Beachtenswert

3. Hamburger Steampunk Picknick - indoor

Ein weiterer Beitrag zu unserer aktuellen Serie Steampunk und Picknicks, diesmal von unserer brandneuen Autorin: Amalia Zeichnerin.

Alle bisherigen Beiträgen finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick.


 

Wir, zwei Hamburger Steampunks, hatten in diesem Jahr zum dritten Mal eingeladen zu einem Steampunk Picknick an einem Juli-Sonntag im Hamburger Stadtpark.

Am Tage zuvor gab es übrigens das Schwarze Picknick Hamburg im Jenisch Park, eine Zusammenkunft für Gothics mit schwarzem und/oder historischem Dresscode, bereits zum vierten Mal. Auch dort sind Steampunks gern gesehene Gäste.

Nun ist in der Hansestadt Hamburg immer mal wieder mit Regen zu rechnen – leider keine idealen Voraussetzungen für stilvolle Picknicks mit Kostümen.
Am Samstagmorgen entschieden wir uns daher aufgrund der hohen Regenwahrscheinlichkeit am Sonntag recht kurzfristig für Plan B: Ein Indoor-Picknick in der Mehrzweckhalle einer freikirchlichen Gemeinde. Also tippten wir uns die Finger wund und informierten rasch im Rauchersalon, bei Facebook und per Mail alle Interessenten über die geänderte Location.
Von rund hundert angemeldeten Gästen erschienen dann immerhin noch circa sechzig, die sich auch von Regen und einem improvisierten Picknick mit Tischen und Stühlen in einer Halle nicht abhalten ließen. Steampunk ist eben das, was du draus machst…

Foto: Marie von Wolfshagen

Foto: Marie von Wolfshagen

Für Abwechslung sorgten Billard und ein Kicker-Tisch, auch gab es musikalische Untermalung mit Klavier und Gitarre.

Der „Bremer Zirkel“ war wieder durch mehrere Mitglieder vertreten. Mit selbstgebackenen Tee-Duell-Keksen – hergestellt mit Godric von Narugards selbstgebauter Backform – brachten sie diese Erfindung englischer Steampunks anderen Gästen näher.

Tee-Duell Kekse, Foto von Amalia Zeichnerin

Tee-Duell Kekse, Foto von Amalia Zeichnerin

Auch einige Reenacter waren zu Gast. Diese konnten hier unter den Steampunks einmal von der strengen Authentizität Abstand nehmen, die sonst bei ihren historischen Kostümen gefragt ist, wie die Künstlerin Leona di Colori mir erklärte.

Im Vorfeld des Picknicks brachte einer unserer Gäste die schöne, zum Gespräch einladende Idee eines Tauschbuffets ins Spiel, das es auch auf dem Steampunk-Picknick im Rahmen des WGT Leipzig gab.
Viele Speisen für das Tauschbuffet waren so liebevoll gestaltet, dass sie fast zu schön zum Essen waren, darunter etwa ein exquisiter Kuchen mit Zahnrädern aus golden gefärbtem Fondant und diese Beiträge aus Obst und Gemüse:

Beitrag zum Tauschbuffet, Foto von Rhys Mac Gearloose

Beitrag zum Tauschbuffet, Foto von Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Beitrag fürs Tauschbuffet, Foto: Rhys Mac Gearloose

Das Picknick wurde auch beehrt von einigen Mitgliedern der Steampunk-Band Drachenflug. Sie organisieren seit mehreren Jahren das norddeutsche Steampunk Festival „Aethercircus“ und andere steampunkige Veranstaltungen.

Und was wäre ein Steampunk Picknick ohne das obligatorische Gruppenbild?

Gruppenbild, Foto: Moritz Klabes

Gruppenbild, Foto: Moritz Klabes

Sehen Sie genau hin…dann werden Sie auf unserem Gruppenbild sogar zwei intergalaktische Zeitreisende finden.

Auch wenn alles recht kurzfristig improvisiert war, dürfen wir dieses Indoor-Picknick und Steampunk Treffen nach vielen positiven Rückmeldungen der Gäste doch als eine gelungene Veranstaltung bezeichnen.

Wir hoffen allerdings, im kommenden Jahr wieder bei Sonnenschein im Park zu einem „echten“ Picknick einladen zu können.


Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal
  4. Amalia Zeichnerin: 3. Hamburger Steampunk Picknick – indoor

„Schmetterlingsbeute“ – ein Steampunk-Krimi-Livehörspiel von Marco Ansing mit Vernissage & Kunstauktion

Die stadtbekannte Diebin Madame Papillon hat es auf ein geheimnisumwittertes Gemälde der Künstlerin Amalia Zeichnerin abgesehen. Kann der Journalist Johann Alexander Krieger den Diebstahl verhindern?

Am 18. Juli 2015 fand in Hamburg eine Veranstaltung statt, die mehrere Kunstformen zusammenbrachte: Krimiliteratur, Hörspiel, Schauspiel und angewandte Kunst.

Marco Ansing, Foto von George H Peters

Marco Ansing, Foto von George H Peters

Autor Marco Ansing (siehe auch Die Letzte Instanz – ein Livehörspiel) schreibt schon seit einiger Zeit Steampunk Kurzgeschichten über  den gerissenen und gewitzten Reporter Johann Alexander Krieger vom fiktiven „Hamburger Hanseboten“.  Diese Serie hat er nun fortgesetzt mit der Geschichte „Schmetterlingsbeute“, welche er für die Bühne adaptierte.

Dafür hat sich Ansing außerdem inspirieren lassen von den beiden Steampunk Personas „Amalia Zeichnerin“ und „Sir Elias Ashton“. Beide tauchten bereits in einem früheren seiner Livehörspiele auf, das in fiktiver Weise vom Aethercircus Festival handelte.

