampunk
Samstag, 29. Juli 2017
Sonntag, 30. Juli 2017
Beginn:
16.00 – Ende offen Uhr(29.07)
12.00 – 20.00 Uhr (30.07)
Location:
Rotunde, Konrad-Adenauer-Platz 3, 44787 Bochum

Eintritt (nur Tages- und Abendkasse):
€ 20,– (Festivalticket zwei Tage),
€ 12,– (Tagesticket), € 8,– (ermäßigt)
€ 8,– (nur Disco 29.10.)
€ 8 (Konzertticket)
freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren

Die Weblinks zur Veranstaltung:
http://steamtropolis.de/
https://www.facebook.com/steamtropolis.fair/

Zum Veranstaltungsort „Rotunde“:
www.facebook.com/Rotunde/
www.rotunde-bochum.com/

Der Steampunk Sommer 2017

Bald ist Sommersonnenwende, die gleichzeitig den Beginn des Sommers markiert.
Hier ein Überblick anstehender Steampunk-Veranstaltungen in den Sommermonaten, darunter auch mehrere Picknicks in verschiedenen Städten. (Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

George Goodwin Kilburne – „Das Picknick“ (ca. 1900, gemeinfreie Abbildung)

Victorian Art Festival
17. + 18. Juni
Herrenhaus Vogelsang, 18279 Vogelsang / Lalendorf              
https://www.facebook.com/events/1012140378893113/

Schlossfest Schwerin
17. Juni 2017
–  Schloss Schwerin, 19053 Schwerin
https://www.facebook.com/events/1800567923555886/ oder www.schlossverein-schwerin.de

4. Nordbadisches Steampunk-Picknick

25. Juni 2017 von 12:30 bis 19:00  im Schloßgarten in Karlsruhe. Mehr dazu gibt es hier:
http://salon.clockworker.de/events/4-nordbadisches-steampunk-picknick

Steampunkspaß – Viktorianisches Schloss-Spektakel
 1.+2. Juli Burgdorf (bei Hannover)
https://www.facebook.com/events/722529497937237/

copyright: Mit Zahnrad und Zylinder e.V.

Mit Zahnrad & Zylinder
7. Juli – 9. Juli 2017

Domplatz 1, Kornhaus, Meißen (Sachsen)
Ein neues Kunst- und Kulturfest mit dem Motto “Mit Zahnrad & Zylinder – Eine Reise in Verne Zeiten“.
Handwerk, Kreativität, Erfindergeist, Feuershows, über den Tag verteilte Konzerte, Lesungen, Malerei- und Fotografieausstellungen, ein gemütliches Weinlokal, kostenlose Zuckerwatte zum Selbermachen, Filmvorführungen plus Popcorn, Tänze, Kinderschminken, Ausstellungen und Vorführungen von Bastlern, Tüftlern und schlauen Köpfen, Kurzfilmkino, versch. Marktstände, Kinderbasteln, und natürlich auch allerlei Leckeres für das leibliche Wohl.
https://www.zahnrad-und-zylinder.de/de/

 

ZZZ Zombies-Zahnrad-und Zylinder (Larp)
8. Juli 2017
um 12:00 bis 9. Juli 2017 um 14:00
Neu-Ulm, Baden-Württemberg
https://www.facebook.com/events/1658402431071894/
Infos: http://www.game-over-larp.de/html/zzz2017.html

1. Zwergschlammelfen- und Aetherwelt WeltCon
9. Juli, 10 – 18 Uhr im Kunsthaus Essen
Es erwartet Sie ein vielseitiges Programm mit dem Amt für Ætherangelegenheiten, Literatur, Steampunk und … Zwergschlammelfen. Für kulinarische Spezialitäten ist ebenfalls gesorgt.
https://www.facebook.com/events/1675450062744954/

Weitere Infos: https://www.anja-bagus.de/weltcon/

5. Hamburger Steampunk Picknick,
16. Juli 2017 ab 15 Uhr im Stadtpark Hamburg
Weitere Einzelheiten gibt es hier:
https://www.facebook.com/events/1783969361864226/
oder hier im Rauchersalon.

Steampunk Picknick in Friedrichshafen
16. Juli 2017 von 13:00 bis 22:00

im Rahmen der Maker Faire Bodensee, Friedrichshafen
http://salon.clockworker.de/events/steampunk-picknick-in-friedrichshafen

1. Steampunk Picknick auf der Gartenbahn im Maxipark Hamm
22. Juli 2017 von 11:00 bis 23:00 – Maximilianpark Hamm
http://salon.clockworker.de/events/1-steampunk-picknick-auf-der-gartenbahn-im-maxipark-hamm

Viktorianisches Steampunk Picknick in Köln

29. Juli 2017 von 15:00 bis 23:00 im Volksgarten Köln

http://salon.clockworker.de/events/viktorianisches-steampunk-picknick-in-k-ln

Steamtropolis: Rotunde Meets Steampunk
29./30. Juli 2017 in der Rotunde, Bochum
mit Livemusik, Steampunk-Markt, Lesungen, Steampunk-Präsentationen, Vaudeville-Show, abendlicher Party und weiteren Programmpunkten
https://www.facebook.com/events/248182065661733
http://steamtropolis.de/

In Planung:

La transformation de la Petite Marquise
5. August 2017
in  Echternach, Luxemburg
ein Steampunk-Festival in Luxemburg. Es steht noch nicht fest, ob es ein- oder zweitägig sein wird

20. August: Zeitreise Hagen im Freilichtmuseum Hagen. 10:00 bis 18:00 Uhr, https://www.facebook.com/ZeitreiseHagen oder https://www.facebook.com/events/116667272142208/

coypright: Fit for charity e.V./FaRK Messe

Fantasie und Rollenspiel Konvent (FaRK)
25. 08. – 27.08.2017

im Erlebnisort Reden (Saarland)
Die Veranstaltung bietet eine ganze Menge Sachen Steampunk und Phantastik, darunter Konzerte, Lesungen, Workshops, Shows und vieles mehr. Horatius Steam präsentiert dort seine Steampunk-Erfindungen. (Siehe: http://fark-messe.de/geraete-wie-aus-einer-anderen-zeitschiene/)
Der Erlös wird zu 100% wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt.
http://fark-messe.de

Weitere Veranstaltungen finden Sie wie immer hier im Rauchersalon oder im Gesichtsbuch.

