Beachtenswert

Auf Zeitreise mit Thomas Finn: „Der Funke des Chronos“

Nach einigen Neuvorstellungen in der letzten Zeit lade ich Sie heute auf eine Zeitreise ein, ins Jahr 2006. In diesem Jahr – das Clockworker Magazin gab es übrigens noch nicht – erschien Thomas Finns Roman „Der Funke des Chronos“, den er selbst als eine Hommage an Zeitreisegeschichten á la H.G. Wells, aber auch als Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hamburg bezeichnet.

© Piper Verlag

Zum Inhalt
Der Medizinstudent Tobias gelangt mithilfe einer Zeitmaschine aus dem 21. Jahrhundert ins Jahr 1842. Im alten Hamburg kommt er einer teuflischen Verschwörung auf die Spur, und ein Serienmörder geht um in der Hansestadt. Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den jungen Mann aus der Zukunft. Tobias’ Suche nach seiner verlorenen Zeitmaschine wird zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis sich mit einem gewaltigen Feuer in Hamburg die Pforten der Hölle öffnen. Wird Tobias den Verlauf der Geschichte ändern können?

Rezension
Das Hamburg des Jahres 1842 wird sehr detailliert beschrieben, und hier wird deutlich, dass der Autor die historischen Begebenheiten intensiv recherchiert hat. Das ist eine große Stärke des Romans. Nicht nur die Zeitmaschine (die deutlich angelehnt ist an jene aus dem Roman von H.G. Wells) ist hier ein Steampunk-Element, denn unter den Nebenfiguren gibt es einen Erfinder, der selbst auch Erfindungen aller Art sammelt, und darüber hinaus werden auch die Wissenschaften jener Zeit thematisiert – bis hin zu einer fragwürdigen Forschung der eher okkulten Art, was dann entsprechend auch an verrückte Wissenschaftler erinnert, die ja in Steampunkromanen häufig anzutreffen sind. Man könnte das Buch aber auch ohne weiteres als historischen Krimi mit Science-Fiction-Elementen betrachten.

Die Hauptfigur ist mit zahlreichen Eigenschaften ausgestattet, die sich für die Handlung als hilfreich erweisen: Tobias verfügt durch sein Studium über medizinische Kenntnisse, hat in seiner eigenen Zeit Fechten gelernt und interessiert sich darüber hinaus auch für Geschichte.

Gelegentlich wird dieses Wissen ein wenig übertrieben, z.B. weiß Tobias ohne vorherige Anleitung, wie man Pferde lenkt, die eine Kutsche ziehen. Auch kommt es kaum zu einer Reflektion über seine bizarre Situation. Er denkt zwar über die Zeitmaschine nach, macht sich aber so gut wie keine Sorgen, ob er jemals wieder in seine eigene Zeit kommen wird.

Was allerdings das Lesevergnügen nicht schmälert aus meiner Sicht, denn die Handlung ist von Beginn an spannend und dies wird zum einen durch die Geschichte um den Serienmörder, zum anderen durch den großen Brand in Hamburg noch intensiviert.

Die Nebenfiguren, darunter der Polizeiaktuar Kettenburg (das historische Pendant zu einem Kommissar), der Wachmann Borchert und Professor Lewald sind mit sehr viel Liebe zum Detail und anschaulich ausgearbeitet. Im Roman wird übrigens teilweise auch Hamburger Plattdeutsch, Französisch, Hessisch und Jiddisch gesprochen, aber der Autor hat die entsprechenden Dialoge so geschickt geschrieben, dass man das Gesagte auch ohne entsprechende Kenntnisse aus dem Zusammenhang erschließen kann, z.B. durch die hochdeutschen Antworten anderer Figuren.

Einige historische Persönlichkeiten tauchen ebenfalls auf und greifen teilweise auch an wichtiger Stelle in die Handlung ein. Auch hier hat der Autor intensiv recherchiert. Wer sich für die historischen Hintergründe interessiert, sollte das Dramatis Personae und das Nachwort lesen.
Einen schönen Gag gibt es übrigens im letzten Kapitel des Buches, der wiederum H.G. Wells Fans freuen dürfte.

Fazit: Ein spannender, sehr gut recherchierter historischer Roman mit Steampunk/Sci-Fi Elementen und viel Hamburger Lokalkolorit. Fans historischer Krimis und LeserInnen, die sich für die Hamburger Geschichte im 19. Jh. interessieren, dürften an diesem Roman besonderes Vergnügen finden. Zeitreisen findet man in deutschsprachigen Steampunk-Büchern bisher eher selten, und hier wird dieses Thema gelungen umgesetzt.

Der Roman (420 Seiten) ist aktuell überall als E-Book erhältlich, die Printausgabe  wird nicht mehr aufgelegt, kann aber als Sammlerstück oder Second-Hand-Ausgabe noch gefunden werden.
Die Verlagsseite zum Buch.

Über den Autor
Der Roman-, Spiele-, Drehbuch- und Theater-Autor Thomas Finn wurde vor kurzem fünfzig und hat mittlerweile fast zwanzig Romane sowie zahlreiche Beiträge in Anthologien veröffentlicht – in unterschiedlichen Genres der Phantastik und darüber hinaus auch einen Krimi namens „Mordstrand“, der auf der Insel Pellworm spielt.
Sein neuester Roman „Dark Wood“ ist dem Horror-Genre zuzuordnen. Er befasst sich mit einer lebensgefährlichen Reality-TV-Show in den Wäldern Norwegens und einem unbekannten Grauen, welches dort lauert.„Dark Wood“ erhielt eine Nominierung als bestes Buch für den Seraph 2017, einem Literaturpreis für Phantastik. Die nächste Lesung des vielbeschäftigten Autors wird übrigens auf der BuCon in Dreieich am 14. Oktober stattfinden.

Die Webseite des Autors:
http://www.thomas-finn.de

Vorstellung und Verlosung zur Steamtropolis-Veranstaltung Rotunde meets Steampunk

Heute möchten wir eine weitere Veranstaltung aus der dampfbetriebenen Parallelwelt „Steamtropolis“ ankündigen, deren Veranstalter auch eine Ticketverlosung anbieten. Hinweise zur Verlosung finden Sie am Ende dieses Artikels.
Die Steamtropolis öffnet am Wochende 29./30. Juli im einstigen Bochumer Bahnhof „Rotunde“ ihre Tore und lädt ein zu einer retro-futuristischen, viktorianisch anmutenden Festivität.

© Funkelglanz Events

Neben einem Steampunk-Marktbereich mit Kleidung, Schmuck, Dekoration und Accessoires werden am Eröffnungsabend der Steamtropolis die Steam Rock & Pop Luftschiffbesatzung „La Frontera Victoriana“ aus Eckernförde, die Bochumer Senkrechtstarter „Held der Arbeit“ (Electro-Steampop mit Violine) sowie an beiden Tagen die viktorianisch inspirierte Straßenmusikerin „Aelarin von Wannen“ für die musikalische Unterhaltung sorgen.

Aelarin von Wannen, Foto © Jörg Ewald

 

La Fronteria Victoriana, Foto © Peter Emmert


Des Weiteren gibt es am Samstag eine Vaudeville-Show mit Gia LaFae & Swann Magic und eine abendliche Party mit klassischer und moderner Swing-Musik.  Außerdem wird die  Phantastikautorin Katharina Bode ihren Steampunk Helden „Erasmus Emmerich“ mit einer szenischen Lesung am 30.7. gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Huster präsentieren.

Präsentationen zum Thema Steampunk sowie die außergewöhnliche Körpermaschinen-Ausstellung (30.07.) von Sir Stephen William Brown Boyd (Des Mortimers Kunst) runden das Programm ab. Ein gemütlicher Biergarten-Bereich und ein gastronomisches Angebot wird für das leibliche Wohl sorgen. Szene- und Altersbeschränkungen oder einen verbindlichen Dresscode gibt es übrigens nicht.