Was ist eigentlich ein Live-Hörspiel?
Bekannt wurden etwa die Live-Produktionen der „Drei Fragezeichen“. Im Live-Hörspiel wird der Text anders als bei einem Schauspiel nicht auswendig vorgetragen, sondern lebendig vorgelesen, untermalt von Mimik und Gestik. Außerdem werden passende Sounds eingespielt, zum Beispiel das Klappern einer Schreibmaschinentastatur in einer Zeitungsredaktion oder das Ticken einer Standuhr. Marco Ansings Mitstreiter verwenden dabei auch allerhand Requisiten, damit klar wird, welche Rolle gerade gelesen wird. In „Schmetterlingsbeute“ stellte Schauspieler und Sprecher Thorsten Schneider den Kommissar Schmittke mit einer Pickelhaube dar, während der Adlige Sir Ashton mit einem Spazierstock herumfuchteln durfte.
Auch das Publikum wurde miteinbezogen und durfte Geräusche machen  – in einer Gefängnisszene beispielsweise war „anzügliches Gröhlen“ gefordert, dem die Zuschauer dann lautstark Ausdruck verliehen.

Bei manchen von Ansings Live-Hörspielen darf das Publikum sogar per Applaus abstimmen, welchen Weg die Helden wählen sollen im weiteren Handlungsverlauf.

Bei der Uraufführung von „Schmetterlingsbeute“ im originellen Eppendorfer Café „Jussi – Mein skandinavisches Krimibuchcafé“ kam eine andere Form der Interaktion zum Tragen: Die im Hörspiel beschriebene Kunstauktion wurde auch real durchgeführt mit dem anwesenden Publikum. Marco Ansing und Thorsten Schneider überboten sich beide gegenseitig auf komödiantisch-überzogene Weise darin, die zu versteigernden Steampunk-Werke und Portrait-Gutscheine von Amalia Zeichnerin anzupreisen – und waren damit sehr erfolgreich, denn sie brachten fünf Werke unter den Hammer.

Amalia Zeichnerin, Foto von Linde Abschinski

Amalia Zeichnerin, Foto von Linde Abschinski

Das im Livehörspiel hervorgehobene Gemälde „Mann mit Maschinenrucksack“ (auch „Steampunk Ball“ genannt, siehe Abbildung) wurde ursprünglich 2013 von Amalia Zeichnerin gemalt und auf dem Aethercircus Festival ausgestellt.
Marco Ansing beschrieb das Werk nun in seinem Hörspiel auf  detaillierte Weise und ließ es von einer der Figuren gar bis ins Kleinste feingeistig interpretieren.

Steampunk Ball von Amalia Zeichnerin

Steampunk Ball von Amalia Zeichnerin

„Schmetterlingsbeute“ entpuppte sich als unterhaltsamer Kunst-Krimi, in dem auch – passend zum Steampunk-Genre – ein verrückter Wissenschaftler noch eine tragende Rolle spielen sollte.

Passend dazu wurde auch ein Gemälde mit dem Titel „Für die Wissenschaft!“ versteigert, zu dem die Künstlerin auf der Auktion folgendes erzählte:

Hier sehen Sie den mehrfach ausgezeichnete Prof. Dr. Dr. Wilhelm Heisenfeldt und seinen Assistent Eugen bei der Erforschung der Gehirnperforationexplorationssynthese mittels Heisenfeldtiumhydroxit unter Zuhilfenahme eines von Nikola Tesla entwickelten elektrischen Gerätes.

Für die Wissenschaft! von Amalia Zeichnerin

Für die Wissenschaft! von Amalia Zeichnerin

Übrigens befanden sich im Publikum des Livehörspiels auch mehrere Stammgäste des Krimibuchcafés, die bisher mit Steampunk noch nicht in Berührung gekommen waren – so dass Ansing eine kleine Einführung ins Thema vorwegschickte. Nach viel Gelächter und positivem Feedback aus dem Publikum konnten alle Beteiligten diese einmalige Veranstaltung als gelungen betrachten.

Wer neugierig geworden ist auf  die Abenteuer vom Reporter Johann Alexander Krieger, kann eines davon – mit dem Titel „Volldampf zu den Sternen“ – nachlesen in der Steampunk Anthologie „Voll Dampf“ des Amrun Verlages, herausgegeben von Ingo Schulze und André Skora.

Mehr über Marco Ansing im Aether: http://www.marco-ansing.de/

Mehr über Amalia Zeichnerin: http://www.silestin.de/

Mythbuster fordert Werkunterricht

Wir alle kennen die „Mythbusters“. Die Fernsehsendung, die urbane Mythen mit praktischen Experimenten und theoretischen Unterbau so wissenschaftlich wie eben möglich bestätigt oder zum platzen bringt.

Adam Savage, einer der Gastgeber der Show, hat sich in der amerikanischen DIY und Makerszene schon lange einen Namen gemacht und hier untermauert er mal wieder, warum:

STEM, the acronym for science, technology, engineering and math should be STEAM, because you need art in there to complete education

Ich neige nicht, dazu, ihm zu widersprechen, vor allem nicht bei der Abkürzung! :)

http://www.intellectualtakeout.org/blog/mythbusters-star-argues-schools-should-bring-back-shop-class

 

Steamtown - Das Buch

Wir haben schon begeistert über Steamtown berichtet ( hier und hier ), als es eine noch ein Fortsetzungsroman in den Weiten des Internets war.

Carsten Steenbergen und T.S. Orgel haben zusammen verteilt über ein gutes halbes Jahr eine wunderbare Geschichte erschaffen, die nun seit einigen Wochen beim Papierverzierer Verlag endlich als echtes Buch zu haben ist.

Ich gebe zu, ich hatte bisher noch keine Zeit, es zu lesen ( nicht, der Inhalt unbekannt wäre ), aber das Buch macht einen sehr wertigen Eindruck. Softcoverbindung mit Infos zum Ausklappen und hochwertigem Farbdruck. Robustes Papier und gut lesbare Schrift. Hervorragend, so gefallen Bücher!

Und hier gibt es das gute Stück

Steamtown1

 

 

 

 

 

4. Viktorianisches Picknick in Wuppertal

Wir setzen unsere Gastbeitragsreihe zum Thema Steampunks und Picknicks fort und dürfen als heutigen Gastbeitragschreiber Miss Lola Wellington begrüßen.

Alle Beiträge der Reihe finden Sie unter dem Schlagwort: Serie: Picknick


Miss Lola Wellington 2014Lola Wellington  lud zum 4. Viktorianischen Picknick in Wuppertal

Am 28. Juni lud die Künstlerin Nicole Paul alias Lola Wellington von Nici’s ART zum 4. Viktorianischen Picknick ein. Die Gäste kamen zu Hauf. Eine Kleiderordnung in Viktorianisch, Steampunk, Barock, Lolita oder Edelgothic waren Voraussetzung.