Rezension: Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte, ein Roman von Markus Cremer

Der eigensinnige, exzentrische Wissenschaftler und Abenteurer Archibald Leach und seine Partnerin, die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg, werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Dieser genial-wahnsinnige Verbrecher verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Von London reisen sie nach Amerika, nach Afrika und schließlich sogar noch bis nach Indien, um die Pläne des Marquis zu vereiteln.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Markus Cremer hat in diesem Roman auf rund 580 Seiten einen sehr komplexen Plot geschaffen mit viel Liebe zum Detail, was sich nicht nur in zahlreichen steampunkigen Erfindungen zeigt, sondern auch dem historischen Hintergrund bis hin zu interessanten Begegnungen mit realen historischen Persönlichkeiten, die hier natürlich fiktionalisiert sind. Außerdem gibt es hier mehrere Geheimorganisationen, die jeweils ganz eigene Interessen verfolgen. Archibald Leach und Sarah Goldberg begegnen darüber hinaus auch einigen Luftschiff-Piraten. Eine Jahreszahl taucht übrigens nirgends auf, doch der amerikanische Bürgerkrieg wird erwähnt, welcher offensichtlich bereits einige Jahre zurück liegt.

Der Roman besticht unter anderem durch eine Vielzahl an detailliert ausgearbeiteten Nebenfiguren, die aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen. Und auch andere Minderheiten sind vertreten, außerdem hat die Protagonistin ein Handicap – was ihr teilweise Probleme beschert, sie aber nicht daran hindert, sich als wahre Heldin zu erweisen.

Der Stil des Autors ist trotz der Komplexität und der Detail-Fülle flüssig zu lesen, außerdem sind die einzelnen Kapitel angenehm kurz. Jedes Kapitel wird eingeleitet von einem kurzen „Vorwort“ von Sarah Goldberg, aus deren Sicht die Handlung größtenteils erzählt wird. Diese Vorworte dienen dazu, die Handlung zu kommentieren, einiges daraus zusammenzufassen und man erhält hier zusätzlich zum eigentlichen Text einen weiteren Einblick in Sarahs Gedanken- und Gefühlswelt. Darüber hinaus werden einige Kapitel aus der Sicht des Antagonisten geschildert.
Der Roman erinnert an klassische Abenteuergeschichten, die um ein okkult-übernatürliches Element bereichert werden. Wer da an Indiana Jones denkt, liegt nicht falsch – auch das Buchcover-Motiv von Illustrator Martin Schlierkamp scheint von einem der entsprechenden Filmplakate ein wenig inspiriert zu sein. Allerdings ist der Held Archibald Leach ein ganz eigener Charakter, der zum einen exzentrische Ansichten pflegt, zum anderen häufig etwas „verplant“ wirkt. Da macht das Motto des Romans Sinn: „Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite … mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel“.  Denn Sarah Goldberg ist tatsächlich eine pragmatische, starke Ergänzung für Leach, die sehr praktisch denkt.
Die Freundschaft der beiden wird vom Autor mit einem feinen Humor gezeichnet, und man darf sich fragen, ob sie eigentlich noch mehr verbindet als der gemeinsame Kampf gegen die Monstrositäten des Marquis…

Den Roman kann man als in sich abgeschlossen lesen, allerdings wird auch deutlich, dass hier eine Fortsetzung geplant ist, an der Markus Cremer bereits arbeitet.

Bisherige Abenteuer von Archibald Leach und Sarah Goldberg sind als Kurzgeschichten in mehreren Steampunk-Anthologien zu finden (eine genaue Auflistung findet man im Buch). Es ist aber zum Verständnis des Romans nicht notwendig, alle diese Kurzgeschichten zu kennen.

Das Vorwort zum Roman befasst sich mit einem anderen Charakter: Katharina Fiona Bode hat hier etwas über ihren Helden Erasmus Emmerich geschrieben, natürlich mit direktem Bezug zum Roman, so wie Markus Cremer wiederum für ihren Roman „Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé“ ein Vorwort mit Szenen um Archibald Leach verfasst hat. Also kann man hier von einem „Shared universe“ sprechen. Am Rande sei noch erwähnt: Wem der Name Archibald Leach bekannt vorkommt – so heißt auch einer der Hauptcharaktere in der britischen Komödie „Ein Fisch namens Wanda“ aus dem Jahr  1988.

Fazit: Ein detailverliebter, komplexer Steampunk-Roman mit vielfältigen, sympathischen, teilweise auch etwas skurrilen Charakteren, die allerhand turbulente und bisweilen unheimliche Abenteuer erleben. Bitte mehr davon!

Die Webseite des Autors:
https://markuscremer.jimdo.com/

Die Verlagsseite des Buches:
http://artskriptphantastik.de/archibald-leach-reihe.html

Live zu hören ist Markus Cremer mit seiner Archibald Leach Reihe auf der Lesung „Worte aus Dampf“, gemeisam mit weiteren AutorInnen, am 25.06.2017 in der Absinth-Bar in Aachen, ab 19 Uhr.