Zur Steamtropolis
Diese retro-futuristische Veranstaltungsreihe möchte Steampunk greifbar und erlebbar machen. Denn die traditionsreiche Kulturbewegung hinterlässt längst nachhaltige Spuren in Literatur, Kunst, Musik, Mode, Film, Comic, Design und Computerspiel, bis hin in den Mainstreambereich. Als facettenreiche Subkultur ist sie wesentlich mehr als nur reiner Schauwert.
So wird es zum Beispiel audiovisuelle Präsentationen rund um das Thema „Steampunk“ geben, unter anderem mit Steampunk Künstlerin und Model Dusty Steampott.

Dusty Steampott, Foto © Jörg Ewald

Auch das Ruhrgebiet und die frühe Industrialisierung werden intensiv thematisiert werden. Mit dem Gastspiel der Steamtropolis knüpft die Bochumer Rotunde, welche vor kurzem renoviert wurde, programmatisch an ihren Kurs der Förderung von alternativen Kulturevents an.

Einen Eindruck zur letzten Steamtropolis Veranstaltung im April 2017 in der „Werk Stadt“ in Witten vermittelt dieser Videobericht:
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Die Veranstalter verlosen 2 x 2 Wochenendtickets für die Steamtropolis „Rotunde meets Steampunk“
Teilnahme ab 18. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Zum Teilnehmen bitte bis zum Samstag, den 15.07.2017 eine E-Mail senden an steampunk-gewinnspiele(at)gmx.de mit dem Betreff „Steamtropolis“ und der Angabe des eigenen Namens. Die Verlosung wird am Sonntag, den 16.07.2017 durchgeführt und die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Steamtropolis – Rotunde meets Steampunk
Samstag, 29. Juli 2017
Sonntag, 30. Juli 2017
Beginn:
16.00 – Ende offen Uhr(29.07)
12.00 – 20.00 Uhr (30.07)
Location:
Rotunde, Konrad-Adenauer-Platz 3, 44787 Bochum

Eintritt (nur Tages- und Abendkasse):
€ 20,– (Festivalticket zwei Tage),
€ 12,– (Tagesticket), € 8,– (ermäßigt)
€ 8,– (nur Disco 29.10.)
€ 8 (Konzertticket)
freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren

Die Weblinks zur Veranstaltung:
http://steamtropolis.de/
https://www.facebook.com/steamtropolis.fair/

Zum Veranstaltungsort „Rotunde“:
www.facebook.com/Rotunde/
www.rotunde-bochum.com/

Der Steampunk Sommer 2017

Bald ist Sommersonnenwende, die gleichzeitig den Beginn des Sommers markiert.
Hier ein Überblick anstehender Steampunk-Veranstaltungen in den Sommermonaten, darunter auch mehrere Picknicks in verschiedenen Städten. (Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

George Goodwin Kilburne – „Das Picknick“ (ca. 1900, gemeinfreie Abbildung)

Victorian Art Festival
17. + 18. Juni
Herrenhaus Vogelsang, 18279 Vogelsang / Lalendorf              
https://www.facebook.com/events/1012140378893113/

Schlossfest Schwerin
17. Juni 2017
–  Schloss Schwerin, 19053 Schwerin
https://www.facebook.com/events/1800567923555886/ oder www.schlossverein-schwerin.de

4. Nordbadisches Steampunk-Picknick

25. Juni 2017 von 12:30 bis 19:00  im Schloßgarten in Karlsruhe. Mehr dazu gibt es hier:
http://salon.clockworker.de/events/4-nordbadisches-steampunk-picknick

Steampunkspaß – Viktorianisches Schloss-Spektakel
 1.+2. Juli Burgdorf (bei Hannover)
https://www.facebook.com/events/722529497937237/

copyright: Mit Zahnrad und Zylinder e.V.

Mit Zahnrad & Zylinder
7. Juli – 9. Juli 2017

Domplatz 1, Kornhaus, Meißen (Sachsen)
Ein neues Kunst- und Kulturfest mit dem Motto “Mit Zahnrad & Zylinder – Eine Reise in Verne Zeiten“.
Handwerk, Kreativität, Erfindergeist, Feuershows, über den Tag verteilte Konzerte, Lesungen, Malerei- und Fotografieausstellungen, ein gemütliches Weinlokal, kostenlose Zuckerwatte zum Selbermachen, Filmvorführungen plus Popcorn, Tänze, Kinderschminken, Ausstellungen und Vorführungen von Bastlern, Tüftlern und schlauen Köpfen, Kurzfilmkino, versch. Marktstände, Kinderbasteln, und natürlich auch allerlei Leckeres für das leibliche Wohl.
https://www.zahnrad-und-zylinder.de/de/

 

ZZZ Zombies-Zahnrad-und Zylinder (Larp)
8. Juli 2017
um 12:00 bis 9. Juli 2017 um 14:00
Neu-Ulm, Baden-Württemberg
https://www.facebook.com/events/1658402431071894/
Infos: http://www.game-over-larp.de/html/zzz2017.html

1. Zwergschlammelfen- und Aetherwelt WeltCon
9. Juli, 10 – 18 Uhr im Kunsthaus Essen
Es erwartet Sie ein vielseitiges Programm mit dem Amt für Ætherangelegenheiten, Literatur, Steampunk und … Zwergschlammelfen. Für kulinarische Spezialitäten ist ebenfalls gesorgt.
https://www.facebook.com/events/1675450062744954/

Weitere Infos: https://www.anja-bagus.de/weltcon/

5. Hamburger Steampunk Picknick,
16. Juli 2017 ab 15 Uhr im Stadtpark Hamburg
Weitere Einzelheiten gibt es hier:
https://www.facebook.com/events/1783969361864226/
oder hier im Rauchersalon.

Steampunk Picknick in Friedrichshafen
16. Juli 2017 von 13:00 bis 22:00

im Rahmen der Maker Faire Bodensee, Friedrichshafen
http://salon.clockworker.de/events/steampunk-picknick-in-friedrichshafen

1. Steampunk Picknick auf der Gartenbahn im Maxipark Hamm
22. Juli 2017 von 11:00 bis 23:00 – Maximilianpark Hamm
http://salon.clockworker.de/events/1-steampunk-picknick-auf-der-gartenbahn-im-maxipark-hamm

Viktorianisches Steampunk Picknick in Köln

29. Juli 2017 von 15:00 bis 23:00 im Volksgarten Köln

http://salon.clockworker.de/events/viktorianisches-steampunk-picknick-in-k-ln

Steamtropolis: Rotunde Meets Steampunk
29./30. Juli 2017 in der Rotunde, Bochum
mit Livemusik, Steampunk-Markt, Lesungen, Steampunk-Präsentationen, Vaudeville-Show, abendlicher Party und weiteren Programmpunkten
https://www.facebook.com/events/248182065661733
http://steamtropolis.de/

In Planung:

La transformation de la Petite Marquise
5. August 2017
in  Echternach, Luxemburg
ein Steampunk-Festival in Luxemburg. Es steht noch nicht fest, ob es ein- oder zweitägig sein wird

20. August: Zeitreise Hagen im Freilichtmuseum Hagen. 10:00 bis 18:00 Uhr, https://www.facebook.com/ZeitreiseHagen oder https://www.facebook.com/events/116667272142208/

coypright: Fit for charity e.V./FaRK Messe

Fantasie und Rollenspiel Konvent (FaRK)
25. 08. – 27.08.2017

im Erlebnisort Reden (Saarland)
Die Veranstaltung bietet eine ganze Menge Sachen Steampunk und Phantastik, darunter Konzerte, Lesungen, Workshops, Shows und vieles mehr. Horatius Steam präsentiert dort seine Steampunk-Erfindungen. (Siehe: http://fark-messe.de/geraete-wie-aus-einer-anderen-zeitschiene/)
Der Erlös wird zu 100% wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt.
http://fark-messe.de

Weitere Veranstaltungen finden Sie wie immer hier im Rauchersalon oder im Gesichtsbuch.