Nachdem wir drei Jahre auf der wunderschönen Isenburg in Hattingen gepicknickt hatten, trafen wir uns diesmal in Wuppertal Barmen und gingen gemeinsam in den historischen Vorwerkpark Anno 1907.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 034Um 14:30 Uhr trafen sich am Tölleturm etwas über 100 Damen und Herren  in wunderbaren Kleidern und Anzügen im Stil des Viktorianischen Zeitalters, darunter Steampunker, Lolita-Ladies und Edelgoten, die ihre leckeren, meist extra zubereiteten Köstlichkeiten inklusive Picknickinventar über einen kurzen Abstieg durch ein Wäldchen bis hin zur Picknickwiese in den Vorwerkpark trugen.
Die Temperaturen waren optimal und hielten sich bei ca. 21 C Grad, es war leicht bedeckt, so dass die Sonne uns nicht gleich verbrannte. Herrliches Kaiserwetter für eine solche Veranstaltung.
Es wurden Picknickdecken ausgebreitet, Tischlein aufgestellt, Omas elegantes Sonntagsgedeck ausgepackt, Speisen und Getränke angerichtet, sogar ein Pavillon aufgebaut und ein Kofferplattenspieler angeschmissen.
Die Gäste sind in ihre Kreativität und detailtreue einfach wunderbar, denn sogar ein den sportlichen Zeitvertreib wurde gedacht: Krocket. Ein typisch englischer Sport, der sich auch schon im 19. Jh. großer Beliebtheit erfreute, so auch bei den Gästen des Viktorianischen Picknicks. Es wurde fleißig nach den originalen Regeln gespielt.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 027Nachdem sich herzlich begrüßt wurden, neue Bekanntschaften geschlossen und die ersten Fotos im Kasten waren, ging man zum Probieren der Getränke und Speisen über.
Später lud der Park, mit seinen versteckten Örtchen, exotischen Bäumen, Rhododendronbüschen, dem mystischen Steinbruch und den kleinen Seen zum Spazierengehen und Fotografieren ein.
Im Laufe des Nachmittages wurden wunderbare, interessante Gespräche geführt, Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht, Krocket gespielt, gezeichnet, fotografiert und viel gelacht.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 051 4. Viktorianisches Pickenick 2015 026 4. Viktorianisches Pickenick 2015 010 4. Viktorianisches Pickenick 2015 003

Natürlich blieb die illustre Gesellschaft den Sonntagsbesuchern des Parks sowie den Anwohnern nicht unentdeckt. Rege und nur positive Resonanz wurde uns entgegen gebracht. Spaziergänger waren bereit ihr lieben Jagdhunde den Damen mit den passenden Kleider für ein Foto auszuleihen, ließen sich Kontaktdaten notieren und knipsten natürlich auch ein Erinnerungsfoto mit den Picknickgästen.

4. Viktorianisches Pickenick 2015 053

Nach so einem wunderbaren Nachmittag mit interessanten Gesprächen, neuen Bekanntschaften und herzlichen Menschen wird dieses Picknick nicht das Letzte gewesen sein. Man munkelt, es werde vielleicht sogar diesem Jahr noch ein Weiteres geben. Ich werde meine Gäste über meine Seite Nici’s ART auf dem Laufenden halten.

Herzlichst,
Nici Paul alias Lola Wellington

4. Viktorianisches Pickenick 2015 054


Wir bedanken uns für diesen wunderbaren Einblick!

Möchten auch Sie uns von einem Picknick des Genres berichtet? Oder haben Sie DAS Rezept für leckere Mitbringsel? Haben Sie DEN Picknickkorb schlechthin gebaut? Berichten Sie uns und anderen Steampunks davon.
Gastbeiträge werden unter clarawirz [at] clockworker.de entgegengenommen.

Die bisherigen Beiträge finden Sie unter dem Schlagwort Serie: Picknick oder einzeln hier aufgelistet:

  1. Ankündigung der Serie
  2. Herr Baron von Heim: 2. Nordbadisches Steampunk Picknick
  3. Miss Lola Wellington: 4. Steampunk Picknick in Wuppertal

 

2. Nordbadisches Steampunk-Picknick

Wir beginnen nun mit der angekündigten Serie über Steampunk-Picknicks. Als erstes darf ich Herrn Baron Peter von Heim als Gastautoren begrüßen. Genießen Sie nun seinen Bericht des 2. Nordbadischen Steampunk-Picknicks:


Bereits zum zweiten Male lud die Großherzoglich Badische Luftschiff-Marine unter der Schirmherrschaft von Baron Peter von Heim am Sonntag, den 21. Juno 2015 zum Nordbadischen Steampunk-Picknick in den Schlossgarten nach Karlsruhe. Für alle bereits am Vorabend angereisten gab es einen kleinen Umtrunk am Samstagabend.
Angespornt durch den großen Erfolg des Vorjahrespicknicks, bei dem trotz anfänglich fürchterlichen Regenwetters immerhin 66 Gäste erschienen waren, hatte die Luftschiff-Marine schon früh im Jahr beschlossen, dieses Event zu wiederholen und damit eine schöne neue Tradition zu beginnen.

11016148_1083385421690006_3031355424331120294_o

Herr Baron von Heim, Photo: Silke Grehling

Bereits zum kleinen Vorabendumtrunk versammelten sich 30 gutgelaunte Steampunks aus fast ganz Deutschland und der Schweiz, um bei einer gutbürgerlichen Mahlzeit und gutem, hausgebrautem badischen Bier in der schönen Schwarzbrennerstube im Badisch Brauhaus in Karlsruhe. Einige der Gäste hatten nahezu 50 badische Meilen (oder 400 Kilometer) des Weges auf sich genommen, nur um an Abendveranstaltung und Picknick teilnehmen zu können! Die Veranstalter waren ob dieser großen Ehre wohlbegeistert! Mit dem Fortschreiten der Zeit förderte das angenehm warme Wetter deutlich den Getränkeumsatz, und es wurde ein sehr lustiger Abend. Die letzten Besucher verließen das Gasthaus wohl gut nach Mitternacht.

Der Sonntagmorgen verhieß wie bereits im Vorjahr keinen Sonnenschein, aber auch in diesem Jahr hatten die Wettergötter ein Einsehen. Bereits eine halbe Stunde vor der Zeit versammelten sich viele gutgelaunte Steampunks am Schloss in Karlsruhe, um nach dem obligatorischen Gruppenphoto gemeinsam zu Picknickplatz in den Schlossgarten zu spazieren. Alsbald rissen die Wolken auf, und die pittoresk von Bäumen und Büschen umstandene Picknickwiese wurde in goldenes Sonnenlicht getaucht. Einige Nachzügler, die von der unglücklichen Verkehrssituation in und um Karlsruhe aufgehalten worden waren, stießen zu den Feiernden hinzu, sodass bald über 100 Köpfe gezählt wurden.

MAUX4713-3-NIK

Photo: Herbert Mau

Wie immer wurde viel geplaudert und viel gelacht. Mannigfaltige Speisen und Getränke wurden auf den Picknickdecken und Tischchen aufgebaut, und wie bereits im Jahr zuvor wurde viel von den Köstlichkeiten hin- und her getauscht und gegenseitig von den Köstlichkeiten probiert. Einige der Teilnehmer hatten sich gar die Mühe gemacht, warme Speisen mitzubringen!

Besonders beeindruckend war natürlich auch die vielfältige und überaus einfallsreiche Gewandung der Picknickgäste! Alle hatten sich sehr große Mühen gegeben und waren in ihren schönsten Kleidern erschienen, auf dass es eine Freude für das Auge war. Man sah ausladende Kleider, wunderbare Gehröcke, phantastischen Schmuck und phantasievolle Kopfbedeckungen.

Der Nachmittag wurde aber nicht nur mit Völlerei und Plauderei verbracht, es gab auch sportliche Betätigung unter der Leitung von Zedena von Tharendt, die einige der Teilnehmenden mit einem Tualoop-Spiel auf Zack hielt. Währenddessen las Peter von Heim, unterstützt von Freya von Senser, ein überaus anrührendes Kapitel aus seinem 2016 erscheinenden Erstlingswerk über Zwergschlammelfen. Es wurde von den Zuhörern mit großer Anteilname aufgenommen. Es folgte eine Darbietung auf Raphaelius Alva Grußers Dampfhornspieolofon und die Vorstellung des ferngesteuerten Kleinstluftschiffes „Heliominerva“, ebenfalls aus den Grußer’schen Werkstätten.

Einer weiteren Tradition folgend begleitete Thaddäus von Senser einige Gäste auf einer Fahrt mit dem Schlossgartenbähnle, das wie an jedem Sommersonntag von der treuen Dampflokomotive „Greif“ gezogen wird.
Kurz bevor der Nachmittag in Ruhe ausklingen konnte, wurde das illustre Treiben den Wettergottheiten dann wohl doch zu viel, und sie beendeten die Veranstaltung durch Herabschicken eines Regenschauers.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, die allen Beteiligten wohl recht große Freude breitete. Peter von Heim kündigte auf Nachfrage bereits an, dass für das Jahr 2016 bereits die dritte Auflage des Picknicks in Planung ist.


 

Wir danken für diesen Einblick zum Picknick in Karlsruhe! Weitere Picknick-Impressionen erwarten Sie Ende der Woche. Alle Beiträge der Serie finden sich unter dem Schlagwort Serie: Picknick.

Möchten auch Sie einen Gastbeitrag zum Thema Steampunk Picknick oder einem anderen Steampunk releanten Thema verfassen? Kommentieren Sie hier oder schicken Sie eine Aetherpost an clarawirz [at] clockworker.de

Steampunks und Picknicks

Source: LovedayLemon auf FlickR

Steampunks scheinen eine Affinität zum Picknicken zu haben. Zahlreiche Events ebenjener Verspeisung in steampunkiger Garderobe tauchen im Salonkalender und direkt hier auf.

Kein Wunder eigentlich, kam doch das Picknicken zur Zeit Viktorias erst so richtig in Mode. Auch der vollausgestattete Picknick-Korb fällt in seiner Entstehung ins 19. Jahrhundert.

Damals gehörte auch Tee eindeutig mit zum Essen und ohne Thermoskanne musste dann eben vor Ort zubereitet werden.

Heute bezeichnet man als ein Picknick, bei dem jeder sein Essen selbst mitbringt als Potluck. Wobei das wohl den wenigsten bekannt ist und man auch hier mit der Bezeichnung Picknick ganz gut fährt.

Diese kommt übrigens von französisch „piquer“ für etwas „aufpicken, aufnehmen“ und „niquer“ für „Kleinigkeit“. (Achtung! „niquer“ wird in der heutigen französischen Umgangssprache für den Beischlafschlaf verwendet.)

Steampunk haben jedenfalls vielfach Gefallen gefunden am gemeinsamen Speisen im Freien und zahlreiche Veranstaltungen finden in diesem Rahmen statt.
In den kommendne Tagen möchten wir von einigen berichten und einige ankündigen.

11. Amphi-Festival in Köln - Neue Location - VVK ausverkauft

promo2015Der Sommer ist endlich angekommen und passend dazu startet auch der Clockworker bald in die Sommer Festival Saison und wird euch berichtet, was in Sachen Steampunk so los ist.

Am 25. und 26. Juli (also schon in zwei Wochen!) findet zum 11. Mal das Amphi Festival in Köln statt. In diesem Jahr zieht die Veranstaltung vom Tanzbrunnen wenige Meter weiter in die Lanxessarena und den eigens geschaffenen Amphi Eventpark.

Auf zwei Outdoorbühnen und in der Arena findet ein vielfältiges Programm aus Konzerten, Theater und Lesungen statt. Daneben wird natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt (der Veranstalter verspricht gesunkene Getränkepreise im Vergleich zum Vorjahr und mehr Auswahl, insbesondere auch an vegetarischen Speisen) und auch die Shoppinggelüste des schwarz-bunten Volkes werden befriedigt werden können.