Rezension: Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte, ein Roman von Markus Cremer

Der eigensinnige, exzentrische Wissenschaftler und Abenteurer Archibald Leach und seine Partnerin, die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg, werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Dieser genial-wahnsinnige Verbrecher verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Von London reisen sie nach Amerika, nach Afrika und schließlich sogar noch bis nach Indien, um die Pläne des Marquis zu vereiteln.

copyright: Artskript Phantastik Verlag

Markus Cremer hat in diesem Roman auf rund 580 Seiten einen sehr komplexen Plot geschaffen mit viel Liebe zum Detail, was sich nicht nur in zahlreichen steampunkigen Erfindungen zeigt, sondern auch dem historischen Hintergrund bis hin zu interessanten Begegnungen mit realen historischen Persönlichkeiten, die hier natürlich fiktionalisiert sind. Außerdem gibt es hier mehrere Geheimorganisationen, die jeweils ganz eigene Interessen verfolgen. Archibald Leach und Sarah Goldberg begegnen darüber hinaus auch einigen Luftschiff-Piraten. Eine Jahreszahl taucht übrigens nirgends auf, doch der amerikanische Bürgerkrieg wird erwähnt, welcher offensichtlich bereits einige Jahre zurück liegt.

Der Roman besticht unter anderem durch eine Vielzahl an detailliert ausgearbeiteten Nebenfiguren, die aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen. Und auch andere Minderheiten sind vertreten, außerdem hat die Protagonistin ein Handicap – was ihr teilweise Probleme beschert, sie aber nicht daran hindert, sich als wahre Heldin zu erweisen.

Der Stil des Autors ist trotz der Komplexität und der Detail-Fülle flüssig zu lesen, außerdem sind die einzelnen Kapitel angenehm kurz. Jedes Kapitel wird eingeleitet von einem kurzen „Vorwort“ von Sarah Goldberg, aus deren Sicht die Handlung größtenteils erzählt wird. Diese Vorworte dienen dazu, die Handlung zu kommentieren, einiges daraus zusammenzufassen und man erhält hier zusätzlich zum eigentlichen Text einen weiteren Einblick in Sarahs Gedanken- und Gefühlswelt. Darüber hinaus werden einige Kapitel aus der Sicht des Antagonisten geschildert.
Der Roman erinnert an klassische Abenteuergeschichten, die um ein okkult-übernatürliches Element bereichert werden. Wer da an Indiana Jones denkt, liegt nicht falsch – auch das Buchcover-Motiv von Illustrator Martin Schlierkamp scheint von einem der entsprechenden Filmplakate ein wenig inspiriert zu sein. Allerdings ist der Held Archibald Leach ein ganz eigener Charakter, der zum einen exzentrische Ansichten pflegt, zum anderen häufig etwas „verplant“ wirkt. Da macht das Motto des Romans Sinn: „Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite … mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel“.  Denn Sarah Goldberg ist tatsächlich eine pragmatische, starke Ergänzung für Leach, die sehr praktisch denkt.
Die Freundschaft der beiden wird vom Autor mit einem feinen Humor gezeichnet, und man darf sich fragen, ob sie eigentlich noch mehr verbindet als der gemeinsame Kampf gegen die Monstrositäten des Marquis…

Den Roman kann man als in sich abgeschlossen lesen, allerdings wird auch deutlich, dass hier eine Fortsetzung geplant ist, an der Markus Cremer bereits arbeitet.

Bisherige Abenteuer von Archibald Leach und Sarah Goldberg sind als Kurzgeschichten in mehreren Steampunk-Anthologien zu finden (eine genaue Auflistung findet man im Buch). Es ist aber zum Verständnis des Romans nicht notwendig, alle diese Kurzgeschichten zu kennen.

Das Vorwort zum Roman befasst sich mit einem anderen Charakter: Katharina Fiona Bode hat hier etwas über ihren Helden Erasmus Emmerich geschrieben, natürlich mit direktem Bezug zum Roman, so wie Markus Cremer wiederum für ihren Roman „Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé“ ein Vorwort mit Szenen um Archibald Leach verfasst hat. Also kann man hier von einem „Shared universe“ sprechen. Am Rande sei noch erwähnt: Wem der Name Archibald Leach bekannt vorkommt – so heißt auch einer der Hauptcharaktere in der britischen Komödie „Ein Fisch namens Wanda“ aus dem Jahr  1988.

Fazit: Ein detailverliebter, komplexer Steampunk-Roman mit vielfältigen, sympathischen, teilweise auch etwas skurrilen Charakteren, die allerhand turbulente und bisweilen unheimliche Abenteuer erleben. Bitte mehr davon!

Die Webseite des Autors:
https://markuscremer.jimdo.com/

Die Verlagsseite des Buches:
http://artskriptphantastik.de/archibald-leach-reihe.html

Live zu hören ist Markus Cremer mit seiner Archibald Leach Reihe auf der Lesung „Worte aus Dampf“, gemeisam mit weiteren AutorInnen, am 25.06.2017 in der Absinth-Bar in Aachen, ab 19 Uhr.

Gewinnerbekanntgabe: Once upon a Time Verlosung

Gestern Abend wurden die Gewinner unserer Verlosung von 3x 2 Tickets für das Once upon a Time – Festival der Jahrmarktskultur und Straßenkunst ausgelost und benachrichtigt. Gewonnen haben:

Marina
(Fotograf: Sunny Cy Silver)

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Claudia
(Fotograf: Baron Karon Samedi von Styx)

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und Wolfgang, hier mit Gattin Claudia
Fotograf: Peter Emmert

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern und allen Teilnehmern herzlichen Dank fürs Mitmachen!

Ankündigung und Verlosung: Once upon a time

Once upon a time – Festival der Jahrmarktskultur und Straßenkunst

Hinter diesem klangvollen Namen verbirgt sich ein dreitägiges Spektakel mit historischem Jahrmarkt, Oldtimern und vielem mehr auf Zeche Zollern in Dortmund. Über Pfingsten wird das LWL-Industriemuseum zum Schauplatz für Jahrmarktstreiben und Gauklerei aller Art. Puppentheater und Stelzenläufer, Feuershow und Flohzirkus; die Künstler sind zahlreich, daher findet sich eine Übersicht auf der Homepage des Festivals.

In diesem Jahr zum ersten Mal mit von der Partie: Die Steampunks! Auf dem Ehrenhof vor der alten Verwaltung und in der historischen Maschinenhalle mit dem ikonischen Jugendstiltor werden sich Händler und Aussteller gleichermaßen tummeln.

Dabei wird der Samstag der Haupt-Steampunktag sein. Auf der Bühne treten dann auf: Whiskey for Joe, Off Limits und Aeronautica! Aber auch an allen anderen Tagen sind Steampunks natürlich herzlich willkommen. Zeitreisepässe können beim Amt für Aetherangelegenheiten erworben und gestempelt werden, die Steampunk Expeditionsgesellschaft entführt in ferne Welten und das Wupperdampf Laboratorium, sowie die Ruhrwerke präsentieren ihre teils skurrilen Kreationen.

Die historischen Zechengebäude bieten die perfekte Kulisse (sie stammen aus den Jahren 1898-1904) und auch auf dem Gelände finden sich wunderbare Fotopunkte, die man ausnutzen kann. Außerdem ist täglich um 17.00 Uhr ein großes Gruppenfoto mit allen anwesenden Steampunks geplant. (Ort wird noch bekannt gegeben).

Zusätzlich zum Sonderprogramm ist die Dauerausstellung zum Ruhrgebietsbergbau, sowie die Sonderausstellung „Erich Grisar, Ruhrgebietsfotografien 1928-1933“ des Museums geöffnet.

Drei Tage volles Programm erwartet also die Besucher! Da freuen wir uns besonders, dass wir 3x 2 Tageseintritte zum Once upon a Time Festival verlosen dürfen!