Das Line-up mit über 45 bestätigten Künstlern ist so umfangreich, wie noch nie:

AND ONE

VNV NATION

FRONT 242 – THE MISSION  – DIARY OF DREAMS – OOMPH! – DAF

COMBICHRIST – GOETHES ERBEN – AGONOIZE – THE BIRTHDAY MASSACRE

SAMSAS TRAUM – WELLE:ERDBALL – THE CRÜXSHADOWS  –  [:SITD:]

DAS ICH – WESSELSKY – ZERAPHINE – NEUROTICFISH – DIORAMA – S.P.O.C.K

STAHLMANN – [X]-RX – QNTAL – ROME – RABIA SORDA – THE CREEPSHOW

INKUBUS SUKKUBUS – LEBANON HANOVER – CENTHRON – PATENBRIGADE: WOLFF

DARKHAUS – SCHÖNGEIST – HENRIC DE LA COUR – DER TOD (DEATH COMEDY)

CHROM – DER FLUCH – FOLK NOIR – EUZEN – SONJA KRAUSHOFER – ÆON SABLE

THE DEVIL & THE UNIVERSE – POKÆMON REAKTOR – ALEXANDER KASCHTE

CHRISTIAN VON ASTER + Rahmenprogramm

Moderation: DR. MARK BENECKE | DER TOD

Einen kleinen Einblick könnt ihr hier bekommen:

YouTube Preview Image

Auch wenn keine davon „Steampunk“ schreit, werden bestimmt wieder viele Besucher und auch Händler zur sepiafarbenen Subkultur gehören. Bereits in den vergangenen Jahren  konnten wir uns vor Ort umsehen und unsere Eindrücke hier dokumentieren (siehe Berichte 201120122013).

Es heißt also wieder einmal: Auf nach Köln!

Wer noch keine Tickets hat, sollte sich beeilen, denn das Vorverkaufskontingent ist bereits erschöpft. Aktuell kann man noch Wochenend- und Tagestickets zum Tageskassenpreis reservieren lassen. Die neue Location lockt und das Amphi ist auf dem besten Wege ausverkauft zu sein!

Alle Informationen zu Tickets, Übernachtung, Anfahrt und Co findet ihr auf der Amphi Homepage www.amphi-festival.de

____________________

Übrigens: Am Freitag vor dem Amphi findet im Friedenspark der Jardin de Belle Epoque statt, ein historisches Picknick für Rokoko, Viktorianisch, Steampunk und Lolita Begeisterte von Marisha und Natala Le Fay.

„Steampunk, Die Erben Jules Vernes“

An diesem Wochenende erscheint ein neues Steampunk Buch mit obigem Titel. Ich hatte das Vergnügen, das Buch bereits zu lesen und der Franzis Verlag hat mich gebeten meine Meinung über das Buch kund zu tun. Hier ist sie also, meine Meinung:

„Steampunk

Die Erben Jules Vernes“

Anders als der Titel des Buches vermuten lässt, ist dieses Buch in erster Linie eines:

Ein Buch von Dan Aetherman über Dan Aetherman.

Steampunk außerhalb seines „Steampunkuniversums“ findet, zumindest in diesem Buch, nur als Randerscheinung statt. Das zumindest suggeriert das Buch beim ersten, flüchtigen Durchsehen. Befasst man sich näher mit dem Werk, so vertieft sich der Eindruck. Die Anderen, im Buch erwähnten Künstler, tauchen als Beiwerk, oder besser noch als Rahmen auf, um dem Meister die Bühne zu bereiten.

Hat der Leser dies einmal verinnerlicht, so erschließt sich das Buch jedoch als Gesamtkunstwerk eben über Dan Aetherrman aka „Der Chocolatist“, der in seinem Buch, die von ihm erschaffenen Werke, meisterlich ins Licht zu setzen versteht.

Dabei gibt Dan Aetherman eine Einführung in das Genre Steampunk und die Ursprünge, stellt seine „Steampunk Friends“ vor und schwenkt dann zu sich, seinen Werken und Ideen.

Wie ein roter Faden zieht sich die Handschrift Dan Aethermans durch seine Kreationen. Die Kombination von Hightechelementen und historischer Technik gibt seinen Geräten und Gadgets einen ganz eigenen Charme, machen sie absolut einmalig und besonders.

Anders als beim „Functional Steampunk (1)“ kombiniert Dan Aetherman gekonnt nicht funktionale Elemente mit funktionalen Bauteilen. Die so entstandenen Geräte lassen verharren und bieten weiten Spielraum für die Phantasie und regen zum Nachdenken an.

Im Anhang verfährt der Meister dann nach alter Steampunk Tradition und öffnet seine Werkstatt verrät Tricks und plaudert, teilweise sehr detailliert, über die Entstehung seiner Werke. Auch wird im Rahmen eines ausführlichen Tutorials der Selbstbau eines Steampunk USB – Sticks beschrieben.

 

Fazit: Ein gelungenes Buch mit leider irreführendem Titel.

 

Als Titel hätte,

„Dan Aetherman

Einer der Erben Jules Vernes“

besser gepasst.

 

Das Buch erscheint im Franzis Verlag ISBN-13: 978-3645603812

Und kostet 39,95, das e-Book ist für 29,95 zu haben.

 

Dan Aetherman  wird am Samstag und am Sonntag um 14.30 auf der Maker World in Friedrichshafen signieren. Halle A5, Stand 200. Man kann das Buch direkt vor Ort kaufen und dann signieren lassen.

 

(1) Functional Steampunk, hier habe alle verbauten Teile am Gerät eine Funktion und sind nicht allein schmückendes Beiwerk.

Tales of Nebelheym - Chapter 1: A Wanderer's Heart

Viel zu lange liegt es schon auf meinem Schreibtisch, „A Wanderer’s Heart“. Das erste komplette Album der Stuttgarter Band Tales of Nebelheym. Wir berichteten bereits über sie und ließen uns beantworten, warum sie ihre Musik in das Steampunk Genre einordnen. Die Antwort gibt aber am besten die Musik selbst. Doch dazu später.

Auf meinem Tisch liegt CD im klassischen Digipack mit vierzehnseitigem Booklet, welches alle Liedtexte und eine kleine Einleitung in die Welt von Nebelheym enthält. Auffallend symphatisch ist die gesamte Gestaltung und die Zeichnungen der CD, denn die stammen von Matse, dem Violinisten der Band.

2015-06-16 20.54.122015-06-16 20.54.38

2015-06-16 20.55.43-1

„A hundred years and more have passed since the strangers anchored on the coast of the port city of Barvak. Our lives to a decisive turn today. Their ships did not rely on the power of the wind and waves, they were driven by fire and steam. The technology that was given to us influenced our economy, our social lives, and even our music…“

So beginnt die Reise durch Nebelheym und seine Geschichte. Die Geschichte des „Wanderers“, der aufbricht, um die Welt als stiller Beobachter zu erkunden und nieder zu schreiben was er sieht, die „Tales of Nebelheym“. Eine Welt in der die Dampfkraft erst seit einiger Zeit Fuß gefaßt hat und noch nicht überall angekommen ist. Eine Welt, die sich im Umbruch befindet und in der sich ihre Bewohner erstmal mit den neuen technischen Errungenschaften vertraut machen müssen.

Sämtliche Lieder auf der CD sind handgemacht. Sowohl die Musik als auch die Texte stammen aus den Köpfen und Fingern der Bandmitglieder. Sie erzählen nicht nur von dampfenden Maschinen, drehenden Zahnrädern, oder wie verraucht alles ist, sondern sie erzählen Geschichten von Menschen und Städten, die der Wanderer auf seiner Reise trifft. Sie sind Teil einer Chronik, die noch weitergeschrieben werden muß.

An dieser Stelle möchte ich einen zwei Jahre alten Tweet der großartigen Künstlerin Unwoman ausgraben, denn genau diesem Wunsch haben „Tales of Nebelheym folge geleistet“

 


 
Vergleiche ich „A Wanderer’s Heart“ mit der Demo CD „Prequel“ hat sich nochmal einiges getan. Es kamen neue Gesangsparts hinzu und manche wurden erneut eingesungen. Alles klingt runder und solider. Die CD bekam nochmal einen ordentlich Mix-down und hat einiges an Qualität zugelegt. Man merkt, daß viel Arbeit darin steckt von Leuten die ihr Handwerk verstehen.

Auf der Platte hört man bis auf den E-Bass keine elektrischen Instrumente. Whistles, Violine, Gitarren, Purcussion und das Akkordeon sind alle „akkustisch“ und erzeugen trotzdem genug Druck, der einen feiern lassen kann ohne die E-Gitarre zu vermissen. Wie schon damals im Interview erwähnt, ist keiner der Musiker ein wirklich unbeschriebenes Blatt. Sie alle haben schon Erfahrung in anderen Bands gesammelt, was der Qualität der Musik durchaus zu Gute kommt. Ich persönlich sehe die Komposition der Lieder als eine der Stärken der Band an. Kein Lied klingt wie das andere, jedes ist auf seine Art und Weise markant. Man begnügt sich nicht mit simplen Strophe – Refrain Schemata sondern packt noch mindens mal Intro, Zwischenspiel und Outro dazu. Das gefällt.

Insgesamt finden wir auf der CD zwölf Lieder mit einer Gesamtlaufzeit von rund vierzig Minuten.

The Fiddler eröffnet die Platte und zeigt mit einem schnellen Reel erstmal, wohin die Reise geht… Nach vorne…

Warden of the City ist eine der Geschichten aus der Stadt. Der Alltag des Wächters, der auf seinem Turm steht und alles im Auge behält, während die Diebe versuchen, im zu entgehen.

Choices erzählt von einem jungen Mann, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich als Soldat in die Welt hinaus macht.

Der Sailorman’s Chant überzeugt einen Jungen, mit auf den Meeren zu segeln und den Wind im Gesicht zu spüren. Raise your glass! Hooray!

Come and Dance in der Kneipe, zwanzig Meilen von Landeron. Singen, trinken, tanzen und Geschichten erzählen.

Wanderer’s Heart erzählt die Geschichte des Wanderers selbst.

Thieves sind die, die der Warden of the City nicht erwischt. Unentdeckt durch die Nacht, raubend und mordend. Es werden nie weniger…

Fly away my dear… Der dampfbetriebene Kompass, der dem Wanderer auf seiner Erkundung immer wieder den Weg weist.

Shelter and Bane. Wenn eine Melodie der letzte Halt in einer Welt ist…

In Nebelheym’s Past singt der Wanderer von seiner Vergangenheit und seiner Zukunft.

Gimme some Beer genau wie der Fiddler gibt dieses Lied die Richtung vor… Geradeaus! Diesmal in die Taverne!

 

Alles in allem eine sehr gelungende CD. Ich weiß nicht, wie oft ich sie schon gehört habe, aber ich weiß werde es sicher noch öfter tun. Eine klare Empfehlung für Liebhaber von gut gemachter, folkiger Musik, die Geschichten zu erzählen hat.

Ich muß allerdings sagen, auch wenn mir die CD wirklich gut gefällt, ihren wahren Trumpf spielen „Tales of Nebelheym“ auf der Bühne aus. Sie sind einfach eine Band, die zwar im Studio überzeugt, aber auf der Bühne zu Hause ist.

Kaufen könnt ihr die CD direkt im Shop ihres Labels Pangalactic Records.

Ich freue mich jetzt schon auf die neue Platte und verspreche, nicht erst rund zehn Monate später darüber zu schreiben!

 

Steampunk auf der Kieler Woche?

Die Band La Frontera Victoriana, die sich selbst als erste Steam Rock Band Deutschlands bezeichnen, haben es ins Onlinevoting des NDR um den Titel „Schleswig-Holstein Hammer 2015″ geschafft.

Im Vorentscheid in der Stadthalle Neumünster haben sie es aus 30 Teilnehmern unter die ersten 17 geschafft, die sich noch bis zum 16. Juni 2015, 12.00Uhr dem Voting auf der Homepage des NDR stellen. Die 8 meistgewählten Bands, werden beim Hammer-Finale am 23. Juni auf der Kieler Woche auftreten und um den Titel „Schleswig-Holstein Hammer 2015″.

Unter der Startnummer 28 könnt ihr nun die Steampunk Rocker unterstützen und sie auf die NDR -Bühne der Kieler Woche bringen.

Mehr über die Band, die bereits seit 2004 Gigs spielt, erfahrt ihr auf ihrer Aetherpräsenz, im Gesichtsbuch oder auf Youtube.