Was müsst ihr tun? Schreibt uns einfach eine E-Mail an gewinnspiel[at]clockworker.de und zeigt uns euer schönstes Steampunkbild. Der Gewinner wird am Donnerstag bekanntgegeben.

Hier noch einmal alle Eckdaten zur Veranstaltung:

Once upon a Time. Festival der Jahrmarktskultur und Straßenkunst
03. – 05.06. 2017 (Pfingsten)
Samstag: 11.00 bis 22.00 Uhr
Sonntag und Montag: 11.00 bis 20.00 Uhr
Eintritt: 6€ / 3€ ermäßigt, Familienkarte 16€

www.once-upon-a-time.info

Das Wave Gotik Treffen 2017 in Leipzig

Das Wave Gotik Treffen feiert sein sechsundzwanzigjähriges Jubiläum, und so wird Leipzig vom 2. bis 5. Juni wieder zum Treffpunkt der schwarzen Szene. Mit rund 21000 Besuchern zählt dieses Festival neben dem M’era Luna Festival zu den größten der Gothic-Szene und ist schon seit vielen Jahren auch unter Steampunks sehr beliebt.

In diesem Jahr sind ca. 145 Künstler mit dabei – eine Auswahl von A bis Z ist unten aufgelistet.

In der gesamten Stadt wird es am Pfingstwochenende viele Veranstaltungen geben, darunter die Steampunk Ausstellung Machina Nostalgica (wir berichteten), Lesungen, Führungen auf Friedhöfen, Theater- und Varietévorführungen und noch einiges mehr.

Das genaue Programm und weitere Informationen sind auf der Festivalwebseite zu finden:
http://www.wave-gotik-treffen.de

copyright: Goth United

Das 6. Steampunk Picknick zum WGT wird diesmal auf dem Gelände des Deutschen Kleingärtnermuseum bzw. im historischen Ambiente der Schrebergartenanlage stattfinden am Samstag, den 03.06.2017 ab 14 Uhr.
Es ist übrigens auch ohne ein WGT-Ticket frei zugänglich. (Adresse: Aachener Straße 7, 04109 Leipzig)
Steampunk-Garderobe oder historisierende Kleidung sind ausdrücklich erwünscht. Zum Programm tragen der Hardchor „Stimmgewalt“ und die Steampunkband „Drachenflug“ bei, der Autor Christian Aster wird im Laubengarten eine Lesung machen. Weitere Informationen zum Picknick finden sich hier bei Goth United und im Gesichtsbuch:
https://www.facebook.com/events/1298661520166711/

Im Gesichtsbuch gibt es übrigens auch eine große Gruppe, die sich mit allem rund um das Festival beschäftigt.
https://www.facebook.com/groups/2392121448/

Konzerte auf dem WGT (Auswahl)
Amanda Palmer (Dresden Dolls) & Edward Ka-Spel (Legendary Pink Dots) (USA/NL)
Amorphis (FIN)
Andi Sexgang (GB) mit einem Akustikkonzert
Angels & Agony (NL)
Annwn (D)
Black Nail Cabaret (H)
Bleib Modern (D)
Bloody, Dead & Sexy (D)
Cabaret Voltaire (GB) mit einem exklusives Konzert in Deutschland 2017
Cryo (S)
Cuelebre (E)
Da-Sein (E) mit einer Weltpremiere
Der Blaue Reiter (E)
Dorsetshire & Gäste (D) exklusives Konzert zur Wiedervereinigung
Dunkelschön (D)
Eden (AUS) mit Europa-Premiere
Eisfabrik (D)
Equilibrium (D)
Erdling (D)
Folk Noir (D/NL)
Frankenstein (USA)
Funker Vogt (D) exklusives Konzert in Deutschland 2017
Hamferð (FO)
Iamtheshadow (P)
In the Woods… (N) –

Johnny Deathshadow (D)
Klangstabil (D)

Landscape Body Machine (CDN)

Machine De Beauvoir (D)
Masquerade (FIN)
Massive Ego (GB)
MGT & Friends (GB)
Mlada Fronta (F)
Moon Far Away (RUS)
Nachtblut (D)

Nox Interna (D)

Odroerir (D) –
Ohm (CDN) –
Ordo Rosarius Equilibrio (S)
Peter Bjärgö (S)
Peter Heppner (D)
Pouppée Fabrikk (S)
Principia Audiomatica (HR)
Ragnaröek (D)
Red Cell (S)
Red Mecca (S)
Rendered (D)
Revolting Cocks (USA/B) mit einem exklusives Konzert in Deutschland 2017

Saigon Blue Rain (F)

Sündenrausch (D)
Scary Bitches (GB)
Schneewittchen (D)
Sex Gang Children (GB)
She Past Away (TR)

Skinny Puppy (CDN) mit einem exklusives Konzert in Deutschland 2017

Spiritual Front (I) präsentieren „BLACK HEARTS IN BLACK SUITS“ –

Sylvaine (N)

Sylvgheist Maëlström (F)
Tanzwut (D)
Technique (BR)
The 69 Eyes (FIN)
The Creepshow (CDN)
The Devil And The Universe (A)
The Eye Of Time (F)
The Mission (GB)
The Pussybats (D)
The Vision Bleak (D)
This Morn‘ Omina (B)
Too Dead To Die (RUS)
Unlight (D)
V2A (D/GB)
Vain Warr (USA) ehemals Blacklist
Varg (D)
Virgin In Veil (FIN)
VNV Nation (IRL/GB)
Vogelfrey (D)
Wednesday 13 (USA)
Whispering Sons (B)
Whispers In The Shadow (A)
Wires & Lights (D)
Xandria (D)
Yggdrasil (S)

Machina Nostalgica - Steampunk Ausstellung in Leipzig

Die Machina-Nostalgica ist eine Gruppe Steampunk-Künstler aus Deutschland, die mittlerweile deutschlandweit auf Tour gehen. In ihrer Ausstellung auf den Promenaden des Hauptbahnhofs Leipzig präsentieren sie vom 22. Mai bis Pfingstmontag über 60 Steampunk-Objekte, Fotografien und Mode.

Hier gibt es einen kleinen Eindruck, was den Besucher dort erwartet:
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Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Wann:Montag, 22. Mai um 11:00 bis  Pfingstmontag, 5. Juni um 10:00
Wo: Promenaden Hauptbahnhof Leipzig
Willy–Brandt–Platz 7, 04109 Leipzig

Meet the Makers
Das Künstlerteam ist am Sonntag, 4. Juni 2017 von 14:00 bis 18:00 Uhr
direkt bei der Ausstellung vor Ort und stellt sich Euren Fragen.

Phonepunk
Andre und Sylvia Kahlke, 46 Jahre aus Itzehoe
bilden den Kopf der Machina Nostalgica
http://www.phonepunk.de/

Horatius Steam
Jochen Enderlein, 60 Jahre aus Buchholz
Schwerpunkt Nachrichten- und Computertechnik
http://www.horatius-steam.com/

Ars Vaporis – Toni Reintelseder
Gastaussteller Toni Reintelseder aus Leipzig
Dampfmaschinentechnik und Maschinenkunst

Steampunk Decadence
Cornelia Heß, 54 Jahre aus Hemmingstedt
Steampunkmode und Modekunst.
http://www.steampunk-decadence.com/

Bands & Fans Foto – Dirk Jacobs
Dirk Jacobs, 50 Jahre, aus Heide
Fotokunst und Dokumentation
http://www.presspix.3base.de/

Die teilnehmenden Künstler über sich:

Phonepunk
Steampunk ist für mich mehr als eine Subkultur – es ist eine Kunstrichtung! Dieses Genre bezeichnet ein Spannungsfeld zwischen altem Design und modernster Technik. Es ist eine Kommunikation zwischen der erlebten Vergangenheit und einer möglichen Zukunft. Unter dem Label „Phonepunk“ verbirgt sich mein eigenes Schaffen mit Designerlampen aus alten W-48 Telefonen, das bei Ausstellungen wie „Kunst im Treppenhaus“, der „Machina Nostalgica“ im Prinzeßhofmuseum zu Itzehoe, der „Machina Nostalgica“ im Maschinen-Museum Kiel, in der Kunststätte Bossard und anderen Ausstellungen reges Interesse fand.