La Frontera Victoriana

 

Steampunk Lesung in Markus Bücherkiste

Lesung-1

Autoren, Gastgeber und Stimmenleiher des Abends

Am Samstag, 30. Mai sollte in Markus Bücherkiste ein Steampunk Picknick mit Lesung von Anja Bagus, Thorsten Küper und Bernar Leston stattfinden. Das Wetter machte der Picknick-Planung jedoch einen Strich durch die Rechnung und so versammelte man sich stattdessen in der Bücherkiste selbst und wie der Name schon erahnen lässt, wurde es sehr kuschelig.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch und so lauschten die Gäste den Geschichte aus den Steampunkwelten der drei Autoren.

Als besonderes Schmankerl hatten diese sich dafür entschieden ihre Texte mit verteilten Rollen in szenischen Vorlesen vorzutragen, was den Erzählungen eine völlig neue Qualität verlieh.

Kulinarisch gut versorgt durch die Picknickpakete folgte man zweieinhalb Stunden Abenteuern von Monsterjägern, Untoten Armeen und Geheimnissen aus dem Aether.

Einen kleinen Eindruck vermag dieses Video denen geben, die dem wundervollen Abend nicht beiwohnen konnten, einige Ausschnitte aus den drei Lesungen:

YouTube Preview Image

Weitere Eindrücke (in Wort und Bild) vermittelt der Bericht von Thorsten Küper und der von Markus Gersting.

Eine Wiederholung, diesmal aber wirklich mit Picknick, für das kommende Jahr ist bereits geplant und sollte unbedingt besucht werden!

„Heliominerva“ – Ein Luftschiff hebt ab

Ein sehr bestaunenswertes Projekt aus den Tiefen Baden-Württembergs erreichte uns unlängst. Bewundern Sie die Heliominerva des S-team Art

YouTube Preview Image

Ein voll lenkbares Luftschiff im Taschenformat!

Mehr Informationen finden sich auf der Seite des S-teams.

NUIT PUBLIQUE, oder wie man über das Internet bauen kann...

 

 

 

PourLeFeriteLogo

Letztes Jahr erreichte die Mitglieder des Rauchersalons eine ungewöhnliche Nachricht, die Träger des Steampunk Ordens:

Pour le Ferite

wurden gebeten, sich für eine Nacht virtuell zusammen zu finden und gemeinsam, jeder in seiner Werkstatt, jedoch über das Internet verbunden, etwas zu kreieren. Major von Seeland führet damals mit einem furiosen Video in das Thema ein.

Auch diesmal hielt Herr von Seeland die Laudatio und überraschte uns, diesmal mit einem selbst kreiertem Logo.

Darum lassen wir Herrn von Seeland auch selbst zu Wort kommen:

„Verehrte Damen und Herren,

liebe Mitreisende, Bastlerinnen und Bastler,

Steampunk-Enthusiasten und Exzentriker,

vor etwas mehr als einem Jahr startete der Steampunk-Orden des „Pour le Ferite“ ein bisher beispielloses Experiment, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Idee eine enorme Anzahl mitlesender Besucher dieses Luftschiffes elektrisierte und in seinen Bann zog.

Die Mehrzahl der Mitglieder des Ordens nahm sich vor, beginnend an einem zuvor festgelegten Tag von 20:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr des nächsten Morgens ein beliebiges (teilweise bereits begonnenes) Steampunk-Projekt nach Möglichkeit weitgehend zu beenden. Jedoch nicht im stillen Kämmerlein, sondern unter den staunenden Augen der Mitreisenden! Die Abrede war, den Fortschritt des Werkes in stündlichen oder zweistündlichen Abständen durch kurze Fotoberichte der mitlesenden Öffentlichkeit zu dokumentieren!

Die Nuit Pour le Ferite war geboren!!

Die Dokumentation dieser fantastischen Aktion hat bis heute mehr als 4.000 Zugriffe erlebt, davon ein erheblicher Teil innerhalb kürzester Zeit! Diese beeindruckende Resonanz ließ in unserem Kreise die Idee reifen, den skurrilen Vorgang zu wiederholen, und zwar unter Einladung aller Passagiere dieses Luftschiffes, die sich dieses nocturne Kabinettsstück körperlich und geistig zutrauen.

Wir haben in den letzten Monaten eine derart signifikante Eruption ebenso origineller wie handwerklich begeisternder Ideen – auch von neu zugestiegenen Passagieren – gesehen, dass wir nicht umhin konnten, Ihren Ehrgeiz mit dieser besonderen Herausforderung noch ein wenig mehr zu kitzeln.

Wir dürfen Sie nun einladen zur

NUIT PUBLIQUE!!

Öffnen Sie uns allen Ihre Werkstatt und lassen Sie uns stündlich oder zweistündlich über Ihre Schulter schauen! Wir brennen darauf, mitzuverfolgen, was zu nächtlicher Stunde unter Ihren Händen entsteht und wie Sie dabei zu Werke gehen!

Noch eine Bitte zum Schluß! Achten Sie bei allem Elan auf Ihre Gesundheit, lassen Sie beim Hantieren mit scharfen Werkzeugen die übliche Vorsicht walten und schützen Sie, wenn nötig, Ihre Augen! Wir wollen Sie morgen früh im Besitz aller Ihrer unversehrten Finger und mit voller Sehfähigkeit begrüßen, auch wenn eine Augenklappe vielleicht einen verwegenen Eindruck bei der Damenwelt macht.

Es grüßt Sie alle herzlich

Ihr

Major von Seeland“

Viele Künstler folgten dem Aufruf und bauten, was die Werkstatt hergab. Dabei wurde auch noch Tips und Tricks ausgetauscht und neue Techniken vermittelt.

Mit 1980 Zugriffen auf die Seite der Baunacht, wurden im Morgengrauen die letzten Feinschliffe an den Werken durchgeführt und am Nachmittag danach viele Werke fertiggestellt.

Eine tolle Nacht und ein toller Erfolg für alle Beteiligten und den vielen mit Lesern.

 

Freuen wir uns auf nächstes Jahr!

 

 

Viona's Victorian Village 2015 - Bericht

Victorian VillageWie bereits angekündigt, fand in diesem Jahr das erste Mal das Victorian Village während dem WGT (Wave Gotik Treffen) statt. Als Reaktion auf die immer zahlreicher werdenden Fotografenmaßen beim Viktorianischen Picknick hatte sich Initiatorin Viona Ielegems dazu entschlossen, eine alternative Veranstaltung in geschlossenem Rahmen ins Leben zu rufen.

In der Arena am Panometer Leipzig war die passende Location gefunden und mit Hilfe von Einlasskontrollen, die nur schwarzes Volk in das Rund der Arena ließ, war die Atmosphäre deutlich gediegener, als die Jahre zuvor im öffentlichen Clara-Zetkin-Park. (In dem auch in diesem Jahr ein dunkelromantisches Picknick statt fand, diesmal aber nicht unter der Federführung von Viona.)


Im Vorfeld gab es wohl einige Missverständnisse bezüglich des Dress-Codes, da nicht jeder aufwändige (viktorianische) Roben im Kleiderschrank hat. Dabei ging es den Veranstaltern lediglich darum, gaffende „T-Shirt-Sandalen-Touris“ draußen zu halten.
Aus dem gleichen Grund war im Vorfeld ein Aufruf gestartet worden, dass sich interessierte Fotografen und Vertreter der Presse akkreditieren lassen sollten. (Ob diese Auswahl mal angesichts der Anwesenheit von Bild und RTL so gelungen war, sei mal dahin gestellt.)

Letztendlich war das Verhältnis Besucher/Fotografen in der Arena ein sehr ausgewogenes und die Anwesenden Knipser haben sich sehr zurückgehalten und höflich gefragt, bevor sie die Kamera ansetzten.


Zurück zur Veranstaltung selbst. Im Gegensatz zum Picknick erwartete den Besucher unter der offenen Kuppel des runden Baus ein gänzlich anderes Konzept, weswegen man die beiden Veranstaltungen auch nicht direkt vergleichen kann und sollte.

An den Außenwänden befand sich eine Auswahl an Verkaufsständen mit thematisch passender Kleidung, Schmuck und Kunst. Auch für Verpflegung war gesorgt, sodass man zu sehr moderaten Preisen Getränke, aber auch Kleinigkeiten zu Essen, wie etwa Crèpes bekam. Auch einige Stehtische sowie eine kleinere Tafel mit Bänken waren bereit gestellt worden. Dank der Erhöhung der Befestigung am Rand der Arena gab es ausreichend Gelegenheiten sich nieder zu lassen.
Auf der Rasenfläche in der Mitte war eine Bühne aufgebaut, von der das Ganze mit passender Musik beschallt wurde. Leider war diese zeitweise sehr laut, sodass Gespräche in normaler Lautstärke nicht möglich waren.


Zum Beginn des Outfitwettbewerbs trauten sich dann auch mehr Gäste auf den Rasen vor der Bühne um die Teilnehmer in den Kategorien „Best Man“, „Best Historical“, „Best Fantasy“ und „Best Goth“ zu bewundern. Ohne großen Kommentar durften diese sich dem Publikum und der Jury präsentieren, welche im Anschluss dann auch die Sieger kürte.
Teilnehmen konnte jeder, der Lust dazu hatte und sich vorher angemeldet hatte. Zur Präsentation hätte eine etwas peppigere Musik vermutlich besser gepasst, aber auch so bewegten sich die Teilnehmer überwiegend sicher über den improvisierten Laufsteg.

Teilnehmer des Outfitwettbewerbs

Am Abend, gegen 19.00 Uhr, wurde die Bühne dann von verschiedenen Musikern bespielt. Den Anfang machte der in der Szene bereits bekannte Daniel Malheur mit seinem neuen Programm. Es folgte ein gemeinsames Stück mit Dale Rowles von BBBlackdog aus Großbritannien, worauf dieser im Anschluss die Bühne übernahm um vor mittlerweile stark gelichteten Reihen zu spielen.

Insgesamt war das Victorian Village eine schöne Idee um etwas Neues auf die Beine zu stellen. Es darf aber nicht mit der Picknick Atmosphäre verglichen werden. Die Stimmung war zunächst etwas zurückhaltend und abwartend, schien sich aber mit dem Outfitwettbewerb zu lösen. Da die Organisatoren und Mithelfer größtenteils keine Deutsch-Muttersprachler waren, war einiges auch nur in Englisch kommuniziert worden. Moderatorin LaDutchessa, die einige vielleicht auch als Organisatorin des Emporium Vernesque kennen, gab sich jedoch alle Mühe, den Wettbewerb weitgehend zweisprachig durchzuführen.


Die einzelnen Programmpunkte lagen zeitlich sehr weit auseinander. Es war ein Tag-füllendes Programm konzipiert worden. Da die meisten Gäste jedoch auch Gäste des Wave Gotik Treffens waren (das Victorian Village war nicht Teil des offiziellen WGT Programms), schauten die meisten nur kurz rein, um dann zu anderen Veranstaltungen weiter zu ziehen. Insbesondere die Abendkonzerte hätte man durchaus auch weiter nach vorne legen können, dann hätten die Künstler auch nicht vor einem fast leeren Platz spielen müssen.

Die Location selbst war gut gewählt und die Arena vom Ambiente durchaus passend für eine solche Veranstaltung. Für die anwesenden Besucherzahlen war sie in diesem Jahr auch absolut
ausreichend, auch wenn es zwischenzeitlich zu einem kurzen Einlassstop kam.

Steampunk Flügel einer Besucherin

Es war eine wahre Freude all die festlich gekleideten Besucher zu sehen und sich darunter zu mischen. Viktorianisch und Steampunk passt hervorragend zusammen und das zeigte sich sowohl in den Outfits der Gäste, als auch bei den anwesenden Händlern.
Das Wetter spielte unter der offenen Kuppel Goth sei dank mit und so bleibt so zu hoffen, dass es im kommenden Jahr eine Wiederholung geben wird.

Lediglich einige Kommunikationsprobleme aufgrund von Sprachbarrieren sollte man bis dahin noch aus dem Wege schaffen.

 

Mehr Fotos von Gästen und Location gibt es hier auf Flickr oder hier im Gesichtsbuch zu sehen .