Horatius Steam
Das Genre Steampunk hat mich vollständig infiziert, dabei geht es mir nicht nur um Mode, Stil, Benimm und Eloquenz. Neben diesen Dingen treibt mich auch die Frage: Was wäre wenn? Was wäre, wenn es zu der Zeit schon Computer, Radios, Mobiltelefone etc. gegeben hätte. Wie würden die dann wohl ausgesehen haben? Hier möchte ich Ihnen einen Einblick in meine Ideenwelt geben und ein paar Projekte vorstellen. Ich bin ein „Bastler, ein „Erfinder“ und „Tüftler“ im positivsten Sinne. Ich bin überzeugt, dass nur im Team, im Miteinander und im Teilen von Wissen wahrlich Großes entstehen kann.“

Toni Reintelseder
Bewegliche Metall-Skulpturen aus Stahl, Kupfer und Messing gefertigt sind Hauptbestandteil meiner Arbeit. Die einzelnen Grundbestandteile werden von Hand über einem Gesenk getrieben und miteinander vernietet, die beweglichen Teile werden, über Wellen und Hebel, einzig von einer integrierten Dampfmaschine angetrieben, welche durch einen eingebauten Kessel unter Dampf gesetzt wird, mit Spiritus oder Holz-Feuerung. Die Teile der Dampf-Anlage werden gedreht, gefräst und hart gelötet. Jedes dieser Objekte ist ein absolutes Unikat.

Steampunk Decadence
Mode ist niemals nur ein Stück Stoff… … das wir am Körper tragen. Im besten Fall unterstreicht sie die Einzigartigkeit des Trägers, im Schlimmsten ist sie ein Massenprodukt, das uns Uniformität aufzwingt. Eines ist sie aber in beiden Fällen: ein Ausdruck des Zeitgeistes. Getragene zeitgenössische Kunst, ein Blick auf Gedanken und Lebensweisen. Eine Chance uns unserer Geschichte und Kultur
zu nähern.

Dirk Jacobs
„Es wäre Gegenkulturfotographie, wenn der Rest tatsächlich Kultur wäre.“ Szene- und Pressefotograf seit 15 Jahren. Angefangen als Kind analog mit einer Spiegelreflex von Exacta, Dunkelkammer und Rebellentum. Digitalfotograf seit der Sigma SD9 heute mit Canon 5D MkIII und MKII sowie 7D unterwegs. Ständig den Sinn hinterfragend, dabei Stimmungen und Personen einzufangen, ist hierbei das Ziel. Unterwegs bei Allem was den Kopf frei macht.

 

 

Rezension: Menschmaschinen - eine Steamcyberpunk-Anthologie

Ob Dampf, ob Öl oder Elektoimpulse – seit jeher träumt der Mensch von der Verbesserung seiner selbst.
Nun haben sich zehn Tüftler an die Aufgabe gewagt, das fleischliche Selbst zu modifizieren und auf eine neue Stufe zu bringen. Ob mechanische Gliedmaßen, dampfende Herzen oder roboterartige Haushaltshilfen – der Traum hat die Realität bereits eingeholt.
Diese Anthologie aus dem Amrûn-Verlag enthält zehn Geschichten aus steam-, cyberpunkigen und transhumanen Welten aus der Feder von Thorsten Küper, Melanie Ulrike Junge, Marco Ansing, Gloria H. Manderfeld, Mia Steingräber & Tobias Rafael Junge, Peer Bieber, Peter Hohmann, Andreas Winterer, Eva Strasser und Anja Bagus. Sie wurde herausgegeben von André Skora.

© Amrûn Verlag 2017, Covergestaltung Christian Günther, Atelier Tag 1

Rezension zu den einzelnen Geschichten

Fitzroy, Falstaff und andere furiose Menschmaschinen – Thorsten Küper
Die erste und zugleich längste Geschichte der Anthologie wird aus der Sicht einer Menschmaschine geschildert – ein Herr, der einst menschlich war und nun im Grunde mehr oder weniger als halb mechanischer Handlanger für eine Dame arbeitet, die auf Rache sinnt. Dementsprechend actionreich ist die Handlung, die bisweilen ziemlich diabolisch wird, stellenweise tragisch und auch mit Andeutungen erotischer Natur aufwartet.

Der Heizer – Melanie Ulrike Junge
Hier wird eine dystopische Welt beschrieben, in der es zwar noch Menschen gibt, die auf der Erde leben, aber auch solche, die in Luftschiffen wohnen und die Erde fast nie betreten. Die Protagonistin, eine junge Frau aus der höheren Gesellschaft in der Hierarchie der Luftschiffer, trifft auf einen mechanischen Heizer, doch an Bord des Luftschiffes wird es schon bald sehr unruhig…

Der wilde Reiter – Marco Ansing
Marco Ansing schreibt immer wieder gern Abenteuer des Reporters Johann Alexander Krieger, der für den Hamburger Hanseboten arbeitet. In dieser Geschichte, die in Form kurzer Reportagen gegliedert ist, geht es um ein Reiterdenkmal für Wilhelm I., welches übrigens tatsächlich um 1902 in Hamburg aufgestellt wurde, allerdings erst nach längeren Debatten. In dieser Geschichte findet der Reporter Herr Krieger heraus, was es damit auf sich hatte und eine besondere Form der steampunkigen Technik spielt eine entscheidene Rolle dabei.

Ultramarinblau – Gloria H. Manderfeld
Diese Geschichte ist ebenfalls dystopisch und eher traurig. Hier geht es um „augmentierte Menschen“ auf der einen, und „normale“, unveränderte auf der anderen Seite. Wobei die „Augmentierten“ allerdings in dieser technikbegeisterten Welt, welche die Autorin hier entworfen hat, die neue Norm darstellen. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Situation für die Unveränderten, die in Reservaten leben.

Adam – Mia Steingräber & Tobias Rafael Junge
Diese Geschichte ist angesiedelt in der „Eis & Dampf“-Welt von Christian und Judith Vogt. Ich hatte hier ein wenig den Eindruck, dass sie etwas verständlicher wäre, wenn man die entsprechende Welt bereits kennt, da vieles nur angedeutet wird. Außerdem ist sie eher episodenhaft angelegt, ungefähr so, als ob hier verschiedene Impressionen dieser Welt wiedergegeben werden.

Böse Träume – Peer Bieber
Hier wird es schön schaurig, denn übernatürliche Wesen gehen Anfang des 20. Jahrhunderts in winterlichen London um und versetzen ein Waisenhaus in Angst und Schrecken.

Rettung – Peter Hohmann
Eine düster-dystopische, spannende Geschichte, in der ein Technik-Fabrikant vor keinem Mittel zurückschreckt, um seinen Gewinn zu steigern. Bis sich ihm unerwartete Gegner entgegenstellen…

Der Fall Rohrschach – Andreas Winterer
Was wäre, wenn Maschinen einem beim Denken und Erforschen des menschlichen Bewusstseins helfen könnten, ja wenn sie sogar das menschliche Bewusstsein erweitern könnten? Mit dieser Frage beschäftigen sich der Erfinder Rohrschach und seine Frau, also sie auf ein mysteriöses Manuskript stoßen. An dieser Stelle möchte ich nicht verraten, um welches Manuskript es sich handelt, nur so viel sei gesagt, dass dies tatsächlich ein reales Vorbild hat, über das man unter anderem bei Wikipedia nachlesen kann.

Rupert – Eva Strasser
Diese Geschichte spielt nicht in einem typischen Steampunk-Setting, sondern eher in der nahen Zukunft. In einer minimalistischen Sprache schildert die Autorin den Alltag eines Mannes, der nach einem Unfall an Amnesie leidet und sich seinen Weg zurück ins Leben kämpft, stetig begleitet von seiner Frau und einem Arzt. Dann wird er von einer Firma namens CyCorps angeheuert, doch zunächst ist ihm nicht klar, was dort eigentlich produziert wird…

Happy Transition Day! – Anja Bagus
Diese Geschichte verzichtet ebenfalls auf eine genaue Zeit- und Ortsangabe, dadurch wirkt sie im positiven Sinne ein wenig zeitlos. Hier wird eine Welt geschildert, in der Menschen standardmäßig mithilfe einer fortgeschrittenen Technik eine Transition durchlaufen, um sich von menschlichen Schwächen aller Art zu befreien. Aber ob das auf Dauer gutgehen kann?

Die Anthologie umfasst 215 Seiten und ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich.
Das Vorwort wurde von Autor Christian Vogt verfasst.
Die Verlagsseite zum Buch:
http://www.amrun-verlag.de/produkt/menschmaschinen-eine-steamcyberpunk-anthologie/

Fest der Güterhallen 2017 - Steampunk Art

Wer am Wochenende noch nichts vor hat, der könnte einen Ausflug in die Messerstadt Solingen wagen. Dort findet am Samstag, 13.05. ab 16.00 Uhr und am Sonntag, 14.05. 11 bis 18.00 Uhr das Fest der Güterhallen unter dem Thema „Steampunk Art: Phantastische Welten“ statt.

In den ehemaligen Güterhallen des alten Solinger Hauptbahnhofs bietet der Verein GÜTERHALLEN e.V. Raum für Kunst, Handwerk und Wohnen in 16 Ateliers. Am kommenden Wochenende laden die Künstler nun zu einer Zeitreise durch Kunst und Kultur ein.

Mit dabei sein aus den Reihen der Steampunks wird u.A. Steampunk-Electropop-Band Held der Arbeit, Stella Crowmoon´s Tanztheater, die Steamtropolis on Tour, aber auch Steampanoptikumautorin Clara Lina Wirz und viele mehr.

Der Eintritt ist frei, für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt sein. Mehr Infos zu Künstlern, Programm und Location findet sich auf der Homepage www.gueterhallen.de.

Güterhallen e.V.
Alexander-Coppel-Strasse 42
42651 Solingen

Aurelio Voltaire wieder auf Deutschland Tour

© Aurelio Voltaire Hernandez


„It’s so easy when you’re evil“ hat Aurelio Voltaire, US-Amerikaner mit Kubanischen Wurzeln, bereits vor Jahren festgestellt. Aber so abgrundtief böse ist er dann in Wirklichkeit doch nicht, mit einer guten Portion Humor der schwärzesten Sorte und einfühlsamen Liedern hat sich Voltaire nicht nur in die Herzen der Goth-Gemeinde gespielt; nein, mit seinem Programm begeistert er Geeks und Fans auf den größten Conventions (Goth, Steampunk, SciFi, Fantasy, Comics, Cosplay, etc) rund um den Globus.

Seine Lieder handeln von Liebe, Unterdrückung, Schmerz und Wut, von Leichen und Zombies, die einen doch immer wieder zum Lachen und Mitsingen bringen. Und auch Steampunk-Themen tauchen immer wieder auf, wie z.B. im Album „Riding a black unicorn“, wenn er die irrwitzige Geschichte vom „Mechanical girl“ erzählt.

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Außerdem ist Voltaire Autor verschiedener Goth-Ratgeber, Comics und Jugendbücher, Schauspieler, Spielzeugdesigner und „Trickfilmkünstler“, wie er selber immer wieder betont.  In seinem Youtube-Kanal hat er unter anderem eine Webserie für Gothics („Gothic homemaking“)  und eine Ratgeber-Reihe für angehende Rock Stars gestartet: „The future Rock Star’s Handbook“.

Mittlerweile kann der Künstler auf zehn veröffentliche Alben zurückblicken und auf dieser Tour wird es in Leipzig eine Release-Party zu einem „Best of“-Album geben. Außerdem erscheint gegen Ende des Jahres ein neues Album, auf das sich seine Fans freuen können: „Heart shaped wound“.

Aurelio Voltaire im Shadow, Leverkusen 2016 © Ayra Leona

 

Im Mai 2017 spielt Voltaire in 5 deutschen Städten:

Moritzbastei Leipzig – Montag, 15.05.2017 ab 20:00
Shadow, Leverkusen – Dienstag, 16.05.2017 ab 21:00
Tom‘s Keller, Enkirch (Mosel) – Mittwoch, 17.05.2017 ab 21:00
Dreikönigskeller, Frankfurt am Main – Donnerstag, 18.05.2017 ab 21:00
Pyrates, Hamburg – Sonntag, 21.05.2017 ab 21:00

Die Aetherpräsenz des Künstlers:
http://www.voltaire.net/

Zur Seite der Deutschland-Tour.

 

Rezension: Aetheragenten - das Erwachen, Roman von Tanja Schierding

„Ætheragenten – das Erwachen“ ist ein abenteuerlicher All Age Steampunk-Roman, der in derselben Welt wie die Aetherwelt-Romane von Anja Bagus angesiedelt ist.

© Edition Roter Drache

Inhalt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überzieht grüner Æthernebel die Flüsse und Seen dieser Welt. Auch bleibt das beschauliche Wallsend im hohen Norden Englands nicht verschont. Als der dort wohlbehütet aufgewachsene vierzehnjährige Gregory durch einen mysteriösen Unfall mit dem Æther in Berührung kommt, verändert er sich und sein bisher überschaubares Leben gerät aus den Fugen.

Von seinen Eltern verstoßen, stolpert er, auf der Suche nach seinem Platz im Leben, in ein ebenso rätselhaftes wie gefährliches Abenteuer. Was verbergen die Mauern der Burg Bamborough und ist der mysteriöse Schausteller Peverell Primeaux wirklich ein Verräter an der Krone?

Spuren führen Gregory und seinen neugewonnenen Freund Weston auf die andere Seite des Erdballs, wo sie sich einem von dunklen Plänen getriebenen Widersacher gegenüber sehen. Reichen am Ende ein aufrechtes Herz und eine gehörige Portion Mut aus, um dem Bösen die Stirn zu bieten und mehr als nur einen Freund zu retten?

Rezension
In „Ætheragenten – das Erwachen“ wird das „Shared universe“ der Ætherwelt nach England übertragen, und eine abenteuerliche Reise verschlägt Gregory erst zu Ausgestoßenen, die den Gedanken an Robin Hood nahelegen und später dann zum Britischen Geheimdienst, oder vielmehr einer Spezialabteilung, die mit vom Æther veränderten Menschen arbeitet. Dort muss Gregory sich bald in einem Team mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zurechtfinden und trifft dabei längst nicht nur auf freundlich gesinnte Kollegen.

Das darauffolgende Abenteuer ist spannend und actionreich erzählt, außerdem gibt es einige interessante technische, steampunkige Erfindungen, die gekonnt in die Handlung eingewoben sind.
Und es ist gewiss kein Zufall, dass einer der Erfinder mit Nachnamen ausgerechnet „Marvel“ heißt und gern Comics zeichnet. Wer angesichts der vom Æther Veränderten, die gesellschaftlich kaum akzeptiert oder sogar verstoßen werden, an Mutanten wie die „X-Men“ denkt, der liegt insofern richtig, dass auch in dieser Geschichte Themen wie (In-)Toleranz und Anderssein eine wichtige Rolle spielen.

In einigen Teilen des Buches hätte ich mir etwas ausführlichere Beschreibungen gewünscht, z.B. zu dem Unterricht und Training des Geheimdienstes, aber in diesem ersten Roman der Ætheragenten-Reihe geht es gleich „in die Vollen“, was natürlich auf der anderen Seite wiederum die Spannung erhöht.
Gregory verfügt durch seinen Kontakt zum Æther über mehr Fähigkeiten, als ihm anfangs klar ist – das zeigt sich im Finale am anderen Ende der Welt, welches außerdem  mit einer überraschenden Wende aufwartet…

Die Geschichte funktioniert aus meiner Sicht sehr gut als All age-Roman, denn diese unterhaltsame Mischung aus Steampunk-, Abenteuer-, Fantasy- und Entwicklungsroman dürfte Jugendlichen genau so viel Freude bereiten wie jungen oder auch älteren Erwachsenen.

Die Verlagsseite zum Buch
232 Seiten, erhältlich als Taschenbuch und E-Book

Die Fortsetzung zu „Ætheragenten – das Erwachen“ heißt „Ætheragenten 2: Gregory Ferrinton Roycroft und das Tor nach Xibalba“ und ist ebenfalls bereits erschienen.

Die Webseite der Autorin:
http://tanjaschierding.de/

Außerdem haben die Ætheragenten ihre eigene Ætherpräsenz:
http://aetheragent.de/

 

Die kleine Nacht der Luftschiffe im Zeppelinmuseum

Skizze des Luftschiff LZ1, historische Abbildung


Was wäre, wenn die Welt noch voller unentdeckter Orte wäre?
Was wäre, wenn Wissenschaft noch Abenteuer bedeutete
und wenn Handwerkskunst auf Dampfmaschinen und Elektronik träfe?
Was wäre, wenn Luftschiffe mit Dampf betrieben werden könnten?
Auf den Spuren Jules Vernes entstehen fantastische Welten
und alternative Vergangenheit trifft auf modernes Handwerk.

Die „Kleine Nacht der Luftschiffe“ im Zeppelinmuseum in Zeppelinheim (Hessen) lässt diese Welten am kommenden Samstag lebendig werden, etwa mit dem Kurzfilm „Airlords of Airia“, der Ausstellung „Fantasie-Luftschiff-Welten“, Autorenlesungen von verlorenen Puppen und Æetherwelten, (mit Judith und Christian Vogt und Anja Bagus) den Waren der fahrenden Händler, fantastischen Kostümen und Ausstellungen von Steampunk-Makern. Denis Wittberg belebt dazu die Musik der 20er Jahre und auch das leibliche Wohl soll nicht zu kurz kommen. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung ist auch für Kinder geeignet.

Die kleine Nacht der Luftschiffe
Samstag, 29. April,
16 – 23 Uhr
Veranstaltungsort:
Zeppelinmuseum
Kapitän-Lehmann-Straße 2,
63263 Zeppelinheim

Historischer Hintergrund des Museums

1936 startete auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main eröffnet der Transatlantikverkehr per Zeppelin. Deshalb ließ die Deutsche Zeppelin Reederei für das Bord- und Bodenpersonal in unmittelbarer Nähe des neuen Arbeitsplatzes die Wohnsiedlung Zeppelinheim errichten, welche heute ein Stadtteil Neu-Isenburgs ist.

Mehr über das Museum erfährt man hier:
http://www.zeppelin-museum-zeppelinheim.de/

Das genaue Programm (Änderungen vorbehalten) ist in dieser Abbildung dargestellt:

Programm der „Kleinen Nacht der Luftschiffe“ Abbildung: Zeppelin-Museum

Zombies, Zahnrad und Zylinder - der etwas andere Steampunk LARP

„Wir schreiben das Jahr 2017 anno Domini. Manche im Deutschen Kaiserreich nennen es auch das „Jahr 90 nach Ende des großen Zombiekrieges“. Frau Wilhelmine Wohlgemuth und Graf Holger von den Driesch laden zur 90-Jahrfeier der Beendigung des grossen Zombiekrieges ein…
In der historischen Ludwigsvorfeste (89231 Neu-Ulm, Wileystraße 21), welche während des großen Zombiekrieges eine bedeutende Rolle spielte, finden wir einen würdigen Rahmen, in dem wir uns treffen können, um den Jahrestag würdig zu begehen.“

So beginnt der Einladungstext zu einer ungewöhnlichen LARP-Veranstaltung, ein Crossover aus Steampunk- und Zombie-Genre: „Zombies, Zahnrad und Zylinder“. Diese findet am 07./08. Juli 2017 in Neu-Ulm statt.

Organisiert wird das ganze von der „Game over LARP“ Orga, die aus einem neunköpfigen Team besteht. Für das vorliegende Interview haben uns Holger und Bianca von der Head-Orga freundlicherweise einige Fragen beantwortet.
Holger ist seit vielen Jahren begeisterter Rollenspieler und Mittelalterdarsteller. Die meisten im LARP kennen ihn von Endzeit und Zombieapokalypse-Cons. Bianca ist ebenfalls seit vielen Jahren begeisterte Pen-and-Paper-Rollenspielerin und  Mittelalterdarstellerin. Im Steampunk ist sie bereits seit einigen Jahren aktiv. Zum LARP kam sie durch einen Firefly-Con und als Mitorganisatorin des  ersten Game Over.

copyright: Game over LARP Orga

Steampunk ist ja an sich schon eher ein Nischengenre im LARP. Ihr kombiniert dies in eurer neuen Conreihe ausgerechnet mit Zombies. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen? Bisher sind Untote ja eher in Fantasy- oder Endzeitsettings zu finden, und auch in der Steampunkliteratur sind Zombies relativ selten anzutreffen…

 

Holger: Vom Prinzip her ist das einfach, Bianca (meine bessere Hälfte) ist Steampunkfan und ich bin Zombiefan und uns beiden gefiel die Idee beides zusammen zu bringen. Die Zombies im ersten Con sind an die Zombies in „Fido“ angelehnt.

 

Bianca: Als Ergänzung für die, die Fido nicht kennen: Unsere Zombies tragen Halsbänder, die den Beißreflex unterdrücken und können so für allerlei Arbeiten herangezogen werden. Von einfachsten Tätigkeiten in Fabriken bis hin zu Dienstboten in reichen Häusern.

 

copyright: Game over LARP Orga

 

Was ist denn das Ausgangssetting für eure Steampunk-Zombie-Cons? Sind sie im 19. Jahrhundert angesiedelt?

 

Holger: Nein die Cons sind in einem fiktiven Jahr 2017 angesiedelt, 90 Jahre nach Beendigung des großen Zombiekrieges. Wir haben eine komplette Hintergrundwelt dazu erschaffen. In dieser gibt es übrigens keine im Steampunk so beliebten Zeitreisen, weil das ansonsten dazu führen würde das der Ausbruch nie stattfand….. ;) Zeitparadoxen und so

 

Bianca: Die gesamte Hintergrundwelt gibt es auf wwww.game-over-larp.de zum Nachlesen.

Kurz zusammengefasst tauchten die ersten Infizierten im Jahre 1901 in Afrika auf, von dort verbreitete sich das Virus, bis schließlich auch Europa überrannt wurde. Nach langen und verlustreichen Kämpfen konnten die Horden zurückgedrängt werden. Durch diesen Krieg stoppte aber die technische Entwicklung, da Ressourcen und Menschen fehlten. Es wurde für den Wiederaufbau zunächst auf die vorhandenen robusten und einfach zu reparierenden Dampfmaschinen zurückgegriffen, die dann auch weiterentwickelt wurden.

 

Was könnt ihr uns über die Zombies in eurem Setting verraten, ohne zu spoilern? Und sind es allein NSC-Charaktere, oder könnte man auch als SC einen Zombie darstellen?

 

Holger: Die Zombies in unserem Setting sind tatsächlich SC, da sie an Zombies aus dem Film „Fido“ angelehnt sind, so kommen auch Zombiespieler in den Genuss eine Rolle spielen zu können ohne ständig „umgebracht“  zu werden.

Bianca: Unsere Zombies sollen Charakter haben. Außerdem ist ein trainierter und ausgebildeter Zombie ziemlich teuer. Der Besitzer desselben wäre nicht erfreut, würde er einfach so der letzten Ruhe überantwortet.

 

 

copyright: Game over LARP Orga

 

Hängen die von euch aktuell geplanten drei Cons direkt miteinander zusammen, oder könnte man sie auch unabhängig voneinander besuchen?

Man kann sie unabhängig von einander besuchen, da sie nur in der gleichen Welt spielen, für Leute die alle besuchen, haben wir aber „Easter-Eggs“ geplant, die in Form von kleinen Plots zu finden sind.

copyright: Game over LARP Orga

Welches Regelsystem benutzt ihr? Habt ihr ein eigenes entwickelt, greift ihr auf vorhandene zurück oder ist es DKWDDK? („Du kannst, was du darstellen kannst“)

Holger: Für unser ZZZ [„Zombie, Zahnrad und Zylinder“, Anmerkung der Redaktion] benutzen wir tatsächlich das DKWDDK, weil es sich als ziemlich praktisch heraus gestellt hat.

Sind eure Cons auch für LARP-Anfänger oder Steampunk-Newbies geeignet? Oder sollte man hier schon Erfahrung mitbringen? Und gibt es auf euren Cons einen Dress-Code?

 

Holger: Die Cons richten sich ganz bewusst auch an Anfänger und Quereinsteiger (Steampunker, Cosplayer, etc.) da wir der Ansicht sind das sich gerade so ein Setting auch für Anfänger eignet, da wir ja die „Jetztzeit“ bespielen die zwar einige Änderungen gegenüber der Vergangenheit hat, aber das ganze kommt ohne große sprachliche Verrenkungen daher da wir als Einsteigercon einen Feiercon mit allen Gesellschaftsschichten veranstalten, bei dem Krimidiner sieht es schon etwas anders aus da man sich in „gehobener“ Gesellschaft befindet, bzw. als Zombie „sprachlos“ agiert.

Einen „Dresscode“ gibt es nur in sofern als das man sich einer „Fraktion“ anschliessen sollte. Also der „klassische“ Steampunker als „Oberschicht“, Mittelschicht ehr in die Richtung „Gothic-Steampunk“ (so in der Art Junge Wilde) und die Unterschicht ehr so wie in „Gangs of New York mit Steampunkeinschlag“. Wir veröffentlichen regelmäßig Bilder im Internet und auf Facebook mit Beispielen, wo sich Interessierte dran orientieren können.

 

Bianca: Die Bilder findet Ihr auf der Facebook-Seite Game-over-Larps https://www.facebook.com/Game-Over-Larps-1182601161800188/ oder in unserem Forum http://game-over-larp.de/phpbb/index.php (auch über einen Link auf Game-over-larp.de erreichbar).

Hier gibt es neben Ideen zur Gewandung auch kleine Übersichten zu den Adelstiteln oder militärischen Rängen, die wir verwenden. Wir richten uns hierbei nach den Gepflogenheiten des Deutschen Kaiserreiches.

 

Habt ihr noch andere LARP-Projekte abseits der Zombies und Steampunk?

Holger: Yep und zwar einen Cyberpunk-Con und ein Western-Zombie-Crossover LARP.

 

Das klingt auch spannend. Last, but not least: Was gefällt euch besonders am Steampunk?

 

Holger: Die Möglichkeit zu basteln und mit anderen gleichgesinnten zu agieren, eine Rolle zu spielen und ganz einfach Spaß zu haben.

 

Bianca: Mich hat zuerst die Ästhetik angezogen. Und dann mag ich den „Punk“ im Steam sehr gern. Wir sind auch Reenactors und da achte ich persönlich für mich sehr auf das große A wie in authentisch. Im Steampunk hat das für mich keinen Platz, da ist alles erlaubt, was gefällt. Die Vielfalt, die man z. B. auf Treffen sieht, sorgt immer wieder für kreative Schübe. Die technischen Basteleien faszinieren mich auch sehr. Aber da stehe ich noch ganz am Anfang.


Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für eure LARP-Projekten!


Weitere Informationen zur Veranstaltung am 08./09. Juli 2017 gibt es hier:

http://game-over-larp.de/html/zzz2017.html

Steampunk Kurzfilme

Steampunkfilme und -Serien sind relativ rar, verglichen mit anderen Genres.  Auch wenn es hier und da bereits einige Hollywood- oder auch andere Großproduktionen mit Steampunk- oder Dieselpunk-Elementen gibt, ist es doch eher ein Nischengenre, an dem sich große Filmstudios nur selten versuchen.

Allerdings existieren mittlerweile eine ganze Reihe an Independant-Steampunk-Kurzfilmen und auch Webserien, die von engagierten und kreativen Filmemachern kreiert wurden und werden, oft unterstützt von Steampunks, z.B. als Crowdfunder oder auch als Komparsen.

Eine kleine Auswahl solcher Filme möchten wir heute vorstellen. In diesem Beitrag geht es übrigens ausschließlich um englisch- oder deutschsprachige Realverfilmungen, da sich mit Steampunk-Animationsfilmen ein eigener Beitrag füllen lässt.

Aurora

Gewinner in der Kategorie „Bester Action/Abenteuer-Film“
beim Comic Con International Independent Film Festival 2013.

Nachdem seine Frau von einer Gruppe Sklavenhändlern entführt wird, kämpft der Kapitän des Luftschiffes „Aurora“ mit allen Mitteln darum, sie zu befreien. Dieser Film wurde mit einem Budget von 1800 $ über dreieinhalb Jahre gedreht, mit einem Team von über 100 Personen.

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Heute ist noch kein Amt
Eine deutsche Webserie, die auf Anja Bagus‘ Aetherwelt-Romanen basiert:
Willkommen im Amt für Aetherangelegenheiten!

Space: 1889
Dieser deutschsprachige Film ist eher als längerer Trailer oder Demo zu sehen für einen Film,
der zu dem Pen & Paper Rollenspiel „Space: 1889“ geplant ist.

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Tea Time
Dieser humorvolle Film beschäftigt sich mit einer skurrilen Erfindung
und ihrer unkonventionellen Erfinderin.

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Vollbracht
An diesem Musik-Kurzfilm von Sivia Dinh waren La Fronteria Victoriana, Kat Dunkelbunt
und eine ganze Reihe an Steampunk-Komparsen beteiligt.

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The world of steam – The clockwork heart
Im ersten Teil dieser Webserie wird eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt:
Als der Erfinder Hieronymous Smythe seine Frau verliert, kommt ihm eine höchst fragwürdige Idee.
In diesem Film gibt es auch einige kurze animierte Sequenzen und einen interessanten Twist am Ende.

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A Rock and hard place – Adventures of the League of S.T.E.A.M.

Die Webserie League of S.T.E.A.M. erzählt bereits seit 6 Jahren in einzelnen, in sich abgeschlossenen humorvollen Episoden die Abenteuer einiger Geister- und Monsterjäger. Wer da an „Ghostbusters“ denkt, liegt nicht daneben, denn auch diese Geisterjäger verfügen über allerhand interessante Gadgets.
Die hier vorgestellte Episode ist eine der jüngsten,
die weiteren sind im gleichen Youtube-Kanal zu finden.

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Airlords of Airia
Airlord Karak, Admiral einer Luftschiffflotte, hat eine mächtige, antike Waffe auf einer Expedition entdeckt. Nachdem er die Wodnik 7 Basis erobert hat, will er die Macht der Republik Airia an sich reißen und den gesamten Kontinent in einen Krieg verstricken. Die Polizeibeamtin Lura tut sich mit einer Schmugglerbande zusammen, um Karaks Pläne zu durchkreuzen.

Dieser Kurzfilm (der im Clockworker bereits einmal vorgestellt wurde)
dient als Trailer bzw. Demo für einen geplanten Spielfilm von ca. 90 Minuten.